Italien macht Ernst: Innenminister Salvini räumt Europas größtes Migrantenlager und Drogen-Hotspot

Unter Innenminister Salvini geht Italien jetzt das größte Migrantenlager Europas an. Sein harter Kurs gegen die überbordende Migration findet unter der Bevölkerung Italiens breite Zustimmung.


Seit Donnerstag räumen die italienischen Behörden auf Anordnung von Innenminister Matteo Salvini das größte Migrantenlager Europas im sizilianischen Mineo nahe der Stadt Catania.
In dem als Drogen-Hotspot bekannten Aufnahmelager sind aktuell rund 1.200 Migranten untergebracht. Salvini hatte zuletzt die Schließung größerer Asyleinrichtungen angekündigt, zugunsten kleinerer Strukturen, berichtet die „Krone“.

In einem ersten Schritt wurden 50 Menschen, vornehmlich aus Bangladesch, aus Mineo nach Syrakus, Ragusa und Trapani auf Sizilien gebracht, wie die italienische Tageszeitung „La Stampa“ am Mittwoch berichtet haben soll. Bei ihnen handelt es sich demnach um abgelehnte Asylbewerber, die in Berufung gegangen waren und nun auf das Gerichtsurteil warten.

Drogen-Hotspot im Aufnahmelager


Weitere 100 Personen sollen noch bis Monatsende folgen. Das Aufnahmelager Mineo soll bis Ende 2019 geschlossen werden, so Salvini.
In letzter Zeit wurde das Lager als Drogen-Hotspot bekannt. Am 28. Januar wurden 19 Migranten eines ausgedehnten Dealerrings festgenommen, zumeist Nigerianer. Sie sollen die größten sizilianischen Städte mit Drogen belieferte haben.
Carmelo Zuccaro nach, dem Staatsanwalt von Catania, sei Mineo zu einer „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ geworden. Niemand habe kontrolliert, wer in der Einrichtung verkehre, was von kriminellen Ausländergruppen ausgenutzt worden sei.

Harter Kurs gegen Migration beliebt


Nach Angaben der „Krone“ erfreue sich Salvini wegen seines harten Migrations-Kurses großer Beliebtheit in der Bevölkerung. Er wolle „Ordnung in Italien schaffen“.
Zwei Wochen ist es etwa her, dass nahe Rom das Migrantenlager in Castelnuovo geräumt wurde, nach Mineo das zweitgrößte in Italien. Dabei wurden 300 Bewohner anderweitig untergebracht.

Die übrigen 200 Personen verloren ihr Asylrecht in Italien, da sie einen Aufenthaltsstatus hatten, der durch Salvinis „Sicherheitsdekret“ und die damit verbundene Verschärfung der Asylregeln entfallen sei. Sie gelten nun als Illegale. (sm)


Im Video: Innenminister Matteo Salvini bei der Zwangsräumung einer ehemaligen Fabrik. Hier im Romer Stadtteil San Basilio hausten zahlreiche Migranten und andere Obdachlose, nach Polizeischätzungen zeitweise bis zu 500 Migranten, zumeist aus Nordafrika. Bei der Räumung wurden noch rund 40 Migranten angetroffen, die dort ohne Strom und fließend Wasser lebten. Wohin die übrigen „Bewohner“ verschwunden waren, ist unklar.


LG