Seite 4 von 9 ErsteErste 12345678 ... LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 86

Thema: Hydraulic Fracking

  1. #31
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    30.901
    Blog-Einträge
    273
    Mentioned
    257 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 718586

    Behörden streiten über neue Gasfördertechnik

    Zwei Gutachten, zwei Ergebnisse: Während das Umweltbundesamt die Fracking-Technologie kritisch sehen, sagen Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften: „Ein umweltverträglicher Einsatz der Technologie möglich“.

    Die ablehnende Haltung der Bundesregierung gegenüber der Förderung unkonventioneller Erdgasvorkommen mit der umstrittenen Fracking-Technologie fußt auf fehlerhaften Annahmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Stellungnahme der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Nach Einschätzung der Experten ist „grundsätzlich ein umweltverträglicher Einsatz der Technologie möglich“.

    Das Papier ist politisch brisant – und wird deshalb von der Bundesregierung unter Verschluss gehalten. Es wurde im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums angefertigt, um ein Gutachten des Umweltbundesamtes (UBA) zu bewerten, das wiederum vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegeben worden war. Die UBA-Gutachter warnen vor dem Einsatz der Fracking-Technologie, weil dadurch das Grundwasser verunreinigt werden könnte.

    Beim Fracking wird mit Chemikalien versetztes Wasser unter hohem Druck in die Tiefe gepumpt, um dort gashaltige Gesteinsschichten aufzubrechen. So wird bislang nicht förderbares Gas freigesetzt und kann anschließend an die Erdoberfläche gebracht werden. Dabei geht es um beachtliche Mengen: Die Gasvorräte, die man mit Fracking in Deutschland erschließen könnte, würden ausreichen, um den Gasbedarf hierzulande für 13 Jahre komplett zu decken.
    Die Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe werfen ihren Kollegen beim Umweltbundesamt vor, wissenschaftlich ungenau zu arbeiten und Tatsachen zu ignorieren. Durchaus süffisant merken die Verfasser der Stellungnahme an, in dem UBA-Gutachten werde irrtümlich Grundwasser mit Trinkwasser gleichgesetzt.

    Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/...k/7580814.html
    Ich Dummerle!

    Die haben ja Recht! Trinkwasser kommt doch aus der Flasche, die man kaufen muss!

    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  2. #32
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    30.901
    Blog-Einträge
    273
    Mentioned
    257 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 718586

    Fracking soll in der Bundesrepublik zugelassen werden

    Berlin. Die Bundesregierung plant eine einheitliche Regelung bei erfolgreicher Umweltverträglichkeitsprüfung für das sogenannte Fracking. Am 31. Januar wurde dieses durch die schwarz-gelbe Koalition beschlossen, nachdem bereits am 5. Dezember im Bundesrat ein entsprechender Beschluss gefasst wurde. Die Länder kritisieren die Fördermethode. Beim Fracking wird mit Hilfe von Sand und Chemikalien Wasser unter Hochdruck in tiefe Gesteinsschichten gepresst.

    Schiefergasbohrung in der Pinedale Antiklinale. Public Domain durch Veröffentlichung der US-Regierung.

    Umweltverbände befürchten Verunreinigungen des Grundwassers. Im Thüringer Becken werden Erdgas-Vorkommen vermutet. Nach Bekunden der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) soll Thüringen “fracking-frei” bleiben.
    Die Thüringer Grünen wollen die große Koalition im Landtag beim Wort nehmen. Weil aber das Bergrecht Angelegenheit des Bundes ist, hat bei einer entsprechenden Änderung für die Freigabe, an bestimmten Orten Erdgas zu fördern, auch der Freistaat kein Mitspracherecht. Der Bund erhofft sich, unabhängiger von Rohstoff-Importen zu werden und mittelfristig die Preise im Energiebereich zu senken.
    Am Montag, 4. Februar, gab ein Unternehmenssprecher der BNK Petroleum Deutschland GmbH an, dass die kanadische Firma vorerst die Erkundung von Erdöl- und Erdgasfeldern in Sachsen-Anhalt und Thüringen nicht weiter verfolgt. Kürzlich gestellte Anträge, die Betriebspläne für seismische Messungen in den beiden Bundesländern zum Inhalt hatten, wurden zurückgezogen. Die Suche nach Erdgas werde in beiden mitteldeutschen Gebieten nicht weiter verfolgt. In Deutschland wird das Unternehmen die Gebiete erkunden, für die die entsprechenden Genehmigungen vorliegen.
    In Thüringen wurde die Nachricht wohlwollend aufgenommen. Der Thüringer Landtag stimmte Ende Januar für die Beschlussvorlage, die “Fracking mit umwelttoxischen Chemikalien in Thüringen” zu Ziel hat. Zahlreiche Bürgerinitiativen gegen die Tiefbohrungen mit giftigen Chemikalien zeigten große Wirkung.




    Quelle: http://www.jenapolis.de/2013/02/frac...lassen-werden/
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  3. #33
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    30.901
    Blog-Einträge
    273
    Mentioned
    257 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 718586

    Fracking - Neuer Öl- und Gasrausch oder kommt jetzt die großflächige Verseuchung?

    Die Apologeten des Fracking argumentieren, die Technik sei für einige Jahre eine Ölpreisbremse, dafür sollen Chemikalien in den Untergrund gepumpt werden, jetzt ist die Diskussion auch bei uns angekommen.

    In den USA lösen die von der Förderindustrie durch den Einsatz von Fracking in Aussicht gestellten zusätzlichen Öl- und Gasvorkommen seit einigen Monaten eine wahre Euphorie aus. Hoffnung auf billiges Öl und damit ein Weiter-so des American Way of Life sowie die Aussicht, unabhängiger oder sogar autark von Öllieferungen aus den Ländern des Nahen Ostens zu werden, geben in den kriegsmüden USA dem Wunschdenken freien Lauf. Fracking wird dort sogar zur Erreichung der Klimaziele angepriesen.
    Auf der anderen Seite, bei den Öl-Hauptlieferländern, löst die Fracking-Euphorie anscheinend Befürchtungen aus, das Geschäft mit dem Öl könnte einbrechen. Bezeichnenderweise ist von einem Fonds aus Abu Dhabi der Film "Promised Land" von Gus Van Sant finanziert worden, er lief gerade auf der Berlinale. Allerdings wird darin nicht einseitig das Fracking verfemt, sondern die Umweltschutzbedenken, die Hoffnungen einer verarmten Landbevölkerung und die Geschäftspraktiken der Fördergesellschaft mit offenem Ende thematisiert, also durchaus ein Film als Diskussionsgrundlage.
    Denn auch bei uns werden von Seiten der Förderindustrie große Erwartungen geschürt, um mögliche Einschränkungen beim Einsatz von Fracking zu verhindern. Denn die Gewinnerwartungen sind hoch. PriceWaterhouseCoopers prognostiziert, Schieferöl könne langfristig zum "Turbo für die Weltwirtschaft" werden. Der Ölpreis im Jahr 2035 würde mit Fracking 25 bis 40 Prozent niedriger liegen als mit konventioneller Fördertechnik. Und Deutschland wäre nach Indien und Japan der drittgrößte Profiteur der verheißenen "Schieferölschwemme".
    Doch noch überwiegt die Skepsis. Auch Bundesumweltminister Altmaier gab sich kritisch und sagte: "Wir sollten vor einem generellen Fracking-Verbot nicht zurückschrecken, wenn neue Erkenntnisse es nahelegen." Und dafür liegen gute Gründe vor. Denn Fracking bedeutet nicht nur das Einpressen von Wasser in den Untergrund, um die Gesteinsschichten aufzubrechen und so die Ausbeute an Öl und Gas zu erhöhen. Die Methode funktioniert nämlich nur unter Einsatz von Chemikalien. Das Umweltbundesamt hat dazu die Studie "Umweltauswirkungen von Fracking" veröffentlicht, die nicht nur aufzeigt, welche Substanzen eingesetzt werden, sondern auch, wie schwer es ist, überhaupt an die entsprechenden Daten zu kommen.
    In Deutschland soll Fracking in Schiefertonformationen, Kohleflözen und dichten Sandsteinlagerstätten eingesetzt werden, bei denen die Durchlässigkeit sehr gering ist. Bei Tiefbohrungen wird das Gestein in der Lagerstätte deshalb mit hohem Wasserdruck aufgebrochen (gefrackt). Der Wasserbedarf kann dabei mehrere tausend Kubikmeter pro Bohrung betragen. Um ein Zusetzen der Risse zu verhindern, werden dem Wasser Chemikalien zugesetzt. Besorgnis und Unsicherheit bestehen vor allem wegen dieses Chemikalieneinsatzes. Laut UBA variieren die Mengen erheblich je nach verwendetem Frack-Fluid und der Art der Lagerstätte.
    Beim Fracking werden umweltschädliche und giftige Chemikalien in großen Mengen in den Untergrund gepumpt
    Pro Bohrung mit Fracking kamen zwischen 100 m3 und über 4.000 m3 Frack-Fluide zum Einsatz. Bei neueren Gel-Fluiden, die seit 2000 eingesetzt werden, wurden im Durchschnitt 100 t Stützmittel und ca. 7,3 t Additive mit meist 30 kg Bioziden eingesetzt. Insbesondere bei "Multi-Frack-Stimulationen" ergeben sich so große Einsatzmengen. So wurden in der Bohrung Damme 3 bei drei Fracks rund 12.000 m3 Wasser, 588 t Stützmittel und 20 t Additive (davon 460 kg Biozide) in den Untergrund eingepresst.
    Zum Einsatz kommen diverse Chemikalienmixe. Nach den dem UBA vorliegenden Informationen wurden bisher mindestens 88 verschiedene Zubereitungen zur Herstellung von Frack-Fluiden in Deutschland verwendet. Die Auswertung der verfügbaren Sicherheitsdatenblätter ergab, dass nur zu 21% der durchgeführten Fracks in Deutschland überhaupt Daten zur Zusammensetzung vorlagen und in 33 der den Gutachtern vorliegenden Sicherheitsdatenblätter keine Angaben zur Wassergefährdungsklasse der Zubereitung aufgeführt sind. Das UBA konnte 80 Sicherheitsdatenblätter auswerten und stufte die Fracking-Fluide gemäß Richtlinien 67/548/EWG bzw. 1999/45/EG so ein:

    • 6 Zubereitungen giftig
    • 6 umweltgefährlich,
    • 25 als gesundheitsschädlich,
    • 14 als reizend
    • 12 als ätzend und
    • 27 als nicht gefährlich

    Eine Reihe eingesetzter Zubereitungen weist gleichzeitig mehrere Gefährdungsmerkmale auf. Nach den Angaben in den Sicherheitsdatenblättern sind

    • 3 Zubereitungen als stark wassergefährdend (WGK 3),
    • 12 als wassergefährdend (WGK 2),
    • 22 als schwach wassergefährdend (WGK 1) und
    • 10 als nicht wassergefährdend (nwg)eingestuft.

    Im Ergebnis heißt das, Fracking kann möglicherweise die Ausbeute von Öl- und Gaslagerstätten erhöhen. Dafür werden umweltschädliche und giftige Chemikalien in großen Mengen in den Untergrund gepumpt, es ist nicht gewährleistet dass diese Chemikalien nicht in höhere Bodenschichten, das Grundwasser und die Nahrungskette gelangen. Hinzu kommt, dass sich im sogenannten Flowback, dem Teil der eingepressten Flüssigkeit der durch das Bohrloch wieder nach oben gelangt, natürliche Radioaktivität anreichern kann und so an die Erdoberfläche gelangt.
    Umweltschützer informieren zur Zeit über die Frackingpläne in Hamburg, der Senat bestätigte, dass ExxonMobil in den Bezirken Bergedorf und Harburg einen Antrag auf "bergrechtliche Erlaubnis" zur Erdgasförderung mit Fracking gestellt hat. Kritiker warnen vor einer Verseuchung des Grundwassers und vor unkalkulierbaren Bodenbewegungen. ExxonMobil versucht zu beschwichtigen und spricht davon, es sei aktuell noch nicht der Einsatz geplant, der Antrag sei zunächst nur als "Konkurrentenschutz" gemeint. Carin Schomann vom Portal www.vierlaender.de berichtet, dass es ihr zwar gelungen sei, mit Anfragen über das neue Transparenzgesetz zumindest an Teile der Antragsunterlagen zu kommen. Allerdings habe Exxon darauf bestanden, weite Strecken seines Antrags vor der Veröffentlichung zu schwärzen.

    Bild: Potenzial für Kohlenwasserstoffvorkommen und Wasserschutzgebiete in Deutschland.

    Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/2/153758
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  4. #34
    Redakteur Avatar von Angeni
    Registriert seit
    31.12.2010
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    11.578
    Mentioned
    263 Post(s)
    Follows
    1
    Following
    0
    Renommee: 531276
    Gasland:
    Die Wahrheit über Fracking
    – Bundesregierung will noch vor der Wahl die Genehmigung


    Der Film beschäftigt sich mit den Auswirkungen einer in den USA bereits häufig angewandten Tiefbohrtechnik, mit der Gasvorkommen erschlossen werden, indem man unterirdisch künstliche Risse erzeugt.
    Die Risiken der Fracking-Methode sind längst nicht genug erforscht. Besonders der Einfluss der eingesetzten Chemikalien beim Fracking ist bislang unkalkulierbar. Beim Fracking wird unter Hochdruck eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien ins Gestein gepresst, wodurch Risse entstehen, durch die später das Gas hochgepumpt wird. Beim Fracking geht es um Gas, das fest in die Poren des Gesteins, vor allem Schiefer, eingeschlossen ist.
    Grafik: So funktioniert Fracking: 1) Horizontalbohrung: In die Lagerstätten werden lange Strecken gebohrt. 2) Das Steigrohr wird unten mit Löchern perforiert (Durchmesser 30 bis 40 Zentimeter) 3) Unter hohem Druck wird ein Gemisch aus Wasser, Quarzsand und Chemikalien durch die Löcher in das umliegende Gestein gepresst. 4) Durch den hydraulischen Druck entstehen Risse im Gestein, durch die das Gas fließen kann. Die Risse können sich horizontal bis zu 100 Metern und vertikal bis zu zehn Metern aus-dehnen. 5) Das eingepresst Gemisch (Frack-Fluid) wird bis auf den Quarzsand und Chemikalienreste zurückgepumpt. Der Quarzsand hält die künstlichen Risse offen. Das eingeschlossene Gas strömt dem Bohrloch zu und kann nun gefördert werden
    Eine ganze Reihe von Vorkommnissen in der Umgebung von Gas-Förderstellen hatte die Umweltbehörde zu der Untersuchung der Fracking-Methode veranlasst: Ein Fischsterben in West Virginia, ein brennender Wasserhahn in Colorado, ein verseuchtes Feuchtgebiet in Pennsylvania. Wie viel davon tatsächlich mit der Förderung von unkonventionellem Gas und der Fracking-Methode zu tun hat, ist unklar, deshalb eben die EPA-Studie zum Thema Schiefergas und Fracking. Doch vorab schätzte die Umweltbehörde ein: „Es gibt Bedenken, dass das hydraulische Fracking die Qualität des Grund- und Oberflächen-wassers beeinträchtigen und damit Mensch und Umwelt bedrohen kann.”
    Kaum, dass in Deutschland ordentliche Aufklärungsarbeit über die Risiken der Gas-förderung durch “Fracking” betrieben wurde, wird bereits kräftig gebohrt. Ein völlig antiquiertes Bergrecht macht es möglich, dass weitgehend ohne Öffentlichkeit Ge-nehmigungen erteilt werden. Die Genehmigungsverfahren, sollten dringend aktualisiert werden, doch auch an der jetzigen Praxis wird sich vorerst nichts ändern (Das Bergrecht sieht die Information der Öffentlichkeit nicht vor! So erfahren Wasserbehörden, Wasser-werke und Bürgervertreter erst aus der Presse, wenn z.B. im Einzugsbereich der Wasser-schutzzone per Fracking nach Gas gesucht wird.)
    Die Erdgasgewinnung mittels Fracking-Technik halten sogar namhafte Experten für hochriskant. Selbst eine Studie der Europäischen Kommission kam zu dem Ergebnis, dass die Förderung von “Schiefergas”, welches mittels Verpressung eines Chemiecocktails aus dem Untergrund gewonnen wird, äußerst problematisch ist.

    Gasland - Die Wahrheit über Fracking - bald auch in Deutschland?



    Noch vor der Wahl: Bundesregierung will Fracking genehmigen
    Fracking gilt in den USA als neues Wundermittel zur Gewinnung von Erdgas und Erdöl. Doch die Risiken für Umwelt und Gesundheit sind massiv. Nun will die Bundesregierung noch vor den Wahlen einen Gesetzesentwurf durchs Parlament peitschen. Man möchte scheinbar noch schnell Fakten schaffen, bevor in der Öffentlichkeit die Debatte über die gefährlichen Nebenwirkungen des Fracking beginnen kann.
    Fracking[1] gilt als neues Wundermittel zur Gewinnung von Erdgas und Erdöl. In den USA findet derzeit bereits ein Boom der Fracking-Industrie statt, die die USA nicht nur langfristig die Unabhängigkeit von Erdgas- und Erdölimporten sichern soll, sondern die USA könnten so zu einem der großen Exporteure weltweit werden.[2] Nun springt auch die schwarz-gelbe Bundesregierung auf den vermeintlichen Trend auf und will noch vor den Wahlen im Herbst einen Gesetzesentwurf durchs Parlament bringen.[3] Offenbar möchte man schnell unumkehrbare Fakten schaffen, bevor in der Öffentlichkeit eine Debatte für das Für- und Wider von Fracking beginnt.

    Gefahr nachhaltiger Umweltschäden durch Fracking
    Offenbar möchte man die in den USA bereits hitzig geführte Debatte über die nach-haltigen Umweltschäden durch Fracking nicht auf Deutschland überschwappen lassen. Man könnte bereits jetzt den Zeitpunkt dafür verpasst haben. Auf Arte lief Ende Januar ein Dokumentarfilm über Fracking in den USA und Polen und die dabei bereits jetzt dort erkennbaren Umweltschäden.[4] Hinzu kommt, dass auf der Berlinale im Wettbewerb ein Film von Gus Van Sant mit dem Hauptdarsteller Matt Damon mit dem Titel „Promised Land“ läuft, der sich mit dem Thema Fracking und die Methoden der Öl- und Gasindustrie in den USA kritisch auseinandersetzt.[5]
    Statt der Wunderwaffe gegen steigende Rohöl und Erdgaspreise wird dort eine ganz andere Rechnung aufgemacht. Langfristig drohen durch Fracking giftige Chemikalien, die beim Fracking einsetzt werden müssen, das Grundwasser zu verseuchen.[6] Bisher war die offizielle Haltung auch der Bundesregierung daher, Fracking in Deutschland nicht zuzulassen. Insbesondere bevor nicht eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung in Deutschland erfolgt ist, sollte auf Fracking-Lizenzen in Deutschland verzichtet werden. Damit erreicht Deutschland die Debatte über Fracking aus den USA schneller als man wohl erwartet hatte.[7]
    Noch vor zwei Wochen berichtete der Spiegel, dass es keine Absicht gebe, noch in dieser Legislaturperiode einen Gesetzesentwurf einzubringen.[8] Was hat denn nun innerhalb dieser kurzen Zeitspanne den Sinneswandel der beiden herbeigeführt?
    Kurzfristige Profitinteressen der Industrie und die von der Lobby gesteuerte Politik auch in Deutschland versuchen nun, schnell einen Rechtsrahmen zu implementieren, der ein Moratorium für Fracking aufgrund hoher Schadensersatzforderung der Industrie an die Bundesregierung unumkehrbar machen soll.
    Wie bei der Kernenergie, die seit über vierzig Jahren keine tragfähige für Endlagerung [9] von radioaktiven Stoffen weltweit entwickeln konnte, wird nun versucht, die langfristigen ökologischen Folgen des Frackings herunterzuspielen. Man hat damals auch eine Be-triebsgenehmigung für AKWs und den damit entstehenden radioaktiven Müll erteilt, ohne über eine tragfähige Lösung für die Endlagerung zu verfügen.
    Die Folgen voreilig als sichere Endlager klassifizierter Salzbergwerke wie in Asse [10] kosten jetzt bereits und in der Zukunft den deutschen Steuerzahler Milliarden Euro. So könnte es auch beim Fracking kommen. Der giftige Chemikalien-Cocktail, der bei Fracking eingesetzt wird, kann auch erst nach bis zu fünfzig Jahren zurück in die oberen Schichten diffundieren und damit irreparable Schäden am Grundwasser anrichten.
    Hier gilt wieder einmal das Prinzip „l’aprés moi le deluge“ [11]. Sollen doch die nachfolgenden Generationen mit diesen Konsequenzen fertig werden. So sieht die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und der Industrievertreter aus.

    Fracking-Bubble: Übersteigerte Erwartungen
    Wie bei jeder Spekulationsblase wird durch übersteigerte Erwartungen über die Ertragschancen und erschließbaren Vorkommen die Öffentlichkeit fehlinformiert [12]. Die goldenen Zeiten, die von der Fracking-Mafia der Öffentlichkeit vorgegaukelt werden, könnte wie zuvor die New Economy Blase [13] oder die durch Finanzderivate beim Immobilienmarkt insbesondere der Subprime Mortgage Krise in den USA [14] nach einem Investitionsboom in einem Katzenjammer enden. Weil man wenig über die derzeit vermuteten Lagerstätten und ihre Erschließungskosten sowie die nachhaltigen Umweltproblem weiß, wird eben alles schöngerechnet.
    Behauptung können ja kaum fundiert widerlegt werden. Es finden sich genug „Experten“, die leichtfertig Gutachten erstellen, die die Industrieinteressen stützen. Den Kritikern wird stattdessen mit kritischen Expertisen zu deren Analysen im Auftrag der Industrie die wissenschaftliche Reputation untergraben. Es geht auch hier erneut um die Luft-hoheit, wer wissenschaftlich die Oberhand behält und damit Öffentlichkeit für sich gewinnen kann.
    Das Ganze könnte sich jedoch für die Bundesregierung als Rohrkrepierer erweisen. Es wäre – sollte das Gesetz zustimmungspflichtig sein – eine Steilvorlage für den kommenden Bundestagswahlkampf insbesondere der Grünen. Wie bereits bei der Verlängerung der Laufzeit für AKWs durch die jetzige Bundesregierung, die sie zu ihrer vielbeschworenen Energiewende aufgrund des Desasters in Fukushima[15] zwang, häufen sich derzeit Meldungen über massive Schäden beim Fracking in den USA oder auch in Polen. Der öffentliche Widerstand wächst.
    Die allzu optimistischen Prognosen über Fracking-Vorkommen müssen bereits gekappt und die Kostenschätzungen nach oben korrigiert werden. Wie bei Stuttgart 21 haben inzwischen Lügen kürzere Beine als bisher [16]. Die Realität stellt sich schneller im Internet-Zeitalter als bisher ein. Hoffen wir das Beste lieber Leser, das hier Umsicht und Vernunft am Ende siegen.

    Gasland part 1 of 2



    Quellen

    [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulic_Fracturing

    [2] Vgl. hierzu beispielsweise Der Spiegel: Amerika Gibt Gas; in: Der Spiegel (Printausgabe) Nr. 5 vom 28. Januar 2013, S. 64-68.

    [3] http://www.welt.de/wirtschaft/energi...-Fracking.html

    [4] http://videos.arte.tv/de/videos/gas-fieber–7282284.html

    [5] http://www.spiegel.de/kultur/kino/be...-a-882219.html

    [6] http://fracfocus.org/

    [7] http://dangersoffracking.com/

    [8] “Umweltminister Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Philiupp Rösler haben aus dem Expertenstreit ihre eigenen Lehren gezogen. Fracking, so heißt es in ihren Stellung-nahmen, sei technisch aufwendig und ökologisch umstritten, mit anderen Worten: Finger weg – jedenfalls bis zur Bundestagswahl im Herbst.” Der Spiegel (Printausgabe) Nr. 5 vom 28. Januar 2013, S. 68.

    [9] http://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfall

    [10] http://www.spiegel.de/thema/atommuelllager_asse/

    [11] http://forum.wordreference.com/showt...84875&langid=3

    [12] http://www.rollingstone.com/politics...-boom-20120301

    [13] http://en.wikipedia.org/wiki/Dot-com_bubble

    [14] http://www.bpb.de/politik/wirtschaft...me-krise?p=all

    [15] http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklear..._von_Fukushima

    [16] http://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_21





    LG Angeni
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  5. #35
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    30.901
    Blog-Einträge
    273
    Mentioned
    257 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 718586

    Fracking: Es ist nach wie vor höchste Wachsamkeit geboten

    Die Überschrift gibt es nicht korrekt wieder, es ist viel mehr als das!!!!!!!

    Zum Thema Fracking rührt sich überall in Deutschland Widerstand. Selbst in konservativen Kreisen besteht man auf Verboten - solange nicht zweifelsfrei feststeht, dass Fracking ohne Schaden für Grundwasser/Umwelt und damit für den Menschen durchgeführt werden kann. Immer wieder wird gefordert, die Exploration solange auszusetzen, bis eine sichere Explorations- und Endlagerungs-Technologie zur Verfügung steht. Tatsächlich wird oft vergessen, dass eine ebenso große Gefährdung im Verpressen des rückgeführten Chemiecocktails, einschließlich des giftigen mitgeführten Lagerstättenwassers, besteht. Denn niemand ist in der Lage, für die Dichtheit unterirdischer Hohlräume zu bürgen. Das dürfte auch künftig zum Problem werden. Die Initiative Gegen Gasbohren... http://www.gegen-gasbohren.de/ hat die augenblickliche politische Situation in zwei Rundmails deutlich gemacht: 26. Februar:
    Wirtschaftsminister Philip Rösler und Umweltminister Peter Altmaier planen erste gesetzliche Einschränkungen für die Erschließung von Schiefer- und Kohleflözgasvorkommen. Obligatorische Umweltverträglichkeitsprüfungen und das Verbot von Fracking in Trinkwasserschutzgebieten wurden in den letzten Monaten von fast allen betroffenen Bundesländern auf freiwilliger Basis bereits umgesetzt und sollen nun Gesetz werden. Disposalbohrungen zur Verklappung der hochgiftigen Abwässer und die konventionelle Gasförderung in Trink- und Heilquellengebieten bleiben aber weiterhin explizit erlaubt. In NRW, Schleswig-Holstein, Hessen und andere Bundesländern gelten weiter Moratorien für die Genehmigungsverfahren. Grundlage der Moratorien ist, dass erste Gutachten ein erhebliches Risiko der unkonventionellen Gasförderung erkannt haben. In vielen Bereichen fehlen wissenschaftliche Erkenntnisse und damit die Grundlagen für die Vermeidung von Risiken. Solange Risiken für Mensch und Natur aber nicht ausgeschlossen werden können, können auch keine Genehmigungen erteilt werden. Warum sich die Bundesregierung dieser Logik nicht anschließend möchte, bleibt unverständlich. Mehrere Bundesländer haben über den Bundesrat ein Moratorium gefordert, welches aber von der Regierung abgelehnt wurde. Auch das von der Umweltministerkonferenz geforderte Verbot von Disposalbohrungen wird in der Gesetzesänderung nicht erwähnt. Die für die wasserrechtliche Genehmigung zuständigen Behörden haben damit den Schwarzen Peter. Sie müssten ohne einen deutschlandweiten und wissenschaftlich begründeten Leitfaden Entscheidungen treffen und werden im Zweifel von Unternehmen und Bürgern gleichermaßen verklagt werden. Umweltminister Peter Altmaier hat bereits erkannt, dass eine europäische Schiefergasförderung keine Effekte auf Preise oder Versorgungssicherheit hat. In vielen Studien und Berichten wird das seit 2011 ausführlich dargelegt. Wirtschaftsminister Philip Rösler glaubt dagegen noch das Märchen vom billigen Gas. Er traut den gasfördernden Unternehmen zu, die für die Förderung relevanter Gasmengen benötigte Anzahl von 700 bis 1000 Bohrungen pro Jahr durchzuführen. Bislang scheiterten die gleichen Unternehmen schon bei der Auswahl benzoldichter oder rostfreier Rohre für ihre Abwasserverklappung. Die Änderungen sollen jetzt kurzfristig im Bundestag beschlossen werden. Die Bürgerinitiativen fordern weiterhin ein generelles Verbot der Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen und ein Verbot von Disposal-bohrungen.
    27. Februar:
    Würde der Gesetzesentwurf zum Fracking von Peter Altmaier und Philip Rösler verabschiedet, könnte damit das fragile Konstrukt eines “faktischen Fracking-Moratoriums” in NRW gefährdet werden, so die energiepolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen in NRW Wibke Brems. “Damit ist klar, dass das Vorgehen Altmaiers und Röslers nicht dem Vorgehen Nordrhein-Westfalens entspricht. In NRW soll auf Grund der Informations- und Datendefizite ein schrittweises Vorgehen erfolgen, um nicht Tatsachen zu schaffen bevor Erkenntnisse vorliegen. Eine Annahme des Gesetzentwurfs von Minister Altmaier und Rösler würde das unmöglich machen. Denn die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen würden das Thema Fracking bundesweit regeln und somit die Handlungskompetenzen der Länder eingeschränken.
    Diese dürfen nämlich nur aktiv werden und eigene Regelungen einführen, wenn es keine abschließenden Regelungen auf Bundesebene gibt. Die Konsequenz daraus wäre, dass Nordrhein-Westfalen vermutlich nicht mehr wie geplant, jene wichtige Vorarbeit zur Klärung der noch offenen Fragen leisten könnte, bevor Entscheidungen getroffen werden müssen.” Davon betroffen wären auch alle weiteren Bundesländer mit unkonventionellen Gasvorkommen. Der Entwurf der Regierung sieht vor, dass für Gasförderung mit Fracking grundsätzlich Umweltverträglichkeitsprüfungen fällig würden und Fracking in Wasserschutzgebieten grundsätzlich verboten wäre. Nicht geregelt bliebe weiterhin, wie und welche Kriterien in einer Umweltverträglichkeitsprüfung überhaupt geprüft werden sollten. Alle Gutachten bestätigen, dass mangels ausreichender Informationslage die Erstellung eines Kriterienkatalogs momentan nicht möglich ist. Würde man der Vernunft folgen, wäre damit eine UVP sehr schnell mit negativem Ergebnis für die Industrie beendet. Darauf wird man aber aus Erfahrungen mit anderen Großprojekten kaum bauen können. Zur Gewinnung der notwendigen Informationen sind übrigens nicht – wie vielfach behauptet – unbedingt wissenschaftlich begleitete Probebohrungen notwendig. In Niedersachsen sind ausreichend alte Bohrungen vorhanden, die auf Dichtheit geprüft werden könnten. Die Unternehmen haben bislang immer noch nicht alle beim Fracking eingesetzten Stoffe veröffentlicht und die ehemalige Landesregierung von Niedersachsen verweigerte die Offenlegung aller bislang bei der Gasförderung aufgetretenen Vorfälle und Unfälle. Bundesländer und Regierung sollten sich die Zeit nehmen, ernsthaft und faktenbasiert zu prüfen, bevor gesetzliche Schnellschüsse abgegeben werden. Ein Moratorium wäre dafür ein guter Anfang. Aber auch durch ein vollständiges Verbot würden Deutschland keine Nachteile entstehen. Die wirtschaftliche Relevanz der hier vorhandenen Gasvorkommen ist dafür viel zu gering. Und von BASF / Wintershall, ExxonMobil und BNK Petroleum kann man erwarten, dass sie die angeblich “strengen deutschen Umweltvorschriften” selbstverständlich auch auf ihren Gasfeldern in Libyen, Russland und der Ukraine einhalten, wo noch ausreichend konventionelle Gasvorkommen existieren. Oder etwa nicht?

    Quelle: http://www.stoerfall-zukunft.de/blog...amkeit-geboten
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  6. #36
    Moderator Avatar von Aaljager
    Registriert seit
    21.04.2012
    Beiträge
    1.269
    Mentioned
    129 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    1
    Renommee: 106350
    Das ist kein Schnellschuss wegen Unwissen sondern ein klarer Versuch den Lobbyisten vor der Wahl noch eine Menge an Spendengeldern zu entlocken. Aber wie sagte letztens ein ordentlich gewähltes Mitglied des Bundestages, Lobbyismus und Politik gehören zusammen. Ohne die vielen Informationen der Lobbyisten wäre eine Entscheidungsfindung gar nicht möglich. Da stellt sich mir nun die Frage wofür gibt es denn für jeden Mist, sogenannte Expertengremien für die Jahr für Jahr Millionen gezahlt werden. Drehen die nur Däumchen und sind nur als Alibi für die Bürger vorhanden oder wollte der nette Herr Uns allen damit sagen: "Leute macht und sagt was Ihr wollt, Wir entscheiden doch so wie es die Lobbyisten wollen!"
    Wenn ja, dann sollte die gute alte Bestrafung des Teerens und Federns wieder eingeführt werden, ebenso wie der Passus schuldig solange bis der Angeklagte die Unschuld beweisen kann. In vielen Fällen scheint Unsere Justiz ohnehin nur noch nach dem Motto zu entscheiden oder wessen Interessengruppe mehr Geld für fachliche Inkompetenz ausgeben kann!

