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Thema: Fake News

  1. #101
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    Fake News

    Die Umfrage des Qualitätsblattes "Welt" ist so lustig und bezeichnend, dass ich sie einfach bringen musste!

    Ja, natürlich sollten wir besser informiert werden!

    Aber der Staat (also dieses überhebliche Elitenkonglomerat aus Politik, Medien, etc.) wird uns nie und nimmer nicht korrekt informieren!

    LG
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  2. #102
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    Der Öl-Fake

    Zu den Themen Ölförderung, Ölverbrauch und Ölimport verbreitet Spiegel Online Fake News.

    Der Fracking-Boom in den USA ist nicht nur extrem umweltschädlich, er könnte auch die nächste große Blase sein, die platzt. Amerika bleibt extem abhängig von Ölimporten, und dies erklärt teilweise die Politik des Landes gegenüber Venezuela und dem Nahen Osten. In der Mainstream-Presse werden diese Zusammenhänge jedoch sorgfältig verschwiegen. Eine Auswertung von 700 auf Spiegel Online veröffentlichten Beiträgen der letzten sechs Jahre zu den Themen Ölförderung, Ölverbrauch, Ölimport und Ölreserven der USA entlarvt die Manipulation der Web-Plattform.

    Die USA sind seit Beginn der Ölförderung Ende des 19. Jahrhunderts einer der größten Erdölproduzenten und gleichzeitig der größte Erdölverbraucher der Welt. 40 Prozent der in den Vereinigten Staaten verbrauchten Primärenergie basieren auf Öl. Aufgrund seines immensen Bedarfs ist das Land seit den 1970er Jahren auch der größte Erdölimporteur der Welt. Damit sind die USA abhängig von Ölimporten aus Ländern mit großen und kostengünstig förderbaren Vorkommen dieses Rohstoffs.
    Der Fracking-Boom in den Vereinigten Staaten hat daran bisher nichts Wesentliches ändern können. Er stellt das letzte Aufbäumen der US-Ölindustrie dar, bevor sie aufgrund ihrer geringen verbliebenen Ölreserven spätestens Ende des nächsten Jahrzehnts größtenteils von Importen dieses fossilen Energieträgers abhängig sein werden. Folgt man jedoch der überwältigenden Mehrheit der Berichterstattung der letzten knapp sechs Jahre auf Spiegel Online, zeichnet sich ein gänzlich anderes Bild.
    Die Fakten

    Es bedarf nur weniger einfacher Zahlen, um die Abhängigkeit der USA von Ölimporten sowie den kurzfristigen Effekt des Fracking-Booms belegen zu können: Die Ölproduktion in den USA, die Ölimporte sowie die nachgewiesenen und wirtschaftlich förderbaren Ölreserven des Landes. Die US-Regierungsbehörde U.S. Energy Information Administration (EIA) veröffentlicht diese Daten regelmäßig und für jeden zugänglich auf ihrer Website. Für das Jahr 2016 lauten sie:


    Zum Vergleich: Der gesamte Ölverbrauch Deutschlands im Jahr 2017 lag bei 0,89 Milliarden Barrel.
    Die Zahlen sprechen für sich. Man benötigt keine Expertenmeinung, um zu erkennen, wie abhängig die USA von Erdölimporten sind. Man braucht noch nicht einmal einen Taschenrechner, um die kurze verbleibende Zeit zu überschlagen, in der die Erdölreserven in den Vereinigten Staaten nach heutigem Kenntnisstand aufgebraucht sein werden. Aus diesem Wissen lassen sich insbesondere aktuelle und zukünftige geopolitische Interessen der größten Militärmacht der Erde ableiten.
    Es ist unstrittig, dass die Förderung von Schieferöl mithilfe der Fracking-Methode in den USA zu einem Ungleichgewicht und einem Preiskampf auf dem internationalen Ölmarkt geführt hat. In Ländern wie Venezuela, das ähnlich wie Kanada aufgrund seiner kostenintensiven Förderung von Öl aus Ölsand auf hohe Preise angewiesen ist, hat der niedrige Ölpreis sogar eine Staatskrise ausgelöst.
    Selbst in den Vereinigten Staaten hatte der geringe internationale Preis für Erdöl ein Abebben des Fracking-Booms zur Folge. Zudem hat der Einsatz der Fracking-Methode zu einer Neubewertung der nachgewiesenen verbliebenen Ölreserven in den USA geführt. Die wirtschaftlich förderbaren Reserven sind zwischen 2008 und 2014 sprunghaft auf fast das Doppelte angestiegen (1).
    Doch daraus auf eine langfristige Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Ölimporten zu schließen, ist eine These, die sich anhand der Fakten nicht belegen lässt. Es lässt sich noch nicht einmal eindeutig nachweisen, dass die Förderung von Schieferöl zum aktuellen Ölpreis überhaupt wirtschaftlich ist. Es gibt Hinweise darauf, dass es sich beim Fracking-Boom in den USA bisher nur um eine Wette von Investoren handelt, die auf geringere Förderkosten, Neufunde von Schieferöl und einen dauerhaft hohen Ölpreis jenseits von 100 Dollar pro Barrel hoffen (2).
    Anspruch an eine seriöse Berichterstattung

    weiter hier: https://www.rubikon.news/artikel/der-ol-fake
    Liebe Grüße
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  3. #103
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    Fake News-Produzenten Springer, Burda, Funke & Co erklären sich selbst zur "Wahrheitspresse"

    Der Mainstream ist ein Witz!

