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Thema: Der Buchfink Praktisch Denken

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    Der Buchfink Praktisch Denken

    Der Buchfink
    Praktisch Denken

    ... eine Hinführung zur Vorbereitung von Referaten sowie Sprechen vor Publikum


    Sehr geehrte Eltern und Erziehungsberechtigte!

    Geschätzte Leserinnen und Leser!

    Ich lade Sie ein, sich mit mir auf eine kleine Reise zu begeben, es ist eine Reise in die
    Welt der Vorstellungen und Ideen. Sie können dafür ruhig auf Ihrem Platz sitzen bleiben.

    1.) Nehmen Sie einen Gegenstand aus Ihrer Umgebung, den sie mögen, wenn er klein
    genug ist, dann nehmen Sie ihn in Ihre Hand. Wenn Sie den Gegenstand nicht
    zur Verfügung haben, dann denken Sie an ihn, stellen Sie sich ihn vor.

    Nun betrachten Sie ihn einmal ganz genau, erfassen Sie so viele wie mögliche Details,
    schauen Sie ihn nochmals genau an, fühlen Sie seine Oberfläche. Denken Sie kurz
    daran, wann Sie ihn gebrauchen und wozu.

    2.) Als nächstes überlegen Sie, wie Sie zu diesem Gegenstand gekommen sind. Haben
    Sie ihn gekauft? Wurde er Ihnen geschenkt? Haben Sie ihn irgendwo gefunden? Sie
    bauen nun ihre ganz persönliche Beziehung zu diesem Ding auf. Denken Sie auch an
    einige Erlebnisse, die Sie mit Hilfe des Gegenstandes hatten.

    3.) Nun denken Sie daran, wie dieser Gegenstand entstanden ist. Welche Materialien
    brauchte man dazu, ihn herzustellen? Welche Personen haben daran gearbeitet?
    Stellen Sie sich die Personen vor und was diese an Ihrem Gegenstand gemacht haben,
    dass er genau so aussieht, wie er jetzt aussieht?

    4.) Gehen Sie nun in der Gedankenfolge weiter und überlegen Sie, was war, bevor der
    erste Mensch, der an Ihrem Gegenstand gearbeitet hat, die Materialien dafür in die
    Hand genommen hat. Was steht hinter dem Gegenstand? Was musste gewesen sein,
    bevor Ihr Gegenstand materiell wurde?

    Ich danke Ihnen, dass Sie bis hierher mitgemacht und mitgedacht haben, denn
    gemeinsam sind wir in der geistigen Welt angekommen, in dem Feld der unendlichen
    Möglichkeiten und Ursachen und in dem Bereich der Kräfte, mit Hilfe derer
    Ursachen materiell werden können. Kurz gesagt: Über einen Gedanken und eine
    Kraft, die durch ein Gefühl verstärkt wird, werden Dinge erschaffen.

    Es stellt sich jetzt weiter die Frage, ob auf diese Art "nur" Dinge erschaffen werden
    oder, ob jedes Lebewesen, das sich hier auf dieser Erde befindet, diesen Prozess
    durchlaufen hat, bevor es sichtbar und begreifbar wurde.

    Was hat diese Übung nun mit der Vorbereitung für ein Referat oder eine Rede zu tun?


    Eine ganze Menge, denn, würden wir die Antworten bei jedem der drei Schritte
    notieren, hätten wir bereits eine Fülle an Information, ohne nur einmal in ein Buch
    gesehen oder ein anderes Medium dafür benützt zu haben. Diese Sichtweise
    ermöglicht es, eine Struktur zu schaffen, die logisch nachvollziehbar, einfach und
    umfassend ist. Es handelt sich um eine lebendige Ordnung, die beliebig fortgesetzt
    werden kann.

    Sie erlauben, dass ich jetzt einen Unterschied zwischen einem Referat für
    Schülerinnen und Schüler und einer Rede von Erwachsenen für Erwachsene mache,
    denn die Erwartungen des Publikums sind in jeder Situation andere. In der Schule
    werden bei einem Referat fertig ausgearbeitete Inhalte erwartet, die durch
    persönliche Erfahrungen und das Verständnis der Lernenden ergänzt werden sollen.

    Von Erwachsenen erwartet man meist, dass sie einen Sachverhalt von verschiedenen
    Perspektiven beleuchten, zu dem objektiv Greifbaren unterschiedliche Meinungen
    darstellen und am Ende Fragen offen lassen, die der Einzelne im Publikum selbst
    weiterdenken kann, häufig wird an ein Referat eine Diskussion angeschlossen.

    Mögliche Anleitung für die Anfertigung eines Referates

    1) Die Frage nach dem Thema?

    Darf ich das Thema selbst wählen oder ist es mir vorgegeben?

    Verstehe ich das Thema vollständig? Was bedeuten die Begriffe?

    Was weiß ich bereits zum Thema? persönliche Erfahrungen, objektive Fakten, ...

    2) Was ist das Ziel des Referates?

    Darstellung von Information zum Thema in Form eines Handouts.

    3) In welcher Art stelle ich die Information dar?

    Überlege, welcher Zugang und welche Struktur für dich am besten geeignet sind.
    Meist hängt der Aufbau von der Fachrichtung ab.

    Für geschichtliche Themen ist meist eine Chronologie von Zusammenhängen
    sinnvoll, bei naturwissenschaftlichen Themen stehen Fakten und deren
    Zusammenhänge im Vordergrund, bei einem Buchreferat gelten sprachliche Kriterien
    wie Ort und Zeit der Handlung, Charakteristik der Hauptfiguren,
    Handlungshöhepunkt, Schlussfolgerung.

    Daraus ist ersichtlich, dass im Einzelfall jeweils die Aufgabenstellung speziell
    ausgearbeitet werden muss.

    Für alle Fachbereiche bietet sich folgende Auswahl an Strukturen:

    a) Ein Gesamtzusammenhang wird dargestellt und dann wird auf Details
    eingegangen. (Für Schüler meist schwierig!)

    b) Eine Sammlung an Infos zum Thema wird aufgebaut, sodass schließlich ein
    Gesamtbild entsteht, das das Ziel des Referates ist. (Einfach zu erarbeiten!)

    c) Von einem persönlichen Erlebnis, einer persönlichen Erfahrung zum Thema wird
    ausgegangen und dann werden alle nötigen Fakten dazu präsentiert. (Interessant für den Zuhörer!)

    d) Selbst erstellte Interviews, Forschungsarbeiten werden ausgewertet und in
    Diagrammen dargestellt, dazu werden Fakten präsentiert. (Sehr arbeitsaufwändig!)

    e) Ein Zeitungsbericht, ein Bild ... stehen am Beginn und führen zum Thema hin, das
    dann in Fakten und Zusammenhängen dargestellt wird.

    Mediale Aufbereitung:

    Ein Referat lebt vom persönlichen Kontakt des Sprechers mit dem Publikum. Dazu
    gehört am Anfang die BEGRÜßUNG, die bei jedem Auftritt für das jeweilige
    Publikum angepasst werden muss. In jedem Fall wichtig sind Lautstärke und
    Aussprache des Referenten, auch das Sprechtempo, das während des Vortrages
    geändert werden muss, sind zu beachten.

    Das Interesse des Publikums für das Thema zu wecken, ist die nächste, wichtige
    Aufgabe am Beginn.

    Den roten Faden während des Referates kann eine Powerpoint Präsentation sein bzw.
    ein mitgebrachtes Bild, ein Gegenstand, ein Werkstück oder Ähnliches.

    All diese Hilfsmittel sind jedoch "nur" Hilfsmittel und die Darstellung des Themas
    muss dem Sprecher auch ohne diese Hilfsmittel möglich sein. Daher wird das
    Erarbeiten des Auftrittes vor Publikum einen Großteil der Vorbereitungszeit in
    Anspruch nehmen.

    Wichtiger Hinweis zum Erstellen von Powerpoint Präsentationen:

    Wenige Folien, hauptsächlich Bilder, kein Text, nur Bildunterschriften. Die PPP soll
    als Leitfaden durch das Referat genützt werden!

    Den Auftritt probieren: Zeitaufwand mindestens 1 Woche, je nach Persönlichkeit

    1.) Allein sprechen für sich selbst im ruhigen Zimmer.... Selbstsicherheit bekommen.
    Zeit stoppen, sich selbst zuhören, Redetempo und Tonfall beobachten. Inhalte
    straffen. Begrüßung üben.

    2.) Vor einem Spiegel.... sehr schwierig.... man sieht die unabsichtlichen Bewegungen,
    die man macht, die Unsicherheit für das Publikum demonstrieren... man hat viel
    Spaß dabei, muss diese unabsichtlichen Bewegungen letztlich aber in Griff kriegen.

    3.) Sprechen vor bekannten Personen, die einen nicht beurteilen. Sich frei fühlen,
    Freude daran haben, jemandem etwas Interessantes mitteilen zu können. Bei
    Nervosität einen Kugelschreiber in die Hand nehmen. Daran kann man sich festhalten.

    Das Ziel ist erreicht, wenn man das Gefühl hat: Ich kann es, egal was passiert, mir
    fällt etwas ein, ich rede weiter, bleibe ruhig, ich muss nicht perfekt sein, ich stehe
    dazu, was ich sage und zu allem, was ich nicht angesprochen habe.

    4.) Auftritt vor fremden Menschen:
    Ungeachtet, wie sie mir entgegenkommen, grimmig, wohlwollend, ich spreche Sie
    freundlich und respektvoll an, jedoch nicht unterwürfig, sondern meiner selbst sicher.

    In diesem Sinne, geschätzte Leserinnen und Leser, lassen Sie sich inspirieren von
    allem, das Sie umgibt, denn das Leben bietet in jedem Augenblick, was wir brauchen
    und teilen Sie sich mit, denn Sprechen ist die Tür zum Herzen der Mitmenschen.

    Ein Hinweis zum Schluss:

    Die Botschaft die wir aussprechen, wird oft anders verstanden, als von uns selbst
    beabsichtigt worden ist, daher bin ich der Meinung, dass es besonders wichtig ist,
    interessiert zu sein, an sich selbst, an dem, was man sagen möchte und an den
    Mitmenschen, denn sie nehmen die Botschaft so auf, wie sie können, individuell.
    Missverständnisse sind da, um geklärt zu werden, um dazu zu lernen, um sich weiter
    zu entwickeln. Gesprochene Sprache ist ein Medium der Kommunikation, je genauer
    wir ausdrücken, was wir meinen, um so besser werden wir verstanden.

    Was ein Mensch sagt, sagt am meisten über ihn selbst aus.


    Herzlichst,
    der Buchfink

    Bei Interesse an einem Thema bitte, melden Sie sich unter Sprechfeld@gmx.at oder auch
    gerne auf Telegram im Kanal https://t.me/BuchfinkS
    Geändert von Stone (06.01.2022 um 18:47 Uhr)

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