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Thema: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

  1. #31
    Redakteur Avatar von Angeni
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    Plattenbewegungen komplexer als bisher angenommen
    Forscher untersuchen unterseeische Gebirge um Plattendynamiken zu verstehen
    Internationale Forscher haben herausgefunden, dass Plattentektonik und Erdmanteldynamiken komplexer sind als bisher angenommen. Diese Erkenntnisse können zu einer Neuinterpretation bereits bestehender Theorie führen und hilfreich für das bessere Verständnis und die Voraussage von Naturkatastrophen sein. Die Forscher des Ozeanbohrprogramms IODP untersuchten dazu den Hotspot "Louisville" im Südpazifik und fanden heraus, dass dieser sich im Gegensatz zum Hawaii-Hotspot in den letzten 80 bis 50 Millionen Jahren kaum bewegt hat. Diese Erkenntnis spricht gegen eine zuvor postulierte große Erdmantelströmung namens "Mantelwind", die sich in diesem Zeitraum ereignet haben soll, so die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Geoscience".

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Name:	louisville1g.jpg 
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    Hawaii oder die kanarischen Inseln sind typische Beispiele für den sogenannten Hotspotvulkanismus. Dabei schieben sich die Platten der Erdkruste über eine heiße Stelle - den Hotspot - an welcher besonders heiße Magma aus dem Erdmantel aufsteigt. So entstehen vulkanische Gebirge, die sich im Ozean oft perlenschnurartig aneinanderreihen oder als Vulkaninsel über die Oberfläche ragen. Diese Gebirge und deren ursächliche Hotspots haben Geologen lange als Referenz für Plattenbewegungen gedient, da sie als ortsfest galten und sich so die erdgeschichtliche Bewegungsdynamik der Platten ablesen ließ.

    Aus Untersuchungen am Hawaii-Hotspot war bereits bekannt, dass die Hotspots nicht stationär sein müssen, sondern durch Strömungen im Erdmantel versetzt werden können. Deshalb gingen die Forscher zunächst davon aus, dass der "Mantelwind" - eine Großströmung im Erdmantel - nicht nur den Hawaiianischen Spot, sondern auch sein südlich gelegenes Gegenstück, den Louisville-Spot, um 15 Grad südlich verschoben haben müsste. „Die Rekonstruktion von Plattenbewegungen wird einfacher und zuverlässiger, wenn man weiß, inwieweit sich auch die darunter liegende Konvektion im Erdmantel ändert“, erklärt Jörg Geldmacher vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum Kiel.

    Auf Spurensuche im Pazifik
    Um den Zusammenhang zwischen Hawaii- und Louisville-Hotspot
    genauer zu untersuchen, nahm ein Team des internationalen Intregrated Ocean Drilling Programmes (IODP) von Mitte Dezember 2010 bis Mitte Februar 2011 Proben aus mehreren unterseeischen Bergen der Louisville-Region im Südpazifik, nordöstlich von Neuseeland. „Während der Expedition wurden Proben an fünf Unterwasserbergen im geologisch ältesten Teil der insgesamt 4.300 Kilometer langen Louisville Hotspotspur gewonnen“, so Geldmacher. Die Proben wurden mittels Isotopenbestimmung untersucht, wobei Isotope des Elements Argon Aufschluss über das geologische Alter der Proben geben sollen.

    Das Ergebnis: Während eine Mantelwind-Strömung beide Hotspots im Pazifik verschoben haben müsste, wie eine Simulation zeigte, scheint sich der Louisville-Punkt nicht oder kaum bewegt zu haben. Dies spricht gegen ein solches Großereignis vor 80 bis 50 Millionen Jahren, da es zeigt, dass sich die Hotspots unabhängig voneinander bewegen - oder eben nicht. Noch allerdings sei unklar, wie genau Hotspot und Plattenbewegung in Beziehung zueinander stehen, sagen die Forscher. Möglicherweise könnten weitere, bisher nicht untersuchte Hotspots zu einem weiteren Einblick verhelfen.

    Nach Ansicht der Geoforscher zeigt ihr Ergebnis, dass Geologen in Zukunft wahrscheinlich die Bewegungen solcher Hotspots jeweils lokal betrachten und ermitteln müssen. Erst wenn ihr Verhalten genau bekannt ist, können sie dann auch als Referenz für die Bewegung der tektonischen Platten herangezogen werden. Noch aber bleiben viele Unsicherheiten.

    „Auch mit den besten Erkundungsmöglichkeiten, die uns Bohrschiffe wie die JOIDES RESOLUTION oder die CHIKYU heute bieten, können wir immer nur ein wenig an der Oberfläche kratzen“, meint Geldmacher. „Bis wir dem Planeten diese Geheimnisse entreißen, wird noch einige Zeit vergehen. Ein besseres Verständnis wäre auch für die Abschätzung zukünftiger Naturgefahren wie Vulkanausbrüche oder Erdbeben nützlich“, resümiert Geldmacher

    Quelle

    LG Angeni

  2. #32
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    Kontinentalverschiebung
    "Kein schrumpfender Apfel"



    Ein Gespräch mit dem Geoforscher Onno Oncken über die 100 Jahre
    alte Theorie der Kontinentalverschiebung und vorhersehbare Erdbeben.

    DIE ZEIT: Herr Oncken, 2012 feiern die Geoforscher einen runden Geburtstag. Am 6. Januar vor hundert Jahren hat der Pionier Ihres Fachs, Alfred Wegener, die Theorie von der Verschiebung der Kontinentalplatten erstmals vorgestellt. Heute ist das die Grundlage jeder Erdbebenforschung. Damals wurde Wegener angefeindet – warum?

    Onno Oncken: Dieses neue Bild von der Welt stand im Gegensatz zu dem, was in der Zeit gedacht wurde. Dabei hatte Wegener versucht, einen Widerspruch aufzuheben, indem er neues geophysikalisches Wissen mit geologischen Beobachtungen in Einklang brachte. Er erkannte an der Form der Kontinente, dass deren Küstenlinien gut aneinanderpassen. Da hatte er nicht nur die Idee von einem Urkontinent, der auseinandergebrochen war, sondern er machte sich vor allem Gedanken über den Zusammenhang mit dem Wärmehaushalt der Erde und der Dichte ihrer Gesteine.

    ZEIT: Und stellte schließlich fest: Sie bewegt sich doch – die Kruste!

    Oncken: Gewissermaßen. Seine Unbefangenheit im Denken beeindruckt mich noch heute. Der Zeitgeist ging von einer starren Erde aus, die sich beim Abkühlen zusammenzieht und so alle Formen an ihrer Oberfläche entstehen lässt, von den Bergrücken bis zu den Ozeangräben. Man stellte sich die Erde wie einen schrumpfenden Apfel vor.

    ZEIT: Woran erkannte Wegener denn, dass dieses Bild nicht stimmen konnte?

    Oncken: Er hat sich von neuen physikalischen Einsichten leiten lassen, zum Beispiel von der Erkenntnis, dass alles, was im Wasser schwimmt, so tief eintaucht, wie es seinem eigenen Gewicht entspricht. Das gilt auch für die auf dem Erdmantel schwimmende leichte Erdkruste der Kontinente. Oder von der Entdeckung der Radioaktivität: Sie zeigte, dass bereits geringe Mengen radioaktiver Isotope in den Mineralien verhindern, dass sich unser Planet abkühlt – weil er ständig durch radioaktiven Zerfall neue Wärme generiert.

    ZEIT: Wenn er nicht abkühlt, schrumpft der Apfel auch nicht.

    Oncken: Genau, und deswegen konnte auch das alte Standardmodell nicht richtig sein. Die gängige geologische Theorie stand zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Widerspruch zu dem, was die Physik seit Ende des 19. Jahrhunderts hervorgebracht hatte.

    ZEIT: Wegeners Idee von der Kontinentaldrift gilt als Beispiel für einen Paradigmenwechsel in den Naturwissenschaften. Wo lag er selbst falsch?

    Oncken: Zwei kolossale Irrtümer sind ihm unterlaufen. Erstens konnte er keinen Motor für die Bewegung der Kontinente vorweisen. Daher entwickelte er Ideen wie die einer »Polfluchtkraft«, bei der die Rotation der Erde die Kontinente von den Polen weg in Richtung Äquator drängen sollte. Solche Zentrifugalkräfte sind aber verschwindend klein, das musste Wegener sich schon damals vorrechnen lassen. Der zweite kardinale Irrtum war seine Vorstellung, die Kontinente würden wie Eisschollen durch Erdmantel und Ozeane pflügen. Das geht physikalisch nicht, dafür sind die Gesteine viel zu fest.

    ZEIT: Da musste man wohl erst systematisch den Planeten anbohren, um es besser zu wissen...

    Oncken: Nicht nur. Kurioserweise halfen vor allem die Militärs der Wissenschaft. Die Kartierung des Magnetfeldes der Ozeane hatte im Zweiten Weltkrieg begonnen – gefördert durch die US-Marine. Sie hatte Daten gesammelt, um Jagd auf U-Boote zu machen, die sich durch Veränderungen im Magnetfeld verrieten. Dabei entstand Wissen, das dann in den sechziger Jahren eine Schlüsselrolle spielte, als Harry Hess die Theorie der Ozeanbodenspreizung entwickelte: Gigantische Umwälzungen im Erdinnern führen dazu, dass sich am Mittelozeanischen Rücken permanent neue Kruste bildet und so die Kontinentalplatten, auf denen Europa und Amerika liegen, auseinandergeschoben werden.
    Quelle

    LG Angeni

  3. #33
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    Subduktion schon vor 3,8 Milliarden Jahren?
    Plattentektonik ließ früher als gedacht Vulkane an Kontinentgrenzen entstehen
    Bisher glaubte man, dass Vulkane wie am Pazifischen Feuerring frühestens vor drei Milliarden Jahren auf der Erde entstanden. Denn erst dann, so die Lehrmeinung, sorgte die Plattentektonik dafür, dass an den Plattengrenzen Gestein in die Tiefe gedrückt wurde und sich die Feuerberge auftürmten. Doch 3,8 Milliarden Jahre alte Gesteinsproben aus Grönland haben die Geologen nun eines Besseren belehrt: Sie belegen, dass es eine solche Subduktion bereits früher gab, wie sie im Fachmagazin "Geology" berichten.

    Vulkanausbruch
    © USGS
    Eine der Hauptquellen für den Vulkanismus ist die Bewegung der Erdplatten: Vor allem an den Subduktionszonen, dort, wo ozeanische Kruste unter die Kontinentränder gedrückt wird, türmen sich Gebirge auf. Im Untergrund kann an diesen Nahtstellen geschmolzenes Gestein - Magma - bis an die Erdoberfläche hinaufdringen und Vulkane entstehen. Die Lava, die diese Vulkane ausspeien, unterscheidet sich deutlich von derjenigen, die an Hot-Spot-Vulkanen oder an den Feuerbergen entlang der mittelozeanischen Rücken austritt. Ihre typische Signatur ist daher auch in altem, schon seit langem erstarrtem magmatischem Gestein noch nachweisbar.

    Wann begann die Subduktion?
    Wann die Plattentektonik und damit auch der durch Subduktion verursachte Vulkanismus auf unserem Planeten erstmals einsetzte, ist noch umstritten. Denn bisher hatte niemand Magmagestein mit der typischen Subduktions-Signatur gefunden, das älter war als rund drei Milliarden Jahre und frei von Kontamination.

    Frances Jenner und ihre Kollegen von der Carnegie Institution könnten nun den lange gesuchten Beleg für eine frühe Subduktion entdeckt haben. Sie hatten Gesteinsproben aus Innersuartuut analysiert, einer Insel im Südwesten Grönlands. Die Gesteine dort gehören zu den ältesten der Erde, sie wurden auf 3,8 Milliarden Jahre datiert. Und die Untersuchungen zeigten auch, dass sie geochemisch ähnlich aufgebaut sind, wie Lava von heutigen Vulkanen aus Subduktionszonen.

    "Die Innersuartuut-Proben könnten die ältesten zusammenhängenden Formationen von ozeanischen Inselbasalten repräsentieren", berichtet Jenner. Dies stärke die Vermutung, dass bereits vor 3,8 Milliarden Jahren ozeanische Kruste an Subduktionszonen in den Erdmantel hinabgedrückt worden sei.
    Subduktion ozeanischer Kruste in Südamerika
    © MMCD

    Quelle

    LG Angeni

  4. #34
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    Klasse endlich ein Beweis, denn bisher gab es nur die sehr fragwürdige Theorie, daß selbst unter einer flüssigen Erdoberfläche schon Aufgrund von Druck eine feste Schicht vorhanden sein konnte. Und diese ist Notwendig für jede Form von Plattentektonik.
    THX Angeni für diese Info!!

