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Thema: Artensterben

  1. #11
    Gast

    Re: Artensterben

    Es lohnt sich hier reinzulesen

    Genau dieser Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht:

    Wenn man von einer wirklichen Evolution ausgehen sollte müßte man ja davon ausgehen, daß die Menschheit nicht nur 1x vor ihrer Ausrottung stand (ansonsten müßten wir ja eine SEHR viel größere genetische Bandbreite haben - nur z.B. den Homo Neandertalis zu nennen oder (meinetwegen) Menschen mit (im Moment fällt nur z.B. die Kuh mit 5 Beinen ein, die ja THEORETISCH auf freier Wildbahn nicht überlebensfähig wäre!!) 2,50 Größe!! oder meinetwegen mit Behaarung!!

    Daraus ergibt sich meine Frage:

    Wenn man WIRKLICH von einem `Survival of the fittest ausgehen müßte, müßten wir ja der nächten (selbstgemachten!?!) Katastrophe schon entgegensteuern!!
    Hier_das_Dokument

    (59) Toba
    Die zivilisierte Erde revoltiere gegen ihre Zivilisierung; daher müsse bis zum Jahr 2050 die CO2-Emission halbiert und der Wärmeanstieg auf unserem gefährdeten Planeten auf 2 Grad Celsius reduziert werden. Daran hänge das Überleben der Menschheit; würde weitergemacht wie bisher, verkünden Klimakatastrophiker allerorten, drohe das Verschwinden halber und ganzer Kontinente, drohe das Verschwinden der Menschheit.
    Naturwissenschaftliche Methoden machen möglich und zugänglich, was früher unmöglich und unzugänglich war: die Prophezeiung der Zukunft auf Punkt und Komma. Unsere Kassandra spricht eindeutig und exakt, ihre coumputergenauen Simulierungen künftiger Klima-Katastrophen dulden keinen Widerspruch.
    Auch keine Überbietung? Eine solche steht uns mit wissenschaftlicher Evidenz zur Verfügung: durch dieselben naturwissenschaftlichen Methoden, die das Klimakatastrophenarsenal der neuen Kassandra bedienen. Deren Lust an neuen Katastrophen der Zukunft lässt sich durch eine Gegenlust an erkannten Menschheitskatastrophen der Vergangenheit relativieren, - sofern Katastrophen einander relativieren können.
    Schon mehrmals habe die Menschheit ihr nahes Ende überlebt, verkündet die evolutionsgeschichtliche Kassandra, denn schon mehrmals habe ein „evolutionärer Flaschenhals“ die gesamte Menschheit an den Abgrund ihres Aussterbens geführt. Zuletzt vor exakt 72 000 Jahren, als der explodierende Magma-Vulkan Toba auf Sumatra alles irdische Leben auf einen Minimalbestand reduzierte.
    Biochemische Genom-Analysen, 1990 weltweit durchgeführt und verglichen, führten zur Hypothese, daß alle heute lebenden Menschen von nur wenigen tausend Vorfahren abstammen. Die genetische Ähnlichkeit, die biologische Verwandtschaft aller Menschen, die diesen Planeten gegenwärtig bewohnen, sei „erstaunlich“ und lasse nur einen Rückschluß zu: eine Handvoll Menschen, vielleicht einige Tausend, durften und mußten Adam und Eva für uns Nachgeborene sein.
    Die Bestätigung dieser These durch rückschauende Beobachtung und Deutung vergangener Vulkankatastrophen erfolgte wenige Jahre später, als Spuren der Toba-Katastrophe auch im Grönland-Eis gefunden wurden. Daß diese Bestätigung in den Wissenschaften umstritten ist, darf als nicht erstaunlich gelten. Nicht nur wegen der Ferne des Ereignisses und seiner lediglich indirekten Beobachtbarkeit, sondern vor allem wegen der nicht geringen Zusatzhypothesen, deren es bedarf, um Toba als Ursache eines knapp verfehlten Menschheitsunterganges zu behaupten.
    Entweder noch nicht oder auch niemals sind diese Zusatzhypothesen – über die Wirkung von Temperaturstürzen, Atmosphäreverdunkelungen und –vergiftungen undsofort auf das Schrumpfen der damaligen Menschheit - durch das Arsenal der naturwissenschaftlichen Methoden empirisch zu bestätigen, und dies erinnert an die Umstrittenheit der gegenwärtigen Klima-Katastrophen-Vorhersagen für die Zukunft der Menschheit auf Erden. Und müßig ein Streit darüber, ob sich die Zukunft oder die Vergangenheit der Menschheit in undurchdringlichem Dunkel verberge.
    Entgegneten wir unseren Klimakatastrophikern, ihr Alarmismus sei evolutionsgeschichtlich deplaziert, weil die Menschheit in naher oder ferner Zukunft einem verheerenden Ausbruch der nicht wenigen Magma-Vulkane von Mutter Erde – unter Italien, den USA und Indonesien etwa - ohnehin nicht entkommen könne, würde uns eine aggressive Phalanx moralischer Entrüstungs- und wissenschaftlicher Belehrungs-Appelle niedermachen. Denn fahrlässig würden wir Ahnungslose die Existenz der Menschheit aufs Spiel setzen, das in letzter Minute zu retten, alle Klimaretter sich gerade anschickten.
    Während die Evolutionskatastrophiker einräumen müssen, daß der Menschheit bisher nach jeder Endkatastrophe ein Neubeginn beschert wurde, kennt der Klimakatastrophiker unserer Tage kein Erbarmen: die durch den Menschen verursachte Klimakatastrophe werde, wird ihr nicht rechtzeitig Einhalt geboten, irreparable Schäden am Lebenshaushalt von Mutter Natur hinterlassen. Unbewohnbar werde die moderne Zivilisation den Planeten Erde hinterlassen, ein kollektiver Selbstmord der Menschheit stehe bevor, dem sich nur ganz wenige Hominiden durch Exodus auf den Mond und andere Planeten entziehen könnten, und auch dies sei ungewiß.
    Dem moralischen furor der Klimakatastrophiker, der den der Atomkriegskatastrophiker abgelöst hat, liegt eine (anti)theologische Argumentation zugrunde: die Menschheit habe den Auftrag, sich die Erde untertan zu machen, befolgt und dabei Schiffbruch erlitten. Und sie habe dabei die eigentliche Bedeutung dieses Gebotes entdeckt: nicht eine „wilde“ Natur zu zähmen und botmäßig zu machen, sondern das Überleben der stets von Sintfluten, nun aber von selbsterzeugten Sintfluten bedrohten Menschheit zu sichern.
    Der Befriedungs-Krieg der Menschheit gegen die vorzivilisatorische Natur war zu gewinnen, der gegen eine industriell und technologisch zivilisierte Natur sei nicht zu gewinnen. Denn ausgerechnet in dem Moment der Menschheitsgeschichte, da der Mensch gewaltiger als alle Gewalt der (Erd)Natur geworden, schicke sich die vergewaltigte an, mit Racheakten zurückzuschlagen, deren Gewalt alle bisherigen Gewaltakte evolutionärer Katastrophen um ein ultimativ Unendliches, um ein endzerstörerisches Maximum übertreffen wird. An der vormodernen Pest starben stets nur einige; an der modernen sterben alle Menschen.
    Lediglich extrem grüne Klimakatastrophiker schlagen angesichts unserer ausweglosen Lage ein radikales Ausstiegsprogramm vor. Alle industrielle und technologische Zivilisierung, alle Herrschaft über die Natur sei fahren zu lassen, um sich als „Teil der Natur“ nur mehr natürlich in das Leben und Sterben der großen Mutter einzugemeinden. Eine Strategie, die nur beschränkten Gemütern begeisterungsfähig erscheinen kann.
    Das ernstzunehmende Gros der Klimakatastrophiker konzipiert das genaue Gegenteil: neue Technologie und neue Industrie samt neuer Lebensart müsse als letztes Rettungsboot schleunigst auf Kurs gebracht werden, um die Passagiere des halb schon sinkenden Schiffes zu retten.
    Während der grünen Fraktion die Wiederkehr einer am anderen Ort vormoderner Zivilisation angeblich existent gewesenen Harmonie-Natur glaubhaft erscheint, ist dieser Glaube allen anderen Fraktionen der Klimabewegung verwehrt. Eine von Zivilisation unberührte Schöpfung, die zu bewahren sei, ist endgültige Vergangenheit geworden, wenn zu ihrer Erhaltung das radikale Gegenteil von Natur aufgerüstet wird.
    Die von heutiger Theologie geforderte „Bewahrung der Schöpfung“ sei daher nicht als reines und unschuldiges Gegenteil des verfemten und fehlgeschlagenen Projekts „Macht Euch untertan“ zu interpretieren, nicht als Gebot, die Natur als unberührbare Natur zu erhalten, sondern als ein Mittel unter anderen zur Bewahrung der von steter Vernichtung bedrohten Menschheit.
    Klima- und Evolutionskatastrophiker sind sich einig in der Verkündung ultimativer Katastrophen, nicht in der Erklärung ihrer Ursache, nicht in der Feststellung ihrer Folgen. Jenem Massensterben, dem vor 72 000 Jahren im Gefolge von Toba angeblich das Gros der Menschheit zum Opfer fiel, könnten, so die zukunftsverwandte Angabe unserer rückschauend prophetischen Wissenschaften, in naher und ferner Zukunft weitere folgen.
    Eine maximale Erdkatastrophe, ausgelöst durch explodierende Magma-Vulkane, die für ausgleichende Abkühlung nicht nur, sondern zugleich für ausreichende Dezimierung der Weltbevölkerung sorgen würde. Beinahe dasselbe Resultat prophezeit das Orakel der Klimakatastrophe, und ironisch könnte man resümieren: Von Überbevölkerung und Klimakatastrophenbedrohung auf einen Schlag befreit: für wenigstens einige Weltzeit könnte Mutter Erde ihr wissenschaftlich belauschtes Stöhnen unterlassen.
    Der Menschheit Stöhnen aber würde unermesslich: Hungersnöte und Krankheiten, Verelendung und Kriege um letzte Ressourcen, ein letzter Kampf ums Dasein inmitten eines epidemisches Massensterbens. Und
    wieder überlebten vielleicht wenige Tausend, denen ein Exodus auf andere Planeten, Monde und Raumstationen geschenkt würde.