  7. #37
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    30.901
    Blog-Einträge
    273
    Mentioned
    257 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 718586

    Facts on “Fracking” – eine deutsche Zusammenfassung

    Durch einen Diskussionsfaden den ich schon seit mehreren Jahren verfolge, bin ich auf einen Vortrag aufmerksam geworden, der sich faktenorientiert mit den Risiken des „Hydraulic Fracturing“ auseinandersetzt. Der Vortrag dauert 01:45 Stunden und wird in englischer Sprache gehalten. Da die dort präsentierten Informationen aus meiner Sicht die Diskussion auch in Deutschland sehr bereichern könnten, und die meisten unter uns doch keine Zeit (oder Lust) haben, sich einen solch langen Vortrag anzuschauen, versuche ich im Folgenden die wichtigsten Aussagen zusammenzufassen. Hier zunächst der Vortrag von Dr. Ingraffea über die Fracking-Technologie:



    Dr. Ingraffea und verfügt über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung im Bereich Strukturmechanik. Nach eigenen Angaben hat er sich in seiner Forschung auf die Computersimulationen und die physikalischen Tests von komplexen Bruchprozessen konzentriert. Er hat unter anderem Artikel in der renommierten Zeitschrift "Nature" über die Nebenwirkungen des "Frackings" publiziert. Im Vortrag geht er zunächst auf die Frage ein, warum das „Fracking“-Verfahren speziell bei der Förderung von Schiefergas eine unkonventionelle Technik zur Erschließung von Erdgas ist. Denn im Unterschied zur konventionellen Erschließung müssen 4 relativ neue Technologien miteinander kombiniert werden. Dies sind: 1. Directional drilling (Richtbohrtechnik)


    Sie wird benötigt, weil das Erdgas, sich im Gegensatz zu konventionellen Lagerstätten nicht in einer Lagerstätte „gesammelt“ hat, sondern mehr oder weniger gleichmäßig in den Tonsteinformationen verteilt ist. Dabei sitzt das Gas im Wesentlichen fein verteilt im Porenraum des Gesteins. Dieses Gas wird man NIE erschließen können. Was mit dem Fracking-Verfahren erschlossen wird, ist das Gas, das aus den feinen Poren über sehr lange Zeiträume in natürlich vorkommende Klüfte im Gestein hineingewandert ist. Folgendes Bild zeigt einen devonischen Tonstein, auf dem sehr schön die Hauptkluftrichtung erkennbar ist. Natürliches Kluftmuster im Marcellus Shale Quelle: Garry Lang

    Ziel des „Fracking-Verfahrens“ ist es also, die natürlich vorkommenden Klüfte zu weiten und miteinander zu verbinden, um das darin lagernde Erdgas erschließen zu können. Dies gelingt nur mit der Richtbohrtechnik, da sich auf diese Weise ein wesentlich größerer Raum des Tonsteins, der meist mehr oder weniger horizontal lagert, erschließen lässt, als mit rein vertikalen Bohrungen. 2. High frac fluid volumes

    Die zweite notwendige Technologie für das Fracking-Verfahren ist es, mit riesigen Fluidmengen und Drücken sicher im Gelände umgehen zu können. Dr. Ingraffea erläutert, dass schon seit 1947 gefrackt wird und dass das Verfahren zum Aufweiten von bestehenden Klüften, durch das Injizieren von Flüssigkeiten mit großen Drücken in konventionellen Lagerstätten tausendfach in den letzten Jahrzehnten eingesetzt wurde - auch in Deutschland. Selbst bei der Erschließung von Geothermie-Projekten wurde und wird es ständig eingesetzt. Aber: Bei konventionellen Lagerstätten werden dabei üblicherweise laut Dr. Ingraffea nur rund 350-400 m³ Flüssigkeit verwendet (100.000 Gallonen). Die notwendigen Flüssigkeitsvolumina sind bei den unkonventionellen Fördermethoden erheblich größer - aufgrund der großen Gesamtlängen der Bohrungen, die zum Teil mehrere Kilometer tief in der Vertikalen und zusätzlich nochmal bis zu 2 Meilen (3,2 km) horizontal verlaufen können. Zusätzlich wird sehr viel Flüssigkeit gebraucht, um die bestehenden Klüfte im Gestein auszufüllen und (durch den großen Druck) aufzuweiten. Daher wird für die Erschießung von Schiefergas je nach Bohrung bis zu 20.000 m³ Flüssigkeit benötigt! Das entspricht in etwa der Wassermenge von 5 Olympiaschwimmbecken (jeweils 50m Länge*25m Breite*3m Tiefe). Die zu bewältigenden Flüssigkeitsmengen sind also erheblich größer als bei konventionellen Lagerstätten! Die Pumpen die dabei zum Einsatz kommen, müssen dabei nicht nur diese großen Mengen bewältigen, sondern sie müssen auch die im Bohrloch auftretenden Reibungs- und Strömungsverluste überwinden. Um dabei im Bohrloch Drücke von bis zu 700 bar aufzubauen, haben die Pumpen Leistungen von bis zu 30.000 kW. Diese werden erreicht, durch das Zusammenschalten vieler Kompressoren, die jeweils über rund 1.600 kW Leistung verfügen. 20 solcher Trucks in Reihe geschaltet sind bei Frac-Jobs keine Seltenheit. Um sich diese Drücke etwas besser vorstellen zu können, zeigt Dr. Ingraffea folgendes Bild: Fracking-Blowout durch eine unbekannte, verlassene Bohrung in Pearsall, Texas, November 2010. Quelle: Dr. Ingraffea

    Es zeigt den Blowout aus einer alten, nicht mehr verwendeten Bohrung, in deren Nähe man gefrackt hat, und die man leider bei der Voruntersuchung übersehen hatte. Die von außen aufgebrachten Drücke haben sich also in der Gesteinsformation den Weg entlang einer alten Bohrung bis an die Oberfläche gesucht. Der im Bild zu sehende Bohrturm ist etwa 30 Meter hoch. 3. Slickwater

    Kommen wir zur dritten Technik, die benötigt wird, um Schiefergas überhaupt fördern zu können - dem sogenannten „Slickwater“. Leider gibt es auch hier keine passende deutsche Übersetzung, der Ausdruck beschreibt aber im Wesentlichen die Konditionierung von Wasser mit
    • Sand oder anderen Stützkörnern (Proppants),
    • Stoffen, die die Reibung an der Bohrlochwand reduzieren, die Viskosität erhöhen und dadurch verhindern, dass der Sand in der Flüssigkeit nach unten sinkt, z.B. Guarkernmehl.
    • Biozide, die das Geliermittel (Guarkernmehl) vor Bakterien schützen sollen.
    • Korrosionschutzmitteln, die das Bohrrohr (Casing) schützen sollen.

    Das alles dient nur einem Zweck: die Effizienz der Schiefergasförderung zu erhöhen. Die genaue Zusammensetzung dieser Flüssigkeiten ist eine Wissenschaft für sich.
    4. Multi Well Pads

    Die letzte Technik, die benötigt wird, um Schiefergas oder Tight Oil zu erschließen, sind die sogenannten Multi-Well-Pads. Ein Multi-Well-Pad ist eine Bohrplattform mit der in einer vertikalen Bohrsektion mehrere neue horizontale Bohrungen erschlossen werden. Auf diese Weise lässt sich die Gesteinsformation, in deren Klüften das Gas sitzt, relativ flächendeckend und relativ kosteneffizient erschließen. Auch der Landschaftseingriff reduziert sich durch diese Technik deutlich. Schematische Darstellung eines Multi-Well-Pads Quelle: Tyndall 2010

    Multi Well Pads ermöglichen erst den industriellen Einsatz der Fracking-Technik. Dabei unterscheiden sich die Abstände, in denen solche "Pads" ausgeführt werden erheblich voneinander, abhängig von der Geologie, der Tektonik und der angewendeten Fracking-Methode. Dr. Ingraffea erwähnt im Vortrag das sogenannte "40 acre spacing" mit Bohrungen im Abstand von rund 160 m und das "80 acre spacing", Bohrungen im Abstand von rund 320m. Ziel dieser Methode ist, möglichst viel unterirdische Fläche durch das Fracking zu erreichen und möglichst wenig unterirdische Fläche unberührt zu lassen, um die Rohstoffausbeute zu maximieren. Das folgende Bild zeigt ein Beispiel für ein "40 acre spacing" aus der Tight-Gas-Förderung in Wyoming. Beispiel für ein "40 acre spacing": Jonah gas field, Upper green valley, Wyoming Quelle: skytruth.org

    Ein solch enges Bohraster kommt laut Dr. Ingraffea nur selten zum Einsatz. Häufiger wird ein "80 acre spacing" verwendet, das mit 4-mal weniger Bohrungen auskommt. Das Raster ist aber immer abhängig von der Geologie, sowie diversen gesteinsphysikalischen Parametern. Hier ein Beispiel für ein "80 acre Spacing" mit einem schematisch dargestellten Multi-Well-Pad, an dem auch die flächige Erschließung des Schiefergases deutlich wird: Beispiel für die flächige Erschließung von Schiefergas durch ein "80 acre spacing" Quelle: Dr. Ingraffea

    Jedes Rechteck ist eine "spacing unit". Die Richtung der Horizontalbohrungen orientiert sich dabei an der Geologie - senkrecht zur Hauptkluftrichtung der Tonsteinformation aus der das Schiefergas gefördert werden soll.
    Zusammenfassung

    Wenn Fracking einen nennenswerten Beitrag zur Erdgasversorgung liefern soll, dann
    • benötigt man eine sehr hohe Bohrdichte, viele Bohrungen pro Quadratkilometer,
    • werden viele industrielle Anlagen über sehr große Landgebiete verteilt. Es wird mit schwerem Gerät gearbeitet, das rund um die Uhr im Einsatz ist, wobei die oberirdische Lärm- und Schadstoffemission durch die riesigen Maschinen nicht zu unterschätzen ist. Außerdem steigt durch die große Anzahl dieser Anlagen die Wahrscheinlichkeit von Unfällen, bei denen gefährliche Substanzen in die Umwelt gelangen können.
    • braucht man sehr große Fracking-Fluidmengen. Mehrere Tausend Kubikmeter pro Bohrung, wodurch sehr große Abwasser- und Feststoffmengen entstehen, die entsorgt werden müssen. Diese Mengen enthalten zum Teil sehr giftige Substanzen. Dazu zählen natürlich vorkommende radioaktive Substanzen und flüchtige organische Verbindungen.
    • können große Mengen an flüchtigem Methan entstehen, wobei Methan etwa 20- bis 100-mal klimaschädlicher ist als CO2 (je nachdem welche Aufenthaltszeit des Methans in der Atmosphäre unterstellt wird)

    Die Technik führt neben den Methan-Emissionen in die Atmosphäre auch zu lokalen Verschmutzungsrisiken:

    • Erdgas, Bohrspülung und Salzwasser können in manchen Fällen entlang des Bohrstrangs nach oben migrieren,
    • Erdgas, Frac-Fluid und "Produktionswasser" kann eventuell durch die gefrackte Formation nach oben migrieren.
    • Bis die Produktionsphase beginnt, kommt ein Gas-/Liquid-/Fracking-Fluid-Gemisch aus dem Bohrloch, bei dem es technisch kaum möglich ist, die Gase abzutrennen. Daraus folgen enorme Emissionen in den ersten Wochen.

    Weiterhin betrachtet Ingraffea das Risiko, dass Erdgas und/oder Bohrflüssigkeit in das Grundwasser migriert, denn auch dafür gibt es inzwischen eine ausreichende Datenbasis. So kam es etwa bei jeder 150. Bohrung im Marcellus-Shale zwischen Januar 2008 und August 2010 zu einer signifikanten Beeinträchtigung der Umwelt. Nimmt man diese Zahl für eine Hochrechnung zeigt sich, dass alleine bei den im Marcellus-Shale angestrebten 120.000 bis 170.000 Bohrungen (je nach Szenario) zwischen 800 und 1.100 (schwere) Umweltbeeinträchtigungen möglich wären. Die Bandbreite der Schäden reicht dabei von "kleineren" Verschmutzungen des Grundwassers, von der nur wenige Menschen berührt werden, bis zur Verschmutzung des Grundwassers aus dem ganze Gemeinden versorgt werden. Selbst wenn die Industrie es schaffen würde, das Schadensverhältnis auf 1:500 zu verbessern, wären bei der großen Zahl an Bohrungen immer noch 240 bis 340 schwere Zwischenfälle zu erwarten. Ingraffea erklärt, dass er der Meinung ist, dass das Verhältnis auf mindestens 1: 50.000 verbessert werden muss, bevor diese Technik großflächig angewendet werden sollte. Dies ist aber aus technischen und finanziellen Gründen nahezu unmöglich. Dies hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass trotz der modernen Simulationstechnik, die Ausbreitungsrichtung und die Länge der künstlich aufgeweiteten Klüfte nicht exakt vorhergesagt werden kann, sondern ihre Ausbreitungswege eher chaotisch verlaufen. Das Zusammenspiel der verschiedenen Einflussgrößen ist schlicht zu komplex und der Untergrund ist zu wenig bekannt, um exakte Vorhersagen zu treffen. Das ganze findet ja in mehreren Tausend Metern Tiefe statt und kann nur anhand von Messwerten überwacht werden! Fazit: Würde man Fracking zu 99,9999% sicher machen wollen, hätte man entweder nur wenige Stellen an denen man das Verfahren einsetzen könnte, oder aber der finanzielle Aufwand für die Sicherheit würde die Fracking-Technik unwirtschaftlich machen. Jedem, der sich intensiver mit der Fracking-Technologie auseinandersetzen will, sei Ingraffea´s Vortrag empfohlen. Er ist auch für englischsprechende Laien gut verständlich. Selbstverständlich lässt sich das im Vortrag gesagte nicht 1:1 auf Deutschland übertragen, die Grundproblematik dürfte hier dennoch ähnlich gelagert sein, wobei allein die wesentlich höhere Bevölkerungsdichte in Deutschland einen ähnlichen Einsatz wie in den USA deutlich erschweren dürfte.

    Quelle: http://www.peak-oil.com/2013/03/fact...sammenfassung/
    plus: http://www.spektrum.de/alias/rohstof...tstest/1185968

    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  8. #38
    Redakteur Avatar von Angeni
    Registriert seit
    31.12.2010
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    11.578
    Mentioned
    263 Post(s)
    Follows
    1
    Following
    0
    Renommee: 531276

    Neue Studie aus den USAFracking
    kann Flüsse und Seen belasten



    dpa Eine Einrichtung zum umstrittenen Fracking in Pennsylvania

    Fracking ist eine umstrittene Methode zur Gasförderung, deren Einsatz auch in Deutschland diskutiert wird. Eine Studie aus den USA zeigt, dass die Technik nicht nur das Grundwasser belasten kann, sondern auch Flüsse und Seen.
    Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler um Sheila Olmstead von der Forscherorganisation „Resources for the Future“ in Washington. Fracking ist eine relativ neue Methode zur Gewinnung von Erdgas aus Gestein. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, um dort Risse zu erzeugen, damit das Gas austreten kann. Die Wissenschaftler untersuchten das Wasser hinter Kläranlagen, in denen Abwässer solcher Bohranlagen gereinigt werden, und das Oberflächenwasser in der Nähe von Bohrplätzen. Flussabwärts dieser Anlagen sei die Chloridkonzentration im Wasser immer noch erhöht, schreiben sie in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“).

    Mehr Schwebstoffe im Wasser
    Die Konzentration von Schwebstoffen sei zwar unterhalb der Anlagen nicht erhöht, steigt hingegen den Forschern zufolge insgesamt, wenn die Zahl der Bohrplätze in einem Wassergebiet zunimmt – 18 zusätzliche Bohrplätze steigern die Konzentration um fünf Prozent. Hierfür machen sie Niederschlagswasser verantwortlich, das vom Bohrplatz ins Oberflächenwasser fließt.

    Nicht nur Grundwasser gefährdet
    Sowohl Chlorid als auch die Schwebstoffe haben negative Folgen für die Umwelt, so die US-Wissenschaftler. Erhöhte Chloridkonzentrationen schädigten direkt das Wasserökosystem. Gleichzeitig sei die Befreiung des Wassers von den Salzen ein teurer und aufwendiger Prozess. Schwebstoffe belasten das Wasser zusätzlich. Bisher wurden vor allem Auswirkungen des Frackings auf das Grundwasser befürchtet. Die Forscher warnen nun vor Folgen für das Oberflächenwasser und fordern weitere Untersuchungen.

    Andere Bedingungen in Deutschland
    In Deutschland sieht es nach Expertenmeinung besser aus. „Die Risiken für das Grundwasser sind im Vergleich zu den Gefahren für das Oberflächenwasser die größeren“, sagte Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt. Der wissenschaftliche Mitarbeiter im Fachgebiet „Wasser und Boden“ erklärt: „Die Studie ist interessant, aber nur das Wenigste ist auf Deutschland übertragbar. Denn nach deutschem Recht müssen Bohrplätze vollständig versiegelt sein.“ Das gesamte Wasser am Bohrplatz, auch Niederschlag, müsse deshalb aufgefangen und ordnungsgemäß entsorgt werden. Bei hochbelastetem Wasser sei sogar noch eine Vorbehandlung nötig, bevor es in die Kläranlage dürfe. „In der Abwasserverordnung gibt es da sehr strenge Vorschriften.“ Nach Einschätzung von Experten sei es derzeit nicht möglich, das Abwasser aus den Bohrungen ohne vorherige Behandlung in kommunale Kläranlagen einzuleiten, dafür sei die Belastung des Wassers zu hoch. Erst müssten geeignete Verfahren für die Vorbehandlung entwickelt werden.
    Quelle

    LG Angeni
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  9. #39
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
    Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    30.901
    Blog-Einträge
    273
    Mentioned
    257 Post(s)
    Follows
    0
    Following
    0
    Renommee: 718586

    Fracking: Da kommt noch was

    Bis sich Erdbeben nach Fracking entladen können Jahre vergehen

    US-Geologen der Columbia University gehen davon aus, dass die Erbebenserie im Bundesstaat Oklahoma vom 6. November 2011 durch Verpressen von Wasser bei der Erdölförderung ausgelöst worden ist. Von den Öl-Förderunternehmen waren Abwässer, die bei der Ölexploration anfielen, anschließend in ein altes Bohrloch eingepresst worden. Das Erdbeben ereignete sich im Zentrum des dünnbesiedelten Staates (35°29′10″N 96°41′16″W) und hatte Magnituden bis 5,7. Es wurden Gebäude zerstört und zwei Menschen verletzt.
    Zwar hatte schon eine erste Untersuchung im Auftrag der National Academy of Sciences im Jahr 2012 ein Risiko in den Injektion in den Untergrund als Auslöser von Erdbeben gesehen. Doch hatten diese Verpressungen teils Jahre vorher stattgefunden, so dass man zunächst keinen direkten Zusammenhang herstellen wollte. Bis dahin beobachtete Beben nach Verpressungen hatten innerhalb weniger Wochen danach stattgefunden und waren typischerweise viel schwächer.
    Statistische Daten des US Geological Survey zeigen, dass in den inneren USA die Häufigkeit von Erdstößen der Stärke 3 und mehr seit 2009 abrupt zugenommen hat. Fanden in den letzten 50 Jahren bisher nur 1,2 Beben dieser Stärke pro Jahr statt sind es seit 2009 25 Beben pro Jahr. Dies könnte zeitlich mit der Ausweitung des Fracking in den USA im Zusammenhang stehen. Fracking hat enorm zugenommen, seitdem 2005 mit der Verabschiedung des Energy Policy Act Umweltstandards bei der Gas- und Ölförderung ausgehebelt wurden.



    Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/2/154011
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  10. #40
    Redakteur Avatar von Angeni
    Registriert seit
    31.12.2010
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    11.578
    Mentioned
    263 Post(s)
    Follows
    1
    Following
    0
    Renommee: 531276
    Koalition macht bei Fracking Tempo
    Umstrittene Schiefergasförderung


    Die Legislaturperiode ist schon so gut wie zu Ende. Die Zeichen stehen bereits auf Wahlkampf. Doch nun will die Koalition eines der umstrittensten Gesetzesvorhaben der vergangenen Monate doch noch durchboxen - die Förderung von Schiefergas mit gefährlichen Chemikalien.

    Die schwarz-gelbe Koalition will nun doch noch vor der Bundestagswahl eine gesetzliche Regelung zum umstrittenen Gas-Fracking auf den Weg bringen. Nach einer Vereinbarung der zuständigen Experten von Union und FDP soll bis zum Ende der kommenden Woche eine Einigung gefunden werden, schreiben die "Ruhr Nachrichten".
    Das Bundeskabinett könnte die Regelung dann in seiner Sitzung am 8. Mai auf den Weg bringen. Der Bundesrat könnte am 9. Juli darüber entscheiden. Es sei der letzte Versuch, noch vor der Bundestagswahl eine gesetzliche Regelung zu erreichen, heißt es dem Bericht zufolge in Koalitionskreisen.
    Hier Weiterlesen

    LG Angeni
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

Seite 4 von 9 ErsteErste 12345678 ... LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •