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Thema: Atomkraft - Nein Danke !!!

  1. #141
    Redakteur Avatar von Angeni
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    AW: Atomkraft - Nein Danke !!!

    AKW Mühleberg wegen einer Störung abgeschaltet

    Im AKW Mühleberg ist es am Mittwochmorgen zu einer automatischen Schnellabschaltung
    des Reaktors gekommen. Die Ursache der Störung wird abgeklärt.

    Auslöser der Schnellabschaltung des Reaktors war eine Störung im Überwachungssystem der Dampfleitungen zu den Turbinen des Kraftwerks, wie die Betreiberin BKW mitteilte. Die Anlage habe sich «auslegungsgemäss» verhalten, der Reaktor sei sicher, und es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung und die Umgebung. Nach Behebung der Störung und der Zustimmung der Atomaufsicht Ensi, werde die Anlage wieder angefahren.



    Beznau 1 geht in die Verlängerung

    Die Einschlüsse im Stahl des Reaktordruckbehälters von Beznau 1 haben sich als harmlos erwiesen. Die Atomaufsicht gibt grünes Licht. Die Axpo will die Anlage Ende März wieder auf Volllast bringen und peilt eine Betriebsdauer von 60 Jahren an.
    Weiterlesen



    Kritik an der Riss-Prüfung im AKW Mühleberg


    Die BKW hat 2016 kein weiteres Wachstum der Risse im AKW-Kernmantel entdeckt.
    Dieser wurde aber auch nicht umfassend geprüft, wie AKW-Gegner kritisieren.
    Weiterlesen






    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  2. #142
    Moderator Avatar von Aaljager
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    AW: Atomkraft - Nein Danke !!!

    Wie immer das gleiche Spiel der Kommerz obsiegt aller Bedenken. Es gab mal einen Film der solch ein Szenario beschrieb: "Die Wolke" ein erschreckendes Szenario was leider wohl zur Wahrheit kommen muss bevor sich etwas ändern wird.

  3. #143
    Erfahrener Benutzer Avatar von green energy
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    AW: Atomkraft - Nein Danke !!!

    Zitat Zitat von Aaljager Beitrag anzeigen
    Wie immer das gleiche Spiel der Kommerz obsiegt aller Bedenken. Es gab mal einen Film der solch ein Szenario beschrieb: "Die Wolke" ein erschreckendes Szenario was leider wohl zur Wahrheit kommen muss bevor sich etwas ändern wird.
    Hallo @Aaljager,
    das sind ja "NUR" die normalen Alltag Wehwechen!
    Was passiert jedoch mit den Kraftwerken, wenn es wirklich zu einer Árt Bürgerkrieg oder einem globalen Finanzcrash kommt???
    Wenn alles zusammenbricht, wer fährt diese Zeitbomben geordnet herunter???
    Das geht bei den Atomkraftwerken nicht so einfach mit NUR den Netzschalter umlegen! ... wie bei einem normalen Kalorischen- oder Wasserraftwerk!

    Gibt es für so einen Fall überhaupt Notfalls-Trupps, die auch genügend technisches Verständnis besitzt um das auszuführen???

    LG

  4. #144
    Moderator Avatar von Aaljager
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    AW: Atomkraft - Nein Danke !!!

    Ich glaube dazu solltest mal" Blackout" von Marc Elsberg lesen (falls Du es nocht getan hast) zwar ein anderes Themengebiet aber was AKW´s angeht sehr interessant, weil sehr treffend beschrieben.

  5. #145
    Redakteur Avatar von Angeni
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    AW: Atomkraft - Nein Danke !!!

    Zitat Zitat von Aaljager Beitrag anzeigen
    Wie immer das gleiche Spiel der Kommerz obsiegt aller Bedenken. Es gab mal einen Film der solch ein Szenario beschrieb: "Die Wolke" ein erschreckendes Szenario was leider wohl zur Wahrheit kommen muss bevor sich etwas ändern wird.
    Tschernobyl & Fukushima waren auch nicht grad ein Schleierwölklein...
    Aber den Film kenne ich noch nicht.
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
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    - Angeni

  6. #146
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    Frankreich: Ein Land versinkt im nuklearen Abfall

    Frankreichs Atompolitik ist eine Sackgasse. Sie führt zu einer Vielfalt von nuklearen Abfalltypen. Die bestehenden Lager sind voll. 58 Reaktoren beliefern die Französische Republik mit Strom. Nach der Katastrophe von Fukushima wurden sie im Rahmen von europaweiten Kontrollen überprüft. Das Ergebnis: Alle Reaktoren fielen negativ auf, jeder wies grössere Mängel auf. Selbst das beste französische Kernkraftwerk lag mit fünf Rügen weit unter dem europäischen Schnitt. Umweltverbände kritisierten den «Stresstest» der Anlagen, dieser habe grösstenteils nur auf dem Papier stattgefunden.
    Auf Frankreichs Druck wurden in der gesamten EU nur 38 von 134 Kernkraftwerken inspiziert. Acht weitere Anlagen kamen dazu – nachdem es heftige Kritik gegeben hatte. Zusammen mit Grossbritannien ist Frankreich auch dafür verantwortlich, dass terroristische Anschläge und Cyberattacken aus dem Prüfkatalog gestrichen wurden. Erneut hagelte es Kritik.

    2015 schienen sich die französischen Behörden zu besinnen. Sie erliessen ein Energiewendegesetz, mit dem der Anteil an Strom, der aus Kernkraftwerken gewonnen wird, bis 2025 von 75 auf 50 Prozent gesenkt werden sollte. Ein Ziel, das deutlich verfehlt wird. So gab Umweltminister Nicolas Hulot im November 2017 bekannt, der Teilausstieg aus der Atomenergie müsse um bis zu zehn Jahre nach hinten verschoben werden. Dies, weil es bislang keine klare Strategie gebe, wie die Reduktion des Atomstroms erreicht werden könne.

    Frankreich hat den Atomausstieg verschlafen, dabei ist es im weltweiten Vergleich das Land mit dem höchsten prozentualen Anteil an erzeugtem Atomstrom.
    Behörden vermehren Typen der radioaktiven Abfälle
    Die Abhängigkeit Frankreichs von Atomstrom führt zu weiteren – teils kuriosen – Problemen. So verpasste sich Frankreich im Jahr 2006 per Gesetz eine Wiederaufbereitungspolitik. Im Gesetzestext sind radioaktive Stoffe als Stoffe deklariert, «bei denen ein späterer Gebrauch nach einer Behandlung vorgesehen ist». Damit hatten sich die französischen Behörden auf den Standpunkt gestellt, dass die Wiederaufbereitung von gebrauchten nuklearen Brennstoffen der einzige Weg ist und das eines Tages alle gebrauchten Brennstäbe wiederverwertet werden.
    «Bis jetzt reichte es beinahe aus, zu versprechen, man werde die Brennstoffe wiederverwerten», sagt Yves Marignac, Direktor der von den Stromkonzernen unabhägigen WISE-Paris gegenüber «reporterre». «Dann werden die Brennstoffe als wertvoller Stoff angesehen.» Yannick Rousselet, Kampagnenbeauftragter «nuklear» bei Greenpeace ergänzt: «Das macht weder ökonomisch noch ökologisch Sinn.» Denn dafür bräuchte es eine Lösung, mit welcher das Material lange und in grösstmöglicher Sicherheit gelagert werden kann. Ein Problem, an dem sich die Behörden die Zähne ausbeissen.
    Bei der Wiederaufbereitung und Umwandlung von atomaren Brennstoffen entstehen neue, hochgiftige Stoffe, die nicht mehr verwertet werden können. Mit der Installation der Wiederaufbereitungsindustrie vermehrten die französischen Behörden die unterschiedlichen Typen der radioaktiven Abfälle. Auch deshalb ist die Frage der radioaktiven Abfälle in Frankreich unüberschaubar geworden. Dazu kommt, dass die französischen Behörden und die involvierten Firmen lieber im Geheimen verhandeln, eine öffentliche Debatte findet – mangelnds Information – kaum statt.
    Beispiel La Hague: Frankreichs Zwischenlager sind voll

    weiter hier: https://www.infosperber.ch/Artikel/U...klearen-Abfall
    Ist das nicht dieses kleine Land direkt neben Frankreich?

    Belgien verteilt Jod-Tabletten zum Schutz bei Atomunfall

    Quelle: https://webcache.googleusercontent.c...ient=firefox-b
    Liebe Grüße
    Geändert von AreWe? (12.03.2018 um 08:33 Uhr)
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  7. #147
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    Nuklearenergie Weltweit werden dutzende neue Atomkraftwerke gebaut

    Derzeit werden weltweit 50 neue Atomkraftwerke gebaut. 150 weitere sind in Planung.

    Weltweite Atomkraftwerke. (Grafik: International Nuclear Safety Center at ANL)

    Der Kernenergie-Sektor war in den vergangenen Jahren aufgrund mehrerer Faktoren mit ernsten Herausforderungen konfrontiert: der Konkurrenz durch niedrige Gaspreise, subventionierter erneuerbarer Energien und einem langsamen Wachstum bei der Stromnachfrage in bestimmten Märkten. Allerdings gibt es nach einem Bericht von World Nuclear News zufolge Anzeichen dafür, dass der Kernenergie-Sektor im aktuellen Jahr ein Wachstum verzeichnet.
    Mehrere Atomkraftwerke sind in den USA vorzeitig geschlossen worden, und weitere Stilllegungen wurden angekündigt. Doch die Schließungen der Atomkraftwerke hätten zu höheren Emissionen und höheren Strompreisen geführt.

    Weltweit werden derzeit 50 neue Atomkraftwerke gebaut. Der Bau von 150 weiteren Atomkraftwerken ist in Planung. Im aktuellen Jahr sollen 14 neue Atomkraftwerke in Betrieb genommen werden.

    Einige der wichtigsten Anlagen der neuen Generation, wie der AP1000 von Westinghouse und der EPR von Framatome, werden sollen in China in Betrieb genommen werden.
    Der erste von vier APR1400-Reaktoren in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), der von Koreas Kepco gebaut wurde, steht kurz vor der Fertigstellung.

    Umstrukturierung des Atomkraft-Sektors
    Unterdessen haben sich einige der größten Akteure im Kernenergie-Sektor neu organisiert, um den globalen Markt anzugehen.
    Die Umstrukturierung der ehemaligen Areva in Framatome und Orano ist abgeschlossen. Zu Beginn des Jahres übernahm die staatliche französische Stromgesellschaft Electricite de France SA (EDF) 75,5 Prozent der Anteile an Framatome, die zuvor eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Areva gewesen ist. EDF ist der weltweit größte Atomkraftwerk-Betreiber. Framatome ist im Bereich des Baus und der Instandhaltung von Atomkraftwerken aktiv. Orano ist hingegen in allen Gebieten des nuklearen Brennstoff-Kreislaufs aktiv. Das Unternehmen wird sich künftig auf die Bereiche Uran-Anreicherung, Recycling und Stilllegung zu konzentrieren.
    Brookfield Asset Partners aus Kanada hat im Januar 2018 angekündigt, die insolvente Firma Westinghouse Electric Company zu kaufen. Die Kaufsumme soll sich nach Angaben des englischsprachigen Diensts von Reuters auf 4,6 Milliarden Dollar belaufen. Die Transaktion wird voraussichtlich im dritten Quartal abgeschlossen – erfordert jedoch die Genehmigung der Aufsichtsbehörden und des US-Konkursgerichts.
    Die China National Nuclear Company (CNNC), Chinas zweitgrößter Atomreaktor-Besitzer, fusionierte unterdessen mit der China Nuclear Equipment Company (CNEC). Im Januar 2018 gründeten China und Frankreich das gemeinsame chinesisch-französische Recherche-Zentrum für Kernfusion, so NBN.Media.

    Deutschland und Frankreich

    Kernenergie ist nach Angaben von World Nuclear News die größte Quelle für emissionsfreien (Strahlung ist also keine Emission!) Strom in den USA, der EU, Südkorea und anderen Ländern. Die Emissionen pro Kopf seien in Frankreich wesentlich niedriger als in Deutschland, weil Frankreich 75 Prozent seines Stroms über seine Atomkraftwerke beziehe.

    World Nuclear News wörtlich: “Nach Ansicht von Experten ist es für eine große Volkswirtschaft praktisch unmöglich, ein zuverlässiges, kohlenstoffarmes Netz ohne Kernenergie zu haben. Die Deutschen lernen diese Lektion auf die harte Tour”.
    Diese Kritik äußert auch The Economist (also Rothschild sagt!): “Deutschland hat ungewöhnlich große Fehler gemacht. Langfristige Subventionen für Solarparks auszugeben, war unklug; Atomkraft so schnell abzuschaffen ist verrückt”. In Deutschland sei ignoriert worden, dass Wind- und Sonnenenergie überproportional hohe Kosten im gesamten Energiesystem verursachen, während der Nutzen im Verhältnis gering bleibe.

    Quelle: https://webcache.googleusercontent.c...ient=firefox-b
    Vg/. Okay. How does radiation affect living
    organisms?

    x\. In general, ionizing radiation affects living
    organisms in a destructive manner. It causes, as it
    goes through the cells of living organisms, the ripping away of
    electrons from the molecules or atoms in which they are
    present and thus altering those atoms and molecules to some
    other form.
    In addition to ripping away electrons from atoms and
    molecules, it can often displace electrons from one energy
    state in the molecule to another. All of these have the effect of
    altering the naturally occurring substances in a biological
    organism.


    weiter im PDF: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j...sFyT1kP6ddeVav
    Fazit: Es gibt keinen harmlosen Toleranzwert! Das Risiko beginnt mit dem ersten zusätzlichen (zum natürlich vorhandenen!) Becquerel!

    LG
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  8. #148
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    AW: Atomkraft - Nein Danke !!!

    Mit neuen Reaktoren der Baureihe die hier beschrieben werden http://nuklearia.de/ die sinnvollste Lösung , ja
    Leider scheint es in Deutschland keinen zu interessieren!
    Auf eine Frage an Kernenergie Gegner,was denn passieren würde wenn jetzt 3 2 1 real alle Atomkraftwerke ausgeschaltet werden,
    warte ich heut noch auf Antwort

    lg Olaf
    Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 – “Haftung für Links” hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch das Setzen eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Hiermit distanzieren ich mich ausdrücklich von den verlinkten Seiten, dafür sind ausschließlich die Urheber bzw. Betreiber verantwortlich.)

  9. #149
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    AW: Atomkraft - Nein Danke !!!

    Moin Moin

    hier ein Video



    gruss

    Strom aus Atommüll: Schneller Reaktor BN-800 im kommerziellen Leistungsbetrieb

    Veröffentlicht am von Rainer Klute
    Von Dominic Wipplinger und Rainer Klute

    Strom aus Atommüll: Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe. Foto: Rosatom


    Seit dem 31. Oktober 2016 und damit gut einem Monat läuft Block 4 des russischen Kernkraftwerks Beloyarsk im kommerziellen Leistungsbetrieb. Es handelt sich um einen sogenannten Schnellen Reaktor vom Typ BN-800 mit einigen Eigenschaften, die ihn vom Gros der sonst üblichen Leichtwasserreaktoren abheben. Für das amerikanische Kraftwerkstechnikfachmagazins “POWER Magazine” waren diese Besonderheiten jüngst Grund genug, der noch jungen Anlage die Auszeichnung “Top Plant” zu verleihen.


    Ein wesentlicher Punkt, der zu dieser Entscheidung führte, ist die Fähigkeit des BN-800, nicht nur Uran, sondern auch Plutonium und die übrigen Transurane als Brennstoff zu nutzen. Diese hochradioaktiven und langlebigen Stoffe fallen beim Betrieb üblicher Kernreaktoren als Atommüll an und lassen sich dort nicht weiter verwerten. Allerdings enthalten diese Abfälle noch 96 Prozent der ursprünglich im Kernbrennstoff steckenden Energie, also fast alles. Schnelle Reaktoren wie der BN-800 sind in der Lage, diese Energie freizusetzen und Strom daraus zu gewinnen. Die bessere Brennstoffausnutzung führt zu viel weniger Reststoffen, die außerdem erheblich geringere Halbwertszeiten aufweisen und somit viel schneller abklingen.
    Russland will die Abfälle herkömmlicher Leichtwasserreaktoren reyclen und das Atommüllproblem innerhalb der nächsten Jahrzehnte mit Hilfe Schneller Reaktoren lösen. Fachleute nennen das Atommüll-Recycling auch das »Schließen des Brennstoffkreislaufs«. Der BN-800 ist für Russland ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg. Er zeigt, dass das Verfahren funktioniert – und zwar nicht nur im Labor oder mit einem Forschungsreaktor, sondern in einer industriellen Großanlage im kommerziellen Leistungsbetrieb mit einer planbaren und zuverlässigen Einspeisung von 800 Megawatt in das Stromnetz der Oblast Swerdlowsk.

    Geschlossener Brennstoffkreislauf mit thermischen Reaktoren und Schnellen Brütern. Quelle: Deutsche Nucleopedia


    Von Beloyarsk 4 versprechen sich die russischen Reaktorbauer wichtige Betriebserfahrungen für den Nachfolger des BN-800: Der BN-1200 soll eine um 50 Prozent höhere Leistung bringen, zugleich aber einfacher und preiswerter als der BN-800 sein und weiter gesteigerte Sicherheit bieten. Der erste der BN-1200-Reaktoren soll ebenfalls am Standort Beloyarsk entstehen; eine Entscheidung darüber wird 2019 erwartet und hängt von den Ergebnissen des BN-800 ab.
    Der Reaktorkern des BN-800 wird nicht mit Wasser gekühlt, sondern mit flüssigem Natrium. Anders als in gewöhnlichen Kernkraftwerken gibt es keinen Moderator, der die bei der Kernspaltung freiwerdenden Neutronen abbremst. Der BN-800 arbeitet mit schnellen, energiereichen Neutronen – daher die Bezeichnung »Schneller« Reaktor. Zwar sind weltweit eine ganze Reihe Schneller Reaktoren in Betrieb, doch ist Beloyarsk 4 nach Stilllegung des französischen Superphénix 1997 der leistungsstärkste und zusammen mit seinem Vorläufer BN-600 der einzige kommerziell betriebene Kernkraftwerksblock mit einem derartigen Reaktor. Der BN-600 steht als Block 3 ebenfalls im Kernkraftwerk Beloyarsk und ist bereits seit 1980 in Betrieb.
    Der BN-800 nutzt im Gegensatz zu den meisten gewöhnlichen Kernkraftwerken kein angereichertes Uran als Brennstoff, sondern Plutonium-Uran Mischoxid (MOX). In seiner gegenwärtigen Kernkonfiguration kommen Plutonium aus ehemaligen sowjetischen Kernwaffen sowie abgereichertes Uran zum Einsatz, das als Abfallprodukt bei Anreicherung und Wiederaufarbeitung anfällt. Damit soll der BN-800 den russisch-amerikanischen Abrüstungsvertrag (START) erfüllen, der auf beiden Seiten die Vernichtung von 34 Tonnen waffenfähigen Plutoniums vorsieht. Allerdings setzte Russland Anfang Oktober 2016 den START-Vertrag einseitig aus. Präsident Putin warf den USA vor, ihren Verpflichtungen nicht nachzukommen, da das Land die Herstellung von Plutonium-Uran Brennstoff aufgegeben habe.
    Wie es mit der Vernichtung des Waffenplutoniums in Russland weitergeht, ist noch unklar. Sie sollte sich eigentlich über die nächsten Jahre erstrecken. Jedenfalls kann der BN-800 wie erwähnt auch Plutonium aus den gebrauchten Brennelementen gewöhnlicher Kernkraftwerke als Brennstoff nutzen.
    Effektive Plutonium-Verwertung

    Als Schneller Reaktor kann der BN-800 Plutonium effektiver verwerten als ein gewöhnliches Kernkraftwerk mit thermischem Leichtwasserreaktor, in welchem die bei der Kernspaltung entstehenden Neutronen durch das auch als Moderator dienende Kühlwasser abgebremst werden. Beim Einsatz von Plutonium als Brennstoff in einem thermischen Reaktor wird nur ein Teil der Plutonium-239-Kerne gespalten. Ein anderer Teil wandelt sich durch Neutroneneinfang in Isotope wie beispielsweise Plutonium-240 oder Plutonium-242 um. Da Isotope mit gerader Massenzahl im thermischen Neutronenspektrum schlecht spaltbar sind, nimmt ihr Anteil immer weiter zu, bis sich das Plutonium nicht mehr für den Einsatz in thermischen Reaktoren eignet.
    Schnelle Neutronen hingegen neigen eher als thermische Neutronen dazu, Plutoniumkerne zu spalten, statt von ihnen absorbiert zu werden. Vor allem aber können sie auch die im thermischen Spektrum schlecht spaltbaren Isotope zerlegen. In einem Brennstoffkreislauf mit thermischen und Schnellen Reaktoren lässt sich das Plutonium daher vollständig verwerten. Die Plutoniumqualität verschlechtert sich im Schnellen Reaktor nicht weiter, sondern verbessert sich sogar. Im Idealfall kann man auf diese Weise das gesamte anfallende Plutonium verwerten, sodass am Ende kein Plutonium übrigbleibt, das endgelagert werden müsste.

    Kartogramm des BN-800-Reaktorkerns (Brenner mit Equilibrium-Brennstoffkreis) von innen nach außen:
    Neutronenquelle
    Steuerstäbe
    Innere Brennelemente
    Mittlere Brennelemente
    Äußere Brennelemente
    Abschirmelemente (Stahl)
    Brutelemente (DU)
    Reflektorelemente
    Abschirmelemente (Stahl)
    Borreflektorelemente
    Abgebrannte Brennelemente

    Quelle: Deutsche Nucleopedia



    Der BN-800 kann aber nicht nur vorhandenes Plutonium als Brennstoff nutzen, sondern auch neues Plutonium aus Uran-238 erbrüten. Natururan besteht fast vollständig aus Uran-238, genauer: zu 99,3 Prozent. Es ist ein Uran-Isotop, das von thermischen Neutronen nicht gespalten werden kann und daher in herkömmlichen Reaktoren fast nutzlos ist. Durch Neutroneneinfang wandelt sich ein Uran-238-Atom jedoch in ein gut spaltbares Plutonium-239-Atom um; man spricht von »Brüten«. Dieser Prozess ist an sich nichts Außergewöhnliches, findet in jedem normalen Kernreaktor statt und trägt durch die Spaltung der Plutonium-239-Kerne auch dort mit einem gewissen Anteil zur Gesamtleistung bei.
    Gegenwärtig ist der Kern des BN-800 für die Vernichtung des Waffenplutonium ausgelegt; er arbeitet als »Schneller Brenner«. In einer anderen Kernkonfiguration kann er aber auch mehr Plutonium erbrüten als er verbraucht (»Schneller Brüter«). Dadurch lässt sich letztlich das gesamte Uran-238 als Brennstoff nutzen, sodass aus einer gegebenen Menge Natururan über 100 mal mehr Energie als in konventionellen Kernkraftwerken gewonnen werden kann. Abgebrannter Brennstoff wird fast vollständig wiederverwertet, sodass als Abfall nur die mit überschaubaren Halbwertszeiten von weniger als 100 Jahren radioaktiven Spaltprodukte sowie geringe Mengen an Transuranen zurückbleiben. Hier dürften in Russland künftig auch bleigekühlte Schnelle Reaktoren wie der BREST-300 eine Rolle spielen.
    Geändert von thcok (13.03.2018 um 09:32 Uhr)
    Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 – “Haftung für Links” hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch das Setzen eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Hiermit distanzieren ich mich ausdrücklich von den verlinkten Seiten, dafür sind ausschließlich die Urheber bzw. Betreiber verantwortlich.)

  10. #150
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    AW: Atomkraft - Nein Danke !!!

    Zitat Zitat von thcok Beitrag anzeigen
    Mit neuen Reaktoren der Baureihe die hier beschrieben werden http://nuklearia.de/ die sinnvollste Lösung , ja
    Leider scheint es in Deutschland keinen zu interessieren!
    Auf eine Frage an Kernenergie Gegner,was denn passieren würde wenn jetzt 3 2 1 real alle Atomkraftwerke ausgeschaltet werden,
    warte ich heut noch auf Antwort

    lg Olaf
    Es gibt etwas sehr Wesentliches, was über Deinen Gedanken (und der Angst vor Stromlosigkeit?) steht!

    Deine Gesundheit und die der restlichen Menschen auf diesem Planeten!

    Und eines steht felsenfest: Die Eliten werden nicht darauf verzichten, weil sie das Zeugs für ihre diversen Zwecke brauchen!

    Du bist in diesem Punkt nicht zugänglich und vertraust nicht auf Intelligenz, Flexibilität, Überlebenswillen, etc. der Menscheit und siehst nur das kurzfristige Szenario, wo es Dir möglicherweise schlechter gehen könnte.

    LG
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