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Thema: Journalisten wacht auf!

  1. #11
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    Ein Journalist schämt sich

    Der Journalist Harald Wiesendanger schämt sich seines Berufsstandes.

    Seit über 35 Jahren arbeite ich als Wissenschaftsjournalist, mit Schwerpunkt Medizin. Jederzeit konnte ich dazu stehen, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Falls jedoch das, was Massenmedien in der Corona-Krise nahezu geschlossen abliefern, noch als „Journalismus“ durchgeht, so will ich damit nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben. Falls das, was sie sich als „Wissenschaft“ verkaufen lassen und unverdaut an ihre Zielgruppen weiterreichen, durchweg Wissenschaft ist, so räume ich schleunigst mein Arbeitsgebiet.
    Vorabhinweis: Dieser Artikel wurde von der Online-Plattform Rubikon übernommen (1).
    Mit blankem Entsetzen und ohnmächtiger Wut verfolge ich das unwürdige Treiben gestandener Berufskollegen: vom Redakteur beim Nachrichtenmagazin über den „Tagesthemen“- und „Heute“-Moderator bis hin zum Mitarbeiter der Presseagentur, zum Rundfunkplauderer, zum Social-Media-Texter, zum Talkshow-Gastgeber.
    Ungefiltert bringen sie offizielle Horrorzahlen unters Volk, ohne zu hinterfragen, wie diese überhaupt zustande kommen; wie sie ausgewertet werden; was sie eigentlich besagen; wie es um andere Zahlen steht. Sie machen im Eilverfahren zugelassene, mangelhaft überprüfte Tests wichtig und notwendig, ohne zu beleuchten, was diese überhaupt messen; was aus ihnen folgt und was nicht; wie hoch die Fehlerquote ist; wer von ihrem Masseneinsatz profitiert. Sie schocken mit dem jüngsten Corona-Exitus, der allerneuesten, noch haarsträubenderen Todesstatistik, ohne auch nur in einem einzigen Fall nachzuforschen, woran die Betroffenen denn eigentlich gestorben sind. Wer mit dem Virus stirbt, tut es stets DESWEGEN? Wer seine Leser/Zuschauer derart kurzschließen lässt, könnte ihnen ebensogut weismachen, Wasser sei ein Superkiller, weil ein H2O-Test garantiert bei jeder Leiche positiv ausschlagen würde.
    Diese „Jahrhundert-Pandemie“ an früheren Grippewellen und WHO-Fehlalarmen zu messen, kommt so einer Journaille nicht in den Sinn. Wild spekuliert sie über Corona-Befall von Promis wie Merkel und Johnson, sobald diese ein wenig niesen, hüsteln und fiebern — jede banale Erkältung darf neuerdings „Breaking News“ produzieren, so weit sind wir schon. Jeder Tote starb am Killerkeim, solange sein Ableben noch Fragen aufwirft (2). Untereinander wetteifern Journalisten wie von Sinnen um den gruseligsten Schnappschuss, die herzzerreißendste Corona-Tragödie, das alarmierendste Experten-Statement. Wie selbstverständlich leisten sie Beihilfe zur Unterdrückung von abweichenden Meinungen.
    Liebe Kolleginnen und Kollegen, seid ihr noch ganz bei Trost? Kaum einer von euch wagt es, an den Säulenheiligen vom Robert-Koch-Institut und der Charité zu kratzen. Kaum einer hört sich die wohlbegründeten, sachlichen Bedenken vieler Ärzte und Wissenschaftler an, die der Corona-Hype befremdet, ja entsetzt — und wenn doch, mangelt es euch anscheinend an der Courage, das Gehörte an die große Glocke zu hängen. Keiner wundert sich, weshalb sich freie Bürger, bloß weil sie einer „Risikogruppe“ angehören, wie Unzurechnungsfähige gängeln lassen müssen — als ob sie nicht auf sich selber aufpassen könnten. Leben ist stets lebensgefährlich, erst recht am Lebensabend. Welche gesundheitlichen Risiken Opa in Kauf nehmen oder vermeiden will: Sollte das nicht ihm überlassen bleiben, wie Rauchen und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und minderwertige Ernährung? Kein Journalist fragt, warum plötzlich anders verfahren werden muss als bei früheren Grippewellen, die zuverlässig kamen und gingen, wobei sie alljährlich für Millionen Infizierte und Zehntausende Tote sorgten, ohne dass ein Hahn danach gekräht hätte. Keinem scheint aufzufallen, dass die vermeintliche „Lösung“ schon jetzt weitaus schlimmer ist als das Problem. Keiner will wissen, weshalb es Aufrufe zu verstärkter Hygiene, besonderer Vorsicht und Rücksichtnahme nicht genauso getan hätten wie vor 2020. Keiner recherchiert, wer den blutigen Medizinlaien am Kabinettstisch der Bundesregierung eigentlich all die apokalyptischen Infos und Lageanalysen gesteckt hat, die ihnen einen Notstandsaktionismus „alternativlos“ erscheinen lassen; mit wie vielen und welchen Lobbyisten sie vor und während der Krise worüber gesprochen haben. Kaum einer traut sich, auch nur das schüchternste Fragezeichen hinter irgendeine Infektionsschutzmaßnahme zu setzen. Keinen beschäftigt, ob es irgendwem nützen könnte, dass die Krise für möglichst große Massenpanik sorgt und sich in die Länge zieht. Keinen beschleicht das ungute Gefühl, dass er sich gerade instrumentalisieren lässt — als Handlanger in einem Thriller, dessen Story sich mit der Präzision eines Uhrwerks entfaltet, nach einem Drehbuch, das womöglich schon vor Wuhan geschrieben war. Und … und … und. Wie ein Berufsstand, der als unabhängige, kritische, unvoreingenommene Vierte Gewalt die Mächtigen kontrollieren soll, ebenso blitzschnell wie nahezu einmütig derselben kollektiven Hysterie erliegen kann wie sein Publikum und sich für Hofberichterstattung, Regierungspropaganda, expertengläubige Vergötterung der Heiligen Kuh Wissenschaft hergibt: Das ist mir unbegreiflich, es widert mich an, ich habe genug davon, ich distanziere mich voller Fremdscham von dieser unwürdigen Performance.
    Wahrhaftigkeit und sorgfältige Recherche; Schutz der Ehre und Achtung der Würde von Menschen — auch solcher, die abweichende Meinungen vertreten; das Gegenchecken jeder Informationsquelle, egal wie glaubhaft sie auf den ersten Blick erscheinen mag; das Vermeiden sensationeller Darstellungen, die überzogene Hoffnungen oder Befürchtungen wecken könnten: All das zählt zu den obersten Geboten jedes Pressekodex.
    Den Angriff von SARS-Cov-2 scheint, ein knappes Vierteljahr nach Beginn der Pseudo-Pandemie, keines zu überlebt zu haben, zumindest nicht in den infizierten Hirnen derer, für die sie gelten sollten. Wo hält zur Zeit eigentlich der Presserat seinen Tiefschlaf? Neben der eingepennten parlamentarischen Opposition? Wenigstens einer traut sich noch, den Finger in die klaffende Wunde zu legen: der deutsche Medienwissenschaftler Otfried Jarren, bis Ende 2018 Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich und Präsident der Eidgenössischen Medienkommission in der Schweiz. Scharf kritisiert er im Pressedienst „epd medien“ das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Seit Wochen treten immer die gleichen Experten und Politiker auf, die als Krisenmanager präsentiert würden, so Jarren (3).
    Dadurch inszeniere das Fernsehen zugleich Bedrohung und exekutive Macht — und betreibe „Systemjournalismus“. Kritiker bleiben außen vor. Vor allem der Norddeutsche Rundfunk falle ihm durch eine „besondere Form der Hofberichterstattung“ auf. „Die Chefredaktionen haben abgedankt“, folgert Jarren. In der Berichterstattung vermisst er „alle Unterscheidungen, die zu treffen und nach denen zu fragen wäre: Wer hat welche Expertise? Wer tritt in welcher Rolle auf?“ Gesendet würden zudem größtenteils einzelne Statements, eine echte Debatte zwischen Experten, die gegensätzliche Standpunkte und Aspekte einbringen könnten, finde nicht statt. Wie gleichförmig die Berichterstattung über das Coronavirus daherkommt, fällt zumindest dem Medienjournalisten Andrej Reisin unangenehm auf. Im Portal Übermedien kritisiert er, auch in Krisenzeiten sei es nicht die Aufgabe der Medien, den verlängerten Arm der Regierung zu spielen und Kampagnen à la „Wir gegen das Virus“ zu inszenieren, wie es etwa die „Tagesschau“ in sozialen Medien getan habe (4). Im Deutschlandfunk forderte die Medienjournalistin Vera Linß, im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Coronavirus die Themen Überwachung und Datenschutz stärker in den Fokus zu rücken. Auch Linß bemängelt, dass sich viele Journalisten momentan anscheinend dazu verpflichtet fühlen, die Krisenstrategie ihrer Regierung weitgehend kritiklos zu transportieren — „als eine Art Service-Journalismus“ (5). 87 Jahre ist es her, dass in Deutschland aus Journalisten „Staatsdiener“ wurden. Reichspropagandaminister Goebbels hielt dafür ein ausdrückliches „Schriftleitergesetz“ für erforderlich. In der Corona-Krise, wie zuvor bei Themen wie Masernimpfzwang oder der Existenzberechtigung von Heilpraktikern und Homöopathen, stellt sich indes am laufenden Band heraus: Die Medien des 21. Jahrhunderts spuren offenkundig auch ohne Paragraphendruck. Die Schere im Kopf war schon immer die schärfste. Nachtrag vom 31. März: Ermutigt vom enormen Echo auf diesen Artikel, bot ich ihn vier Printmedien an, denen ich noch am ehesten zugetraut hätte, ihn zu übernehmen: Frankfurter Rundschau, taz, Der Spiegel, Die Zeit. Reaktionen? Null. Nicht einmal Absagen. Bloß Schweigen.

    Quelle: https://peds-ansichten.de/2020/04/jo...-wiesendanger/
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  2. #12
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    Journalismus nach Corona

    Diese Krise, da ist sich Heribert Prantl sicher, „bringt einen auf verrückte Gedanken“ – auf Dinge, „die man vorher nie gedacht hat und die man auch nie denken wollte“. So verrückt ist das gar nicht, was Prantl da zu Ostern geschrieben hat. In Kurzform: Kliniken sind kein Geschäftsmodell. Sonst zahlen am Ende die Kranken. Und: Das Gesundheitswesen ist wie die Wasserversorgung. Wir brauchen beides und dürfen deshalb weder das eine noch das andere „durchkommerzialisieren“ (Prantl 2020). Womit wir bei den Medien wären. Vielleicht hält das ja sogar Heribert Prantl für verrückt: ein Journalismus, der der Gesellschaft dient und nicht dem Staat oder dem Kapital.


    Für die Medienforschung heißt das: zurück zu ihren Wurzeln. Karl Bücher, der Gründervater der akademischen Journalistenausbildung in Deutschland, war sich am Ende eines langen Lebens sicher, dass die Presse „ein öffentliches Institut“ sein muss, genau „wie Straßenbahnen, Gasanstalten, Elektrizitätswerke“ (Bücher 1926: 424). Dieser Bücher, ein weltberühmter Ökonom, hat das so ähnlich gesehen wie Heribert Prantl beim Gesundheitswesen: „Die Redaktion soll ihrer Natur nach die höchsten Interessen der Menschheit verfolgen“ – könne das aber nicht, solange sie Rücksicht nehmen muss auf „Privatinteressen“ (Bücher 1926: 397, 426). Anzeigenkunden, Leserwünsche, Profit.

    Karl Bücher war vorbereitet auf die Chance, die jede Krise bietet. Er hat schon im Weltkrieg öffentlich über das Nachrichtenmonopol der großen Agenturen geschimpft und über den „Tiefstand“ des Zeitungswesens (vgl. Meyen 2002). Als die bayerische Räteregierung ihn dann Anfang 1919 um einen Gesetzentwurf bittet, will er dem Übel an die Wurzel und schlägt zehn Paragrafen vor, die auf eine Enteignung hinauslaufen und auf ein Ende des Wettbewerbs. Keine Anzeigen mehr an private Verleger. Dafür ein Lokalblatt pro Ort, herausgegeben von der Gemeinde, kostenfrei für jeden, finanziert über das, was Unternehmen und Behörden bekanntgeben wollen. In dem Aufsatz, den Bücher später nachgeliefert hat, beruft er sich unter anderem auf Ferdinand Lassalle. Sinngemäß: weg von einer „öffentlichen Meinung“, die vom „Kapital“ geprägt wird sowie von der „privilegierten großen Bourgeoisie“, hin zu einer „freien Tagespresse“, die „schwebende politische Fragen“ erörtert (Bücher 1926: 396).

    weiter hier: https://medienblog.hypotheses.org/9508
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  3. #13
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    «Für den Journalismus als Geschäft sieht es immer schlechter aus»

    Die Corona-Krise beschleunigt den Medienwandel. Schon jetzt ist klar: Werbefinanzierter Journalismus hat keine Zukunft. Aber woher kommt das Geld dann? Wer nicht auf eine zahlende Nutzerbasis zählen kann, muss auf den Goodwill von Google, Almosen von Facebook, einen reichen Gönner oder staatliche Hilfe hoffen. Keine schönen Aussichten.

    Die Corona-Pandemie verschärft die ohnehin schon prekäre Lage vieler Medienunternehmen zusätzlich: Die Werbeeinnahmen brechen grossflächig ein, mancherorts um bis zu 80 Prozent. Gedruckte Zeitungen erscheinen mit einem Minimalumfang, ganze Belegschaften (u.a. Tamedia, CH Media, NZZ, Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung) sind auf Kurzarbeit gesetzt. Selbst Verlagen, die sich mit Veranstaltungen ein zusätzliches Standbein aufgebaut haben, machen die Kontaktbeschränkungen einen Strich durch die Rechnung. So musste auch der «Zeit»-Verlag Kurzarbeit anmelden. Vielerorts drohen Entlassungen. Für andere naht das Ende: Die französische Regionalzeitung «Paris-Normandie», die allein im März eine halbe Million Euro Verluste schrieb, hat vergangene Woche ein Insolvenzverfahren eröffnet.

