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Thema: Gentechnisch veränderte Insekten

  1. #1
    Redakteur Avatar von Angeni
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    Gentechnisch veränderte Insekten

    Tausende gentechnisch veränderter Insekten sollen bald freigelassen werden

    Gerade als man dachte, mit gentechnisch veränderten Mücken und mutierten Vorspeisen sei jetzt der Gipfel des Strebens biotechnischer Unternehmen nach Manipulation des Erbguts der Erde erreicht, wurde jetzt berichtet, Wissenschaftler planten die Entlassung einiger Tausend »Frankenstein-Insekten« in die freie Natur, um auf diese Weise Pflanzenschädlinge und andere Plagen zu bekämpfen.



    Ähnlich wie im Falle der gentechnisch veränderten Mücken werden auch diese genmanipulierten Insekten als eine »umweltverträgliche Alternative« zum Einsatz chemischer Substanzen dargestellt. Britische Wissenschaftler behaupten, die Veränderung des Erbguts der Insekten trage dazu bei, den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln, den so genannten Pestiziden, zu verringern. So würden etwa in England chemische Pestizide eingesetzt, um die Bestände der Oliven-Fruchtfliege (Bactrocera oleae) zu verringern.
    In Wirklichkeit treibt man hier wohl den Teufel mit dem Beelzebub aus, indem man schädigende chemische Substanzen wie Pestizide durch etwas möglicherweise weitaus Gefährlicheres und Schlimmeres ersetzt. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden Ihr ins Alter gekommene Fahrzeug gegen ein Fahrrad eintauschen – allerdings hätte dieses Fahrrad einige Nebenwirkungen und könnte »möglicherweise die genetische Struktur einer gesamten Insektenpopulation verändern«. Wie die britische Tageszeitung Daily Mail berichtet, die diese Insekten zu Recht als »Frankenstein-Fliegen« bezeichnet, würden diese gentechnisch veränderten Fliegen die Brut der Oliven-Fruchtfliege töten, wenn sich diese genmanipulierten Fliegen mit wildlebenden Oliven-Fruchtfliegen paaren:
    »Der Versuch sieht vor, genmanipulierte männliche Oliven-Fruchtfliegen freizulassen, die sich dann mit den wildlebenden Oliven-Fruchtfliegen-Weibchen paaren. Als Folge so erwartet man werden die Nachkommen dieser Fliegen bereits im Larven- oder Madenstadium sterben.«
    Man versucht hier, anders ausgedrückt, tatsächlich mithilfe dieser Manipulation des Erbguts die Fliegenpopulation unfruchtbar zu machen und damit zu vernichten. Welche Folgen hat dies aber für Tiere, für die diese Fliegen zum normalen Nahrungsangebot gehören? Und was geschieht mit Menschen, die dann diese Tiere oder unabsichtlich sogar die Fliegen selbst verzehren? In der Daily Mail heißt es dazu:
    »Kritiker befürchten allerdings, dass diese Entwicklung die menschliche Gesundheit schädigen könnte, wenn Menschen die Fliegen oder ihre Larven essen, wenn sich diese etwa in Nahrungsmitteln befinden.«
    Es scheint aber, als lässt diese berechtigte Sorge die Wissenschaftler unberührt, die weiterhin an ihren Plänen festhalten, diese genmanipulierten Frankenstein-Fliegen in großem Stil in der Umwelt auszusetzen. Vielleicht würden sie raten, keine Tiere zu verzehren, die möglicherweise diese Fliegen gefressen haben, und auf den Genuss von Pflanzen zu verzichten, die mit den Fliegen in Berührung gekommen sind. Am besten bleibt man vielleicht einfach zu Hause und vermeidet jeden Körperkontakt mit allem und jedem, was die Fliegen berührt haben könnten? Wir sollten gegen diese verrückte Geisteshaltung der aufgeblasenen Biotech-Konzerne vorgehen und stattdessen zu einem Zeitalter der Realität und der Vernunft zurückfinden.
    Quelle

    LG Angeni
    Geändert von Stone (15.09.2013 um 11:19 Uhr) Grund: Titel berichtigt
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  2. #2
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    Genetisch veränderte Insekten werden in die Natur "entlassen".
    Was meint ihr was dies bedeuten könnte? Was für Einflüsse kann
    dies nehmen?
    Mit unseren tollen gesammelten Post's über Genetik, haben wir
    schnell gesehen und gelernt:
    man soll es lassen die Genetik zu manipulieren! Nicht um sonst ist
    mal folgender Satz enstanden: Lass es sein, Gott zu spielen...

    Wäre toll wenn wir hier mehr Berichte sammeln und zusammen
    Diskutieren können! Schliesslich geht es um unser aller Zukunft.


    Liebe Grüsse
    Angeni
    Sonnige Grüsse
    Angeni



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  3. #3
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    Europa bereitet sich auf die Zulassung genetisch veränderter Tiere und Insekten vor!

    Pressemeldung von Amis de la Terre

    Montreuil, 22. April 2013 – Die NGO Amis de la Terre (intl.: „Friends of the Earth“) ist durch eine Bekanntmachung von Gene Watch UK über die letzten Entscheidungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) informiert worden. Im Rahmen ihrer letzten Sitzung in Parma, Italien, hat die EFSA die Leitlinien für die Bewertung der Umweltrisiken im Zusammenhang mit gentechnisch veränderten Tieren beschlossen. Zu den hiervon betroffenen Tieren gehören bisher Fische, Insekten und Vögel sowie Säugetiere aus dem Bereich der Nutztierwirtschaft und Haustiere.
    Helen Wallace, Leiterin von Gene Watch UK, kommentiert: "Durch die Annahme dieser Regeln, öffnet die EFSA der kommerziellen Erzeugung genetisch veränderter Fische, Insekten und Nutztiere wie Schweinen und Rindern aus unseren Feldern, Flüssen, Meeren und der Luft Tür und Tor."
    Während in den USA noch um den genveränderten Lachs des Unternehmens AquaBounty gestritten wird, hat die EFSA bereits den Weg für die Einführung in Europa freigemacht! Ein weiteres Mal bedient die Europäische Kommission sich der EFSA, um es zu vermeiden, Gesetze zu erlassen und somit einen strengen rechtlichen Rahmen zu erstellen. Sie fordert stattdessen lieber „Empfehlungen“ der EFSA an.
    Die schwerwiegenden Bedenken hinsichtlich der Interessenkonflikte innerhalb der EFSA sind jedoch kein neues Problem. Gene Watch hat eine Klage gegen die EFSA eingereicht, die momentan vom europäischen Ombudsmann geprüft wird. Dabei geht es um Interessenkonflikte innerhalb der Arbeitsgruppe zu genetisch veränderten Insekten.
    Mitglied dieser Gruppe ist auch ein Forscher der Universität von Oxford, der durch den Wissenschaftsrat für Biologie und Biowissenschaften des Vereinigten Königreichs mit dem Ziel finanziert wird, gemeinsam mit dem Unternehmen Oxitec gentechnisch manipulierte Insekten zu erzeugen. Die Universität von Oxford ist Investor bei Oxitec und könnte daher im Falle einer Zulassung der kommerziellen Verbreitung gentechnisch manipulierter Insekten davon profitieren. Vier weitere Mitglieder der Arbeitsgruppe haben oder hatten Verbindungen zu Oxitec und haben an gemeinsamen Projekten gearbeitet oder gemeinsame Artikel verfasst. Zwei weitere Mitglieder dieser Gruppe arbeiten für das Programm zur Verwendung gentechnisch veränderter Insekten der Internationalen Atomenergie-Organisation.
    Die britische Firma Oxitec hat bereits mit ihren Versuchen mit genmodifizierten Mücken auf den Cayman-Inseln von sich reden machen, ebenso wie mit ihren Freisetzungsversuchen im großen Maßstab in Brasilien, die von der Regierung des Landes unterstützt werden. Außerdem arbeitet diese Firma an gentechnisch modifizierten Schmetterlingen und Mücken. Durch diese neue europäische Regelung könnten sich Milliarden von Raupen, Schmetterlingslarven und genmodifizierten Insekten in Obst und Gemüse wiederfinden. Oxitec ist momentan auf der Suche nach Partnern für die Vermarktung von Olivenfliegen, Taufliegen, Thripsen und Kohlmottenschildläusen – alles Insekten, die gentechnisch modifiziert wurden.
    Das Roslin Institute in Edinburgh hat in dieser Woche bekannt gegeben, Schweine in der Art gentechnisch verändert zu haben, dass sie angeblich krankheitsresistent seien. Das Roslin Institute arbeitet außerdem an genmodifiziertem Geflügel.

    Christian Berdot der französischen NGO Amis de la Terre meint dazu: "Die extensive Landwirtschaft befindet sich im Endstadium und die Biotech-Unternehmen versuchen schlicht, das Ende weiter aufzuschieben. Aber zu welchem Preis? Wie viele Tausende Insekten werden sich in der Natur wiederfinden und sich vermehren? Welche Konsequenzen wird das für die betroffenen Ökosysteme und die Gesundheit nach sich ziehen? Niemand hat eine Antwort auf diese Fragen. Aber die finanziellen und industriellen Einsätze sind enorm. Und anstatt im Sinne des Gemeinwohls zu handeln, unterstützt die Europäische Kommission die Kurzzeitinteressen einiger Firmen."
    Quelle

    LG Angeni
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    Das Todesinsekt aus dem Labor:
    Die Frankenstein-Fliege


    Ein Konzern will genmanipulierte Fliegen freilassen, um Schädlinge auf europäischen Plantagen in den Griff zu bekommen. Dr. Frankenstein lässt grüßen. Nach Auffassung von Kritikern wird das alles fatale Folgen haben.

    Es ist, als ob man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will. Massenweise werden giftige Schädlingsbekämpfungsmittel verkauft. Unsere Welt wird mit Herbiziden, Fungiziden und Pestiziden »beglückt«. Und das alles nur, um einen reichen Ernteertrag zu garantieren. Der Preis dafür sind gesundheitliche Gefahren. Nun will man in Europa diese toxische Flut eindämmen. Und zwar mithilfe genmanipulierter Fliegen. Erstaunlicherweise schweigen deutschsprachige Medien bislang dazu. Die Genehmigungsverfahren laufen schon - unbemerkt von der Öffentlichkeit.
    Den Volltext gibt es erst auf KOPP Exklusiv.
    Bald aber werde mehr Berichte darüber folgen.


    LG Angeni
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    Angeni



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    AW: Gentechnisch veränderte Insekten

    Drohnen statt Bienen oder vielleicht sogar Ameisen?

    Drohnen statt Bienen? Der US-Konzern Walmart machte jüngst mit mehreren Patentanmeldungen auf Drohnen für Anwendungen in der Landwirtschaft Schlagzeilen, darunter ein Patent für Drohnen, die Blüten bestäuben. Biologen sehen das skeptisch. Einige halten es sogar für denkbar, dass Ameisen einmal die neuen "fleißigen Bienen" werden.
    Wer bestäubt die Pflanzen, wenn die Bienen wegfallen? Nach den Schlagzeilen über das massive Insektensterben eine berechtigte Frage. Können Drohnen die Bienen als Bestäuber in der Natur ersetzen? Nein, sagt Biologin und Bienen-Spezialistin Alexandra Klein von der Universität Freiburg, und zwar aus vielen verschiedenen Gründen.

    Zum einen ist es die Menge der vielen verschiedenen Pflanzenarten, die zum anderen an die unglaublich vielen verschiedenen Bienenarten angepasst sind, erklärt Klein im Gespräch mit MDR Wissen und resümiert: "Da bräuchten wir hunderttausende verschiedene Roboterarten, damit alle Pflanzenarten auch vernünftig bestäubt werden können." Die bis heute entwickelten Minibestäuber haben vier Zentimeter Spannweite und wiegen 15 Gramm.

    Nun könnte man meinen, dass die viel gescholtenen Monokulturen perfekt für die Drohnentechnik wäre - bräuchte man für die Bestäubungsarbeit für eine Blütenart einer Plantage auch nur eine einzige auf die Nutzpflanze angepasste Art von Drohnen. Klein ist trotzdem skeptisch, was Kosten und Erträge angeht:

    Es sind ja in einer Mandel-, Apfel- oder Kirschplantage Millionen von Bienen, die da herumfliegen, dann bräuchte man Millionen Drohnen.
    Prof. Alexandra Klein

    Diese wiederum würden andere - Insekten und Vögel - stören, wie eben jeder Eingriff in die Natur Folgen hat, ob es nun der Mensch ist, der in China von Ast zu Ast klettert und mit Pinselchen Mandelblüten bestäubt, oder ob Millionen von Miniaturdrohnen einmal durch Plantagen schwirren.

    China: Bestäubung in Handarbeit Bildrechte: IMAGO

    Die Drohne als Biene - wie geht das?

    Beim Versuch mit den Drohnen, die Lilien bestäuben, imitierte Pferdehaar mit ionischem Haftgel die haarigen Beine der Biene.