  2. #12
    Gast

    Re: Artensterben

    Zitat Zitat von S.E.T.I
    ...
    Interessanterweise gibt es einen Zyklus des Massensterbens, der 26 Millionen Jahre dauert. Belegt sind Ereignisse des Massensterbens im Ordovizium, Devon und Trias vor 440, 365 und 210 Millionen Jahren. Was den 26-Millionen-Jahre-Zyklus verursacht, ist unbekannt. Möglicherweise sind kosmische Ereignisse dafür verantwortlich.

    ...

    Ich kombiniere:

    -26 Mio. Jahre Zyklus - Massensterben durch Kosmischen Einfluss
    -Die Umlaufbahn der "unsichtbaren" Sonne Nemesis wird ebenfalls auf 26 Millionen Jahre geschätzt
    -Endet der Zyklus nicht am 21.12.2012, also der 26 Mio. Zyclus und der 26.000 Jahre Zyklus?

    Besteht hier ein Zusammenhang mit "Nemesis" :?

    ...
    Hallo Cheffe ,

    du betreibst hier gefährliche Verbreitung von estoreisch verbrämtem Halbwissen unter Zugabe von Hokus Pokus !

    Es ist genau so wie bei der 2012-Doomsday-Hype : basierend auf einer einzigen falschen Interpretation sind alle weiteren Zutaten zusammengesponnen.

    Ich behaupte : es gibt keinen Zyklus von 26 millionen Jahren mit Folgen für die erdgeschichtliche Entwicklung
    Ich behaupte : es gibt keinen Zyklus von 26 Tausend Jahren mit zyklischen Einflüssen für unser Sonnensystem.
    Ich behaupte : es gibt keine Umlaufbahn einer "unsichtbaren" Sonne von 26 Millionen Jahre.

    Bitte belege mit Fakten aus der Geo-Forschung den angeblichen 26 Mio Jahre dauernden sogenannten "kosmischen Zyklus" ... und den angeblichen Zusammenhang zur erdgeschichtlichen Entwicklung.

    ALADIN

  3. #13
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    Re: Artensterben

    @ aladin

    könntest du bitte deine 3 behauptungen die du fett geschrieben hast mit fakten belegen - danke
    Weil die Klügeren immer nachgeben, regieren die Deppen die Welt!
    http://sindarella.meinblog.at

  4. #14
    Gast

    Re: Artensterben

    Hallo sindarella,

    mein Zitat von S.E.T.I. und die Anrede "Hallo Cheffe" sind eindeutig zielgerichtet !

