Seite 7 von 7 ErsteErste ... 34567
Ergebnis 61 bis 65 von 65

Thema: Zensurwelle

  1. #61
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    19.393
    Blog-Einträge
    175
    Mentioned
    236 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 418175

    "Combat Obscura"- Diesen Dokumentarfilm möchte das Pentagon einkassieren

    Ein mit dem "Purple Heart" dekorierter US-Marine dreht einen schonungslosen Dokumentarfilm über den Afghanistankrieg. Dabei sollte Lance Corporal Jacob Miles Lagoze eigentlich Werbevideos für die US-Army produzieren. Das Pentagon will nun die Notbremse ziehen.

    von Timo Kirez
    Schon der Name des Dokumentarfilms ist Programm: Die Camera obscura (aus dem lateinischen, camera "Kammer" und obscura "dunkel"), an die sich der Titel "Combat Obscura" des Films anlehnt, ist ein dunkler Raum mit einem Loch in der Wand, und war vermutlich der erste "Fotoapparat" der Geschichte. Bereits Aristoteles (384 v. Chr. - 322 v. Chr.) kannte das Prinzip der sogenannten "Lochkamera". Im 4. Jahrhundert v. Chr. erwähnt er in seiner Schrift "Problemata physica" ein auf dem Kopf stehendes Bild. Die ersten Versuche mit einer Lochkamera zu arbeiten, gehen, und das wird Thilo Sarrazin gar nicht gefallen, auf den arabischen Mathematiker, Optiker und Astronom Alhazen (965 - 1040) zurück. Alhazen kannte den optischen Effekt der Lochkamera und entwickelte eine recht modern anmutende Theorie der Lichtbrechung.
    Später wurde die "Camera obscura" durch Philosophen wie René Descartes (1596 – 1650) und John Locke (1632 – 1704) zu einer Art Metapher für die menschliche Wahrnehmung und die Erkenntnistheorie, im Philosophendeutsch auch "Epistemologie" genannt. Später, im 20. Jahrhundert, wird der französische Philosoph Roland Barthes über die Fotografie schreiben, dass das Dargestellte nicht simuliert werde, sondern wirklich sei. Anders als zum Beispiel die Malerei, gebe sich die Photographie nicht als vermittelndes Medium zu erkennen, sie erfinde nichts, sondern erscheine als das "Wirkliche in seinem unerschöpflichen Ausdruck".

    Vermutlich hat das Pentagon in Washington D.C. weder John Locke noch Rolande Barthes im Sinn gehabt, als es sich entschied, gegen den Dokumentarfilm des ehemaligen US-Marine Jacob Miles Lagoze vorzugehen. Aber so viel "Wirklichkeit in seinem unerschöpflichen Ausdruck" war den Kriegsherren in Washington offenbar dann doch nicht geheuer. Denn der Filmemacher Lagoze hatte ursprünglich einen ganz anderen Auftrag: Er sollte Werbefilme für die US-Army drehen. Dazu begleitete er US-Einheiten bei ihren Einsätzen in Afghanistan. Unter anderem in der südlichen, an Pakistan grenzenden, Region Helmand.

    © www.comabtobscura.com/media

    Ein Screenshot aus dem Dokumentarfilm.


    Zwar erledigte Lagoze seinen eigentlichen "Job", die Werbevideos, wie verlangt, doch wer schon einmal selbst Filme gedreht hat, weiß: Es gibt immer mehr Material, als man verwenden kann. Lagoze entschied sich, aus diesem "Restmaterial" einen einstündigen Film zusammenzuschneiden. Gegenüber dem US-Veteranen-Portal Task & Purpose sagte der Ex-Marine:

    Als ich zurückkam, wusste ich nicht, was ich damit machen sollte. Ich hatte das Material auf meinem Computer.
    Das Ganze sein ein "seltsames Tagebuch, mit einer Menge abgefuckter Scheiße". Wertungen wollte Lagoze nicht vornehmen. Ihm gehe es nicht darum, ob "diese Typen da draußen als Helden oder Opfer" dargestellt werden. Er könne auch nicht beurteilen, ob dieser Krieg irgendwann etwas Gutes bewirken werde. In Afghanistan sei nichts einfach schwarz oder weiß.
    Es war lustig, es war schrecklich. Die enorme Absurdität der ganzen Erfahrung übertrifft jede Story.
    Sein Film lief seit März 2018 auf verschiedenen Dokumentar-Filmfestivals. Unter anderem auch auf so renommierten wie dem "True/False" Filmfestival in Columbia, Missouri. Auch in Europa wurde der Film im Rahmen des "FIDMarseille – Marseille International Film Festival" im Juni 2018 gezeigt. Einen Filmverleih und einen Starttermin fürs Kino gibt es allerdings noch nicht. Dass sich das Pentagon dennoch so viel Zeit ließ, um zu intervenieren, überrascht. Die Begründung des US-Verteidigungsministerium lautet: Lagoze habe auf der Sold-Liste gestanden, also gehörten die Bilder, die er mit der Ausrüstung des US-Korps aufgenommen habe, dem Staat. Doch der Regisseur gibt den Kampf mit dem Pentagon noch nicht verloren. Er wisse zwar, dass es die Offiziellen vorziehen würden, wenn der Film nicht weiter gezeigt würde. Aber der Film sei kein "antimilitaristischer Film", sondern eine ehrliche Darstellung des Einsatzes in einer abgelegenen Patrouillen-Basis, so der Ex-Soldat.

    Der Film zeigt in der Tat eine ungeschönte, rohe Sicht auf den Krieg in Afghanistan. In diesem Sinne ganz das Gegenteil eines Werbeclips. Man sieht unter anderem die Leiche eines erschossenen Afghanen, den die US-Marines für einen Aufklärer der Taliban hielten. Am Ende stellt sich heraus, dass es sich um einen Ladenbesitzer aus der Gegend handelt. "Du siehst aus, als wärst du gerade gefickt worden", so der lapidare Kommentar eines US-Soldaten in der Aufnahme.
    © www.comabtobscura.com/media

    Ein weiterer Screenshot aus Lagozes Film.



    Andere Szenen zeigen Soldaten, die Hasch aus einer alten Pringles-Dose rauchen. Oder ihre Zigaretten mit Haschisch stopfen, wenn sie auf Streife unterwegs sind. Ein Hauch von Vietnam könnte man meinen.

    In einer weiteren Szene wird einem US-Marine in den Kopf geschossen – der Soldat stirbt vor der Kamera. "Ich denke schon, es ist schwer, so etwas zu sehen", so Lagoze in Task & Purpose. "Aber manchmal ist es eben so, wie es ist." Dem ist epistemologisch nichts hinzuzufügen.

    Quelle: https://deutsch.rt.com/gesellschaft/...-einkassieren/



    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  2. #62
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    19.393
    Blog-Einträge
    175
    Mentioned
    236 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 418175

    Urheberrechts-Richtlinie der EU schränken Nachrichtenquellen ein – Google-Manager fürchtet „Zwei-Klassen-Internet“

    Richard Gingras warnt vor den Folgen der gerade vom EU-Parlament beschlossenen Urheberrechts-Richtlinie. Diese Richtlinien werden zur Folge haben, "dass große, etablierte Verlage begünstigt werden - auf Kosten kleiner Verlage und neuer Anbieter".

    weiter hier: https://www.epochtimes.de/technik/ur...-a2716534.html
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  3. #63
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    19.393
    Blog-Einträge
    175
    Mentioned
    236 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 418175

    Warum wir vielleicht bald Abschied nehmen müssen.



    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  4. #64
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    19.393
    Blog-Einträge
    175
    Mentioned
    236 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 418175

    The Top 25 Censored Stories of 2017-2018

    The presentation of the Top 25 stories of 2017-2018 extends the tradition originated by Professor Carl Jensen and his Sonoma State University students in 1976, while reflecting how the expansion of the Project to include affiliate faculty and students from campuses across North America has made the Project even more diverse and robust. During this year’s cycle, Project Censored reviewed over 300 Validated Independent News stories (VINs) representing the collective efforts of 351 college students and 15 professors from 13 college and university campuses that participated in the Project’s Campus Affiliates Program during the past year.



    weiter hier: https://www.projectcensored.org/cate...-of-2017-2018/
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  5. #65
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    8.877
    Blog-Einträge
    3
    Mentioned
    71 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 301478

    AW: Zensurwelle

    Unerwünschte Pressefreiheit: Deutsche Medien kritisieren RT-Gespräch von Justizministerin Barley



    Bundesjustizministerin Katarina Barley hat dem deutschen Dienst des russischen TV-Senders RT ein Interview gegeben. RT Deutsch sprach mit ihr über den Europawahlkampf, die Krise der SPD, Mietpreisbremsen und mögliche Enteignungen von Immobilienkonzernen, das Gaspipelineprojekt Nord Stream 2 sowie über den außenpolitischen Umgang mit Russland, heißt es auf der RT-Homepage.


    Das Gespräch löste heftige Kritik deutscher Medien aus. „Die Welt“ schrieb am Freitag, RT sei der Sender, „der gerne gesellschaftliche Konflikte in Europa anheizt, der willfährig russische Falschinformationen transportiert und integraler Teil der Moskauer Propagandabemühungen ist, mit denen Wladimir Putin versucht, Europa auseinanderzudividieren.“ Aus Sicht Russlands haben solche Anschuldigungen weder Hand noch Fuß.



    Dem Blatt zufolge wird das Spiel „dieses Regimes“ betrieben, wenn man „Vertreter von RT arglos in TV-Shows einlädt oder ihnen harmlose Interviews gibt“. Die Glaubwürdigkeit von Sendern wie RT bei den Zuschauern hänge davon ab, dass sie als ganz normale, legitime journalistische Angebote wahrgenommen würden, vergleichbar mit RTL oder ZDF. „Das sind sie aber nicht. Und das sollte eine deutsche Ministerin eigentlich wissen.“

    Dagegen werden deutsche Journalisten an ihrer Arbeit in Russland nicht gehindert, wenngleich Moskau deutschen Medien ebenfalls Propaganda vorwerfen kann. Allein schon der Skandal um den „Spiegel“-Reporter Claas Relotius, der die Leser jahrelang mit erfundenen Reportagen traktiert hat, spricht Bände. „Alle Quellen sind trüb. Vieles ist wohl erdacht, erfunden, gelogen. Zitate, Orte, Szenen, vermeintliche Menschen aus Fleisch und Blut. Fake“ hatte das Magazin Relotius‘ Werk in einer Offenbarung kommentiert.

    Der Artikel in der „Welt“ wurde mit „Barley lässt sich vor Russlands Propaganda-Karren spannen“ überschrieben. Dabei wurden keine konkreten Beispiele angeführt, wie Barleys Antworten zu Propagandazwecken des Kremls genutzt werden können. Allerdings wird dem Sender vorgeworfen, das Interview mit Barleys Worten über gutes Verhältnis Deutschlands zu Russland zu betiteln.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Relotius 2.0? SZ feuert preisgekrönten Reporter – wegen erfundenem Protagonisten<<<

    Die „Rheinische Post“ (RP) wirft der Ministerin mit diesem Intereview einen Fehler im Wahlkampf vor, auch wenn sie Kritik an Russland geäußert hat. „Ein russischer Propagandasender, der in Deutschland und ganz Europa heftig umstritten ist, den die EU wegen ‚prorussischer Desinformation‘ kritisierte, kann über ein Interview mit ‚Ministerin Barley‘ schreiben: ‚Wir pflegen ein enges Verhältnis zu Russland.‘ Besonders heikel ist das, weil Barley immer noch beides ist – Ministerin und Spitzenkandidatin (für die Europawahl - Anm. d. Red.). Als Wahlkämpferin allein müsste sie sich auch fragen lassen, ob es wirklich eine gute Idee ist, einem solchen Sender Rede und Antwort zu stehen“, schrieb die RP.
    LG

Seite 7 von 7 ErsteErste ... 34567

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •