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Thema: Börse und Wirtschaft

  1. #1
    Gast

    Börse und Wirtschaft

    Börse und Wirtschaft

    Auf Wunsch mehrere User nun der Neue Thread "Börse und Wirtschaft"


    Geändert von Martin (12.05.2013 um 00:07 Uhr)

  2. #2
    Gast

    Re: Börse und Wirtschaft

    Wird ein Bankrott von BP zum Auslöser eines neuen weltweiten Finanz-Tsunamis?

    F. William Engdahl

    Die Regierung Obama hat ein Verbot erlassen, Bilder von den ungeheuren Schäden zu veröffentlichen, die die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verursacht hat – bei der noch kein Ende in Sicht ist. Alle Welt konzentriert sich auf das Ölgeschäft von BP. Doch bei British Petroleum gibt es noch eine andere Dimension: das Unternehmen zählt weltweit zu den exponiertesten Finanzunternehmen, es operiert praktisch wie eine unregulierte Bank mit Finanzmarkt-Positionen in unbekannter Höhe, vergleichbar dem in Konkurs gegangenen Enron-Konzern und dem bankrotten Autobauer General Motors, die ebenfalls mehr in spekulativen Unternehmungen denn als Industrieunternehmen tätig waren. Ein Bankrott von BP zum jetzigen Zeitpunkt könnte einen neuen weltweiten Finanz-Tsunami auslösen, der weit schlimmer wäre als der Zusammenbruch von Lehman Bros. im September 2008.


    Solche Bilder von ölverschmierten Tieren sind jetzt von der Regierung Obama verboten worden.

    Der_Komplette_Bericht

    So schrecklich die Umweltkatastrophe am Golf von Mexiko auch ist, so könnte uns doch ein noch weit größeres Desaster drohen. Die Kosten für Reinigung, Gerichtsverfahren und Entschädigungen nach der schlimmsten Umwelttragödie der Welt könnten durch British Petroleum (BP) ein Kreditereignis auslösen, das sich verheerend auf die weltweiten außerbörslichen Derivate (OTC) auswirken würde, einen nominell über 615 Billionen Dollar schweren Markt.

    Niemand außerhalb der großen Derivatbanken wie Goldman Sachs, JP Morgan Chase oder Morgan Stanley weiß, wie hoch die bilanzunwirksamen Verbindlichkeiten und fremdfinanzierten Positionen bei BP sind. Diese Informationen sind streng geheim. Nach Auskunft verlässlicher Finanzmarkt-Insider schichten diese Banken gerade Billionen Dollar in andere Währungen, Swaps, Derivate, Optionen, Schulden und Equity-Portfolios um, weil sie offensichtlich einen Bankrott von BP erwarten.

    Der erfahrene Finanzmarkt-Fondsmanager Jim Sinclair erklärt: „BP ist der wichtigste Player am langen Ende der Energiekurve. Wie exponiert sind Goldman Sachs’ Tochterunternehmen J. Aron, Morgan Stanley und JP Morgan Chase? Jetzt kürzt man BP den Kredit. Vertragspartner akzeptieren BP höchstens für die Laufzeit eines Jahres. So etwas hat es nie zuvor gegeben. Ein Riese steckt in der Klemme.“

    Allein die Größe von BP, dem stärksten Unternehmen an der Londoner Stock Exchange, macht es zu einem bevorzugten Investment für Pensionsfonds aus aller Welt. Noch vor sechs Monaten galten BP-Aktien als eine der sichersten Investitionen. Wenn nun diese Pensionskassen gezwungen sind, in noch größerem Umfang als bisher BP-Aktien abzustoßen, dann könnte dies den Zusammenbruch einer der größten Quellen von AAA-bewerteten Krediten auslösen.

    BP ist ein Finanzcasino

    BP vergibt durch Handel und Finanzgeschäfte weit mehr Kredit als die meisten Banken der Welt. So lange ein Energieriese seinen Cash-Flow durch die Preisschwankungen handhaben kann, wird es zu einer wahren Geld- und Kreditmaschine. Diese kann mit AAA-Bewertungen Kredite aufnehmen und an weniger kreditwürdige Unternehmen mit attraktiven Gewinnmargen Kredite vergeben. Doch damit ist Schluss, wenn das Kreditrating deutlich herabgestuft wird.




    BP hat eine Cash-Reserve von 15 Milliarden Dollar angegeben, eine Summe, die zu Beginn der Katastrophe noch mehr als ausreichend zu sein schien, um für angerichtete Schäden aufzukommen. Doch wie es jetzt aussieht, wäre es ein Wunder, wenn die Kosten weniger als 20 Milliarden betrügen. Fitch, eine der Großen Drei amerikanischen Ratingagenturen, hat am 15. Juni das Kreditranking für BP um volle sechs Stufen von AA auf BBB heruntergestuft. Falls Moody's und S&P nachziehen, wird das Unternehmen dastehen wie die griechischen Staatsschulden nach der Herabstufung auf »Ramsch«, die im Frühjahr dieses Jahres die Finanzkrise in der EU ausgelöst haben.

    Schon jetzt stoßen die Insider-Banken in dem Versuch, ihre Verluste zu minimieren, klammheimlich BP-Derivate und -Aktien ab. Das geschieht genau zu dem Zeitpunkt, wo die US-Wirtschaft in eine neue Phase eintritt, die selbst ein Establishment-Ökonom wie Paul Krugman mittlerweile als die »dritte Große Depression« bezeichnet.

    Laut einem kürzlich veröffentlichten Moody’s-Bericht würde ein Bankrott von BP 117 so genannte Collateralized Synthetic Obligations (CSO) beeinträchtigen, was für viele unterschiedliche Inhaber solcher Papiere zu großen Verlusten führen würde. Die BP-CSOs machen alarmierende 18 Prozent sämtlicher ausstehenden CSOs aus, ein Hinweis auf das Ausmaß und die Wirkung der BP- Finanzgeschäfte weltweit. Erinnern wir uns, dass der Finanzkrach von 2008 vom Zusammenbruch anderer Derivate, nämlich den an amerikanische Eigenheimkredite gebundenen so genannten Collateralized Debt Obligations (CDO) und den Credit Default Swaps von Finanzunternehmen wie Lehman Bros. und des Versicherungskonzerns AIG ausgelöst wurde. Bei CSOs ist die Leverage noch weit stärker, sie sind riskanter und völlig unreguliert.


