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Thema: Das Bewusstsein des Menschen

  1. #71
    Moderator Avatar von Constantin Crusher
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    Zitat Zitat von zottel Beitrag anzeigen


    Das kann nicht allgemeingültig zutreffen, denn niemand von uns hatte so etwas jemals trainiert.

    LG
    zottel
    Nein um das intuitiv zu tun ist kein Training notwendig
    Ich spreche vom steuern des Ganzen
    Stone ich verstehe was du meinst.
    Geht mir genauso.
    Deswegen bin ich nicht immer der "beliebteste".
    Ich kann nicht lügen.
    Eigentore kommen bei mir auch öfter vor
    Ich kann mich für eine Zeit lang komplett "abschotten", beziehungsweise negative emotionen "abblocken".

    Zitat Zitat von Stone
    bzw ich manche Menschen was "sagen" kann... allerdings genau so wie Du sagst nicht gesteuert
    üben üben üben Klappt aber auch dann nicht immer...ich würde sagen ich bin bei 30%
    „Ich bin gekommen um Sie an etwas zu erinnern... Etwas das Sie früher wussten.“
    (Inception)

    http://constantin-crusher.blogspot.com/

  2. #72
    Moderator Avatar von Aaljager
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    Diese Experimente sind nicht immer gut für den Ausübenden, denn ab einem gewissem Level werden nicht nur Emotionen, Schmerzen und teilweise Gedanken übernommen, sondern auch Körperlichekräfte in grossen Mengen benötigt. Und dazu kommt die enorme Schwierigkeit sich vor diesen Verbindungen wieder zu verschliessen, auf längere Dauer kann sowas massiv Schäden verursachen (ich weis was ich da schreibe, mich haben diese Dinge auf Dauer fast umgebracht). Ich selber vermute Unser Gehirn ist zwar noch immer rudimentär in der Lage diese Kräfte zu aktiviren aber da Wir nur relativ geringe Bereiche des Gehirns wirklich nutzen können, werden diese Bereiche massiv überlastet (dies vermute ich Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen).
    Wie ja schon mehrfach geschrieben ist die Steuerung nur sehr schwer möglich, ich kann jedoch sagen je mehr Übung man selber Besitzt, desto besser wird es. Beste Bsp. sind die Jogis welche durch jahrelanges Training zu erstaunlichen dingen in der Lage sind. Aber bis dahin vergleiche ich es wie den Versuch einen wildgewordenen Stier, nur mit den blossen Händen wieder unter Kontrolle zu bekommen.

    Sorry wenn der Text ein wenig durcheinander erscheint aber mich machen diese Vorgänge noch heute nervös und ich mache sowas seid knapp 30 Jahren mehr oder weniger intensiv mit.

  3. #73
    Erfahrener Benutzer Avatar von zottel
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    Nein um das intuitiv zu tun ist kein Training notwendig
    Ich spreche vom steuern des Ganzen
    Entschuldige, ich hatte dich dann falsch verstanden. Dachte du meintest das allgemein.
    (Vom Trainieren solcher Dinge halte ich persönlich wenig. Zum rechten Zeitpunkt wird einem das gegeben, wozu wir auch in der Lage sind mit umzugehen und zu verarbeiten. Training ist immer bewusstes Forcieren und somit im gewissen Sinne auch ein Zwang; wir versuchen dann einen Zustand aufrecht zu erhalten oder zu erreichen, der auf natürlichem Wege "jetzt" gerade nicht statt finden würde. Für alles gibt es Gründe, auch dafür, weshalb wir noch nicht so weit sind.)



    Keine Möglichkeit Zottel, sondern eine Alltäglichkeit. Zumindest für mich.

    Ich bins eigentlich schon irgendwie gewohnt das mein gegenüber schlecht drauf ist...wenn mal wer gut gelaunt
    daherkommt merk ich das sofort....

    Und auf Deine Frage hin. Ja ich fange manche Emotionen auch ohne blickkontakt hin auf
    Manchmal aber meistens wie gesagt negative Emotionen.
    Ah, okay, also mehr Emphatie (du kannst fühlen, was jemand anders empfindet. Telepathie: du erfasst die Gedanken des anderen). Wenn deine entwickelte Feinfühligkeit dich irgendwann zu sehr belastet, wirst du normalerweise automatisch lernen, dich etwas davon zu distanzieren, also dies nicht mehr so dicht an dich heranzulassen. Ich denke, dass sich sehr viele Menschen nicht sehr wohl fühlen, nach außen jedoch das Gegenteil versuchen zu transportieren. Das macht ihren Gesamtgemütszustand nicht besser. Und wenn man sich die Welt anschaut, wieviel schief läuft, ist es durchaus verständlich, dass die Masse der Menschen einen Emotionszustand eingenommen hat, der eher als negativ eingestuft werden kann.

    Bei uns passierte z.B. als erstes folgendes:

    Ich war zu Fuß nach Hause unterwegs. Auf dem Weg nach Hause verarbeitete ich gedanklich einige Erlebnisse der letzten Tage und machte plötzlich eine wichtige Erkenntnis. Frau S. (ich möchte sie hier einmal so nennen), die ca. 600 km von mir entfernt lebt, befasste sich gedanklich gerade mit den gleichen Geschehnissen, was ich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht wissen konnte.
    Frau S. versuchte mich unterdessen dringend anzurufen. Ganz plötzlich wusste ich dies und sagte in Gedanken zu S.: "Du rufst mich gerade an."
    S. ließ zwei mal das Telefon durchklingeln. Gedanklich sagte ich zu S. (es waren aber zu diesem Zeitpunkt eher scherzhafte Gedanken meinerseits, denn wir wussten dort noch nicht, dass wir begannen, miteinander gedanklich zu kommunizieren.): "Ich rufe gleich zurück." (An dieser Stelle dachte ich noch kurz, dass ich wohl meinen Verstand verliere)
    S. legte ungeduldig das Telefon auf und sagte "zu sich selbst": "Ich weiß, du rufst gleich an."
    Ich lachte, weil ich S. bildlich vor mir sah (ich glaubte es zumindest), wie sie den Hörer bei sich wieder auflegte und ich wusste, sie würde nun auf meinen "Rückruf" warten.
    Als ich dann zu Hause angekommen war, wählte ich sofort S. Telefonnummer. Das erste, was ich sagte, war: "Du wolltest, dass ich dich anrufe."
    "Ja, wurde auch Zeit, aber woher weißt du das?", meinte S.
    Erst im späteren Gespräch und einer genauen Analyse, erkannten wir, dass sich etwas Telepathisches zwischen uns abgespielt hatte.
    Das war unser erstes "leises" telepathisches Erlebnis.

    LG
    zottel
    "Immer weigere ich mich, irgendetwas deswegen
    für wahr zu halten,
    weil Sachverständige es lehren, oder auch,
    weil alle es annehmen.

    Jede Erkenntnis muss ich mir selbst erarbeiten.
    Alles muß ich neu durchdenken, von Grund auf,
    ohne Vorurteile."


    Albert Einstein (1879-1955)

  4. #74
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    Zitat Zitat von Aaljager Beitrag anzeigen
    Diese Experimente sind nicht immer gut für den Ausübenden, denn ab einem gewissem Level werden nicht nur Emotionen, Schmerzen und teilweise Gedanken übernommen, sondern auch Körperlichekräfte in grossen Mengen benötigt. Und dazu kommt die enorme Schwierigkeit sich vor diesen Verbindungen wieder zu verschliessen, auf längere Dauer kann sowas massiv Schäden verursachen (ich weis was ich da schreibe, mich haben diese Dinge auf Dauer fast umgebracht).
    Deswegen ist es wichtig das "verschließen" zu trainieren.
    Ich würde nicht sagen, dass es zwangsläufig schlecht für den Ausübenden ist.
    Man muss das richtige Mass finden.
    Dafür muss man an seine körperlichen Grenzen stoßen.
    Dafür muss der Akku auch mal fast leer sein.

    Zitat Zitat von Zottel
    Zum rechten Zeitpunkt wird einem das gegeben, wozu wir auch in der Lage sind mit umzugehen und zu verarbeiten. Training ist immer bewusstes Forcieren und somit im gewissen Sinne auch ein Zwang; wir versuchen dann einen Zustand aufrecht zu erhalten oder zu erreichen, der auf natürlichem Wege "jetzt" gerade nicht statt finden würde. Für alles gibt es Gründe, auch dafür, weshalb wir noch nicht so weit sind.)
    Es kommt immer schubweise.
    Aber wenn wie du schon sagst der rechte Zeitpunkt da ist, dann darf man auch mal trainieren.
    Wenn diese Phase vorbei ist, muss man sich und seinem Geiste eine Pause zugestehen.
    Ansonsten ist es ein Zwang wie du schon sagst und alles mit Zwang und Gier ist nicht gut.
    Geändert von Constantin Crusher (14.10.2012 um 12:21 Uhr)
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  5. #75
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    Sorry hatte es wohl ein wenig zu hart ausgedrückt zwangsläufig schlecht ist sowas def. nicht, man lernt ungeheuer vieles dabei. Vorallem über einen selber und andere aber es ist immer ein Gratwanderung, denn eines habe ich im Laufe der Zeit gelernt nicht alle finden es toll, wenn Sie bemerken welche Möglichkeiten man besitzt.

    Und ja das Erlernen des Abschottens ist enorm wichtig ohne diese Möglichkeit wird man schnell überlastet und dann beginnt ein eher negativer Effekt (ein paarmal ist sowas noch harmlos aber wenn es dauernd auftritt, dann ist schnell die Grenze überschritten). Ich selber hatte das Problem aufgrund meiner Art zu Leben und vorallem das Fehlen gewisser Filter im Gehirn, schon seid frühester Jugend ständig am Limit operiert zu haben. Auf Dauer hat dieses zu massiven Problemen geführt, ich musste ein Verschliessen erst lernen und so erstaunlich es klingt aber erst durch den totalen Zusammenbruch meiner Gesundheit (welche im Krebs gipfelte), habe ich den Schlüssel zum abriegeln gefunden.

  6. #76
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    Veröffentlicht am 04.12.2012




    Der Mensch kann zwar tun was er will- aber er kann nicht wollen was er will.
    Der Homo sapiens sapiens ist auch nur ein Computer. Auf ihm ist die Software Soziologie
    installiert und angesteuert wird er von den Programmieren über die Schnittstelle Massenmedien.
    Der Mensch ist ein Auslaufmodell. Er ist unfähig sich von seiner Hauptbatterie die immer neue Erfindung von Feindbildern zu verabschieden. So ist Krieg bis heute ein wesentlicher Bestandteil um " Fortschritt " zu generieren. Obschon und dieser Fortschritt uns kollektiv in den Abgrund führt. Der Mensch kann nicht wider seiner Grundprogrammierung handeln und wird aussterben wie die Dinosaurier.









  7. #77
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    Moin
    da gibts sicherlich auch ausnahmen!

    lg
    Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 – “Haftung für Links” hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch das Setzen eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Hiermit distanzieren ich mich ausdrücklich von den verlinkten Seiten, dafür sind ausschließlich die Urheber bzw. Betreiber verantwortlich.)

  8. #78
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    Lebe dein Leben so wie es dir gefällt, ohne daß du Jemandem etwas aufdrängst!

    Der, der nicht weiß, und nicht weiß, daß er nicht weiß, ist ein Narr - meide ihn.
    Der, der nicht weiß, und weiß, daß er nicht weiß, ist ein Kind - lehre ihn.
    Der, der weiß, und nicht weiß, daß er weiß, schläft - erwecke ihn.
    Doch der, der weiß, und weiß, daß er weiß, ist ein Weiser - folge ihm.

  9. #79
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    Unser BewusstSein – Platons Höhlengleichnis



    Höhlengleichnis ist das berühmteste Gleichnis Platons und sein bekanntester Text überhaupt. Im Höhlengleichnis lässt Platon Sokrates einen Dialog mit Glaukon über Menschen führen, die in einer unterirdischen Behausung eingesperrt sind.
    Das Höhlengleichnis steht am Beginn des siebten Buches der “Politeia”, welches Anfang des vierten Jahrhunderts v. Chr. entstanden ist.
    Die Menschen sind von Geburt an, an Stühle gebunden, so dass sie sich nicht bewegen können und nur in eine Richtung an die Höhlenwand vor ihnen zu sehen vermögen. Hinter den Gefesselten steht eine Mauer, oberhalb der ein Feuer brennt, welches die Höhle mit Licht versorgt. Hinter der Mauer tragen andere Menschen verschiedene Gegenstände und Statuen umher und sprechen manchmal auch dabei. Die Vorgänge sind für die gefesselten Zuschauer, außer allem Hörbaren, nur durch die Schatten an der Höhlenwand vor ihnen zu beobachten, die durch die Gegenstände und das stets brennende Feuer verursacht werden.
    In der Höhle gibt es auch einen Eingang zum Licht, der über einen steilen, holprigen Aufstieg zu erreichen ist. Der Dialog den Platon zwischen Sokrates und Glaukon führen lässt, handelt von der Vorstellung was passieren würde, wenn einer der Gefesselten befreit werden würde und dazu gezwungen werden würde sich in der Höhle umzusehen, ins Feuer zu schauen, durch den Eingang ins Licht zu treten und ihn so mit einer, ihm fremden Realität zu konfrontieren.
    Platon lässt Sokrates die Frage aufstellen, wie der Betroffene reagieren würde und ob er die neue Realität auch wirklich als die Ursprüngliche anerkennen könnte oder ob für ihn die Schattenwelt in der Höhle mehr die Wirklichkeit darstellt? Und wenn der Befreite nun in seiner neuen Welt nach und nach immer besser zu recht kommen würde und sich über seinen erweiterten Horizont erfreuen kann, wie würde er dann an seine Welt der Schatten zurückdenken, bzw. könnte er sich wieder dort einleben und sich orientieren?
    Die Abbildung des Höhlengleichnisses ist in sechs Bereiche, nach Platon in eine Art Bewusstseinsstadien untergliedert. Nach Platon steht das Höhleninnere für den Bereich des Sichtbaren und die Gegend außerhalb für den Bereich des Denkbaren. Das Feuer in der Höhle steht für die Sonne. Die Sonne selbst steht für die “Form des Guten”, wie es Platon in seinem Sonnengleichnis darstellt. Das Sehen in der Höhle entspricht dem Meinungsbild aufgrund von Sinneswahrnehmungen und das Sehen außerhalb der Höhle entspricht der Tätigkeit des erweiterten, abstrakten Denkens.
    Die Spiegelbilder außerhalb der Höhle stehen für die Mathematik, die nach Platon eine Grundbedingung für philosophisch abstraktes Denken ist. Die Sonne, sprich die “Form des Guten” ist im Höhlengleichnis auf der höchsten Stufe angeordnet und sie kann erst am Ende eines langen schmerzvollen Weges erreicht werden. Für Platon ist diese Stufe auch nicht jedem vergönnt.
    Die Menschen stehen im Höhlengleichnis nach Platon nicht für die Menschen selbst, sondern für die Seelen der Menschen, die ihren Grad der Erkenntnis innerhalb seines Gleichnisses selbst wählen können. Platon stellt dar, dass es zum menschlichen Leben gehört, immer nur auf einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit fixiert zu sein und er fragt sich, wo die Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis liegen.
    1. Phase: Beschreibung der Gefangenen durch Sokrates (“Politeia”106a, 1. Absatz)
    Das Leben in der Höhle kann man als das gewöhnliche Dasein interpretieren. Der Mensch wird geboren, er wächst in einen geschlossenen Raum auf, er lebt in einen geschlossenen System und er ist nie über die Grenzen seiner Behausung hinausge-kommen, er hat also nie irgendetwas anderes zu Gesicht bekommen außer seinem Alltagstrott. Er fühlt sich in seiner Welt wohl, was ja auch kein Wunder ist, da er ja überhaupt nichts kennt, was er mit dem vergleichen könnte was ihm geläufig ist.
    Wie sollte er auch wissen, dass es neben seiner Welt noch eine größere Wirklichkeit gibt, eine Außenwelt, die außerhalb seiner Vorstellungskraft liegt, die er vermissen könnte, wenn er sie sehen könnte. Wie sollte er sie sehen können, der Unwissende ist ja in seiner eigenen kleinen Behausung, seiner dunklen Realität gefesselt. Er kennt nur die Schatten der Wirklichkeit und hält das, was er mit seinen Sinnen wahrnehmen kann, für das ultimative, das Seiende.
    2. Phase: Entfesselung (“Politeia”106a, 2. Absatz)
    Man muss sich das selbst einmal vorstellen. Man ist sein ganzes Leben lang gefesselt und empfindet es als “Normal” auf einen Stuhl in einer dunklen Höhle gebunden zu sein ohne überhaupt zu wissen was eine Höhle ist. Plötzlich kommt nun ein völlig unbekanntes Wesen, bindet einen los und zwingt einen sich zu bewegen und die Augen vor dem Licht des Feuers zu öffnen.
    Was würde man empfinden, wenn nicht Angst vor dem Unbekannten, vor dem was man sein Leben lang noch nie zu Gesicht bekommen hat? Man weiß ja noch nicht mal, wie man selbst aussieht. Was würde man empfinden, wenn nicht Schmerz? Man hat ja bis dato noch nie einen Fuß vor den anderen gesetzt, die Muskeln sind zurückgebildet und man ist völlig steif. Was würde man empfinden, wenn nicht Verwirrung? Man soll sich auf einmal bewegen – warum? Was will das fremde Wesen von einem? Was geschieht mit einem selbst?
    Schließlich würde man dann beginnen, all das was man kennt, seine eigenen Er-kenntnisse, in Frage zu stellen und nach einer anderen Wahrheit fragen wollen. Aber würde man diesem fremden Wesen wirklich bedingungslos folgen und ihm glauben oder vielleicht nicht eher, wie Platon es beschreibt, zu seinem beschränkten, vertrauten Horizont zurückkehren wollen? Nach Platon kann die erste Reaktion nur eine Flucht in die Geborgenheit sein, da die Entfesselung, die schmerzvollen Bewegungen und die ersten Blicke ins grelle Feuer nur als lebensfeindliches Chaos erscheinen würde. Deshalb kann man meiner Meinung auch nicht von einer Befreiung des Menschen sprechen, den er will zuerst gar nicht befreit werden.
    3. Phase: Vorgang des Hinaufsteigens zum Licht (“Politeia”106b, oberer Teil)
    Der Entfesselte will seinen Ort der Geborgenheit zuerst nicht verlassen und das für ihn fremde Wesen, muss ihn mit Gewalt zwingen, den unebenen Weg aus der Höhle hin zur Außenwelt des Lichts zu überwinden und den beschwerlichen Weg der Erkenntnis zu gehen, der ihm noch mehr Schmerzen und Leid bereiten wird. Der Mensch steht am Ende dieses Weges am Eingang zum Licht. Dieses Licht brennt ihm in den Augen und er richtet seine Blicke zuerst nur auf die Erde, denn er ist von all dem Grellem, Neuem zunächst verblendet.
    Mit der Zeit aber, sieht er alles neu und mit anderen Augen. Er sieht die Spiegelungen des Himmels im Wasser und bei Nacht können seine Augen schon den Sternenhimmel er-kennen. Er fängt an Ideen über die Zusammenhänge zu bekommen, er begreift, dass Spiegelungen in seiner ehemaligen Welt der Schatten nur Abbilder der originalen Welt waren. Der Entfesselte entdeckt nun für sich, dass alles was er bisher zu wissen glaubte, einem Nichtwissen gleich kommt und er denkt mit Mitleid an seine ehemaligen Leidens-genossen zurück. Der Mensch ist nun auf der Stufe der Wahrheit angelangt, er ist nach Platon im denkbarem Raum.
    4.Phase: Anblick des Lichts und Hinabstieg in die Höhle
    Mit der entgültigen Gewöhnung der Augen an das Licht, richtet der Mensch seine Blicke nur auf die originale Welt, auf die Urheber der Spiegelungen im Wasser und schließlich ist er bereit direkt in die Sonne zu schauen und nach Platon die “Form des Guten” zu erkennen. Der Mensch kann nun die Sonne als die Quelle allen Lebens erkennen und die Zusammenhänge auch deuten.
    Für mich persönlich, liegt es in der Natur des Menschen gesammeltes Wissen weiterzu-tragen. Der Mensch in Platons Höhlengleichnis spürt eben auch jenen Drang sein Wissen weitertragen zu müssen und er sucht den Weg zurück in die Höhle zu seinen unwissenden Brüdern. Dieser Weg ist ähnlich schwierig und schmerzvoll wie sein Aufstieg und er ist zuerst orientierungslos und kann sich nicht in der Dunkelheit des Nichtwissens zurechtfinden, die er selbst einmal als absolute Wirklichkeit ansah.
    Seine Brüder in der Höhle werden ihn auslachen und abwehren, denn das was er zu berichten hat übersteigt ihren Horizont. Platon vertritt an dieser Stelle auch seine Meinung über Bücher und sonstige schriftliche Lehrmittel. Er ist der Ansicht, nur dann nachhaltig lernen zu können, wenn man selbst erlebt. Im Höhlengleichnis geht Platon sogar soweit zu sagen, seine Brüder würden ihn töten, falls sie die Möglichkeit dazu hätten, da sie die neuen Erfahrungen des Entfesselten nicht als Wahr erkennen könnten, weil sie sie nicht selbst erlebt haben.
    Der Mensch wiederum wird nicht aufgeben das Erfahrene weitergeben zu wollen…
    „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ … Wissen um das Nichtwissen initiiert damit einen dialektischen Weg, der zum wissenden Nichtwissen der absoluten Transzendenz („das Übersteigen“, ist in der Philosophie und Theologie die Bezeichnung für die Eigenschaft, jenseits des Bereichs der sinnlichen Erfahrung und ihrer Gegenstände und von ihm unabhängig zu sein) führt.
    Es wird Zeit in vollem BewusstSein die Fesseln zu durchtrennen, auf ein “Wesen” zu warten ist fatal. Jeder persönlich ist in der Lage sein Schicksal zu gestalten, die Welt zu verändern, doch dafür muss erst die Schattenwelt und Angst überwunden werden.
    Sitzen und auf Erlösung zu hoffen, daran zu glauben, ist genau das, was die Matrix uns in der Höhle über Jahrtausende und Generationen eingeimpft hat.
    Eines ist gewiss, die Höhle wird erbeben, doch nur wer überleben will wird auch den Weg aus der Höhle wagen. Schnipp schnapp – Fesseln ab!


    Das Höhlengleichnis

    Quelle

    LG Angeni

  10. #80
    Wachsam
    Gast

    Wie unser Bewusstsein „Wirklichkeit schaltet" -

    Dr. Ulrich Warnke im Gespräch

    Wie steuert der Geist den Körper? Weshalb wirkt der Placebo-Effekt? Welche Chancen liegen im bewussten Träumen? Der saarländische Biologe und Quantenphilosoph Dr. Ulrich Warnke ist überzeugt davon, dass in der Verbindung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und alter Weisheitslehren der Schlüssel zu vielen Geheimnissen des menschlichen Seins liegt. Im GralsWelt TV Interview spricht er über die Mechanismen, die aus dem „Meer aller Möglichkeiten" durch unser Bewusstsein unsere persönliche Wie unser Bewusstsein „Wirklichkeit" generieren.



    LGW

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