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Thema: Katastrophenforschung

  1. #51
    Redakteur Avatar von Angeni
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    AW: Katastrophenforschung

    Alarmierende Signale vom Supervulkan bei Neapel

    Unter der Erdoberfläche am Golf von Neapel schlummert ein riesiger Vulkan. Wo, wann und wie die Phlegräischen Felder ausbrechen, kann niemand genau vorhersagen. Die Forscher sind jedoch alarmiert, denn die Aktivität des Vulkanriesen ist in der letzten Zeit gestiegen. Eine Eruption wäre nicht nur für die unmittelbare Umgebung verheerend.

    Es ist so laut und stickig wie im Maschinenraum einer Fabrik. Roberto Isaia macht Fotos von einem grauen, schlickigen Tümpel direkt vor seinen Füßen, der aus den Tuff-Hügeln zu entspringen scheint und in dem es unaufhörlich blubbert. Der Wind dreht. Der Geologe verschwindet an dem ohnehin hitzigen Tag ein paar Sekunden in der warmen Rauchsäule, die aus dem Vulkanfeld aufsteigt. Es riecht nach faulen Eiern, der Wasserdampf ist mit Schwefel und zahlreichen anderen Gasen versetzt.
    In Pisciarelli, auf dem Weg von Neapel in die Küstenstadt Pozzuoli, wird greifbar, dass da etwas Gigantisches schlummert in den Tiefen der Erde. Anders als der Vesuv auf der anderen Seite der Großstadt am Golf, der als wohlgeformter Berg mit Krater der "Classico" unter den Vulkanen ist, sind die Phlegräischen Felder (Campi Flegrei) unscheinbar. Das Gebiet, auf dem sie sich erstrecken, ist vergleichsweise flach und wirkt alles andere als bedrohlich. Erst Satellitenbilder machen die zahlreichen und zum Teil überlappenden Explosionskrater deutlich.

    Das etwa 150 Quadratkilometer große Areal hat eine hohe vulkanische Aktivität - und bereitet Forschern derzeit mehr Sorgen als sein allzeit präsenter Nachbar, der die Bewohner täglich an den historischen Ausbruch im Jahr 79 erinnert, der die Städte Pompeji und Herculaneum unter einer dicken Schicht aus Asche und Gestein begrub.
    Warf der Vesuv damals etwa 4 Kubik-Kilometer Gestein und Lava aus, spuckten die Campi Flegrei vor 39.400 Jahren etwa 350 Kubik-Kilometer Material. Sie werden gerne als Supervulkan bezeichnet, obwohl sie den Namen streng genommen nicht verdient haben. Ihr sogenannter Explosivitätsindex liegt bei Stärke 7, der eines Supervulkans bei der höchsten Stärke 8. Dennoch muss die Explosion enorm gewesen sein: Die Asche gelangte bis nach Zentralrussland und verteilte sich im ganzen östlichen Mittelmeerraum. Es war die größte vulkanische Eruption der letzten Hunderttausend Jahre in Europa.

    Der Supervulkan wird rund um die Uhr überwacht

    Spätestens seit zahlreiche Medien eine Studie des University College London (UCL) und von Forschern aus Neapel aufgriffen, steht das Vulkanfeld als Hochsicherheitsrisiko mit Folgen für ganz Europa wieder im Blickfeld der Öffentlichkeit. "Eine Eruption der Phlegräischen Felder könnte näher sein, als gedacht", heißt es. "Europas Supervulkan rumort", titeln Zeitungen. "Ist ein schlafender Riese aufgewacht", fragen andere.
    Im Observatorium des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in Neapel überwachen Isaia und seine Kollegen die Phlegräischen Felder 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Und nicht nur der Supervulkan interessiert die Wissenschaftler - auch die anderen Problemkinder des Golfs von Neapel werden beobachtet: der Vesuv und die Vulkaninsel Ischia.

    Wo alle Signale der einzelnen Messstationen zusammenlaufen, sieht es aus wie in einer Kommandozentrale: Alleine an einer Seite des Raumes sind 48 Bildschirme angebracht, die verschiedenste Graphen zeigen. Was für Laien unmöglich zu interpretieren ist, kann das Leben Hunderttausender Menschen retten.

    Hier werden verschiedene Parameter visualisiert, die Aufschluss über die vulkanischen Systeme und ihre Veränderungen geben. Wie warm ist der Boden? Wie stark hebt und senkt sich die Erdoberfläche aufgrund der vulkanischen Aktivität? Aus welchen Gasen setzen sich die Rauchsäulen, sogenannte Fumarolen, wie in Pisciarelli zusammen?


    Im Vulkan-Observatorium des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in Neapel (Italien) die Vulkane Vesuv, Phlegräische Felder und Ischia überwacht rund um die Uhr überwacht. (Quelle: dpa)


    Die Aktivität der Phlegräischen Felder ist zuletzt wieder gestiegen. Der Druck im Untergrund steigt, 2012 wurde die Alarmstufe auf Gelb angehoben. Erhöhte Wachsamkeit. Denn nachdem es in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt ein starkes Auf und Ab begleitet von spürbaren Beben im Gebiet der Phlegräischen Feldern gab, steigt die Kurve seit einigen Jahren wieder nach oben. Die Erde wölbt sich auf.

    "Der Trend ist klar erkennbar", sagt Isaia. Vor vier Jahrzehnten stieg das Niveau des Bodens innerhalb von drei Jahren um 1,5 Meter an, Anfang der 80er Jahre gab es eine ähnliche Krise. Forscher sagen, eine derartige Situation ging dem Ausbruch im Jahr 1538 voraus.

    "Die Anzeichen sind schon alarmierend"

    "Das Problem ist, dass man die Eruption nicht vorhersagen kann", sagt Thomas Walter vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam, der sich mit Erdbeben- und Vulkanphysik beschäftigt und den Vulkan selbst intensiv erforscht. Wo, wann und wie ein Ausbruch stattfinden würde - dahinter stehen dicke Fragezeichen. Zwar habe man den Vulkan mittlerweile gut verstanden, sagt Walter. Warum es aber etwa die Schwankungen der intervallartigen Hebungen und Senkungen gebe, wisse man noch nicht richtig. "Die Anzeichen sind schon alarmierend. Aber es gab auch starke Hebungen ohne Ausbrüche. Wie zuletzt 1983, als sich der Boden gar um über zwei Meter aufwölbte - ganz ohne Ausbruch. Von derartigen Hebungsraten sind wir derzeit noch weit entfernt."
    Fotos von meterhohen Rauchwolken und Illustrationen, die die sich ergießende Lava zeigen, zieren die Wände in Isaias Büro. Es sind schaurig schöne Bilder. Der Geologe ist seit 1999 am INGV in Neapel. Er beschäftigt sich vor allem mit der Geschichte von Vulkanausbrüchen. "Mit Vulkanen ist es wie mit Menschen. Um eine Person zu begreifen, muss man ihre Geschichte kennen", sagt er. "Jedes vulkanische System ist anders und zwischen dem Vesuv und den Phlegräischen Feldern liegen Welten."
    Das vulkanische Material der Campi Flegrei kann sich seinen Weg an verschiedenen Stellen bahnen. Einige sagten, am wahrscheinlichsten sei es am Rande der Caldera, dem riesigen Einbruchkessel, der entstand, nachdem das Deckgestein über der sich entleerenden Magmakammer eingebrochen ist, erklärt Isaia. Andere seien der Ansicht, das Magma könne sich am wahrscheinlichsten mitten in der Caldera freisetzen. Aussage gegen Aussage.
    80.000 Menschen müssten bei einem Ausbruch in Sicherheit gebracht werden

    Unklarheit herrscht auch über den Grund der Bodenhebungen. "Eine Fraktion sagt: Grund dafür ist die Akkumulation neuen Magmas in der Tiefe", sagt Walter. "Die andere sagt, es gebe keine Hinweise auf Magma, vielmehr seien hydrothermale Gase dafür verantwortlich, die vor der Magmakammer frei werden und sich in Untergrundreservoiren ansammeln." Von einem Tiefbohrprojekt, das Messinstrumente näher an das Geheimnis bis drei Kilometer unter die Oberfläche heranbringen würde, hält die Bevölkerung in dem Risikogebiet nichts. Zu groß ist die Angst, dass der Riese aufgeweckt wird.
    Walter beruhigt. Keine Region der Welt sei so gut überwacht wie die um Neapel. "An den Vulkanen, die gemonitort werden, lassen sich Eruptionen gut vorhersagen." Verdichten sich Hinweise auf einen Ausbruch der Phlegräischen Felder, müssten gut 80.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. "Für die Bevölkerung in der roten Zone ist die einzige Schutzmaßnahme die vorsorgliche Evakuierung", schreibt die Kommune Neapel. Die rote Zone umfasst drei Gemeinden, Teile weiterer Orte - und wurde mittlerweile auf Neapel ausgeweitet. Die gelbe Zone erstreckt sich auf sechs Gemeinden und 24 Stadtteile der Großstadt - bis die nächste rote Zone kommt, die des Vesuvs, dessen Ausbruch rein statistisch gesehen wahrscheinlicher ist.


