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Thema: KenFm - Tagesdosis

  1. #11
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    Tagesdosis 27.7.2017 - Die gottloseste Gegend der Welt



    Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

    Um Gottes Willen. So Gott will. Ach Gottchen. So wahr mir Gott helfe?

    Die gottloseste Gegend der Welt. Dies bezog sich, laut einem Artikel des britischen Guardian aus dem Jahre 2012, auf Ostdeutschland[1]. Demnach hätte eine Studie folgende Ergebnisse dargelegt. 52,1% der Ostdeutschen seien Atheisten. Im Westen, des gleichen Landes, läge die Quote bei 10,3%.

    Worauf basiert Gläubigkeit? Aus der familiären Prägung und Erziehung? Den staatlich verwurzelten und damit vermeintlich gesellschaftlichen Grundwerten? Wir leben in Zeiten radikaler Umbrüche. Weltweit existieren auf den Kontinenten Zustände, die den eigentlichen Möglichkeiten und Verpflichtungen, der so hoch entwickelten Zivilgesellschaft nun wahrlich nicht entsprechen. Wie lauten die Ziele? Wo soll die Reise eigentlich hingehen?

    Die klassischen Glaubensgemeinschaften sind in gewisser Hinsicht Volksvereine mit rigiden Spielregeln für ihre Mitglieder. Ausnahmen werden geduldet, sind aber eigentlich unerwünscht. Vereinsmeierei nannte man das mal.

    Was passiert täglich und in den vergangenen Jahrhunderten alles im Namen Gottes, Allahs und der anderen Vereinspräsidenten? Zuviel Schlechtes und wenig Gutes. Zuviel Hässliches und zu wenig Schönes.

    Ich bin Atheist, schon immer. Ich persönlich lebe, für mich, existentielle Werte. Nächstenliebe, Intoleranz vermeiden. Verständnis, trotzdem Missstände formulieren. Hilfsbereitschaft, nach dem schlichten Prinzip, helfen wo man helfen kann. Sehr wichtig – Glaubwürdigkeit.

    In der heutigen Ausgabe der Zeit fand ich folgenden Artikel[2]: Die gottloseste Gegend der Welt. Die Foren Beiträge, naja. Der Bürger und seine bedingten Flexibilitäten .

    Bleiben wir mal in unserem Lande. Haben wir Kummer und Sorgen? Ja, sicherlich differenziert und individuell. Wann haben Sie das letzte Mal ein Pläuschken mit einem Nachbarn gehalten. Ihn gefragt, wie es ihm geht. Familie und so?

    Ein letzter Gedanke, bezugnehmend auf kommende Jahre, mit hoffentlich viel Schönem und wenig Hässlichem. Wunschdenken.

    Solidarität ist ein zartes Pflänzchen, kann aber zu einem starken Baum werden.

    (Quellenhinweise findest Du auf unserer Homepage)
    Liebe Grüße
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  2. #12
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    Tagesdosis 28.7.2017 - America First! Mafia-Methoden als Weltpolitik



    Ein Kommentar von Pedram Shahyar.

    Dass die Menschheit große Probleme hat, haben die meisten irgendwie eingesehen. Der immer weiter voranschreitende Klimawandel, das Aufkommen der Roboter, die globale Rüstungsspirale, die dramatische Not in weiten Teilen der Welt und damit immer größer werdende Flüchtlingsströme und noch so vieles mehr, das von der Weltgemeinschaft angegangen werden muss.

    Statt Dialog und Kooperation, um gemeinsam diese Probleme anzugehen, weitet sich leider eine immer aggressivere Geopolitik aus. In dieser Woche beschloss der Kongress der USA weitreichende wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Hierbei geht es vorallem darum, den Handel mit russischen Rohstoffen zu unterbinden. Das Ziel dieser Sanktionen ist vorallem der europäisch-russische Handel.

    Die Begründung dieser Sanktionen ist der angebliche Völkerrechtsbruch Russlands auf der Krim und der Ukraine. Nun, wie man auch die Annexion der Krim und dessen Anschluss an die Russische Föderation bewertet, wenn man wirtschaftliche Beziehungen vom Einhalten des Völkerrechts abhängig machen will, dann müsste man doch schon seit Jahren den gesamten Handel mit den USA und Israel gestoppt haben. Beide Länder brechen ja bekanntlich am häufigsten das Völkerrecht. Die Begründung ist so hohl, das eine weitere inhaltliche Auseinandersetzung verlorene Textzeilen sind.

    Es ist offensichtlich: es geht um nackte Machtpolitik. Die USA möchten ihre Ressourcen teurer verkaufen, setzten also die Logik des Marktes von freiem Angebot und Nachfrage außer Kraft. So wie die Drogenmafia, soll die stärkste imperiale Macht darüber entscheiden, wer in welcher Region das Angebot überhaupt machen darf.

    Jenseits des unmittelbaren ökonomischen Gewinns, geht es natürlich hier auch darum, Europa und Russland als Konkurrenten in der Weltpolitik gegeneinander aufzubringen und gegenseitig zu schwächen.

    Wenn Deutschland diese Sanktionen einfach geschehen lässt, dann zeigt sich einmal mehr die Duckmäusigkeit gegen den Patron des westlichen Blocks. Wenn die Führungsmacht aber so eindeutig gegen die Interessen der Gefolgschaft agiert, ist es an der Zeit die Führung zu wechseln.

    Sicher, jeglicher Widerstand gegen den Patron hat seinen Preis. Die Bosse werden ein Exampel statuieren und nicht zulassen, dass Ungehorsam in der Gefolgschaft Schule macht. Ganz schnell war Deutschland „böse, ganz böse“, wie es Trump formulierte. Also das Land, das seit 1945 wichtigste Militärbasen der USA stationiert und in der Weltpolitik immer brav gefolgt ist (außer 2003 beim 2. Irakkrieg, wo die Schröder-Regierung immerhin verbal dagegen war, aber auch nichts dagegen tat, dass die gesamte Logistik des Krieges über Ramstein abgewickelt wurde).

    Zu einem Führungswechsel und Aufgabe der NATO-Architektur gibt es keine Alternative, will Europa nicht einen Niedergang riskieren. Wirtschaftlich droht eine Rezession, sollte Europa vom asiatischem Reichtum abgeschnitten werden, und geopolitisch droht weitere Eskalation an den Grenzen mit Russland. Wer kommt nach Syrien und nach der Ukraine dran?

    Eine Wende, weg von der US-Amerikanischen Führung, ist für Europa teuer. Unter der Führung der USA weiter zu machen, aber noch viel teurer. Mit dieser Wende hätte Europa aber die Chance einen eigenständigen Weg zu gehen, der vielleicht Modell sein kann für eine Kultur der Kooperation, des Dialogs und der Solidarität.
    Liebe Grüße
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  3. #13
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 29.7.2017 - Es war einmal in Amerika...




    Ein Kommentar von Ernst Wolff.

    In den USA lebte einmal ein wohlhabender und erfolgreicher Geschäftsmann. Er gehörte der Republikanischen Partei an und investierte sein Geld rund um die Welt. Obwohl ihm vom politischen Establishment nur geringe Chancen eingeräumt wurden, bewarb er sich um das Amt des Präsidenten. Er versprach dem amerikanischen Volk niedrigere Steuern und Wohlstand für alle – und wurde gewählt.

    Als Präsident ernannte er einen der reichsten Männer der USA zum Finanzminister und verfolgte mit seinem Kabinett eine protektionistische Handelspolitik. Der Aktienindex an der New Yorker Börse schnellte in den ersten Monaten seiner Amtszeit in die Höhe und erreichte immer neue Rekordwerte.

    Nein, dies ist kein „Blick zurück aus der Zukunft“ und der Präsident hieß nicht Donald Trump. Er hieß Herbert Hoover und bekleidete sein Amt von 1929 bis 1933.

    Warum sollte man Herbert Hoover kennen?

    Weil der Boom an den Aktienmärkten sowohl unter Trump als auch unter Hoover nicht auf das Wachstum der US-Wirtschaft, sondern auf die lockere Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve zurückzuführen ist. Weil es nach der Beendigung dieser Politik durch die FED im Oktober 1929 zum „Schwarzen Dienstag“ kam, dem bis heute größten Börsencrash aller Zeiten. Und weil die FED gegenwärtig vor der Alternative steht, durch eine Fortsetzung ihrer lockeren Geldpolitik eine Hyperinflation zu riskieren oder ähnlich wie 1929 zu handeln.

    Was waren damals die Konsequenzen?

    Der Crash von 1929 löste die „Große Depression“ aus, die Millionen Amerikaner ein Jahrzehnt lang in bittere Armut stürzte. Außerdem setzte ein nie dagewesener Prozess der Konzentration im Finanzwesen ein, da mehr als neuntausend regionale Banken zusammenbrachen und von den US-Großbanken übernommen wurden. Die Auswirkungen des Crashs reichten sogar bis nach Europa, wo sie in Deutschland zur Massenarbeitslosigkeit führten und dem Nationalsozialismus den Weg bereiteten.

    Wie reagierte Präsident Hoover auf die Politik der FED?

    Es ist nicht bekannt, dass Präsident Hoover die FED während seiner Amtszeit auch nur ein einziges Mal öffentlich kritisiert hätte. Bekannt ist aber, dass er mexikanischen Immigranten die Schuld an der Wirtschaftsmisere der USA gab und eine halbe Million von ihnen im Rahmen eines „Repatriierungsprogramms“ außer Landes schaffen ließ. Was im übrigen nichts daran änderte, dass wegen der um sich greifenden Arbeits- und Obdachlosigkeit überall in den USA Slums entstanden, die nach dem Präsidenten benannt wurden und als „Hoover-Villes“ traurige Berühmtheit erlangten.

    Der US-Schriftsteller Mark Twain soll einmal gesagt haben: „Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber manchmal reimt sie sich.“

    Es wird möglicherweise nicht mehr lange dauern, bis die Geschichte uns lehrt, dass sich Donald Trump auf Herbert Hoover reimt.

    +++

    KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
    lg

  4. #14
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 31.7.2017 - Mangel im Überfluss




    Veröffentlicht am 31.07.2017
    Ein Kommentar von Susan Bonath.

    Extreme Dürre, bewaffnete Kriege: In Teilen Afrikas und Vorderasiens bahnen sich die schlimmsten Hungerkatastrophen seit dem zweiten Weltkrieg an. Die ersten Opfer sind wie immer die Kinder. Von Milch können sie nur träumen.

    Die Europäische Union könnte ihnen helfen. Ihre Lagerhäuser sind mit überschüssigen Lebensmitteln prall gefüllt. Aktuell hortet sie zum Beispiel 358.000 Tonnen Magermilchpulver. Das räumte die EU-Kommission jüngst ein. Allein in Wilhelmshaven türmen 5.700 Tonnen des Trockenlebensmittels in einer 10.000 Quadratmeter großen Halle der Tiefkühl-Logistikgruppe Nordfrost.

    Hintergrund war der drastische Verfall des Milchpreises. Viele kleine Bauernhöfe überlebten das nicht. Sie gingen reihenweise pleite. In Bayern sollen 1.600 Landwirte die Milchproduktion aufgegeben haben, 400 in Schleswig-Holstein. Helfen wollte ihnen die EU mit bekannten Mitteln: Sie kaufte selbst Tonnenweise Milchpulver selbst an.

    Dabei ist die EU am Preisverfall nicht unschuldig. Um den angeblich überregulierten Markt zu liberalisieren, hatte sie die Milchquote aufgehoben. Ganz der er Ideologie »freien Marktes« folgend, erhofften sich viele Bauern davon das große Geld. Sie produzierten Milch im Überfluss. Hinzu kamen die Sanktionen des Westens gegen Russland, die den Export eindämmten. Die Preise purzelten in den Keller.

    Die Milchquote hatte durchaus ihren Sinn. Auch in den 1970er Jahren führte auf ein auf der einen Seite subventionierter, ansonsten aber unregulierter Landwirtschaftsmarkt zu enormer Überproduktion von Milch. Die europäischen Staaten reagierten mit Interventionskäufen. Auch damals galt es, den Bauern die Gewinne und damit die Existenz zu sichern. Gigantische Butterberge türmten sich auf. Tonnenweise vergammelte das Lebensmittel in Europas Lagerhäusern. 1984 wollte man dem ein Ende bereiten: Die Quote sollte die Produktion auf einem bestimmten Level halten.

    Die jüngste Deregulierung des Marktes hatte ihren Preis. Die EU konnte die Pleite tausender kleiner Bauernhöfe mit ihren Massenankäufen nicht aufhalten. Es profitierten, wie immer, Großkonzerne mit Massentierhaltung, die genug Kapital besitzen, um Preisabstürze zu überstehen.

    Schlimmer noch: Das Spiel hat sich ins Gegenteil verkehrt. Weil tausende Zulieferer wegfielen, sank die Milchmenge so drastisch, dass – laut »Financial Times« - »ganz Europa nun ein Buttermangel droht«. So dezimierten die Bauern in der Krise den Bestand an Milchkühen. Die Nachzucht kostet Geld und vor allem Zeit. Das ist der Grund, warum der Butterpreis um mehr als 60 Prozent in die Höhe schnellte. Ein Ende der Teuerung sei nicht abzusehen, so das Blatt.

    Nun greift der Verbraucher wieder tiefer ins Portemonnaie. Anhänger der Ideologie des freien Marktes mögen aufatmen: Da siehe, wie dieser sich von selbst regelt. Pustekuchen: Zwar zog mit dem Ladepreis auch der Ankaufspreis für Rohmilch nach. Allerdings in weit geringerem Umfang. Er stieg gerade um 13 Prozent auf 33 Cent pro Kilogramm. Das decke die Kosten von etwa 42 Cent noch immer nicht, mahnt der Dachverband europäischer Milchbauern »European Milk Boards«.

    Natürlich handelte auch die EU mit dem massenhaften Pulverkauf nicht uneigennützig. Jetzt, wo die Preise oben sind, will sie das Lebensmittel gewinnbringend verkaufen. Das klappt offenbar nicht: Seit Dezember 2016 hätten gerade 140 Tonnen Pulver den Besitzer gewechselt, räumte die EU-Kommission ein. Wann die Lagerhäuser geleert werden, weiß sie nicht. »Das hängt von den Marktbedingungen ab«, hieß es.

    Volle Lagerhäuser auf der einen, Hunger und Elend auf der anderen Seite: Das Spiel ist irre. Aber wir spielen es seit einem halben Jahrtausend. Angeblich regelt die »unsichtbare Hand« des freien Marktes alles. Außer die Versorgung aller Menschen und den Schutz unseres Planeten. Vor dem fortgesetzten Raubbau an unser aller Lebensgrundlage schützt das »Händchen« jedenfalls kein bisschen.

    Im Gegenteil: Umweltzerstörung hin oder her – der Dollar muss rollen. Auch um den Preis, dass Hunderttausende Tonnen Nahrung verrotten, während jeden Tag 10.000 Kinder verhungern – Tendenz wieder steigend.

    +++
    KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    +++
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  5. #15
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 1.8.2017 - Gipfel der Diesel-Dinosaurier



    Veröffentlicht am 01.08.2017


    Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

    Morgen ist Diesel-Gipfel. Die Bundesregierung hat die Konzernchefs von VW, Daimler, BMW und Audi vorgeladen, um Wege aus der Krise zu besprechen, die schon jetzt als größter Kartell-Skandal der deutschen Industriegeschichte bezeichnet wird. Dass die Verbraucherschutz,- und Umweltverbände nicht geladen sind, denen es ja zu verdanken ist, dass der flächendeckende Großbetrug mit Dieselabgasen überhaupt aufflog, verspricht nichts Gutes. Die im Autoland Deustchland überaus enge Verquickung von Regierung und Industrie, Politik und Lobbyismus lässt erwarten, dass es bei diesem Gipfel weniger um die Interessen der Verbraucher und der Umwelt geht als um die der großen Konzerne – nicht um die Opfer von Stickoxiden und Feinstaub, sondern um die Täter.

