Guarani-Kaiowá: 170 Indigene wollen gemeinschaftlichen Selbstmord begehen
– das müssen wir verhindern!



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Ihre Drohung ist der grösste Akt der Würde der ihnen bleibt, sie wurden ausgeraubt, massakriert, ihre Häuptlinge wurden umgebracht und es wurde ihnen ein zynischer Gerichtsprozess aufgezwungen, den sie niemals gewinnen konnten.
Eine indigene Gemeindesprecherin der Guarani wurde im zentral-westlichen Brasilien ermordet, nachdem sie sich für die Rückgabe des angestammten Landes ihres Volkes eingesetzt hatte. Die 27-jährige Marinalva Manoel wurde wahrscheinlich vergewaltigt und erstochen. Ihre Leiche wurde im Graben neben einer Schnellstraße gefunden. [Lesen Sie dazu: Brasilien: Mord an Guarani-Anführerin – Ihre Kinder sterben und ihre Anführer werden erschossen]
Für die Guarani-Kaiowá ist Land die Quelle allen Lebens. Aber gewaltbereite Rancher haben das Gebiet der Guarani verwüstet und fast alles an sich gerissen.

Adieu grausame Welt. 170 Eingeborene wollen gemeinschaftlichen Selbstmord begehen.
Wie sollen Indianer mit Lendenschurz ihre Rechte verteidigen gegenüber einem inzestösen System aus Politik und Macht? Wut brennt in mir, wenn ich diese Ungerechtigkeit sehe, aber gleichzeitig glüht in meinem Herzen der Stolz, wenn ich ihren Mut sehe.
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Ein von den Führern der Eingeborenengemeinschaft der Guarani-Kaiowá aus dem Bundesstaat Mato Grosso do Sul unterzeichnetes Schreiben, kündigt den gemeinschaftlichen Selbstmord von 170 Personen (50 Männer, 50 Frauen und 70 Kinder) an, sollte das Urteil des Bundesgerichtshofes vollstreckt werden, das besagt, dem Stamm soll die „zurechtgebogene Farm“ genommen werden, auf der sie übergangsweise kampieren. Auf dem Gelände, das die Eingeborenen Tekoha (alter Friedhof) nennen, würden Zuckerrohr und Soja Plantagen angelegt und es ist auch für die Viehzucht vorbereitet worden.

Strafe weil sie auf dem eigenen Land leben
Sollten die Eingeborenen die Farm nicht räumen, sieht der Räumungsbefehl vor, dass die Nationale Indianerstiftung (Funai) eine Strafe von ca. 250 Dollar für jeden Tag, den sie auf dem Gelände bleiben, zahlen muss.
„Wir, die Eingeborenen haben das verfassungsmässige Recht unser Land zu besetzen und wir werden weiterkämpfen,“ unterstreicht der Stammeshäuptling der Guaraní-Indianer Vera Popygua, der Respekt für sein Volk fordert, das so schwer massakriert worden ist. Unsere Führer wurden getötet und das ist traurig und inakzeptabel. Er hält daran fest: „Wir sind eine fortschrittliche Gesellschaft im XXI. Jahrhundert. Das kann nicht geschehen, es darf nicht geschehen.”
Sollte der Räumungsbescheid nicht zurückgenommen werden, drohen die Eingeborenen damit, sich vor dem brasilianischen Gericht umzubringen und fordern dann in ihrer heiligen Erde am Ufer des Flusses Hovy beerdigt zu werden.
Die Eingeborenen fordern schon seit etlichen Jahren die Abgrenzung ihrer herkömmlichen Gebiete, die jetzt von Viehzüchtern besetzt sind und von bewaffneten Männern bewacht werden. Der Anführer der Fotovoltaikenergie in der Abgeordnetenkammer, Samey Filho, schickte diesen Brief an den Justizminister, mit der Bitte eine Tragödie zu verhindern.

Brief der Guarani
Gemeinsamer Brief der Guarani-Kaiowá Pyelito Kue/ Mbarakay – IguatemiMS an die Regierung und die Justiz von Brasilien
Wir, (50 Männer, 50 Frauen, 70 Kinder) vom Stamm der Guarani-Kaiowá aus tekoha Pyelito Kue/ Mbarakay unsere derzeitige und historische Situation darlegen, als auch eine endgültige Entscheidung treffen angesichts des Urteils ergangen vom Bundesgericht von Ashland, MS, Fall Nr. 0000032-872012.4.03.6006, am 29. September 2012.
Wir haben die Nachricht erhalten, dass unser Volk sehr bald angegriffen, geschändet und vom Fluss vertrieben werden soll, vom Bundesgericht von Ashland, MS.
Es ist uns klar, dass diese Entscheidung des Bundesgerichts die Gewalt gegen unser Leben noch vergrößern wird sowie unser Lebensrecht am Fluss Hovy und unseren traditionellen Gebieten von Pyelito Kue/ Mbarakay ignoriert.

Wir sind uns bewusst, dass das Urteil des Bundesgerichts von Ashland, MS Teil des historischen Genozids und der Ausrottung der indigenen Völker des Mato Grosso do Sul ist, was bedeutet, eine solche Handlung verletzt das Bundesgericht selbst und löscht unsere Leben aus!
Wir möchten der Regierung und dem Gericht sagen, dass wir das Vertrauen in die brasilianische Justiz verloren haben und die Hoffnung, ein Leben in Würde führen zu können auf unserem angestammten Gebiet. Wer sind wir, Gewalt gegen unser Leben zu beklagen? Warum die brasilianische Justiz? Das Bundesgericht schafft und befeuert die Gewalt gegen uns!

Wir haben die derzeitige Situation geprüft und beschlossen, dass wir sehr bald sterben werden, dass wir keine Möglichkeit sehen für ein würdiges und gerechtes Leben an den Ufern des Flusses. Wir lagern 50 m vom Fluss Hovy, wo es schon 4 Tote gegeben hat, 2 durch Selbstmord und 2 durch Schüsse und Folter der bewaffneten Männer.
Seit einem Jahr leben wir am Ufer des Hovy, ohne jede Hilfe, isoliert, von Bewaffneten umgeben und wir haben bis heute Widerstand geleistet. Wir essen einmal am Tag. Das alles legen wir dar um unser Land Pyelito viejo Kue/Mbarakay zurückzufordern.
Tatsächlich wissen wir genau, dass im Herzen unseres angestammten Territoriums mehrere unserer Großväter, Großmütter, Ururgroßväter und Ururgroßmutter und Urururgroßväter und Urururgroßmütter bestattet sind, es sind die Ruhestätten unserer Vorfahren. Da wir uns dieser Tatsache bewusst sind, wollen wir sterben und eben hier, bei unseren Ahnen begraben werden.
So fordere ich entweder das Urteil nicht auszuführen und unser Volk zu vertreiben oder, dessen gemeinsamen Selbstmord zu verkünden und uns alle dort zu begraben.
Bitte, ein für alle Mal, verkündet unsere endgültige Vernichtung und Ausrottung und schickt ein paar Traktoren, um ein großes Loch auszuheben um unsere Körper zu begraben. Das ist unsere Petition an die Bundesrichter.
Nun erwarten wir die Entscheidung des Bundesgerichts. Wir erklären unseren gemeinsamen Tod, der Guarani-Kaiowá Pyelito Kue/ Mbarakay. Begrabt uns dort gemeinsam. Wir sind fest entschlossen, weder lebend noch tot von dort wegzugehen.
Wir haben für Sie den Beitrag aus http://www.elciudadano.cl/ übersetzt.


LG Angeni