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Thema: Weltweite Regimeproteste und Auswirkungen

  1. #1
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    Weltweite Regimeproteste und Auswirkungen

    Auf der Strasse in Ägypten erschossen

    Folgendes Video der AP zeigt am Anfang eine schockierende Szene. Jugendliche werfen Steine auf Polizisten, plötzlich fällt ein Schuss und einer der jungen Männer bricht auf der Strasse zusammen. Wurde er von einem Scharfschützen der Polizei getötet?



    Ägypten von der Aussenwelt abgeschnitten

    Ägypten scheint vom Internet nach aussen und nach innen abgeschnitten zu sein. Seit Freitagmorgen 00:34 Uhr sind ca. 88 Prozent der ägyptischen Seiten nicht mehr erreichbar. Vorher wurden einzelne "unliebsame" Seiten wie Facebook und Twitter gesperrt, über die Demonstranten Infos ausgetauscht haben und was vorgeht berichteten. Jetzt ist das ganze Netz gesperrt. Der Polizeistaat versucht alles um den Massenprotest zu unterdrücken.

    An dieser Grafik von Arbor Networks sieht man wie die Internet-Aktivität massiv in den letzten 12 Stunden zurückgegangen ist.



    Ein Analyst von Renesys sagt, die den Zugriff auf das Internet beobachten, "jeder ägyptische Provider, jede Firma, Bank, Internet Cafe, Webseite, Schule, Botschaft und staatliche Behörde, die über die vier grossen ägyptischen ISPs ins Internet gehen, sind nun von der Welt abgeschnitten. Link Egypt, Vodafone/Raya, Telecom Egypt, Etisalat Misr und alle ihre Kunden und Partner sind nicht mehr auf Sendung".

    Der einzige Provider der noch funktioniert ist die Noor Group, bei dem alle 83 Router noch den Verkehr über Telecom Italia ermöglichen. Rensys sagt, um 22:34 UTC oder 00:34 Lokalzeit, haben sie den gleichzeitigen Verlust aller Zugänge auf ägyptische Netzwerke beobachtet. Praktisch alle ägyptischen Internetadressen sind nicht mehr erreichbar.

    Warum bildet die Noor Group eine Ausnahme? Rensys sagt, es ist ihnen nicht bekannt, aber die ägyptische Aktienbörse würde noch auf einer Noor-Adresse funktionieren.

    Agent Provokateure unterwegs

    Al Jazeera bestätigt, in einigen Armenvierteln von Kairo wurden von der Regierung angeheuerte Schläger dabei gesehen, wie sie Benzin über Autos schütteten um sie später anzuzünden. Damit wollen sie die Demonstranten als Feuer legende Chaoten hinstellen, um eine Ausrede zu haben gewaltsam gegen sie vorgehen zu können.

    In der vergangenen Nacht wurden hunderte politische Aktivisten in ihren Wohnungen verhaftet, was nach einer gross angelegten Operation aussieht. Fast alle Anführer der Muslimischen Bruderschaft sind eingesperrt.

    Nach Freitagsgebet findet die Grossdemonstration statt

    Der ägyptische Vertreter der Opposition, ehemaliger Generaldirektor der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) und Friedensnobel- preisträger (2005), Mohamed ElBaradei, warnte Präsident Hosni Mubarak heute, sein Regime wäre in den "letzten Atemzügen", während Zehntausende sich für eine Grossdemonstration am vierten Tag der Proteste gegen die Regierung sich versammeln.

    Die Polizei rennt vor den Demonstranten weg:



    Ausgangssperre verhängt

    Die ägyptischen Staatsmedien verkünden gerade, ab 18:00 Uhr (in 15 Minuten) bis Samstag 7:00 Uhr Lokalszeit wird eine Ausgangssperre für die Städte Kairo, Alexandria und Suez verhängt. So wie es in den Städten aussieht, mit zehntausenden Menschen auf den Strassen, werden sie wohl nicht dem Befehl folgen. In Alexandria zum Beispiel, stehen die Strassen unter der Kontrolle der Demonstranten.

    Das ägyptische Staatsfernsehen meldet, Mubarak hat die Armee beauftragt, die Ausgangssperre zusammen mit der Polizei sicherzustellen.

    Foto des Tages. Am Nachmittag wurde die Konfrontation zwischen den protestierenden Menschen und den Sicherheitskräften für das Gebet unterbrochen.



    Quelle :

    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/01/auf-der-strasse-in-agypten-erschossen.html
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  2. #2
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    Volksaufstand

    Volksaufstand in Ägypten: Ticker

    In diesen Minuten wird Geschichte geschrieben, nicht nur in Ägypten. Das Regime der fast 30 Jahre alten Militärdiktatur unter Husni Mubarak ist dabei unter einem Volksaufstand zu kollabieren. Radio Utopie berichtet in einem Ticker zu den historischen Ereignissen in einem Schlüsselstaat der arabischen Welt, an der Nahtstelle zwischen den Kontinenten Afrika und Asien.

    Z.Z. öffentlich zugängliche Quellen:
    Live TV Stream Al Jazeera: http://english.aljazeera.net/watch_now/
    Twitter Updates: http://english.aljazeera.net/news/middleeast/2011/01/201112523026521335.html
    17.05 Uhr

    Mubarak schickt das Militär auf die Strassen zur Niederschlagung der Proteste, die in drei Tagen zu einem Volksaufstand geworden sind.

    17.08 Uhr

    Millionen protestieren in Alexandria, Cairo und Suez.

    17.09 Uhr

    Hosni Mubarak kündigt an, sich gleich mit einer Rede an die Nation im staatlichen Fernsehen an die revoltierende Bevölkerung zu wenden.

    17.20 Uhr

    Polizeizentrale in Alexandria gestürmt.

    17.27 Uhr

    In der laufenden Live-Übertragung meldet der Journalist Al Jazeeras Explosionen in unmittelbarer Nähe. Er berichtet nur einige hundert Meter entfernt vom Informationsministerium.

    17.30 Uhr

    Das Hauptquartier Staatspartei NDP in der Stadtmitte Kairos steht in Flammen.

    17.35 Uhr

    US-Aussenministerin Hillary kündigt ein Rede zur Lage in Ägypten an.

    17-50 Uhr

    Die demonstrierenden Ägypter knien, mitten im Aufruhr, zum Abendgebet auf den Straßen Kairos nieder.

    18.00 Uhr

    Twittermeldung: Sondereinheiten der Polizei, die noch nicht zu der aufständischen Bevölkerung übergelaufen ist, feuert Tränengas-Granaten in die Betenden.

    18.05 Uhr

    Unmittelbar vor dem Balkon des Al Jazeera Teams wird durch Demonstranten ein Polizei-Wagen in Brand gesetzt. Die Besatzung konnte sich offensichtlich vorher in Sicherheit bringen.

    18.07 Uhr

    Rede von Hillary Clinton beginnt. Die US-Regierung betont die universellen Menschenrechte aller Ägypter und fordert Bevölkerung und Regierung auf keine Gewalt einzusetzen. Desweiteren fordert die US-Aussenministerin das Regime Husni Mubarak auf, die Freiheit der Meinung (des Ausdrucks), der Organisation und der Versammlung zu gewährleisten, sowie “politische, wirtschaftliche und soziale Reformen” einzuleiten.

    Analyse: Washington gibt die Mubarak-Diktatur auf und einer noch vor kurzem für unmöglich gehaltenene demokratischen Entwicklung in Ägypten eine Chance.

    18.15 Uhr

    Al Jazeera Korrespondent Jamal Elshayyal meldet, Militär marschiert in Suez und Alexandria ein. Die Nachrichtenagentur ap meldet: das Aussenministerium ist durch die Bevölkerung gestürmt worden.

    Twittermeldung: dramatische Wende: das einrückende Militär in Alexandria schiesst nicht etwa auf die demonstrierende Bevölkerung sondern hebt den Daumen und begrüßt die Demonstranten. Diese brechen in Jubel aus.

    Analyse: Diese Entwicklung erinnert an den Umsturz in Tunesien: in der entscheidenden Phase des Volksaufstandes weigerte sich das Militär auf das eigene Volk zu schiessen und ging gegen die Präsidentengarde des Diktators vor.

    Die Polizeikräfte des Diktators Mubarak jedenfalls sind offensichtlich vollständig geschlagen. Entscheidend wird jetzt sein, wie sich das Militär verhält.

    (wird fortgesetzt)

    Quelle:

    http://www.radio-utopie.de/2011/01/28/volksaufstand-in-agypten-ticker/#more-46978
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  3. #3
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    Re: Weltweite Regimeproteste und Auswirkungen

    Buntes treiben : Tunesien, Ägypten und der Jemen

    Wir kennen sie zu gut, die Farbrevolutionen. Häufig wurden diese von westlichen Geheimdiensten finanziert und gesteuert. Besonders die westlichen Medien unterstützen die Eskalation mit entsprechenden Berichten. Nun gerät der mittlere Osten immer weiter außer Kontrolle. In Ägypten wurde laut Medienberichten nun das Internet abgestellt. Eine Blaupause für den Westen? Gehen diese Widerstände wirklich von der Bevölkerung aus, oder sind diese wieder von Interessengruppen orchestriert?

    Gerald Celente und viele andere Trendforscher hatten es ja bereits lange vorhergesagt, dass die Lage eskalieren werde. Gar von Bürgerkriegen rund um die Welt wurde gesprochen, aufgrund sozialer Spannungen. Sind die nun stattfindenden Proteste der Beginn dieser Ära, oder werden nur unliebsame Machthaber aus Ihren Ämtern entfernt?

    Das Internet wurde als der Dreh- und Angelpunkt für die Proteste ausgemacht und selbiges soll auch in Ägypten seit Mitternacht abgeschaltet worden sein. Oppositionelle sollen durch Sicherheitskräfte festgenommen.

    Einige Zeilen aus 20min.ch :

    Am Donnerstagabend fielen in Ägypten die Verbindungen zu Facebook und Twitter aus, auch die SMS-Dienste für Mobiltelefone und BlackBerry-Messenger-Dienste waren unterbrochen. Dann fiel nach Mitternacht das Internet aus.

    Die italienische Internetfirma Seabone, einer der grössten Online- Dienstleister in Ägypten, teilte mit, dass nach Mitternacht kein Datenverkehr nach und aus Ägypten mehr möglich gewesen sei.
    [...]
    Am Donnerstag hatte die Basisbewegung gegen Mubarak mit der Rückkehr von Friedensnobelpreisträger Mohamed Al-Baradei wichtige Unterstützung erhalten. Auch die oppositionelle Muslimbruderschaft stellte sich hinter die Protestbewegung.[1]

    Es ist bemerkenswert, wie zügig ein würdiger Unterstützer der Protestbewegungen gefunden ist und dieser auch direkt auf den Plan tritt. Einige Zeilen zu Mohamed Al-Baradei aus Wikipedia :

    Mohammed el-Baradei war von 1997 bis zum 30. November 2009 Generaldirektor der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) und erhielt zusammen mit dieser im Jahr 2005 den Friedensnobelpreis.[2]

    Mit dem Friedensnobelpreis kann ja nichts mehr schief gehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt.

    Quelle: http://www.infokriegernews.de/wordpress/2011/01/28/buntes-treiben-tunesien-aegypten-und-der-jemen/
    LG
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  4. #4
    Susi
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    Re: Weltweite Regimeproteste und Auswirkungen

    hey AreWe,

    ja da ist ganz schön was los da unten....hab das auch mal so mitverfolgt, auch deswegen, weil Bekannte gerade 2 Wochen Urlaub dort verbracht haben und da einiges erzählt haben.

    Habe dazu einen Artikel gefunden, der da absolut passend ist (das Streben von der Diktatur nach Demokratie):

    "2011 könnte das 1989 für den Nahen Osten werden"......


    Der Umbruch ist also dort in vollem Gange....

    PS: ...im übrigen kostet da unten der Liter Benzin nur 17 Cent



    .....in diesem Sinne schönes Wochenende

  5. #5
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    Re: Weltweite Regimeproteste und Auswirkungen

    Naja...nicht ganz befürchte ich.

    Es stinkt sehr danach, dass bei diesem Flächenbrand, der dort ohne Zweifel im Gange ist ein Brandbeschleuniger benutzt wurde...und zwar ein westlicher.

    Keine Frage für uns in der westlichen Welt ist eine Demokratie immer schöner und weltlicher als eine Diktatur wird sich dann zeigen ob es dort nach dem die Feuer gelöscht wurden auch funktioniert.

    Siehe Irak...siehe Afghanistan diese Länder kannst Du nicht einfach "demokratisieren".

    Warum sollte nachgeholfen werden? Vielleicht weil unsere Weltpolizei keinen guten Draht zb zu den jeweiligen Diktatoren o. Machthabern hat(hatte)? Desweiteren wird der Brand wie es sich zeigt wohl oder übel auch auf den Jemen überspringen....hach das würde den Amis ja so gar nicht in die Karten spielen (Ironiemodus aus). Da wird dann Joe im roten Faden noch was zu plaudern denke ich :P

    Bei aller Euphorie ich würde mich wirklich freuen für die Menschen dort unten....jedoch sollte man gerade jetzt wachsam bleiben wer dort den Thron besteigt(en) (darf).

    Gruss
    Iwan
    http://www.youtube.com/user/IwantToBelieve76?feature=mhum

  6. #6
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    Re: Weltweite Regimeproteste und Auswirkungen

    Ergänzung zum Ticker:

    18.28 Uhr

    Al Jazeera meldet aus Port Said, dass Mohammed El Baradei immer noch durch die ägyptische Polizei festgesetzt ist.

    18.40 Uhr

    Explosionen in Kairo. Militär setzt sich auch in Kairo in Bewegung, Richtung des brennenden Aussenministeriums, des Informationsministeriums und des staatlichen Fernsehsenders.

    Die vom Diktator Mubarak verhängte Ausgangssperre wird im gesamten Land nicht beachtet. Während in Kairo die Feuerwehren nirgendwo zu sehen sind, beginnen in Suez Feuerwehren des Militärs ihre Arbeit.

    18.55 Uhr

    Ein Sprecher Hillary Clintons fasst für das US-Aussenministerium noch einmal die Position der Washingtoner Regierung zusammen: die Aufforderung an das Mubarak-Regime, “Reformen” durchzuführen.



    19.00 Uhr

    Al Jazeera und das ZDF berichten übereinstimmend von Verbrüderungen zwischen Militär und Bevölkerung. Inzwischen ist nicht einmal klar, ob das Militär auf Befehl von Diktator Husni Mubarak aufmarschiert ist oder ob es noch unter seinem Befehl steht.

    19.20 Uhr

    Der schlechteste Generalsekretär seit der Gründung die UNO, Ban Ki Moon, ist auf dem Möchtegern-Weltentscheider-Treffen (World Economic Forum) in Davos mit einem nichtssagenden Statement der US-Regierung hinterher gedackelt. Ebenso die Regierungen von London und Paris.

    Einzig aus Berlin…aus Bayern kamen noch individuelle Töne im großen Rauschen der Weltoberhäupter. Der deutsche Militär-Oberbefehlshaber Karl-Theodor zu Guttenberg ließ verlauten, die Entwicklung in Ägypten berge “das Risiko eines infektiösen Momentums für die Region” in sich.