    Was haben diese getan? Sie haben eine Schlüsseltechnologie der Schlüsselindustrie, den Dieselmotor, aus niederen Beweggründen und kurzsichtigem Profitstreben weltweit auf die Anklagebank gebracht – auf die er eigentlich gar nicht gehört. Denn schon lange ist es den Ingenieuren gelungen, dem Diesel sein schädliches Abgas weitgehend abzugewöhnen. Doch die Herren von VW, Daimler & Co. haben das Gegenteil getan. Sie haben ihren Diesel-Pkw die optimale Senkung von Stickoxid-Emissionen verwehrt, sie haben sich abgesprochen nur Mini-Tanks für die “Ad Blue” genannte Reinigung mit Harnstoff einzubauen und die Motoren so einzustellen, dass sie mit dieser kleinen Menge bis zur nächsten Inspektion kommen. Um den Kunden dann für teures Geld intervallmäßig billige “Pisse” nachfüllen zu können – und dafür bewusst in Kauf genommen, dass die so eingestellten Motoren die Umwelt weiter verpesten. So kam es dann, dass ein kleiner Mercedes Pkw-Motor ein Vielfaches an Stickoxiden ausspuckt wie ein schwerer LKW, der mit ausreichenden “Ad Blue” gereinigt wird.

    Auch wenn die Sachlage dieser Kartell-Absprache noch nicht vollständig geklärt ist, liegt der Betrug auf der Hand. Doch ob die deutsche Regierung und die Gerichte dafür sorgen, dass der großmafiösen Betrügerbande namens “Autoindustrie” ähnliche Strafen aufgebrummt werden wie die kundenfreundlichen Gerichte in den USA dies schon getan haben, ist nicht zu erwarten. Dabei wäre ein reinigendes Gewitter, die Umstellung auf emissionsfreie Elektro-Motoren und die Abschaltung von Kohlekraftwerken, mehr als notwendig.

    Mit betoniertem Beharren, wie es der stickstoff-grüne Präsident Kretschmann demonstriert hat – “Ja wo sollet die den tanken?” – wird die technologische Zukunft des Autoländles nicht gesichert, sondern ruiniert. Der Staat Kalifornien hat dagegen gerade vorgemacht wie es geht und VW wegen 600.000 verkaufter Diesel-Pkw mit Schummelsoftware verdonnert: zum Bau von Ladestationen für Elektroautos im Wert von einer Milliarde Dollar. Nur so – und nicht nur mit ein paar veränderten Softwareeinstellungen an ihren Motoren oder Geldstrafen, die irgendwo im Staatshaushalt versickern – lässt sich der Umschwung auf einen umweltverträglichen Verkehr erreichen. Was aber unsere Regierung im Verbund mit der Autolobby vorhat scheint nichts anderes als der Versuch, ihre Dinosaurier-Technik noch bis ins nächste Jahrhundert zu retten....

    LG

  6. #16
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 2.8.2017 - Feinstaubgate: Gesundheit schützen, Luftqualität verbessern




    Veröffentlicht am 02.08.2017
    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

    Der Diesel-Gipfel ist da, heute! Endlich! Es geht mal wieder um Feinstaub, um Diesel. Um Betrug.

    Um den Feinstaub aus den Innenstädten fern zu halten, damit die Luftqualität verbessert wird und um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Das hören wir soeben aus allen Nachrichten-Kanäle, deutschlandweit. Bläht sich da gerade eine neue Lobby auf? Hört sich ja cool an. Man gibt sich dynamisch, interessiert. Als Hüter von Gesundheit und Luftreinheit. Toll!

    Daimler, Audi, VW und Porsche sollen sich seit den 1990er Jahren „geheim“ abgestimmt haben, um Kosten zu sparen. Die ganz ganz bösen Autohersteller, über die jetzt jeder herfallen darf, weil sie den feinen Staub nicht filtern, sondern ihn in die Umwelt abblasen, sind jetzt unsere Feinde im Inneren!

    Dieser Kommentar soll nicht vom Diesel handeln, vom sogenannten Betrug der Autoindustrie. Dieselausstoß, so umweltfreundlich er ausgestoßen wird, er ist umweltschädigend, wie so vieles, was wir produzieren oder konsumieren und verbrauchen. Das wissen die Meisten längst und fühlen sich nur noch am Nasenring der Vollverblödung vorangezogen. Soll heißen: Die Meisten durchschauen das Spiel. Daher möchte ich die Aufmerksamkeit auf die Verdummmachung legen und einen Vergleich anstellen, der die Aufgeklärtheit vieler aufzeigt und bestätigt. Vielleicht dient dieses Beispiel dann der weiteren Aufklärung und als Effekt dafür, wie klug wir alle von Hause aus sind. Wir lassen uns nämlich kein A für ein U vormachen. Und darum geht es!

    Unabhängig davon, dass wir belogen und betrogen werden, nicht nur von der Autobranche, will ich hier eine andere Geschichte erzählen. Eine Geschichte über Feinstäube der ganz anderen Art. Resümieren wir zunächst, um den größten Feinstaubskandal der Welt etwas näher an uns ran zu lassen. Er wird keineswegs von der Automobilindustrie produziert. Aber der Reihe nach:

    Die 15 größten Seeschiffe der Welt stoßen jährlich mehr schädliche Schwefeloxide aus als alle 760 Millionen Autos weltweit. Sie fahren mit Schweröl. Denn Schweröl bleibt beim Raffinieren als Abfall übrig und wird billig auf dem Markt angeboten. Es enthält 3500 Mal so viel Schwefel, wie im Straßenverkehr Europas erlaubt ist. 40.000 Handelsschiffe sind auf den Weltmeeren unterwegs. Die Kreuzschiffe sind nicht besser: Auch sie verfeuern Schweröle. 80 Prozent von ihnen haben noch nicht einmal eine Abgasreinigung, eine AU. Aber Gott sei Dank gibt es ja, wie bei der Uranmunition, keinen Wind der den ganzen Feinstaub zurück auf das Land und die Kontinente treibt. Alles bleibt fabelhaft, mit einem Blick auf die FABEL.

    Panzer und viele Militärfahrzeuge fahren mit Diesel und stoßen Feinstaub aus. Aus allen Auspuffrohren sowie den Rohren der NATO-Panzer selbst werden höchst gefährliche Feinstäube ausgestoßen und in Explosion gebracht: Todesstaub sozusagen, Deadly Dust. So nennt ihn der Filmemacher Frieder Wagner. Er ist ebenfalls ein Feinstaubexperte, besser ein Feinstaubgasexperte. Stäube sind die gröbere Variante von Gasen. Und einfache Gase sind wiederum eine gröbere Variante von Nanostäuben. Gase und Stäube sind das Gleiche. Ihre physikalischen Reaktionen hingegen sind unterschiedlich. Vor allem, wenn sie Nanogase sind. Wenn Uranmunition zur Explosion gebracht wird, entstehen die gefährlichsten Nanogase überhaupt. Sie sind bei weitem gefährlicher für Mensch und Umwelt, als Dieselstaub. Uranmunition wird übrigens auch aus Abfällen produziert, die bei der Herstellung von Uranstäben für die Kernkraftindustrie anfallen. Was Abfälle angeht, so werden die Menschen einfallsreich, wie wir sehen.

    Radioaktiv verseuchter Nanostaub, besteht aus so kleinen Partikeln, dass diese mühelos die Poren der Haut durchdringen und die Zellen zerstören. Bis hin zu den Stammzellen und den Genen. Wir riechen sie nicht, wir fühlen sie nicht, wir hören sie nicht. Dieselabgase hingegen stinken sehr. (weiterlesen auf unserer Homepage www.kenfm.de)

    Quelle

    1 https://www.freitag.de/autoren/der-fr...

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  7. #17
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 3.8.2017 - Umsatz im Einzelhandel überraschend gestiegen



    Veröffentlicht am 03.08.2017
    Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

    "Umsatz im Einzelhandel überraschend gestiegen", so ist es in diversen Medien zu erlesen [1], [2]. Dem klassischen Einzelhandel geht es nicht gut, daher mag das für Leser erfreulich klingen. Die Realität sieht jedoch anders aus.

    Wie leben in einer Welt der fortlaufenden Automatisierung. Dem muss man sich nicht anpassen, sollte man es geschafft haben, sich auf privater, sowie beruflicher Ebene unabhängig vom sog. System zu machen. Zum Beispiel weiterhin Einzelhändler, oder Krämer zu unterstützen.

    Ich bin hauptberuflich selbständiger Händler für Schönes. Schallplatten, CDs und Bücher. Haptische Produkte um zu beschenken, sich selbst zu belohnen, zu verwöhnen. Eine akustische, oder optische Auszeit vom Alltagskampf nehmen. Bewusster Einkauf, kein konsumieren.

    Als Selbständiger kann man sich der Automatisierung nicht entziehen. Früher gab es Vertreter, heute wird alles online abgehandelt. Neuheitenlisten, Kundenbestellungen, Infoservice. Es gibt das Online Banking, da drei von vier Bankfilialen kein Bargeld mehr führen. Dafür muss man an Automaten einzahlen. 70% der Kunden, Touristen sowieso, bezahlen inzwischen per Karte, d.h. Gutschrift nach drei, bzw. sieben Tagen. Vielleicht erkennt sich der ein, oder andere Händlerkollege.

    Ein guter Freund betreibt eine herausragende Krimibuchhandlung. Die Tage unterhielten wir uns über die tägliche Herausforderung des Daseins. Die sehr interessante Theorie zu seiner Branche lautet, dass er nicht wenige Kunden dadurch verloren hat, dass der Bürger abends zu müde und etwaig zu bequem geworden ist, noch ein paar Seiten zu lesen. Das gute Buch auf dem Nachttisch gehört schleichend der Vergangenheit an.

    Die Alternative? Mann und Frau gehen den einfachen Weg über Multifunktionsgeräte. Geschafft vom Tag noch schnell die sozialen Medienportale durchforsten, dann doch noch die Mail an den Kollegen für den morgigen Arbeitstag, um erschöpft , nach der Lieferando online Bestellung, da vergessen einzukaufen, kurz in die 6.Folge, der 4.Staffel einer Netflix Serie rein zu switchen, um angezogen, den Streaming Dienst auf "Ambient" eingestellt, nackenverspannt auf dem Sofa einzuschlafen. Da reicht es nicht mal mehr zum E Book. Generation Display.

    Gestern. Alltagsdasein. In zwei Bankfilialen insgesamt fünf Automaten kaputt. Daraufhin online den Versuch gestartet, vom Privatkonto aufs Geschäftskonto zu überweisen. Es wurde behauptet, ich hätte 3x eine falsche Pin eingegeben, was aber nicht stimmte. Das Ergebnis, mein Konto wurde für das Online Banking gesperrt. Der freundliche Hotline Mitarbeiter, nach 20 Minuten Warteschleife, konnte nicht weiter helfen und verwies mich auf den nächsten Tag, zur Bankfiliale. Dann eben erst die Bestellungen auslösen, aber ich konnte mich nicht einloggen, da die Seite in technischer Überarbeitung war. Das letzte Paket eines Lieferanten benötigte unglaubliche zehn Tage, da gerade eine neue Software noch nicht so arbeitet, wie gedacht. Kundenbindungen werden dadurch eine Herausforderung. Da atmet man sehr tief durch.

    Ich habe Besucher, meistens keine Kunden, die trotz Vorhörstationen für LPs und CDs, lieber über das Smartphone am Ohr, einen ersten musikalischen Eindruck gewinnen möchten. Generelle Fragen zum Sortiment, Wünsche, werden inzwischen eher sehr selten. Informationen liefert ja das Smartphone. Da atmet man tief durch.

    Dann kam das Vater Sohn Gespann von der letzten Woche. Neukunden. Der Vater stellt sich an den Tresen und spricht: sag mal, ich wohne nicht in Berlin, mein Sohn (11 Jahre alt) aber. Kann der ab und zu mal vorbei kommen und eine Schallplatte bei dir hören?

    Da atmet man tief durch und – freut sich. Natürlich kann er.

    Quellen

    [1] - http://www.focus.de/finanzen/news/wir...

    [2] - https://www.morgenpost.de/wirtschaft/...
    lg

  8. #18
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 4.8.2017 - Milliarden für den Fußball: Der Markt funktioniert!




    Veröffentlicht am 04.08.2017
    Ein Kommentar von Pedram Shahyar.

    Die Transfersummen der europäischen Fussballclubs erreichen in diesem Sommer völlig neue Dimensionen. Manchester City gibt 250 Millionen für neue Spieler aus, und Paris St. German kauft für insgesamt über 300 Millionen Euro den brasilianischen Star Neymar von FC Barcelona. Davor wurden Wochenweise die Rekorde gebrochen: Summen von 100 Millionen Euro sind inzwischen selbstverständlich, um Spieler von anderen Vereinen frei zu kaufen.

    Die Empörung ist groß und es ist verständlich. Das ganze ist aber nicht unbedingt Folge von unmoralischen Verhalten Einzelner, sondern die konsequente Entwicklung des Fußballgeschäftes. Die Europäischen Fußballclubs sind zu Global Playern geworden und riesige Finanzströme fließen da rein. Es ist vor allem die Vermarktung in Asien, die den Topclubs Milliarden im Jahr bringt. Fußball ist der Werbeträger der globalen Konzerne in den neuen Märkten, wo hunderte Millionen Menschen dank der Industrialisierung Ostasiens die westlichen Produkte konsumieren können.

    Dazu kommt die Protzsucht von neureichen Oligarchen, die auch mit Milliarden als Bosse von Fußballclubs in europäischen Metropolen angeben wollen. Der Russe Abramowitsch machte hier den Anfang: er gab hunderte Millionen aus und rüstete den Londoner Club aus dem vornehmen Chelsea mit teuren Spielern hoch, um sich als Boss des erfolgreichen Clubs sonnen zu können. Arabische Scheichs ließen nicht lange auf sich warten. Im Grunde ist nichts Illegales passiert: alles folgt den Gesetzen der Marktwirtschaft: größere Märkte, mehr Vermarktung, neue Investitionsquellen, höhere Preise für Akteure.

    Doch ist und bleibt es völlig unverständlich, wieso gerade in Ländern, wo soziale Probleme und Spaltungen immer weiter zunehmen, solche Summe für Vermarktung im Sport ausgegeben wird. In England sterben Menschen, weil es kein Geld für Sanierung von Wohnhäusern gibt, in Frankreich darbt die Jugend der Vorstädte ohne Zukunftsperspektiven und versinkt in Kriminalität. Werden diese Milliarden nicht woanders gebraucht? Und sicher, ich habe Verständnis dafür, dass Fußballer ein sehr hohes Einkommen haben. Sie sind Künstler, und arbeiten einen großen Teil ihres Lebens sehr hart und intensiv mit ihren Körper. Aber muss ein Neymar 100 Millionen Handgeld bekommen, während man als Pflegekraft für ältere Menschen oder Kranke keine 30.000 im Jahr bekommt? Wenn Neymar nicht arbeitet, dann fliegt die Flanke nicht so schön, und die Freudenmomente unzähliger Menschen sind vielleicht etwas kleiner, aber wenn die Pflegekraft nicht arbeitet, dann leiden Menschen.

    Die Gesetze der Marktwirtschaft funktionieren für die Waren, aber nicht für Menschen. Die Profite mit Waren müssen fließen, und sich immer weiter in der Pyramide konzentrieren, in den Händen von immer weniger Menschen, immer weiter oben. In Sinne der Bedürfnisse der Menschheit funktionieren diese Gesetze nur, wenn sie gebrochen und demokratisch gesteuert werden. Der Markt kann nicht die steuernde Instanz für die Gesellschaft sein, wenn diese für Alle gut sorgen soll. Es braucht eine kontrollierende Instanz: eine menschliche, humanistische Ethik, ausgerichtet an den Bedürfnisse Aller und unseren gemeinsamen Möglichkeiten.

    LG

  9. #19
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 5.8.2017 - Weißes Haus, Washington: Das Chaos täuscht, die Lage wird immer bedrohlicher




    Veröffentlicht am 05.08.2017
    Ein Kommentar von Ernst Wolff.

    Seit einem halben Jahr erlebt die Welt ein Weißes Haus, das nach außen eher einer psychiatrischen Klinik als einer funktionierenden politischen Machtzentrale gleicht. Die Mitglieder der Trump-Administration verunglimpfen einander vor laufenden Kameras, Gesetzesvorhaben scheitern reihenweise, der Präsident heuert und feuert per Twitter und liefert sich nebenbei Privatfehden mit einzelnen Medien.

    Viele Beobachter glauben, Donald Trump sei nicht ganz klar im Kopf und sein Team bestehe aus Dilettanten, die nichts auf die Reihe bekommen. Doch der Eindruck täuscht. Seit Trumps Wahl findet im Weißen Haus eine für die gesamte Welt bedeutsame strategische Neuausrichtung statt. Ihr Ziel ist es, den politischen Apparat in Washington jeglicher demokratischer Kontrolle zu entziehen, die Befehlsstrukturen zu straffen und den Regierungssitz angesichts der aufziehenden Stürme zu einer effektiven Kommandozentrale für die Wall Street und das US-Militär aufzurüsten.

    Das Weiße Haus stellt auf Krisenmodus um

    Während der Präsident seine Verachtung für Bürgerrechte und demokratische Prozesse immer ungenierter in die Welt twittert, wird sein Führungsstil von Woche zu Woche autoritärer. Während er sich im Licht der Öffentlichkeit sowohl mit Republikanern als auch mit Demokraten anlegt, sorgt er durch gezielte Neubesetzung von Schlüsselpositionen dafür, dass die Macht innerhalb seiner vor allem aus Bankern und Militärs bestehenden Führung kontinuierlich zentralisiert und der Anteil an Militärs systematisch erhöht wird.

    Durch die Aufstockung des Rüstungshaushaltes, gewaltige Waffendeals und den Abwurf der größten nicht-atomaren Bombe auf Afghanistan hat er sich die Unterstützung des militärisch-industriellen Komplexes gesichert. Durch die Beseitigung von Umweltschutzbestimmungen und die Freigabe von Erschließungsprojekten hat er die mächtige Öl- und Gasindustrie hinter sich vereint. Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, treibt er die Deregulierung im Finanzbereich ebenso voran wie die Besetzung wichtiger Posten der US-Zentralbank Federal Reserve mit ihm treu ergebenen Vasallen.

    Wie zufrieden die Großbanken und Hedgefonds der Wall Street mit seiner Politik sind, lässt sich am Dow Jones ablesen: Der Börsenindex ist seit Trumps Amtsübernahme um zwanzig Prozent in die Höhe geschossen und hat diese Woche zum ersten Mal die 22.000er-Marke überschritten.

    Die Alternative heißt: Krieg oder Crash

    Die Rekordjagd an den Börsen ist jedoch nicht auf einen wirtschaftlichen Aufschwung der US-Wirtschaft zurückzuführen, sondern auf ungehemmte Spekulation, die Manipulation des Kursgeschehens durch die US-Zentralbank und auf Aktienrückkäufe von Großunternehmen.

    Diese drei Faktoren haben zu riesigen Blasen an den Märkten geführt, die irgendwann platzen müssen. Das wissen sowohl die führenden Banker und Hedgefonds-Manager als auch die maßgeblichen Militärs, für die es zur Bewältigung der sich abzeichnenden Krise zwei Optionen gibt: Einen Crash herbeizuführen und sich durch Wetten auf fallende Kurse daran zu bereichern oder einen Krieg zu entfachen, um die Kurse über die Rüstungsproduktion weiter in die Höhe zu treiben und den Crash vorerst aufzuschieben.

    Beide Varianten werden für die arbeitende Bevölkerung der USA verheerende Folgen haben. Größter Verlierer werden der Mittelstand und das untere Einkommensdrittel sein. Statt der von Trump im Wahlkampf versprochenen Jobs und dem angekündigten Wohlstand für alle wird es zu Massenarbeitslosigkeit und sozialen Verhältnissen wie zu Zeiten der Großen Depression in den Dreißiger Jahren kommen.

    Das gegenwärtige Polittheater im Weißen Haus erfüllt damit einen ganz bestimmten Zweck: Es lenkt die Menschen von den Vorgängen, die für ihre Zukunft von entscheidender Bedeutung sind, ab und ermöglicht Trump und seinem Team, sich voll und ganz für die beiden Kräfte einzusetzen, die in den USA seit Jahrzehnten die Fäden in der Hand halten: die Finanzelite und das Militär.