    Der Geologe Roberto Isaia zeigt im Vulkan-Observatorium des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie auf eine Satellitenaufnahme des Golfs von Neapel. (Quelle: dpa)


    "Aber wenn der Supervulkan ausbricht, dann solltest du nicht da sein", bringt es Isaia auf den Punkt. Doch alleine die Festlegung der Zonen ist ein Politikum. Und: Wann ist eigentlich der Moment gekommen, die Menschen in Sicherheit zu bringen? In der Krise in den 80er Jahren wurden 20.000 Menschen umgesiedelt, weil es schien, dass ein Ausbruch kurz bevor stand. So kam es aber nicht.
    Von der Evakuierung waren die meisten Menschen in Pozzuoli westlich von Neapel betroffen, eine malerische 80.000-Einwohner-Stadt. Die Gemeinde gilt als Zentrum der Phlegräischen Felder, in ihrem Gebiet liegt die Solfatara, einer der Vulkankrater. Wie stark sich in dem Ort der Erdboden in den 80er Jahren anhob, erfährt man, wenn man mit den Leuten am Hafen spricht. Mario, um die Siebzig mit einem typischen Seefahrer-Tattoo auf dem Oberarm, roter Kappe und sonnengegerbter Haut, erinnert sich gut: Die Fischer blieben mit ihren Booten im Sand stecken, bevor sie die Anlegestelle erreichten, erzählt er mit rauchiger Stimme. Längst gibt es zwei Hafen-Niveaus.
    Auch eine Ausgrabungsstätte im Zentrum hat der Vulkan gezeichnet. Die Säulen des antiken römischen Marktes standen längere Zeit unter Wasser, weil sich der Boden einst gesenkt hatte. Das Gestein ist durchzogen von feinen Löchern - Spuren von Meeresmuscheln. Heute liegt der Marktplatz wieder deutlich über dem Meeresspiegel.


    Die Phlegräischen Felder Spuren hinterlassen: An der Ausgrabungsstätte in Pozzuoli sind am Rückstande von Meeresmuscheln zu sehen. Der antike römische Markt stand eine Zeit lang unter Wasser, weil sich aufgrund der Vulkanaktivität der Erdboden gesenkt hatte. Mittlerweile liegt der Markt wieder weit über dem Meeresspiegel. (Quelle: dpa)


    Unweit vom Hafen gibt es am Nachmittag Caffè und am Abend Cocktails mit Antipasti di Mare. Marina, die in Pozzuoli geboren ist, ist zu jung, um sich an die mehreren Tausend Beben und das Auf und Ab vor gut 35 Jahren zu erinnern, die Pozzuoli erschütterten. Zuhause sei aber oft davon gesprochen worden. "Mittlerweile ist es ruhig, es gibt nichts besonderes am Leben hier", sagt die 30-Jährige hinter der Bar.
    "Wenn es unsicher wäre, wären die Häuser und die Menschen ja nicht hier", sagt Christel Basler, die mit ihrem Mann Rochus aus Offenburg mit dem Cabrio nach Italien gereist ist. Auf dem Programm des Ehepaars stehen neben dem Vesuv auch die Phlegräischen Felder - mit den spektakulären Rauchsäulen längst eine Touristenattraktion.

    "Wir fahren gerade mitten im Vulkan, können Sie sich das vorstellen?"

    Dem Geologen Isaia ist es wichtig, klarzumachen: Die Phlegräischen Felder sind keine abstrakte Gefahr, die Gefahr ist real. Er kramt erneut ein Satellitenbild aus seinem Rucksack. Bis auf kleine grüne Flecken und das Gebiet des Vesuvs ist die Karte übersät mit Gebäuden. Die Phlegräischen Felder liegen nicht außerhalb von Neapel, die Großstadt steckt vielmehr mittendrin, sagt er immer wieder. Als er seinen Wagen durch den zähen Großstadtverkehr steuert, sagt er: "Wir fahren gerade mitten im Vulkan, können Sie sich das vorstellen?"
    Das berühmte Fußballstadion des SSC Napoli, San Paolo, zieht vorbei, auch das ist auf dem Vulkan gebaut. Derzeit ist niemand in der Lage, einen Ausbruch vorherzusehen. "Was wir tun können ist, den Vulkan zu überwachen", sagt Isaia. "Wir stecken in einem Schlamassel. Und das ist größer, als sonst irgendwo auf der Welt."
    Quelle

    LG Angeni
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
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  2. #52
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    AW: Katastrophenforschung

    Und gleich noch etwas zu Italien:

    Italien steckt in einer geologischen Falle

    Immer wieder wird Italien von katastrophalen Erdbeben erschüttert.
    Dafür gibt es eine tiefgreifende Ursache: Das Land steckt in einer geologischen Falle.
    Früh wussten die Bewohner von der Bedrohung: Italien steckt in einer geologischen Falle. Sein Boden ist zersplittert in Hunderte
    kilometerdicker Felsplatten. Wie Schraubzwingen drücken kriechende Kontinentalplatten von den Seiten gegen die Schollen.


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    Sonnige Grüsse
    Angeni



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  3. #53
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    Angeni



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  4. #54
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    AW: Katastrophenforschung

    Yellowstone: Nasa will Supervulkan anzapfen – um Welt zu retten


    Der Yellowstone-Vulkan ist in seinem Leben schon mehrmals ausgebrochen. Sollte der Feuerschlund im gleichnamigen Nationalpark in den USA nochmal Lava speien, wären vulkanischer Winter und globale Hungersnot die Folgen. Die Nasa will das verhindern, indem sie dem Feuerberg seine Kraft entzieht, berichtet das Portal „ScienceAlert“.

    Der Krater des Yellowstone ist riesig: fast 4.000 Quadratkilometer Fläche umfasst er. Darunter schlummert in einer Tiefe von acht Kilometern eine Magmablase, deren Hitze die Wasserquellen und Seen des Nationalparks im Nordwesten der USA zum Kochen bringt.

    Rund 60 bis 70 Prozent dieser Wärme werden dem Portal zufolge über die Gewässer des Nationalparks an die Atmosphäre abgegeben. Und der Rest? Die restliche Energie sammelt sich in Magmakammern an und wirkt wie eine Zeitbombe. Um eine Explosion dieser Magmablasen zu verhindern, wollen Nasa-Forscher sie kühlen.

    So soll das gehen: Die Forscher bohren einen schmalen Kanal durch den Vulkan, pumpen Wasser mit Hochdruck darein, dieses wird durch das Magma auf 350 Grad erhitzt und zischt in die Turbinen eines Wärmekraftwerks am anderen Ende der Wasserleitung.

    Auf diese Weise soll nicht nur die Katastrophe verhindert, sondern auch noch Billigstrom erzeugt werden. Die Forscher rechnen mit einem Preis pro Kilowattstunde von weniger als 0,1 Euro. Der Bau der Infrastruktur wird mit etwas mehr als drei Milliarden Euro veranschlagt. Nur gibt es einen Haken an der Sache, und der ist nicht minder gewaltig als der Supervulkan: Bei der Bohrung könnten giftige Gase freigesetzt werden. Außerdem könne die Bohrung selbst einen Ausbruch provozieren, schreibt das Portal.
    Quelle:https://de.sputniknews.com/wissen/20...n-yellowstone/

    Da sollte man sehr misstrauisch sein!...besonders wenn die USA die Welt retten will!


    LG

  5. #55
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    AW: Katastrophenforschung

    Zitat Zitat von green energy Beitrag anzeigen
    Yellowstone: Nasa will Supervulkan anzapfen – um Welt zu retten





    Da sollte man sehr misstrauisch sein!...besonders wenn die USA die Welt retten will!


    LG
    kaltes Wasser in heisse Lava pumpen?
    Das kann ins Auge gehen! Der Dampf kann zu stark für die Turbine werden und dann durch die Erdkruste brechen.
    "wo ein Wille ist, ist ein Weg, der Weg ist das Ziel"

  6. #56
    Redakteur Avatar von Angeni
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    AW: Katastrophenforschung

    Der Bericht besteht zwar aus Halbwahrheiten, aber dennoch lesenswert.
    Immer weiter polwärts "Sandy" wird kein Einzelfall bleiben

    Mitte Oktober 2012. Über der westlichen Karibik braut sich ein Tiefdrucksystem zusammen und wächst schnell zu einem ausgewachsenen Hurrikan heran – "Sandy" ist geboren. Wenige Tage später zieht der Wirbelsturm über Kuba hinweg – als schlimmster Hurrikan seit 1963. Dann jedoch geschieht etwas Unerwartetes: Statt im Golf von Mexiko zu bleiben, biegt Sandy nach Nordosten ab und zieht parallel zur US-Ostküste weiter nach Norden – der Hurrikan wird zum "Ausreißer".


    Supersturm Sandy am 30.Oktober 2012
    über der Nordostküste der USA. © NASA

    Die Folgen eines Supersturms

    Am 28. Oktober vereint sich Sandy mit einem Wintersturm und wächst zu einem wahren Giganten heran: Sein Wolkenwirbel reicht nun von South Carolina im Süden bis zur kanadischen Grenze im Norden – er hat einen Durchmesser von mehr als 1.850 Kilometern. Er ist damit einer der größten Wirbelstürme in der US-Geschichte – und wird einer der folgenreichsten. Denn der Supersturm steuert geradewegs auf die Millionenmetropole New York zu.

    Wenige Tage später ist die Bilanz des Sturms verheerend: Die gesamte Ostküste der USA hat schwere Schäden erlitten, ganze Strandabschnitte sind durch die bis zu sieben Meter hohen Wellen komplett wegespült, Städte stehen unter Wasser. Allein in New York City werden tausende von Gebäuden beschädigt oder zerstört, U-Bahn-Tunnel laufen voll, Straßen sind unpassierbar und Stromleitungen herabgerissen. Die Wucht von Wind und Wellen sorgt in ganz Nordamerika für messbare seismische Erschütterungen.


    Zugbahn des "Supersturm" Sandy im Oktober 2012. Die Farben kennzeichnen die Intensität:
    Beige und Orange markieren Hurrikanstärke, Türkis das Stadium als Tropensturm.
    © gemeinfrei

    Künftig keine Ausnahme mehr

    Für die US-Ostküste und New York waren solche Stürme bisher die absolute Ausnahme – liegen sie doch nördlich der üblichen Hurrikan-Zugbahnen. Doch das wird nicht so bleiben. Schon jetzt hat sich die Sturmflutgefahr für New York durch solche Superstürme gegenüber dem Jahr 1800 verdreifacht, wie Forscher 2016 ermittelten.

    Und dies aus zwei Gründen. Zum einen verschieben sich mit dem Klimawandel die Bereiche im Meer, die ausreichend warm sind, um als "Brutgebiet" für Hurrikans und Taifune zu dienen. Zum anderen aber verändern sich auch die Luftströmungen in der Atmosphäre – und damit die Kräfte, die das Verhalten der Stürme mitbestimmen. Wie sich dies speziell auf die Zugbahnen der Wirbelstürme auswirkt, haben in den letzten Jahren mehrere Forscherteams untersucht.

    Nach Norden abgebogen

    Das Ergebnis: Die Zugbahnen der Wirbelstürme haben sich schon jetzt messbar verändert. So ziehen die karibischen Hurrikans heute seltener nach Westen und über Mittelamerika hinweg als noch vor einigen hundert Jahren. Stattdessen biegen sie meist schon vorher nach Norden ab. Als Folge sind vor allem Florida und andere Küstenabschnitte an der US-Südostküste immer häufiger von Wirbelstürmen betroffen, wie Lisa Baldini von der Durham University und ihre Kollegen feststellten.


    Zugbahnen von Hurrikans in vorindustrieller Zeit und nach
    Beginn des anthropogenen Klimawandels.
    © Balfini et al./ Scientific Reports, CC-by-sa 4.0

    Die Ursache für diese "Umleitung" sehen die Forscher im Klimawandel: Durch die Erwärmung haben sich die intertropische Konvergenzzone und die Zone der sogenannten Hadleyzellen weiter nach Norden verschoben – und sie nehmen die Hurrikans sozusagen mit. Dieser Nordwärts-Trend könnte sich in Zukunft weiter verstärken. Damit erhöht sich das Sturmrisiko auch für die Nordostküste der USA drastisch, warnen die Forscher. Stürme wie "Sandy" wären dann keine Ausnahme mehr.

    Hotspots wandern polwärts

    Und nicht nur das: Auch die Orte, an denen die Wirbelstürme ihre größte Intensität erreichen, verschieben sich immer weiter in Richtung der Pole. Auf der Nordhalbkugel rücken diese Sturmhotspots bereits um 53 Kilometer pro Jahrzehnt nach Norden vor, auf der Südhalbkugel um 62 Kilometer nach Süden, wie James Kossin vom National Climatic Data Center in Madison und seine Kollegen herausgefunden haben. Am stärksten ist dieser Trend im Nordwest-Pazifik, etwas schwächer im Nordatlantik und Ostpazifik.

    Für diese Polwanderung der Wirbelsturm-Hotspots könnten zwei Faktoren verantwortlich sein: Zum einen wirkt sich auch hier die Ausdehnung der Hurrikan-"Wiegen" durch die sich erwärmenden Meere ause. Zum anderen haben durch den Klimawandel die Scherwinde in den Tropen zugenommen, in den angrenzenden Gebieten aber abgenommen. Weil ein zu starker Seitenwind die Bildung der Sturmwirbel behindert, könnte dies ebenfalls die Verlagerung der Sturmhotspots erklären.

    Klar scheint damit: In Zukunft müssen sich auch die Küstenregionen auf Wirbelstürme einstellen, die bisher außerhalb der Gefahrenzone lagen.
    Quelle

    überall wird schon über diese "Phänomen" geschrieben...
    Geändert von Angeni (25.09.2017 um 13:19 Uhr)
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  7. #57
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
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    AW: Katastrophenforschung

    Die Erde vor dem Kollaps? – Wissenschaftler verfassen Brandbrief an die Menschheit


    Mehr als 15.000 Wissenschaftler aus 184 Ländern haben einen offenen Brief unterschrieben, in dem die größten Gefahren für das Leben auf der Erde aufgezählt werden. Der Aufruf wurde auf der Seite des Online-Wissenschaftsjournals „BioScience“ veröffentlicht.



    Laut dem veröffentlichten Warnbrief steht die Menschheit kurz vor einer ökologischen Katastrophe, die das Leben auf der Erde unmöglich machen könnte.

    Darunter werden die katastrophale Veränderung des Klimas, die Entwaldung, das massenhafte Artensterben, „Todeszonen“ im Ozean und der Verlust des Zugangs zu Süßwasser aufgezählt.
    Die Wissenschaftler heben hervor, dass der Ressourcenverbrauch innerhalb des letzten Vierteljahrhunderts rapide angewachsen sei. Das liege am sprunghaften Anstieg der Weltbevölkerung um zwei Milliarden Menschen in nur 25 Jahren.

    Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass die katastrophale Verschlechterung der Ökologie zu „gewaltigem menschlichem Leid“ führen werde.
    Unter anderem heben die Experten hervor, dass die Menge an Süßwasser pro Person im globalen Vergleich innerhalb der letzten 25 Jahre um 26 Prozent abgenommen habe, während die Ausdehnung der „Todeszonen“ im Ozean – also Gebiete, wo wegen Verschmutzung oder Sauerstoffmangels kaum mehr Leben möglich ist – um 75 Prozent zugenommen habe.

    Im gleichen Zeitraum wurden über 121 Millionen Hektar Waldfläche abgeholzt, während sich die Gesamtzahl der Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Vögel und Fische in der Welt um 29 Prozent reduziert hat.

    Zuvor hatte bereits der britische Astrophysiker Stephen Hawking geäußert, dass die Menschheit den Planeten innerhalb der nächsten 600 Jahre verlassen müsse, wenn sie überleben wolle.

    Der erste solche Aufruf wurde bereits 1992 veröffentlicht. Damals unterschrieben ihn mehr als 1.700 Wissenschaftler, darunter Nobelpreisträger.
    Zum 25-jährigen Jubiläum wurde entschieden, eine erneute dringende „Warnung an die Menschheit“ herauszugeben.
    WEITER: https://de.sputniknews.com/wissen/20...ef-menschheit/
    Forscher melden Beginn von „ökologischem Armageddon“
    Das große Insektensterben: Wie der Mensch sich selbst die Lebensgrundlage entzieht
    LG

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