    ALADIN

  5. #15
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    Re: Artensterben

    da du es aber nicht privat sondern öffentlich geschrieben hast würde mich eine antwort doch erfreuen
    Weil die Klügeren immer nachgeben, regieren die Deppen die Welt!
    http://sindarella.meinblog.at

  6. #16
    Gast

    Re: Artensterben

    da du es aber nicht privat sondern öffentlich geschrieben hast würde mich eine antwort doch erfreuen
    Hallo sindarella,

    du mußt nur lernen logisch zu denken - dann kann man alle falschen Behauptungen durch Analyse entlarven.

    Cheffe nennt drei seiner "Fakten" - leider ohne Quellenangabe :

    Zitat Zitat von S.E.T.I.
    440, 365 und 210 Millionen Jahren. Was den 26-Millionen-Jahre-Zyklus verursacht, ist unbekannt.
    Ich kann nicht erkennen, wo hier ein 26 Millionen Jahre Zyklus sein soll - und das ist pure Mathematik : Hier hilft schon einfaches nachrechnen.

    Und ? - hast du schon nachgerechnet ? was kam dabei heraus ?

    210 + 26 + 26 + 26 ... und so weiter und so fort ...

    ---

    ... und zu Deiner Frage : ja, ich werde meine Behauptungen durch Quellen belegen. Aber erst nach der Antwort vom Cheffe ...

    ALADIN

  7. #17
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    Re: Artensterben

    Tödlicher Pilz bedroht Existenz der Amphibien
    Wissenschaftler nennen es das größte Artensterben seit dem Tod der Dinosaurier: Seit zwei Jahrzehnten sterben weltweit massenhaft Amphibien. Schuld daran ist eine Pilz-Epidemie. Forscher haben jetzt erstmals das Ausmaß der tödlichen Seuche beziffert - allein in Panama wurden 40 Prozent der Spezies dahingerafft.

    weiter:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 24,00.html

    Gruß
    „Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkeln, nahe dem Tannhäuser Tor. All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, so wie Tränen im Regen. [Pause] Zeit zu sterben.“

  8. #18
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    Re: Artensterben

    Rätselhaftes Massensterben.Hunderte tote Pinguine in Brasilien gefunden.Ein Massensterben in
    Brasilien stellt Forscher vor Rätsel :Hunderte Kadaver von Pinguinen und anderen Meerestieren
    wurden an die Küste geschwemmt.Treiben tückische Strömungen die Tiere aus antarktischen
    Gewässern nach Norden ?

    Weiter hier http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 56,00.html


    Liebe Grüße
    Wir können die Windrichtung nicht ändern. Aber wir können die Segel richtig setzen.

  9. #19
    Gast

    Re: Artensterben

    Drastischer Plankton-Rückgang
    Futterkrise in den Weltmeeren



    AFP
    Walhai (vor der Küste bei Donsol auf den Philippinen): Er ernährt sich, wie viele andere Meerestiere auch, von Plankton.

    Schockierende Entdeckung in den Ozeanen: Das pflanzliche Plankton, die Basis der Nahrungspyramide, ist seit 1950 global um 40 Prozent geschwunden. Forscher befürchten dramatische Auswirkungen auf das Leben in den Meeren - und damit für die Menschen.


    Bericht

    Die Ozeane beherbergen eine gewaltige Menge an Leben, das in teils spektakulärer Form vorkommt, von bizarren Tiefsee-Lebewesen über elegante Raubfische bis hin zu gigantischen Säugetieren. Doch es sind mikroskopische Winzlinge wie Kiesel- und Grünalgen, Dinoflagellaten und Cyanobakterien, die all das erst ermöglichen: Phytoplankton ist das erste Glied in der Nahrungskette der Meere. Es wird von Zooplankton gefressen, das wiederum vielen anderen Tieren als Nahrung dient, die ihrerseits von anderen Meeresbewohnern vertilgt werden. Manchmal kann die Kette auch kurz sein - etwa wenn sie vom Phytoplankton über Krill zu den Walen führt.




    Harry Taylor / Nikon Small World
    Kieselalge: Phytoplankton besteht vor allem aus solchen mikroskopischen Pflanzen. Sie bilden die Grundlage der Nahrungspyramide in den Ozeanen.


    Doch der Mensch ist offenbar gerade dabei, der Nahrungspyramide in den Ozeanen das Fundament wegzuschlagen. Inzwischen gilt es als ausgemacht, dass die durch den Klimawandel steigenden Temperaturen an der Wasseroberfläche die Menge des Phytoplanktons verringern. Wie groß der Effekt aber ist, und wie er sich in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat, war bisher unbekannt.

    Jetzt liegen die Zahlen vor - und sie sind erschreckend. Seit 1899 ist die Masse des Phytoplanktons im globalen Durchschnitt um jährlich ein Prozent gesunken, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Nature". Insbesondere ab Mitte des vergangenen Jahrhunderts seien die Zahlen zuverlässig, sagte Boris Worm von der Dalhousie University im kanadischen Halifax, einer der Autoren der Studie. Seit 1950 sei die Masse an Phytoplankton im weltweiten Durchschnitt um 40 Prozent zurückgegangen.



    Michael Stringer / Nikon Small World
    Phytoplankton: Unter dem Mikroskop leuchten Kieselalgen farbenprächtig. In den Meeren sind sie laut einer Studie auf dem Rückzug: Seit 1950 hat sich ihre Masse im globalen Mittel um 40 Prozent verringert.

    Einen entsprechenden Verdacht gab es schon lange", sagte Worm im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Aber diese Zahlen haben uns überrascht." Über die Auswirkungen des Phytoplankton-Schwunds könne man derzeit nur spekulieren. "Im Grunde sollte man davon ausgehen, dass ein solch massiver Rückgang schon jetzt spürbare Folgen hat", sagte Worm. Allerdings gehe es vor allem um den offenen Ozean - und dort sei die Datenlage zur Fauna außerordentlich dünn. "Insbesondere der Teil der Nahrungskette zwischen Phytoplankton und Großfischen hat die Menschheit bisher kaum interessiert."

    "Die gesamte Nahrungskette wird sich zusammenziehen"



    Nostoca Algae Laboratory / Karl Bruun / Nikon Small World
    Kieselalgen: Experten befürchten angesichts des starken Rückgangs massive Folgen für die Fischerei.

    Mit anderen Worten: Es könnte sein, dass die Effekte des rapiden Phytoplankton-Rückgangs im offenen Meer den Menschen bisher einfach entgangen sind. Das aber, so befürchtet Worm, wird nicht lange so bleiben. Sollte sich der Trend fortsetzen und die Phytoplankton-Masse weiterhin um ein Prozent pro Jahr abnehmen, "wird sich die gesamte Nahrungskette zusammenziehen".

    Die Produktivität im Meer könnte massiv zurückgehen - und das nicht nur in bestimmten Regionen. "Es handelt sich um ein globales Phänomen, das sich nicht regional bekämpfen lässt", sagte Worm. Die Daten zeigten, dass der Rückgang in acht von zehn untersuchten Regionen stattfindet. In einer schwinde das Phytoplankton noch schneller als anderswo, in einer weiteren nehme es dagegen zu. Beide Gebiete befinden sich jedoch im Indischen Ozean. "Das lässt vermuten, dass dort noch andere Faktoren einfließen", sagte Worm, der aktuell als Gastwissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung arbeitet.



    NASA
    Algenblüte im Atlantik: Unter bestimmten Bedingungen kann es zur explosionsartigen Vermehrung der Organismen kommen. Ein solches Phänomen...

    Zwar ist die Situation in manchen Küstengewässern anders. In der Nord- und Ostsee etwa gelangen große Mengen an Nährstoffen vom Land aus ins Wasser. Mitunter kommt es so zu geradezu explosiver Algenvermehrung, wie sie derzeit etwa in der Ostsee zu beobachten ist. Doch die Küstengewässer machen eben nur einen winzigen Teil aller Ozeane aus.

    Als Hauptursache hinter dem Schwund des Phytoplanktons vermuten Worm und seine Kollegen Daniel Boyce und Marlon Lewis den vom Menschen verursachten Klimawandel. Anders als in Küstennähe ist das Wasser im offenen Meer die meiste Zeit über in Schichten aufgeteilt, abhängig von der Temperatur. Das Phytoplankton befindet sich nahe der Oberfläche und bekommt seine Nahrung, wenn kälteres und nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe aufsteigt. "Wenn das Wasser an der Oberfläche im Zuge des Klimawandels wärmer wird, erschwert das die Durchmischung", erklärt Worm. Die Folge: Das Phytoplankton bekommt nicht mehr ausreichend Nährstoffe, seine Dichte nimmt ab.



    ESA
    ... war im Juli in der Ostsee zu beobachen: Bis zu 90 Prozent des Binnenmeers waren von blaugrünen Algen bedeckt. Der Grund waren hohe Temperaturen und der stetige Düngemittel-Zufluss vom Land.

    "So gravierend, dass es beinahe unglaublich ist"

    Andere Fachleute äußern sich ebenfalls beeindruckt von der schieren Größe des Effekts. "Ein Rückgang von 40 Prozent in 60 Jahren - das ist so gravierend, dass es beinahe unglaublich ist", sagt Heinz-Dieter Franke von der Biologischen Anstalt Helgoland des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung. Allerdings warnt er davor, den Phytoplankton-Rückgang nur auf den Temperaturanstieg zurückzuführen. Denn er sorge zugleich für einen höheren Nährstoff-Eintrag über die Luft. Auch andere Einflüsse wie etwa die Veränderung der Wolkenbildung und damit der Sonneneinstrahlung existierten - und verkomplizierten die Lage.

    Der negative Effekt des wärmeren Oberflächenwassers auf das Phytoplankton ist laut Worm bereits seit längerem gut dokumentiert - allerdings nicht über größere Zeiträume. Das lag unter anderem daran, dass kontinuierliche Satellitenmessungen erst seit etwa zwölf Jahren vorliegen. Deshalb griffen die Forscher unter anderem auf Daten zurück, die der Pietro Angelo Secchi im 19. Jahrhundert gesammelt hatte. Im Auftrag der päpstlichen Flotte sollte der italienische Forscher und Jesuitenpater messen, wie lichtdurchlässig das Wasser im Mittelmeer war.



    DPA
    Glattwal: Manchmal kann die ozeanische Nahrungskette äußerst kurz sein - etwa wenn sie vom Phytoplankton über Krill zu den Walen führt.

    Die nach ihm benannte Secchi-Scheibe wird noch heute verwendet - und die alten Daten sind enorm wertvoll für Meeresbiologen. "Die Lichtdurchlässigkeit des Wassers steht in direktem Zusammenhang mit der Dichte an Phytoplankton", sagt Worm. Außerdem berücksichtigten die Wissenschaftler direkte Messungen der Mikroorganismen sowie Daten über den Chlorophyllgehalt der Meere. Chlorophyll wird von allen Phytoplankton-Organismen gebildet und lässt so ebenfalls Rückschlüsse auf die Biomasse zu. Insgesamt wertete das Team fast 450.000 Messdaten aus dem Zeitraum von 1899 bis 2008 aus.

    Die versiegende Nahrungsquelle - welche Folgen der Fischerei durch den Phytoplankton-Schwund drohen

    Die Folgen ihrer Aktivität auf den Ozeanen bekommen die Menschen schon heute zu spüren: Viele Speisefischarten sind extrem überfischt, beliebte Spezies wie etwa der Rote Thun sind inzwischen akut vom Aussterben bedroht. Schon jetzt warnen Forscher vor einem Kollaps der Fischerei bis zum Jahr 2050. Der Rückgang des Phytoplanktons könnte diese Situation noch verschärfen.



    AFP
    Korallen: Die Meerestemperaturen haben offenbar einen direkten Einfluss auf die Verteilung der Arten. An Küsten lebende Spezies wie etwa Korallen kommen besonders in Südostasien in großer Vielfalt vor.

    Der Kieler Fachmann Franke befürchtet deshalb auch, dass sich die größten Folgen in der Fischerei zeigen werden. "Wenn die Gesamtproduktivität der Ozeane um 40 Prozent sinkt, müssten die Erträge der Fischerei um mindestens den gleichen Wert zurückgehen", sagt Franke zu SPIEGEL ONLINE.

    Der Ausfall der Meere als Nahrungsquelle ist nicht die einzige Gefahr, die den Menschen droht. Die Hälfte des von Pflanzen produzierten Sauerstoffs geht auf das Konto des Phytoplanktons. Seit langem messen Wissenschaftler einen zwar äußerst geringen, aber konstanten Rückgang des Sauerstoffanteils in der Luft. "Als Grund wurde bisher die Nutzung fossiler Brennstoffe diskutiert", sagt Worm. Möglicherweise müsse man jetzt auch den Phytoplankton-Rückgang in Betrachtung einbeziehen - auch wenn eine kleinere Biomasse nicht automatisch auch eine geringere Produktivität bedeuten müsse.

    Zudem absorbiert Phytoplankton auch einen Teil der gewaltigen Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid, die jedes Jahr von den Ozeanen aufgenommen werden. Das Schwinden der kleinen Pflanzen könnte die Erwärmung auf diese Weise nochmals beschleunigen.

    Studie: Temperaturen haben direkten Einfluss auf Artenvielfalt

    In einer weiteren, ebenfalls in "Nature" veröffentlichten Studie kommt ein Forscherteam zu dem Ergebnis, dass die Wassertemperatur die Artenvielfalt auch unmittelbar beeinflusst. Derek Tittensor von der Dalhousie University und seine Kollegen haben die globale Verteilung von mehr als 11.000 Arten nachgezeichnet - vom mikroskopischen Zooplankton über Korallen, Robben und Haie bis hin zu Walen.

    Dabei stellte sich heraus, dass die Artenvielfalt in den Meeren zwei fundamentalen Mustern folgt: An Küsten lebende Spezies erreichen die größte Diversität in Südostasien, während im offenen Ozean lebende Arten wie Thunfische und Wale eher in den mittleren Breitengraden ihre Hotspots haben.

    Die Wissenschaftler prüften auch, ob die globalen Muster von Umwelteinflüssen abhängen. Am Ende blieb die Temperatur als einziger Faktor übrig, der mit der Verteilung aller 13 untersuchten Artengruppen in Zusammenhang steht. "Es ist erstaunlich, wie eindeutig die Temperatur an die Artenvielfalt gekoppelt ist", sagte Tittensor. "Die Erwärmung der Ozeane, etwa durch den Klimawandel, könnte die Verteilung des Lebens dort verändern."


    Quelle :


  10. #20
    Gast

    Re: Artensterben

    Forscher überbieten sich mit Aussterbe-Theorien


    Natural History Museum
    Rätsel Mammut: Warum verschwanden die mächtigen Großsäuger?

    Lange dominierten Mammuts die Welt - warum verschwanden sie nach der Eiszeit? In einer regelrechten Studien-Schlacht übertreffen sich Wissenschaftler mit Theorien zum Aussterben der Großsäuger. Doch leider widersprechen sich die Ergebnisse.

    Höhlengemälde ließen Böses erahnen. Sie zeigen Menschen, die mit Speeren auf Mammuts einstechen. Fraglos gehörten die zotteligen Riesen zu den beliebtesten Jagdtieren unserer Vorfahren. Hunderttausende Jahre hatte das Mammut die Kontinente bevölkert, bis es nach der letzten Eiszeit vor 18.000 Jahren verschwand; die jüngsten Spuren des Großsäugers sind 4000 Jahre alt. Und zumeist werden Menschen für das Aussterben des Mammuts verantwortlich gemacht - die sogenannte "Overkill-Theorie" hält sich seit Jahrzehnten.

    Erst kürzlich meinte der renommierte Mammutforscher Dan Fisher von der Universität Michigan (USA), den Menschen endgültig als Übeltäter überführt zu haben: Die Zähne der Großsäuger seien oftmals von Speerspitzen ramponiert, hatte Fisher im Fachblatt "Vertebrate Paleobiology and Paleoanthropology Series" resümiert. Zudem seien die meisten gefundenen Mammuts im Herbst gestorben, wenn die Tiere am gesündesten waren - Folgerung: Menschen schlachteten das Mammut ab.

    Weitere Studien basierten auf dieser These. Im Mai stellten Forscher im Wissenschaftsblatt "Nature" die Theorie auf, die Abschlachtung der Mammuts hätte eine Kältewelle ausgelöst , weil der Methanausstoß der Tiere plötzlich ausblieb. Später berichten hingegen Christopher Doughty und Kollegen im Fachblatt "Geophysical Research Letters", die Ausrottung des Mammuts habe die Temperaturen in gegenteiliger Richtung verändert: Weil die Großfresser verschwanden, hätten sich Birken ausgebreitet. Die neue Landschaft habe die Reflexion von Sonnenstrahlung ins All vermindert - die Forscher sprechen von der "ersten menschengemachten Klimaerwärmung".

    Ergebnis hält elf Tage

    Die Studie ist gerade elf Tage alt, da kommen andere Experten zu einem ganz anderen Ergebnis: Nicht die Jagd des Menschen, sondern Futtermangel habe die Mammuts aussterben lassen, berichten Forscher der Universität Durham und anderer Institute jetzt im Fachblatt "Quaternary Science Reviews". Weideflächen seien zurückgegangen, resümieren die Forscher um Brian Huntley nach der Analyse von Blütenpollen. Mit Bohrungen hatten Wissenschaftler die pflanzlichen Zeugen der Vergangenheit aus der Erde Sibiriens geborgen.

    Die nacheiszeitliche Klimaerwärmung habe die Grünflächen schwinden und Wald sprießen lassen, berichten die Forscher. "Das Wollhaarmammut zog sich vor 14.000 Jahren nach Nord-Sibirien zurück, während es die 100.000 Jahre zuvor durch viele Teile Europas gewandert war", sagt Brian Huntley.

    Die Studie ist eine der umfassendsten Untersuchungen der Vegetation in den ersten Jahrtausenden nach der Eiszeit. Doch sie widerspricht anderen Untersuchungen urzeitlicher Pflanzenreste: Nicht Wärme, sondern Kälte raffte die Mammuts dahin, schrieb Dale Guthrie von der University of Alaska in Fairbanks 2006 in "Nature". Zunächst haben sich während der nacheiszeitlichen Erwärmung Mammuts ausgebreitet. Doch eine tausendjährige Kälteperiode - die Jüngere Tundrenzeit - habe den Großsäugern dann weitenteils den Garaus gemacht.

    Während des warmen Jahrtausends vor der Jüngeren Tundrazeit hätten sich zunächst andere Großtiere in den Mammut-Gefilden ausgebreitet. Als die Kälte zurückkehrte, seien sie anpassungsfähiger gewesen als die alteingesessenen Mammuts. Nur in Nord-Sibirien hätten Mammuts noch einige Zeit Zuflucht gehabt.

    Lesen im Mammut-Dung

    Immerhin sind Guthrie und Huntley sich in einem einig: Der Mensch war ihren Erkenntnissen zufolge nicht hauptverantwortlich für das Aussterben der Mammuts. Die Großsäuger hätten sich unabhängig von menschlicher Invasion vermehrt, konstatierte Guthrie. Zu diesem Schluss kamen auch andere Forscher: Im November 2009 veröffentlichten sie eine Analyse von Mammut-Dung. Fazit: Das Mammut starb allmählich aus, der Mensch war wohl unschuldig.Das Sterben der nordamerikanischen Megafauna habe schon mindestens tausend Jahre vor dem Zuzug prähistorischer Jäger begonnen.

    Nun konzentriert sich die Diskussion auf die letzten ihrer Art. Wenn der Mensch schon nicht für das weltweite Verschwinden der Mammuts verantwortlich gemacht werden kann, könnte er dem wolligen Riesen aber doch den Todesstoß versetzt haben: Die letzten Mammuts lebten vor knapp 4000 Jahren isoliert auf der westsibirischen Wrangelinsel - 5000 Jahre, nachdem ihre Verwandten auf dem Festland verschwunden waren.

    Im April meinten Wissenschaftler um Veronica Nyström von der Stockholm University zeigen zu können, dass diese verbliebenen Tiere binnen kurzer Frist starben. Das hätte die Analyse von Mammut-Erbgut ergeben, berichteten die Forscher im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society B". Folglich habe wohl eine Katastrophe die letzten Mammuts dahingerafft. Womöglich seien Menschen auf der Wrangelinsel erschienen und hätten die Tiere kurzerhand vernichtet. Vielleicht gab es aber auch einen anderen Grund. Sicher ist: Der Streit um das Aussterben des Mammuts wird einstweilen nicht aussterben.



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