Seite 71 von 86 ErsteErste ... 216167686970717273747581 ... LetzteLetzte
Ergebnis 701 bis 710 von 857

Thema: Diverse Berichte und Meldungen zum Thema

  1. #701
    Redakteur Avatar von Angeni
    Registriert seit
    31.12.2010
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    10.790
    Mentioned
    250 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 402256
    Entlang der Keystone-XL-Pipeline:
    Das braune Öl am Yellowstone

    Der Junge nimmt Anlauf, springt über das Geländer der Duck Creek Bridge. Und landet zehn Meter tiefer im Fluss. Es ist ein heißer Nachmittag, Schulferien.
    Wenige hundert Meter von der Brücke entfernt ist im Juli 2011 eine Pipeline von Exxon-Mobil geplatzt, die direkt unter dem Flussbett des Yellowstone River lag. Auf Viehweiden schimmerten ölige Pfützen, im Fluss glitt das Öl bis zur Mündung des Yellowstone in den Missouri. Anwohner wurden evakuiert, der Fischfang verboten.
    Den Kontrolleuren im 2.683 Kilometer vom Unglücksort entfernten Houston fiel der Druckabfall in der 20 Jahre alten Pipeline schon nach 7 Minuten auf. Allerdings brauchten sie 46 Minuten, um die Pipeline zu schließen. 238.000 Liter Rohöl ergossen sich in den Yellowstone.
    Zwei Jahre später spaziert Roy Clement mit Hund über die Brücke. Beide sind noch nass vom Bad im Yellowstone. „Natürlich waren die Leute wütend“, sagt der 56-Jährige. Die Aufregung stieg, als bekannt wurde, dass in Montana Pipelines an 88 Stellen Flüsse unterqueren. Roy Clement hält das Platzen der Pipeline für einen Betriebsunfall, „längst erledigt“. Die starke Schneeschmelze, der Rekordregen im Sommer: „So etwas kommt nur einmal in hundert Jahren vor.“ Er lobt die Reaktion des Ölkonzerns.

    Exxon will Strafe nicht zahlen
    Exxon hatte nach der Ölpest 135 Millionen Dollar für Reinigungsarbeiten gezahlt. Aber die Strafe in Höhe von 1,7 Millionen Dollar akzeptierte der Konzern nicht. Die Richter hatten Exxon vorgeworfen, nichts unternommen zu haben, als es Hinweise darauf gab, dass die Pipeline erodiert sei und brechen könne. Die Exxon-Anwälte konterten in diesem Sommer, der Konzern habe „sinnvolle“ Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.
    Die Öffentlichkeit erfährt wenig von dem Streit. Die Medien haben sich längst anderen geborstenen Pipelines zugewandt. Der 65 Jahre alten Pegasus-Pipeline beispielsweise, die am Karfreitag platzte und einen Stadtteil von Mayflower, Arkansas mit 318.000 Litern Öl überschwemmte. Erst danach fanden die Anwohner heraus, dass unter ihren Gärten schweres Öl aus Kanada durch eine Pipeline fließt.

    Am Rande des Yellowstone-Nationalparks ist die Ölindustrie größter Arbeitgeber. Die Raffinerie von Billings ist wenige Minuten entfernt. Drei Autostunden weiter westlich beginnt der Bakken, dessen tief gelegenes Öl mit der Fracking-Methode gefördert wird. Dabei wird das Gestein in der Tiefe mit Wasserdruck und Chemikalien erschüttert und frakturiert.

    Nur geringe Steuern
    Der Bakken erstreckt sich über drei Bundesstaaten. In Montana ist das Fracking am günstigsten. Wer dort bohren will, muss in den ersten 18 Fördermonaten nur 0,75 Prozent Steuern zahlen. Erst danach, wenn der Zenit der Ölförderung überschritten ist, steigen die Steuern auf 9 Prozent.
    Quelle

    LG Angeni
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  2. #702
    Super-Moderator Avatar von Stone
    Registriert seit
    12.08.2010
    Beiträge
    5.055
    Blog-Einträge
    1
    Mentioned
    225 Post(s)
    Follows
    1
    Following
    0
    Renommee: 329936
    Drohnenkrieg An der Schwelle einer neuen Drohnenökonomie

    18.08.2013 · Seit annähernd hundert Jahren experimentiert das Militär mit unbemannten Luftfahrzeugen. Längst ist - Stichwort Drohnenkrieg - eine neue Rüstungsdynamik im Gang. Auch die Parameter für die Entscheidung über den Einsatz militärischer Gewalt sind im Begriff, sich zu verschieben. neue Fähigkeiten und zunehmend autonom agierende Systeme markieren eine Zäsur in der Kriegführung.
    Von Frank Sauer


    © dapd





    Über das Vorgehen der Vereinigten Staaten im afghanischpakistanischen Grenzgebiet machte sich Noah Shachtman keine Illusionen: „Es ist ein Drohnenkrieg. Wir kämpfen bloß mit“, schrieb er 2010 in dem renommierten Blog Danger Room. In der Tat ist der rapide zunehmende Einsatz unbemannter Luftfahrzeuge aus militärischer Sicht die bemerkenswerteste Entwicklung seit der Jahrtausendwende. Unmanned aerial vehicles, in Deutschland Drohnen genannt, sind zwar nicht ganz so revolutionär, wie sie vielen erscheinen. Dennoch markiert der aktuelle „Höhenflug“ der Drohnen in der Kriegführung eine Zäsur.
    Um zu verstehen, was das Konzept unbemannter Luftfahrzeuge plötzlich Umwälzendes bewirkt, ist ein Blick in die Vergangenheit erforderlich. Dabei ist es hilfreich, Drohnen von Marschflugkörpern zu unterscheiden. Letztere kehren von ihrem Einsatz nicht zurück. Sie selbst sind die Waffe, die sich auf das Ziel stürzt. Drohnen hingegen sind Waffenplattformen. Sie starten, kommen zurück und landen - insofern einem Flugzeug mit einem Piloten an Bord ähnlich. Trotz dieses wesentlichen Unterschieds zeigt sich in historischer Perspektive, dass die Entwicklung von Marschflugkörpern und Drohnen über lange Zeit parallel verlief. So führt ein Blick in die technische Vergangenheit der Drohnen zwangsläufig zurück zum
    Ursprung beider Waffensysteme. Dieser liegt im Ersten Weltkrieg.
    Schon 1917 wurden in den Vereinigten Staaten und Großbritannien sogenannte Lufttorpedos entwickelt. Ausgerüstet mit Gyroskopen zur Trägheitsnavigation und später zusätzlich per Funk ferngesteuert, sollten sie ihre Ziele wie Marschflugkörper bekämpfen. Als Lenkwaffe erfüllten sie die Erwartungen jedoch nicht. Sie trafen oft nicht ihr Ziel, weshalb die Entwicklung solcher Systeme zunächst nicht weiterverfolgt wurde. Stattdessen stellte sich heraus, dass Lufttorpedos bei Schießübungen ideale Ziele abgaben.
    Als Zieldrohnen erfreuten sich unbemannte Flugkörper vor allem vor dem Zweiten Weltkrieg großer Beliebtheit. In Deutschland entstand das Flakzielgerät 43. Im Oktober 1939 wurde erwogen, deises zu bewaffnen. Das auch Fernfeuer genannte Fluggerät hätte, per Funk von einem Begleitflugzeug aus gesteuert, eine Bombenfracht ins Ziel bringen und wieder zur Basis zurückkehren sollen - gleichsam die erste Kampfdrohne. Doch die Luftwaffe verfolgte diese Idee nicht weiter. Sie setzte auf die „Vergeltungswaffe“ V1 und zog damit den Marschflugkörper der Drohne vor.
    Die Vereinigten Staaten erprobten während des Zweiten Weltkriegs und des Korea-Krieges, ob und wie sich unbemannte Flugkörper mit Radarleitsystemen zur präziseren Steuerung bestücken ließen. Einige Geräte waren als reine Marschflugkörper konzipiert, andere als bombenbeladene Waffenplattformen. Diesen Vorläufern der Drohnen fehlte aber die Fähigkeit, nach Abwurf ihrer tödlichen Fracht zu landen. Der vor allem von der amerikanischen Marine verfolgte Ansatz setzte sich aufgrund solcher Defizite und insgesamt mangelnder Erfolge abermals nicht durch. In der ersten Phase des Kalten Krieges forcierten alle Seiten ohnehin die Raketenforschung. Drohnen blieben Zielscheiben.
    Später reifte der Gedanke, Drohnen zu Erkundungszwecken einzusetzen. Mit Kameras bestückt, sollten sie Schlachtfeldaufklärung betreiben. Die Reichweite war klein und die Flugzeit auf eine Stunde begrenzt. Immerhin versprach man sich von den unbemannten Fluggeräten erstmals einen echten Nutzen in Kampfhandlungen. Doch das Bergen, Entwickeln und Auswerten der Filme erwies sich als zeitaufwendig. Für die taktische Aufklärung entpuppten sich Drohnen als nur bedingt geeignet - hatte sich das Ziel in der Zwischenzeit doch häufig weiterbewegt.
    Ausgangs der fünfziger Jahre begann die Entwicklung von Drohnen, die auf Helikoptern anstatt auf Flugzeugen basierten. Das größte Interesse an dieser Entwicklung hatten wieder einmal die Seestreitkräfte. Die amerikanische Marine setzte auf eine torpedobewehrte, QH-50 genannte Helikopterdrohne zur U-Boot-Bekämpfung, die bis in die siebziger Jahre Verwendung finden sollte. Japan, Israel und auch die Bundesrepublik Deutschland erwarben dieses Modell. Es stellte eine technische Pionierleistung dar, ging aber aufgrund unzuverlässiger Elektronik überdurchschnittlich häufig im Einsatz verloren. In den Vereinigten Staaten wurden damals auch düsengetriebene Drohnen entwickelt. Allerdings erwiesen sich viele Entwürfe als für den Stand der Technik zu ambitioniert und zu teuer.
    Die Sowjetunion entwickelte in den sechziger Jahren ebenfalls Zielübungsdrohnen. Zu Aufklärungszwecken entstand die Tupolew Tu-123, eine gewaltige, überschallschnelle Drohne, die nach dem Ende ihrer Mission Kurs auf die Heimat nahm, einen Behälter mit Filmmaterial über einem ausgewählten Zielgebiet abwarf und anschließend zerschellte. In den Vereinigten Staaten wiederum erwachte nach dem Abschuss von U-2-Spionageflugzeugen über der Sowjetunion 1960 und während der Kuba-Krise 1962 das Interesse an Drohnen, die der strategischen Aufklärung dienen könnten. Das Ergebnis der verstärkten Bemühungen waren neue Mitglieder der seit den fünfziger Jahren gebauten Zieldrohnen-Familie Firebee. Unter dem Namen Lightning Bug kamen zahlreiche Vertreter dieser Baureihe als Drohnen während des Vietnam-Kriegs zum Einsatz.
    Das Konzept, unbemannte Luftfahrzeuge nicht als Marschflugkörper zum einmaligen Einsatz zu konzipieren, fand immer mehr Fürsprecher. Denn Drohnen erwiesen sich in Vietnam erstmals in nennenswertem Maße für ein Kriegsgeschehen als militärisch relevant, etwa zur Aufklärung oder Täuschung des gegnerischen Radars. Der Vietnam-Krieg beförderte auch die technische Differenzierung der Drohnen. Auf diese Weise entstand eine Variante des Lightning Bug zur Gewinnung von „signals intelligence“, also dem Belauschen der gegnerischen Kommunikation - ein Urahn des Euro Hawk.
    Der Erfolg der amerikanischen Drohnen in Vietnam machte vor allem in Israel Eindruck. Im Jom-Kippur-Krieg des Jahres 1973 wurden noch Drohnen aus amerikanischer Produktion eingesetzt. Bald
    darauf wurde Israel zum Vorreiter der Schlachtfeldaufklärung in Echtzeit. Kommerzielle Videokameras wurden auf Trägerplattformen installiert, die von heimischen Firmen zunehmend selbst entwickelt und produziert wurden. Auch taktisch betrat Israel Neuland. Im Libanon-Krieg des Jahres 1982 setzte Israel mit großem Erfolg Drohnen gegen die syrische Luftabwehr ein. Unbemannte Luftfahrzeuge aktivierten syrische Radarstellungen, die daraufhin von der israelischen Luftwaffe mit Anti-Radar-Raketen zerstört wurden.
    Die Bundeswehr setzte seit den siebziger Jahren vor allem auf Artillerieaufklärungsdrohnen. Die deutsche Weiterentwicklung der kanadischen Drohne CL-89 hatte Nachtsichtfähigkeiten auf Infrarotbasis. Bilder konnten sogar in Echtzeit an die Kontrollstation übertragen werden, sofern das Fluggerät nicht weiter als einige Dutzend Kilometer entfernt war. Andernfalls mussten nach Rückkehr der Drohne am Fallschirm die Filme wie gehabt entnommen, entwickelt und ausgewertet werden. Das Problem, dass mobile Ziele sich unter Umständen weiterbewegt hatten, bestand also weiterhin. Kanada, die Bundesrepublik und Frankreich arbeiteten seit 1987 bei der Herstellung eines CL-289 genannten Systems zusammen. Die Bundeswehr stellte es erst im Jahr 2009 außer Dienst. Heute setzt die Bundeswehr diverse andere unbemannte Fluggeräte zu Aufklärungszwecken ein, unter anderem die von Israel geleaste Drohne Heron I.
    Obgleich Drohnen während des Golfkriegs 1990/91 in verschiedenen Funktionen eingesetzt wurden und der unmittelbare Vorläufer der heute wohl bekanntesten Drohne Predator schon während des Balkan-Krieges im Jahr 1995 flog, setzte die erste Entwicklung, die für den aktuellen „Höhenflug“ der Drohnen richtungweisend wurde, erst Ende der neunziger Jahre ein. Der Fortschritt war technischer Natur: Das satellitengestützte Global Positioning System (GPS) ermöglichte es, selbst kleine Drohnen mit präziseren Navigations- und Flugkontrollsystemen auszurüsten. Satelliten erlaubten es außerdem, Drohnen über große Entfernungen hinweg zu steuern. Hinzu kamen Fortschritte der Computertechnik, von wachsenden Speicherkapazitäten bis hin zu der sich alle 18 Monate verdoppelnden Leistung von Prozessoren. Kommerzielle Hardware hielt Einzug in militärisch genutzte Systeme und verhalf diesen zu einer immer raffinierteren Elektronik. Das Fundament für die explosionsartige Zunahme und bald auch neue Qualität der militärischen Nutzung unbemannter Fluggeräte war gelegt.
    Der Blick in die Vergangenheit zeigt also, dass Militärdrohnen an sich nicht neu sind. Ihr gegenwärtig rapide zunehmender Einsatz deutet aber auf eine Wende hin. Hinter ihr steckt nicht allein die Technik. Sie ist nur ein Faktor. Soziale und politische Entwicklungen sind ebenso entscheidend wie der technische Fortschritt.
    So existiert in vielen Gesellschaften der OECD-Länder der Wunsch, Opfer unter den eigenen Streitkräften zu vermeiden. In postheroischer Manier sollen Menschen durch Maschinen zur Kriegführung ersetzt werden. Zudem ist der vorrangig von den Vereinigten Staaten forcierte Gebrauch von Drohnen insofern Ausdruck des politischen Zeitgeists, als dass er charakteristisch für den global geführten „war on terror“ gegen einen technisch weit unterlegenen Gegner ist. Innerhalb dieser technischen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen reagiert der Westen heute mit Drohnenkrieg auf Selbstmordattentate und improvisierte Sprengfallen.
    Das Ergebnis des jüngsten Entwicklungsschubs und somit der Stand der weltweiten Drohnenentwicklung heißt Vielfalt. Drohnen werden in den unterschiedlichsten Größen sowie zu immer mehr Zwecken hergestellt. Vorreiter bei Forschung und Entwicklung sowie bei Verkauf und Nutzung der Systeme sind derzeit die Vereinigten Staaten und Israel. Andere Staaten sind längst darauf erpicht, den technologischen Rückstand aufzuholen.
    Kleine Drohnen wie die Raven ähneln ferngesteuerten Hobby-Flugzeugen. Die Drohne wird im Rucksack mitgeführt und aus der Hand gestartet, um in Echtzeit Bilder der Umgebung zu liefern. Ein Infanterist kann so über den nächstgelegenen Hügel, die nächste Mauer oder in den Innenhof eines nicht weit entfernten Gebäudes schauen. Die mit 2,5 Kilogramm nur geringfügig schwerere Drohne Switchblade dient nicht der Aufklärung, sondern der Bekämpfung von Zielen. Das „Klappmesser“ wird wie eine Granate abgefeuert und kreist für einige Minuten über dem Schlachtfeld, um dem Piloten am Boden Gelegenheit zu geben, ein Ziel auszuwählen, auf das sich Drohne samt Sprengkopf stürzen sollen.
    An diesem Beispiel zeigt sich, dass die im Lauf des 20. Jahrhunderts entstandene Unterscheidung zwischen Drohnen und Marschflugkörpern wieder in Auflösung begriffen ist. Denn Switchblade gilt häufig als Angriffsdrohne, ließe sich aber auch als „Antipersonen-Marschflugkörper“ beschreiben. Eine ähnliche Kamikazedrohne ist die größere „Harpy“. Gelegentlich ist zu ihrer Klassifizierung auch von loitering munition die Rede - gemeint ist Munition, die in der Nähe des Ziels „herumlungert“ oder lauert, bevor sie angreift.
    Neben solch kleineren Drohnen existieren zwei weitere Klassen von Systemen: zum einen Fluggeräte mit Flügelspannweiten bis zu 20 Metern, Stehzeiten zwischen 24 und 48 Stunden, Geschwindigkeiten zwischen 150 und 500 Stundenkilometern und Flughöhen bis zu 15 Kilometern wie etwa der bekannte Predator oder auch dessen Fortentwicklungen Gray Eagle und Reaper. Sie werden als Medium Altitude Long Endurance oder MALE-Drohnen klassifiziert. Die zweite Kategorie bilden die größeren HALE-Drohnen, kurz für High Altitude Long Endurance. Sie sind gekennzeichnet durch Spannweiten von knapp 40 Metern, Stehzeiten von 26 Stunden, mehr als 600 Stundenkilometer Fluggeschwindigkeit und eine Dienstgipfelhöhe von 20 Kilometern. In diese Kategorie fällt der Euro Hawk, der für die Bundeswehr angeschafft werden sollte.
    Außer auf Vielfalt in Form, Größe und Einsatzzweck wird derzeit vor allem die Bewaffnung von Drohnen betrieben. In den Vereinigten Staaten wurde schon seit dem Jahr 2000 erwogen, die Aufklärungsdrohne Predator mit Raketen des Typs Hellfire zu bestücken. Zu oft hatte man den Al-Qaida-Chef Usama Bin Ladin in Afghanistan aus der Luft beobachtet, ohne ihn angreifen zu können. Doch das System trat erst nach dem 11. September 2001 in Aktion.
    Wann eine Predator erstmals als Hunter-Killer-Drohne eingesetzt wurde, ist nicht zweifelsfrei zu ermitteln. In einigen Quellen ist davon die Rede, dass eine bewaffnete Predator erstmals im Februar 2002 in Afghanistan eingesetzt wurde. Ihre Hellfire-Rakete galt einer Person, die man für Usama Bin Ladin hielt. Getötet wurde eine Gruppe Zivilisten. Andere Quellen nennen den Jemen als Gebiet des ersten Einsatzes. Mittels einer Rakete wurde dort im Jahr 2002 Qaed Salim Sinan getötet, den man für den Anschlag auf den amerikanischen Zerstörer USS Cole im Jahr 2000 in der jemenitischen Hafenstadt Aden verantwortlich machte.
    Die Bewaffnung von Aufklärungsdrohnen wie der Predator hat viele Argumente für sich: Das System kann ein Zielgebiet ausdauernd und aus großer Höhe überwachen. Da es mit Raketen bewaffnet ist, kann es bei Bedarf sofort das Feuer eröffnen. Die Zeit zwischen Aufklärung und Bekämpfung eines Ziels, sensor-to-shooter-gap genannt, ist folglich minimiert. Das sind - neben der Distanz des Piloten zu dem Kampfgeschehen - aus militärischer Perspektive die wertvollsten Fähigkeiten der Drohnen. Folglich nimmt ihre Beliebtheit bei den Streitkräften stetig zu. Die amerikanische Luftwaffe beispielsweise plant, ihre Flugzeugflotte bis zum Jahr 2021 insgesamt zu verringern, aber den Anteil unbemannter Fluggeräte zu verdreifachen.
    Der Rüstungsindustrie kommt der Höhenflug der Drohne äußerst gelegen. Viele Prestigeprojekte waren zuletzt von Kostenexplosionen und technischen Rückschlägen gekennzeichnet. Der modernste und teuerste Luftüberlegenheitsjäger der Welt etwa, die F-22, droht Piloten aus ungeklärten Gründen durch Sauerstoffmangel umzubringen. Bei den Drohnen wittern also etablierte Rüstungskonzerne ebenso wie Neueinsteiger neue Absatzmöglichkeiten. Auf internationalen Rüstungsmessen macht schon das Wort von der „neuen Drohnenökonomie“ die Runde.
    Allerdings fehlt es nicht an Stimmen, die darauf verweisen, dass Drohnen nicht die Wunderwaffen schlechthin sind. Sie operieren stets eingebettet in einen größeren Verbund, der über ihre Effektivität entscheidet. Die aktuellen, zumeist propellergetriebenen Systeme sind außerdem in umkämpftem Luftraum nicht einsetzbar. Für Kampfflugzeuge oder Luftabwehr sind zumindest MALE-Drohnen eine leichte Beute. Auch befinden sich kleinere Luft-Boden-Raketen oder „Wirkmittel“, wie es im Militärjargon heißt, erst in der Entwicklung.
    Dass bisslang mitunter mit deutlich überdimensionierten Sprengköpfen auf einzelne Personen geschossen wird und die Folgen für Unbeteiligte wie zivile Infrastruktur verheerend sind, ruft auch Völkerrechtler und Menschenrechtsgruppen auf den Plan. Es greift zu kurz, ihren Bedenken mit dem saloppen Verweis zu begegnen, Distanzwaffen seien schon immer umstritten gewesen. Papst Innozenz II. mag im Mittelalter die Armbrust als unchristlich geächtet haben. Aber gerade die Kenntnis größerer historischer Linien erlaubt, die neue Qualität der gegenwärtigen Nutzung von Drohnen und ihrer Konsequenzen zu erkennen. Die Praxis der Kriegführung ist im Begriff, durch die neue Form des Drohneneinsatzes unwiderruflich verändert zu werden.
    Der Drohnenpilot von heute mit 12-Stunden-Schicht im klimatisierten Container und Tausende Kilometer vom Kampfgeschehen entfernt ist ein historisches Novum. Erstmals bleibt er von den Risiken des Krieges körperlich absolut unberührt. Die psychische Belastung der Soldaten oder Geheimdienstmitarbeiter, die Drohnen befehligen, ist jedoch nicht zu unterschätzen. Sie sehen die Wirkung ihrer Waffen besser als jeder Flugzeugpilot. Eine Trivialisierung des Krieges ist daher kaum zu befürchten.
    Aber der neue Drohnenkrieg ist ambivalent. Einerseits können Drohnen Risiken für Piloten ausschalten und für Streitkräfte am Boden aufgrund des minimierten sensor-to-shooter-gap womöglich besser Luftnahunterstützung leisten. Andererseits sind Militäreinsätze mit geringeren oder gar keinen Risiken für Leib und Leben der Soldaten aufgrund niedrigerer politischer Kosten leichter zu rechtfertigen. In Demokratien kann es daher so weit kommen, dass Kampfdrohnen die Entscheidungsparameter für den Einsatz militärischer Gewalt verschieben.
    Im erhitzten politischen Schlagabtausch zwischen Drohnenbefürwortern und -gegnern wird diese Ambivalenz derzeit gerne in die eine oder andere Richtung beiseitegewischt. Kluge Politiker sollten diese Ambivalenz hingegen anerkennen und sorgsam abwägen. Denn positive Aspekte einer etwaigen Beschaffung von Kampfdrohnen können nur überwiegen, wenn negative Begleitfolgen erkannt und politisch eingehegt werden.
    Solche Abwägungen und politische Richtungsentscheidungen lenken den Blick in die Zukunft. Die Bewaffnung von Drohnen wird in den kommenden Jahren zunehmen. Des Weiteren werden die kommenden Generationen bewaffneter Drohnen in Reaktion auf die beschriebenen Schwächen schneller (Düsentriebwerk), größer (mehr Traglast) sowie „stealthy“ sein, also getarnt und für Gegner schwer zu entdecken. Der Technologiedemonstrator X-47B, der gegenwärtig in den Vereinigten Staaten getestet wird, zeigt die Richtung an. Drohnen wie die X-47B wären auch die ersten, die auf Flugzeugträgern stationiert werden könnten. Im „pazifischen Jahrhundert“ sind sie kein Zufallsprodukt. Ihre Reichweite wird, wenngleich bei geringerer Nutzlast, gut das Dreifache der bemannten Konkurrenz betragen. Der Operationsradius amerikanischer Flugzeugträgerverbände vergrößert sich durch die fast schallschnellen Systeme immens.
    Der zweite Trend, die Weiterverbreitung militärisch genutzter Drohnen, wird sich schon aufgrund der Schnittmenge mit zivil genutzter Technologie fortsetzen. Ob politisch in Form von Rüstungskontrolle gegengesteuert werden soll und kann, ist noch nicht abzusehen. Gerade der Westen könnte von Rüstungskontrolle profitieren. Etwa 80 Länder verfügen heute über militärische Drohnentechnologie. Auch nichtstaatliche Akteure wie Hamas oder Hizbullah nutzen Drohnen. China entwickelt derzeit 25 unterschiedliche Varianten. Zwar sind Israel und die Vereinigten Staaten noch die größten Exporteure, aber China hat längst angekündigt, Drohnen an alle Länder zu liefern, die vom Westen geschnitten werden. Eine erhebliche Rüstungsdynamik ist im Gange. Was den militärischen Einsatz der Systeme betrifft, so sind noch viele (böse) Überraschungen und unvorhergesehene Wendungen möglich. Drohnen stehen militärisch heute dort, wo Flugzeuge vor dem Ersten Weltkrieg waren: ganz am Anfang.
    Ein letzter Trend betrifft die sogenannte Autonomie der Drohnen. Schon heute sind viele unbemannte Fluggeräte nicht mehr vollumfänglich ferngesteuert. Starten, Wegpunkte abfliegen und landen, all das verläuft automatisch. Der smarten Testdrohne X-47B glückt inzwischen nicht nur der Start vom Flugzeugträger, sondern auch die unter menschlichen Piloten gefürchtete Landung. Der Mensch ist auf dem Weg von einer steuernden Funktion „in the loop“ zu einer „on the loop“, die Aktivität einer oder mehrerer Drohnen also nur noch überwachend.
    In Konkurrenz zur X-47B werden auch in Großbritannien und Frankreich mit Taranis und nEUROn Projekte verfolgt, die die Autonomie der Drohnen steigern sollen. Taranis wurde von Vertretern der Industrie schon als „vollautonom“ bezeichnet. Die überschallschnelle Drohne soll selbständig Ziele erkennen, sortieren, auswählen und anvisieren können - der Mensch drückt nur noch auf den Knopf.
    Mit Blick auf die nahe Zukunft zeichnet sich also die Möglichkeit ab, dass der Mensch bald „out of the loop“ ist. Zu Verteidigungszwecken, etwa auf Schiffen, ist das bereits Realität: Dort existieren seit Jahren Systeme, die selbständig auf Ziele - in diesem Fall schnell anfliegende Geschosse - feuern können. Über den Knopfdruck für den Waffeneinsatz gegen Menschen könnten in zukünftigen mobilen Waffenplattformen womöglich ebenfalls Algorithmen ohne menschliches Zutun entscheiden.
    Zwischen den Befürwortern und Gegnern von Drohnen gibt es, was diesen Trend angeht, deutlich weniger Reibungspunkte. So teilen viele die Befürchtung, die aktuellen Fluggeräte könnten sich als „Einstiegsdrohnen“ in ein Zeitalter vollständig automatisierter Kriegführung entpuppen.
    Autonome Angriffswaffen haben derzeit nicht viele Fürsprecher. Diese aber verweisen auf die präzisere Gewaltanwendung durch Maschinen und damit auf potentiell weniger Leid, für Zivilbevölkerung wie Kombattanten. Einige wenige erhoffen sich also von perfektionierten, sogenannten lethal autonomous robots eine humanere Kriegsführung.
    Die von den Skeptikern befürchteten Schwärme solcher Killerroboter sind indes nur die physische Repräsentation eines tieferliegenden sozialtechnischen Prozesses. Die Vereinigten Staaten etwa, die zuvor jahrzehntelang gezielte Tötungen als illegale Ermordungsaktionen brandmarkten, haben für den „war on terror“ mittels Drohnentechnologie innerhalb kürzester Zeit einen effizienten, bürokratisch organisierten Apparat errichtet, der bis auf die entlegensten Gegenden des Globus ausgreift. Menschliches Leben wird in Echtzeit überwacht, „Lebensmuster“ werden aufgezeichnet, Verhaltensweisen werden katalogisiert, und als „verdächtig“ eingestufte Personen werden ohne Umschweife per Rakete aus großer Höhe eliminiert. Dass diese Praxis an den Grundfesten bestehenden Kriegsvölkerrechts rührt - gerade weil primär von amerikanischen Geheimdiensten und Entscheidern im Anzug und nicht von uniformierten Soldaten betrieben -, wird inzwischen kaum noch bestritten.
    Die dabei anfallenden Datenmengen werden zum Teil heute schon automatisch sortiert, aufbereitet und ausgewertet. Das Zauberwort Big Data ist auch dem Militär bekannt. Das muss es auch, denn schon die nächste Generation der Überwachungstechnologie für Drohnen - in Amerika treffend mit den Programmtiteln Gorgon Stare und Argus belegt - erzeugt Live-Bilder mit 1,8 Gigapixel Dichte. Die Fläche einer Kleinstadt kann so lückenlos bis hinunter zu Objekten von nur 20 Zentimetern Größe überwacht werden. Das erzeugt Videodaten im Umfang von 1 Million Terabyte - am Tag.
    In der Fortsetzung dieser Datensammlungs- und Automatisierungsprozesse könnte sich die menschliche Urteilskraft also tatsächlich bald in Entscheidungssituationen vorfinden, die zuvor vollständig von Computern definiert wurden - oder bei der Entscheidung über einen Waffeneinsatz gleich ganz unbeteiligt bleiben.
    Auf die Beharrungskräfte des Militärs allein zu vertrauen - lethal autonomous robots stehen in einem gewissen Widerspruch zu militärischen Strukturen und Befehlsketten - hieße, Effizienzstreben und Zeitdruck zu unterschätzen. Drohnen bilden derzeit die Vorhut der Entwicklung, aber für alle Arten unbemannter Systeme gilt: Ziele eigenständig und in Millisekunden zu identifizieren, zu verfolgen und anzugreifen macht das Warten auf menschliche Eingaben über langsame, störungs- und kaperungsanfällige Kommunikationsverbindungen überflüssig. Der Erste, der sich der Killerroboter bedient, gewinnt also einen gewaltigen militärischen Vorteil. Wer aber, wenn diese tatsächlich eingesetzt werden sollten, völkerrechtliche und moralische Verantwortung für die Toten zu übernehmen hat, ist derzeit vollkommen unklar. Mit der buchstäblichen Entmenschlichung militärischer Gewalt verbinden die meisten Zeitgenossen also eine Dystopie, nicht die Hoffnung auf einen „humaneren Krieg“.
    Begreift man Computerspiele als popkulturelle Seismographen für gesellschaftliche Ängste und Hoffnungen, so ergibt sich ein erstaunliches Zukunftsbild. Der Drohnenkrieg, den Noah Shachtman 2010 beschrieb, ist im Computerspiel „Call of Duty: Black Ops II“ bereits gekämpft - und verloren. Der im Jahr 2025 spielende First-Person-Shooter, Teil der erfolgreichsten Computerspielreihe aller Zeiten, reflektiert die Entwicklung der Kriegsführung kritisch. In der Fiktion wird die Flotte autonomer amerikanischer Drohnen gekapert und gegen Los Angeles gerichtet. In der Realität werden die Drohnen das Schlachtfeld wohl kaum wieder verlassen. Aber gerade deswegen ist es bemerkenswert, dass im Ende dieses Jahres erscheinenden „Call of Duty: Ghosts“ die Drohne als Kampfbegleiter ersetzt ist - durch den besten Freund des Menschen, den Hund.


    Der Verfasser ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft an der Universität der Bundeswehr München.
    Quelle : http://www.faz.net/aktuell/politik/d...-12537028.html
    Was auch immer du tust, handle klug und bedenke das Ende


  3. #703
    Erfahrener Benutzer Avatar von zottel
    Registriert seit
    26.06.2012
    Ort
    Nähe Eden
    Beiträge
    1.128
    Blog-Einträge
    9
    Mentioned
    69 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 114555
    Tausende gentechnisch veränderter Insekten sollen bald freigelassen werden

    Anthony Gucciardi


    Gerade als man dachte, mit gentechnisch veränderten Mücken und mutierten Vorspeisen sei jetzt der Gipfel des Strebens biotechnischer Unternehmen nach Manipulation des Erbguts der Erde erreicht, wurde jetzt berichtet, Wissenschaftler planten die Entlassung einiger Tausend »Frankenstein-Insekten« in die freie Natur, um auf diese Weise Pflanzenschädlinge und andere Plagen zu bekämpfen.


    Ähnlich wie im Falle der gentechnisch veränderten Mücken werden auch diese genmanipulierten Insekten als eine »umweltverträgliche Alternative« zum Einsatz chemischer Substanzen dargestellt. Britische Wissenschaftler behaupten, die Veränderung des Erbguts der Insekten trage dazu bei, den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln, den so genannten Pestiziden, zu

    verringern. So würden etwa in England chemische Pestizide eingesetzt, um die Bestände der Oliven-Fruchtfliege (Bactrocera oleae) zu verringern.

    In Wirklichkeit treibt man hier wohl den Teufel mit dem Beelzebub aus, indem man schädigende chemische Substanzen wie Pestizide durch etwas möglicherweise weitaus Gefährlicheres und Schlimmeres ersetzt.

    Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden Ihr ins Alter gekommene Fahrzeug gegen ein Fahrrad eintauschen – allerdings hätte dieses Fahrrad einige Nebenwirkungen und könnte »möglicherweise die genetische Struktur einer gesamten Insektenpopulation verändern«.

    Wie die britische Tageszeitung Daily Mail berichtet, die diese Insekten zu Recht als »Frankenstein-Fliegen« bezeichnet, würden diese gentechnisch veränderten Fliegen die Brut der Oliven-Fruchtfliege töten, wenn sich diese genmanipulierten Fliegen mit wildlebenden Oliven-Fruchtfliegen paaren:
    »Der Versuch sieht vor, genmanipulierte männliche Oliven-Fruchtfliegen freizulassen, die sich dann mit den wildlebenden Oliven-Fruchtfliegen-Weibchen paaren. Als Folge so erwartet man werden die Nachkommen dieser Fliegen bereits im Larven- oder Madenstadium sterben.«
    Man versucht hier, anders ausgedrückt, tatsächlich mithilfe dieser Manipulation des Erbguts die Fliegenpopulation unfruchtbar zu machen und damit zu vernichten. Welche Folgen hat dies aber für Tiere, für die diese Fliegen zum normalen Nahrungsangebot gehören? Und was geschieht mit Menschen, die dann diese Tiere oder unabsichtlich sogar die Fliegen selbst verzehren? In der Daily Mail heißt es dazu:
    »Kritiker befürchten allerdings, dass diese Entwicklung die menschliche Gesundheit schädigen könnte, wenn Menschen die Fliegen oder ihre Larven essen, wenn sich diese etwa in Nahrungsmitteln befinden.«
    Es scheint aber, als lässt diese berechtigte Sorge die Wissenschaftler unberührt, die weiterhin an ihren Plänen festhalten, diese genmanipulierten Frankenstein-Fliegen in großem Stil in der Umwelt auszusetzen. Vielleicht würden sie raten, keine Tiere zu verzehren, die möglicherweise diese Fliegen gefressen haben, und auf den Genuss von Pflanzen zu verzichten, die mit den Fliegen in Berührung gekommen sind.

    Am besten bleibt man vielleicht einfach zu Hause und vermeidet jeden Körperkontakt mit allem und jedem, was die Fliegen berührt haben könnten?

    Wir sollten gegen diese verrückte Geisteshaltung der aufgeblasenen Biotech-Konzerne vorgehen und stattdessen zu einem Zeitalter der Realität und der Vernunft zurückfinden.


    Quelle

    LG
    zottel
    "Immer weigere ich mich, irgendetwas deswegen
    für wahr zu halten,
    weil Sachverständige es lehren, oder auch,
    weil alle es annehmen.

    Jede Erkenntnis muss ich mir selbst erarbeiten.
    Alles muß ich neu durchdenken, von Grund auf,
    ohne Vorurteile."


    Albert Einstein (1879-1955)

  4. #704
    Redakteur Avatar von Angeni
    Registriert seit
    31.12.2010
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    10.790
    Mentioned
    250 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 402256
    Bohr hatte recht, Einstein lag falsch
    Experiment belegt, dass Quantenteilchen an zwei Orten gleichzeitig sein können
    Quantenphysikalische Teilchen können an mehreren Orten gleichzeitig sein und hinterlassen dabei sogar Spuren. Das haben Physiker nun in einem verblüffenden Experiment nachgewiesen, das bereits Albert Einstein vor mehr als 80 Jahren anregte. Damals konnte sein wichtigster Kontrahent, der Physiker Niels Bohr, ihm lediglich Argumente entgegensetzten. Jetzt geben die neuen Experimente dem Dänen Recht, wie die Forscher im Fachmagazin "Physical Review Letters" berichten.
    Das Doppelspaltexperiment an einem Wasserstoff-Deuterium-Molekül
    © AK Dörner, Goethe-Universität
    Einstein hat Zeit seines Lebens die quantenphysikalische Aussage bekämpft, dass Teilchen – solange man sie nicht beobachtet – an mehreren Orten gleichzeitig sein können. Sein wichtigstes Gegenargument war: Die geisterhaften Teilchen müssten durch Zusammenstöße mit anderen Teilchen entlang ihrer Bahn eine sichtbare Spur hinterlassen. Eben diese Spur haben Physiker um Lothar Schmidt von der Goethe-Universität Frankfurt am Main nun gemessen. „Unseres Experiment ist ein später Triumph für Niels Bohr und damit eine weitere Bestätigung der Grundlagen unseres heutigen physikalischen Weltbildes“, so Schmidt.

    Doppelspalt als Testexperiment
    Das klassische Experiment, das auch heutigen Physikstudenten noch Kopfzerbrechen bereitet, ist die Streuung quantenphysikalischer Teilchen am Doppelspalt. Solange es unbeobachtet ist, scheint jedes einzelne Teilchen durch beide Schlitze des Spalts zu gehen. Es bildet – ähnlich wie Wasserwellen – ein Interferenzmuster hinter dem Spalt. Dieses verschwindet aber, sobald man eine Information über den Weg des Teilchens zu gewinnen versucht, etwa durch die Wechselwirkung mit einem Lichtteilchen.

    Einstein argumentierte, man müsse gar nicht nachsehen, wo das Teilchen ist, denn es verrate seinen Ort indirekt, indem es beim Passieren des Spalts einen Impuls überträgt: Ginge es durch den linken Schlitz, erfahre das Beugungsgitter einen minimalen Stoß nach links, und entsprechend nach rechts, wenn es durch den rechten Spalt geht. Bohr konterte, auch das Beugungsgitter verhalte sich wie ein quantenmechanisches System, das heißt, es müsse gleichzeitige in beide Richtungen abgelenkt werden.

    Rotationsimpuls in zwei Richtungen gleichzeitig
    Dass diese verrückt klingende Vermutung tatsächlich richtig ist, haben Dörner und seine Mitarbeiter jetzt durch die Streuung von Helium-Atomen an einem Doppelspalt aus Wasserstoff-Deuterium-Molekülen nachgewiesen. Wie die Forscher berichten, bewirkt bei ihrem Experiment der Impulsübertrag bei der Streuung eine Rotation des Moleküls. In welche Richtung es rotiert, können die Physiker indirekt schließen: Sie betrachten Prozesse, bei denen der molekulare Doppelspalt durch den Stoß in einen angeregten Zustand übergeht und dann auseinander bricht.

    Aus den Bruchstücken können sie den Drehsinn rekonstruieren. „Da wir bei dieser Versuchsanordnung nicht beobachten, durch welches Loch das Teilchen gegangen ist, passiert genau das, was Bohr vorhergesagt hat: Der Doppelspalt rotiert gleichzeitig mit und gegen den Uhrzeigersinn“, erklärt Schmidt. Dieses Ergebnis stimmt mit den Vorhersagen von Kollegen aus Paris, die hierzu ein quantenmechanisches Modell entwickelt haben, überein – mit den Modellen der klassischen Physik lassen sich die gemessenen Ergebnisse nämlich nicht beschreiben.
    Quelle

    LG Angeni
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  5. #705
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    20.469
    Blog-Einträge
    190
    Mentioned
    248 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 506490

    Der Autoreifen, der niemals platt wird

    Ein koreanischer Hersteller hat einen luftlosen Reifen entwickelt. Er kann nicht platzen, muss niemals aufgepumpt werden und funktioniert wie ein Stoßdämpfer. Er hat auch noch andere Vorteile.

    Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	da8bba7df9.jpg 
Hits:	33 
Größe:	8,5 KB 
ID:	3159
    Der luftlose Reifen von Hankook. Das Innenleben besteht aus geometrischen Zellen aus dem Weltraumstoff Polyurethan.

    weiter hier: http://www.welt.de/motor/article1199...latt-wird.html
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  6. #706
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    9.263
    Blog-Einträge
    5
    Mentioned
    75 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 358401

    19-Jähriger erfindet System, das die Weltmeere in nur 5 Jahren reinigt


  7. #707
    Redakteur Avatar von Angeni
    Registriert seit
    31.12.2010
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    10.790
    Mentioned
    250 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 402256
    Kernfusion ist die Zukunft!

    Der Berliner BüSo-Landesvorsitzende Dr. Wolfgang Lillge hat auf
    einer Wahlkampfveranstaltung am 17. September 2013 in Berlin
    dargestellt, mit welchem Optimismus in den 70er und 80er Jahren
    die Entwicklung der Kernfusion als unerschöpflicher Energiequelle
    für die Welt vorangetrieben wurde, daß der grüne Paradigmawandel
    dann aber diese lebensnotwendige Zukunftsperspektive abgewürgt hat.



    Was meint ihr dazu?

    LG Angeni
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  8. #708
    Redakteur Avatar von Angeni
    Registriert seit
    31.12.2010
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    10.790
    Mentioned
    250 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 402256
    Atombomben-Panne von 1961: USA entkamen knapp einer Katastrophe



    Hiroshima mal 250: Wie ehemals geheime Dokumente jetzt zeigen, stand die Ostküste der USA in den sechziger Jahren knapp vor einer nuklearen Katastrophe. Zwei Wasserstoffbomben sind damals auf North Carolina gefallen, fast wäre eine von ihnen explodiert.
    Viel Glück – das war alles, was vor mehr als 50 Jahren die Vernichtung der amerikanischen Ostküste verhinderte.
    New York, Washington, Baltimore: Städte, die von einem nuklearen Fallout betroffen gewesen wären, wäre die Wasserstoffbombe tatsächlich explodiert, die im Jahr 1961 auf die Felder North Carolinas gefallen war.
    Wie knapp die USA damals, zur Hochphase des Kalten Krieges, tatsächlich einer Katastrophe entgangen ist, war lange unbekannt. In einem geheimgehaltenen Bericht aus dem 1969 wurde der Vorfall beschrieben – erst jetzt aber wurde dessen Geheimhaltung aufgehoben, Journalisten sind auf die brisanten Ergebnisse gestoßen. Der Guardian veröffentlicht das Dokument auf seiner Seite. Zwar hatten die US-Behörden den Zwischenfall in der Vergangenheit bestätigt, aber nie mitgeteilt, wie nahe die Bombe vor der Explosion stand.
    Eine letzte Sicherung
    Dem Bericht zufolge ist damals ein B-52-Bomber der Air Force mit zwei Wasserstoff-bomben an Bord über der Ortschaft Goldsboro auseinandergebrochen. Eine der Bomben landete durch einen Fallschirm gebremst relativ unbeschadet, die andere fiel in ein matschiges Feld und zerbrach. Scheinbar stand eine der Bomben kurz vor der Detonation. Wie es in dem Bericht heißt, habe sich die Bombe genauso verhalten, wie sie es im Kriegsfall hätte tun sollen.
    Drei von vier Ausfallsicherungen hätten demnach versagt, als die Bombe auf dem Boden aufschlug. Ein Abschusssignal wurde duch die Elektonik gesendet und wurde nur von der letzten, stark anfälligen Sicherung aufgehalten. Die Explosion wäre dem Guardian zufolge 250-mal so groß gewesen wie 1945 in Hiroshima. Die Stadt Goldsboro wäre vernichtet worden, die resultierende Strahlung hätte Millionen Menschen in den Städten an der Ostküste gefährdet.
    Noch heute, heißt es aus North Carolina, würden dort Teile der Bombe tief in der Erde stecken.

    Nuclear 911 - the Goldsboro Nuclear Weapon Accident



    The Buckley Report - Goldsboro's Broken Arrow

    Quelle

    LG Angeni
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  9. #709
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    20.469
    Blog-Einträge
    190
    Mentioned
    248 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 506490

    Forscher erzeugen bislang unbekannte Materieform aus Licht

    Wie schwer muss es sein, zu akzeptieren, dass wir (eigentlich) wissen, dass wir nichts wissen???

    US-Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, Lichtteilchen dazu zu bringen, nicht wie bislang erwartet einzeln zu agieren, sondern einen molekülartigen Verbund einzugehen. Bislang galt ein solcher Materiezustand nur theoretisch als möglich, widerspricht er doch gänzlich der bisherigen Vorstellungen von der Natur des Lichts.

    Quelle: http://grenzwissenschaft-aktuell.blo...nbekannte.html
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  10. #710
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
    Registriert seit
    30.06.2011
    Ort
    Wien & OÖ
    Beiträge
    9.263
    Blog-Einträge
    5
    Mentioned
    75 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 358401

    14-jähriger baut Atomreaktor in Garage

    Er ist erst 19 Jahre alt, heißt Taylor Wilson, kommt aus Texarkana im US-Bundesstaat Arkansas und will, wie er selbst sagt, die Welt verändern. Sogar seine Professoren sind der Meinung, dass das junge Genie das Zeug dazu hat.


    Taylor Wilson hat eine genaue Vorstellung davon, wie er die Welt verändern kann: Statt der gefährlichen und in seinen Augen veralteten Atomkraftwerke will er in jedem Garten und unter jedem Haus kleine schachtelgroße AKWs vergraben, die immer funktionieren und absolut clean sein sollen. »Saubere Kernfusion« nennt er sein Prinzip.
    weiterlesen: http://info.kopp-verlag.de/neue-welt...B88ECE6D9FAC27


    LG

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •