trans-information - 4. Apr. 2018:

Wenn du denkst, dass Facebook zu viel von dir weiss, dann schaue dir an, was Google alles von dir weiss – es ist noch viel schlimmer


Bist du bereit, auszuflippen?



Hier findest du eine Übersicht über die persönlichen Daten, die Facebook und Google von Privatpersonen erfassen, in ihren Archiven abspeichern und bei Gelegenheit zu beliebigen Zwecken verwenden können – und das Google-Archiv ist zehnmal grösser als jenes von Facebook!Ein Weckruf aktiv zu werden zum Schutz der Privatsphäre


Wir wissen alle gut, dass Facebook und Google (und viele andere Firmen) Daten über uns sammeln, und wir haben uns daran gewöhnt, dass wir deswegen mit persönlich auf uns abzielender Werbung überschwemmt werden. Wir akzeptieren es vielleicht, weil wir denken, dass ja jemand die Arbeit von Facebook, Google & Co bezahlen muss, und weil wir ja ‚nichts zu verbergen haben’. Vielleicht auch, weil es so bequem ist, diese vielen Angebote ‚gratis’ nutzen zu können. Und wir hoffen vielleicht naiverweise, dass der markante Missbrauch von Facebook-Daten durch Cambridge Analytica  nur ein bedauernswerter Einzelfall war.


Aber was wäre, wenn die ganze Datensammel-Geschichte sehr viel tiefer gehen würde, als wir es uns jemals vorstellen konnten und wir in der allerletzten Vorstufe des Orwell’schen Überwachungsstaates leben, mit vollkommen gläsernen Bürgern, die einer manipulierenden und bestrafenden Willkür von Staat und mächtigen Interessensgruppen schonungslos ausgesetzt sind? Müsste dann nicht jeder von uns sich die persönliche Mühe nehmen, die Tätigkeiten dieser IT-Giganten so weit als möglich einzudämmen?



Dieser Artikel soll dir helfen, dir anhand des Google-Datenarchivs eines konkreten Menschen ein Bild darüber zu machen, was Google und Facebook wirklich über uns wissen – damit du dann deine Entscheide treffen und entsprechend handeln kannst.


Der Webentwickler Dylan Curran weist in 33 Tweets nach, wie viel Information Facebook und Google über ihre Nutzer sammeln. Diese Tweet-Folge wurde auf Twitter bereits weit über 160’000 Mal geteilt, und Edward Snowden nannte sie „eine exquisite Zusammenstellung anhand realer Beispiele, wie @Facebook und @Google dein Vertrauen ausnutzten, um in aller Stille ein jahrzehntelanges Dossier deiner privatesten Aktivitäten zu erstellen.“


Es lohnt sich, Curran Tweets gründlich zu lesen, um sich ein vollständiges Bild davon zu machen, welche Daten über uns alle gespeichert werden, und vermutlich wird die Arbeit in dir das Bedürfnis wecken, deine persönlichen Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook und Google zu kontrollieren.


Hier sind die Original-Tweets nachzulesen  


Im folgenden geben wir eine deutsche Übersetzung der einzelnen Tweets. Für Details, soweit sie nicht im folgenden ebenfalls wiedergegeben werden, bitte die Original-Tweets über den oben angegebenen Link konsultieren.


Dylan Curran beginnt seinen Tweet-Thread mit einem Appell gegen die Datensammelwut der Techkonzerne: «Willst du ausflippen? Ich werde zeigen, wie viele persönliche Daten Facebook und Google über dich speichern, ohne dass du es realisierst»



Dylan Curran

@iamdylancurran


Want to freak yourself out? I’m gonna show just how much of your information the likes of Facebook and Google store about you without you even realising it



Google und Facebook verfolgen dich auf Schritt und Tritt.
Klicke hier, um dein persönliches Bewegungsprofil* zu sehen.

               *Hierzu musst du bei Google angemeldet sein und die Option Standortverlauf aktiviert haben.


1.   Google verfügt über eine Zeitleiste mit all deinen Standorten, seit du ein Handy benutzest


Google speichert deinen Standort (wenn deine Einstellungen es nicht verbieten) jedes Mal, wenn du dein Handy einschaltest, und du kannst eine Zeitleiste ansehen vom ersten Tag an, an dem du Google auf deinem Handy verwendet hast.

Wer ein Google-Konto (Gmail, YouTube, Google Maps etc.) oder Android-Smartphone hat, kann auf dieser Seite nachschauen, ob Google die eigenen Bewegungsdaten speichert.


Alternativ kannst du bei Google Maps in den Einstellungen auf «Meine Zeitachse» klicken. Mit dieser kaum bekannten Funktion kannst du (und Google) Tag für Tag und Stunde für Stunde nachverfolgen, wo du überall warst.


Google zeigt all deine Bewegungen auf einer Zeitleiste. Auf Google Maps lassen sich alle Bewegungen an jedem Tag in der Vergangenheit einsehen.


2.   Google kennt alle Orte, an denen sich Dylan Curran in den letzten zwölf Monaten aufhielt….


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33. Gelingt es dir, Zugriff auf das Google-Konto von jemandem zu bekommen? Perfekt, du bekommst ein chronologisches Tagebuch von allem, was diese Person in den letzten zehn Jahren getan hat.


Gelingt es einer übelwollenden Person (oder einer repressiven Behörde), Zugriff auf die Daten eines anvisierten Opfers zu bekommen, erhält sie genügend Mittel in die Hand für Verleumdungen, Erpressungsversuche und viele weitere unmoralische und widerrechtliche Aktionen.


Quelle und komplett: http://transinformation.net/wenn-du-...iel-schlimmer/




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