Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 11 bis 16 von 16

Thema: Erdbeben und Vulkan-Aktivitäten in Deutschland

  1. #11
    Moderator Avatar von Aaljager
    Registriert seit
    21.04.2012
    Beiträge
    1.266
    Mentioned
    128 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 99534
    Tja sieht so aus als wäre der Rheingraben durch andere Zonen so instabil geworden, daß diese vielen kleinen Beben stattfinden. Bleibt nur zu hoffen das es dabei bleibt, denn was die wenigsten Wissen ist in der Region sind immerwieder deutlich stärkere Beben vorgekommen. Zumindest geht dies aus neueren Untersuchungen und dem Abgleich alter Aufzeichnungen sehr deutlich hervor, eines der ältesten dort erwähnten war auch eines der übelsten. Nicht so sehr seine Stärke war überraschend auch seine Schäden. man stelle sich ein 5er Beben mit Epizentrum unterhalb von Köln oder wie es damals noch hies Cologna Germanica () und finde heraus das damals der Palast des Prokonsuls mal eben bis zur Hälfte im Rhein abtauchte. Dumm daran ist nur der heutige Dom wurde quasi auf den Fundamenten eben jenes Palastes gebaut und Schuld war die geflogenheit der Römer alle Gebäude möglichst auf geradem Untergrund zu erbauen. So wurde eine ehemalige Rheinbucht mal kurzerhand vollständig verfüllt mit Schutt, Sand und Co, leider sind solche Verfüllungen tektonisch instabil und neigen zur Verflüssigung wenn genug Wasser im Untergrund vorhanden ist (was bei einer ehemaligen Bucht wohl normal sein dürfte). Nun besteht heute die Gefahr bei einen Beben Mag 5 aufwärts, daß mal eben die gesammt Innenstadt von Köln schwimmen geht, denn diese wurde exakt auf dem verfülltem Gebiet erbaut.
    PS: Erinnert Ihr Euch noch an die Bilder der alten Bibliothek von Köln, welche durch die Arbeiten an der U-Bahntrasse instabil wurde? Tja genau dies wäre der Effekt bei einem Beben der Mag 5 aufwärts Klasse unterhalb von Köln.

  2. #12
    Erfahrener Benutzer Avatar von zottel
    Registriert seit
    26.06.2012
    Ort
    Nähe Eden
    Beiträge
    1.126
    Blog-Einträge
    9
    Mentioned
    69 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 105648
    Das ungewöhnliche Erdbeben von Düsseldorf

    Die Erde wackelte, Fensterscheiben klirrten, und es gab einen lauten Knall. In der Nacht hat es in Düsseldorf ein Erdbeben gegeben. Viele Einwohner befürchteten das Schlimmste und wählten den Notruf.


    Es war um exakt 5:53 Uhr, als am frühen Mittwochmorgen die Erde in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt wackelte. Nach nur wenigen Sekunden war der Spuk schon wieder vorbei. Doch nur 20 Minuten später kam es erneut zu Erschütterungen. Die Unsicherheit war zunächst groß – schließlich gilt Düsseldorf nicht als typisches Erdbebengebiet. Via Twitter erkundigten sich verunsicherte Nutzer, was da in den frühen Morgenstunden passiert sei.


    Und tatsächlich: Gleich zwei Erdbeben waren für die Erschütterungen verantwortlich. Auch einen lauten Knall hörten viele Menschen.
    In der Erdbebenstation Bensberg der Universität Köln schlugen an den Messgeräten sofort die Zeiger aus. Für das erste Beben wurde eine Stärke von 1,9 auf der Richterskala ermittelt, beim zweiten Mal waren es 1,6. Das Epizentrum lag im Osten der Stadt, nordöstlich von Erkrath. Bei den Experten war die Überraschung groß. “Diese Stelle ist für ein Erdbeben sehr ungewöhnlich”, sagte der Leiter der Erdbebenstation, Klaus-Günter Hinzen, der Welt. Ein Blick in die Statistik zeige, dass dort bislang noch nie ein Erdbeben dieser Stärke gemessen worden sei. Stattdessen würden Erdstöße eher im westlichen Teil der Niederrheinischen Bucht in Richtung niederländische Grenze auftreten.


    Und noch ein weiteres Detail sorgte bei den Experten für Staunen. Nach Angaben von Hinzen lag der Herd nur zwei bis drei Kilometer unter der Erde. Üblich seien Tiefen von 10 bis 20 Kilometer. Aus diesem Grund sei das Erdbeben trotz der noch relativ geringen Stärke auch so sehr zu spüren gewesen. Im Normalfall hätten die Düsseldorfer gar nicht viel mitbekommen. Auch für das Knallgeräusch, das viele Düsseldorfer erschreckte, hat Hinzen eine Erklärung. Es könne entstehen, wenn Erdschichten brechen. Die Ursache in der vergangenen Nacht könne jedoch auch ganz woanders liegen – es soll ein Gewitter über Düsseldorf gezogen sein.



    Fenster klirrten, Töpfe wackelten
    Die Auswirkungen des doppelten Erdbebens waren an vielen Stellen der Stadt zu erleben. “Das komplette Gebäude hat vibriert, und die (recht modernen) Fenster haben leicht geklappert”, berichtete ein Mann der Feuerwehr. Und ein anderer sagte: “Hier haben die Töpfe im Schrank ordentlich gewackelt.”


    In der Leitstelle der Feuerwehr gingen nach Angaben von Sprecher Heinz Engels rund 120 Anrufe ein. Die meisten wollten sich erkundigen, was passiert sei. “Manche Anrufer waren total verängstigt und glaubten an eine Explosion oder Verpuffung”, sagte Engels. Schäden seien aber nicht gemeldet worden.


    Um die Leitungen für wirkliche Notfälle freizuhalten, rief die Feuerwehr im Laufe des Morgens die Düsseldorfer auf, sich nicht mehr über 112 zu melden. Auch bei der Polizei erkundigten sich besorgte Bürger, insgesamt 40 Anrufe habe es gegeben, sagte ein Sprecher.




    Erdbeben in diesem Teil von Düsseldorf sind sehr selten, aber nicht unmöglich. Dort befinden sich die östlichsten Ausläufer des Niederrheingraben. An mehreren parallelen Abschiebungen, die von Bonn rechtsrheinisch bis nach Duisburg verlaufen, senkt sich der Niederrhein gegenüber dem östlich gelegenen Bergischen Land / Ruhrgebiet minimal ab. Im Laufe der Jahrzehnte aufgebaute Spannungen können sich dabei als Erdbeben entladen.


    Deutlich bekannter sind die Störungen innerhalb des Grabens, welche die bekannten schweren Erdbeben von Düren und Roermond verursacht haben. Mit solchen muss auf dem Stadtgebiet von Düsseldorf nicht gerechnet werden.
    Auch Bergbauinduzierte Ereignisse führten bereits zu spürbaren Erdbeben auf dem Düsseldorfer Stadtgebiet, so etwa im Jahr 1985.
    Quellen: WeltOnline/dpa/Google/juskis-erdbebennews.de vom 15.01.2015

    weiterer Artikel: http://juskis-erdbebennews.de/2015/0...n-duesseldorf/

    LG
    zottel
    "Immer weigere ich mich, irgendetwas deswegen
    für wahr zu halten,
    weil Sachverständige es lehren, oder auch,
    weil alle es annehmen.

    Jede Erkenntnis muss ich mir selbst erarbeiten.
    Alles muß ich neu durchdenken, von Grund auf,
    ohne Vorurteile."


    Albert Einstein (1879-1955)

  3. #13
    Erfahrener Benutzer Avatar von michaelbeeck
    Registriert seit
    07.08.2012
    Ort
    Trier
    Beiträge
    293
    Blog-Einträge
    29
    Mentioned
    6 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 12906

    Erdbeben Dusseldorf

    Zitat Zitat von zottel Beitrag anzeigen
    Das ungewöhnliche Erdbeben von Düsseldorf

    Die Erde wackelte, Fensterscheiben klirrten, und es gab einen lauten Knall. In der Nacht hat es in Düsseldorf ein Erdbeben gegeben. Viele Einwohner befürchteten das Schlimmste und wählten den Notruf.


    Es war um exakt 5:53 Uhr, als am frühen Mittwochmorgen die Erde in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt wackelte. Nach nur wenigen Sekunden war der Spuk schon wieder vorbei. Doch nur 20 Minuten später kam es erneut zu Erschütterungen. Die Unsicherheit war zunächst groß – schließlich gilt Düsseldorf nicht als typisches Erdbebengebiet. Via Twitter erkundigten sich verunsicherte Nutzer, was da in den frühen Morgenstunden passiert sei.