    LG

  10. #20
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 7.8.2017 - Futtertröge, Niedriglöhne und Empörungsmanagement



    Ein Kommentar von Susan Bonath.

    Fünf Autobauer stehen unter Kartellverdacht. Volkswagen soll eine politische Rede mitverfasst haben. Und in Niedersachsen strebt die CDU ans Regierungsruder. Derweil wollen die Löhne einfach nicht steigen. Das mediale Empörungsmanagement brummt auch zu Beginn der zweiten Augustwoche. Aber der Reihe nach:

    Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen sich laut Spiegel in einem geheimen Kartell illegal über Technik, Kosten und Zulieferer abgesprochen haben – und das schon seit etwa 25 Jahren. Gemeinsam sollen sie so auch die Basis für den Dieselskandal gelegt haben. So etwas kommt manchmal heraus - zum Beispiel, wenn, wie geschehen, VW nicht ganz alleine für etwas gerade stehen will und Selbstanzeige bei den Wettbewerbsbehörden erstattet. Die Wettbewerbsbehörden sollen über jenen Wettbewerb wachen, der der seinerseits den heilig gesprochenen Markt zu dem machen soll, was er nicht ist.

    Der Spiegel-Bericht von Ende Juli hat nun EU-Kommissar Günther Oettinger aufgeschreckt. Was, 25 Jahre Kartellabsprachen unter Autobauern? Das müsse man prüfen, wetterte der CDU-Mann jetzt der Bild. Ein nett gemeintes »Guten Morgen« an Herrn Oettinger ist vermutlich fehl am Platze. Wohl wird er eher gedacht haben: »Mist, jetzt ist es raus.« Denn ein EU-Kommissar, dem nicht bekannt ist, dass dies Gang und Gäbe ist, dürfte fehl am Platze sein. Wer würde sich keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wo immer es möglich ist? Das weiß man doch seit über 100 Jahren.

    Wie es nun der über allem stehende Markt so will, ist die Wirtschaft eng verbandelt mit der Politik. Ihre Lobbyisten spazieren seit eh und je ein und aus in den Parlamenten. Und umgekehrt. Selbstverständlich ist das auch in Niedersachsen so. Man weiß es doch: SPD-Ministerpräsident Stephan Weil sitzt im VW-Aufsichtsrat. Eine Hand wäscht die andere. Da darf Volkswagen auch entsprechend mitreden. Diesmal soll der Konzern Weils kritische Rede zum Dieselskandal höchst selbst umgeschrieben haben. »Echt jetzt?«, kann man da nur zynisch fragen. Leute, ernsthaft, wo ist hier der Skandal in einem Staat, wo selbst Gesetze in den Chefetagen der Konzerne verfasst werden?

    Für die niedersächsische CDU ist das jedoch ein gefundenes Fressen im Geplänkel um die Futtertröge. Nach einer vergeigten Wahlperiode will sie so schnell wie möglich wieder ran. SPD und Grüne müssen weg. Ausgerechnet eine Grüne – nunmehr Ex-Grüne – gab den Anlass dazu. Elke Twesten wechselte am Freitag einfach in die CDU. Aufregung pur: Die soll ihr »ein unmoralisches Angebot« gemacht haben, munkelt die Presse. Die Folge: Rot-Grün hat keine Mehrheit mehr. Einfach warten bis zur anstehenden Landtagswahl im Januar 2018? Das dauert CDU und FDP zu lange. Schon im September wollen sie ans Ruder. Die Wahl soll vorgezogen werden. Die öffentliche Empörung über den »Redenschreiber-Skandal« kommt ihnen recht.

    Schwarz-gelb, rot-grün – für Otto-Normalbürger ist das ganz einerlei. Der Markt reguliert sich zwar nicht selbst. Das Leben der »kleinen Leute« hat er indes so fest im Würgegriff wie seine Presseabteilung, die Politik. Der Arbeitsmarkt gibt dem Tag der Lohnabhängigen Struktur. Ein Viertel aller Beschäftigten arbeitet, dank Hartz-IV-Erpressung, im Niedriglohnsektor. Im Osten ist es sogar mehr als ein Drittel.

    »So lebt es sich im Niedriglohnland« heißt eine aktuelle Berichtsreihe des MDR. »Ostdeutsche arbeiten länger und verdienen weniger«, titelte der Focus am Sonntag. Und der Sozialverband Deutschland klagte kürzlich: »Niedriglöhne belasten die Sozialkassen«. Logisch, wo weniger rein fließt und auch noch Manager und Vorstände beglückt werden müssen, kommt weniger raus. Ohne Moos hilft auch der Arzt nicht mehr.

    Warum die Löhne einfach nicht steigen wollen, ja nicht einmal die Inflation abfedern, wundert auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das müssten sie doch eigentlich, wo jetzt die Erwerbslosigkeit so niedrig sei wie nie? Und wo zugleich Fachkräfte händeringend gesucht würden, so die FAZ.
    (weiterlesen auf unserer Homepage: www.kenfm.de)
    +++

    KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    +++

    Alle weiteren Beiträge aus der Rubrik „Tagesdosis“ findest Du auf unserer Homepage.

    lg

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