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Thema: KenFm - Tagesdosis

  1. #81
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 18.10.2017 - Ich stehe hier und schäme mich für 694 AfD-Wähler




    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz. Im Jahre des Herrn anno 1983 zogen die Grünen zum ersten Mal in den Bundestag. Sie überreichten dem damaligen Bundeskanzler, Helmut Kohl, Blumen, um ein Zeichen dafür zu setzen, dass jetzt alles anders werden würde. Was haben die etablierten Parteien nicht damals alles unternommen, um die Grünen lächerlich zu machen. Wer heute die Erinnerungen von damals Revue passieren lässt, der kann in dem, was der AfD widerfahren ist und noch weiter widerfahren wird, Ähnlichkeiten erkennen. Diese Ähnlichkeiten kann auch jeder Aktivist erkennen, wenn es seine Aktivitäten sich bis hin in den Mainstream geschafft haben. Es geht fast immer in etwa so: Du bist neu hier, Deine Ideen sind neu hier, und die wollen wir nicht. Wir wollen, dass alles so bleibt wie früher oder am Besten wie jetzt. Denn Deine Veränderungen verändern meine gedankliche und auch materielle Situation, die ich mir hart erkämpft habe. Also denke ich mir was aus, damit Du es nicht bis dahin schaffst, wo ich gerade mit meinem Denken und meinen materiellen Pfründen stehe. Egal ob sich Leute für den Frieden treffen, gegen Atomstrom demonstrieren, für die Gleich- stellung von Mann und Frau sind, für bessere Bildungschancen oder bei Stuttgart21 demonstrieren. Die Liste ist lang, endlos lang. Es wird sich immer eine große Masse unabhängig voneinander denkender Menschen finden, die sich dann spontan in ein einziges riesiges Raubtier verwandeln und im Chor singen: Dich werden wir kleinmachen und mit allen Mitteln am größer werden verhindern. Andersein macht uns Angst. Das ist nichts Neues. Manchmal aber geschieht etwas Unvorhersagbares: Wir können keine Idee in Luft auflösen, dessen Realisierung nicht aufzuhalten ist. Wir nennen das allgemein Veränderung. Diese Veränderung ist das Salz in der Suppe der Entwicklung des homo sapiens sapiens. Denn sein Leben vollzieht sich an den beiden unumstößlichen Naturgesetzen, die es überhaupt gibt. Sie thronen selbst über der Physik und lassen nicht mit sich verhandeln: Wandel und Veränderung. Das sind die einzigen Dinge, auf die wir uns ständig verlassen können. Alles ist im Wandel und einer Veränderung unterworfen. Um was gehts hier in diesem Artikel? Letzten Sonntag war ich wieder einmal auf einer Partie. Dort sagte dann eine Frau mitten in die Runde: „In unserem Dorf (in dem auch ich lebe) haben 16 Leute die AfD gewählt. Ist das nicht schlimm?“ Ein Mann darauf erwidernd: „Wieso?, ist das so schrecklich? Das sind nicht alles Rechte. Da gibt es auch Vernünftige darunter. So wie jetzt kann es auf keinen Fall weiter- gehen.“ Es entfesselte sich daraufhin eine kurze Diskussion, der sich einige anschlossen. Und wie es häufig so kommt, wenn ich bei so einer Diskussion anwesend bin, fange ich dann an zu reden, um dem Ganzen eine positive Wendung zu geben, damit kein Zank und kein böses Blut entstehen. Was auch gelang. Jetzt aber lese ich in der Welt N24, dass sich ein Herr aufgemacht macht, um in seiner Stadt gegen AfD-Wähler zu mahnen. Welt N24 schreibt, Zitat Anfang: „Als Jürgen Schuhmann am Tag nach der Bundestagswahl die Zeitung aufschlägt, wollte er erst nicht glauben, was dort stand. In seiner Kleinstadt Ochsenfurt haben 694 Einwohner die AfD gewählt. Schuhmann, 70, Ingenieur und seit sechs Jahren in Rente, ist gebürtiger Ochsenfurter. Jetzt steht er montags von 17 bis 18 Uhr vor dem Rathaus und protestiert. „Wehret den Anfängen“ steht auf seinem Plakat. Und: „Ich stehe hier und schäme mich für 694 AfD-Wähler“, Zitat Ende. Heutzutage muss man ja immer seine Neutralität betonen, so tue ich das auch: Mir geht es in diesem Text jetzt nicht darum, für oder gegen die AfD Stellung zu beziehen. Mir geht es auch nicht darum, eine Lanze für irgendwen oder irgenwas zu brechen. Mir geht es um die psychologischen Hintergründe solcher vom öffentlichen Meinungszwang konditionierter Menschen und dem Prinzip dahinter. Denn dieses Prinzip dahinter, das ist der wahre Feind. Er ist unbezwingbar, wenn wir ihn nicht erkennen. Dieser Feind befindet sich im Inneren von sehr sehr vielen Menschen. Er ist gelenkt, konstruiert und produziert, um die eigene Unfähigkeit zu kaschieren und sie auf andere Menschen zu projizieren. Es ist ein in der psychologischen Manipulation sehr gängiges Prinzip, das nur eines im Sinn hat: Festigung der Herrschaftsstrukturen mittels normopathischer Konditionierung der Menschen...weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/ +++ KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
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  2. #82
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    Tagesdosis 19.10.2017 - Schocktober für den Smombie




    Ein Kommentar von Bernhard Loyen. Schocktober tönte es aus dem morgenlichen Radio. Schocktober lautet die aktuelle Werbekampagne einer großen Handelskette. Angebote, die elektrisieren, verspricht der Elektromarkt Saturn seinen digitalen Jüngern. Geht man auf die Startseite des Unternehmens strahlt es den Leser sofort an - ein neues Smartphone für lächerliche 249€. Aktuelle Studien berichten von einem neuen Angstphänomen. Der Nomophobie[1]. Dieser Begriff ist die Abkürzung für No-Mobile-Phone-Phobia. Bedauerlicher Weise kein Witz, sondern die konsequente Fortführung menschlicher Schwächen in digitalen Zeiten. Erwachsene, Jugendliche & Kinder erleben das Angstgefühl, vermeintlich etwas zu verpassen. Die modernen Datendealer, wie Instagram und Twitter, sog. Influencer auf youtube, bishin zur berüchtigten Wetter App, versorgen die alten, wie jungen Süchtigen mit ihrem Stoff. Bilder, Filmchen, Trends, Likes, eben zuviel Überflüssiges und noch mehr Dummes hindern und halten vom wirklichen Leben ab. Manfred Spitzer, Autor des sehr empfehlenswerten Buches Digitale Demenz, umschreibt in seinem 2015 erschienenen Werk Cyberkrank, die weiterhin extrem unterschätze Gefahr von unkontrollierter Dauernutzung dieses Gerätes. In einem aktuellen Interview, weißt er auf die Tatsache hin, dass der extreme Gebrauch natürlich auch Auswirkungen auf das Gehirn beinhaltet. Er erklärt: Wenn sie sich täglich mehrere hundert Mal vom Smartphone ablenken lassen, trainieren sie sich leichte Ablenkbarkeit und einen ineffizienten Arbeitsstil an. Bei Kindern leiden nachweisslich geistige Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit zu planen, zu entscheiden, kritisch und vernünftig zu denken. Die steigende Unfähigkeit der sozialen Einfühlung nehme, laut Studien aus den USA und Asien bei Nutzungszeiten von bis zu acht Stunden täglich, extreme Maße an, so M.Spitzer weiter im Interview. Warum sollte es in Europa, in Deutschland anders ausschauen? Der folgende Satz vom Gehirnforscher Spitzer, sollte Eltern die unkritisch Minderjährigen das Gerät überlassen, kurz inne halten lassen: Empathie lässt sich nicht vor dem Bildschirm lernen. Smombie war das Jugendwort des Jahres 2015[2]. Es die Wortkomposition aus Smartphone und Zombie. Neben den Auswirkungen auf das Gehirn, belegen medizinische Studien, dass die Sehfähigkeit von Jugendlichen sich extrem verschlechtert, bzw. verändert hat. Spitzer informiert, dass im durchdigitalisiertem Südkorea die Kurzsichtigkeit bei Jugendlichen inzwischen bei [sic] 90% läge, in Europa immerhin schon bei 30%. Es ist die Kombination, die die Entwicklung unserer Gesellschaft so bedenklich erscheinen läßt. Erwachsene leben den Kinder und Jugendlichen eine Parallelwelt, abgelöst von der realen Welt vor. Sie vermitteln eine fatale Selbstverständlichkeit Bedürfnisse schnell und ohne Probleme befriedigen zu können. Kommunikation und selbständiges durchdachtes Handeln werden schlicht überflüssig, wenn die Macht in der Hand für den unbedarften, lebensunerfahrenen Jugendlichen das Denken abnimmt und für die persönliche Entwicklung wichtige Erfahrungen in der Alltagsroutine übernimmt. Soziale Netzwerke suggerieren, eingebunden zu sein. Das bedeutet heute, nach der Schule trifft man sich im Chat und nicht im Park, oder auf dem verwaisten Bolzplatz. Erfahrungen der körperlichen und nicht nur der verbalen Auseinandersetzung, wie im Sportverein, oder schlicht in der Gruppe im Freizeitheim gehören nicht mehr zur Jugendkultur. Eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergab, das 72 Prozent der Befragten daran interessiert seien, schon parallel zum Kinostart Filme online streamen und ansehen zu können. 75 Prozent der Befragten würden allerdings kein zusätzliches Geld für entsprechende Angebote ausgeben wollen, ausser den normalen Monatsgebühren. Warum auch die Wohnung überhaupt noch verlassen? Dieses Verständnis von schlicht dummer Gier und Bräsigkeit, wurde vielen Bürgern jahrelang von ihren Elektro Dealern eingeprügelt. Geiz ist geil, weil ich bin ja nicht blöd...https://kenfm.de/tagesdosis/
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  3. #83
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    Tagesdosis 20.10.2017 - Verfassungsschutz und Terror



    Ein Kommentar von Uwe Soukup. Vor wenigen Monaten machte sich der frühere Berliner Polizeipräsident Schertz in kleiner Runde darüber lustig, dass sämtliche Terrorverdächtige der letzten Jahre zu Tode gekommen sind, manchmal auch erst während ihrer Verhaftung. Dabei bezog er sich ausdrücklich auch auf den Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri. Der war im Dezember letzten Jahres mit einem gestohlenen LKW in den Weihnachtsmarkt gerast und ermordete zwölf Menschen. Wie aktuell bekannt wurde soll die sogenannte Vertrauensperson mit dem Kürzel VP-01 in der IS-nahen Abu-Walaa-Gruppe Mitglieder zu Anschlägen animiert haben. Aus den Ermittlungsakten zum Fall Amri geht hervor, dass VP-01 „immer wieder“ mitgeteilt habe „dass man Anschläge in Deutschland verüben solle“. Ein ehemaliger Anhänger der Abu-Walaa-Gruppe sagte aus, dass benannter V-Mann sogar „der Radikalste“ gewesen sei. Das Beste an der unfassbaren Nachricht, dass Amri von einem V-Mann zu dieser Tat angestiftet worden sein soll, ist, dass nun vielleicht auch dem Letzten klar werden könnte, wozu staatliche, eigentlich der Bekämpfung der Kriminalität verpflichtete Stellen, in der Lage sind. Erkenntnisse über Aktivitäten dieser Art kann es gar nicht genug geben, denn sie sind rar. Schlapphüte suchen selten das Licht. Hatte ich Schlapphüte gesagt? Im Falle Amri soll es sich um einen V-Mann des LKA Nordrhein-Westfalen handeln, was den Skandal nicht kleiner macht. Im Gegenteil. Das zweit-Beste an der Enthüllung ist, dass niemand es wagen wird, diese Praktiken zu rechtfertigen. Die Erinnerungen an den Terroranschlag sind noch zu frisch. Die Angehörigen befinden sich noch in ihren individuellen Trauerprozessen. Und man wird nach der – wohl zutiefst zynischen – Begründung der Förderung eines solchen Attentats seitens staatlicher Institutionen fragen. Was geht eigentlich in den Köpfen von Mitarbeitern von Landeskriminal- und Verfassungsschutzämtern vor? Wobei das Wortteil „Schutz“ hier in Anführung zu setzen ist – und das nicht erst seit gestern. Ja, was geht in diesen Köpfen vor? Zehn Jahre vor seinem Tod 2004 hat der frühere Hamburger Verfassungsschutzpräsident Hans Josef Horcher, äh Horchem, ein Buch mit dem Titel „Auch Spione werden pensioniert“ veröffentlicht. Memoiren gehören a priori zur peinlichsten Literaturgattung. Aber es geht hier nicht um Peinlichkeit. Sondern es geht um die Gedankenwelt von Leuten, die hoch bezahlt und schlecht kontrolliert im Auftrag von – ja, von wem eigentlich? – seit Jahrzehnten großes Unheil anrichten. Dabei ist die Vorgehensweise des Verfassungsschutzes bemerkenswert asymmetrisch. Geht es gegen links, kennt der Verfassungsschutz nur ein Ziel: linke Gruppen unterwandern, Waffen anbieten, kriminalisieren, zerschlagen. Selbst Gewerkschaften wurden mit Informationen über „verfassungsfeindliche“ Mitglieder bedient. Im Westberlin der 70er setzte der damalige Innensenator Kurt Neubauer den Verfassungsschutz sogar ein, um Parteigenossen auszuspionieren. Rechte Gruppen hingegen werden gefördert und finanziert. Geht dann etwas schief wie beim NSU, werden wochenlang Akten geschreddert. Kann man der Bevölkerung, den Medien, ja, selbst den über die Schlapphüte Aufsicht führenden Politikern eigentlich noch deutlicher zeigen, dass sie diese Aktivitäten, die, nebenbei gesagt, jedes Jahr auch Hunderte von Millionen Euro kosten, einen Dreck angehen? Man kann die Landschaft in diesen hoch bezahlten Köpfen nur als geistiges Ödland beschreiben. Oder diese Leute stellen sich dümmer, als sie sind, was man sich angesichts ihrer Eitelkeit kaum vorstellen kann. So hat jener bereits genannter Oberschlapphut Horchem in seinem Buch das Kunststück fertig gebracht, in seinem Kapitel „Ursprünge des studentischen Protests“ den Namen des von einem Berliner Polizisten ermordeten Studenten Benno Ohnesorg schlicht nicht zu erwähnen. Man könnte das vielleicht noch als Flüchtigkeitsfehler durchgehen lassen. Wenn aber die Demonstrationen gegen den Springer-Konzern Ostern 1968 zwar erwähnt werden, ohne dass das Attentat auf Rudi Dutschke am Gründonnerstag 1968 genannt wird, ist klar: Dieser Wahnsinn ist keiner, der hat Methode. Etliche Passagen dieses Buches wirken, als wären sie aus der „Nationalzeitung“ abgeschrieben...weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/
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  4. #84
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    Tagesdosis 21.10.2017 - Katalonien und das hässliche Gesicht der EU



    Ein Kommentar von Ernst Wolff. Während sich der Konflikt um Katalonien immer weiter zuspitzt und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt, lässt die EU-Bürokratie in Brüssel keinen Zweifel daran, dass sie Kataloniens Unabhängigkeitsbestrebungen ablehnt und die Zentralregierung in Madrid unterstützt. Vor zwei Jahrzehnten zeigte die EU eine ganz andere Haltung. Als damals mehrere Teilrepubliken Jugoslawiens die Unabhängigkeit für sich forderten, überschlug sich die Führung der EU geradezu in ihren Bekenntnissen zum Selbstbestimmungsrecht der Nationen. Und nicht nur das: Am Ende unterstützte sie sogar das gewaltsame Zerbrechen des Landes Jugoslawien. Warum? Weil der damalige Konflikt den Brüsseler Bürokraten dazu verhalf, ihren Einflussbereich auszudehnen und mehr Macht zu gewinnen. Heute sind mit Slowenien und Kroatien zwei der ehemaligen Landesteile Jugoslawiens Mitgliedsländer und Beitragszahler der EU, Bosnien und Herzegowina hat im vergangenen Jahr seinen Beitrittsantrag gestellt. Kataloniens Ausscheiden aus der EU dagegen könnte weiteren Unabhängigkeitsbestrebungen (u.a. in der Lombardei und in Venezien, wo an diesem Wochenende ebenfalls Unabhängigkeitsreferenden stattfinden) den Rücken stärken, möglicherweise den Zerfall der EU einleiten und – um die Sprache der Biologie zu bemühen – den von ihr profitierenden Parasiten in Brüssel den Wirt entziehen. Während der Konflikt derzeit also mit großer Sicherheit auf eine offene Konfrontation hinausläuft, stellen sich viele Menschen die Frage: Wird die EU tatsächlich zusehen, wenn Madrid Gewalt gegen Katalonien anwendet? Wird sie sogar einen Bürgerkrieg hinnehmen? Um die Frage zu beantworten, sollte man einen kurzen Blick zurück auf die Jugoslawien-Kriege der Neunziger Jahre werfen. Bei ihnen handelte es sich um die schwersten militärischen Auseinandersetzungen auf europäischem Boden seit 1945. Damals wurden fünfzehn Städte 78 Tage lang rund um die Uhr aus der Luft bombardiert. Es wurden Splitterbomben und Uranmunition eingesetzt, für die Bevölkerung lebenswichtige Wasserversorgungssysteme und Heizkraftwerke zerstört und außer 344 Schulen auch 33 Krankenhäuser in Schutt und Asche gelegt – alles mit Zustimmung der EU. Trotzdem halten noch immer viele Europäer an der Vorstellung fest, die EU und ihre Vorgängerinnen, die Europäische Gemeinschaft (EG) und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) seien ins Leben gerufen worden, um nach den Schrecken des zweiten Weltkrieges für ein friedliches Europa zu sorgen. Zum Beweis führen sie an, dass Westeuropa in den vergangenen siebzig Jahren von militärischen Konflikten verschont geblieben ist. Das aber ist nur die halbe Wahrheit: Die EU hat ihre Einstellung zu militärischer Gewalt nämlich nicht nur in Jugoslawien, sondern auch außerhalb Europas schon mehrmals deutlich gemacht, indem sie die Kriegseinsätze der USA, der NATO und der Vereinten Nationen im Nahen Osten und in Nordafrika mehrheitlich unterstützt hat. Niemand sollte sich über den Ernst der gegenwärtigen Lage in Spanien Illusionen machen: Der Katalonien-Konflikt läutet eine Zeitenwende innerhalb der EU ein. Wir stehen an der Schwelle zur Rückkehr des Krieges nach Westeuropa, und die bisherige Untätigkeit der EU ist rein taktisch bedingt. Ihre Vertreter sehen zunächst zu, warten ab und hoffen darauf, dass sich die spanische Zentralregierung gegen die Separatisten durchsetzt. Sollte Madrid aber in Bedrängnis geraten, werden die von mächtigen Lobbyorganisationen der Finanzindustrie getragenen Bürokraten in Brüssel auf keinen Fall tatenlos mit ansehen, wie ihnen der Boden für ihre Existenz entzogen wird. Wie sie vorgehen werden, lässt sich noch nicht voraussagen, aber wozu sie in der Lage sind, lässt sich aus der Geschichte ablesen.

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  5. #85
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    Tagesdosis 23.10.2017 - Kriegsübungsstadt nimmt Betrieb auf



    Feuer frei: Wo NATO und Bundeswehr die Aufstandsbekämpfung proben. Ein Kommentar von Susan Bonath. Nördlich von Magdeburg in der Colbitz-Letzlinger Heide warnen Schilder an den Ränder der Bundesstraßen 189 und 71: Militärisches Sperrgebiet. Über 232 Quadratkilometer erstreckt sich der Truppenübungsplatz in der Altmark. Er ist einer größten und modernsten Europas, lobt die Bundeswehr auf ihrer Internetseite. Am Donnerstag will sie dort etwas ganz Besonderes feiern: Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt aus CDU, SPD und Grünen übergibt einen Teilabschnitt von »Schnöggersburg« an die Bundeswehr. Ein Pressespektakel soll es werden, mit Akkreditierung, Fahrt durchs Gelände und allem Drum und Dran. Die Geisterstadt »Schnöggersburg« steht, abgeschottet von der Außenwelt, auf einer Fläche von sechseinhalb Quadratkilometern im nördlichen Teil des Militärgeländes. Sie mutet westlich an: Neben Wohnvierteln mit Straßen und Wegen finden sich unter anderem ein Industriegebiet, ein Fluss mit Brücken, eine U-Bahn mit drei Stationen, ein Stadion, ein Slum und eine Autobahn. Auf dem nagelneuen Flugplatz von Schnöggersburg landete bereits im vergangenen Jahr eine Transall-Maschine der Bundeswehr zur Probe. 140 Millionen Euro soll die unbewohnte Metropole kosten, vielleicht auch weitaus mehr am Ende. Ab dem kommenden Jahr sollen deutsche und NATO-Truppen dort für Kriegseinsätze in urbanen Zentren üben. Die Linken sollen wohl Recht behalten: Seit Anbeginn vermuten sie, dass Soldaten in Schnöggersburg nicht nur für Kriegseinsätze in aller Welt fit gemacht werden, sondern auch die Niederschlagen erwarteter sozialer Unruhen in Europa trainieren sollen. Allein die Ausstattung und die Zeichen der Zeit deuten darauf hin. Vor gut fünf Jahren bereits erlaubte das Bundesverfassungsgericht den Einsatz der Bundeswehr im Inneren mit militärischen Mitteln unter so schwammigen Voraussetzungen wie »Ausnahmesituationen katastrophischen Ausmaßes«. Geplant hatten die Regierenden Schnöggersburg einst im Geheimen. Als Journalisten dem Projekt im Frühjahr 2012 auf die Schliche kamen, war alles längst in Sack und Tüten. Das Geld fließt nun aus dem Steuertopf des Bundes. Als Bauherr erklärte sich indes das Land Sachsen-Anhalt im Rahmen der Amtshilfe bereit, zunächst unter Schwarz-Rot. Inzwischen halten auch die Grünen ihre Füße still. Sie sind seit 2016 Teil der Landesregierung. In den Jahren davor hatten sie noch vergeblich gegen das Vorhaben geklagt. Wo Geld reingepumpt wird, gibt es – neben den Baufirmen – auch einen weiteren Profiteur: Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall stattet das Gefechtsübungszentrum Altmark seit vielen Jahren mit Lasersimulationstechnik aus. Er betreibt vor Ort einen Firmenableger für »Dienstleistungen« und hilft bei der Ausbildung der Soldaten. Auch für Schnöggersburg ist Rheinmetall zuständig. Erst im vergangenen Jahr kassierte das Unternehmen nach eigenen Angaben neue Folgeaufträge im Wert von 24 Millionen Euro. Man bereite unter anderem die Durchführung von sogenannten MOUT-Übungen vor, teilte Rheinmetall damals mit. Trainiert werden sollen also militärische Operationen in urbanem Terrain. Die Proteste gegen die Aufrüstung in Sachsen-Anhalt kochen derweil auf Sparflamme. Die Initiative Offene Heide und andere Friedensgruppen treffen sich zwar seit 2012 in jedem Sommer zum Protestcamp vor Ort. Außerdem starten sie jeden ersten Sonntag im Monat einen Friedensweg in der Heide. Viele Menschen aus dem Umkreis des Militärgeländes zu mobilisieren, ist den Aktivisten bisher aber nicht gelungen. Bundeswehr und lokale Medien tun dafür das Ihre. Jedes Jahr aufs Neue warnen sie vor »militanten Antimilitaristen«. Die vor Ort einkaufenden Soldaten loben sie als Ankurbeler der Wirtschaft, das Heer als Arbeitsplatzbeschaffer. Die Bevölkerung wird in schöner Regelmäßigkeit zu Spiel und Spaß geladen, zuletzt Ende August zum »Tag der offenen Tür« – kleine Waffenkunde und Probesitzen auf dem Panzer für die ganze Familie inklusive...weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/

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  6. #86
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    Tagesdosis 24.10.2017 - Big Pharma Crime: Die Opioid-Epidemie



    Ein Kommentar von Mathias Bröckers. Im August schon hatte die US-Regierung wegen der Opioid-Epidemie den nationalen Notstand ausgerufen: 95 Millionen Amerikaner bekommen Opioide verschrieben, knapp 3 Millionen sind davon abhängig, 59.000 kamen vorletztes Jahr davon ums Leben. Jetzt mußte der von Donald Trump nominierte neue "Drogenzar" Tom Marino auf das Amt verzichten, nachdem ihm Spenden der Pharma-Industrie sowie eine Rolle bei der Gesetzesänderung 2016 nachgewiesen wurde, die den Zugriff der Drogenfahndung DEA auf verdächtige Großlieferungen erschwerte. Wenn eine winzige Privatklinik irgendwo in der Provinz täglich über 100 Rezepte für eine 2-Monats-Ration "Oxycontin" ausschrieb, reichte für die DEA der Verdacht, um Lieferungen zu beschlagnahmen und Ermittlungen aufzunehmen. Nach dem unter Obama durchgewunkenen Gesetz muss sie nun zuvor Beweise dokumentieren, dass es sich dabei tatsächlich um kriminelle Verschreibungen handelt - und bei den aus dem ganzen Land anreisenden "Patienten" um Dealer, die den Stoff in ihren Heimatstädten dann weiterverkaufen. Da dies nur mit riesigem Aufwand möglich ist hat das neue Gesetz der ohnehin schon grassierenden Epidemie weiteren Auftrieb gegegeben - und dass Trump nun außer dem Ausrufen des Notstands wirksam dagegen vorgeht, ist nicht erwarten. Warum ? Auf jeden Kongressabgeordneten kommen derzeit zwei Lobbyisten der Pharmaindustrie, Big Pharma ist der Industriezweig mit den meisten politischen Spenden, von 100 US-Senatoren stehen 97 auf der Empfängerliste der Drogenhersteller. Opioide wie "Oxycontin" kamen erst 1996 auf den Markt, der Familienclan des Herstellers, Purdue Pharma - der zuvor Ohrenschmalz-Entferner herstellte - zählt mittlerweile zu den 16 reichsten Familien der USA. Der Trick, mit dem aus während des 1. Weltkriegs in Deutschland erfundenen, morphin-ähnlichen Präparat ein Milliardengeschäft und die neue Todesdroge der USA werden konnte, werden konnte, war simpel: man verschaffte dem sofort wirkenden Stoff durch Beimischungen eine langsamere, länger wirkende "retard"-Wirkung - und behauptete, dass so das Suchtpotential nahezu verschwinde. Den Rest tat dann eine massive Werbekampagne und "Oxy" wurde ein Hit. Flashback 1896: eine kleine Chemiefabrik in Elberfeld am Rhein - die zuvor vor allem Farben herstellte - brachte ein Opioid auf den Markt, mit dem sie bald zu einem der weltgrößten Pharmaunternehmen wurde. "Heroin" hieß das Wundermittel der Firma Bayer, mit dem die aus dem deutsch-französischen Krieg als Morphinabhängige heimgekehrten Soldaten wieder zu Heroen gemacht werden sollten. Man hatte das Morphin durch Beimischungen ein wenig verändert - und behauptet, dass so das Suchtpotential nahezu verschwinde. Den Rest tat dann eine massive, weltweite Werbekampagne und "Heroin" wurde in einigen Ländern zum meistverkauften Arzneimittel, ein Hit! An den Geschäftsmodellen hat sich in den letzten 100 Jahren also nichts geändert, genauso wenig wie an dem Stoff, um den es geht, den seit der Antike als Schmerz,-und Schlafmittel bekannten Saft des Mohns: Opium. "Ich hab ein Arkanum und heiß' es Laudanum" hatte Paracelsus einst seine Opiumtinktur gelobt, die mit ihm in die europäische Medizin einzog und bis Anfang des 20. Jahrhunderts für wenig Geld rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich war. Zu Epidemien und massenhaftem Sterben durch Überdosierung und Missbrauch kam es in all den Jahrhunderten allerdings nicht, die setzen erst ein, als mit patentierten Stoffen wie "Heroin" und anderen Opioiden quasi der Turbo gezündet wurde. Vielleicht wäre es - bevor der nationale Notstand weitere zig-tausende Leichen produziert - durchaus angebracht, als Erste Hilfe das gute alte Laudanum wieder preisgünstig in die Drugstores zu bringen. Weil es kein Patent darauf gibt und keine großen Profite zu erwarten sind, stehen die Chancen dafür allerdings gering. Ein paar Leben ließen sich so aber immerhin retten. Und ein wenig Zeit gewinnen um die Ursachen dafür anzugehen, warum ein Drittel der Bevölkerung ihr Leben offenbar nur noch mit starken Schmerz,-und Schlafmitteln bewältigt und warum Ärzten und Big Pharma keine andere Therapie einfällt, als sie davon abhängig zu machen...
    LG

  7. #87
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    Tagesdosis 25.10.2017 - "Sadistisch, unmoralisch, primitiv"



    Amerikanische Psychiater und Psychologen haben den Geisteszustand des US-Präsidenten begutachtet Ein Kommentar von Rüdiger Lenz. In einer Ferndiagnose haben US-amerikanische Seelenforscher ihren Präsidenten begutachtet und Erschreckendes herausgefunden. Der Spiegel schreibt dazu in seiner Onlineausgabe am 25. Oktober 2017, Zitat Anfang: „Das Verhalten des Täters zeige charakteristische Merkmale eines Soziopathen, urteilt der Gutachter und Psychiater Lance Dodes. Es handle sich dabei um "eine der schwerwiegendsten aller seelischen Störungen". Soziopathen litten unter einem "Defekt in der grundlegenden Natur ihres Menschseins". Ihre typischen Eigenschaften: "Sadistisch, mitleidlos, grausam, abwertend, unmoralisch, primitiv, kaltschnäuzig, räuberisch, schikanierend, entmenschlichend." Dodes lässt keinen Zweifel daran, dass er von einem gefährlichen Monstrum spricht. Doch gemeint ist nicht etwa der Attentäter von Las Vegas. Nein, die Rede ist vom amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten. Dodes' Expertise ist Teil eines Buchs, in dem 27 Fachleute - teils sehr namhafte Psychiater und Psychologen - ihr Urteil über Donald Trump abgeben(*). Der Band ist aus einer Konferenz hervorgegangen, die unter dem Motto "Duty to Warn" (Pflicht zu warnen) an der Uni Yale stattfand. Entstanden ist ein unheimliches Seelenpanorama. Trump werden ein "hypermanisches Temperament", eine "wahnhafte Loslösung von der Wirklichkeit" und "paranoide Hyperempfindlichkeit" attestiert. Die Autoren unterstellen ihm nicht nur "Gedankenlosigkeit", "Leichtsinn" und "Selbstverherrlichung", sondern auch "Frauenhass", "Boshaftigkeit" und "Bewunderung für Gewaltherrscher", Zitat Ende. Ich selbst bin Therapeut. Und das, was dort über den US-Präsidenten festgestellt steht, ist nicht das Papier wert, auf dem es steht. Es ist Propaganda und es steht für eine Clique missgünstiger und der Realität völlig entfremdeter Spaßvögel, die sich daran gemacht haben, eine zweite Amtszeit von Donald Trump zu verhindern. Es könnte sein, dass es nur darum geht. Das Warum meiner Annahme zu erklären, ist ganz simpel. Es erfordert weder ein komplexes Vorwissen, noch hirnakrobatisches Geschick beim Leser. Waren nicht fast alle US-Präsidenten Schlächter, Massenmörder, Rassisten und Kriegstreiber? Menschenverachter übelster Sorte. Waren sie nicht alle Antidemokraten, wenn es um ihre Interessen in der Außenpolitik ging? Ich muss das hier nicht aufzählen, ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Leser und Zuhörer das sehr wohl wissen. Das Amt des US-Präsidenten sieht es vor, dass der Mann, der dieses Amt bekleidet, all seine seelisch angenehmen Anteile von sich abspaltet. Das er willfährig Kriege anzettelt, um seine Chefs, also die Eliten, die mit dem US-Doller-Imperium verstrickt sind und unvortsellbare Vermögen und Macht besitzen, dass er gerade diesen Leuten weltweit, willfährig zu Diensten ist. Da Donald Trump selbst Multimilliardär ist, ist er teilweise unabhängig und hat seinen eigenen Kopf, mit dem er agiert. Es ist nicht an mir, hier über Donald Trump zu lamentieren, ihn für gut oder für böse oder für wahnsinnig zu beschreiben. Mir kommt es darauf an, daran zu erinnern, dass die Macht heutiger Medien darin liegt, die Massen in allem und in jedem Zusammenhang zu manipulieren. Denn auch die Medien haben Eigentümer mit Interessen. Sie sind nicht unabhängig. Ihre Unabhängigkeit haben die großen Häuser längst an den schnöden Mammon abgegeben. Einige von ihnen haben sie noch, doch besitzen diese kleinen unabhängigen Häuser nicht die Macht und Größe, einen Gegenpol zu den Riesen darzustellen. Ihre Bandbreite ist gering, ihre Auklärungsmacht ebenfalls. Die wahren Zusammenhänge sind zu komplex für die uninformierte große Masse, die einem intensiven Umgang mit ihren Gehirnen eher abweisend gegenüber steht. Die Eliten profitieren von ihren riesenhaften Medienhäusern, die dafür sorgen, dass die große Masse denkt, was sie denken sollen. Sie machen das so geschickt, dass alle davon überzeugt sind, dass sie selbst willentlich auf ihr eigenes Denken, Handeln und Fühlen gekommen sind. Das ist die größte Lügenerungenschft dieser großen Häuser. Es ist eine Missbrauchswirtschaft geworden. Missbraucht werden die vielen einzelnen Biografien einzelner Menschen, die zum monopolisierten Denken und Handeln verführt werden...weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/
    LG

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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 26.10.2017 - Amazon hat den Schlüssel zur Glückseligkeit



    Ein Kommentar von Bernhard Loyen. Es hat sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass für die selbst abwegigsten Neuerungen der gesellschaftlichen Parallelwelten begeisterte Abnehmer zu finden sind. Die sogenannte „Key Happiness Guarantee" ist der neue Coup aus dem Hause Amazon. Damit versucht der Handels- und Versandgigant die letzten Zweifler auf die dunkle Seite des Dauerkonsums zu ziehen. Worum geht es? Es geht um die Problematik der direkten Zustellung der gewünschten Pakete. Der Online Handel wächst weiterhin immens. In der Zustellungskette stößt diese Konsumbegeisterung der Bürger jedoch an seine Grenzen, speziell in der Anlieferungslogistik. Der klassische Amazon Kunde wünscht die Zustellung bis vor die Haustür. Er besteht darauf. Nun macht der Zulieferer sehr oft die Erfahrung, dass der Paketkunde aber nicht zu Hause auf ihn dankbar wartet. Es gibt ja den Nachbarn, den gelangweilten Einzelhändler zwei Häuser weiter, den Paketshop. Das nervt den Produktkäufer und immer öfter die Personen der Zwischenlagerung- Konfliktpotential. Das ein Großteil dieser Gesellschaft keinerlei Probleme mit der Erfassung immenser Datenmengen privatestem und persönlichstem Inhalts hat, ist soweit den Konzernen bewusst und wird auch gnadenlos ausgenutzt. Nun startet der Versuch, noch einen Schritt weiter zu gehen. Den Schritt in die Wohnung. Das bedeutet, die bis dato letzte Bastion des Endverbrauchers wird endlich geknackt. Amazon USA formuliert diese Idee, dieses neue Projekt natürlich freundlicher: „We want you to have peace of mind when you use Amazon Key to receive in-home deliveries", ist auf der Internetseite zu erlesen[1]. Das klingt gut und hilfsbereit. „Peace in mind", aah. Das braucht der Kunde in diesen wirren Zeiten. Wie soll das aber funktionieren? Natürlich erkauft man sich den Seelenfrieden, für schlappe 250€ in der einfachsten Variante. Momentan auch nur für den Premium Kunden erhältlich. Ein digital vernetztes Schloss erlaubt dann den Zustellern den Zugang in die heimischen vier Wände. Der Lieferant kann alleine die Wohnung - aufgezeichnet durch eine Kamera - betreten. Problem gelöst. Amazon informiert, der Paketbote wird über das Internet bei Amazon den Zugang zur Wohnung erbitten. Das Authentifizierungssystem des Konzerns öffne dann die Tür. Automatisch zeichne eine Kamera die Lieferung auf - live zu betrachten vom Kunden oder später als Videoclip anzusehen[2]. So easy, sie verstehen? Könnten etwaig dadurch jedoch Probleme auftreten? Irritationen für den glücksbeseelten Amazon Kunden, bei der Rückkehr am Feierabend? Drei Pakete da, aber dafür die letzte Woche georderte Nespresso Machine weg? Wer garantiert, dass die installierte Kamera nur den Eingangsbereich erfasst, dokumentiert? Eine kleine Kundenanalyse hat noch keinem Unternehmen geschadet. Die individuelle Sedierung mit Top-Angeboten könnte noch zielgerichteter eingesetzt werden. Sehr dünn informiert Amazon zu dieser Problematik, ggf. dann für die Klage entsprechende Fotos und Videos verwenden zu wollen. Juristisch sehr fraglich, aber auch hier wird ein Großteil der Endabnehmer sein Verstand nicht nutzen wollen. Die so vermeintliche Praktikabilität und Vereinfachung wird erneut obsiegen. Der Wahnsinn kann immer noch gesteigert werden.
    LG

  9. #89
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 27.10.2017 - Fussball ist heilbar



    Ein Kommentar von Florian Ernst Kirner. In der Aufgabenstellung der Tagesdosis auf KenFM werden die Autoren gebeten, sich mit einem aktuellen Thema der Medienlandschaft auseinanderzusetzen. Als ich daraufhin den digitalen Blätterwald durchforstete, ergab sich ein glasklares Bild. Das wichtigste Thema war: Das Pokalspiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern vom Mittwoch Abend! Speziell die Süddeutsche Zeitung bringt für die Nachbereitung dieses Matchs einen journalistischen Eifer auf, der ihr bei bedeutenderen Fragen zu wünschen wäre. Ein erster Artikel stellt die fünf Elfmeterschützen des FC Bayern vor. Ein zweiter Text fasst die „Stimmen zum Spiel“ zusammen. Hinzu kommt ein Video von der Pressekonferenz nach dem Spiel. Eine Taktikkolumne analysiert in Wort und Bild, wie die Bayern in die „Pressing-Falle“ der Leipziger tappten. Ein Artikel porträtiert den Unglücksraben, der den entscheidenden Elfmeter verschoss. Ein fünfter Text widmet sich der Kritik der Leipziger an den Entscheidungen des Schiedsrichters - wenige Stunden später unterzieht ein neuer Kommentar die Kritik der Leipziger einer ausführlichen Kritik. Natürlich gab es bereits eine ausführliche Vorberichterstattung und einen Live-Ticker. Auch Teile meines Facebookumfelds diskutieren zwei Tage später noch über das Match. Ich selber habe das Spiel gar nicht gesehen.Ich wusste noch nicht einmal, dass es stattfindet…und darauf bin ich mächtig stolz. Es gab nämlich eine Zeit in meinem Leben, da ich enthusiastischer Fussballfan war. Nachdem ich in München aufwuchs und mich generell eher für Techniken des Siegens interessiere als dafür, wie man in formvollendeter Tragik verliert, kam 1860 München für mich gar nicht in Frage. Ich wurde also Bayern-Fan! Als Vierzehnjähriger rannte ich zu jedem einzelnen Heimspiel ins Olympiastadion, ich pilgerte zum Tag der Offenen Tür in die Bayern-Zentrale an der Säbener Straße, ich fuhr zu Auswärtsspielen nach Stuttgart oder Wattenscheid. Meine Abhängigkeit von der Droge Fussball hielt sich lang. Noch 2006, bei der Weltmeisterschaft in Deutschland, schrie, jubelte und litt ich mit Hunderten anderen auf der Zülpicher Straße in Köln. Dass heute selbst weltbewegendste Fussballereignisse spurlos an mir vorbeigehen, halte ich für einen der größten Selbstheilungserfolge meines Lebens. Ausgesprochen hilfreich war dabei das Verhalten des einstmals geliebten Vereins in der Steueraffäre um Uli Hoeneß. Dieser Mann ist seit 1979 Manager des FC Bayern gewesen und wurde dann Präsident des Vereins, - bis er im Jahre 2014 als Steuerbetrüger entlarvt und verurteilt wurde. CSU-nahen Prominenten widerfährt so etwas in Bayern höchst selten. Vermutlich wurde die Verurteilung des Uli Hoeneß vor allen Dingen deshalb nötig, um weitere Enthüllungen, die dann auch den Verein betroffen hätten, zu verhindern. Die von Hoeneß nachweislich hinterzogene Gesamtsumme lag zum Zeitpunkt der Anklageerhebung am 10. März 2014 bei 3,5 Millionen Euro. Bei der Urteilsverkündung zwanzig Tage später war die Summe auf 42,6 Millionen Euro angestiegen. Mit dem Urteil kam der Deckel auf die Affäre. Dabei wären weitere Nachforschungen sicherlich spannend gewesen. Gut 10 Millionen Euro der schwarzen Gelder kamen beispielsweise über den damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus auf das Schweizer Nummernkonto des Bayern-Chefs. Während nun der Adidas-Boss dem Bayern-Boss dieses Geld rein privat überließ, um damit Aktienspekulation zu betreiben, stieg der Adidas-Konzern zeitgleich als Anteilseigner bei der FC Bayern AG ein - und ließ sich das 75 Millionen Euro kosten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Finanzen des Vereins blitzsauber gewesen sind, während die Finanzpraktiken des Uli Hoeneß ihn für einen Knastaufenthalt in Landsberg am Lech qualifizierten, ist, mit anderen Worten, überschaubar. Umso erstaunlicher ist, dass Uli Hoeneß bis heute das Kunststück gelingt, in der Öffentlichkeit als Vorzeigeunternehmer und familiärer Patriarch mit einer ausgeprägten sozialen Ader zu gelten - zumal er nebenher auch noch Miteigentümer der „HoWe Wurstwaren“ in Nürnberg ist. Diese Wurstfabrik beliefert unter anderem Aldi und McDonalds mit Fleisch aus Massentierhaltung, während Hoeneß erklärt: „Bio ist totaler Schwachsinn“. Sein Unternehmen verfügt weder über einen Betriebsrat noch hält es sich an den Rahmentarifvertrag. Stattdessen arbeitet dort eine große Zahl von Menschen in Leiharbeit...weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/

    LG

  10. #90
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    AW: KenFm - Tagesdosis

    Tagesdosis 28.10.2017 - EU und EZB geben grünes Licht für Spekulanten



    Ein Kommentar von Ernst Wolff. Am Donnerstag dieser Woche verkündete EZB-Chef Mario Draghi, dass die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank von Januar 2018 an halbiert, dafür aber weit über das Jahresende hinaus verlängert werden sollen. Die EZB wird also zusätzlich zu den bis zum Jahreswechsel ausgegebenen 2,4 Billionen Euro allein im kommenden Jahr weitere 270 Milliarden Euro ins Finanzsystem pumpen. Gleichzeitig gab Draghi bekannt, dass die Zinsen in der Eurozone auf ihrem aktuellen Niveau verbleiben. Das heißt: Der Hauptleitzins bleibt bei 0,0 Prozent, der Zinssatz, zu dem Banken für ihre Einlagen bei der EZB zahlen müssen, bleibt bei minus 0,4 Prozent. Was bedeuten diese Maßnahmen? Der Reihe nach: Die Anleihen, um die es geht, sind zinstragende Wertpapiere, die entweder von Staaten oder Unternehmen herausgegeben werden. Die Käufe von Staatsanleihen dienen dazu, taumelnde Staaten, insbesondere in Südeuropa, am Leben zu erhalten. Nicht etwa, um deren notleidender Bevölkerung zu helfen, sondern, um die Staaten in die Lage zu versetzen, Zinszahlungen auf ihre riesigen Schuldenberge zu leisten – mit dem Ziel, internationalen Großbanken Zahlungsausfälle zu ersparen. Die Käufe von Unternehmensanleihen dienen dazu, große Konzerne im Falle unternehmerischer Fehlentscheidungen zu stabilisieren, um Unruhe und mögliche Kettenreaktionen auf den Märkten zu verhindern. In ihrer Gesamtheit zielen die Maßnahmen ganz einfach darauf ab, das globale Finanzsystem in seiner bestehenden Form aufrecht zu erhalten. Die Geldvergabe zum Nullzins dient dazu, Großanleger mit „billigem“ Geld zu versorgen, damit sie auch weiterhin an den Finanzmärkten spekulieren können. Die Negativzinsen, die von den Banken verlangt werden, wenn sie ihr Geld bei der EZB „parken“, sollen diese Banken dazu veranlassen, ihr Geld möglichst schnell wieder in das Finanzcasino einzuspeisen und es nicht „ruhen“ zu lassen. Damit soll vor allem verhindert werden, dass es zu einer Deflation, also zu sinkenden Preisen, kommt. Eine solche Entwicklung würde es Kreditnehmern erschweren, ihre Kredite zurückzuzahlen, da deren Preis ja unverändert bliebe, im Verhältnis zum Einkommen also zunähme. Ziel ist es, die Inflation anzuheizen, um großen Schuldnern die Rückzahlung ihrer im Verhältnis zum Einkommen abnehmenden Schulden zu erleichtern. Für die arbeitende Bevölkerung bedeuten die Maßnahmen, dass ihre Interessen auch in Zukunft denen von Großinvestoren und Spekulanten untergeordnet werden. Die Inflation trifft wegen des Kaufkraftverlustes vor allem die unteren Einkommensschichten, während die ausufernde Spekulation einen Crash, gefolgt von Massenentlassungen und schweren sozialen Verwerfungen, immer wahrscheinlicher macht. Die Finanzmärkte bedankten sich umgehend bei Mario Draghi, indem sie die Kurse auf neue Rekordstände schickten. Gleichzeitig bedankten sie sich aber auch bei der EU-Kommission, die am Dienstag – von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – beschlossen hat, auf eine überaus wichtige, vor drei Jahren ins Auge gefasste Maßnahme zur Zügelung der Finanzindustrie zu verzichten. In einem Verordnungsentwurf der EU-Kommission (des höchsten Exekutiv-Gremiums der Europäischen Union) hatte es 2014 geheißen, man wolle das spekulative Investmentbanking organisatorisch vom klassischen Bankgeschäft (der Kreditvergabe zum Zweck der Erzielung von Zinsgewinnen) trennen – eine Maßnahme, die den Großbanken überhaupt nicht gefallen, die Risiken im internationalen Bankgeschäft aber erheblich verringert hätte. Obwohl im Europaparlament heftig über diesen Entwurf eines Trennbankensystems gestritten worden war und die europäischen Sozialdemokraten sogar eine Verschärfung der Bestimmungen gefordert hatten, wurde der Vorschlag am vergangenen Dienstag klammheimlich zurückgezogen und war den Verantwortlichen nicht mehr als einen kurzen Abschieds-Vermerk im neuen Arbeitsprogramm der EU-Kommission wert....weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/
    LG

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