  5. #35
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    Stau im Erdmantel stoppt Plattentektonik
    Forscher klären, warum die Kontinentaldrift mancherorts zum Stillstand kommt
    Die Erdkruste ist in ständiger Bewegung: Sie entsteht und wird wieder in die Tiefe gezogen. An einigen Stellen jedoch stockt die Drift der Kontinente - manchmal über Millionen Jahre hinweg. Warum das so ist, haben deutsche Geoforscher jetzt aufgeklärt. Demnach bildet sich an diesen
    Subduktionszonen ein Stau in der Tiefe, weil das Gestein so schnell absinkt, dass entscheidende Mineral-Umbildungprozesse quasi nicht hinterher kommen, wie sie im Fachmagazin "Nature Geoscience" berichten.
    Subduktion ozeanischer Kruste
    © USGS
    Die Erde ist in Bewegung. Was wir als festen Boden unter unseren Füßen wahrnehmen, verändert sich in Wahrheit ständig: Innerhalb eines Jahres driften Afrika und Amerika am mittelatlantischen Rücken einige Zentimeter auseinander, während sich der Boden des Pazifiks unter den südamerikanischen Kontinent schiebt. „In ein paar Millionen Jahren wird Afrika auseinandergebrochen sein und Nordaustralien am Äquator liegen“, erklärt Falko Langenhorst von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Plattentektonik führe zu einer permanenten Erneuerung der Ozeanböden, erläutert der Mineraloge. Die Lücken zwischen den driftenden Platten werden durch aufsteigendes geschmolzenes Gestein gefüllt und neue Ozeankruste entsteht. In anderen Regionen tauchen die Platten tief ins Innere der Erde ab und vermischen sich mit dem umgebenden Erdmantel.

    "Facelifting" mit periodischen Staus
    Als einziger Planet unseres Sonnensystems betreibt die Erde ein solches regelmäßiges „Face Lifting“. Doch das ständige Auf und Ab der Erdkruste verläuft nicht überall reibungslos. „Seismische Messungen zeigen, dass in manchen Regionen, wo sich eine Platte unter eine andere schiebt, die Bewegung stagniert, sobald das Gestein eine bestimmte Tiefe erreicht hat“, sagt Langenhorst. Was diesen Stau in den sogenannten Subduktionszonen verursacht, war bislang ungeklärt. Jetzt hat Langenhorst gemeinsam mit Kollegen von der Universität Bnayreuth dieses Rätsel gelöst. Demnach bleibt das Gestein der abtauchenden Ozeanplatte in 440 bis 650 Kilometern Tiefe – in der Übergangszone zwischen oberem und unterem Erdmantel – einfach stecken. „Der Grund dafür ist in der langsamen Diffusion und Umwandlung von Mineralkomponenten zu finden“, erklärt der Mineraloge. Anhand von Hochdruckexperimenten konnten die Forscher zeigen, dass unter den vorherrschenden Druck- und Temperaturverhältnissen in dieser Tiefe der Elementaustausch zwischen den Hauptmineralen der subduzierten Ozeanplatte, Pyroxen und Granat, extrem verlangsamt ist. „Die Auflösung der Pyroxen-Komponente im Granat ist so langsam, dass das abtauchende Gestein nicht mehr an Dichte zunimmt und deshalb stagniert“, so der Forscher.

    100 Millionen Jahre Pause
    Interessanterweise staut es sich im Erdmantel gerade dort, wo der Ozeanboden besonders schnell ins Erdinnere abtaucht. „Im Tonga-Graben vor Japan zum Beispiel ist die Subduktionsgeschwindigkeit sehr hoch“, berichtet Langenhorst. Dadurch bleibt das absinkende Gestein der ozeanischen Platte länger relativ kalt, was den Elementaustausch zwischen den Mineralkomponenten besonders erschwert. „Bis sich nur ein Millimeter kleine Pyroxen-Kristalle im Granat lösen, dauert es rund 100 Millionen Jahre, so lange stagniert die abtauchende Platte“, beschreibt der Forscher den Gesteinsstau. Der kann sich erst an der Grenze zum unteren Erdmantel wieder auflösen. Denn dort wandelt sich Pyroxen aufgrund des höheren Drucks, der in 650 Kilometern Tiefe vorherrscht, in das Mineral Akimotoit um. „Das könnte zu einem schlagartigen Anstieg der Gesteinsdichte führen und würde das Absinken in größere Tiefen ermöglichen.“

    Quelle

    LG Angeni
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    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  6. #36
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    Geophysik:
    Der Erdkern ist viel heißer als gedacht





    Dass Tief im Erdinneren eine höllische Hitze herrscht, ist eine Binsenweisheit: In einem Experiment konnten Physiker nun jedoch nachweisen, dass die Temperaturen bislang unterschätzt wurden.
    Im Inneren der Erde ist es rund 1000 Grad heißer als gedacht. Die Temperaturen erreichen nahe dem Erdmittelpunkt etwa 6000 Grad Celsius, wie Physiker aus Frankreich berichten.
    Die Forscher der Europäischen Synchrotronstrahlungsquelle ESRF in Grenoble und der Atomforschungsorganisation CEA in Arpajon präsentieren ihre Arbeit im Fachjournal “Science”.
    Der Erdkern besteht vor allem aus einer dicken Schicht Eisen, das flüssig wie Wasser in den Ozeanen ist, jedoch eine Temperatur von über 4000 Grad hat. Im Inneren des Kerns sind die Temperatur und der Druck noch höher, so dass Eisen fest wird.
    Die Dicke der Schichten und die Drücke konnten nach ESFR-Angaben unter anderem mit älteren Analysen seismischer Wellen bestimmt werden, die durch Erdbeben ausgelöst wurden. Die Temperatur lasse sich so jedoch nicht erkennen.
    Es ist sehr aufwendig, die Schmelzpunkte von Eisen unter verschieden hohen Drücken im Labor zu bestimmen, weil das Material bei so hohen Temperaturen unter anderem gut isoliert werden muss.
    Mit älterer Technik sei es schwierig gewesen, innerhalb der kurzen zur Verfügung stehenden Analysezeit den Zustand des Eisens zu erkennen, berichtet das Team um Simone Anzellini von der CEA.

    Forscher leiteten Röntgenstrahl auf Eisen
    Es leitete nun einen intensiven Röntgenstrahl aus der Europäischen Synchrotron-strahlungsquelle auf das Eisen des Experiments. Damit lasse sich in weniger als einer Sekunde bestimmen, bei welchem Druck es flüssig, fest oder gerade im Übergangs-stadium ist. Aus dem neuen Experiment gehe hervor, dass Eisen beispielsweise bei einem Druck von 2,2 Millionen Atmosphären und einer Temperatur von 4800 Grad schmelze.
    Mit Hilfe solcher Messwerte berechneten die Forscher die Temperatur bei einem Druck von 3,3 Millionen Atmosphären, der gerade am Übergang vom festen inneren zum flüssigen äußeren Kern herrsche. Sie betrage etwa 6000 Grad. Die Ungenauigkeit der Analyse liege bei plus/minus 500 Grad.
    Quelle

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    Angeni



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  7. #37
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    Geologen entdecken riesige arktische San Andreas-Störung
    2.500 Kilometer lange Bruchzone reicht von Alaska bis nach Spitzbergen
    Sie ist länger als die San-Andreas-Verwerfung und reicht einmal quer durch das Nordpolarmeer: Im Yukon-Territorium haben Geologen eine tektonische Bruchzone entdeckt, die sich von der Eismeerküste Alaskas bis nach Nordgrönland und Spitzbergen erstreckt. Die 2.500 Kilometer lange Transformstörung liefert nun wertvolle Aufschlüsse über die Entstehung des Nordpolarmeeres. Denn sie ist der Rest einer "Sollbruchstelle", entlang der einst der Urkontinent Laurasia zerbrach.
    Blick auf das Mackenzie-Delta im
    Yukon-Territorium Kanadas - in
    dieser Region beginnt die Bruchzone
    © NASA
    Immer noch rätseln die Geologen weltweit, wie das Polarmeer vor 50 bis 100 Millionen Jahren entstand. Klar ist, dass damals der Zerfall des Superkontinents Laurasia begann, in dem einst Amerika und Eurasien vereint waren. Das Auseinanderbrechen dieser Landmasse schuf einen sich weitenden Riss, in den Wasser Einströmte - ein Ozean war geboren. Unklar ist aber, wo und wie genau Laurasia damals aufbrach und welche Relikte davon heute noch zu finden sind. "Die erdgeschichtliche Entwicklung der Arktis ist nach wie vor eine Art terra incognita", erklärt Karsten Piepjohn von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

    Um dieses tektonische Puzzle zu vervollständigen, war Piepjohn gemeinsam mit 20 Wissenschaftlern aus Frankreich, Kanada, den USA und Deutschland eine Expedition nach Alaska gereist, um dort eine der urzeitlichen Bruchzonen näher zu untersuchen. Sieben Wochen lang lebten die Forscher in einem großen Basislager am Blow River im Yukon-Territorium und untersuchten die Geologie der Gebirge zwischen dem Mackenzie-Delta und der Grenze zu Alaska mit Hilfe eines Helikopters.

    2.500 Kilometer lange Transformstörung
    Dabei wurden sie tatsächlich fündig. Denn in diesem Gebiet liegt eine große Störungszone, die möglicherweise einst als Sollbruchstelle für die Entstehung des Nordrands des amerikanischen Kontinents verantwortlich war. Die geologischen Analysen ergaben nun, dass die großräumige vertikale Bruchzone, die die Erdkruste in diesem Gebiet durchschlägt, mit ähnlichen Strukturen in Nordgrönland und Spitzbergen auf der anderen Seite des Polarmeeres zusammenhängt.

    San Andreas Verwerfung - eine Transformstörung
    © USGS
    Die gewaltige Verwerfung ist damit zum einen vermutlich tatsächlich ein Überrest des Zerfallsprozesses von Laurasia. Zum anderen aber ist sie eine der bisher größten bekannten Transformstörungen in der Arktis: Über eine Strecke von rund 2.500 Kilometern Länge haben sich hier Erdplatten seitlich gegeneinander verschoben. "Damit übertrifft diese Seitenverschiebungszone selbst die San Andreas-Störung in Kalifornien noch“, so BGR-Expeditionsleiter Karsten Piepjohn. Zerstörerische Erdbeben wie im kalifornischen San Francisco seien allerdings nicht zu befürchten, da die große arktische Verwerfungszone zuletzt vor 50 bis 100 Millionen Jahren aktiv war, als der Superkontinent Laurasia zerbrach.

    Aufschluss über Entwicklung und Rohstoffvorkommen
    Die Entdeckung der über das Polarmeer hinweg reichenden Störung ist nach Ansicht der Geologen ein wesentlicher Beitrag zum besseren Verständnis der Entstehungsgeschichte des arktischen Ozeans. „Die bisher bestehenden Modelle können die Entwicklung nicht vollständig erklären. Wir sind sehr zuversichtlich, dass unsere Ergebnisse entscheidend zur Lösung dieses gigantischen arktischen Puzzles beitragen“, erklärt Piepjohn.

    Die strukturgeologischen Untersuchungen könnten aber auch Aufschluss über mögliche Rohstoffvorkommen geben. „Das Wissen über die Entstehung des Polarmeeres bildet eine wichtige Voraussetzung, um mögliche Kohlenwasserpotenziale der arktischen Randgebiete beurteilen zu können“, so BGR-Sedimentologe Lutz Reinhardt. Während der Expedition nahmen die Wissenschaftler eine Vielzahl von Gesteinsproben, die jetzt in den BGR-Laboren geochemisch analysiert werden.
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  8. #38
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    AW: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    PLATTENTEKTONIK:
    Verschluckte die Erde einen kompletten Kontinent?


    Eigentlich sollte die Kruste von Kontinenten nicht im Erdinneren verschwinden.
    Sie ist zu leicht. Dennoch verschwand ein riesiges Stück davon unter dem Himalaja.

    © iStock / DanielPrudek
    (Ausschnitt)

    Vor 40 bis 50 Millionen Jahren schob sich die Indische gegen die Eurasische Platte und sorgte dafür, dass sich die Gebirge Süd- und Zentralasiens aufzutürmen begannen – darunter mit dem Himalaja und Karakorum die höchsten Höhen der Erde. Doch zur Überraschung von Miquela Ingalls von der University of Chicago und ihrem Team ging dabei ein großes Volumen an kontinentaler Erdkruste verloren und verschwand im Erdmantel, was bisherigen Thesen zur Plattentektonik jedoch zuwiderlief. Bislang gingen die Geologen davon aus, dass bei der Kollision von Kontinenten keine größeren Mengen an Gesteinsmaterial in die Tiefe sinken und aufgeschmolzen werden. Kontinentale Kruste ist im Gegensatz zu ihrem ozeanischen Gegenstück relativ leicht und hat eine geringere Dichte. Wird also ozeanische Kruste von kontinentaler in einer Subduktionszone überfahren, so sinkt sie in die Tiefe und wird dort recycelt. Beim Aufeinandertreffen zweier Kontinente sollte dies dagegen nicht passieren, stattdessen verformt und verbiegt sich das Gestein, und es bilden sich Gebirge wie das Himalaja aus: Die Massenbilanz bliebe also gleich.

    Das scheint jedoch auf den Zusammenstoß zwischen Indien und Asien nicht zuzutreffen, wie die Geowissenschaftler anhand ihrer Computermodelle festgestellt haben: Damit berechneten sie, welche Masse vor, während und nach dem Höhepunkt der Kollision vorhanden gewesen sein musste. Gigantische 500 Billionen Tonnen Gestein verschwanden demnach während des Prozesses, so Ingalls und Co – das entspricht etwa der Hälfte der damals vorhandenen kontinentalen Kruste. Es wurde durch die extremenplattentektonischen Kräfte in die Tiefe gedrückt, bis es durch die Hitze und den Druck im Erdmantel schmolz. Ein Teil der damals "verloren" gegangenen Kruste wurde zwischenzeitlich durch Vulkanismus nach oben gefördert und erklärt, warum sich geochemische Signaturen kontinentaler Gesteine in ozeanischen Krustenabschnitten oder abgelegenen

    Quelle


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  9. #39
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    AW: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    Ja die Kollision zwischen Indien und der asiatischen Platte dürfte gewaltige Kräfte entwickelt haben, dazu kommt die extreme Masse des Himalaya die lt. Theorie an der Grenze des auf der Erde möglichen liegt. Die Eigenmasse durch die Schwerkraft der Erde ausgelöst kann nur bis zu einem gewissem Mass ansteigen, danach sorgt diese Eigenmasse für eine Plastifizierung des Gesteins. In der Physik nennt man dies eine sogenannte Kaltverflüssigung welche z.b. dazu genutzt wird um mittels Druck besonders Dichte Nahtstellen bei diversen Verbindungen zu erzeugen. Normal wird Hitze verwendet um ein schmelzen 2er Verbindungen an den Nahtstellen zu erzeugen aber bei thermisch kritischen Anwendungen geht dies nicht, dort wird entweder Ultraschall oder Druck verwendet um eine Plastifizierung zu erreichen. An der Kontaktstelle von Indien und Asien war es die extreme Eigenmasse und der enorme Druck durch die Kollision der für das Plastifizieren grosser Teile an Krustengestein sorgte. Diese konnte aber aufgrund der Grösse der Kollisionszone nur in die Tiefe abtauchen (normal kommt es zu einer Bewegung nach aussen) und sorgte so für die Anomalie in der Plattentektonik.
    Achja kleine Anmerkung noch heute steigt das Gebiet an der Kollisionszone an jedoch befindet sich dieser Anstieg in etwa im Gleichklang mit der natürlichen Erossion auf der Erde. Bekannte Bsp. für das einbrechen von Gesteinssystemen sind alte Vulkaninseln diese sinken nach abklingen der vulkanischen Aktivität durch die Masse des Gesteins wieder in sich zusammen. Sehr schön ist dies bei Hawai, den Galapagos Inseln und dem Hotspot unter La Reunion zu sehen denn dieser befand sich früher unterhalb des indischen Subkontinents und hat sich im laufe der Jahrmillionen auf seine heutige Position bewegt. Dabei hinterlies er eine Reihe von Inselgruppen welche zu Beginn alle in etwa so hoch waren wie die heutigen Vulkane auf La Reunion aber heute nur nach geringe Höhen haben und wohl in weiteren Jahrmillionen komplett im Meer versunken sein werden.

  10. #40
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    AW: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    Das massive 8.1 M Erdbeben vom 7. September in Mexiko, liess die Cocos und Nordamerikanische Platte zusammen
    "kolidieren" und eine Bewegung von sage und schreibe 10 Metern fand statt!


    (Auch in Japan und Neu Zealand hatten wir bereits grosse Bewegungen und somit Verschiebungen in den Platten)


    Mexico Earthquake Shifted Fault by 32 Feet



    GIANT EARTH CRACKS APPEAR AFTER M8.2 EARTHQUAKE in Mexico - Destabilized Earth.




    EARTHQUAKE IN MEXICO: The Earth Opened In Jaltipan Veracruz Mexico
    Geändert von Angeni (15.09.2017 um 10:41 Uhr)
    Sonnige Grüsse
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