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Thema: Mission Rosetta:

  1. #1
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    Mission Rosetta:

    Neue Auswertungen: Lander Philae liegt gekippt im Schatten

    Minilabor dürfte bei der endgültigen Landung auf eine Seite gekippt sein - Zum größten Problem könnte die schattige Lage des Standorts werden

    Darmstadt/Wien - Nach den unvorhergesehenen Komplikationen bei der Landung des Minilabors Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko am Mittwoch dürfte das Landegerät auf eine Seite gekippt sein. Wie neueste Datenanalysen zeigen, empfängt es am neuen Standort weniger Sonnenenergie als vorgesehen.


    Mittlerweile ist klar, dass Philae aufgrund der fehlenden Verankerung nicht nur zwei-, sondern sogar dreimal auf dem Kometen aufgekommen ist: Nach der ersten Landung "hüpfte" der Lander noch zweimal.


    Der erste Sprung habe etwa zwei Stunden, der zweite rund sieben Minuten gedauert, sagte Philae-Landungsleiter Stephan Ulamec. Die erste Landung dürfte zwar ziemlich genau am Zielort stattgefunden haben, wo genau Philae dann aber endgültig landete, ist derzeit noch nicht ganz klar.



    screenshot: esa


    Der rote Markierung zeigt den geplanten Landepunkt, Philae dürfte sich aber irgendwo im blauen Feld befinden. Im Bild: Philae-Landungsleiter Stephan Ulamec.

    Schräglage am Kraterrand

    Bilder von der Umgebung legen allerdings die Vermutung nahe, dass das Landegerät an einem Kraterrand auf der Kopfseite des Kometen aufgesetzt ist und schräg liegt. Die unmittelbare Umgebung scheint zumindest teilweise von Felsbrocken blockiert zu sein.
    Dass der Lander um etwa 90 Grad gekippt ist, dürfte die Erforschung der Kometenoberfläche ziemlich erschweren. So ist etwa unklar, ob aus diesem Winkel überhaupt Bodenproben entnommen werden können. Das noch größere Problem ist aber die schattige Lage des Standorts: Statt sechs Stunden pro Tag bekommt Philae dort wohl nur 1,5 Stunden lang Sonne ab, hieß es. Für die Stromversorgung könnte das dramatische Folgen haben.


    Derzeit arbeite Philae normal, die Energie dafür stammt allerdings von einer Batterie, die nur für etwa 60 Stunden Strom liefert. Danach ist der Lander von der Sonnenenergie abhängig.
    Die Forscher hoffen dennoch, dass das Landegerät einen Großteil der geplanten Experimente ausführen kann. "Das Wichtigste ist, dass alle Instrumente funktionieren", sagte der Planetologe Tilman Spohn in Köln. "Wir können ein gutes Stück von dem abarbeiten, was wir uns vorgenommen haben."
    Fixierungsprobleme noch ungeklärt

    Die Landung am gestrigen Mittwoch war zwar ein Erfolg, beim Aufsetzen gab es jedoch Schwierigkeiten. Zwei Harpunen zum Verankern des Landers wurden nicht ausgelöst, eine Düse zum Aufdrücken des Labors auf dem Kometen funktionierte nicht.
    Die Ursache der Fixierungsprobleme ist noch nicht geklärt. Möglicherweise seien die Auslöseimpulse am Boden zu schwach gewesen, um den Verankerungsmechanismus auszulösen, hieß es am Nachmittag.

    Erste Aufnahme von Philae auf der Oberfläche des
    Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko.


    Panoramaaufnahme des Landers.


    In Philaes Nähe befindet sich dieser Felsen,
    der exakte Abstand ist unklar.


    In Philaes Nähe befindet sich dieser Felsen,
    der exakte Abstand ist unklar.


    Quelle: http://derstandard.at/2000008084284/...uf-Fehlersuche

    LG

  2. #2
    Super-Moderator Avatar von Stone
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    Philae ist im Tiefschlaf

    Philae ist im Tiefschlaf

    Philaes Akkus sind fast leer, und die Solarzellen bekommen nicht genügend Sonnenlicht. Deshalb wurde das Landefahrzeug in den Tiefschlaf versetzt. Zuvor konnten zumindest wichtige Daten übermittelt werden. Ob Philae wieder aufwacht, ist ungewiss.
    "Signalverlust, keine weitere Kommunikation mehr", teilte die Europäische Weltraumagentur Esa in einer Twitter-Botschaft mit. Das Landefahrzeug Philae ist jetzt im Tiefschlaf. Das Minilabor Philae hat um 01.36 Uhr am frühen Samstagmorgen wegen leerer Akkus seine Arbeit auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko - genannt Tschuri - eingestellt. Ob es noch einmal Kontakt über Rosetta zur Erde aufnehmen kann, ist fraglich.



    • Das erste Bild von Philae auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko. Es ist Teil... (Foto: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)


    Denn Philae geht der Strom aus. Die Akkus waren ohnehin nur für einen 60-stündigen Betrieb gedacht. Danach sollten Philaes Solarzellen die Stromversorgung des Landefahrzeugs übernehmen. Wegen des ungünstigen Landeplatzes bekommen sie aber nicht genügend Sonnenlicht von unserem fast 650 Millionen Kilometer entfernten Zentralgestirn. Am Freitag gelang es der Bodenkontrolle, Philae noch um 35 Grad zu drehen, damit die Solarzellen mehr Licht einfangen können. Ob das funktioniert, ist noch offen.
    Daten erfolgreich heruntergeladen

    Dennoch verbuchen die Wissenschaftler im Esa-Zentrum in Darmstadt die Mission als Erfolg. Alle bisher gesammelten Daten wurden den Angaben zufolge erfolgreich heruntergeladen. "Wir sind in dem Zeitrahmen geblieben, den wir uns vorgestellt haben", sagte Esa-Sprecher Bernhard von Weyhe in Darmstadt.
    Den Kontrolleuren beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln gelang es am späten Freitagabend noch einmal, mit dem Lander zu kommunizieren. Projektleiter Stephan Ulamec vom DLR sprach von "letzten Zuckungen von Philae". Möglicherweise könnte das Labor wieder Energie tanken, wenn es auf Tschuri Richtung Sonne gehe. "Das wird aber wahrscheinlich nicht in den nächsten zwei Monaten sein", sagte der technische Leiter des Landers, Koen Geurts vom DLR-Kontrollzentrum. Irgendwann drohe allerdings der Hitzetod.
    Tschuri riecht nach faulen Eiern und Pferdestall

    Schon jetzt haben die Forscher herausgefunden: Auf Tschuri ist es dunkel und es stinkt - nach faulen Eiern und Pferdestall. Der Brocken braucht fast sieben Jahre, um die Sonne zu umrunden. Je näher der Komet unserem Zentralgestirn kommt, desto mehr verdampft von seinem Eis und desto stärker wird seine Ausgasung.
    Mit den von Philae gesammelten Daten wollen die Experten jetzt unter anderem die Zusammensetzung des Kometenkerns sowie die Bodenbeschaffenheit und Temperatur analysieren. Am Freitag wurde ein Thermometer des Instruments Mupus rund 35 Zentimeter tief in den Kometen gerammt, um die Festigkeit des Bodens zu testen und Informationen über seine Wärme zu bekommen.
    Wissenschaftler hoffen bei der Analyse der Daten auf Hinweise über die Entstehung des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren - ein Blick in die tiefste Vergangenheit des Universums. Erwartet werden Indizien dafür, wie Leben möglich wurde, etwa durch den Nachweis von organischen Molekülen.
    Quelle : http://www.golem.de/news/rosetta-mis...11-110570.html
    Was auch immer du tust, handle klug und bedenke das Ende


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