    In den USA, wo seit Jahren Zeitung um Zeitung wegstirbt, haben dutzende Verlage (u.a. Portland Mercury, San Diego Reader) die gedruckte Ausgabe ihrer Blätter vorübergehend eingestellt. Die britische JPI Media hat infolge von Anzeigenstornos den Druck von zwölf Lokalzeitungen vorübergehend ausgesetzt. Und der Murdoch-Verlag News Corp Australia druckt 60 Lokalzeitungen vorerst nicht mehr. Auch in Indien, einem wichtigen Zeitungsland, stehen die Druckerpressen weitgehend still.
    Obwohl Nachrichtenseiten steigende Zugriffszahlen registrierten, profitieren die Verlage kaum.
    «Wir wissen noch nicht, wie sich das Coronavirus auf das Geschäftsmodell des Journalismus auswirkt», sagt der New Yorker Journalist und Medienprofessor Jeff Jarvis auf Anfrage der «Medienwoche». «Aber es sieht immer schlechter aus.»
    Besonders die werbefinanzierte Gratispresse trifft die Krise schwer. «20 Minuten» hat seine Regionalberichterstattung eingestellt und erscheint nur noch mit einer einheitlichen Ausgabe für die ganze Schweiz, die gerade noch 16 Zeiten zählt. «Metro» in den Niederlanden erscheint seit einigen Wochen gar nicht mehr gedruckt. Und auch online sieht es finanziell nicht besser aus.
    Obwohl Nachrichtenseiten steigende Zugriffszahlen registrierten, profitieren die Verlage kaum. Für Produkte und Dienstleistungen, die es aktuell nicht zu kaufen gibt (und das sind derzeit viele), wird auch im Netz nicht geworben. Und Abonnemente für die digitalen Ausgaben verkaufen sich nicht annähernd in dem Mass, dass sie die Verluste im Werbegeschäft kompensieren könnten.

    Was heisst das für die Zukunft? Wie wird die Medienlandschaft nach Corona aussehen? Wird sich der Blätterwald weiter lichten? Hat Print noch eine Zukunft? Wie bringt man die Leute dazu, für digitale Inhalte zu bezahlen? Und welche alternativen Erlösquellen gibt es?
    Als Retter in der Not bietet sich Facebook an. Mitten in der Krise hat das Unternehmen angekündigt, weitere 100 Millionen Dollar «zur Unterstützung des Lokaljournalismus» zu investieren. 25 Millionen Dollar sollen direkt als «Notfall-Fördermittel» für Lokalnachrichten fliessen, weitere 75 Millionen Dollar als «Marketingausgaben» lockergemacht werden. «So wollen wir Nachrichtenorganisationen unterstützen, die über die Coronavirus-Krise berichten und gleichzeitig von sinkenden Werbeeinnahmen betroffen sind», heisst es bei Facebook.
    Die Nothilfe aus dem Hause Zuckerberg erfolgt nicht uneigennützig: Facebook benötigt glaubwürdige Inhalte, um ein attraktives Umfeld für die Werbung zu schaffen.
    Bereits im vergangenen Jahr kündigte der Social-Media-Konzern an, 300 Millionen Dollar in die angeschlagene Medienbranche zu pumpen. Aus dem Fonds des «Facebook Journalism Project», über den nun auch die Soforthilfen abgewickelt werden und der damit auf ein Volumen von 400 Millionen Dollar angewachsen ist, werden in den USA zahlreiche lokaljournalistische Projekte finanziert. So erhält beispielsweise die englischsprachige «The Korea Times» in Los Angeles 25‘000 Dollar für eine «familienfreundliche Event-Serie», um die koreanische Community zu vernetzen. Die «Arizona Republic» erhält dieselbe Fördersumme für die Entwicklung eines interaktiven Wahlhilfe-Tools.
    Die Nothilfe aus dem Hause Zuckerberg erfolgt natürlich nicht uneigennützig: Facebook benötigt glaubwürdige Inhalte, um ein attraktives Umfeld für die Werbung zu schaffen, von der das Unternehmen lebt. Nach dem Datenskandal und den Negativschlagzeilen wegen der Verbreitung von Fake News beim letzten US-Präsidentschaftswahlkampf hat der Konzern seinen Newsfeed-Algorithmus modifiziert. Beiträge von Freunden und lokale Nachrichten erhalten Vorrang bei der Anzeige im persönlichen Feed. Die Förderung des Lokaljournalismus fügt sich also in die Gesamtstrategie ein. Im vergangenen Jahr hat Facebook das Newsfeed-Modul «Today In» lanciert, das Nachrichten von Lokalzeitungen oder Posts lokaler Seiten wie etwa Schulen aggregiert. Damit sollen «Nachrichtenwüsten» – Landstriche ohne eigene Zeitungen in den USA – mit Informationen versorgt werden.
    So generös die Finanzspritzen von Facebook und Google auf den ersten Blick wirken mögen – eine «Erlösung» bedeuten sie nicht.
    Auch Google hat mit dem «Journalism Emergency Relief Fund» einen Corona-Hilfsfonds eingerichtet, bei dem Medienunternehmen finanzielle Soforthilfe beantragen können. So wurden bereits eine Million Dollar an das International Center for Journalists sowie das Dart Center for Journalism and Trauma der Columbia Journalism School ausgeschüttet. Die 2018 lancierte Google News Initiative GNI investiert zudem weitere 300 Millionen Euro in Infrastrukturprojekte im Lokaljournalismus.
    Doch so generös die Finanzspritzen von Facebook und Google auf den ersten Blick wirken mögen – eine «Erlösung» bedeuten sie nicht: «Das Geld reicht nicht aus, um einen wesentlichen Einfluss auf die Industrie zu haben, wenn man sich die Kostenstruktur des Nachrichtengeschäfts anschaut», schreibt Medienexperte Jeff Jarvis auf Anfrage. Die Abhängigkeit der Verlage von ihren grössten Konkurrenten auf dem Werbemarkt nimmt damit noch weiter zu.
    Auch die Finanzierung mit Stiftungsgeldern kann zu Interessenkonflikten führen.
    Ebenso heikel ist die finanzielle Unterstützung durch Mäzene und andere Milliardäre. So unterstützt etwa Microsoft-Gründer Bill Gates mit seiner «Bill & Melinda Gates Foundation BMGF» bereits seit mehreren Jahren zahlreiche Medienprojekte in den USA und in Europa. Die französische Zeitung «Le Monde» erhielt im vergangenen Jahr Zuwendungen in der Höhe von 1,9 Millionen Euro. Auch «Der Spiegel» wird von der Gates-Stiftung unterstützt – für das Reportageprojekt «Globale Gesellschaft» erhielt das Magazin nach eigenen Angaben über drei Jahre insgesamt rund 2,3 Millionen Euro.

    Projektgebundene Stiftungsgelder scheinen zunächst unverfänglich, schliesslich werden heute nicht wenige Reportagen mit Recherchestipendien von Stiftungen finanziert. Trotzdem ergeben sich auch hier Interessenkonflikte. So geriet der «Spiegel» in die Kritik, weil er den Gates-Vertrauten Steven Pinker als Atommüll-Experten zitierte. Pikant: Gates hat eine halbe Milliarde in das Nuklear-Start-Up «Terrapower» investiert. Und prompt kam der Vorwurf, «Der Spiegel» sei käuflich. Auch wenn kein Gefälligkeitsjournalismus betrieben wird, setzen sich Redaktionen einer Anscheinsproblematik aus und geraten unter Rechtfertigungsdruck. Dem Vertrauen in die Medienmarke ist das nicht eben zuträglich.
    Medien setzen vermehrt auf Anzeigenformate, die im Gewand des Journalismus daherkommen.
    Aber auch die Werbung hat noch nicht ganz ausgedient. Verlage versuchen zu holen, was es noch zu holen gibt. Dabei setzen sie vermehrt auf Anzeigenformate, die im Gewand des Journalismus daherkommen. Beim «Spiegel» gibt es etwa ein eigenes Verkaufsteam, das Kunden redaktionelle Flächen «zur weitgehend freien Gestaltung des Geldgebers» offeriert. Die Tamedia-Zeitungen veröffentlichen regelmässigen Native Ads auf ihren Seiten. Auch die NZZ Mediengruppe investiert in diese Werbeform, von der ein früherer CEO einst sagte, die werde es in seinem Haus nicht geben. Mit dem «programmatischen Native Ad Manager» können Werbetreibende eigenständig ihre Kampagnen schalten und verwalten. Pionier dieser zweifelhaften Entwicklung bleibt das Online-Magazin Watson.
    Zwar werden Native Ads in aller Regel mit einem Hinweis als kommerzielle Kommunikation ausgewiesen. Trotzdem ist die Trennung zwischen redaktionellem und werblichem Inhalt für die Leser nicht immer leicht zu erkennen, weil die Anzeigen grafisch wie ein redaktioneller Beitrag gestaltet sind.
    Der Schweizer Presserat kritisiert diese Praxis regelmässig, weil sie die Glaubwürdigkeit des Journalismus untergrabe. So auch kürzlich wieder, als er eine Beschwerde gegen das «St. Galler Tagblatt» guthiess. Besonders nachhaltig ist es also nicht, noch mehr grenzwertige Werbeformate anzubieten, in der Hoffnung, doch noch etwas aus dem schrumpfenden Werbemarkt herauspressen zu können.
    Bliebe schliesslich noch der Staat als Retter in der letzten Not. In der Schweiz ist allerdings ein Hilfspaket des Bundesrats gescheitert. Doch damit ist die Medienförderung nicht vom Tisch. Der Ball liegt nun beim Parlament, das sich – wenn es denn wieder zusammentritt – demnächst mit einer entsprechenden Vorlage befassen will. In Österreich hat die Regierung jüngst eine auflagenorientierte Sonderförderung für Medien beschlossen: Insgesamt werden 32 Millionen Euro ausgeschüttet, 12,1 Millionen davon fliessen an Tageszeitungen, 2,7 Millionen an Wochenzeitungen. Wobei der Boulevardtitel «Kronen Zeitung» mit 2,7 Millionen Euro hier übermässig profitiert. Politische Tageszeitungen wie die «Presse» und der «Standard» erhalten lediglich rund eine halbe Million Euro).
    Abonnemente, Anzeigen oder Sponsoring geben zu wenig her zum langfristigen Überleben.
    Auch in Deutschland wird über eine staatliche Medienförderung debattiert, die über die bereits beschlossenen Subventionen für die Zeitungszustellung hinausginge. Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner, der auch Präsident des Zeitungsverlegerverbands ist, lehnt Staatshilfen jedoch grundsätzlich ab: «Ich persönlich finde es inakzeptabel, wenn die strikte Trennung zwischen privater Presse und Staat in einer solchen Krise aufgelöst oder auch nur verwässert würde», sagte er. «Es wäre nur eine Pro-forma-Vielfalt, wenn wir immer mehr Verlage an den staatlichen Tropf hängen und der Staat irgendwann die Berichterstattung über sich selbst finanzieren würde.» So bleiben den deutschen Zeitungsverlagen vorerst nur private Finanzierungsmöglichkeiten, das heisst Abonnemente, Anzeigen oder Sponsoring. Doch alle drei geben zu wenig her zum langfristigen Überleben.
    Journalismus-Professor Jeff Jarvis glaubt, dass die Corona-Krise wie ein Katalysator für den Medienwandel wirken könne. Er geht davon aus, dass immer mehr gedruckte Zeitungen ihren Erscheinungsrhythmus reduzieren werden. «In manchen Fällen bedeutet es das komplette Ende von Print», so seine Prognose. Nur wenige Medienunternehmen, etwa die «Financial Times», seien digital so nachhaltig aufgestellt, dass sie es sich leisten könnten, vom Papier loszukommen. «Ich kenne viele Zeitungen in Europa, deren Digitalerlös immer noch im einstelligen Prozentbereich liegt. Das ist extrem gefährlich», so Jarvis.
    Die Krise unbeschadet überstehen werden hingegen Google und Facebook.
    Die Corona-Krise könnte also zu einer Marktbereinigung führen: Zeitungen, die schon vor der Krise Probleme hatten, drohen vom Markt zu verschwinden. Besser durch die Krise kommen nun jene Verlage, die seit Anbeginn stark auf den Nutzermarkt setzen. Sei es die genossenschaftlich organisierte Tageszeitung «taz» in Berlin oder das Online-Magazin «Republik», das ohne Werbung auskommt. Bei der «taz» kursieren schon seit längerem Planspiele («Szenario 2022»), die Printausgabe einzustellen und nur noch digital zu erscheinen.
    Die Marktkonsolidierung wird vor allem davon abhängen, wie schnell es den Verlagen gelingt, den Absatz von Digitalabos zu steigern. Die «Süddeutsche Zeitung» mit ihren 140‘000 Digitalabos (inklusive Probeabos) hat das angestrebte Ziel von 150‘000 bis Ende des vergangenen Jahres fast erreicht. Ob das allerdings ausreicht, die Verluste am Werbemarkt und im Print zu kompensieren, ist offen.
    Die Krise unbeschadet überstehen werden hingegen Google und Facebook, die auch in Zukunft das Gros der Werbeeinnahmen absorbieren und den darbenden Medien mit ihren Almosen ein prekäres Weiterleben ermöglichen.


    Quelle: https://medienwoche.ch/2020/04/21/fu...chlechter-aus/
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  4. #14
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    Tod durch Hydroxychloroquine und Trump – ich habe da nur noch eine Frage…

    Das ist Journalismus!

    Alles andere, was uns derzeit im Mainstream vorgekaut wird, ist Schmutz!

    Bei der Lösung von Kriminalfällen – echten wie erdichteten – muss man sich mit den möglichen Motiven der Tat befassen. Journalisten, wenn sie investigativ tätig und Korruption und Vetternwirtschaft auf der Spur sind, gehen prinzipiell genauso vor. Nur müssen letztere ihre Beweise keinem Gericht vorlegen, sondern können sie ihren Lesern durch geschickte Formulierung als Wahrheit verkaufen, egal wie dünn die Faktenlage ist. Treffen bei Leser und Journalist noch dazu dieselben Vorurteile und Erwartungen zusammen, laufen die Schuldzuweisungen wie von selbst. Fassungslosigkeit stellt sich hingegen bei etwas weniger voreingenommenen Lesern und Kollegen ein. Ein Beispiel? Ich bekam im Unterricht dereinst eine „1“ für die „Beantwortung“ einer mündlichen Frage. Den Protest meiner Mitschüler, ich sei doch gar nicht anwesend, bürstete der Lehrer mit der Bemerkung ab, ich hätte die Antwort sowieso gewusst. Das war natürlich eine Frechheit und ein (positives) Vorurteil und hat nebenbei bemerkt die Sympathie meiner Mitschüler mir gegenüber nicht gerade gesteigert.
    Positive wie negative Vorurteile gegenüber dem Gegenstand der Berichterstattung erkennt man am Stil der Autoren deutscher Medien sehr schnell. Verräterische Adjektive, kaum verdeckte Beleidigungen und viel Meinungswürze, wo es eigentlich gilt, Bericht zu erstatten. Man achte nur mal darauf, was man in deutschen Medien alles über den Geisteszustand und die „wirklichen“ Absichten des amerikanischen Präsidenten „erfährt“, obwohl der Autor weder Psychiater ist, noch von Trump höchstpersönlich in dessen finstere Pläne eingeweiht wurde. Das eigene Vorurteil ist ein tiefer Brunnen, aus dem man unbegrenzt schöpfen kann.
    Der Fall „Hydroxychloroquine“

    Er mag das wichtigste politische Amt bekleiden, aber ein Politiker ist er nicht. Er wird auch nie einer werden, selbst wenn er – was recht wahrscheinlich ist – weitere vier Jahre im Weißen Haus sitzen wird. Schaut man sich die täglichen Pressekonferenzen in der Corona-Krise an, erinnert Trumps Agieren eher an den CEO eines Unternehmens. Dieses Terrain ist ihm vertraut und seine simplen Formulierungen, das ständige spekulierende Plappern und Dirigieren, das Eigenlob und Lob für die eigene Mannschaft, die natürlich immer einen „Great Job“ mache, findet man genau so bei vielen Unternehmern wieder.
    Elon Musk redet so und Tim Cook auch. Nur fällt das in deren Umfeld nicht weiter auf, weil man diesen Stil „großer Erfolgsmeldungen” dort erwartet. Für Trump ist alles entweder „bad” oder großartig, vielversprechend und interessant. So auch ein Forschungsbericht über den Einsatz zweier alter Malariamedikamente bei der Therapie von COVID-19, Hydroxychloroquine und Azithromyci, von dem Trump wohl hörte oder über den ihm berichtet wurde. Man klammert sich ja heute mangels vorzeigbarer Therapien sogar an die Grundlagenforschung. Auf einer Pressekonferenz Ende März endete Trumps Einschätzung der Malaria-Mittel mit den Worten „Vielleicht hilft es, vielleicht auch nicht“.
    Die spätere Interpretation einiger, nein fast aller Journalisten, Trump habe die Einnahme von Hydroxychloroquine geradezu empfohlen, teile ich ausdrücklich nicht. Interessantes Detail am Rande: In der Studie ging es um die Kombination beider Medikamente. „Azithromycin added to hydroxychloroquine was significantly more efficient for virus elimination“ heißt es im Abstract. Doch während Hydroxychloroquine in unserem kleinen Kriminalfall noch eine wichtige Rolle spielt, ließ die Presse Azithromycin schnell unter den Tisch fallen, obwohl Trump auch dieses Präparat erwähnte. Was übrigens die Wirksamkeit der Mittel anbelangt, gehen weitere Studien da sehr weit auseinander. Ein geradezu typischer Umstand in der Forschung und deshalb auch nicht verwunderlich. Doch genug von der Forschung, es ist ja Krimi-Zeit!
    Wer trinkt schon Aquarium-Reiniger?

    Kommen wir also zum Tatort nach Arizona, wo Gary Lenius in einem Krankenhaus an den Folgen einer Vergiftung starb, die er sich zuzog, als er eine tödliche Dosis eines Desinfektionsmittels zu sich nahm, dass gewisse Namensähnlichkeiten mit Hydroxychloroquine hatte. Seine Frau Wanda überlebte den Ausbruch medizinischen Unverstands. Trump hatte für den Tatzeitpunkt zwar ein Alibi – er hatte gerade im Weißen Haus zu tun – wird aber der Anstiftung bezichtigt. Vor allem natürlich von Wanda Lenius selbst. Soweit die Fakten.
    Ab jetzt müssen wir Indizien sammeln und sie nach Plausibilität ordnen. Die Schlussfolgerungen daraus können natürlich völlig falsch sein und vielleicht ist die einfache Erklärung vieler Journalisten, dass nämlich jedes Wort des US-Präsidenten sofort von seinen dampfnudeldummen Untertanen exekutiert wird, die richtige. Das würde zumindest gut zum latenten Antiamerikanismus vieler deutscher Journalisten passen. Doch hätte es dann nicht deutlich mehr solcher Fälle geben müssen? Hätte zumindest die Redaktion von Fox News nicht geschlossen in den nächstbesten Chemiecocktail hüpfen müssen?
    Wer war Gary Lenius?

    Die Frage, wie dumm man sein muss, ein Reinigungsmittel bewusst zu trinken, um eine Krankheit zu heilen, die man nicht hat, ist leicht zu beantworten: wahrscheinlich viel dümmer als der 68-jährige Gary Lenius. Der war nämlich bis zu seiner Pensionierung Ingenieur für Maschinenbau bei John Deere und dort in der Entwicklungsabteilung tätig. Ein offenbar gewissenhafter und eher ruhiger Typ, der mehr als nur lesen und schreiben konnte und dem man durchaus zutraut zu bemerken, dass es zwischen „Hydroxychloroquine“ und „Chloroquine Phosphate“ vielleicht mehr als nur leichte sprachliche Unterschiede gibt. Enge Freunde von Gary bezweifelten gegenüber dem Washington Free Beacon die Geschichte, wie Wanda Lenius sie erzählt. „I really can’t see the scenario where Gary would say, ‘Yes, please, I would love to drink some of that Koi fish tank cleaner. […] It just doesn’t make any sense.”
    Gary können wir nicht mehr fragen, aber vielleicht erfahren wir mehr über Wanda. Hier ist der Artikel im Washington Free Beacon sehr ausführlich. Wanda und Gery lernten sich im Jahr 2000 bei John Deere kennen, wo beide arbeiteten. Gary war mehr als drei Jahrzehnte leitender Ingenieur dort. Anhand der persönlichen Details, von denen berichtet wird, würde ich Gary als phlegmatischen Stoiker charakterisieren, während Wanda wohl eher aufbrausend und zudem nachtragend war. Wenn sie etwa seine selbstgebauten Modellflugzeuge zerstört, weil Gary zu spät zum Essen kam und dieser dann ungerührt die Modelle repariert, die zu reparieren waren und die anderen klaglos entsorgt.
    Ich könnte mir vorstellen, dass seine innere Ruhe in solchen Momenten nicht auf Wanda übersprang. Es gab also Eheprobleme und Wanda beschimpfte Gary laut der Aussage einer Quelle auch oft in der Öffentlichkeit. Auch dass die Polizei bei den Lenius wegen häuslicher Gewalt vorstellig wurde, weil Wanda ihren Mann mit einem Vogelhäuschen(!) verprügelt hatte, spricht für ein aufbrausendes Temperament, dass durch Garys Phlegma nur noch mehr angestachelt wurde. Von Scheidung war die Rede, aber Gary wollte nicht. Der Fall kam vor Gericht, doch Wanda und Gary versöhnten sich wieder.
    In einem anderen Verfahren, dass Wanda gegen John Deere wegen ihrer Entlassung anstrengte und verlor, sagte Wandas Psychologin aus, diese leide unter „post-traumatic stress disorder and anger issues due to her experience at the company“. Schon wieder Wut. Wenn auch vielleicht nicht unerklärlich im Nachgang einer Kündigung.
    Nach Garys Tod kam Wanda in den Medien zu Wort, um den Vorfall zu erklären. Sie und ihr Mann hätten im TV gesehen, wie Trump Hydroxychloroquine lobte und sich entschlossen, je einen Löffel des Mittels, dass sie für Hydroxychloroquine hielten, in etwas Wasser aufzulösen und zu trinken. Gary hatte für den darauffolgenden Tag einen Arzttermin wegen einer Verletzung, die er sich beim Motottadfahren zugezogen hatte und beide waren in Sorge, er könne sich in der Klinik mit COVID-19 anstecken und sich deshalb entschlossen, das Mittel vorbeugend einzunehmen.
    Was Wanda der Presse nicht erzählte, kam u. a. durch Recherchen von Fox News auf Twitter und Facebook ans Licht. Wanda löschte später ihre Accounts, vielleicht um Perlen wie diese verschwinden zu lassen. Einem Freund, dem Wanda zum Geburtstag gratulierte, schrieb sie am 19. Februar: „Your psycho prez is in [t]own, are you going to see him?“ Gemeint war Trump, der an diesem Tag in Phoenix einen Wahlkampfauftritt hatte. Die Spenden Wandas an Hillary Clinton und das Democratic Congressional Campaign Committee (DCCC), welche bei der Federal Election Commission verzeichnet sind, konnte sie jedoch nicht verschwinden lassen. Diesbezügliche Nachfragen beantwortet sie nicht.
    Aussagen, Recherchen, Indizien und Vorurteile

    Wir wissen, wie Gary starb und woran. Aber warum, wissen wir nicht. Wir können Wanda vertrauen und Trump als den wahren Schuldigen bezeichnen, der „Blut an den Händen habe“ oder deshalb wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ in Den Haag angeklagt werden müsse. Vielleicht waren Gary und Wanda wirklich so dumm und leichtgläubig, wie sie dargestellt wurden und auch Focus und haben vielleicht recht mit ihrer Vermutung, die Amerikaner würden das medizinische Laienspiel Trumps für bare Münze nehmen. Doch mit der Plausibilität der Aussagen Wandas ist das so eine Sache. Man muss schon an sie glauben und all die Konflikte zwischen Wanda und Gary ausblenden, die es bis zu dessen Tod gab. Ergeben sich daraus Mordmotive? Vielleicht.
    Und wie Columbo beim Verlassen des Raumes im Türrahmen stehen bleibt, sich langsam umdreht, den Kopf leicht neigt und mit einer Hand im Nacken die entscheidende Frage stellt, versuche ich das jetzt auch mal:
    „Wanda, ich habe da nur noch eine Frage. Sie unterstützen seit langer Zeit die Demokraten und halten Trump für einen Psychopathen (psycho prez). Wenn sie ihm also offensichtlich nicht vertrauen, ja, sogar hassen, warum folgen sie dann dem, was er ihnen im Fernsehen „empfiehlt“ und hat Gary eigentlich je nachgefragt, was der „Vitamincocktail“ enthält, den sie ihm nach Aussage seiner Freunde so oft zubereitet haben?“
    Es ist also durchaus denkbar, dass wir es hier eher mit einem Mord als mit einem Unfall wegen zu großen Vertrauens in den Präsidenten zu tun haben. Dass Wanda selbst auch vergiftet wurde, ist vielleicht eher ein Indiz gegen sie, denn sie hat ja überlebt. Womöglich war ihre Dosis deutlich kleiner. „Es” wie einen Unfall aussehen zu lassen ist zudem der älteste Trick der Welt und Trump dafür verantwortlich zu machen, ein heutzutage geradezu wohlfeiles und naheliegendes Argument, welches überall gern kritiklos geglaubt wird.
    Doch genau wissen es wir alle nicht und wie gesagt könnte alles auch ganz anders abgelaufen sein. Bezeichnend ist jedoch, dass die berechtigten Zweifel an der Darstellung Wandas es Anfang April in einige US-Medien schafften, in Deutschland aber selbst Ende April viele Medien noch so tun, als ginge Trump mit einem 20 Liter Kanister Chlorbleiche von Haus zu Haus um den Bürgern höchstpersönlich Gift einzuflößen.
    Ich möchte einem von Garys Freunden, die im Free Beacon zitiert werden, das letzte Wort erteilen und alle Schlussfolgerungen den Kriminalkommissaren unter meinen Lesern überlassen: „Gary loved Wanda,“ sagte dieser Freund „He trusted her to do the right thing for him, I doubt that he second-guessed when she gave him the chloroquine.“

    Quelle: https://unbesorgt.de/tod-durch-hydro...ch-eine-frage/
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  5. #15
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    AW: Journalisten wacht auf!

    Die Pseudo-Journalisten


    Was auch immer Du tust, handle klug und bedenke das Ende..........

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  6. #16
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    AW: Journalisten wacht auf!

    Tut uns einen Gefallen! Nennt das, was Ihr macht NICHT Journalismus!!!




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  7. #17
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    Journalismus und Gesinnung - Wer predigen will, sollte in die Kirche gehen!

    Marx go home!

    Der neue Journalismus führt Haltung ins Feld, wenn Gesinnung gemeint ist. Haltung unterliegt ständiger Prüfung, auch der Selbstkritik, Gesinnung nicht. Das ist gefährlich für die Glaubwürdigkeit des Journalismus und widerspricht altgedienten Regeln.

    „Wenn Sie predigen wollen, gehen Sie in die Kirche“ und „Streichen Sie den Schaum“ – das waren nur zwei der verbindlichen Empfehlungen für junge Journalisten. In den 1970er-Jahren war das, damals, als ich beim kritischen Magazin Monitor im Westdeutschen Rundfunk den Beruf des Fernsehjournalisten erlernte. Damals galt Journalismus noch als Lernberuf, als ein Handwerk, das, wie im richtigen Leben, klare Regeln kannte.Monitor-Chef war damals Claus Hinrich Casdorff, ein bekennender Liberaler, der, gerade aus dem Krieg zurückgekehrt, bei der BBC in die Schule gegangen war, so wie viele der prägenden Journalisten jener Jahre, zu denen auch Hanns Joachim Friedrichs gehörte, dessen bekanntes Motto ebenfalls auf einen Journalisten der BBC zurückging: „Das habe ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.“

    Unvoreingenommenheit als Kodex

    Die Amerikaner und vor allem die Briten wollten in den Jahren nach dem Krieg den Deutschen einen Journalismus beibringen, der einer Demokratie würdig war, unabhängig, fair, frei von staatlicher Gängelung. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten, viele Zeitschriften und Zeitungen, vom Spiegel bis zur Süddeutschen Zeitung, wurden in diesem Geist gegründet. Dessen ster Grundsatz war die „impartiality“, die Unvoreingenommenheit, mit der ein verpflichtender Kodex einherging.Dazu gehörten unter anderem die strikte Trennung von Bericht und Kommentar, die genaue Prüfung der Fakten, die Pflicht, die Gegenseite ausführlich zu Wort kommen zu lassen, das Zwei-Quellen-Prinzip, Meinungspluralismus. Dabei waren Casdorff und andere keineswegs Gegner eines engagierten Journalismus, lehnten aber einen aktivistischen, parteiischen Journalismus ab. Auch aus taktischen Gründen. Wer mit seiner journalistischen Arbeit etwas erreichen, Aufklärung und kritisches Nachdenken bei den Lesern oder Zuschauern fördern wollte, sollte sich vor allem auch an die wenden, die nicht schon zu 100 Prozent die Meinung der Autoren teilten. „News analysis“ statt Predigt, mündige Bürger statt Gemeinde.

    Das „überholte Ideal des neutralen Journalismus“

    Natürlich war jenen Müttern und Vätern dieser Art Journalismus klar, dass jeder Journalist ihre bzw. seine Biografie mit sich trägt, damit bestimmte Überzeugungen, auch Vorurteile. In einer Grundsatzrede vor dem Rhein-Ruhr-Klub am 14. April 1953 charakterisierte Spiegel-Gründer Rudolf Augstein seine Redakteuren: „Sie sind frei von jeder ihnen aufgezwungenen „Richtung“ und nur ihren Vorurteilen und Irrtümern unterworfen.“ Offenbar kannte Spiegel-Redakteur Philipp Oehmke diesen Text nicht, als er vor kurzem die Abkehr vom „überholten Ideal des neutralen Journalismus“ forderte. Dass hinter jedem Text ein Autor mit Biografie steckt, habe „sich erst in den vergangenen Jahren im Journalismus niedergeschlagen.“ Bei Augstein hatte sich das schon 67 Jahre vorher niedergeschlagen.Eben weil Augstein mit der Vorprägung seiner Redakteure rechnete, verpflichtete er sie zur journalistischen Disziplin, zur Objektivität des Vorgehens. Augstein über den Spiegel: „Er hat die verdammte Pflicht, fair zu sein, und dazu gehört, dass er kein vernünftiges Argument unterdrückt.“ Augsteins „Sagen, was ist“ lautet bis heute der Wahlspruch des Spiegel. Aber auch Augstein hielt absolute Objektivität, Neutralität für unerreichbare Ideale, aber eben für Ideale, die zu ständiger Wachsamkeit mahnen, gleichsam als gedankliches Korrektiv, die eigene Subjektivität im Zaum zu halten. Augstein kommt auf eine Art Trick, bei aller journalistischen Fairness Wertung mit einfließen zu lassen. „Aber durch die Art der Darstellung wird der Spiegel immer durchblicken lassen, wo nach seiner Meinung das Schwergewicht der Argumente liegt.“

    Einseitige Bestätigungsrecherche

    Nun ist jeder Journalist der Gefahr ausgesetzt, vor allem das zur Kenntnis zu nehmen, was passt, das „erkenntnisleitende Interesse“ vor die ergebnisoffene Recherche zu setzen. Auch die Wissenschaft kennt diese Gefahr. Nicht erst seit Karl Raimund Poppers „Logik der Forschung“ gilt daher das Prinzip der Falsifikation, d.h. man sucht auch und vor allem nach Fakten, die einer vorgegebenen Theorie oder Hypothese oder Meinung nicht entsprechen. Die einseitige Bestätigungsrecherche bezeichnet das genaue, unredliche, aber nicht seltene Gegenteil. Man hat eine These, sucht dann nach Argumenten und Experten, die sie stützen. Fertig.Von Sir Karl Popper stammt auch die Warnung, höchst wachsam zu sein, wenn viele, fast alle einer Meinung sind. Das gilt für die Wissenschaft, erst recht für den Journalismus. Dessen Tugenden lauten Skepsis und Misstrauen.

    Karl Marx zum Vorbild

    weiter hier: https://www.cicero.de/kultur/journalismus-haltung-gesinnung-glaubwuerdigkeit


    LG
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  8. #18
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    Wo ist die Debatte? Wer baut noch Brücken? Ein offener Brief an die Leitmedien

    Es herrscht Sprachlosigkeit im Land: Die einen protestieren gegen Corona-Maßnahmen, die sie als unsinnig, freiheitsberaubend und demütigend ansehen, die anderen beschimpfen solche Demonstranten als verantwortungslose „Covidioten“, deren Unvernunft mit aller Härte zu bekämpfen sei. Manche, wie die Berliner Landesregierung, wollen Demonstrationen der Kritiker gleich ganz verbieten. Was fehlt, ist eine offene, evidenzbasierte und respektvolle Diskussion, die den Graben überbrückt.

    weiter hier: https://multipolar-magazin.de/artike...st-die-debatte
    Liebe Grüße
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  9. #19
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    Weltanschauung statt Journalismus

    Was läuft im Journalismus unserer Zeit falsch? Das zeigt der Spiegel-Autor Markus Feldenkirchen (im Bild links) in einer aktuellen Einlassung zu den „Corona-Demonstrationen“ auf – unfreiwillig. Unter der Überschrift: „Lage am Morgen – Frohes Infizieren allerseits!“ hat der Spiegel einen Beitrag veröffentlicht, der wie unter einem Brennglas zum Vorschein bringt, wie es aussieht, wenn Journalismus durch Weltanschauung ersetzt wird. Ein Kommentar.

    Erkenntnisinteresse – das ist es, was Journalisten antreiben sollte. Wer sagt was und warum? Was sind die Motive? Was sind die Antriebe, die dazu führen, dass sich Bürger zu einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen versammeln? Welche gesellschaftlichen Bedingungen flankieren die aktuelle Bewegung?Wenn Journalisten diese Fragen mit echten Erkenntnisinteresse stellen würden, könnten sie Erhellendes ans Licht bringen. Doch machen wir uns nichts vor: Seit langem ist zu beobachten, dass gerade führende Medienvertreter „Journalismus“ als Vehikel zur Durchsetzung ihrer Weltanschauung benutzen. Bei Lichte betrachtet gehören so manche Alphajournalisten nicht in die Medien, sondern in die Politik. Was sich in den vergangenen Jahren (z.B. Russland-, Syrienberichterstattung) verschärft hat, kann aktuell anhand der Medienbeiträge zum Corona-Virus nochmal deutlicher beobachtet werden: Journalistische Distanz, Objektivität, die Bereitschaft, unvoreingenommen ein Thema zu betrachten, ist in weiten Teilen der Medien faktisch nicht mehr vorhanden – das gilt zumindest, je politischer ein Thema ist.
    Gewiss: Wenn Spiegel-Autoren unter der Überschrift „Die Lage am Morgen“ die Leserschaft des Magazins auf den (Nachrichten-) Tag einstimmen, geht es oft subjektiv zu. Ein Autor, mit Foto und Namen angeführt, verweist aus seiner Perspektive auf Ereignisse, die er für zentral hält. So weit, so gut. Aber: Beim Spiegel handelt es sich – zumindest, wenn man die Selbstbeschreibung des Magazins ernst nimmt – um ein Nachrichtenmagazin. Wenn ein Redakteur des Spiegel-Hauptstadtbüros den Nachrichtentag anleuchtet, darf man als Leser auch bei einem subjektiven Einschlag erwarten, dass die Ausführungen sich an der Realität orientieren. Es sei denn, unter der „Lage am Morgen“ veröffentlicht das Hamburger Nachrichtenmagazin neuerdings Fantasiegeschichten.
    „In Berlin“, so schreibt Feldenkirchen, „wollen heute tausende Menschen …“ – Moment: „tausende Menschen“? Der Veranstalter hat 22.000 Teilnehmer für die Demonstration angemeldet. Die Berliner Polizei hat mittlerweile die Teilnehmerzahl der letzten Demonstration von 17.000 auf 30.000 nach oben korrigiert. Wäre es aus journalistischer Sicht bei dieser Sachlage nicht angemessen, von „Zehntausenden“ zu sprechen? Bereits im ersten Satz dieses „Lage-am-Morgen-Beitrags“ ist eine Verzerrung der Realität festzustellen. Nachrichtenjournalismus als Kreativprodukt? Der Einstieg des Artikel hat noch mehr zu bieten: „… gegen irgendwas mit Corona demonstrieren“. Und weiter: „So genau weiß man das nicht.“
    So sieht es aus, wenn Journalisten nicht verstehen wollen. Zwar darf man davon ausgehen, dass Feldenkirchen als Autor im Spiegel-Hauptstadtstudio sehr wohl „weiß“, worum es den Demonstrierenden geht. Natürlich bedient sich der Spiegel-Journalist hier der Ironie, um, was auch im weiteren Textverlauf deutlich wird, zum Ausdruck zu bringen, dass er die Ansichten der Demonstranten nicht ansatzweise nachvollziehen kann. Doch gerade auch dadurch kommt zum Vorschein, wie sehr die persönliche Einstellung mit der journalistischen „Ansprache“, die doch eigentlich prägend für den Newsletter des Spiegels sein sollte, auf eine Weise vermischt wird, dass von Journalismus kaum noch etwas übrig bleibt.
    Von der Spiegel-Redaktion heißt es, der „Politik-Newsletter“ informiere über die „wichtigsten Nachrichten“ und ordne ihre Bedeutung ein. Informieren? Das klingt sachlich. Einordnen auch. Doch was Feldenkrichen abliefert, ist weder im journalistischen, also weitestgehend objektiven Sinne, wirklich „informativ“ noch journalistisch sauber „eingeordnet“. Der „Informationsgehalt“ genauso wie die „Einordnung“ sind in ihrem Gesamtzusammenhang als weltanschaulich basiert und motiviert zu betrachten. Die „journalistische“ „Information“ und „Einordnung“ stammt aus der Sinnprovinz eines Autoren, der kein Wort über das ausgefeilte Hygienekonzept der Demo-Veranstalter verliert (siehe hierzu den Beschluss des Berliner Verwaltungsgerichts), der sich aber selbst in einem anderen Beitrag als „Corona-Spießer“ outet und seinen Lesern mitteilt, bei seinem Weg auf dem Bürgersteig gehe er in „Schlangenlinien“, weil seine Mitbürger die Masken nicht korrekt tragen. Kein Wort auch zu den „Backpfeifen“, die das Berliner Verwaltungsgericht im Hinblick auf die Absage der Demonstration verteilt hat. Politischer Journalismus? Um Himmelswillen, wenn es darauf ankommt, dann bitte nicht zu sehr gegen die Politik.
    Würde es sich bei diesen Einlassungen um Ausnahmen handeln, könnte man darüber schmunzeln und dem Spiegel-Autor raten, sich zu entspannen, durchzuatmen und zu begreifen, dass das Leben grundsätzlich gefährlich ist und mit oder ohne Angst immer tödlich enden wird. Doch wer die Berichterstattung zu den Corona-Maßnahmen verfolgt, muss feststellen, dass innerhalb der großen Medien sehr viele Journalisten – wer hätte es gedacht – sehr ähnlich ticken, eine sozialstrukturell ausgeformte Zensur entstanden ist. Wieder einmal besteht weitestgehende Einigkeit darin, dass man getrost über die nun bereits seit Monaten andauernden Grundrechtseingriffe hinwegsehen darf und man doch bitte seine Maske auch „korrekt“ tragen möge.
    Es ist, und das ist die bittere Ironie, gerade diese Uniformität in den Medien, was die Corona-Berichterstattung angeht, die auch dazu führt, dass ein Teil der Bürger auf die Straßen geht. Wenn die Presse es nicht schafft, innerhalb der großen Diskursplätze Meinungspluralismus mit der gebotenen Sorgfalt abzubilden, dann trägt sie selbst zu einer fragmentierten Öffentlichkeit bei. Bei Lichte betrachtet sind all die alternativen Medien genauso wie die „Corona-Demonstrationen“ auch das Produkt jener Medienvertreter, die so sehr gegen alles wettern, was den eigenen Wirklichkeitsüberzeugungen entgegensteht.
    Um zu sehen, wie sehr weltanschaulich motiviert Journalismus ist, muss man sich nur vor Augen führen, wie Medien etwa mit den Autoren des Buches „Corona Fehlalarm?“, das seit 10 Wochen auf Platz eins der Spiegelbeststellerliste steht, oder mit dem Veranstalter der „Corona-Demo“, Michael Ballweg, umgehen. Man redet – von Ausnahmen abgesehen – nicht mit Ihnen, sondern allenfalls über sie. Warum saßen beispielsweise Sucharit Bhakdi und Ballweg nicht in den großen Polit-Talkshows? Die Antwort ist zwar denkbar einfach, aber sie ist für Medien, die gerne die Fahne der Demokratie in Sonntagsreden beschwören, ein Armutszeugnis. Bhakdi und Ballweg saßen noch nicht bei Illner und Co, weil damit die Grenzen des öffentlich Sagbaren überschritten würden. Alle Ansichten, die außerhalb des engen Meinungskorridors der Mainstream-Medien liegen, sind unerwünscht.
    Auch wenn es selbstverständlich Aufgabe der Presse ist, Sinn und Unsinn voneinander zu trennen, kann und darf sie nicht beanspruchen, sich in die Position des obersten Bestimmers der legitimen Wirklichkeit zu erheben. Aufgabe einer funktionierenden Presse ist es, auch diametral gegenüberstehende Ansichten in einem ausgewogenen Verhältnis Raum zu verschaffen. Was Sinn und was Unsinn ist, was Wahrheit und was falsch ist, was gar eine Lüge ist, das darf, kann, soll und muss die Presse ansprechen. Aber, wenn Journalisten dabei einen Glaubwürdigkeitsanspruch erheben, dürfen sie journalistische Standards nicht dem persönlichen Weltbild unterordnen – doch genau das passiert immer und immer wieder.
    Feldenkirchen war es auch, der bereits im Mai, als die Corona-Kritiker sich weiter formierten, zu einem abscheulichen Mittel gegriffen hat: der öffentlichen Psychiatrisierung von Demonstranten. „Leider haben“, so der Spiegel-Autor, „viele, die auf den Straßen und im Netz gerade die große Verschwörung beschwören, chronisch einen an der Waffel. Für manche Demonstranten hält die Psychiatrie effektivere Hilfen bereit als die Politik.“
    Dass die Verantwortlichen beim Spiegel so etwas durchgehen lassen, spricht Bände. Ja, um die Presse ist es noch schlechter bestellt als gedacht.

    Quelle: https://multipolar-magazin.de/artike...t-journalismus
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  10. #20
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