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Thema: Wikileaks

  1. #281
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    Unterstützung für Julian Assange konsolidiert sich

    In der vergangenen Woche fanden in London wieder einige Veranstaltungen zur Unterstützung von Julian Assange statt. Ich reiste an, um daran teilzunehmen und mir auch sonst ein Bild von der Lage im Allgemeinen zu machen. Die Stimmung auf der Straße bzw. an öffentlichen Orten ist zumindest in London eigentlich recht gut und entspannt und korrespondiert nicht unbedingt mit dem chaotischen Brexit-Bild, welches die Medien durchzieht. Vielleicht sind die Briten bzw. Londoner einfach sorgloser oder sie sind Rheinländer nach dem Motto „Et hätt noch emmer jot jejange“ und wahrscheinlich funktionieren auch hier „Brot und Spiele“.

    Letzte Woche in London
    Den Auftakt machte die Londoner Rapperin M.I.A. mit einem Konzert vor dem Innenministerium in Westminster. Ihr war dann auch bemerkenswert und ihre Popularität hilft dem Anliegen von Julian Assange sicher enorm weiter. Mir gefallen aber wie gesagt nicht nur M.I.A.s leise Töne auch gut.
    Mit leiser Stimme brachte auch Assanges Vater John Shipton seine Überzeugung zum Ausdruck, dass „wir gewinnen werden“. Nach der Veranstaltung unterhielt ich mich mit ihm im Pub und auf meine Frage, welchen Eindruck sein Sohn bei seinem Besuch gemacht habe, antwortete er zu meiner Freude, dass es ihm wohl ein bisschen besser gehe. John Shipton schien mir auch weniger müde zu sein als bei unserem letzten Treffen in Dublin. Er war schon wieder auf dem Sprung nach Italien, um sich dort mit Politikern und Journalisten zu treffen. Am 27. November wird er mit einigen anderen vielversprechenden Personen auf einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin zugegen sein.


    weiter hier: https://www.nachdenkseiten.de/?p=56391
    Aus Mangel an Beweisen:
    Schweden stellt Ermittlungen gegen Assange ein


    Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/...-ein-1.4688565
    Nach fast zehn Jahren schon das Ergebnis, reife Leistung!
    Oder lag es an den "Fachkräften"?

    LG
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  2. #282
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    OPCW management accused of doctoring Syrian chemical weapons report

    Wikileaks today publishes an e-mail, sent by a member of an OPCW fact-finding mission to Syria to his superiors, in which he expresses his gravest concern over intentional bias introduced to a redacted version of the report he co-authored.

    The Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons sent a team of experts to investigate allegations that a chemical attack took place in the Syrian city of Douma on the 7th of April 2018. The author of the e-mail was a member of that team and claims the redacted preliminary version of the report, misrepresents the facts he and his colleagues discovered on the ground. The e-mail is dated 22nd of June. It is addressed to Robert Fairweather, Chief of Cabinet, and forwarded to his deputy Aamir Shouket and members of the fact-finding mission to Douma.
    He says this misrepresentation was achieved by selective omission, introducing a bias which undermines the credibility of the report. Further it is claimed that crucial facts, that have remained in the redacted version:
    “...have morphed into something quite different to what was originally drafted.”
    This is said to have been done at the behest of the Office of the Director General (a post that was held by Turkish diplomat Ahmet Üzümcü at the time, he has since been replaced by Spaniard Fernando Arias).


    weiter hier: https://wikileaks.org/opcw-douma/#In...0OPCW%20E-Mail
    Liebe Grüße
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  3. #283
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    Mein Sohn, der Wikileaks-Gründer: Mathias Bröckers trifft Julian Assanges Vater



    Noch immer sitzt der Gründer von Wikileaks, Julian Assange, in einen britischen Hochsicherheitsgefängnis. Es droht die Auslieferung an die USA wegen angeblicher Spionage. Doch die Unterstützung für ihn wächst. Wir hatten die Gelegenheit, seinen Vater John Shipton zu interviewen. Im Gespräch mit Mathias Bröckers berichtet John Shipton über die grotesken Rechtsverstöße, die dafür gesorgt haben, dass sein Sohn noch immer im Gefängnis sitzt. Dabei verdient er für das, was er geleistet hat, eigentlich den Friedensnobelpreis. Bitte teilen Sie dieses Video – denn das Schicksal von Julian Assange könnte bald jeden Journalisten ereilen, der über Kriegsverbrechen der USA berichtet. Es wäre das Ende der Pressefreiheit – und das dürfen wir nicht zulassen.
    Liebe Grüße
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  4. #284
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    AW: Wikileaks

    Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	assange.jpg 
Hits:	1 
Größe:	100,7 KB 
ID:	5310


    Nur so ein Gedanke;
    Was wenn Assange mit der Elite mitspielt und mit im Plan einberechnet wurde?
    Dann wäre dieser Text eine grosse Einschüchterung für alle Journalisten, die die Wahrheit
    schreiben (möchten). Diese Assange Aussage stammt von Weihnachten 2019.

    Grad richtig also, jetzt wo Journalisten aufgerufen werden, endlich ihren Job zu machen und
    unzensiert zu berichten. Sich für ihren Beruf zu entscheiden und gegen die Zensur.

    Warum sollte Assange dies so für die Öffentlich aussagen und eizuschüchtern, statt allen Mut
    zu machen und aufzustehen?

    Wie auch immer das zusammen passt.
    .... Sein Timing ist jedenfalls erstaunlich...
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  5. #285
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    Vor laufender Kamera: Aktivist spricht zu Julian Assange und übermittelt ihm wichtige Botschaft



    Aktivisten gelang es heute, zu Julian Assange vorzudringen und ihm aufmunternde und unterstützende Worte zukommen zu lassen. Der WikiLeaks-Gründer war heute für eine kurze Anhörung vor Gericht. Als er in einem Gefangenentransport das Westminster Magistrates' Court verließ, blieb der Wagen stehen. Aktivisten und Journalisten nutzten den günstigen Moment und drangen ans Fenster des Wagens vor. Man sieht Julian Assange, der stark gealtert aussieht und eine Brille trägt. Einer seiner Unterstützer sagt ihm folgende Worte: Julian, bleib stark! Bleib stark, wir kämpfen für dich! Wir werden nicht zulassen, dass sie dir das antun. (unverständlich) Bleib stark. Vergiss nicht, dass wir für dich da sind! Vergiss das nicht! Bleib stark! Du wirst freikommen! Bleib stark! Bleib stark, Julian! Zwar nickt Assange immer wieder, so als würde er verstehen, aber als er aufgefordert wird, auch etwas zu sagen, macht er eine Geste, die andeutet, dass er nichts höre. Mehrfach kneift er auch die Augen fest zusammen. Das Licht der Kameras scheint ihn zu blenden. Zwar schaut er aufmerksam, doch es ist unklar, ob die Worte wirklich zu ihm vordringen. Sein Unterstützer versichert ihm: Du bist der größte Journalist unserer Zeit. In der Geschichte wird man sich für immer an dich erinnern. Egal was auch passiert! ich weiß, dass du freikommst! Bis zuletzt hörte man immer wieder von Assanges Verwandten und Bekannten sowie Augenzeugen der Gerichtstermine, dass er starke Konzentrationschwierigkeiten hat. Er habe sogar Probleme gehabt, seinen Namen und sein Geburtsdatum zu nennen. Ein Freund, der an Heiligabend mit ihm telefonieren konnte, berichtete: Er sagte mir Folgendes: 'Ich sterbe hier langsam.' Seine Rede war undeutlich. Er sprach langsam. Julian ist sehr wortgewandt, eine sehr klare Person, wenn er spricht. Und er klang schrecklich. (...) Es war sehr verstörend, ihn so zu hören. Nicht nur Dutzende internationale Ärzte, sondern auch UN-Folterexperte Nils Mezler schlägt seit Monaten Alarm, weil Assange von der jahrelangen Isolation und psychologischen Folter, der er seit Jahren ausgesetzt ist, bereits ernsthafte Schäden davongetragen habe und zu sterben drohe. Sieben Jahre lang hatte er in der ecuadorianischen Botschaft in London ausgeharrt, weil ihm die Auslieferung an die USA drohte. Zuletzt wurde ihm das Leben dort immer schwerer gemacht, ihm wurden Sanktionen angedroht und das Internet abgestellt: zudem war er einer Dauerüberwachung ausgesetzt. Er hatte 2010 die Welt über Kriegsverbrechen der USA aufgeklärt, nachdem ihm die Informationen darüber zugespielt wurden – eine Praxis, die von der Pressefreiheit gedeckt ist. Jedoch wirft man ihm in den USA Spionage vor beziehungsweise eigene Beteiligung an der illegalen Informationsgewinnung. Sowohl der Informant als auch Assange haben dies stets bestritten. Seit April sitzt er nun in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis, zunächst wegen Verletzung der Kautionsauflagen, die er durch seine Flucht in die Botschaft Ecuadors begangen hatte, seit September wegen "hoher Fluchtgefahr". Dort wartet er auf die Verhandlung über seine Auslieferung an die USA im Februar. Sollte dies passieren, wird er damit rechnen müssen, lebenslang ins Gefängnis zu kommen. Manche glauben sogar, dass ihm die Todesstrafe droht.
    Liebe Grüße
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  6. #286
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    Max Blumenthal on the imperial NGOs that ignore Julian Assange - and the billionaires behind them



    The Grayzone editor Max Blumenthal speaks about the witch hunt against WikiLeaks publisher and political prisoner Julian Assange, and how billionaire-funded "human rights" and "press freedom" non-profit organizations have refused to support him. This talk was hosted by the Courage Foundation in New York City on February 15, 2020. ||| The Grayzone ||| Find more reporting at https://thegrayzone.com
    Liebe Grüße
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  7. #287
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    Queen lehnt Gnadengesuch für Assange ab – mit aufschlussreicher Begründung (Video)

    Reden ist Silber, .......

    Die Königin von Großbritannien wird in den Fall Julian Assange nicht eingreifen. In Politikmische sie sich nicht ein, heißt es in einer Erklärung. Dies bestätigt, dass Assanges Inhaftierung aus politischen Gründen erfolgte. Seine Unterstützer sehen darin eine Chance.

    weiter hier: https://deutsch.rt.com/international...sante-details/
    https://deutsch.rt.com/europa/98165-...-tode-foltern/

    LG
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  8. #288
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    Simulierter Journalismus

    Von einer umfassenden Berichterstattung waren deutsche Medien in der ersten Woche der Anhörungen zur Auslieferung von Julian Assange weit entfernt. Statt authentischen Schilderungen der Auseinandersetzung im Gerichtssaal präsentierte man eine Fassade von Journalismus – zusammenkopiertes Halbwissen, vorgetragen in selbstbewusstem Tonfall.

    Das eigentlich Wesentliche, nicht weniger als ein Skandal, der sich gleich am ersten Tag der Anhörungen vor Gericht ereignete, und über den eine öffentliche Diskussion dringend nötig wäre, wurde von den Vertretern des Mainstreams nicht einmal zur Kenntnis genommen. Berichtet hat davon nicht die BBC, die New York Times oder der Spiegel, sondern ein Privatmann, der ehemalige britische Diplomat Craig Murray, der als unabhängiger Prozessbeobachter das Verfahren um die Auslieferung von Julian Assange begleitet, und dessen Bericht vor wenigen Tagen in deutscher Übersetzung bei Multipolar veröffentlicht wurde.
    Murray schildert, wie der Staatsanwalt James Lewis sich zu Beginn der Anhörungen in einen gravierenden Widerspruch verstrickt hatte, über den in den Medien niemand sprach und schrieb. So wandte sich Lewis in seiner Eröffnungserklärung zunächst beschwichtigend an die Presse: Es stimme nicht, dass die Medien durch die Anklage gegen Assange bedroht seien. Denn dieser würde nicht für die Veröffentlichung von Dokumenten angeklagt, sondern für das Bekanntmachen der Namen von Informanten sowie für die Anleitung von Manning beim Hacken. Lediglich Assange habe diese Dinge getan, nicht aber die Medien.
    Murray berichtet, wie Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Kopien dieses Abschnitts von Lewis' Erklärung an die Presse verteilten und auch elektronisch zur Verfügung stellten. Allerdings brachte die Vorsitzende Richterin Vanessa Baraitser den Staatsanwalt unmittelbar darauf mit einer kritischen Nachfrage dermaßen ins Schleudern, dass dieser plötzlich das Gegenteil behauptete: Journalisten, die ein Amtsgeheimnis veröffentlichten, würden sich sehr wohl strafbar machen. Murray kommentierte (und es lohnt, dies noch einmal zu wiederholen, da es viel über das Wesen des heutigen Journalismus aussagt):
    „Der Staatsanwalt widersprach somit voll und ganz seinem Eröffnungsstatement an die Medien (…). Er tat dies direkt nach der Unterbrechung, unmittelbar nachdem sein Team Kopien der Argumente ausgehändigt hatte, die er nun bestritt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich schon oft ein hochrangiger Anwalt vor Gericht so absolut und unmittelbar als vollständiger Lügner erwiesen hat. Dies war zweifellos der atemberaubendste Moment der heutigen Gerichtsverhandlung.
    Bemerkenswerterweise finde ich jedoch nirgendwo in den Mainstreammedien eine Erwähnung, dass dies überhaupt geschehen ist. Was stattdessen überall zu lesen ist, sind Medienberichte, die den ersten Teil von Lewis' Erklärung kopieren, wonach die Verfolgung von Assange keine Bedrohung für die Pressefreiheit darstelle. Niemand aber scheint berichtet zu haben, dass er fünf Minuten später seine eigene Argumentation völlig aufgegeben hat. Waren die Journalisten zu dumm, um den Wortwechsel zu verstehen?
    Die Erklärung ist sehr einfach. Da Lewis' Klarstellung auf eine Frage von Baraitser folgte, existiert keine gedruckte oder elektronische Aufzeichnung von Lewis' Antwort. Seine ursprüngliche Aussage wurde den Medien zum Kopieren zur Verfügung gestellt. Den Widerspruch dazu zu erkennen, würde erfordern, dass ein Journalist sich anhört, was vor Gericht gesagt wird, es versteht und aufschreibt. In den Mainstreammedien verfügt heute nur eine verschwindend geringe Minderheit über diese elementare Fähigkeit. 'Journalismus' besteht nur noch aus dem Kopieren anerkannter Quellen. Lewis hätte Assange im Gerichtssaal erstechen können – es würde nicht berichtet werden, solange es nicht Teil einer Pressemitteilung der Regierung wäre.“
    Ein Blick auf die Berichterstattung zum Assange-Prozess in der deutschen Presse zeigt das gleiche Bild. Alle großen Medien haben mehr oder weniger ausführlich über den Beginn der Anhörungen berichtet – und alle haben brav das kopiert, was die Staatsanwaltschaft (beziehungsweise die Nachrichtenagenturen) ihnen lieferten. Widersprüche? Logiklücken? Die gab es anscheinend nicht. Offenbar verfolgte niemand den tatsächlichen Wortwechsel vor Gericht – und war zudem auch in der Lage, das Gesagte intellektuell zu begreifen und seine Bedeutung zu erfassen.
    Im Folgenden ein kurzer Überblick über die Berichte der Leitmedien vom 24. Februar, dem ersten Tag der Anhörungen, deren Inhalt, wie gesagt, vor allem dank eines einzelnen Menschen, Craig Murray, bekannt ist.
    ARD und ZDF – ein Totalausfall

    Für die ARD Tagesschau berichtete gegen Mittag der Korrespondent Sven Lohmann live, mit Regenschirm, vom Vorplatz des Gerichtsgebäudes. Er schilderte die allgemeinen Umstände des Falles, hatte aber offenbar keinen Schimmer vom aktuellen Geschehen im Gerichtssaal. Seinen Bericht schloss er mit den Worten, viele Journalisten seien „mit großem Interesse bei diesem Prozess, weil es sich am Ende auch gegen sie selbst richten und ihre Arbeit einschränken könnte.“
    Doch ganz so groß war das Interesse bei der ARD offenbar nicht, denn es folgte lediglich ein einziger (!) weiterer kurzer Online-Beitrag, der eine halbe Stunde später veröffentlicht wurde, und in dem die Tagesschau einfach die Position der Anklage einkopierte, hingegen kein Wort über die Argumentation der Verteidiger verlor, geschweige denn zu dem sich in Widersprüche verstrickenden Staatsanwalt. Die Tagesschau-Ausgabe um 20 Uhr klammerte den Fall komplett aus, in den später gesendeten Tagesthemen gab es eine 40-sekündige . Das war alles, was der Tagesschau-Zuschauer in dieser Woche über den Prozess gegen Assange erfuhr.
    Die ZDF-Nachrichten präsentierten den Fall in ähnlicher Weise. Online brachte man am frühen Abend unter der Überschrift „Menschen in Gefahr gebracht – US-Anwalt macht Assange Vorwürfe“ eine Kurzmeldung („Quelle: dpa“), in der lediglich die Anklage und für den Leser anonym bleibende „Unterstützer“ Assanges zitiert wurden, nicht aber die an diesem Tag wesentlichen Stimmen, nämlich die der Anwälte der Verteidigung.
    In der heute-Sendung um 19 Uhr der Sender – der wie die ARD ein Kamerateam vor das Gerichtsgebäude geschickt hatte – zudem noch eine Falschinformation: Das Gericht habe zunächst nur die Anträge der US-Seite gehört, Assanges Anwälte würden erst am folgenden Tag ihre Argumente vorlegen. Die ZDF-Journalisten hatten offenbar nicht die geringste Ahnung, was drinnen passierte. Claus Klebers später am Abend gesendetes heute-journal verbannte das Thema komplett aus der Sendung. Die gesamte übrige Woche schwieg das ZDF das Thema dann konsequent tot – so dass die Zuschauer von der juristischen Position der Verteidiger, geschweige denn dem weiteren Verlauf des Verfahrens überhaupt nichts erfuhren.
    „Direkt aus dem Newskanal“

    Die deutschen Printmedien gaben ein ähnliches Bild ab. Die Süddeutsche Zeitung verbreitete am Nachmittag zunächst nur zwei kopierte Agenturmeldungen: „Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange begonnen (Direkt aus dem Reuters-Videokanal“), sowie „US-Anwalt: Assange hat Menschen in Gefahr gebracht (Direkt aus dem dpa-Newskanal“). In beiden Meldungen wurden lediglich die Anklage und Unterstützer zitiert, nicht die Anwälte der Verteidigung.
    Am späteren Abend erschien dann ein von eigenen Redakteuren vor Ort verfasster Bericht, unter der Überschrift: „Er ist kein Journalist“. Die Reporter der Süddeutschen Zeitung erweckten dabei kaum den Eindruck, mit dem Fall hinreichend vertraut zu sein. So schrieben sie, „der Anwalt der USA“ sei „nach London gekommen“ – dabei ist Kronanwalt James Lewis zwar für die Seite der US-Regierung tätig, aber selbst ein Brite und in London ansässig. Auch in diesem Artikel wurde zudem zwar die Position der Anklage, nicht aber die Argumentation der Verteidiger von Assange erwähnt – was der rote Faden bei den Leitmedien zu sein schien und darauf hindeutet, dass alle die gleichen Quellen benutzten: internationale Agenturmeldungen.
    Gleiches gilt auch für die ZEIT, die in der Woche des Anhörungsbeginns zwar ein Feuerwerk von sieben Artikeln zum Thema Assange startete, aber nirgendwo die Argumente der Verteidigung aufführte oder gar den oben geschilderten Skandal um James Lewis' schwankende Position berichtete – welche die Medien ja direkt betraf. Oberflächlich betrachtet erschien die ZEIT aktiv und engagiert, war allerdings, was die konkreten Fakten aus dem Gerichtssaal betraf, ähnlich wie die Kollegen, völlig ahnungslos.
    Den einzigen Bericht, den ich in deutschen Leitmedien finden konnte, der Assanges Verteidiger und deren Argumente zitiert, erschien am Abend des 24. Februar in der FAZ, verfasst von Gina Thomas, die seit über 30 Jahren für das Feuilleton der Zeitung aus London berichtet – offenbar eine Reporterin alter Schule, der grundlegende journalistische Regeln noch vertraut sind.
    Diese kennt man anscheinend auch beim Spiegel nicht mehr. Zwar erklärte das Blatt vor Beginn der Anhörungen, der Prozess habe für die Redaktion „besondere Bedeutung“ – offenbar aber doch nicht genug, um auch einen eigenen Reporter in den Londoner Gerichtssaal zu entsenden und die Leser aus erster Hand zu informieren. Stattdessen veröffentlichte man am Ende der Woche ein Interview mit der Linken-Politikerin Sevim Dağdelen, die selbst vor Ort war. Zu Recht fragte ein Leser im Spiegel-Forum:
    „Warum erfahren wir so etwas aus einem Interview mit einer Politikerin? Sollte da nicht ein investigativer Reporter des Spiegels im Saal sitzen, der uns über jedes Detail des Falls genau informiert?“
    Doch diese Vorstellung von Journalismus ist offenbar überholt. Der Spiegel-Redakteur fragte die Linken-Politikerin auch nicht etwa nach den Fakten und Argumenten, die vor Gericht ausgetauscht worden waren, sondern vor allem nach persönlichen Befindlichkeiten: Was Assange für sie sei, wie er auf sie „wirkte“ und „welchen Eindruck“ sie von der Richterin habe.
    Eine branchenumfassende Filterblase

    Deutlich wird: Der heutige Journalismus der Leitmedien ist in großen Teilen eine Simulation. Große Redaktionen mit riesigen Stäben von Mitarbeitern verlassen sich auf amtliche Pressemitteilungen, Nachrichtenagenturen und die Aussagen Dritter. Wie vor kurzem schon bei Multipolar beschrieben: Durch routinierte Abläufe, blindes Vertrauen in Institutionen und nicht zuletzt unterstützt durch Bequemlichkeit hat sich eine branchenumfassende Filterblase inzwischen nahezu vollständig geschlossen und schirmt den größten Teil der Medien erfolgreich von der Realität ab.
    Beunruhigend ist, dass diese Vorgänge in den Leitmedien nicht einmal ansatzweise reflektiert werden und die meisten Kollegen dort sich weiterhin für großartige und kenntnisreiche Journalisten halten, die die Öffentlichkeit „aufklären“ – eine tragische Selbsttäuschung.
    Eine direkte und sachkundige Berichterstattung aus erster Hand ist fast vollständig verschwunden und wird allenfalls von kleinen „Alternativmedien“ und Blogs geleistet – die vom Mainstream dann gern als „unseriös“ abgekanzelt werden. In den USA ist das etwa Kevin Gosztola, in Deutschland berichten über die Assange-Hearings aktuell die NachDenkSeiten sowie die Theaterregisseurin (!) Angela Richter, die den Prozess, genau wie Gosztola und Murray, vor Ort in London beobachtet und ihre Eindrücke in Jakob Augsteins Wochenzeitung Freitag veröffentlichen kann. Sie schrieb zuletzt:
    „Es gibt hier nur 24 Plätze für Journalisten und 16 für die Öffentlichkeit, deshalb war ich bereits im Morgengrauen gekommen. Die italienische Journalistin Stefania Maurizi stand schon am Eingang. Sie hat, als einzige Vertreterin der Presse überhaupt, die Verfahrensdokumente des Assange-Falles aus Schweden (hier ging es um den Vorwurf der Vergewaltigung) angefordert und erhalten. Damit hat sie dem UN-Sonderbeauftragten für Folter, Nils Melzer, genaue Akteneinsicht ermöglicht.“
    Das heißt: Die Tatsache, dass zumindest ein kleiner Teil der Öffentlichkeit inzwischen, vermittelt über Nils Melzer, erfahren konnte, mit welch illegalen Methoden der Vergewaltigungsvorwurf von den schwedischen Behörden konstruiert wurde (was bei der Tagesschau immer noch nicht angekommen ist), verdankt sich der privaten Initiative einer italienischen Journalistin.
    Anders gesagt: Die tatsächliche Übermittlung der Wahrheit in diesem Fall liegt in den Händen einer winzigen Gruppe von Engagierten aus verschiedenen Ländern, die nur ausnahmsweise im Mainstream Gehör finden. Das ist der Zustand der Medien 2020.


    Quelle: https://multipolar-magazin.de/artike...r-journalismus
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    Menschenrechtsanwalt: Aufklärung schwerer Verbrechen nur mithilfe von WikiLeaks möglich

    Seit 2002 befasst sich die Menschenrechtsorganisation Reprieve sowohl mit Fällen von außergerichtlich Gefangenen als auch mit Tötungen durch US-Drohnen. Die juristische Aufklärung unfassbarer Verbrechen wäre ohne WikiLeaks kaum möglich gewesen, so der Mitbegründer.
    Während viele um die weltweiten Menschenrechte besorgten Personen des öffentlichen Lebens, wie NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, dieser Tage vor allem auf weißrussische oder russische Oppositionelle blicken, erhielt der Prozess um die Auslieferung des seit Jahren seiner Rechte beraubten Julian Assange weit weniger Aufmerksamkeit.
    Dabei handelte er nach Ansicht seiner Befürworter im Sinne einer demokratischen Wählerschaft, die sich für die Außenpolitik der jeweiligen Regierungen interessiert. Zwar verweisen Vertreter von britischen und US-Behörden auf Gesetze, wonach die Veröffentlichungen von WikiLeaks nicht im öffentlichen Interesse seien, wie zum Beispiel den Official Secrets Act (1989) im Vereinigten Königreich.
    Doch veröffentlichte Assange über die Plattform WikiLeaks Dokumente, aus denen nicht nur der Öffentlichkeit bis dahin unbekannte Aspekte wie Folter, geheime Überstellungen, "Tötungslisten" und Drohnenmorde durch westliche Regierungen publik wurden, sondern anhand derer auch juristische Fragen geklärt werden konnten. In der gemeinnützigen Organisation Reprieve befassen sich internationale Anwälte mit der Aufklärung extremer Menschenrechtsverletzungen, ohne jegliche Vorauswahl anhand ihrer Herkunft. Neben mehreren im Namen des Krieges gegen den Terror außergerichtlich inhaftierten, gefolterten und getöteten Menschen setzen sie sich auch für von der Todesstrafe bedrohte Jugendliche in Saudi-Arabien ein, die sich beispielsweise lediglich weigerten, für ihre Regierung Demonstranten auszuspähen.

    weiter hier: https://deutsch.rt.com/international...-m%C3%B6glich/
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