    Keine staatlichen Kontrollen

    Aufgrund des beispiellosen Drucks der Wall-Street-Banken – einem Prozess, den ich in meinem jüngsten Buch Der Untergang des Dollar-Imperiums beschreibe – weigern sich der US-Kongress und die Obama-Regierung zwei Jahre nach der schlimmsten Finanzkrise der Geschichte noch immer, den gefährlichsten Teil der Finanzmärkte zu regulieren. Wegen interner Streitereien zwischen Frankreich, Deutschland, Großbritannien und anderen EU-Mitgliedern gibt es auch in der EU bislang keine wirksame Kontrolle für Finanzderivate wie die von BP.

    Laut Moody’s könnten CSO-Transaktionen auf den Namen BP oder eine ihrer Tochtergesellschaften im Fall einer Umstrukturierung oder eines Bankrotts von BP, zu einem so genannten »Kreditereignis« werden. Wenn ein Kreditereignis eintritt, bedeutet dies für CSO-Investoren hohe Verluste.

    Während sich dieses Drama hinter verschlossenen Türen an der Wall Street und in der Londoner City abspielt und BP immer tiefer in die Krise rutscht, wird die Auswirkung auf die weltweiten Finanzmärkte gigantisch sein. Welche Banken sind gegenüber BP exponiert? Niemand weiß es, aber die Erklärung einer der größten US-Derivatbanken, der Bank of America, über die kürzlich gefällte Entscheidung, die Derivate-Risikoexposition an BP zu begrenzen, legt die Vermutung nahe, dass die größten US-Banken, die »Götter des Geldes von der Wall Street« allesamt beteiligt sind.

    Seit der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon am 21. April stoßen amerikanische Investoren von BP, darunter auch Pensionsfonds, Aktien ab. Wenn das Kreditranking von BP noch weiter sinkt, schnellen die Kosten für die Refinanzierung der milliardenschweren BP-Finanzobligationen in die Höhe, ein Prozess, der normalerweise einem Bankrott vorangeht.


    BP-Chef Svanberg verschwand dem Vernehmen nach während der BP-Krise für einen Seitensprung auf seiner Jacht.

    Das Weiße Haus unter Obama, das sich verzweifelt bemüht, in einem Wahljahr jede Verantwortung von sich zu weisen, beschuldigt jetzt BP und droht dem Unternehmen mit strafrechtlicher Verfolgung. Die Katastrophe der Deepwater Horizon trifft BP zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Laut Bloomberg ist »BP das meistgehasste Unternehmen in Amerika. Zwei ihrer Raffinerien waren für 97 Prozent der Sicherheitsverstöße... in der Raffinerie-Industrie in den letzten drei Jahren verantwortlich«, so das Center for Public Integrity. BP hält den Rekord für die höchste Strafe, die von der Occupational Safety and Health Administration [US-Behörde für Arbeitssicherheit und –schutz] verhängt worden ist. Darüber hinaus hat sich das [unabhängige] US Chemical Safety & Hazard Investigation Board sofort in die Untersuchungen der Ölkatastrophe eingeschaltet, wie schon zuvor bei dem Feuer und der Explosion der BP-Raffinerie in Texas City, bei der 2005 fünfzehn Menschen ums Leben kamen und viele verletzt wurden.

    Jim Hacket, Vorstandsvorsitzender von Anadarko Petroleum, einem BP-Partner am Golf, erklärt: »Es erweist sich immer mehr, dass diese Tragödie vermeidbar gewesen wäre, sie ist das Resultat von rücksichtslosen Entscheidungen und Handlungen von Seiten der BP. Wir sind offen gestanden schockiert über die öffentlich zugängliche Information, die in jüngsten Untersuchungen ans Licht gekommen ist... die... darauf hindeutet, dass BP ohne Rücksicht auf die Sicherheit vorgegangen ist und bei der Bohrung der Macondo-Quelle mehrere kritische Warnzeichen übersehen und missachtet hat. Das Verhalten von BP stellt wohl grobe Missachtung oder willentliches Fehlverhalten dar, was Auswirkungen für die Verpflichtungen der anderen Vertragspartner an diesem Projekt haben wird.«

    Die BP-Katastrophe wird also über den OTC-Derivatemarkt und das damit verbundene Risiko verschlimmert. Wie bei Lehman Bros., so ist auch hier der Markt undurchsichtig und völlig unreguliert. Das wahrscheinlichste Ergebnis wird sein, dass die US-Tochtergesellschaft von BP versuchen wird, einen Gläubigerschutz nach Chapter 11 zu erwirken. Das wird die hochgradig kreditgestützten weltweiten Finanzmärkte in die Luft sprengen. Wenn die britische Muttergesellschaft BP Plc. bankrott geht, werden die Auswirkungen für die Rentenkassen in England wahrscheinlich einen staatlichen Bailout für BP nach sich ziehen. Wir stehen erst am Anfang der Katastrophe.


    © 2010 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg

  3. #3
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    Re: Börse und Wirtschaft

    Hallo,

    es ist durchaus möglich das dies eine Finanzkrise verursacht. Die Frage wird nur sein für wen eigentlich?

    Für mich sieht es eher so aus als das sich die Investoren die hinter BP stehen sich durch einen Bankrott den Folgekosten durch die Hausgemachte Ölkatastrophe enziehen wollen. Die 55 Mrd. Dollar(?) werden bei weitem nicht ausreichen. Wenn BP als AG noch existiert dann werden Klagen in den USA die Firma BP in den Ruin treiben. Also rettet man jetzt noch Kapital was geht. Verkauft was geht und macht noch auf die schnelle so viel Geld wie möglich mit dem sinkenden Schiff.

    Das wird schon klar wenn man sich mal betrachtet wer zur Zeit der Hauptanteilseigner von BP ist:

    Stand 2009 JPMorgan Chase Bank mit 28%

    Wer hinter JPMorgen steht ist ja weitläufig bekannt. Der Rockefeller Clan!!! Noch Fragen?

    72% sind im Streubesitz! Die haben durch die momentane Halbierung des Aktienwerts eh schon einen hohen Verlust eingefahren. Ob die restlichen Aktien überhaupt noch Abnehmer finden halte ich für sehr fraglich. Neue Investoren zu finden halte ich sogar für utopisch. Außer man sprengt die Firma in kleine Teile auf und macht unter neuem Namen weiter.

    Hier mal noch was zur Geschichte von BP. Äußerst aufschlußreich kann ich nur sagen.

    http://www.theintelligence.de/index.php ... on-bp.html

    gruß

    Xirtam

  4. #4
    Susi
    Gast

    Re: Börse und Wirtschaft

    Na dann wäre es ja bald soweit...

    BP Bailout

    London bereitet sich nach Informationen der "Times" auf einen Zusammenbruch des britischen Ölkonzerns BP vor. Es sei "noch nicht klar, wie schlimm es wird, aber die Regierung muss auf alles vorbereitet sein".

    Die Regierung in London bereitet sich nach Informationen der "Times" auf einen Zusammenbruch des britischen Ölkonzerns BP vor. Derzeit werde bereits diskutiert, ob sich die Regierung im Ernstfall und unter strengen Bedingungen an einer Rettung des stark unter der Ölpest im Golf von Mexiko leidenden Unternehmens beteiligen könnte, sagte ein mit den Beratungen Vertrauter Zeitung. Ein zweiter sagte dem Blatt, es sei "noch nicht klar, wie schlimm es wird, aber die Regierung muss auf alles vorbereitet sein".

    Seit Beginn der verheerenden Ölpest im April hat der britische Konzern an der Börse die Hälfte seines Wertes verloren. BP beschäftigt in Großbritannien mehr als 10.000 Menschen. Bislang kostete die Ölpest im Golf von Mexiko das Unternehmen bereits rund 3,12 Milliarden Dollar (knapp 2,5 Milliarden Euro).

    Es war seit Wochen absehbar. Mal sehen, wie das Bailout-Programm des britischen Staates für BP aussehen wird und ob es England schaffen wird, sogar hier noch Deutschland und/oder die EU mit ins Boot zu bekommen. Wie heißt seit einigen Jahren der veränderte Firmenslogan von BP: "BP: Beyond Petroleum"

    Leider ruhen bereits Milliarden von Fischen, Delfinen, Walen und Vögeln mit BP im Grab. Und das Desaster ist noch nicht vorbei, das Leck weiterhin weder gestoppt noch durch Entsatzbohrung druckentlastet. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass selbst der britische Staat den Schaden nicht wird begleichen können." [PB]

    http://www.mmnews.de/index.php/politik/5934-bp-bailout
    LG

  5. #5
    Gast

    Re: Börse und Wirtschaft

    Die Wall Street weiß: Die Krise ist längst noch nicht vorbei

    F. William Engdahl

    Nachdem in den letzten zwei Jahren Billionen Dollar an Steuergeldern zur Unterstützung für eine Handvoll krimineller Unternehmen – gemeinhin als Wall-Street-Banken bekannt – verschleudert worden sind, ist die finanzielle Instabilität, die die Welt im September 2008 an den Rand des Finanzkrachs geführt hat, alles andere als vorbei. Große Banken und Investmenthäuser an der Wall Street verkaufen jetzt ein Produkt, das von der schwelenden Angst vor einer neuen Finanzkrise profitiert. So etwas sagt mehr aus als die verlogenen »Stresstests« und rein kosmetischen Bankreformen, die kaum eine Veränderung bewirken.



    Knapp zwei Jahre nachdem der Bankrott der Lehman Brothers Holding Inc. zu einer Klemme auf den Weltmärkten geführt hat, bietet Pacific Investment Management Co. (PIMCO), einer der größten Investmentfonds der Welt, einen neuen Fonds an, der angeblich »Schutz« für Investoren bietet, wenn ein bestimmter Markt um mehr als 15 Prozent abstürzt.

    Die Entscheidung des ehemaligen Goldman-Sachs-Chefs und Ex-US-Finanzministers Henry Paulson vom 15. September 2008, die viertgrößte US-Investmentbank Lehman Bros. bankrott gehen zu lassen, war, wie ich in meinem Buch Der Untergang des Dollar-Imperiums beschreibe, eine bewusste Taktik Paulsons und seiner Spießgesellen von der Wall Street, eine weltweite Finanzpanik auszulösen, die auch den damals zögerlichen US-Kongress so in Panik versetzen sollte, dass er dem von Paulson vorgeschlagenen 750 Milliarden Dollar schweren Bankenrettungsplan, dem berüchtigten Troubled Asset Relief Program (TARP), zustimmte. Durch den Zusammenbruch von Lehman wurden innerhalb weniger Tage weltweit ca. 20 Billionen Dollar an Aktienwerten vernichtet, an den Kreditmärkten brach eine Eiszeit an.

    Nach drei Jahren Krise stehen mittlerweile viele der größten Banken der Welt unter staatlicher Aufsicht; die Einführung einer globalen Finanztransaktionssteuer scheint unausweichlich; die Finanzbranche wird mit Geldspritzen der Zentralbanken künstlich am Leben gehalten, die Firmen sind noch immer nicht gewillt, sich untereinander Geld zu leihen; der Markt für Unternehmensanleihen ist praktisch tot; einige Länder erhalten überhaupt keine Kredite mehr.



    Die Geldmärkte brechen weg, da die großen Banken entschieden haben, ihren »Giftmüll« lieber gegen Cash von der Zentralbank einzutauschen, als Kreditgeschäfte mit anderen Banken zu riskieren. Infolgedessen ist der Lebensnerv des modernen internationalen Bankwesens, der Interbankenmarkt, das heißt die kurzfristige Kreditvergabe der Banken untereinander, zusammengebrochen. Unmittelbar vor dem Zusammenbruch von Lehman Bros. im September 2008 hatte der Interbankenmarkt ein Volumen von fast 500 Milliarden Dollar. Heute liegt er mit 160 Milliarden Dollar nur noch bei rund einem Drittel des damaligen Werts. Die EZB hat soeben die Erwartung geäußert, dass die europäischen Banken in diesem Jahr noch höhere Verluste erleiden werden als 2009. Die Realität ist also alles andere als »normal«.


    »Brüchig und störanfällig«
    Zu den größten Privatbanken und Vermögensverwaltern der Welt gehört mit ca. zwei Billionen Dollar die State Street Bank in Boston. William Cunningham, Leiter der Kreditstrategie dieser Bank, erklärte kürzlich vor der Presse: »Inzwischen merkt jeder, dass der Weg zum Wiederaufschwung sehr viel länger und schwieriger ist. Er ist in der Tat äußerst brüchig und störanfällig, wie wir alle es noch nie erlebt haben.« Das ist wohl eher noch untertrieben.



    Am 6. Mai stürzte der Dow-Jones-Aktienindex an der Wall Street an einem einzigen Tag um 1.000 Punkte ab. Am 7. Juni hatte die Herabstufung der griechischen Staatsverschuldung durch die US-Ratingagentur S&P zur Folge, dass der Euro gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit vier Jahren fiel. Der nächste Schock könnte aus unerwarteten Ecken kommen, die Wall Street verkauft deshalb »Versicherungen« an Investoren, die alles andere als zuversichtlich sind. Dies ist eine Bestätigung dafür, wie instabil die Finanzstrukturen hinter der Fassade scheinbarer Ruhe in Wirklichkeit sind.

    PIMCO, ein Tochterunternehmen der deutschen Allianz AG, ist Manager des größten Anleihefonds der Welt. Auch Deutsche Bank und Citigroup verkaufen ihren Kunden neue Produkte als Schutz vor neuen Marktrisiken.

    Führende Fondsmanager, die die breiteren Trends beobachten, diskutieren die Aussicht auf weitere Zurückstufungen von selbst mit der höchsten Stufe »AAA« bewerteten Ländern, wie beispielsweise den Vereinigten Staaten, denen aufgrund der Bailouts für das Finanzsystem irgendwann eine Hyperinflation drohen kann. Die USA haben acht Billionen ausstehender Schulden in Form von verkauften Schatzpapieren, ein Anstieg von fast 100 Prozent gegenüber dem August 2007, als die IKB in Deutschland zum Auslöser der Krise wurde, die fälschlicherweise als die »Subprime-Immobilienkrise« bekannt geworden ist.

    Höchst aufschlussreich bezüglich der neuen Produkte von PIMCO und der Deutschen Bank ist die Tatsache, dass zahlreiche global agierende Investoren so nervös sind, dass sie zur Zahlung hoher Prämien für eine solche »Risikoversicherung« bereit sind. Das sagt weit mehr aus über den wahren Zustand des Finanzsystems, als jeder Stresstest.

    PIMCO tauft sein neues Produkt Tail Risk Hedging Fund 1, das Investoren vor einem Rückgang von über 15 Prozent eines Benchmark-Indexes schützen soll, den die Firma jedoch nicht genauer identifizieren will. Die Deutsche Bank bietet einen Tail-Risk-Hedging-Index an, der in dem Maße steigt, wie die von Investoren erwartete Schwankungsanfälligkeit des Aktienmarkts zunimmt. Er trägt den lustigen Namen ELVIS, das Kürzel für Equity Long Volatility Investment Strategy, und ist an die Schwankungen des S&P 500 gekoppelt.


    Der große Anleihefonds PIMCO der Allianz bietet jetzt eine neue Versicherung für den Fall eines Marktcrashs an.


  6. #6
    Gast

    Re: Börse und Wirtschaft

    Als der Euro gerettet wurde

    Es war die Nacht vom 7. auf den 8. Mai. Die Staats- und Regierungschefs der Eurostaaten tagten, ihre Währung stand kurz vor dem Kollaps. Nicolas Sarkozy sah sich als „Retter des Euro“. War das eine seiner berühmten Übertreibungen? Ein britischer Historiker hat die Szenen vom dramatischen Euro-Gipfel genau rekonstruiert.

    Von Nikolas Busse, Brüssel


    Frankreichs Präsident Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel unmittelbar vor dem Euro-Gipfel in Brüssel am 7. Mai.29. Juli 2010

    Der Brüsseler Euro-Gipfel vom 7. Mai war ein sonderbares Ereignis. Er führte zu einer dramatischen, milliardenschweren Rettungsaktion für die Gemeinschaftswährung, ohne dass die Öffentlichkeit recht mitbekam, was da eigentlich geschehen war.

    Es dauerte zwei, drei Tage, bis den Bürgern in den Euroländern klar wurde, dass ihre Währung offenbar kurz vor dem Kollaps gestanden hatte und dass nun die gewaltige Summe von 750 Milliarden Euro an Bürgschaften für ihre Stützung aufgebracht werden musste. Es war wie so oft in der Finanzkrise: Politiker, Medien und Bürger wurden von den Entwicklungen an den Finanzmärkten überrollt.


    Herman Van Rompuy (links) und José Manuel Barroso präsentieren am 8. Mai die Ergebnisse des Gipfels.

    Dass das Publikum sich schwertat, den Gipfel richtig einzuordnen, hatte allerdings auch damit zu tun, dass anfangs nur wenige Einzelheiten über seinen Verlauf bekannt wurden. Am frühen Morgen des 8. Mai gab es in Brüssel nur zwei Pressekonferenzen: eine des französischen Präsidenten Sarkozy sowie eine gemeinsame des ständigen EU-Ratsvorsitzenden Van Rompuy und des Kommissionspräsidenten Barroso.

    Sarkozys Auftritt war im Wesentlichen eine Angeberei, die darauf hinauslief, dass er soeben den Euro und die EU gerettet habe. Die Pressekonferenz der beiden Brüsseler Politiker erschöpfte sich in der Wiedergabe der Abschlusserklärung und ließ nicht erkennen, was für eine aufwühlende Sitzung die 16 Staats- und Regierungschefs der Euroländer gerade hinter sich gebracht hatten.


    Die nackte Angst beherrschte den EU-Sondergipfel: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy

    Der britische Historiker Peter Ludlow, Gründungsdirektor des namhaften Brüsseler „Centre for European Policy Studies“, hat nun eine Studie herausgebracht, die genau beschreibt, welche zum Teil heftigen Diskussionen vor und auf dem Gipfeltreffen geführt wurden („In the Last Resort. The European Council and the Euro Crisis, Spring 2010“, Eurocomment Briefing Note Vol. 7, Nr. 7/8). Ludlow kennt sich in Brüssel aus, er schreibt seit Jahren kenntnisreiche Berichte über die Treffen der Staats- und Regierungschefs.

    Gewaltige Meinungsunterschiede an diesem Abend

    In diesem Fall ist seine Schilderung besonders detailreich, weil dieser Gipfel eine Besonderheit hatte: Politisch schwierige Diskussionen führen die Staats- und Regierungschefs normalerweise beim Abendessen, wo sie bis auf wenige Mitarbeiter unter sich sind. Am Abend des 7. Mai aber wurde jeder Staats- und Regierungschef von einem persönlichen Berater begleitet, was bei einigen die EU-Botschafter waren. Ludlow konnte hinterher mit fast 20 Leuten reden, die anwesend waren, als über Gedeih und Verderb des Euros entschieden wurde.


    Gespanntes Verhältnis: Kommissionspräsident Barroso mit Van Rompuy

    Seine Rekonstruktion des Geschehens enthält nichts grundlegend Neues. Aber sie belegt erstmals ausführlich, welche gewaltigen Meinungsunterschiede es an diesem Abend gab, vor allem über die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank. Das dürfte als Grundkonflikt auch in einem reformierten Euroverbund fortleben. Außerdem kommt klar zum Ausdruck, dass sich auf der Sitzung Bundeskanzlerin Merkel durchsetzte und nicht etwa Sarkozy.

    Nach Ludlows Darstellung begann die Sitzung mit einer Beschwerde des luxemburgischen Ministerpräsidenten Juncker, des Vorsitzenden der Euro-Gruppe. Er sei es leid, dass die Gipfeltreffen neuerdings immer mit Verspätung anfingen, weil vorher allerlei Treffen zu zweit oder in kleinen Gruppen stattfänden. Er wolle nicht den Medien entnehmen müssen, was vor sich gehe. So könne man keine Geschäfte machen.


    José Manuel Barroso am 7. Mai in BrüsselHintergrund von Junckers Ausbruch war, dass am Nachmittag bereits viele Staats- und Regierungschefs in bilateralen Gesprächen versucht hatten, eine gemeinsame Reaktion auf den dramatischen Vertrauensverlust zu finden, den einige Euro-Länder an den Märkten in den Tagen zuvor erlitten hatten. Besonders aktiv war Sarkozy, der extra früh nach Brüssel reiste, und dort mit dem Portugiesen Socrates, dem Spanier Zapatero, dem Italiener Berlusconi, dem EZB-Präsidenten Trichet, Kommissionspräsident Barroso, dem Ratspräsidenten Van Rompuy und Frau Merkel sprach. Auch Frau Merkel, Van Rompuy und Trichet führten eigene Gespräche.

    Die Stabilität der Euro-Zone mit „allen Mitteln“ verteidigen

    Noch früher am Tag war es zu einer Vorfestlegung gekommen, die später viele irreführende Presseberichte zur Folge haben sollte. Van Rompuy hatte schon am Abend des 6. Mai einen ersten Entwurf für die Abschlusserklärung in die Hauptstädte geschickt, in der es hieß, man sei bereit, die Stabilität der Euro-Zone mit „allen Mitteln“ zu verteidigen. Der EU-Berater der Kanzlerin, Uwe Corsepius, äußerte Bedenken gegen diese Formulierung, weshalb Van Rompuy Frau Merkel anrief. Sie war aber einverstanden mit dem Satz, der dann auch so in der offiziellen Schlusserklärung landete. Da Barroso auf der Pressekonferenz darauf Bezug nahm, wurde das in deutschen Medien später so dargestellt, als sei es nur die Kommission, welche die Gemeinschaftswährung um jeden Preis erhalten wolle. In Wirklichkeit war das auch die Wortwahl der Kanzlerin.


    Viele Meinungen: Jean-Claude Trichet (l) mit Jean-Claude Juncker und Olli Rehn (r)

    Juncker, eigentlich „Chef“ der Euro-Gruppe, bekam von alldem wenig mit, was ihn offensichtlich wütend machte. Van Rompuy sei vom Ärger des Luxemburgers „sichtlich erschüttert“ gewesen, schreibt Ludlow. Er hielt sich danach lange zurück. Die anderen hätten dagegen munter das Wort ergriffen. Jeder in der Runde habe im Verlauf des Abendessens mindestens einmal gesprochen; Frau Merkel, Sarkozy und Trichet hätten sich oft gemeldet.

    Die eigentliche Diskussion begann mit einer Darlegung des Griechen Papandreou über die Lage in seinem Land, die einer der Informanten Ludlows als Erfahrungsbericht aus Dantes Inferno bezeichnete. Danach kam der wahrscheinlich alles entscheidende Beitrag des Abends: Trichet erklärte mit Hilfe von Grafiken, was auf den Märkten in den vergangenen Tagen geschehen war. Es handle sich um eine Situation wie im September 2008, als die Bank Lehmann Brothers zusammenbrach. Trichet hielt sich nicht lange mit der möglichen Rolle von Spekulanten auf, sondern konzentrierte sich auf die Frage, was die am Tisch Versammelten tun könnten. Erste Priorität sei die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte.

    „Ihr, die Mitgliedstaaten, Ihr habt versagt“


    Früherer Auftritt: Nicolas Sarkozy kam als einer der ersten Staatschefs und vor Angela Merkel in Brüssel an

    Das Beispiel Belgiens habe gezeigt, dass das möglich sei. Außerdem sei der Stabilitätspakt zu reformieren. Trichet verteidigte die Arbeit der EZB und wies darauf hin, dass die Zentralbank die Inflation unter Kontrolle gehalten habe, obwohl die Löhne in einigen Mitgliedstaaten seit der Einführung des Euro um hundert Prozent oder mehr gestiegen seien und obwohl die öffentlichen Ausgaben fast überall aus dem Ruder gelaufen seien. „Wir haben getan, was wir zu tun hatten. Ihr, die Mitgliedstaaten, Ihr habt versagt“, zitiert Ludlow den Zentralbankpräsidenten.

    Trichets Analyse wurde in der darauffolgenden Debatte von niemandem in Frage gestellt. Der zyprische Präsident fragte allerdings, ob man die Sache nicht noch ein paar Tage überdenken solle. Das unterband die Bundeskanzlerin: „Ein paar Tage haben wir nicht. Wir müssen klarmachen, was wir tun wollen, bevor die Märkte am Montag öffnen“, sagte Frau Merkel. Es war Freitagabend.

    Der Großteil der Aussprache spielte sich dann zwischen zwei Gruppen ab. Die eine umfasste die bedrängten Südländer („Olivengürtel“, wie Ludlow sie nennt) mit Sarkozy und Barroso, die andere bestand vor allem aus Frau Merkel, Juncker, dem Niederländer Balkenende, dem Finnen Vanhanen und Trichet. Sarkozy wurde zum Wortführer des Olivengürtels, er schlug einen melodramatischen Ton an, sprach vom „Schicksalswochenende“ und wollte eine Strategie, die auf zwei Säulen ruht: der Kommission und der EZB. Er wollte vor allem, dass die Kommission einen Fonds auflegt, der keine parlamentarische Bewilligung zu Hause erforderlich machte.Die Kommission hatte schon vor der Sitzung einen Rettungsfonds nach Artikel 122 des EU-Vertrags vorgeschlagen, der für außergewöhnliche Notlagen vorgesehen ist. Es sollten 50 bis 70 Milliarden Euro sein. Als Barroso sich später dafür einsetzte, den Anteil der Kommission in der Abschlusserklärung zu beziffern, machte die Kanzlerin klar, dass sie an viel größere Beträge dachte. 50 bis 70 Milliarden machten keinen Unterschied, das müsse man gar nicht erst erwähnen, sagte sie.

    Der Hauptkonflikt des Abends brach über Sarkozys Wunsch aus, die EZB zum Handeln zu veranlassen. Niemals würde er sich so außerhalb dieses Raumes äußern, sagte Sarkozy, aber hinter geschlossenen Türen fordere er die Zentralbank auf, dem Beispiel der amerikanischen Fed und der Bank von England zu folgen und Staatsanleihen aufzukaufen. Berlusconi, Socrates und Zapatero, die an den Märkten am meisten unter Druck standen, pflichteten ihm bei, offenbar zum großen Wohlgefallen Sarkozys, wie Ludlow berichtet.

    Berlusconi: „Die Kommission hat doch das Geld“

    „Die Kommission hat doch das Geld“, sagte Berlusconi, und die EZB könne ja zumindest auf dem Sekundärmarkt kaufen. Zapatero versprach, zu Hause mehr zu tun, die Märkte glaubten ihm aber nicht mehr. Die Staats- und Regierungschefs könnten der EZB nicht sagen, was sie tun solle, aber „wir müssen ihr sagen können, was wir wollen“. Diese Formel griff auch Sarkozy später auf.

    Frau Merkel, die in ihrem Eröffnungsreferat Griechenlands Reformbemühungen als Vorbild für jeden anderen Mitgliedstaat einschließlich Deutschland bezeichnete, vertrat die Gegenposition. Es sei von höchster Bedeutung, dass die Unabhängigkeit der EZB respektiert werde. Man solle aufhören, auf ihr herumzuhacken. Alle Beteiligten, Staats- und Regierungschefs und der EZB-Präsident, sollten einander vertrauen. Balkenende, der nach der Kanzlerin sprach, pflichtete ihr bei.

    Im Laufe des Abends, so berichtet Ludlow, habe diese Linie schließlich die Oberhand gewonnen. Frau Merkel und Juncker, die nebeneinander saßen, erweckten den Eindruck, als ob sie ihre Angriffe gegen den Olivengürtel aufeinander abstimmten. Sarkozy meldete sich mehrmals zu Wort, hatte damit aber zunehmend weniger Erfolg. Trichet wiederum sei wütend gewesen. „Wir brauchen Ihre Erlaubnis nicht und wir werden darum nicht bitten. Wenn Sie versuchen, Druck auszuüben, dann wird der EZB-Rat negativ reagieren, was ein Desaster zur Folge hätte.“

    Ludlow vermutet allerdings, dass es der Kanzlerin und ihren Verbündeten vor allem darum ging, den Eindruck zu vermeiden, dass die EZB von den Staats- und Regierungschefs Marschanweisungen erhalte. Unausgesprochen habe auch Frau Merkel erwartet, dass die Zentralbank Staatsanleihen aufkaufen würde. So kam es dann auch.

    Das Verhältnis der Kanzlerin zu Barroso sei sehr schwierig geworden

    Zu dieser Auseinandersetzung gehört eine Episode zwischen Frau Merkel und Barroso. Im Verlaufe des Abendessens wurde der Kanzlerin ein Vermerk über eine Meldung der Agentur AFP gereicht, wonach der Kommissionspräsident die EZB zum Ankauf von Staatsanleihen aufgerufen habe. Frau Merkel habe Barroso darauf eine „halböffentliche Abreibung“ erteilt, schreibt Ludlow. Der bestritt aber, sich so geäußert zu haben. Das Verhältnis der Kanzlerin zu Barroso, die ihn vor Jahren ins Amt gebracht hatte, sei sehr schwierig geworden, merkt Ludlow an.

    Die Bundeskanzlerin verlangte auch ansonsten einen anderen Weg als Sarkozy. Sie erwähnte nicht die Kommission, sondern sie wollte, dass die Finanzminister den Rettungsschirm für den Euro beschließen, der nun zu spannen war. Frau Merkel bezog sich dabei auch auf potentielle Schwierigkeiten mit dem Verfassungsgericht in Karlsruhe, dessen Gewicht die anderen Staats- und Regierungschefs schon bei der Griechenland-Rettung ein paar Wochen zuvor kennengelernt hatten.

    Balkenende pflichtete ihr als erster bei, weil er ebenfalls einen Rettungsschirm der gesamten EU wollte und nicht nur einen der Eurogruppe, wie es Sarkozys alter Idee von der „Wirtschaftsregierung“ im Euroraum entsprochen hätte. Am Ende wurde es bekanntlich ein Schirm unter Beteiligung der Kommission, des IWF und der Mitgliedstaaten - beschlossen, wie Frau Merkel das wollte, von den Finanzministern aller 27 Mitgliedstaaten in der Nacht von Sonntag auf Montag.

    Nach der Sitzung waren alle der Meinung, dass es angemessen sei, die Ergebnisse von Van Rompuy und Barroso vortragen zu lassen. Die Kanzlerin beließ es beim Hinausgehen bei ein paar dürren Sätzen für die Presse, aus denen kaum hervorging, was soeben verabredet worden war. Nur Sarkozy trat ausführlich vor die Kameras und brüstete sich damit, dass die Beschlüsse zu 95 Prozent den französischen Vorstellungen gefolgt seien. Das wurde vor allem in Deutschland tagelang für bare Münze genommen und so gelesen, als sei die Kanzlerin über den Tisch gezogen worden. „Der französische Präsident gab eine völlig überzogene Vorstellung“, bemerkte Ludlow dazu.

    Text: F.A.Z.
    Bildmaterial: AFP, AP, REUTERS




  7. #7
    Gast

    Re: Börse und Wirtschaft

    EU-Haushalt

    Brüssel plant Europasteuer

    Weil beinahe überall in Europa Ebbe in den Kassen herrscht, schnüren Staaten wie Griechenland, Deutschland oder Spanien Sparpakete - oder erhöhen die Abgaben. Auch die EU-Kommission ist auf den Dreh gekommen. Ein Vorschlag voller Brisanz. von Peter Ehrlich Brüssel

    Die EU-Kommission will sich eigene Steuereinnahmen verschaffen. Haushaltskommissar Janusz Lewandowski plant, den Mitgliedsstaaten im September mehrere Optionen für eine Steuer vorzuschlagen, die direkt in den EU-Haushalt fließt.

    Als Einnahmequelle vorstellen könnte sich Brüssel eine Luftverkehrsabgabe und die von Deutschland und Frankreich geforderte Finanztransaktionssteuer. Zudem will die Kommission anregen, die Einnahmen aus der geplanten Versteigerung von CO2-Emissionsrechten an die EU zu überweisen.

    Der Vorschlag ist politisch brisant: Eine eigene neue EU-Steuer hatten die meisten Mitgliedsstaaten bisher abgelehnt. Der Brüsseler Haushalt speist sich heute zum größten Teil aus Überweisungen der Regierungen.
    Wegen der Sparzwänge in den nationalen Haushalten habe sich die Stimmung in den EU-Staaten gewandelt, sagte Lewandowski der FTD. "Viele Länder wollen entlastet werden. Damit öffnet sich die Tür, über eigene Einnahmen nachzudenken, die nicht von den Finanzministern beansprucht werden."


    Die EU-Kommission in Brüssel sucht eine eigene Einnahmequelle

    Wenn die EU mehr eigene Einnahmen habe, könnten die Überweisungen aus den nationalen Haushalten sinken, sagte Lewandowski. "Ich höre aus mehreren Hauptstädten, einschließlich wichtigen wie Berlin, dass sie ihren Beitrag gern verringern würden."
    Deutschland überweist in diesem Jahr insgesamt rund 21 Mrd. Euro an die EU. Die Mitgliedsstaaten müssen einen festgelegten Prozentsatz ihrer Mehrwertsteuer und ihres Bruttonationaleinkommens an Brüssel abgeben. Außerdem stehen der EU traditionell die Zolleinnahmen zu.

    Diese Mittel machen aber nur noch rund zwölf Prozent der EU-Einnahmen aus. "Die nationalen Überweisungen lagen 1988 bei nur elf Prozent, jetzt machen sie 76 Prozent unserer Einnahmen aus", sagte Lewandowski. "Das war nicht die Absicht der Gründungsväter." In den Römischen Verträgen zur Gründung der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft war 1957 festgelegt worden, dass die EU sich komplett aus eigenen Einnahmequellen finanziert.


    Europas Haushaltskasse

    Lewandowski will nun verschiedene Möglichkeiten vorschlagen und auch voraussichtliche Einnahmen im Detail vorrechnen. "Wir müssen einen Schritt vorwärts machen. Die Vorschläge müssen ehrgeizig, aber realistisch sein."
    Die Finanztransaktionssteuer könne den EU-Haushalt, der 2010 Ausgaben von 123 Mrd. Euro vorsieht, maßgeblich speisen, sagte Lewandowski. Eine Luftverkehrsabgabe sei eine weitere Möglichkeit, weil sie direkt mit dem Binnenmarkt und freiem Reisen zu tun habe. Sie könne gut auf EU-Ebene eingetrieben werden. Die Auktion von CO2-Rechten passe zur EU-Politik einer grüneren und effizienteren Wirtschaft.

    Jede Option könnte die Belastung der Bürger erhöhen

    Alle drei Einnahmequellen hat aber auch die Bundesregierung schon in ihre Kalkulationen einbezogen. Allerdings könnte eine EU-Lösung etwa bei der Luftverkehrsabgabe die gleiche Wirkung im Haushalt haben, wenn die Überweisungen an Europa sinken - und zugleich die Ausweichmöglichkeiten der Airlines einschränken.
    Lewandowski räumte ein, dass jede Option die Gesamtbelastung der Bürger erhöhen könnte. Dafür verspricht er aber Zurückhaltung bei den Ausgaben. Neue Ziele der Union wie ein umweltfreundliches Wachstum müssten vor allem durch Umschichtungen im Haushalt erreicht werden.
    Der Kommissar stellte auch den sogenannten Britenrabatt infrage, den die damalige Premierministerin Margaret Thatcher 1984 durchgesetzt hatte und der den britischen Beitrag zum EU-Haushalt derzeit um rund 3 Mrd. Euro im Jahr reduziert. "Die Rechtfertigung des Rabatts ist weniger überzeugend, als sie war."


  8. #8
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    Re: Börse und Wirtschaft

    Chaos auf den Weltmärkten

    Die US-Notenbank versetzt die Anleger mit ihrem trüben Konjunkturausblick in Depressionen. Die Aktienmärkte liefern sich infolge ein wildes Auf und Ab und verlieren mühsam erkämpfte Kursgewinne.

    Euro stürzt ab

    Der schlechtere Konjunkturausblick der US-Währungshüter hat Investoren am Mittwoch weltweit aus riskanten Anlagen getrieben. Die Aktienkurse brachen rund um den Globus ein, im Gegenzug parkten Anleger ihre Gelder in Staatsanleihen vieler Länder Europas sowie der Vereinigten Staaten, wobei sie teilweise so wenig Rendite verlangten wie noch nie. Unter den Währungen waren besonders der Dollar und der japanische Yen sehr beliebt, der Euro stürzte ab.

    "Die Anleger auf Aktienmärkten folgen denen am Rentenmarkt", sagte Claudia Windt, Analystin bei der Helaba. Bondinvestoren waren in den vergangenen Wochen bereits von Tag zu Tag pessimistischer geworden, während die Aktienmärkte erst seit Freitag leicht korrigieren.

    weiter hier: http://wirtschaft.t-online.de/aktienmar ... 6810/index
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  9. #9
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    Re: Börse und Wirtschaft

    Habe ich persönlich noch nie was von gehört, aber mal sehen was passiert....................

    Gefürchtete Konsequenzen des „Hindenburg-Omens“ könnten innerhalb der nächsten 4 Wochen eintreten

    Ein technisches Analysemuster, das einen Zusammenbruch des Aktienmarkts vorausgeht, verschreckt die Investoren

    Der Direktor von UBS Financial Services, Art Cashin, erklärte, dass wir innerhalb der nächsten 3 oder 4 Wochen erfahren würden, ob sich das gefürchtete Hindenburg Omen, eine Kombination aus einer Reihe von Marktfaktoren, die einem Zusammenbruch der Aktienmärkte vorausgeht, tatsächlich entfaltet, so wie es jetzt von Vielen vorhergesagt wird.

    Beim Hindenburg-Omen – benannt nach der Hindenburg-Katastrophe im Mai 1937, wo der deutsche Zeppelin LZ 129 Hindenburg plötzlich Feuer fing und zerstört wurde – handelt es sich um ein technisches Analysemuster, das, wenn eine Reihe von Faktoren erfüllt werden, auf eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenbruch der Aktienmärkte hindeutet.

    Obwohl die Bedingungen für das Hindenburg-Omen in der Vergangenheit bereits eingetreten sind, ohne dass es im Anschluss zu einem Crash der Aktienmärkte kam, gab es in der Tat noch nie einen Aktiencrash, dem das Hindenburg-Omen nicht vorausgegangen wäre.

    Die Internetseite Zero Hedge fasst die 5 Kriterien für das nun eingetretene Hindenburg-Omen wie folgt zusammen:

    * Von den an diesem Tag gehandelten Aktien der New Yorker Börse (NYSE) müssen mindestens 2,2% aller Aktien ein 52-Wochen-Hoch und mindestens 2,2% ein 52-Wochen-Tief ausweisen.
    * Die kleinere dieser Zahlen muss größer oder gleich 69 sein (68,772 sind 2,2% von 3.126). Das ist keine Regel des Hindenburg-Omens, sondern mehr eine Prüfziffer, eine Funktion der ersten Bedingung.
    * Der gleitende Durchschnitt der NYSE muss über 10 Wochen gestiegen sein.
    * Der McClellan-Oszillator, eine sich aus der Differenz zwischen täglich steigenden und fallenden Aktien ableitende Zahl, muss an diesem Tag ebenfalls negativ sein.
    * Die Zahl der neuen 52-Wochen-Hochs darf nicht mehr als doppelt so groß sein, wie die Zahl der 52-Wochen-Tiefs.

    Am Sonntag erklärte der Finanztrendforscher Gerald Celente in einer Radioshow, dass der Aktienmarkt noch vor Ende 2010 einbrechen würde, was die schlimmsten Konsequenzen des Hindenburg Omens zu bestätigen scheint.

    David Buik von BGC Partners ist ein weiterer Marktanalyst, der bezüglich des Hindenburg-Omens Alarm schlägt, das er „einfach das am meisten gefürchtete technische Muster der gesamten Börsenanalytik“ nennt. Unheilvoll wählte sich Buik Freitag den 13. aus um die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und warnte, dass die technischen Anzeichen auf einen unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Aktienmarkts hindeuteten.

    Als er von CNBC gefragt wurde, welchen Ratschlag er für Händler hätte, erklärte Art Cashin von UBS, die Investoren sollten „sehr vorsichtig“ sein, da „es auf der Straße eine Menge Gerüchte über das Hindenburg-Omen gegeben hat – und wenn man einen sehr großen Betrag an 52-Wochen-Hochs und 52-Wochen-Tiefs hat, sagt einem das, dass der Markt durcheinander ist.“ Cashin fügte hinzu: „Mann sollte das beobachten, es ist eine kleine Warnung – es ist nicht bestätigt, aber wir werden es innerhalb der nächsten drei oder vier Wochen wissen.“

    Quelle: http://www.propagandafront.de/142510/ge ... reten.html
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  10. #10
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    Re: Börse und Wirtschaft

    Noch ein Orakel ... ???

    Börsencrash wahrscheinlich

    Ich hatte es bereits angekündigt und mit historischen Daten belegt, dass die Börsen aktuell an der Klippe stehen. In den deutschen Medien werden Gutelaunebär-Nachrichten publiziert, aber lassen Sie sich nicht täuschen.

    Alles spricht für einen Crash, und da rede ich nicht von einem Crash wie 2007/2008 . Dieser wird es richtig in sich haben und er wird auch andere Assets nicht verschonen. Es wird hierzulande das Loblied auf einen Turboaufschwung gesungen, doch ich glaube nicht daran.

    Man könnte es die gutelaune “Bären” nennen.
    Es werden Deppen gesucht die den Mist kaufen und in den Markt gehen, um den Müll zu schlucken.
    Jetzt können Sie sagen : Was interessiert es mich ob die Märkte crashen, ich habe keine Aktien. Da möchte ich anmerken: falsch gedacht. Der kommende Crash wird in eine Schockstarre führen, die auch Sie betreffen wird.

    Die USA merken offensichtlich nicht einmal dass die Depression da ist, wenn Sie bereits darin versinken. Die “50 Stars” werden in kürze zu Sternschnuppen, sie werden nämlich kläglich verglühen.

    Selbstverständlich könnten Sie jetzt kontern : Was interessieren mich die USA, aber auch hier werden Sie direkt die Folgen spüren. Mehr als uns allen lieb ist.

    In den kommenden Wochen, wird das Blutbad an den Börsen stattfinden, wovon ich bereits geschrieben habe und alle die dann im Markt investiert sind, werden “erhebliche Verluste” erleiden.

    Es ist nicht auszuschließen dass noch kleine Rallys stattfinden, allerdings ist die Richtung klar vorgegeben und die zeigt nicht nach oben. Die große Frage ist, ob die FED dann abermals mit einem Billionenabwurf etwas retten kann. China hat sich bereits als Kreditgeber distanziert und andere sind nicht in Sichtweite.

    Gleichen Sie einfach die Realität mit den Nachrichten ab und entscheiden Sie selber was Sie tun wollen, ich für meinen Teil gehe ganz fest von einem sehr heftigem Bums aus.

    Carpe diem

    Wie immer ist das nur meine Meinung und keine Anlagempfehlung. Bei Fragen zu Ihrem Aktiendepot, fragen Sie Ihren Friseur oder Taxifahrer

    Quelle: http://www.infokriegernews.de/wordpress ... cheinlich/
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