    Fünf große deutsche Medienkonzerne haben sich zusammengeschlossen und nennen sich nun in bestem orwellschem Neusprech "True Media". Offizielles Motiv ist der angebliche Kampf gegen sogenannte "Fake News". Doch just diese Verlage ernteten die meisten Rügen des Presserates.

    Die Medienkonzerne Axel Springer SE, Hubert Burda Media, Bauer Media Group, Gruner + Jahr GmbH sowie die Funke Mediengruppe nennen sich seit dem 20. November "True Media", die deutsche Entsprechung wäre "Wahrheitspresse". Dass sich diese Kommerz-Medienhäuser einen gemeinsamen Ehrentitel zuerkannt haben, der direkte Assoziationen zum "Truth-Movement" weckt, welche dieselben Verlage unisono als "absolute Verschwörungstheoretiker" bezeichnen, ist bei weitem nicht die einzige unfreiwillige Ironie bei diesem Vorgang. Zeitgleich haben die Verlagshäuser aus diesem Anlass eine mehrere Punkte umfassende Agenda veröffentlicht:
    1. Wir sichern das publizistische Fundament für die pluralistische Demokratie
    Mit unseren journalistischen Inhalten informieren wir die Menschen in unserer pluralistischen, aufgeklärten Gesellschaft. Damit leisten wir einen unersetzlichen Beitrag zur Sicherung der Freiheit von Meinungen und Information in unserer Demokratie.
    2. Wir agieren mit Menschen für Menschen
    Während Algorithmen der Social Networks mit Reiz-Reaktion-Reflexen arbeiten und das Weltbild durch Filterblasen manipulieren, stellen wir den Menschen mit seiner Kraft zur eigenen Entscheidung in den Mittelpunkt. Unsere Marken und Produkte bestärken den mündigen Bürger und unterstützen seine freie Meinungsbildung – das können und wollen soziale Netzwerke nicht leisten.
    3. Wir investieren in die Wahrheit
    Unsere publizistische Verantwortung nehmen wir sehr ernst – in Print und Digital. Wir recherchieren, wir überprüfen und wir separieren die Wahrheit, auch die unbequeme, von der Falschinformation – ob es um politische, inspirierende oder unterhaltende Inhalte geht. Dafür beschäftigen unsere Häuser zusammen mehr als 9.000 ausgebildete Journalisten, die dafür jeden Tag im Sinne des Presserechts die Verantwortung übernehmen.
    Die formulierte Agenda ist in ihrer Anmaßung kaum zu übertreffen und führt sich selbst ad absurdum, wenn man sich vor Augen führt, welche Art von Printprodukten die genannten Medien-Unternehmen auf den Markt werfen:

    weiter hier: https://deutsch.rt.com/meinung/80071...hrheitspresse/
    LG
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  4. #104
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    Spiegel und Fake-News: Spitze des Eisbergs - Medienwissenschaftler Michael Meyen



    Dezember 2018: Spiegel-Fake-News: Medienwissenschaftler Michael Meyen: Spitze des Eisbergs. Der ehemalige „Fake-News“-Reporter des Hamburger Magazins „Der Spiegel“, Claas Relotius, steht weiter im Fokus. „Ich bin nicht wirklich von diesem Skandal überrascht“, sagt Medienwissenschaftler Michael Meyen aus München im Sputnik-Interview Quelle: https://bit.ly/2R78PuE
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  5. #105
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    „Kein Kommentar“: Wie Sputnik Stellungnahme zum „Spiegel-Skandal“ verwehrt bleibt

    Die „Fake-News“-Affäre des ehemaligen „Spiegel“-Reporters Claas Relotius schlägt weiter hohe Wellen. Die Medienrepublik diskutiert, das Netz debattiert, Medienwissenschaftler analysieren. Vielsagend ist auch, was Sputnik bei der Suche nach Kommentaren und Stellungnahmen erlebt. Ein Bericht.

    Eine Sputnik-Anfrage zum „Fake-News“-Skandal beim Magazin „Der Spiegel“ beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV) wurde mit folgender Antwort verweigert: „Wir geben russischen Medien in Deutschland generell keine Stellungnahmen zu dem Fall.“ Weitere Auskünfte blieben aus. Trotz Nachhakens der Berliner und Moskauer Sputnik-Büros.

    Am Mittwoch machte das Hamburger Magazin „Der Spiegel“ in einem eigenen Beitrag öffentlich, dass der frühere „Spiegel“-Journalist Claas Relotius Geschichten erfunden, gefälscht und frisiert habe. Sputnik berichtete.
    Daraufhin stellte am Donnerstag ein Redakteur des Berliner Sputnik-Büros eine telefonische Anfrage an die Pressestelle des „Deutschen Journalisten-Verbandes“ (DJV) zu dem Fall.
    „Wir können Ihnen dazu keine Stellungnahme oder einen Kommentar geben“, sagte daraufhin eine Mitarbeiterin der DJV-Pressestelle gegenüber Sputnik.
    Kurze Zeit später rief eine Redakteurin des Sputnik-Büros in Moskau bei der Pressestelle an. Mit dem gleichen Ergebnis. Die DJV-Sprecherin wiederholte den Standpunkt.

    Die Pressestelle des DJV gebe zur „Fake-News“-Affäre des „Spiegel“ grundsätzlich „russischen Medien keine Stellungnahmen, keine Interviews. Den russischen Medien generell nicht.“ Es seien alle in Russland beheimateten Medien betroffen, die in Deutschland arbeiten.
    Dann gab die Sputnik-Kollegin aus Moskau zu verstehen, dass sie von einem Sprecher der DJV-Pressestelle in der Vergangenheit „Kommentare bekommen“ habe. Darauf erwiderte die DJV-Sprecherin, dazu könne sie „jetzt nichts weiter sagen“. Dies sei der Stand.
    Sputnik Deutschland äußerte Bedauern über den Vorfall. Für eine weitere Zusammenarbeit mit dem DJV zeigt sich die Redaktionsleitung aber weiterhin offen.

    Quelle: https://de.sputniknews.com/panorama/...iegel-skandal/
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  6. #106
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    Ex-"Spiegel"-Redakteur gibt Reporterpreise zurück

    Da in etlichen Artikeln jetzt, wahrscheinlich bewusst, der Name weggelassen wird, sei er hier nochmals explizit erwähnt:

    Claas Relotius

    Der ehemalige Spiegel-Redakteur, dem zahlreiche Fälschungen zur Last gelegt werden, hat vier seiner zahlreichen Reporterpreise zurückgegeben. Der Journalist habe auf den vier Mal an ihn verliehenen Deutschen Reporterpreis verzichtet, sagte der Journalist Cordt Schnibben vom Reporter-Forum am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.
    Der Ex-Spiegel-Redakteur habe sich per SMS beim Reporter-Forum gemeldet und sich entschuldigt. Damit sei er einer Aberkennung des Preises zuvorgekommen. Er war in den Jahren 2013, 2015, 2016 und 2018 ausgezeichnet worden.
    Zudem wurde dem Journalisten ein Preis des US-Nachrichtensenders CNN aus dem Jahr 2014 aberkannt. Eine unabhängige Jury hatte den Reporter damals in den Kategorien "CNN Journalist des Jahres" und "Print" ausgezeichnet, wie der Sender mitteilte. Angesichts der Spiegel-Berichterstattung über die Betrugsfälle habe die damalige Jury erneut getagt und einstimmig beide Preise aberkannt.

    Das Reporter-Forum, das seit 2009 den Reporterpreis verleiht, äußerte sich "entsetzt und wütend" über die "geradezu kriminelle Energie", mit der auch die Organisatoren des Reporterpreises und die Juroren von dem Journalisten getäuscht worden seien.
    Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte am Mittwoch den schweren journalistischen Betrugsfall im eigenen Haus öffentlich gemacht. Der Reporter habe in "großem Umfang seine eigenen Berichte gefälscht und Protagonisten erfunden", hieß es in einem Bericht auf Spiegel Online.

    Quelle: https://deutsch.rt.com/newsticker/81...eporterpreise/
    Die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht der einzige "Fake-Reporter" ist, liegt sehr hoch!

    LG
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  7. #107
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    Fergus Falls US-Kleinstadt vom Fall Relotius betroffen

    Der Spiegel ist in die Offensive gegangen und versucht zu retten, was zu retten ist!

    Aber dieses Lügenblatt ist nicht zu retten!

    Claas Relotius hat über das amerikanische Dorf Fergus Falls eine SPIEGEL-Geschichte geschrieben. Zwei Einwohner haben seine Reportage überprüft. Ihr Urteil ist vernichtend. Dieser Fall zeigt exemplarisch, dass die Sicherheitsmechanismen der Redaktion versagt haben.
    Anderson, Krohn aus Fergus Falls

    Im März 2017 veröffentlichte der SPIEGEL die Reportage "In einer kleinen Stadt". Sie spielt in Fergus Falls, einer Kleinstadt im Bundestaat Minnesota, die typisch sei für das ländliche Amerika, das Donald Trump zum US-Präsidenten machte. Geschrieben hat die Geschichte der damalige SPIEGEL-Redakteuer Claas Relotius, der sich für die Recherche knapp einen Monat in Fergus Falls aufgehalten haben will.
    Eine Woche nach der Veröffentlichung des Artikels lasen ihn Michele Anderson und Jake Krohn, zwei Bewohner von Fergus Falls, so schreiben sie es später in einem Text , den sie online veröffentlicht haben, nachdem der Fall Relotius aufgeflogen war.
    Sofort seien ihnen Zweifel am Inhalt der Relotius-Geschichte gekommen, so Anderson und Krohn. Sie dachten erst, dass es sich vielleicht um einen Übersetzungsfehler handeln könnte - sie haben den Artikel mit Google Translate aus dem Deutschen ins Englische umgewandelt. Doch auch, nachdem sie eine professionelle Übersetzung gelesen haben, bleiben die Zweifel. Also beschließen sie eigenen Angaben zufolge, die Behauptungen von Claas Relotius selbst zu überprüfen.
    Am Mittwoch, nachdem Der SPIEGEL den Betrugsfall im eigenen Haus enthüllte, veröffentlichen sie ihre Ergebnisse unter der Überschrift "Der SPIEGEL-Journalist hat sich mit der falschen Kleinstadt angelegt" ("Der Spiegel journalist messed with the wrong small town"). Eineinhalb Jahre lang haben die beiden eigenen Angaben zufolge die Relotius-Reportage untersucht. "Rückblickend, ja, wir wünschen uns, dass wir uns früher entschiedener zu Wort gemeldet hätten. Aber hätte uns jemand geglaubt?", schrieb Krohn auf Twitter.
    Ihr Fazit:
    "Auf 7300 Wörtern hat er (gemeint ist Reporter Relotius, Anm. d. Redaktion) nur die Einwohnerzahl unserer Stadt und die jährliche Durchschnittstemperatur richtig wiedergegeben, und ein paar grundsätzliche Dinge wie die Namen von Geschäften und Personen des öffentlichen Lebens - Dinge, die ein Kind mit einer Google-Suche hätte herausfinden können. Der Rest ist ungehemmte Fiktion (sogar so schlampig, wie die falsche Zahl zu zitieren, dass bei der Präsidentschaftswahl Trump eine Unterstützung von 70,4 Prozent in der Stadt hatte, tatsächlich waren es 62,6 Prozent), was die Frage aufwirft, wieso der SPIEGEL überhaupt in Relotius' dreiwöchige Reise in die USA investierte, ob sie ihr Geld von ihm zurück verlangen sollten, und was für ein institutioneller Zusammenbruch dazu führte, dass das SPIEGEL-Faktenchecker-Team - vorgeblich Weltklasse - hierbei totalen Mist baute."
    Relotius habe die ländliche, vergessene Kleinstadt tendenziös dargestellt und hässliche, übertriebene Vorurteile zementiert. In der Reportage seien so viele Lügen enthalten, dass Anderson und Krohn sich in ihrer Anklage auf die "elf absurdesten" beschränken wollten. Der SPIEGEL dokumentiert die Vorwürfe an dieser Stelle, ohne bislang jeden einzelnen überprüft zu haben. (Welche Fakten bislang überprüft sind, lesen Sie ganz am Ende dieses Textes.) Ein SPIEGEL-Reporter ist derzeit unterwegs in die Kleinstadt, um den Hinweisen und Vorwürfen nachzugehen.
    Dies sind die laut Anderson und Krohn "absurdesten Lügen":
    1. Der schlafende Drache
    Relotius behauptete, die Stadt liege in einem dunklen Wald, der so aussehe, als könnten Drachen darin leben. Am Stadteingang stehe ein Schild, auf dem stehe "Willkommen in Fergus Falls, der Heimat von verdammt guten Leuten".
    "Fergus Falls liegt in der Steppe", schreiben Anderson und Krohn. Es gebe kaum Bäume. Und auf dem Schild am Stadteingang stehe lediglich "Willkommen in Fergus Falls".
    2. Der bewaffnete, jungfräuliche Bürgermeister
    In der Relotius-Reportage wird der City Administrator Andrew Bremseth als 27-Jähriger dargestellt, der noch nie eine Freundin gehabt habe, immer eine Beretta Kaliber 9mm bei sich trage und französische Philosophen des 18. Jahrhunderts bevorzuge.
    All dies sei unzutreffend, sagte Bremseths laut Anderson und Krohn.
    3. Die Stadt, die besessen von "American Sniper" ist
    Relotius schreibt, dass im Kino von Fergus Falls der Kriegsfilm "American Sniper" auch zwei Jahre seit dem offiziellen Kinostart noch immer gezeigt werde.
    "Diese Anekdote, die Relotius' übertriebene Geschichte einer Einwanderer fürchtenden, waffenbesessenen Kleinstadt tragen sollte, war am einfachsten zu überprüfen und gleichzeitig die seltsamste, zufälligste Lüge, die er fabrizierte", schreiben Anderson und Krohn. Rund einen Monat, vom 16. Januar bis zum 19. Februar 2015, wurde "American Sniper" im Kino von Fergus Falls gezeigt, schrieb ihnen eigenen Angaben zufolge der Betreiber des Kinos per E-Mail.
    Der Fall Relotius



    4. Neil, der Kohlewerkarbeiter, der so nicht heißt
    Neil Becker, ein blonder, 57-jähriger Arbeiter in einem Kohlewerk, kommt in dem Artikel vor - mit Foto.
    "Wir kennen alle diesen Mann", schreiben Anderson und Krohn. "Das ist der einzig wahre Doug Becker, der für den Postdienst UPS arbeitet und lange das Fergus Falls Fitness Center leitete".
    5. Die Vermischung von Israel und Maria
    "Auch Maria Rodriguez, eine Mutter und Restaurantinhaberin aus Mexiko, die vor Jahren in die USA kam, sieht Trump als ihren Retter", schrieb Relotius. Sie habe eine Nierenerkrankung, deren Behandlung immer teurer werde, und einen 15-jährigen Sohn namens Israel, der in der Schule gemobbt werde.
    Die Erkrankung sei erfunden, schreiben Anderson und Krohn. Auch heiße der Sohn von Maria Rodriguez nicht Israel, sondern Pablo; sie sei zudem nicht die Restaurantbesitzerin, sondern Kellnerin. Relotius habe ein Foto von Pablo Rodriguez aufgenommen, jedoch nicht mit ihm gesprochen.
    6. Der Blick vom "Viking Cafe"
    Relotius schrieb, dass man vom "Viking Cafe" das Kohlekraftwerk mit seinen sechs Schornsteinen sehen könne.
    Das "Viking Cafe" habe kaum Fenster, schreiben Krohn und Anderson, nur ein paar kleine auf der Vorderseite, von denen aus man die Straße sehe. Dies liege rund drei Kilometer entfernt in der anderen Richtung, hinter einem bebauten Hügel und habe zudem nur einen Schornstein, schreiben Anderson und Krohn.
    7. Quizz-Lüge
    In dem Artikel heißt es, dass im Rathaus von Fergus Falls der City Administrator Andrew Bremseth Kurse anbiete wie "Ipad für Anfänger" und Veranstaltungen wie Quizze über TV-Serien wie "Game of Thrones".
    Dies sei frei erfunden, schreiben Anderson und Krohn.
    8. Sicherheitsmaßnahmen in der High School
    Der Eingang der örtlichen High School sei durch drei Panzerglastüren und einen Waffenscanner gesichert, heißt es in der Reportage von Claas Relotius.
    Tatsächlich habe die Schule zwei Eingangstüren, nicht drei. Ob sie tatsächlich aus Panzerglas seien, wüssten sie nicht, schreiben Anderson und Krohn.
    9. Heimliches Super-Bowl-Schauen in der Brauerei?
    Relotius beschreibt, dass City Administrator Bremseth im Restaurant "Union Pizza" den Super Bowl, das Finale der American Football Profiliga, schaute.
    Das Finale habe an einem Sonntag stattgefunden - dem Ruhetag des "Union Pizza", schreiben Anderson und Krohn. Als sie den Betreiber der Pizzeria fragten, ob das Restaurant möglicherweise heimlich für ihn am Super Bowl geöffnet hatte, sei dieser überrascht gewesen. Bremseth sagte, er habe das Finale nicht dort geschaut.
    10. Der großartige "Western Abend", zu dem niemand eingeladen war
    In der Relotius-Reportage wird ein Sommerabend beschrieben, an dem sich alle wie in einem Western verkleidet hätten. Sand und Stroh sei auf die Veranda einer Bar gestreut worden, halbe Rinder rotierten auf dem Grill.
    "Wir finden das urkomisch, wenn nicht gar inspirierend für eine zukünftige Veranstaltungsidee", schreiben Anderson und Krohn. Bisher habe es eine solche Party in Fergus Falls nie gegeben.
    11. Der High-School-Ausflug nach New York
    Relotius behauptet, dass die örtliche High School einen Ausflug nach New York City gemacht habe und dort im Trump Tower gewesen sei, nicht jedoch bei der Freiheitsstatue.
    Anderson und Krohn konnten keine Schulklasse finden, die einen Ausflug nach New York gemacht hatte, und auch der Schüler, den er zitierte, war nicht zu finden.
    Der SPIEGEL hat in einem ersten Schritt seine Dokumentationsabteilung das Manuskript der Relotius-Geschichte noch einmal in Stichproben prüfen lassen - und musste feststellen, dass bei der Verifikation tatsächlich nicht sauber gearbeitet wurde. (Mehr zu den Sicherheitsmechanismen des Hauses lesen Sie hier.)
    Ein paar Detail-Beispiele, die auffielen:

    So sind es von Fergus Falls nicht 2200 Kilometer nach New York, wie es im Text steht, sondern nur 1888.
    Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass ein zitierter Protagonist gesagt hat, er würde auf der Jagd Wölfe schießen, denn diese stehen in Minnesota unter Schutz.
    Auch die Existenz eines ausgestopften Wildschweins im Rathaus, das erwähnt wird, ist nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich, denn es gibt in Minnesota keine Wildschweine.
    Das Wahlergebnis der Präsidentschaftswahl 2012 ist ebenso falsch, wie die Aussage, dass die 40 Jahre zuvor immer für demokratische Kandidaten gestimmt wurde. So stimmte man dort 2012 für den Republikaner Mitt Romney.
    Der SPIEGEL hat Fakten also nicht so sauber überprüft, wie es seine Statuten vorsehen. Zu sehr haben sich Redaktion und Dokumentation auf die vermeintliche Glaubwürdigkeit des Reporters verlassen. Hauseigene Verifikationsrichtlinien, nach denen zum Beispiel Orts - und Millieubeschreibungen in Reportagen nur eingeschränkt überprüft werden, wurden zu großzügig ausgelegt.
    Die erste erneute Überprüfung zeigt aber auch: Selbst wenn die Geschichte sauber nach den eigentlich gültigen Standards des Hauses verifiziert worden und alle offensichtlichen Fehler und Ungenauigkeiten ausgeräumt getilgt wären - weite Teile des Textes könnten immer noch Fiktion sein. Der SPIEGEL kann sich nur entschuldigen bei den Bewohnern von Fergus Falls: We are sorry.
    Die von Relotius verfassten Artikel bleiben bis zu einer weitgehenden Klärung der Vorwürfe unverändert, aber mit einem Hinweis versehen im Archiv, das online zugänglich ist, auch um Nachforschungen zu ermöglichen. Wir bitten um Hinweise an hinweise@spiegel.de.
    Anmerkung: In einer früheren Version hieß es, Relotius habe geschrieben, dass in der Bücherei von Fergus Falls Kurse angeboten werden wie "iPad für Anfänger". Tatsächlich hatte Relotius geschrieben, der City Administrator Andrew Bremseth würde diese Veranstaltungen im Rathaus anbieten. Wir haben die Stelle korrigiert.

    Quelle: www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fall-claas-relotius-us-kleinstadt-fergus-falls-vom-betrug-beim-spiegel-betroffen-a-1244806.html
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    Faking news? No problem! Top German journalist did it for years



    Invention & deception in Germany, where a top journalist from the respected Der Spiegel newspaper has been sacked for making up stories for years.
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  9. #109
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    Medien: Haltung statt Wahrheitssuche



    Die FakeNews beim SPIEGEL sind kein Einzelfall: Statt zu versuchen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen, ersetzen Journalisten Recherche durch Haltung. Diese Einstellung droht den Journalismus in Verruf zu bringen - und FakeNews als Instrument der Denunziation fällt auf die Erfinder zurück.
    Liebe Grüße
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    Fake-News-König Relotius: Sinnbild für Merkel-Deutschland wie „Hauptmann von Köpenick“ für den Wilhelminismus

    Genau, diese Leute haben alle das Rückgrat einer Qualle!

    Alexander Wendt vom Blog „Publico“ hält die Empörung von Journalisten über ihren geschassten Kollegen Claas Relotius für scheinheilig: Nicht er als Person sei das eigentliche Problem, sondern der Typus des Haltungsjournalisten, den er verkörpert.

    In einem Kommentar auf seinem Blog Publico fordert Alexander Wendt „Gerechtigkeit für Claas Relotius“. Für ihn steht fest:
    „In der Art und Weise, wie jetzt viele über Relotius als Person und nicht als Typus herfallen, zeigt sich eine tiefe Ungerechtigkeit.“
    Die Geschichte von Claas Relotius sei eine Wahrheitsgeschichte. Sie greife wie alle Geschichten, die eine ganze Szenerie erleuchteten, weit über ihren Ursprung hinaus. Die Figur Relotius selbst sei „eine serielle, und deshalb erzählen wir seine Geschichte, um es mit Thomas Mann zu sagen, um ihretwillen, nicht seinetwegen, denn er ist simpel“.
    Immerhin sei das problematische an der Affäre rund um Jürgen Schneider auch nicht dieser selbst, sondern jene Banker, die es nie gemerkt haben wollen, dass seine Angaben über die Quadratmeterzahl der Zeilgalerie in Frankfurt am Main sogar von seinen eigenen Baustellenschildern erheblich abwichen. Und auch im Fall des Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi sei nicht dieser selbst die eigentlich handelnde Figur gewesen, sondern „Kunstsachverständige, Museumsdirektoren und Sammler, die unbedingt daran glauben wollten, dass jemand einen unbekannten Max Ernst und einen nie gesehenen Franz Marc nach dem anderen aus einer Alibabahöhle ziehen konnte“.
    Der Fall Relotius wiederum jedoch besitzt, zitiert Wendt seinen Kollegen Bernd Zeller, „für die merkelistische Bundesrepublik mindestens die gleiche Signifikanz wie der Marsch des Hauptmann von Köpenick für das wilhelminische Deutschland“. Schreiber Relotius sei „eine so überragende Wahrheitsfigur wie des seinerzeit Schuster Voigt war, der an die Stadtkasse nur kommen konnte, weil er in die richtige Hülle schlüpfte und Haltung zeigte“.
    „Extramessbecher Kitsch macht das Gute garantiert besser bekömmlich“

    Relotius hat, so beschreibt es Wendt, den Katechismus des deutschen Haltungsjournalismus und des Juste Milieus, dessen Befindlichkeiten dieser artikuliert, im Grunde nur durch Kreativität und angenehmes Wortgeklingel besser verdaulich machen wollen:
    „Jede im eigenen Sud gargezogene Bewegung folgt einem Katechismus. Im Fall des deutschen guten medienwirklichkeitsschaffenden und sehr unvielfältigen Milieus kann der Katechismus flott heruntergebetet werden: Rechts ist schlecht, und der rechte Rand beginnt mit Alice Schwarzer und Boris Palmer, Ostler sind schlecht, denn sie sind nicht so wie wir, wer aus dem globalen Süden nach Europa kommt, ist ein Flüchtling und bringt ein goldenes Herz mit, Trump ist dumm und dumpf und sein Ende seit 2016 nur eine Frage von Tagen, der Kapitalismus ist unser Unglück, und wahrlich, jede Wärme, Kälte, Nässe und Trockenheit ist ein untrügliches Zeichen der Klimakatastrophe, außerdem sind die Juden in Israel schuld an aller Gewalt im Nahen Osten.
    Um diesen immergrünen Erkenntnissen zu genügen, sind Hinzufügungen, Weglassungen, Ausschmückungen wie gelegentliche Kompletterfindungen nicht nur erlaubt, sondern geboten, und der Extramessbecher Kitsch macht das Gute garantiert besser bekömmlich.“
    Was Relotius sich geleistet habe, sei jedoch weder neu noch für deutsche Leitmedien untypisch. Vielmehr habe es bereits eine Vielzahl an Fällen gegeben, in denen ein kolportierter Sachverhalt und die moralische Haltung, die deutsche Journalisten dazu einzunehmen hatte, so klar gewesen wäre, dass jede Nachfrage hinsichtlich der Fakten möglicherweise schon den Fragenden selbst ins Zwielicht gesetzt hätte.
    Der Skandal von Sebnitz: Mit Fake-News ins neue Jahrtausend

    Wendt blickt zurück auf mehrere Medienskandale seit der Jahrtausendwende, und diese verbindet sich gleich mit einem besonders gravierenden Fall von Kompletterfindung. Am 13. Juni 1997 war der sechsjährige irakisch-deutsche Junge Joseph Kantelberg-Abdullah im Freibad von Sebnitz ertrunken. Im November 2000 berichteten die ersten Medien von Haftbefehlen der Oberstaatsanwaltschaft in Dresden, die verhängt worden waren, nachdem Zeugenaussagen – die der bekannte Kriminalist Christian Pfeiffer in einem Gutachten als glaubwürdig beurteilte – davon gesprochen hatten, dass mehrere Dutzend Skinheads den Jungen vor den Augen hunderter Badegäste ertränkt hätten.
    Die „Bild“ schlagzeilte „Neonazis ertränken Kind“, die „taz“ mit „Badeunfall erweist sich als rassistischer Mord“ und die „Süddeutsche“ nahm die Behauptung zur Grundlage für eine Berichterstattung, die das angebliche tatenlose Schweigen eines gesamten Ortes anprangerte („Erstickt in einer Welle des Schweigens“).
    Über Monate hinweg stand die „rechte Gefahr“ im Mittelpunkt der Medienberichterstattung. Der damalige Kanzler Gerhard Schröder, der erst wenige Monate zuvor nach dem – bis heute noch nicht aufgeklärten – Rohrbombenanschlag auf eine S-Bahn in Düsseldorf zum „Aufstand der Anständigen“ aufgerufen hatte, empfing die Mutter des angeblichen Mordopfers sogar persönlich.

    Erst im Februar 2001 stellte sich heraus, dass es den angeblichen „Nazi-Angriff“ nie gegeben hatte und das Kind beim Schwimmen einen Herzinfarkt erlitt. Die Mutter hatte im Zuge der Ermittlungen zuvor einen angeborenen Herzfehler des Jungen verschwiegen. Selbstverständlich konnte man von den Medien nur schwerlich erwarten, eine Todesursache zu erkennen, die Medizin und Justiz zuvor über drei Jahre nicht entdeckt hatten.
    Der erfundene Naziüberfall von Mittweida

    Dass es jedoch kaum ein Medium für erforderlich hielt, bezüglich der Geschichte von dem „rassistischen Mord“ kritisch nachzuhaken, war aber umso skandalöser. Offenbar war das Bild vom neonazistisch durchdrungenen Osten, wo sich Skinheads und fremdenfeindliche Gewalttäter der Rückendeckung durch die schweigende Mehrheit sicher sein könnten, deutschen Journalisten deshalb als so plausibel erschienen, weil sie selbst daran glauben wollten. Konsequenzen für die an der Kampagne beteiligten Medienverantwortlichen gab es kaum.

    Ebenfalls in Sachsen, genauer in Mittweida, behauptete im Jahr 2007 ein 17-jähriges Mädchen, sie sei von Neonazis überfallen worden, die ihr ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt hätten. Auch hier waren „Zeit“ und ähnliche Formate schnell mit überregionaler Berichterstattung bei der Hand und berichteten von den Behauptungen als nachgewiesenen Tatsachen, obwohl es in den Aussagen des Mädchens Ungereimtheiten gab und die Ermittlungen erst am Anfang standen. Eine damalige Korrespondentin der „Süddeutschen“ erfand noch vermeintlich tatenlos zusehende Passanten dazu.
    Am Ende stellte sich heraus: Das Mädchen hatte den gesamten Vorfall erfunden. Im Jahr 2010 wurde sie wegen Vortäuschung einer Straftat rechtskräftig verurteilt. Selbstreflexion bei den Medien: Fehlanzeige.
    Wendt nennt noch eine Vielzahl weiterer Fallbeispiele für Journalismus, bei dem der Drang, Haltung zu zeigen, auf Kosten der Faktentreue und der Qualität der Recherche ging.
    „Erster Pegida-Toter“ immer noch als solcher im Netz

    Darunter fällt auch der dem „Stern“ zufolge „erste Pegida-Tote“ im Jahr 2015 – ein erstochener Asylbewerber, der jedoch, wie sich am Ende herausstellte, von einem anderem Asylbewerber getötet worden war. Oder die Praxis nach der Silvesternacht 2015, als tagelang Schweigen in überregionalen Medien herrschte, ehe das ZDF mit der „unbequemen Wahrheit“ herausrückte, dass beim Oktoberfest in München jährlich von einer Dunkelziffer von 200 Vergewaltigungen auszugehen wäre – was die Übergriffe von Köln doch deutlich relativieren würde. Der „Tagesspiegel“ unterstellte Frauen gar, mit erfundenen Anschuldigungen zu operieren, um die Abschiebung von „Schutzsuchenden“ zu erreichen. Weder die Oktoberfest-Story noch jene von den falschen Anschuldigungen stimmten auch nur annähernd.
    Verdrehte Aussagen von Frauke Petry, Fake-News über Israel bei Bento, gefälschte Broder-Zitate, „Hetzjagden“, die es nie gab – die Liste lässt sich verlängern und Alexander Wendt nannte wohl lediglich ein paar exemplarische Fälle.
    „Selbst, wer nur eine Auswahl von Relotiosiaden vor Relotius in den deutschen Medien durchgehen will“, erklärt er selbst, „muss sich irgendwann mit Stichpunkten begnügen, weil der Text sonst ausufert“.
    „Einen Belastungszeugen vom Hals schaffen“

    In keinem der aufgezählten Fälle hätten die Erfindungen, Auslassungen, Verdrehungen und unbewiesenen Behauptungen zu irgendwelchen personellen Konsequenzen geführt. Korrekturen wurden im Kleingedruckten versteckt, sofern es sie überhaupt gab. Vor diesem Grund habe Relotius nur den Fehler gemacht, etwas zu dick aufgetragen zu haben, sodass es aufzufallen begann:
    „Alle aufgezählten Varianten der Wirklichkeitsbearbeitung stehen für die Verdrängung der Beschreibung durch das so genannte Narrativ und der Distanz durch das Wichtigmachen des Erzählers, sie stehen also für das Typische und Erwünschte und nicht für die Ausnahme und den Unfall. Warum sollte also ausgerechnet an Claas Relotius ein Exempel statuiert werden?“
    Sollte der althergebrachte deutsche Medienbetrieb Claas Relotius verstoßen, meint Wendt, dann nur, um sich einen Belastungszeugen vom Hals zu schaffen. Sein Fazit:
    „In einem Land, in dem keine angestammten Öffentlichkeitsrollen mehr eine Rolle spielen, in dem Journalisten als Hilfspolitiker auftreten und Politiker als Falschnachrichtenproduzenten, in dem EKD-Ratspräsident Heinrich Bedford-Strohm mühelos die Kommentare der ‚Süddeutschen‘ und Heribert Prantl die Predigten der EKD schreiben könnte, in einem Mediendeutschland, in dem es bei Qualitätsmedien als geradezu irre Idee gilt, eine Nachricht über Migranten, die AfD, Trump und Ostdeutschland nicht zu stauchen, zu strecken, zu drehen, zu wenden, zu färben und mit einem Spin zu versehen, in dem es als üblich gilt, die Medien als ‚Missionsriemen‘ (Cora Stephan) zu verstehen und als lässlich, notfalls für das Gute zu lügen, in diesem Land muss es auch einen angemessenen Platz für Claas Relotius geben. Er verdient eine Kolumne, wenn nicht beim Spiegel, dann anderswo. Oder einen Posten bei ‚Monitor‘, dessen Chef Georg Restle weiß, dass Journalisten sich nicht erst mit der guten Sache gemein machen müssen, weil sie selbst schon die gute Sache sind.“


    Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/de...-a2754599.html
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

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