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Thema: Alles über Satelliten

  1. #11
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    Re: Alles über Satelliten

    Hi,

    In den Nachrichten hieß es heute Morgen, das der Satellit über einem "unbekannten" Gebiet runter gekommen sei. über Schäden oder Verletzte gäbe es keine Hinweise.

    Ghosti
    Irgendwann wird die Wahrheit herauskommen, dann werden viele aus ihrer heilen "Scheinwelt" erwachen...

    Alle meine gemachten Beiträge basieren auf das GG Art. 5 und 21 i.V. GG Art. 20

  2. #12
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    Re: Alles über Satelliten

    Zitat Zitat von dradio.de
    Samstag, 24. September 2011 10:00 Uhr
    US-Forschungssatellit vermutlich in Kanada abgestürzt

    Ein ausgedienter US-Forschungssatellit ist unkontrolliert vermutlich in Kanada abgestürzt. Das teilte die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA mit. Der genaue Ort und die Zeit des Absturzes seien noch unbekannt. Den Angaben zufolge trat der etwa sechs Tonnen schwere Satellit in den frühen Morgenstunden in die Erdatmosphäre ein. Wahrscheinlich ist der größte Teil verglüht. Die NASA geht davon aus, dass mehrere Trümmerteile mit einem Gewicht von etwa 500 Kilogramm auf die Erde stürzten.
    http://www.dradio.de/nachrichten/201109241000/5
    um apollo 11 auf den mond zu bekommen, war eine rechnerleistung von DREI commodore 64 notwendig...
    um heute einen ticket zu lösen, ist EIN pentium-prozessor nicht ausreichend.


  3. #13
    Lisa
    Gast

    Re: Alles über Satelliten

    ROSAT-Absturz Ende Oktober: Weiterer Satellit wird Wiedereintritt teilweise überstehen



    Künstlerische Darstellung des deutschen Röntgenobservatoriums "ROSAT". | Copyright/Quelle: DLR/NASA

    Köln/ Deutschland - Nachdem am vergangenen Wochenende der NASA-Satellit "UARS" unkontrolliert zur Erde und wahrscheinlich vor der Westküste Nordamerikas in den Pazifik stürzte (...wir berichteten), steht der Erde schon Ende Oktober ein weiterer unkontrollierter Wiedereintritt eines Satelliten außer Diensten bevor. Gezielt nennen die Missionswissenschaftler auch deutsches Territorium als mögliche Einschlagsregion der den Wiedereintritt überstehenden Trümmer.

    Das Röntgenobservatorium "ROSAT" (Röntgensatellit) gilt mit seiner Masse von 2.426 Kilogramm als der bislang schwerste deutsche Satellit und sollte ursprünglich vom Space Shuttle wieder zur Erde zurücktransportiert werden. Mit ihm durchmusterten Wissenschaftler den Himmel im Röntgenbereich, wobei 125.000 neue Röntgenquellen und 479 EUV-Quellen entdeckt wurden. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind in weltweit über 7000 Publikationen niedergelegt, die etwa 100.000 Mal zitiert wurden.

    Zu den wichtigsten Entdeckungen der ROSAT-Mission gehören die Auflösung der kosmischen Röntgenhintergrundstrahlung in die Emission von Quasaren und anderen aktive Galaxien, die Entdeckung von Neutronensternen, die ausschließlich thermisch strahlen, die Röntgenstrahlung des Kometen Hyakutake 1996 sowie Dutzende neuer Supernovaüberreste. Auch konnte eine Röntgenquelle an der Stelle der Supernova 1987A in der Großen Magellanschen Wolke gefunden werden. Ebenfalls im Blickfeld des sehr erfolgreichen Weltraumobservatoriums standen Galaxienhaufen, Röntgendoppelsterne und Schwarze Löcher. ROSATs zeitliche Auflösung ermöglichte selbst die zeitliche Trennung des Crab-Pulsars (Blinkdauer 0,033s). ROSAT entdeckte auch, dass der Mond Röntgenstrahlung der Sonne reflektiert.

    Zu Beginn seiner Mission, so berichtet das "Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt" (DLR, dlr.de), "kreiste der Röntgensatellit ROSAT auf einer elliptischen Umlaufbahn in 585 bis 565 Kilometern Entfernung zur Erdoberfläche. Seitdem verlor der Satellit durch die Reibung an der Erdatmosphäre an Höhe. Anfang September 2011 betrug der Abstand zur Erde nur noch etwa 290 Kilometer. Da ROSAT kein Triebwerk an Bord hat, konnte der Satellit am Ende seiner Mission im Jahr 1999 nicht gezielt zum Absturz gebracht werden."

    Beim Wiedereintritt des Raumfahrzeugs in die Atmosphäre den die DLR-Wissenschaftler für Ende Oktober vorhersagen, wird der Satellit bei einer Geschwindigkeit von etwa 28.000 Kilometern pro Stunde "in Trümmerstücke zerbrechen und zum Teil durch die extreme Hitze verglühen. Nach letzten Untersuchungen muss aber damit gerechnet werden, dass bis zu 30 einzelne Trümmerteile mit einer Gesamtmasse von 1,6 Tonnen die Erdoberfläche erreichen könnten. Den größten Anteil wird dabei vermutlich der Spiegel des Teleskops ausmachen, der sehr hitzebeständig ist."


    Wie schon im Falle des NASA-Satelliten "UARS" lässt sich auch der exakte Zeitpunkt sowie der Ort des Wiedereintritts nicht vorhersagen: "Zurzeit kann der Termin nur mit einem Spielraum von plus/minus zehn Tagen berechnet werden. Je näher der Termin rückt, desto besser kann das Zeitfenster des Wiedereintritts kalkuliert werden. Allerdings beträgt die Unsicherheit einen Tag vor dem Wiedereintritt immer noch plus/minus fünf Stunden. Weil die Bahn des Satelliten zwischen dem 53. nördlichen und südlichen Breitengrads verläuft, kann auch Deutschland von dem Wiedereintritt betroffen sein."

    Die Wahrscheinlichkeit, dass ROSAT beim Wiedereintritt deutsches Territorium trifft, liege etwa in einer Größenordnung von 1:580. "Die Gefahr, dass jemand in Deutschland zu Schaden kommt, liegt etwa bei 1:700.000. Der größte Teil der Trümmer wird in der Nähe der Bodenspur des Satelliten abstürzen. Einzelne Trümmer können aber auch in einem 80 Kilometer breiten Korridor um die Bodenspur niedergehen."

    Als Ursache für den großen Fehlerbereich bei der Bestimmung des Wiedereintrittstermins nennen die Forscher in erster Linie Schwankungen in der Sonnenaktivität. Durch die Sonnenstrahlung wird die Erdatmosphäre aufgeheizt und verstärkt so die Reibung des Satelliten an den Luftmolekülen.

    Während der Wiedereintrittsphase des Satelliten werten deutsche Wissenschaftler Daten des amerikanischen Weltraumüberwachungssystems (Space Surveillance Network, SSN) aus. Zusätzlich verfolgt die Großradaranlage TIRA (Tracking and Imaging Radar) des "Fraunhofer-Instituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik" in Wachtberg bei Bonn den Abstieg des Röntgensatelliten, um die Berechnungen des Wiedereintritts zu verbessern. Die gesammelten Messwerte analysieren Experten, die im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) daran arbeiten, den Zeitpunkt des Wiedereintritts möglichst genau vorherzusagen.

    http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com/2011/09/rosat-absturz-ende-oktober-weiterer.html

  4. #14
    Lisa
    Gast

    Re: Alles über Satelliten

    Setzt die Helme auf

    Deutscher Satellit Rosat stürzt Richtung Erde

    Chancen stehen 1 zu 600, dass der Weltraumschrott in Deutschland aufkommt


    Er war viele Jahre ein künstlicher Mega-Star am Himmel, doch nun wird er tief fallen. Der Satellit Rosat soll nach Prognosen zwischen dem 20. und 25. Oktober unkontrolliert in Richtung Erde abstürzen. Die Experten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) glauben nicht, dass es gefährlich wird für irgendjemanden auf dem Globus. "Wir gehen davon aus, dass nichts passiert. Aber wenn doch ein Schaden entsteht, steht das DLR zu seiner Verantwortung", sagt Vorstandschef Professor Johann-Dietrich Wörner.