    19.55 Uhr

    Kairoer plündern das gestürmte Hauptquartier der Staatspartei NDP.

    20.20 Uhr

    Nach unbestätigten Berichten sind im Laufe des Freitags fünf Menschen im Zuge des Volksaufstandes gestorben, Hunderte wurden verletzt.

    20.25 Uhr

    Die Lage in Ägypten ist unübersichtlich. Das Militär ist aufmarschiert. Das wird von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Offiziell heisst es, das Militär habe den Befehl zusammen mit der Polizei den Volksaufstand niederzuschlagen. Es gibt aber keine Berichte über ein Vorgehen des Militärs gegen die Bevölkerung. Derweil ist auch die Präsidentengarde Mubaraks in Kairo aufmarschiert, die nicht Teil des regulären Militärs ist und über eigene Streitkräfte verfügt.

    Unterdessen ist der Diktator, Husni Mubarak, abgetaucht. Sein angekündigtes Statement fand nicht statt.

    22.50 Uhr

    “Einflussreiche Geschäftsleute” und Mitglieder der ägyptischen Nomenklatura haben laut Al Jazeera das Land verlassen. Die Bevölkerung ist nach wie vor auf den Straßen, das Militär geht nicht gegen sie vor. Panzer haben die Botschaften der USA und Großbritanniens abgeschirmt.

    Der Generalstabschef des ägyptischen Militärs, Sami Enan, befindet sich seit Mittwoch zu Gesprächen in der US-Hauptstadt Washington. Nun, am Freitag Abend, macht er sich auf die Rückreise nach Ägypten.

    Der Parlamentspräsident kündigt eine wichtige Bekanntmachung im staatlichen Fernsehen an.

    23.08 Uhr

    Ein sehr, sehr peinlicher Einblick in das Zitatenkarussel der Informationsindustrie und den Fluss von Vorab-Informationen: Al Jazeera meldet, Reuters habe gemeldet, dass das staatliche Fernsehen meldet, dass die Lage bei Diktator Husni Mubarak “in sicheren Händen” sei. Dabei merkt der Al Jazeera süffisant an: “Ich dachte wir würden das staatliche Fernsehen beobachten” – denn da ist noch nichts gesendet worden…

    Eine Spekulation macht in den Medien die Runde: das Militär hat die Macht übernommen.

    23.16 Uhr

    Mubarak erscheint auf den Fernsehschirmen und beginnt seine lang erwartete Erklärung.

    Mubarak sinngemäß: Ich bedaure die unschuldigen Opfer auf beiden Seiten. Ohne die in Ägypten herrschenden Freiheiten hätte es keine Demonstrationen gegeben. Es gibt einen Unterschied zwischen Freiheit und Chaos. Wir sollten vorsichtig sein angesichts der Beispiele von Chaos um uns herum. Der Wandel kommt nicht durch Chaos, sondern durch Dialog. Wirtschaftliche und soziale Reformen sollen umgesetzt werden. Ich war immer auf der Seite der Armen und werde es immer sein. Es gibt Hinweise auf Verschwörungen (“plots”) gegen Ägypten.
    Ich rufe jeden Mann und jede Frau auf, einzustehen für das Wohl der Öffentlichkeit. Der Reformkurs kennt keine Rückkehr und wird fortgesetzt, wir werden die Arbeitslosigkeit senken, die Gesundheitsversorgung verbessern, usw, etc, pp.

    Ich habe die Regierung aufgefordert zurückzutreten und werde morgen eine neue ernennen.

    Analyse: Mubarak versucht sich an die Macht zu klammern. Dazu gilt es festzuhalten, dass formal der Verteidigungsminister der Vorgesetzte des gerade aus Washington zurückkehrenden Generalstabschef Sami Enan und Oberbefehlshaber des ägyptischen Militärs ist. Wenn der Verteidigungsminister jetzt ebenfalls gefeuert wird, könnte es sein, dass Generalstabschef Enan morgen zum neuen Verteidigungsminister ernannt wird. Das würde auf eine faktische Machtübernahme des ägyptischen Militärs (mit Segen Washingtons) hindeuten, mit der Option auf (konrollierte) demokratische Reformen.

    23.50 Uhr

    An der ehrenwerten Wall Street schmieren die Börsenkurse ab. Millionen von Intellektuellen weltweit brechen darüber in Tränen aus.

    00.43 Uhr

    In Ägypten ist es ruhig. Die Menschen halten nicht die formal immer noch geltende Ausgangssperre ein, die Unruhen jedoch sind abgeflaut.

    Die Ruhe vor der Reform.

    Ende des Tickers, für heute.

    Quelle: http://www.radio-utopie.de/2011/01/28/volksaufstand-in-agypten-ticker/
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  7. #7
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    Re: Weltweite Regimeproteste und Auswirkungen

    LIVE-Stream Al Jazeera (Kairo LIVE
    )

    [iframe8:2q71armb]http://english.aljazeera.net/watch_now/[/iframe8:2q71armb]

  8. #8
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    Re: Weltweite Regimeproteste und Auswirkungen

    Kann euch den tip geben,holt euch info über twitter,auch die mainstrem holen sich zu 60 %
    aus twitter!
    Dort bekommt ihr noch ganz andere videos und es ist bemekenswert wie um an die infos zu kommen solidarisiert wird.momentan ist das internt in egypten tot.das hällt aber keinen auf...
    Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 – “Haftung für Links” hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch das Setzen eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Hiermit distanzieren ich mich ausdrücklich von den verlinkten Seiten, dafür sind ausschließlich die Urheber bzw. Betreiber verantwortlich.)

  9. #9
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    Re: Weltweite Regimeproteste und Auswirkungen

    jupp, kann ich Olaf nur zustimmen, twitter und facebook sind zum neuen massenmedium geworden.
    außerdem ist es mit der berichterstattung dort sehr schwierig, da hat man sich angepasst und macht das netz zu seinem verbündeten.
    es wurde dort nicht umsonst sämtliche telekommunikation gestört.
    noch laufen dort(twitter/facebook) unzensierte meldungen, videos und fotos, hoffen wir das das auch so bleibt.

    ich finde das auch total spannend was dort passiert und wie das volk reagiert, da fegt ne welle über den kontinent die historisch werden könnte.
    meine solidarität hat das volk und ich leiste auch meinen "kleinen" beitrag

    edit:
    habt ihr das eben gesehen?
    die haben das museum geplündert und auseinandergenommen.
    wieso tun die das?
    war das vielleicht nen auftragsdiebstall?
    die haben die unsichere situation dort ausgenutzt und haben nen paar krawallmacher als ablenkung geschickt und kundige diebe haben die artefakte gestohlen oder andere "wichtige" zerstört.
    die demonstranten haben es aber geschafft die "plünderer" davon abzuhalten und hatten nen menschliches schild um das museum gebildet, bis die sicherheitskräfte eintrafen.
    krass!



    danke für den stream SETI.


    findthetruth
    Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit.
    Mark Twain

    “We are Anonymous. We are Legion. We do not forgive. We do not forget. Expect us.”
    Anonymous

    "Die Welt ist viel zu gefaehrlich, um darin zu leben - nicht wegen der Menschen, die Boeses tun, sondern wegen der Menschen, die daneben stehen und sie gewaehren lassen."
    Albert Einstein

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    Re: Weltweite Regimeproteste und Auswirkungen

    Wie Ägypten aus dem Internet verschwand


    Keine Verbindung: Wer versucht, eine ägyptische Webseite aufzurufen, bekommt nur eine Fehlermeldung zu sehen. (Screenshot: t-online.de)

    Kein Kontakt: Die Regierung Ägyptens hat alle Verbindungen zum Internet kappen lassen. Der Fall ist beispiellos, das Vorgehen raffiniert. Mit einem einfachen Eingriff wurde das Land am Nil von der Internet-Landkarte gefegt – bis auf eine Ausnahme.

    Ägypten ist offline. Auf einen Schlag, so scheint es, wurde fast das ganze Land von der Außenwelt abgeklemmt. Die Abschaltung erfolgte um 23:34 deutscher Zeit, berichtet das Internet-Beratungsunternehmen Renesys.

    Damit sind fast 85 Millionen Menschen vom Informationsaustausch mit dem Rest der Welt ausgeschlossen worden. Erste Kollateralschäden sind bereits zu erkennen, mindestens eine Ausnahme gibt es jedoch.

    Twitter und Facebook gesperrt

    Schon in den Tagen davor gab es immer wieder Berichte über Abschaltungen von Mobilnetzen, eine Blockade von Twitter und später auch Facebook. Auch E-Mails und SMS-Textnachrichten waren zeitweise und meist regional begrenzt nicht zu versenden und zu empfangen. Mittlerweile aber haben die Störungen der elektronischen Kommunikationswege in einem dramatischen Maße zugenommen. Am Freitagmorgen berichteten Zeitungen und Nachrichtenagenturen, Ägypten sei de facto vom Internet getrennt worden.
    Einmaliger Vorfall

    Die Herauslösung Ägyptens aus dem weltweiten Datennetz sei einmalig in der Geschichte des Internet, erklären die Experten von Renesys in ihrem Firmen-Blog. Offenbar habe die Regierung Mubarak die vier großen Internet-Anbieter, Link Egypt, Vodafone/Raya, Telecom Egypt und Etisalat Misr, vollständig von der Außenwelt abgeklemmt. Wobei der Begriff "abgeklemmt" eigentlich einen falschen Eindruck davon vermittelt, was in der Nacht zum Freitag tatsächlich geschah. Um Ägyptens Internet abzuschalten mussten demnach weder Kabel durchtrennt noch Server abgeschaltet oder Stecker gezogen werden.

    Verbindungen gekappt

    Stattdessen seien fast zeitgleich alle rund 3500 sogenannten BGP-Routen vom ägyptischen Internet ins Ausland getrennt worden. BGP, das Border Gateway Protocol, ist aber unerlässlich, um die Netze einzelner Provider miteinander und mit benachbarten Netzen im Ausland zu verbinden. Letztlich handelt es sich dabei um so etwas wie ein Navigationssystem für Internetdaten, das länderübergreifend arbeitet. BGP legt fest, wie die Daten von einem Netzwerk zum nächsten weitergereicht werden, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Um dieses System zu stören, reichen Computerbefehle aus, mit denen man die Informationen zur Datenweiterleitung löscht.
    DNS-Auflösung schlägt fehl

    Was passierte, nachdem Ägypten auf diese Weise aus den Netzen ausgeschlossen wurde erklärt das Internet Storm Center des SANS Institute: Jeglicher Versuch, eine Internetadresse aufzurufen, die auf .eg, das Kürzel für ägyptische Webseiten, endet, schlägt fehl, endet mit einer Fehlermeldung. Die ägyptischen Domain Name Server, die sonst die in den Webbrowser eingetippten Adressen in deren computerlesbare Zahlenäquivalente übersetzen, waren aus dem Internet verschwunden. Die Methode jedenfalls ist effektiv wie keine andere. Versuche, die Blockade zu umgehen, etwa indem man seinen Datenverkehr über einen sogenannten Proxy-Server im Ausland umleitet, scheitern, weil man eben nicht einmal eine Verbindung zu diesen Proxy-Servern herstellen kann. Das Netz weiß nichts mehr von Ägypten.

    Auch der Iran wollte sich abkapseln

    Ähnliche Versuche, die aufbegehrende Bevölkerung vom Internet abzukoppeln, hat es schon früher gegeben. 2007 etwa durchtrennten burmesische Militärs in ihrer Verzweiflung ob aufbrausender Proteste tatsächlich Kommunikationskabel. Eine ebenso drastische wie dämliche Aktion, wie sich bald herausstellte, als die Aufständischen auf Mobiltelefone und Satellitenverbindungen umstiegen. Zwei Jahre später versuchte sich der Iran daran, seine Bevölkerung vom Internet abzukabeln.
    Mobilfunknetze abgeschaltet

    So vollständig wie jetzt in Ägypten ist es aber noch keinem Regime gelungen, ein- und ausgehende Verbindungen zu unterbinden. Dass dieser Schritt so reibungslos gelungen ist, dürfte zwei Gründe haben. Zum einen macht es die ägyptische Geografie leicht, das Land vom Netz zu trennen. Im Norden gibt es mit Kairo eine alles dominierende Großstadt, der Rest der Infrastruktur schlängelt sich am Niltal entlang. Zum anderen fügen sich die ägyptischen Provider offenbar sehr bereitwillig den Regierungsbefehlen, schalten Netze und Verbindungen ab, wenn das gewünscht wird. Einem Zeitungsbericht zufolge sollen die Unternehmen sich in der Nacht sogar zu einer Art vorauseilendem Gehorsam verpflichtet haben, die Mobilfunknetze abzuschalten, sobald die Proteste am Freitag hochkochen.
    Amateurfunker sollen helfen

    Die Aktivistengruppe Anonymous jedenfalls muss ihre Drohung, die Webseiten des Regierungsapparats zu blockieren, jetzt nicht mehr umsetzen. Schließlich hat die ägyptische Regierung sich durch die Netzabschaltung quasi selbst aus der Web-Welt amputiert. Die Aktivistengruppe Telecomix ruft unterdessen Amateurfunker zur Mithilfe auf. Mit Funkgeräten, Kurzwellenradiosendern und Piratenradios will die Gruppe, die sich für das Recht auf freie Meinungsäußerung und ein freies Internet einsetzt, versuchen, die Blockaden der Regierung zu umgehen und wieder Kommunikationsmöglichkeiten herzustellen.
    Kolaterallschäden im Internet

    Von der Abschaltung sind aber mitnichten nur ägyptische Webseiten betroffen. Auch das Online-Angebot des Welthandballverbandes IHF ist seit der nächtlichen Aktion nicht mehr zu erreichen. Die simple Erklärung: Obwohl der Verband seinen Sitz im schweizerischen Basel hat, lässt er seine Internet-Präsenz über einen Server in Ägypten laufen. Eine Entscheidung, die man möglicherweise auf die Nationalität von IHF-Präsident Hassan Mustafa - er ist Ägypter - zurückzuführen kann. Damit gibt es via Internet vorerst keine direkten Informationen mehr vom IHF zur Handball-WM. Betroffen sind Livestreams, Liveticker, Statistiken, Mitteilungen und Archive. Die IHF versucht jetzt, die Informationen über die Internetseite des Veranstalters zu verbreiten.
    Mubarak setzt Prioritäten

    Doch während die Welt es wohl noch verschmerzen kann, nicht mehr minütlich aktuelle über die Ergebnisse der Handball-Paarungen informiert zu werden, scheint der Führung in Ägypten ein anderes Thema doch sehr am Herzen zu liegen. Denn ein einziger Internet-Provider ist von den Sperrmaßnahmen der ägyptischen Regierung offenkundig ausgenommen worden: Noor Data Networks. Die Dienste dieses Anbieters, dessen Name im Ägyptischen das Wort für "Licht" ist, sind auch am Freitag noch zu 100 Prozent von der ganzen Welt aus erreichbar. Eine Lücke im Absperrgitter? Ein dummer Zufall? Ein Missgeschick? Wohl kaum. Noor Data Networks ist der Provider, über den die ägyptische Börse mit dem Internet verbunden ist. Mubaraks Mannen haben Prioritäten gesetzt.

    Quelle: http://computer.t-online.de/aegypten-vom-internet-getrennt/id_44204516/index
    LG
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

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