    So haften die Pollen dank elektrostatischer Anziehung. Allerdings klappte das Bestäuben nicht im ersten Ritt: Erst nach drei Anflügen waren 43 Prozent der Pollen aufgenommen. Schon 2012 hatte es an der Harvard-Universität ähnliche Versuche gegeben - allerdings hing deren Roboterbiene "RoboBee" noch an einem Kabel zwecks Stromversorgung.

    Wie Drohnen bestäuben

    Blütenbestäubung - keine reine Bienenarbeit


    Bildrechte: IMAGO

    Bienen sind allerdings nicht die einzigen "Fleißbienen", wenn es um die Blütenbestäubung geht: Auch Fliegen, Ameisen, Käfer, Motten und Schmetterlinge erledigen das.

    Wobei Ameisen als Bestäuber in der Natur Ausnahmen sind, nämlich da, wo Bienen und andere geflügelte Bestäuber schlechte Karten haben: zum Beispiel in großen Höhenlagen mit viel Wind. Aber selbst dann sind Ameisen schlechte Pollenüberträger, erklärt Bernhard Seifert vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz im Gespräch mit MDR Wissen: Die Insekten krabbeln zwar gern in Blüten und schlürfen Nektar. Aber natürlich vorhandene Fungizide und Bakterizide auf dem Rücken der Ameisen töten die Pollen ab. Deshalb sind Ameisen als Bestäuber und Bienenersatz aus Sicht des Spezialisten aus Görlitz nicht denkbar.

    Ausblick: Ameisen mit Auftrag

    Biologin Klein hält Ameisen dagegen als Bestäuber nicht für ganz so abwegig: Bei Versuchen in Japan wurde Ameisen Gel auf den Rücken gestrichen, an dem Pollen kleben bleibt und weitergetragen werden kann. In weiteren Versuchen mit Fliegen zeigte sich, dass das Gel die Insekten farbig schillern lässt, was sie vor natürlichen Fressfeinden schützt, die sie nicht mehr als Futterobjekt erkennen. Forscherin Klein denkt angesichts der japanischen Versuche sogar noch weiter - an genetisch veränderte Ameisen mit klebrigem Rücken, die direkt auf die Bestäubearbeit spezialisiert sind.

    Eine Schuppenameise sitzt auf der Blüte eines Sumpf-Herzblatts. Bildrechte: IMAGO
    Quelle

    Umstrittene Wunderwaffe soll helfen, Malaria zu besiegen
    Mit einem neuen gentechnischen Verfahren wollen Forscher Krankheiten wie Malaria ausrotten. Doch der Einsatz ist umstritten.



    Bild: Wikimedia Commons Die Anopheles-Mücke kann Malaria-Erreger in sich tragen. Magst du higgs?Unterstützen
    Malaria zählt zu den grössten Killern der Welt. Jährlich erkranken daran 300 Millionen Menschen, eine halbe Million von ihnen sterben, vor allem Kinder und schwangere Frauen. Die Krankheit wird durch verschiedene Arten von Anophelesmücken übertragen. Um diese zu bekämpfen, setzt man heute vor allem auf Insektizide. Damit werden zum Beispiel Moskitonetze imprägniert, die vor den Stichen der Mücken schützen sollen. Doch auf diesem Weg lässt sich nur ein kleiner Teil der Infektionen verhindern. Zudem werden immer mehr Mücken gegen die eingesetzten Insektizide resistent, sodass diese nicht mehr wirken. Ein Mittel, um Malaria gänzlich zu besiegen, fehlt bis jetzt.

    Schnelle Ausbreitung von Genen

    Das könnte sich ändern. Mithilfe einer gentechnischen Methode wollen Forscher ganze Mückenpopulationen so verändern, dass diese die Krankheit nicht mehr übertragen können – oder die stechenden Plagegeister gleich gänzlich ausrotten. «Der Ansatz ist vielversprechend und könnte bisherige Bekämpfungsmethoden ergänzen», sagt Malariaforscher Pie Müller vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut. Ein erster Schritt zur Umsetzung der Idee ist bereits gemacht: Ende 2015 statteten US-Forscher Anophelesmücken im Labor mit einem Gen aus, welches die Übertragung des Malariaerregers verhindert. Mit demselben Verfahren haben britische Forscher Mücken erzeugt, deren weibliche Nachkommen unfruchtbar sind und sich daher nicht mehr fortpflanzen können.

    Die neue Art der Bekämpfung ist vielversprechend.Pie Müller, Malariaforscher Schweizerisches Tropen- und Public-Health-Institut
    Derart veränderte Mücken zu erzeugen, war zwar auch schon mit herkömmlicher Gentechnik möglich. Neu ist jedoch, dass die Forscher dazu das sogenannte Crispr-Cas-System verwendet haben. Dessen Einsatz gilt als revolutionäre Neuerung. Denn mit dem System lässt sich ein sogenannter Gene Drive erzeugen, der die normalen Gesetze der Vererbung aushebelt. Denen zufolge hat ein Gen eine Chance von 50 Prozent, von den Eltern an die Nachkommen weitergegeben zu werden. Beim Gene Drive hingegen wird das eingeschleuste Gen so gut wie immer an die nachfolgende Generation vererbt (siehe Grafik). Die Konsequenz: Paaren sich mittels Crispr-Cas veränderte Mücken mit wilden Artgenossen, breitet sich die neue Erbinformation innerhalb weniger Generationen in der ganzen Population aus.

    Effiziente Bekämpfung der Mücken


    Dissoid.com

    So funktioniert «Gene Drive».
    Das gilt auch für die Mücken, welche der britische Molekularbiologe Tony Nolan und sein Team erzeugt haben. Bei einer Freisetzung würden sie sich mit frei lebenden Individuen derselben Art paaren und ihren Nachkommen Gene für weibliche Unfruchtbarkeit vererben. Das würde die Population schliesslich stark dezimieren oder gar ganz zum Aussterben bringen. «Die Idee ist eigentlich nicht neu», sagt Nolan. Bereits seit den 1950er-Jahren werden Landwirtschaftsschädlinge und Krankheitsüberträger mithilfe der sogenannten Sterile-Insekten-Technik bekämpft, unter anderem in den USA und Mexiko. Bei dem Verfahren werden männliche Insekten mit radioaktiver Strahlung oder mit Gentechnik unfruchtbar gemacht und dann zu Millionen in die Umwelt entlassen. Paaren sie sich mit wilden Weibchen, gibt es keine Nachkommen. Doch die Methode hat Nachteile. Weil die sterilen Männchen nach einer Generation tot sind, müssen ständig neue ausgesetzt werden. Der logistische und finanzielle Aufwand ist enorm. Anders beim neuen Verfahren: Um mit den gentechnisch veränderten Anophelesmücken eine ganze Population zum Verschwinden zu bringen, würde nach Einschätzung von Molekularbiologe Nolan eine einzige Freisetzung genügen: «Den Rest erledigen die Mücken selbst.»

    Ein möglicher Einsatz ist heftig umstritten

    Nicht nur Malaria, sondern auch andere von Insekten übertragene Krankheiten wie Dengue oder Gelbfieber liessen sich mit dem neuen Verfahren effizienter denn je bekämpfen. Und sogar gegen Landwirtschaftsschädlinge oder invasive Spezies wäre die Methode wirksam. Allerdings ist ihr Einsatz heftig umstritten. Internationale Forscher warnen davor, dass ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht geraten könnten, wenn man eine Insektenart auslöschen würde.
    Wissenschaftler Tony Nolan hält dem entgegen, dass es in Afrika 800 verschiedene Mückenarten gibt, von denen man lediglich eine ins Visier nehmen würde. Auch die Gefahr einer Ausbreitung auf andere Arten sei extrem gering, da sich die Insekten dafür miteinander paaren müssten. Malariaforscher Pie Müller findet es zwar wichtig, dass die Methode vor einem allfälligen Einsatz sorgfältig geprüft wird. «Im Falle von Malaria überwiegt für mich aber klar das Wohl des Menschen.»
    Quelle
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    Angeni



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    AW: Gentechnisch veränderte Insekten

    "Insect Allies": Pentagon will Insekten zur Bio-Waffe machen



    Forschungen des Pentagons beschäftigen sich damit, Insekten mittels Gentechnik zu Überträgern von Viren zu machen. Vorgeblich soll das Programm im Dienste der Landwirtschaft stehen und Ernten schützen. Ein Einsatz als Biowaffe drängt sich gedanklich jedoch zwangsläufig auf. Die Insekten werden zu Testzwecken bereits in Gewächshäusern freigesetzt. Laut Forschern ein unkalkulierbares Risiko. Sollte es zu einem Ausbruch kommen, so kann niemand vorhersagen, wie sich die Insekten fortpflanzen, welche Mutationen es gibt und ob das Ökosystem womöglich tiefgreifend verändert wird.
    Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

    LG

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