    "Rosat war ein unglaublich erfolgreicher Satellit", so Wörner Er lieferte die ersten Röntgenbilder vom Mond, fing Röntgenstrahlen von Kometen ein, beobachtete Neutronensterne und Galaxien, entdeckte Schwarze Löcher und Überreste von Supernova-Explosionen. 4000 Forscher aus 24 Ländern nutzten Rosat. Das damals größte Röntgenteleskop sollte 18 Monate arbeiten, hielt aber bis Februar 1999 durch. Dann fielen die Messinstrumente aus, und der Satellit mit den Maßen 2,20 mal 4,70 mal 8,90 Metern wurde abgeschaltet, sagt Radioastronom Roland Gräve. "Rosat hat keinen Antrieb und kann nicht mehr kommandiert werden (...) Wir haben keine Möglichkeit, ihn gezielt zur Erdoberfläche zurückzuführen." Wo die bis zu 30 Trümmerteile zu Boden kommen, kann niemand voraussagen. Sowohl Experten in den USA (US Space Surveillance Network) als auch in einer Großradaranlage bei Bonn lassen Rosat aber nicht aus den Augen. Die Entwicklung seiner Flugbahn und seines Wiedereintrittszeitpunkt hängen stark von der Sonnenaktivität ab. In 90 Minuten umkreist das Gerät die Erde. "Einen Tag vorher kann man zumindest sagen, welches Gebiet nicht betroffen sein wird", erklärt Wörner.
    Über Evakuierungen oder Flugraumsperrungen nachzudenken, sei "nicht angemessen" angesichts des sehr geringen Risikos. "Es ist schon so viel runtergefallen. Der Unterschied ist nur, dass wir als gründliche Deutsche genauer hingucken", meint Wörner. Der Weltraum ist voll mit Müll, dauernd treten Trümmer in die Atmosphäre ein. Allein 2010 kam es 400 Mal dazu, auch Satelliten waren darunter. Aber kein Mensch kam je ernsthaft zu Schaden, sagen die Fachleute. "So es denn nötig sein sollte", werde man aber schnell eine Bürger-Hotline einrichten, ergänzt Ursula Fuchs vom Amt für Katastrophenschutz. Rosat ist von einer Höhe von einst 580 Kilometern über der Erde bis Anfang September auf 290 Kilometer abgesunken. Und: "Im Mai war er noch relativ stabil, aber in der letzten Phase wird er taumeln", glaubt der Fachmann für Weltraumrückstände, Manuel Metz.

    Dass jemand in Deutschland durch seine Trümmer zu Schaden kommt, ist laut DLR mit 1 zu 700 000 extrem unwahrscheinlich. Falls doch: Die USA, Deutschland und Großbritannien würden gemeinsam haften, weiß Rechtsexperte Bernhard Schmidt-Tedd.
    Gerade erst im September hatte der tonnenschwere Satellit UARS für Aufregung gesorgt, war dann aber folgenlos im Pazifik abgetaucht. Und Rosat? Würde ein größeres Fragment mit 400 Kilometern pro Stunde auf den Erdboden einschlagen, müsste man auf jeden Fall mit einem Krater von mehreren Metern Durchmessern rechnen, prognostiziert Wörner. Sollte ein Finder auf die Klumpen stoßen, würde er davon nicht viel haben: "Er darf sie nicht behalten. Das ist Eigentum Deutschlands. Und er soll auch nichts anfassen."

    http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wissen/article13657771/Setzt-die-Helme-auf.html

  5. #15
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    Re: Alles über Satelliten

    Die Dinger kommen aber zurzeit auch runter wie die Vögel....... da muss ja früher oder später mal was ordentliches getroffen werden.
    Gruss Gwynfor
    ----------------
    http://befriediger.blog.de

  6. #16
    Gast

    Re: Diverse Berichte und Meldungen zum Thema

    Die im Norden haben aber auch ein Glück....erst viele Sternschnuppen und nu können sie sich zurücklehnen..

    „Rosat“ könnte Berlin treffen, das ist aber unwahrscheinlich / Ihm verdanken wir die Gleitsichtbrille

    Praktisch ausgeschlossen ist es für alle, die nördlich von Hamburg oder von Neubrandenburg leben. Berlin liegt südlich davon und ist daher potenziell gefährdet. Die Umlaufbahn des Satelliten ist um 53 Grad gegenüber dem Äquator geneigt. Er überfliegt also ein Gebiet, das sich zwischen dem 53. Breitengrad Nord beziehungsweise Süd befindet. Das Äquatorgebiet wird dabei rasch gequert, im Norden und Süden bleibt Rosat relativ lange Zeit. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass deutsches Territorium getroffen wird, relativ groß mit 1 zu 600.

    Dass die harte Landung ernste Folgen hat, hierzulande oder anderswo, ist dennoch unwahrscheinlich. „Im vergangenen Jahr gab es fast 400 Wiedereintritte von registrierten Objekten mit einer Gesamtmasse von 60 Tonnen“, berichtet Metz. Nur dass davon kaum jemand Notiz nimmt. „Oder wussten Sie, dass am 28. September und am 10. Oktober zwei Raketenoberstufen zurückgekommen sind?“ ( nöööö, ich nicht! ) Insofern war der medienwirksame Wiedereintritt des amerikanischen Forschungssatelliten UARS im September eher eine Ausnahme als die Regel.

    Bis heute gibt es keinen belegten Fall, dass jemand von einem herabfallenden Raumfahrttrümmer getroffen wurde.

    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/deutscher-satellit-stuerzt-ab/4760458.html

  7. #17
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    Re: Alles über Satelliten

    Besser wäre es,in das Herz eines Menschen zu sehen,als sein Aussehen zu prüfen.Noch besser wäre es seine Absichten zu ergründen.Sind die Absichten eines Menschen gut,dann hat er auch ein gutes Herz.

  8. #18
    Gast

    Re: Alles über Satelliten

    Hey KU

  9. #19
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    Re: Alles über Satelliten

    "Rosat" nähert sich der Erde
    17. Oktober 2011 12:21

    DLR: Satellit fällt mit 28.000 km/h um die Erde herum

    Köln - Der Röntgensatellit "Rosat" kommt der Erde immer näher. "Rosat hat eine unglaubliche Geschwindigkeit von 28.000 km/h und fällt in diesem Tempo um die Erde herum", sagte eine Sprecherin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Montag in Köln. Für eine Erdumkreisung braucht der Satellit nur 90 Minuten. Nach derzeitigen Berechnungen sei weiter davon auszugehen, dass der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zwischen diesem Donnerstag (20. Oktober) und dem 25. Oktober erfolge.

    Der knapp 2,5 Tonnen schwere und nicht steuerbare Röntgensatellit ohne Triebwerk wird dabei in Trümmerstücke zerbrechen und teilweise verglühen. Bis zu 30 Trümmerteile mit einem Gesamtgewicht von 1,7 Tonnen könnten - mit dann noch 400 Kilometern pro Stunde - auf die Erde treffen. Das größte Trümmerteil könnte der sehr hitzebeständige Teleskop-Spiegel sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Trümmer auf Deutschland herabfallen, liegt laut DLR bei nur 1 zu 580. Den Prognosen zufolge ist es extrem unwahrscheinlich (1:700.000), dass hierzulande jemand zu Schaden komme.

    Zeitfenster des Wiedereintritts

    Termin und Ort lassen sich zwar weiterhin nicht exakt vorhersagen, aber je näher der Termin rücke, desto genauer könnten die Experten das Zeitfenster des Wiedereintritts berechnen, erklärte DLR-Sprecherin Sabine Göge. In Kürze würden dazu neue Daten erwartet. Sowohl das US-Weltraum-Überwachungssystem SSN als auch eine Großradaranlage bei Bonn verfolgen den Abstieg des Satelliten. Vor allem Schwankungen der Sonnenaktivität sind Grund dafür, dass der Termin so schwer kalkulierbar ist. Selbst einen Tag vor dem voraussichtlichen Eintrittsdatum bleibt eine Unsicherheit von rund fünf Stunden.

    Hintergrund

    Ab 1990 scannte das damals größte Röntgenteleskop den gesamten Himmel systematisch nach Röntgenstrahlenquellen ab und lieferte Daten, die die Röntgenastronomie revolutionierten. Mit "Rosat" ließen sich Galaxien und Galaxiehaufen, Neutronensterne, Kometen, Monde und Planeten beobachten. Das deutsch-amerikanisch-britische Projekt war laut DLR bis zum Abschalten des Satelliten im Februar 1999 eine große Erfolgsgeschichte und wurde von rund 4.000 Forschern aus 26 Ländern genutzt.

    Erst im September war der tonnenschwere Satellit "UARS" auf die Erde gestürzt - und im Pazifik verschwunden. 2010 waren insgesamt fast 400 Wiedereintritte von Trümmerteilen mit einer Gesamtmasse von 60 Tonnen in die Atmosphäre gezählt worden. Alle seien folgenlos geblieben, erklärte Manuel Metz, der beim DLR Experte für Weltraumschrott ist. (APA/red)
    Quelle:
    http://derstandard.at/1318726019645/Satelliten-Absturz-Rosat-naehert-sich-der-Erde
    Was auch immer du tust, handle klug und bedenke das Ende


  10. #20
    Lisa
    Gast

    Re: Alles über Satelliten

    "Rosat" im Anflug
    Deutschland muss für abstürzenden Satelliten zahlen


    Die Bundesrepublik muss haften, wenn es dieses Wochenende Schrott aus dem All regnet - vom deutschen "Rosat"-Satelliten. Da ist das Weltraumrecht eindeutig. Experten halten es für zunehmend abstrus.

    Runter kommen sie immer

    In Sicherheit wiegen können sich in den nächsten Tagen nur die wenigsten Erdbewohner: Wenn dieses Wochenende die 1,6 Tonnen schweren Überreste des Röntgensatelliten "Rosat" auf die Erde stürzen, bleibt die dringlichste Frage bis kurz vor dem Aufprall unbeantwortet: Wo schlagen die 30 Einzelteile auf? Das für den Satelliten zuständige Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) lokalisiert die Absturzzone zwischen dem 53. Grad südlicher und nördlicher Breite - immerhin das riesige Gebiet unterhalb Norddeutschlands bis weit in den Ozean vor der Küste Afrikas. Und dieser breite Gürtel zieht sich einmal um die ganze Erde herum.

    Beantwortet ist hingegen schon jetzt die Frage, wer dafür haften wird, sollte der Satellitenschrott tatsächlich in eine Wohnsiedlung oder einen Atommeiler knallen: Deutschland. Das seit 1972 bestehende internationale Weltraumrecht besagt, dass der Startstaat eines Satelliten oder einer Rakete die Verantwortung für alle Folgeschäden trägt. Und "Rosat" wurde federführend vom DLR gebaut und betreut. Ein wichtiges Instrument stammt zwar von britischen Ingenieuren, ins All geschickt wurde "Rosat" vom US-Nasa-Stützpunkt Cape Canaveral in Florida. Deshalb könnte ein Geschädigter sich an einen der drei Startstaaten USA, Deutschland und Großbritannien wenden. Das DLR hat aber bereits erklärt, dass Deutschland die Verantwortung tragen wird, weil es den Satelliten bei den Vereinten Nationen registriert hat.

    Der Startstaat haftet

    Das aktuelle Weltraumrecht wurde in fünf völkerrechtlichen Verträgen geschrieben, nachdem die Sowjetunion ihren ersten Sputnik 1957 ins All geschickt hatte. "Vor dem Hintergrund des damaligen Wettlaufs im All und dem Ost-West-Konflikt ist es erstaunlich, dass man sich auf ein verbindliches völkerrechtliches Rahmenwerk einigen konnte", sagt Anwalt Ingo Baumann von BHO Legal in Köln, einer auf Weltraumrecht spezialisierten Kanzlei. Doch so ganz zeitgemäß ist das Vertragswerk aus Zeiten der Sowjet-Ära dann doch nicht mehr. Wegen der wachsenden Aktivitäten im All rechnen Experten künftig mit neuen rechtlichen Konflikten. "Das Problem ist, dass es im Weltraum keine Verkehrsregeln gibt", sagt Bernhard Schmidt-Tedd, Rechtsexperte beim DLR. 6700 Tonnen Weltraummüll befinden sich derzeit in höheren Sphären, davon 29.000 Teile in der kritischen Größe von über zehn Zentimeter. Fast wöchentlich muss die Raumstation ISS treibstoffverschwendende Ausweichmanöver fliegen, um nicht mit den rasend schnellen Teilen zu kollidieren. "Vor allem in Bezug auf den Weltraumschrott wird das Weltraumrecht reformiert werden müssen", so auch Anwalt Baumann.

    Dabei ist das derzeitige Recht wegen des hohen Risikos für die Erdbewohner durchaus strikt: Geschädigte müssen nicht beweisen, wer den Schaden verschuldet hat. Es gibt auch keine Obergrenze bei der Entschädigungssumme. Ob technische Fehler, atmosphärische Veränderungen oder menschliches Versagen: Der Startstaat haftet. Dabei wird nicht unterschieden zwischen öffentlichen Forschungssatelliten oder Objekten, die von privaten Unternehmen ins All geschickt werden. Alles muss über einen Staat bei den Vereinten Nationen registriert werden, von da an haftet die Regierung.

    "Die Weltraumhaftung wurde sehr klar geregelt, weil es für die Betroffenen unzumutbar ist, zu belegen, wer welches Blechteil in einem Satelliten hergestellt hat", sagt Mahulena Hofmann, Professorin für Satellitenkommunikations- und Medienrecht an der Uni Luxemburg. Die klare Regelung berücksichtigt auch die Gefahr, dass beteiligte Unternehmen über die oft Jahrzehnte andauernde Mission insolvent gehen und sich keiner für die Rückführung des Weltraumschrotts verantwortlich fühlen könnte.

    Kubanische Kuh ist bis jetzt einziges Opfer

    Tritt ein Schaden auf dem Gebiet des Startstaats selbst ein, gilt nationales Recht. In Deutschland sichert die Staatshaftung Klägern Entschädigung für kaputte Autos oder verschmutzte Felder durch Satellitenteile zu. Stürzt der Weltraumschrott hingegen auf fremdes Staatsgebiet, muss über diplomatische Kontakte eine Entschädigung ausgehandelt werden. Sollte "Rosat" also im Ausland niedergehen, könnten die Kläger Deutschland vor ihrem jeweiligen Heimatgericht anklagen.

    Im Regelfall würde jedoch das Auswärtige Amt kontaktiert werden. "Es gibt derzeit keinen Staat, der gegen das Weltraumrecht verstößt. In 40 Jahren hat es immer Kompensationen gegeben", sagt Anwalt Baumann. Der aufsehenerregendste Fall war der Absturz des nuklear angetriebenen Sowjetsatelliten "Kosmos 954" im Norden Kanadas. Teilweise hoch radioaktive Einzelteile verstreuten sich 1978 über eine 600 Kilometer lange Strecke. Kanada und die Sowjetunion einigten sich danach auf eine millionenschwere Entschädigung.

    Sollte sich einmal ein Startstaat sträuben, könnte sich das Land, in dem der Schaden eingetreten ist, auch als Vertreter einzelner Bürger an das Schiedsgericht für Weltraumrecht der Vereinten Nationen wenden. Bislang sind die Abstürze aber glimpflich abgelaufen - bislang ist noch nie ein Mensch von Weltraumschrott erschlagen worden. Nur für eine kubanische Kuh, die 1960 von einem amerikanischen Raketenteil getroffen wurde, kam jede Hilfe zu spät.

    http://www.stern.de/wissen/kosmos/rosat-im-anflug-deutschland-muss-fuer-abstuerzenden-satelliten-zahlen-1740434.html

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