    Und tatsächlich: Gleich zwei Erdbeben waren für die Erschütterungen verantwortlich. Auch einen lauten Knall hörten viele Menschen.
    In der Erdbebenstation Bensberg der Universität Köln schlugen an den Messgeräten sofort die Zeiger aus. Für das erste Beben wurde eine Stärke von 1,9 auf der Richterskala ermittelt, beim zweiten Mal waren es 1,6. Das Epizentrum lag im Osten der Stadt, nordöstlich von Erkrath. Bei den Experten war die Überraschung groß. “Diese Stelle ist für ein Erdbeben sehr ungewöhnlich”, sagte der Leiter der Erdbebenstation, Klaus-Günter Hinzen, der Welt. Ein Blick in die Statistik zeige, dass dort bislang noch nie ein Erdbeben dieser Stärke gemessen worden sei. Stattdessen würden Erdstöße eher im westlichen Teil der Niederrheinischen Bucht in Richtung niederländische Grenze auftreten.


    Und noch ein weiteres Detail sorgte bei den Experten für Staunen. Nach Angaben von Hinzen lag der Herd nur zwei bis drei Kilometer unter der Erde. Üblich seien Tiefen von 10 bis 20 Kilometer. Aus diesem Grund sei das Erdbeben trotz der noch relativ geringen Stärke auch so sehr zu spüren gewesen. Im Normalfall hätten die Düsseldorfer gar nicht viel mitbekommen. Auch für das Knallgeräusch, das viele Düsseldorfer erschreckte, hat Hinzen eine Erklärung. Es könne entstehen, wenn Erdschichten brechen. Die Ursache in der vergangenen Nacht könne jedoch auch ganz woanders liegen – es soll ein Gewitter über Düsseldorf gezogen sein.



    Fenster klirrten, Töpfe wackelten
    Die Auswirkungen des doppelten Erdbebens waren an vielen Stellen der Stadt zu erleben. “Das komplette Gebäude hat vibriert, und die (recht modernen) Fenster haben leicht geklappert”, berichtete ein Mann der Feuerwehr. Und ein anderer sagte: “Hier haben die Töpfe im Schrank ordentlich gewackelt.”


    In der Leitstelle der Feuerwehr gingen nach Angaben von Sprecher Heinz Engels rund 120 Anrufe ein. Die meisten wollten sich erkundigen, was passiert sei. “Manche Anrufer waren total verängstigt und glaubten an eine Explosion oder Verpuffung”, sagte Engels. Schäden seien aber nicht gemeldet worden.


    Um die Leitungen für wirkliche Notfälle freizuhalten, rief die Feuerwehr im Laufe des Morgens die Düsseldorfer auf, sich nicht mehr über 112 zu melden. Auch bei der Polizei erkundigten sich besorgte Bürger, insgesamt 40 Anrufe habe es gegeben, sagte ein Sprecher.




    Erdbeben in diesem Teil von Düsseldorf sind sehr selten, aber nicht unmöglich. Dort befinden sich die östlichsten Ausläufer des Niederrheingraben. An mehreren parallelen Abschiebungen, die von Bonn rechtsrheinisch bis nach Duisburg verlaufen, senkt sich der Niederrhein gegenüber dem östlich gelegenen Bergischen Land / Ruhrgebiet minimal ab. Im Laufe der Jahrzehnte aufgebaute Spannungen können sich dabei als Erdbeben entladen.


    Deutlich bekannter sind die Störungen innerhalb des Grabens, welche die bekannten schweren Erdbeben von Düren und Roermond verursacht haben. Mit solchen muss auf dem Stadtgebiet von Düsseldorf nicht gerechnet werden.
    Auch Bergbauinduzierte Ereignisse führten bereits zu spürbaren Erdbeben auf dem Düsseldorfer Stadtgebiet, so etwa im Jahr 1985.
    Quellen: WeltOnline/dpa/Google/juskis-erdbebennews.de vom 15.01.2015

    weiterer Artikel: http://juskis-erdbebennews.de/2015/0...n-duesseldorf/

    LG
    zottel
    Hoffen wir, dass dort nicht Magma aufsteigt.

    Aber keine Panik, ist nur eine Vermutung.

    Gruss

    Michael

  4. #14
    Redakteur Avatar von Angeni
    Registriert seit
    31.12.2010
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    10.659
    Mentioned
    249 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 366008

    AW: Erdbeben und Vulkan-Aktivitäten in Deutschland

    Erdbeben erschüttert Leipzig – Vulkan im Vogtland zeigt Aktivität

    Ein Erdbeben hat am Morgen Leipzig erschüttert. Es war eines der stärksten Beben der vergangenen Jahrzehnte in Ostdeutschland. Gläser im Schrank vibrierten genauso wie die Computer in den Büros / Forscher beobachten verstärkte vulkanische Aktivität in Mitteldeutschland: Unerwartete Erdbeben schütteln die Region, Gase lassen Tümpel brodeln. Was geht da vor?

    In der Region Halle-Leipzig bebte am frühen Morgen die Erde. Das Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt registrierte am Donnerstag gegen 8.38 Uhr eine Erschütterung der Stärke 3,6. Dies gilt zwar als sehr leichtes Beben. Es sei aber eines der stärksten der vergangenen Jahrzehnte im Osten Deutschlands gewesen, erklärte das Amt.
    (Bild: Geschätztes Schüttergebiet (rot) des Erdbebens, basierend auf Orten, von wo sich Zeugen gemeldet haben (rote “A” – Markierungen))
    Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover sprach von einer Stärke 3,3. Nach ersten Erkenntnissen des Landesamtes lag das Epizentrum 15 Kilometer südöstlich von Halle in einer Tiefe von etwa 22 Kilometern. Der Polizei lagen zunächst keine Angaben über Schäden vor.
    Wie die “Leipziger Volkszeitung” berichtet, war der Erdstoß im gesamten Leipziger Stadtgebiet bemerkbar. Die Menschen berichteten, dass in den Büros die Computer und die Gläser im Schrank vibrierten. Das Beben dauerte nur wenige Sekunden. Menschen in einem Umkreis von rund 50 Kilometern hätten die Vibration bemerkt.

    Stärkstes Beben im Raum Halle-Leipzig
    Seismologe Klaus Stammler sagte der Zeitung, die Erschütterung habe eine natürliche Ursache und hänge mit der geologischen Störungszone zwischen Leipzig und Regensburg zusammen.
    Während im Vogtland Erschütterungen dieser Stärke nicht unüblichen seien, habe im Raum Leipzig-Halle die Erde noch nie so stark gebebt. Besorgte Bürger hätten den ganzen Morgen bei ihm angerufen, sagte Stammler.
    In Sachsen meldeten sich mehrere Bürger beim Geophysikalischen Observatorium Collm, wie das dortige Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mitteilte. “Die Experten sind noch dabei, alle Daten auszuwerten”, sagte der Geologe Ottomar Krentz.
    Auf Twitter schreiben einige Leipziger, wie sich das Beben anfühlte, zum Beispiel, als ob “T-Rex durch die Straßen läuft”.

    Viele Erdbeben nicht zu spüren
    Laut Petra Buchholz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Geophysikalischen Observatorium am Collm, sind leichtere Erdbeben in Leipzig nicht selten. Menschen bemerkten sie oft aber gar nicht. Buchholz erinnert sich noch an einen Vorfall aus dem Jahr 1982. Damals notierten die Physiker eine Erschütterung, die vor allem im Stadtteil Stötteritz zu fühlen war. Auf der Richterskala erschien damals ein Wert von 2,4. Zuletzt kam es Mitte 2014 bei Pegau zu einem Erdbeben der gleichen Stärke.
    Nach Angaben von Ottomar Krentz vom Landesamt für Geologie gilt ein Erdbeben mit der Intensität 7 bei Gera im Jahr 1872 als das stärkste in Mitteldeutschland. Dieser Wert beschreibe, wie die Menschen das Naturschauspiel an der Erdoberfläche gespürt hätten. Genaue Messungen seien erst seit 1901 möglich, die heute gültige Richterskala wurde 1927 eingeführt. Quellen wie Kirchenbücher berichten auch aus den Jahrhunderten zuvor von teils noch heftigeren Erdbeben in Mitteldeutschland. Die Aufzeichnungen gelten aber als ungenau, weil die Werte für die Erschütterungen später aus den beschriebenen Schäden abgeleitet wurden.
    Das Erdbeben vom Donnerstag ist laut Stammler in einer Tiefe von rund 22 Kilometern registriert worden. Genaue Daten lägen noch nicht vor. Tiefe Erdbeben sind meist weniger intensiv als oberflächennahe, dafür aber in einem größeren Umkreis zu spüren. Am Donnerstag haben Menschen in einem Radius von rund 60 Kilometern die Vibration bemerkt. Ein kleineres Nachbeben registrierten die Seismologen gegen 9.35 Uhr.

    Erschütterung im Waldstraßenviertel
    Anfang März spürten die Bewohner des Waldstraßenviertels ein angebliches Erdbeben und riefen aus Angst die Feuerwehr. Die Ursache war schnell gefunden. In der benachbarten Arena spielte die Band Kraftklub ein Konzert. Dort sprangen 8000 Fans gleichzeitig im Takt. Schuld an dem kuriosen Phänomen war offenbar der hohe Grundwasserspiegel. „Die Fans haben die Bodenplatte der Arena zum Schwingen gebracht. Über das Grundwasser haben sich die Druckwellen ausgebreitet“ erklärte Feuerwehrsprecher Joachim Petrasch. Fachleute sprechen von einem hydromechanischen Ereignis.
    Ungefähr zur selben Zeit gab es im Leipziger Zentrum-Nordwest einen Stromausfall, dessen Ursache aber wohl eine andere war, wie der MDR berichtet.


    (Erdbeben im Dreiländereck 2014: “Überraschend starke Schläge”)

    Aufsteigende Gase: Der unheimliche Atem des Vogtland-Vulkans
    Es ließ sich gut leben mit dem Vulkan unter den Füßen im Dreiländereck von Bayern, Sachsen und Böhmen. Schon Goethe badete in den Thermalquellen von Karlsbad – das blubbernde Wasser verdankt die Gegend einer monströsen Magmablase in großer Tiefe.
    Nun berichten Wissenschaftler auf der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union (EGU) in Wien über rätselhafte Veränderungen im Untergrund. Fast scheint es, der Vulkan würde bockig. Deutlicher denn je macht er auf sich aufmerksam.
    Ans leichte Zittern des Bodens hatten sich die Anwohner gewöhnt. Alle paar Jahre ließen Erdbeben-Schwärme das Dreiländereck wochenlang vibrieren. Zuletzt im Herbst 2011, davor im Herbst 2008, im Herbst 2000 und im Winter 1985. Es sind Lebenszeichen des Vulkans: Vom Magma erhitztes Grundwasser steigt auf, zwängt sich durch Gesteinsritzen, bis der Fels ruckelt.


    (Mofette im Dreiländereck: Vulkangase lassen Tümpel brodeln)

    Die Beben haben sich verändert
    Das stärkste gemessene Beben hatte die Stärke 4,6 auf der Richterskala – ab einem Wert von 5 würde es gefährlich: Schornsteine und einfache Mauern können zusammenbrechen. Doch die Erdbeben-Historie der Region zeige, dass die Stärke 5 nicht übertroffen werde, glaubten Geoforscher.
    Das Vogtland schien über eine eingebaute Starkbeben-Sicherung zu verfügen. Die Schwarmbeben wirkten als Gefahrensenker für die Region, hofften Experten: Sie entschärften die Spannung im Gestein und somit auch die Bedrohung durch starke Stöße. Doch die Beben haben sich verändert.
    Früher kamen sie als leichtes Grollen Tausender schwacher Stöße, die nach Tagen ihren Höhepunkt fanden in einem dumpfen Schlag, der zuweilen Putz von den Wänden bröckeln ließ. Im Laufe weiterer Tage oder Wochen erstarb das Zittern. Im vergangenen Jahr jedoch passierte Erstaunliches: Ohne vorherigen Trommelwirbel machte die Erde einen Ruck.

    Verstärkter Vulkan-Atem
    “Während in den letzten Jahrzehnten stets nur typische Schwarmbeben auftraten, gab es am 24. Mai 2014 ein relativ starkes Beben der Magnitude 3,5 als erstes Ereignis”, berichtet Jens Heinicke von der Karls-Universität Prag auf der EGU-Tagung. “Am 31. Mai folgten außergewöhnlich starke Beben mit Magnituden bis 4,5″, wundert sich der Seismologe. Die Beben waren bis nach Leipzig und weit hinein nach Bayern spürbar.
    Am Donnerstagvormittag nun haben Sensoren das stärkste jemals registrierte Beben direkt in der Region Halle/Leipzig aufgezeichnet. Das Ruckeln der Stärke 3,3 ereignete sich an einer Spalte im Untergrund, die bis ins Dreiländereck reicht – ein Zusammenhang mit dem Vulkan scheine möglich, erklären Experten auf der EGU-Tagung.
    “Der Wandel der Beben hat uns überrascht”, ergänzt Tomas Fischer, ebenfalls Erdbebenforscher an der Karls-Universität. Veränderungen hatten sich zwar angedeutet; die Schwärme waren mit jedem Mal kürzer geworden. Aber 2014 ereignete sich der Hauptschlag erstmals ganz am Anfang. Kann es vielleicht doch heftiger beben als angenommen, fragen sich die Gelehrten. “Die Ursache des Wandels kennen wir nicht”, sagt Fischer.
    Zugleich registrierten Forscher ein verstärktes Atmen des Vulkans: Nach den Beben im Mai 2014 strömte fünfmal mehr Vulkangas aus dem Boden, berichten Heinicke und Fischer. Vor allem Kohlendioxid ließ wochenlang Tümpel, sogenannte Mofetten, in Westböhmen regelrecht brodeln. Vermutlich hätten die Beben den Boden aufgerissen und damit den Weg für Gase freigemacht, meint Fischer.

    (Gemessener Kohlendioxidstrom aus dem Boden: Nach den wuchtigen Erdbeben im Mai 2014 quoll fast fünfmal mehr Gas aus der Erde. Forscher diagnostizieren eine “Zunahme magmatischer Aktivität”)

    Magma in Wallung
    Dass es bebt, liegt wohl vor allem am unentwegten Gasstrom aus der Tiefe, der die Erde unter Spannung setzt. Es quillt gar so viel Helium-3-Gas aus dem Boden wie am Ätna, einem der aktivsten Vulkane der Welt. Das Isotop Helium-3 stammt aus großer Tiefe – im Gegensatz zu Helium-4, der gängigen Variante des Edelgases.
    In den vergangenen Jahren hat sich der Anteil von Helium-3 gegenüber Helium-4 deutlich erhöht. Nirgends sonst in Mitteleuropa wurden so große Mengen vulkanischen Heliums gemessen wie im Dreiländereck. Steigt also Magma auf?
    “Anzeichen, der Vulkan würde erwachen, haben wir nicht”, betont Fischer. Gleichwohl scheine das Magma in Wallung geraten zu sein: Der verstärkte Aufstieg von Kohlendioxid und Helium-3 weise auf “eine langsame Zunahme magmatischer Aktivität”, meint der Seismologe.
    Heißer Gesteinsbrei
    Der heiße Gesteinsbrei drängt hinauf bis 30 Kilometer unter den Boden des Dreiländerecks. Darauf deuten Bilder des Untergrunds, die mithilfe von Druckwellen erzeugt werden: Wie Lichtstrahlen werden die Wellen an der Grenze verschiedener Gesteinsschichten gebrochen – ihre Reflexionsmuster bilden die Eingeweide des Planeten ab.
    Die Messungen zeigen, dass sich in 30 bis 60 Kilometer Tiefe heißes Gestein mit der Konsistenz von Glas staut. Es sind offenbar die Relikte eines Vulkans, der vor rund 300.000 Jahren erloschen ist. Würde der Weg nach oben frei, ergösse sich erneut Lava übers Land.
    Die Strecke zur Oberfläche ist lang. Doch in Jahrtausenden, mit steigendem Druck aus der Tiefe, könnte der Vogtland-Vulkan erneut explodieren.
    Quelle


    LG Angeni

    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  5. #15
    Moderator Avatar von Aaljager
    Registriert seit
    21.04.2012
    Beiträge
    1.266
    Mentioned
    128 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 99534

    AW: Erdbeben und Vulkan-Aktivitäten in Deutschland

    Super Artikel Angeni und vorallem sehr aktuell was leider für viele Berichte zum Vogtland eher weniger zu trifft. Leider ist die Gefahr dort besonders zum Schluss hin ein wenig runter gespielt worden, 30km sind für einen Magmastrom bei genug Energie innerhalb von Monaten zu schaffen. Aber ansonsten sind die Daten korrekt wenn auch generell eher ein wenig klein gehalten, zwar stimmt der Vergleich zum Ätna bez. He³ aber dies ist ein aktives System, nicht so das Vogtland und von daher sind solche Werte als sehr bedenklich einzustufen (ich kenne nur ein System mit ähnlichen Werten welches inaktiv ist und dies sind die Phlegräischen Felder bei Neapel und diese zählen zur sog- Supervulkan klasse!).

  6. #16
    Erfahrener Benutzer Avatar von michaelbeeck
    Registriert seit
    07.08.2012
    Ort
    Trier
    Beiträge
    293
    Blog-Einträge
    29
    Mentioned
    6 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 12906

    AW: Erdbeben und Vulkan-Aktivitäten in Deutschland

    Zitat Zitat von Aaljager Beitrag anzeigen
    Super Artikel Angeni und vorallem sehr aktuell was leider für viele Berichte zum Vogtland eher weniger zu trifft. Leider ist die Gefahr dort besonders zum Schluss hin ein wenig runter gespielt worden, 30km sind für einen Magmastrom bei genug Energie innerhalb von Monaten zu schaffen. Aber ansonsten sind die Daten korrekt wenn auch generell eher ein wenig klein gehalten, zwar stimmt der Vergleich zum Ätna bez. He³ aber dies ist ein aktives System, nicht so das Vogtland und von daher sind solche Werte als sehr bedenklich einzustufen (ich kenne nur ein System mit ähnlichen Werten welches inaktiv ist und dies sind die Phlegräischen Felder bei Neapel und diese zählen zur sog- Supervulkan klasse!).
    Das bedeutet doch, dass hier auch Bodentemperatur ansteigen können. Wenn auch sehr langsam.

    In der Freien Presse ist folgender Bericht erschienen:


    Beben in der Region - Forscher sind den Ursachen auf der SpurAm Donnerstag bebte die Erde in der Region um Halle-Leipzig. Erschütterungen waren im Umkreis von 60 Kilometern zu spüren.

    Halle/Leipzig/Wien. Eines der stärksten Erdbeben in Nordwestsachsen seit mehreren Jahrzehnten hat am Donnerstag die Region Halle-Leipzig getroffen. Im internationalen Vergleich war das Beben mit einer Stärke von 3,3 bis 3,6 eher leicht. Das Epizentrum lag rund 15 Kilometer südöstlich von Halle, das Bebenzentrum in etwa 22 Kilometer Tiefe. Die Erschütterungen um 8.38 Uhr wurden nach Informationen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) von Bewohnern der Region in einem Umkreis von ca. 60 Kilometern gespürt worden.

    Die letzten stärkeren Beben in der Region wurden am 26. Juli 2003 in Regis-Breitingen mit einer Magnitude von 2,3 und am 6. Oktober 2010 bei Pegau mit einer Magnitude von 2,9 registriert. Das Gebiet um Leipzig liegt ebenso wie das Vogtland auf der sogenannten Störungszone von Leipzig-Regensburg. Im Gegensatz zu den bekannten Schwarmbeben im Vogtland, bei denen innerhalb weniger Wochen bis zu zehntausend Einzelereignisse registriert würden, handelte es sich beim Beben am Donnerstag um ein Einzelereignis, so die Geologen des LfULG.

    Die für das böhmisch-vogtländische Grenzgebiet typischen Schwarmbeben sind Lebenszeichen eines Urzeit-Vulkans im tiefen Untergrund, der vor rund 300.000 Jahren erloschen ist. Der Aufstieg von Magma aus dem Erdmantel in die Erdkruste gilt als Ursache für die Beben. Das Phänomen der Schwarmbeben in der Vogtlandregion ist derzeit auch Thema auf Europas größtem Geokongress in Wien. Nach Informationen von Spiegel-Online berichteten Wissenschaftler der Karls-Universität Prag dort von Veränderungen im Bebenablauf, für die sie derzeit noch keine Erklärung hätten. Vor allem das mit Magnituden von 4,5 vergleichsweise starke Beben vom 31. Mai 2014 hatte die Seismologen überrascht, weil die Schwärme deutlich kürzer und heftiger abliefen. Messungen zufolge hat sich der permanente Gasstrom aus dem Erdinneren in seiner Zusammensetzung in den letzten Jahren geändert.

    Nirgends sonst in Mitteleuropa wurde eine so große Menge vulkanischen Heliums gemessen, wie im Dreiländereck. Dies weise auf eine Zunahme magmatischer Aktivitäten hin. (uli/dpa)

    erschienen am 16.04.2015

    Gruss

    Michael

Seite 2 von 2 ErsteErste 12

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •