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Thema: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

  1. #1
    Gast

    Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    AUV ABYSS

    Roboter entdeckt unbekannte tektonische Störung im Ostpazifik



    Die "Moresby Seamount Abschiebung" in unterschiedlicher Auflösung: A zeigt die bisherige Qualität einer schiffsgestützten Echolotkartierung des nördlichen Moresby Seamount Berghangs. Die Auflösung beträgt 25 mal 25 Meter.
    B zeigt die neue AUV Karte des Areals mit der neuen Auflösung von 2 mal 2 Meter. Deutlich zu erkennen ist die mächtige Abbruchkante; oberhalb davon sieht man eine poliert wirkende Fläche, die direkte Oberfläche der "Moresby Seamount Abschiebung".


    Das AUV ABYSS wird vom Forschungsschiff SONNE aus ins Wasser gelassen.

    Tauchgerät kartierte den Moresby Seamount und liefert dabei neue Erkenntnisse über das Aufbrechen eines Kontinents

    Bekannt wurde das Autonome Unterwasserfahrzeug ABYSS vor allem mit seiner erfolgreichen Suche nach dem Wrack des 2009 abgestürzten Air France Airbus im Atlantik. Doch die eigentliche Aufgabe des am IFM-GEOMAR beheimateten Geräts ist es, für die Forschung hochpräzise Karten vom Meeresboden zu erstellen. Dass es diese Aufgabe meisterhaft erfüllt, beweist seine Kartierung eines bisher nur ungenau vermessenen Unterwasser-Berges im Pazifik. Dabei entdeckte der Tauchroboter eine bisher unbekannte tektonische Störung, die in Zukunft ein wichtige Rolle spielen könnte. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Geology.

    Auf den ersten Blick sieht die Karte unspektakulär aus. Sie zeigt einen 30 Grad steilen Berghang mit einigen glatten Flächen, dazwischen aber auch rauere Passagen und Abbruchkanten. Das Besondere ist jedoch, dass der Gipfel des Berges 110 Meter unter der Wasseroberfläche des Woodlark Beckens im Ostpazifik liegt. Der Fuß des Moresby Seamounts, so der Name des Berges, befindet sich sogar in über 2.800 Metern Tiefe.

    Bisher existierten von ihm nur Karten, die seine Hänge als völlig gleichförmige, unstrukturierte Flächen zeigten. "Früher konnte der Seamount nur von Schiffen aus vermessen werden, deren Echolotsysteme eine Auflösung von höchstens 25 mal 25 Metern erlauben", erklärt der Geologe Romed Speckbacher vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).

    Nun präsentieren Speckbacher und Kollegen dagegen die neue Karte des Moresby Seamounts. Sie ist so hoch aufgelöst, dass sogar Strukturen von nur zwei mal zwei Metern Größe sichtbar werden. Die Vermessung hat das Autonome Unterwasserfahrzeug (AUV) ABYSS während einer Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE im Herbst 2009 durchgeführt. "Es ist, als ob wir uns an den Meeresboden herangezoomt hätten", meint Speckbacher.

    [size=130:xjlhpjt0]Bisher unbekannte Störungszone[/size]

    Dank der deutlich höheren Auflösung im Vergleich zu früheren Karten, konnten die Geologen spannende Details erkennen, die ihnen bislang verborgen geblieben waren. Bekannt war, dass am Nordhang des Moresby Seamount eine geologische Störung liegt - die sogenannte "Moresby Seamount Abschiebung". Die gute Auflösung der neuen Karte zeigt erstmals die Spuren der tektonischen Kräfte entlang der Abschiebung.

    Die Wissenschaftler entdeckten außerdem eine zweite Störung, die schräg dazu verläuft: "Beide Störungen sind derzeit aktiv", berichtet Speckbacher, "und eine Änderung der Plattentektonik im Woodlark Becken führt dazu, dass die neu entdeckte Störung in Zukunft eine wichtigere Rolle als die bereits bekannte Abschiebung einnehmen wird."

    Im Woodlark Becken bricht die Erdkruste langsam, aber unaufhörlich, Richtung Westen auf. Man spricht dabei von einem kontinentalen Grabenbruch. An der entstehenden Lücke bildet heißes Material aus dem Erdmantel basaltische Schmelze, die zu neuer ozeanischer Kruste erstarrt. "Die neu entdeckte Störung am Moresby Seamount passt zu der Spreizungsachse dieses Grabenbruchs. Unsere Daten zeigen, dass in geologisch naher Zukunft der Grabenbruch des Woodlark Beckens auch den Nordhang des Moresby Seamount aufreißen und sich entlang der neuen Störung in Richtung Papua Neuguinea fortsetzen wird", erklärt Jan Behrmann, Co-Autor der aktuellen Studie.

    [size=130:xjlhpjt0]Wasser aus der Erdekruste[/size]

    Doch das AUV ABYSS hat den Meeresboden nicht nur kartiert, sondern auch ungewöhnliche Temperaturschwankungen und Wassertrübungen am Meeresboden gemessen. "Wir gehen davon aus, dass unter Druck stehendes Wasser in der Erdkruste wie ein Schmierfilm zwischen den Gesteinsschichten wirkt und die Bewegungen der Störungen erst ermöglichen. An einigen Bereichen der Moresby Seamount Abschiebung treten diese Wässer aus dem Meeresboden aus - diese Stellen hat ABYSS entdeckt", erklärt Speckbacher.

    Der Tauchgang des AUV, bei dem all diese Daten erhoben wurden, war mit über 20 Stunden der längste, den das Gerät bis dahin vollbracht hatte. "Eine besondere Herausforderung war, ABYSS so zu programmieren, dass es den abfallenden Hang mit gleich bleibender Präzision vermessen konnte", erinnert sich Klas Lackschewitz, der das AUV-Team am IFM-GEOMAR leitet. Das Ergebnis lohnte die Mühen: "Dank des AUV sind wir in der Lage, neue Welten zu entdecken und auf spektakuläre Art strukturgeologische Feldarbeit in der Tiefsee zu betreiben", betont Speckbacher. (red)

    Abstract
    Geology: Splitting a continent: Insights from submarine high-resolution mapping of the Moresby Seamount detachment, offshore Papua New Guinea

    http://derstandard.at/1308680593367/AUV-ABYSS-Roboter-entdeckt-unbekannte-tektonische-Stoerung-im-Ostpazifik

  2. #2
    Gast

    Re: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    100 Kilometer dick

    Geophysiker entdecken "neue" tektonische Platte unter Tibet



    Die neu entdeckte Platte in Zentraltibet wird von Süden nach Nordosten über die Eurasische Platte geschoben. Die roten Dreiecke markieren seismische Stationen. - Foto: GFZ


    Querschnitt durch Tibet bis in 200 Kilometer Tiefe mit Verlauf der drei kollidierenden Platten. - Foto: GFZ

    Forscherteam zeichnet neues Bild der plattentektonischen Kollision von Indien und Eurasien

    Ein internationales Forscherteam hat unter Tibet eine bisher unbekannte tektonische Mikroplatte entdeckt und damit hat ein neues Bild der plattentektonischen Kollision von Indien und Eurasien entworfen. Die relativ homogene Platte in Zentraltibet hat eine Mächtigkeit von etwa 100 Kilometern und wird von Süden nach Nordosten über die Eurasische Platte geschoben; dabei drückt sie diese bis zu 250 Kilometer tief in den Erdmantel hinein.

    Die indische tektonische Platte bewegt sich gegenwärtig mit einer Geschwindigkeit von etwa fünf Zentimetern pro Jahr nach Nordosten. "Bei ihrer Kollision mit Eurasien schiebt sie wie ein Bulldozer den Himalaya und das Hochland von Tibet auf, bohrt sich dabei 500 Kilometer weit unter Tibet und ist bis zu einer Tiefe von etwa 250 Kilometern deutlich nachweisbar. Das hatten bereits unsere früheren Untersuchungen gezeigt", erklärt Rainer Kind Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ. "Bisher gab es aber noch nicht genügend Messdaten, um zu sehen, wie sich die tektonischen Platten am nördlichen Rand von Tibet bei der Kollision verhalten."

    Tibet von unten durchleuchtet

    Das Geoforscherteam hat deshalb in Fortsetzung früherer gemeinsamer Experimente ein zusätzliches großes seismologisches Projekt in Nordtibet durchgeführt. Bei dieser "Receiver Function" genannten Methode werden die Grenzschichten verschiedener Materialien im Erdinneren mit Hilfe seismischer Wellen weit entfernter Erdbeben kartiert, die den Untergrund von Tibet gewissermaßen von unten durchleuchten. Daraus können die Deformationen der tektonischen Platten bestimmt werden.

    Die mit dieser Methode erhaltenen Abbildungen des Erdinneren bis zu mehreren hundert Kilometern Tiefe sind weitaus höher auflösend als alle bisherigen Abbildungen. Im Resultat zeigte sich die jetzt entdeckte Tibetanische Platte als deutlich abgegrenzter, eigener Bereich in diesem Teil der Lithosphäre zwischen Indien und Eurasien, südlich des Tarim-Beckens. (red)

    http://derstandard.at/1319181700921/100-Kilometer-dick-Geophysiker-entdecken-neue-tektonische-Platte-unter-Tibet

  3. #3
    Lisa
    Gast

    Re: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    Geheimnis um Entstehung der Weihnachtsinsel gelüftet

    Bisher unbekannte Prozesse im Erdmantel führten zur Entstehung der Christmas Island Seamount Provinz


    Wenn es um die Entstehung von Vulkaninseln wie Hawaii geht, wird meistens die sogenannte Hotspot-Theorie zu Rate gezogen. Doch es gibt ozeanische Vulkane, die nicht in das Bild passen und bisher rätselhaft geblieben sind. Dazu gehören die erloschenen Unterwasservulkane rund um die Weihnachtsinsel im Indischen Ozean. Kieler Meeresforscher haben einen Teil des Rätsels gelüftet – mit überraschenden Ergebnissen, über die sie in der Fachzeitschrift „Nature Geoscience“ berichten.



    Wie Perlen auf einer Schnur – so liegen Vulkaninseln oder Unterwasservulkane in den Ozeanen oft nebeneinander. Derartige Vulkanketten, wie beispielsweise das Hawaii Archipel, lassen sich mit dem sogenannten Hotspot-Modell erklären. An einem festen Ort, dem Hotspot, dringt heißes Material aus dem Erdinneren durch die ozeanische Erdkruste und bildet auf ihr einen Vulkan.

    Hotspot...

    Da sich die Erdplatten über dem Hotspot bewegen, bewegt sich auch der Vulkankegel irgendwann vom Hotspot fort. Er erhält keinen Lava-Nachschub mehr und erlischt, während sich direkt über dem Hotspot ein neuer Vulkan bildet. Im Laufe der Jahrmillionen entsteht so eine ganze Kette erloschener Vulkankegel, die die Bewegungsrichtung der jeweiligen Erdplatte anzeigt. Doch dieses einfache und schlüssige Modell lässt sich nicht auf alle Unterwasservulkane anwenden.

    …oder doch nicht

    „Die Entstehung der Christmas Island Seamount Provinz im östlichen Indischen Ozean passt beispielsweise überhaupt nicht ins Bild“, sagt Professor Kaj Hoernle vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Die dazu gehörigen Vulkankegel erstrecken sich über ein Gebiet von 1.800 mal 600 Kilometern im Seegebiet zwischen Australien und Indonesien. Die Ozeankruste wächst in dieser Region in Nord-Süd Richtung, die Seamounts erstrecken sich jedoch sehr unregelmäßig in Ost-West Richtung.

    „Wir wollten die Entstehung dieser rätselhaften Seamounts ergründen, um zu überprüfen, ob es vielleicht Prozesse gibt, die wir noch gar nicht kennen“, sagt Hoernle. Deshalb hat ein Forscherteam des IFM-GEOMAR unter Professor Hoernles Leitung im Jahr 2008 mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE den Meeresboden des Seegebiets umfassend kartiert und beprobt. Anschließend wurden die geborgenen Proben und die Vermessungsdaten am IFM-GEOMAR und an der Universität Sydney intensiv analysiert und ausgewertet.

    Seamounts vor 136 bis 47 Millionen Jahren entstanden

    Den Ergebnissen der Forscher zufolge sind die untersuchten Seamounts vor 136 bis 47 Millionen Jahren entstanden, wobei die östlichen tendenziell älter sind. Außerdem sind sie nur wenig jünger als die Ozeankruste, auf der sie stehen. Das deutet darauf hin, dass sie in der Nähe eines mittelozeanischen Rückens entstanden sind, wo auch die Ozeankruste gebildet wird.

    Die größte Überraschung erlebten die Wissenschaftler jedoch bei der geochemischen Analyse der Proben. Sie zeigte, dass die Quelle, aus der die Laven dieser Vulkane stammen, Ähnlichkeiten zu kontinentalem Material besitzt. Das ist für ozeanische Vulkane in diesem Umfang sehr ungewöhnlich. „Wir haben diese Ergebnisse mit plattentektonischen Rekonstruktionen verbunden und herausgefunden, dass die Christmas Island Seamount Provinz genau an der Stelle entstanden ist, an der sich Australien, Indien und West Burma beim Aufbrechen des Superkontinents Gondwana vor rund 150 Millionen Jahren voneinander getrennt haben“, erklärt Hoernle.

    Neuer Ozean an der Bruchstelle

    An der Bruchstelle entstand damals ein neuer Ozean, zwischen den Bruchstücken begann sich ozeanische Erdkruste zu bilden. Möglicherweise ist dabei kontinentales Material in den oberen Erdmantel unter den neu gebildeten Ozeanboden gelangt. „Kontinentales Material ist leichter zu schmelzen als normaler ozeanischer Mantel. Es kam zu einem Magma-Überschuss, wodurch letztendlich die Seamounts gebildet wurden – inklusive des kontinentalen Materials, das wir jetzt mitten im Ozean finden“, erklärt Hoernle.

    Damit haben die Forscher einen bisher weitgehend unbekannten Prozess gefunden, der kontinentales Material in die oberen Bereiche des ozeanischen Erdmantels transportiert. „Diese Erkenntnis ist ein weiteres wichtiges Puzzlestück, um die Prozesse und Stoffkreisläufe zu verstehen, die tief im Erdinneren ablaufen. Sie formen die Erde, auf der wir leben, entziehen sich aber leider der direkten Beobachtung“, erklärt der Meeresgeologe. (Nature Geoscience, 2011; http://dx.doi.org/10.1038/NGEO1331)

    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-14155-2011-11-28.html


  4. #4
    Lisa
    Gast

    Re: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    Wie Asien und Amerika zum Superkontinent Amasia verschmelzen

    Kontinentaldrift könnte in über 200 Millionen Jahren zum Verschwinden des Arktischen Ozeans führen



    Superkontinent Amasia
    © Mitchell, Nature


    New Haven (USA) - Über 150 Millionen Jahren hat es gedauert, bis der Superkontinent Pangäa zerbrochen war und sich die heutigen Kontinente gebildet hatten. Da sich die Erdplatten noch immer mit zwei bis 20 Zentimeter pro Jahr verschieben, wird sich in ferner Zukunft wieder ein neuer Superkontinent, Amasia genannt, bilden. Wie Amasia aussehen und wo er liegen könnte, simulierten nun amerikanische Geoforscher. In der Zeitschrift „Nature“ stellen sie ihr Modell der driftenden Kontinente vor.

    „Traditionelle Modelle sagen voraus, dass sich der nächste Superkontinent Amasia entweder an der Stelle von Pangäa oder genau auf einer entgegengesetzten Seite bilden wird“, erläutern Ross N. Mitchell und seine Kollegen von der Yale University in New Haven. Aber auch ein drittes Szenario halten die Wissenschaftler nun für möglich. Dabei verschmelzen Asien und Amerika so miteinander, dass der Arktische Ozean nach und nach verschwinden wird. Ergebnis wäre ein Superkontinent Amasia, der um 90 Grad gekippt zur Position von Pangäa vor über 200 Millionen Jahren liegen könnte. Die beiden anderen Modelle gehen davon aus, dass sich entweder der Atlantik oder der Pazifik wieder schließen könnten.

    Die Grundlage für das neue Modell von Mitchell und Kollegen sind paläomagnetische Untersuchungen von Gesteinen. In den Proben prägten sich zu den jeweiligen Epochen der Erdgeschichte die jeweils vorherrschenden Magnetfelder ein und erlauben so einen Rückschluss auf die Wanderung der Kontinente. Mit diesen Daten aus der Vergangenheit konnten die Forscher eine wahrscheinliche Zukunft der Erdplatten berechnen. Doch welchen genauen Weg die heutigen Kontinente in den kommenden 200 Millionen Jahren tatsächlich beschreiten werden, lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit vorhersagen.

    http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Wie_Asien_und_Amerika_zum_Superkontinent_Amasia_ve rschmelzen_1771015588273.html

  5. #5
    Gast

    Re: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    Riesiges Störungssystem

    Forscher über unterirdische Bewegungen in der Ägäis überrascht



    Ägäische Platte

    Griechenland zählt zu den geologisch aktivsten Zonen Europas. Am 8. Juni 2008 erschütterte ein Beben der Stärke 6,4 den Südwesten des Landes. Österreichische Forscher konnten nun zeigen, dass in den Tiefen unter dem griechischen Boden bisher unbekannte Vorgänge ablaufen.

    Wiener Wissenschafter liefern neue Daten zur Extension der ägäischen Platte vor zehn Millionen Jahren

    Wien - Was sich im Boden unter dem östlichen Mittelmeer abspielt, galt bislang als einigermaßen geklärt und gesichert - ein Irrtum, wie sich nun herausgestellt hat. Wiener Forscher konnten anhand von Analysen von Gesteinsschichten, die ursprünglich tief unter der Erde lagen, zeigen, dass die Erdkruste in der Ägäis vor etwa zehn Millionen Jahren nicht nur in eine Richtung gedehnt wurde, wie bislang angenommen. Auf den westlichen Kykladen fanden sie Hinweise darauf, dass das bisherige Modell der unterirdischen Bewegungen in der Region einer Überholung bedarf. Ihre Ergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal "Lithosphere" veröffentlicht.

    Im Rahmen eines vierjährigen FWF-Projekts hat sich Bernhard Grasemann vom Department für Geodynamik und Sedimentologie der Universität Wien mit der geologischen Struktur der westlichen Inseln der Kykladen in der südlichen Ägäis befasst. Diese Region sei im Gegensatz zu den östlichen und nördlichen Inseln bisher von der Wissenschaft "ein wenig stiefmütterlich" behandelt worden, so der Forscher.

    Im Osten und Norden der Inselgruppe wurden in den 1980er und 90er Jahren große Störungsstrukturen entdeckt. Diese sogenannten "Abscherungshorizonte" sind Ergebnisse von Vorgängen, bei denen Gesteine, die ursprünglich tief in der Erdkruste gelegen haben, durch Erdbeben an die Oberfläche gelangt sind. Diese Strukturen zeigen eine starke Dehnung - eine Extension - dieses Teils der Erdkruste an. Die Art der Verformung lässt darauf schließen, dass das Gestein vor ungefähr zehn Millionen Jahren Richtung Norden geschoben wurde. Seitdem gehen alle gängigen Modelle zur Bewegung der tektonischen Platte im ägäischen Raum von einer "nordgerichteten Extension" aus, so Grasemann.

    Gigantisches Störungssystem

    "Wir haben aber auf den Westkykladen ein gigantisches Störungssystem gefunden", dass in Richtung Süden gedriftet ist. Laut den Analysen der Wiener Forscher fand diese "spiegelverkehrte" Bewegung etwa zur gleichen Zeit statt, wie die Bewegungen nach Norden im nordöstlichen Teil der Inseln. "Diese Entdeckung hat eigentlich dazu geführt, dass wir jetzt ein völlig neues Modell von der Extension der ägäischen Platte haben", so der Wissenschafter. Es sei nun klar, dass die Platte damals gleichzeitig in Richtung Norden und an einer anderen Stelle nach Süden hin gedehnt wurde.

    "Das ist deshalb spannend, weil solche Bewegungen zur Zeit auch unter dem griechischen Festland im Bereich des Golfs von Korinth ablaufen." Diese Vorgänge sind dafür verantwortlich, dass in der Region immer wieder starke Erdbeben stattfinden. Da diese Bewegungen aber in etwa zehn Kilometern Tiefe ablaufen, könne man sie nicht wissenschaftlich untersuchen. Man habe hier nun eine ähnliche Entwicklung gefunden, die zwar vor sehr langer Zeit stattgefunden hat, an der sich aber die Deformationen ablesen und die Mechanismen dahinter studieren lassen. "Um solche Abläufe direkt anschauen zu können, muss man auf alte Systeme zurückgreifen", so der Forscher.

    Neudatierung

    Für ihre Untersuchungen mussten die Wissenschafter Karten mehrerer Inseln überarbeiten oder komplett neu zeichnen. Die Proben der Gesteine aus den Störungsstrukturen wurden in Wien mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops untersucht. In Zusammenarbeit mit amerikanischen Kollegen konnten die Zeitpunkte ihrer Entstehung genau datiert werden.

    [size=110:2kcjledc]Auf eine "alte Diskussion" unter den Wissenschaftern, die sich mit Plattentektonik befassen, habe die Entdeckung direkte Auswirkungen. Grundsätzlich stelle sich nämlich die Frage, ob die Extension einer Platte symmetrisch - also mit zwei gegengerichteten Störungssystemen - oder asymmetrisch abläuft[/size]. Bisher habe die Ägäis immer als Beispiel für eine asymmetrische Extension gegolten, "unsere Ergebnisse haben aber gezeigt, dass es sich auch hier um ein symmetrisches System handelt", so Grasemann. (APA, red)

    http://derstandard.at/1328507305936/Riesiges-Stoerungssystem-Forscher-ueber-unterirdische-Bewegungen-in-der-Aegaeis-ueberrascht

  6. #6
    Lisa
    Gast

    Re: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    Venedig sinkt noch immer

    Boden gibt um zwei Millimeter pro Jahr nach

    Entgegen bisherigen Annahmen sinkt die Lagunenstadt Venedig noch immer: Um bis zu zwei Millimeter pro Jahr senkt sich der Untergrund der Stadt, im Süden der Lagune sind es sogar bis zu vier Millimeter jährlich. Das hat ein internationales Forscherteam mit Hilfe von GPS- und Satellitenmessungen festgestellt. Sie widerlegen damit frühere Messungen, nach denen sich der Untergrund Venedigs stabilisiert haben sollte. Mit dem Absinken verstärke sich die Überschwemmungsgefahr für Venedig, da gleichzeitig auch der Meeresspiegel weiter ansteige - um zwei Millimeter pro Jahr. In 20 Jahren könnte die Stadt weitere acht Zentimeter gegenüber dem Meeresspiegel verlieren, wenn die bisherigen Rate des Absinkens anhalte, berichten die Forscher im Fachmagazin "Geochemistry, Geophysics, Geosystems".


    Blick auf Venedig vom Wasser aus

    Schon einmal musste Venedig gegen das Absinken ankämpfen: Jahrelanges Abpumpen von Grundwasser aus dem Untergrund der Stadt ließ bereits vor mehreren Jahrzehnten den Boden zunehmend zusammensacken. Behörden stoppten Ende des 20. Jahrhunderts das Abpumpen. Vor rund zehn Jahren ergaben dann Studien, dass sich damit auch der Boden stabilisiert hatte und die Stadt nicht weiter sank. Doch genau diese Messungen widerlegen die Forscher nun.

    "Es ist möglich, dass der Untergrund für ein Jahrzehnt stabil war und jetzt wieder angefangen hat, abzusinken, aber es ist unwahrscheinlich", sagt Erstautor Yehuda Bock von der University of California in San Diego. Wahrscheinlicher sei es, dass die früheren Messungen die Bewegungen des Untergrunds nicht genau genug erfasst hätten.

    Erdplatte wird in die Tiefe gedrückt

    Ursache des anhaltenden Absinkens ist nach Angaben der Forscher die Plattentektonik: Die Adriatische Erdplatte, auf der Venedig liegt, wird unter den Rest Italiens und den Apennin gedrückt. Dadurch sinkt der Untergrund leicht ab. Gleichzeitig kippe das Gebiet ein wenig: Es neige sich um ein bis zwei Millimeter pro Jahr nach Osten. Frühere Messungen hätten weder das Kippen noch das Absinken erfasst, berichten die Wissenschaftler. Wahrscheinlich, weil dabei nur Messungen mit Radarsatelliten gemacht worden seien. "Unsere kombinierten Messungen mit GPS und Radardaten haben die Bewegungen im letzten Jahrzehnt aufgefangen, die keine der beiden Methoden für sich hätten registrieren können", sagt Mitautor Shimon Wdowinski von der University of Miami.


    Satellitenbild der Lagune von Venedig

    Hochwasserschutz muss angepasst werden

    "Die anhaltenden Bemühungen, Venedig vor Hochwasser zu schützen, müssen diese signifikanten lokalen und regionalen Absinkraten berücksichtigen - zusätzlich zum steigenden Meeresspiegel", schreiben Bock und seine Kollegen. Nach Schätzungen der Wissenschaftler könnte auch die natürliche Abgrenzung der Lagune gegenüber der Adria in den nächsten 40 Jahren um bis zu 20 Zentimeter absinken. Behörden müssten daher unter Umständen darüber nachdenken, auch diese flachen Inseln und Landzungen durch Wälle gegen kommende Fluten aufzustocken.

    Schon jetzt erlebt Venedig vier bis fünf Hochwasser pro Jahr. In einem umstrittenen Projekt planen die Behörden, die Stadt in Zukunft durch millionenschwere Fluttore vor Überschwemmungen zu schützen. Die Tore schließen, wenn die Flut einen bestimmten Wert überschreitet. Doch auch der Untergrund unter den geplanten Toren sinke, sagen die Forscher. Das müsse man beim Bau der Anlagen beachten. Pietro Teatini von der Universität Padua betont hingegen in einem Kommentar, dass die Fluttore selbst bei einem weiteren Absinken ausreichend seien: Sie würden dann einfach häufiger schließen müssen, weil die auslösende Fluthöhe häufiger erreicht werde.

    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-14587-2012-03-22.html

  7. #7
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    Re: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    Dazu muss ich mal die Überlegung, es war nicht nur eine Überlegung einwerfen. Hut ab vor der damaligen Technik. Aber es waren und sind Pfahlbauten.
    Wenn es länger Niedrigwasser gibt, rotten die Stämmer der Bauten. Holz muss konstant im Wasser sein.
    Ich weiss allerdings nicht, wo die Messgeräte waren.
    Gruss Gwynfor
    ----------------
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  8. #8
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    Re: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    Kräfte zwischen Kern und Kruste
    Der Entstehung des Süddatlantik auf der Spur



    Wie trennten sich einst Afrika und Südamerika? Und warum liegt die Küste Afrikas heute rund tausend Meter höher als ihr Gegenpart in Südamerika? Diesen Fragen sind die Geoforscher des Projekts SAMPLE auf der Spur. Sie wollen herausfinden, was genau bei der Entstehung des Südatlantiks geschah - vor einer Zeit von mehr als 160 Millionen Jahren.
    Geophysiker Hans-Peter Bunge von der LMU München und seine Kollegen durchleuchten die Vergangenheit dieses Ozeans daher mit allem, was das geowissenschftliche Arsenal hergibt: Von Satellitendaten, Erdbebenwellen und geophysikalischen Durchleuchtungsmethoden bis hin zur klassischen Analyse von Gesteinsproben.

    Inhalt:
    Mit Globus und Hochleistungsrechner
    Geowissenschaftler blicken der Erde unter die Haube
    http://www.scinexx.de/dossier-detail-580-4.html

    Zackennähte und driftende Platten
    Der Entstehung des Südatlantik auf der Spur
    http://www.scinexx.de/dossier-detail-580-5.html

    Fenster in die Vergangenheit
    Passiver Kontinentrand als Langzeitarchiv der Plattenbewegung
    http://www.scinexx.de/dossier-detail-580-6.html

    Die Spurensuche geht weiter
    SAMPLE geht in die zweite Runde
    http://www.scinexx.de/dossier-detail-580-7.html

    http://www.scinexx.de/dossier-580-1.html

    LG Angeni
    Geändert von lamdacore (19.10.2012 um 09:55 Uhr)
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  9. #9
    Gast

    Re: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    Nordchile

    Knick in tektonischer Platte sorgte für "Mega-Beben-Lücke"



    Die schematische Abbildung zeigt die Subduktionszone vor Chile mit dem Untersuchungsgebiet der Studie.

    [size=110:31nv3met]Meeresforscher finden Hinweise darauf, warum Chile seit über 130 Jahren von schweren Beben verschont wurde[/size]

    Geologisch gesehen hat Chile an der Südwestküste Südamerikas eine ungünstige Lage. Das Land war in der Vergangenheit mehrfach Schauplatz von schweren Naturkatastrophen. Alleine in der Liste der zehn stärksten bisher gemessenen Erdbeben erscheint der langgestreckte Staat westlich der Anden mit dem Valdivia-Beben vom 22. Mai 1960 und dem Maule-Beben 27. Februar 2011 zweimal.

    Umso ungewöhnlich ist es, dass Nord-Chile seit 1877 von keinem schweren Beben mit folgendem Tsunami mehr betroffen war. Geowissenschafter der Unversidad de Chile (Santiago de Chile) und des GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel sind dieser "Mega-Beben-Lücke" jetzt auf den Grund gegangen. Möglicherweise wirkt ein bisher unbekannter Knick in der pazifischen Nazca-Erdplatte dort als Hemmschwelle für Erdbeben und Tsunamis. Die Wissenschafter veröffentlichten ihre Entdeckung in der aktuellen Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift "Nature Geoscience".

    Die Grundvoraussetzungen sind weitgehend bekannt: Von Westen her schiebt sich die Nazca-Platte mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Zentimeter pro Jahr direkt vor der Küste Chiles unter die kontinentale Südamerikanische Platte. Subduktion nennen Experten diesen tektonischen Vorgang. "Die Details sind jedoch äußerst kompliziert und noch lange nicht verstanden", sagt Ingo Grevemeyer vom GEOMAR, "dabei sind es diese Details, die die Gefahr von Erdbeben und deren Verhalten bestimmen."

    [size=130:31nv3met]Abrupter Knick[/size]

    Landgestützte Untersuchungen des Untergrundes in Nord-Chile hatten ergeben, dass dort die versinkende Nazca-Platte mit einem Winkel von rund 22 Grad ins Erdinnere abtaucht. Grevemeyer und sein früherer Doktorand, der Geophysiker Eduardo Contreras-Reyes von der Universidad de Chile, haben nun zusätzlich auf seismische Daten zurückgegriffen, die 1995 während einer Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE vor der Küste Chiles gesammelt worden waren. "Diese Daten hatten zunächst keinen Bearbeiter gefunden und waren archiviert worden. Wir haben sie jetzt erstmals wieder zusammengestellt und systematisch untersucht", erzählt Contreras-Reyes.

    Zur ihrer Überraschung fanden die Forscher, dass die Nazca-Platte vor der Küste Nordchiles recht gleichmäßig mit einem Winkel von nur 10 Grad unter die Südamerikanische Platte abtaucht. Erst in 20 Kilometern Tiefe knickt sie abrupt zu dem 20 Grad-Winkel ab, der von den landgestützten Messungen bekannt war.

    Zusätzlich verglichen die Wissenschafter ihre Daten mit Beobachtungen des Magnitude 7.7 Tocopilla-Erdbebens von 2007, das an der Südgrenze der nordchilenischen "Erdbebenlücke" auftrat. Die Verteilung der Nachbeben deutet darauf hin, dass der Knick der Nazca-Platte als Barriere für die Ausdehnung des Bebens wirkte. "Dadurch betrafen das Hauptbeben sowie die Nachbeben nur die tieferen Regionen und lösten vor allem keinen Tsunami aus", erklärt Grevemeyer.

    [size=130:31nv3met]Keine Entwarnung[/size]

    Entwarnung geben die Forscher für Nord-Chile deshalb aber nicht. Im Gegenteil: Wie das Ereignis von 1877 zeigt, können besonders starke Mega-Beben die Hemmschwelle des Plattenknicks überwinden. "Wahrscheinlich ist es also nur eine Frage der Zeit, bis auch in Nordchile wieder ein Megabeben mit Tsunami auftritt. Und weil sich die Spannung dort so lange aufgebaut hat, könnte es umso heftiger ausfallen", sagt Conteras-Reyes.

    http://derstandard.at/1333528768137/Nordchile-Knick-in-tektonischer-Platte-sorgte-fuer-Mega-Beben-Luecke

  10. #10
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    Re: Plattentektonik (News und evtl. Zusammenhänge dazu...)

    Hallo zusammen,

    diese ganze Theorie (mehr ist es nämlich nicht) um Tektonische Plattenverschiebungen kann so nicht stimmen.
    der Nachweis der NASA ist erbracht: Die Erde dehnt sich aus, der Erdball vergrößert sich. Demzufolge kann man an einem ganz einfach Experiment nachvollziehen, das die Kontinente sich nicht berühren, wenn es z.B. zu Erdbeben kommt.
    Mal mit einem Filzstift auf einen ganz normal aufgeblasenen Luftballon die Umrisse der Kontinente (nur so ungefähr, auch in der Anordnung) und blast den Ballon dann weiter auf. Es ist zwar vereinfacht erklärt, aber so verhält sich die Erde tatsächlich.
    Die Erdbeben entstehen völlig anders, nämlich durch explosionsartigen Austritt von Methan, das unter extrem hohen Druck steht und nach und nach entsprechende Gesteinsschichten durchbricht. Das ist das Erdbeben. Und da man ständig bei Erdbeben auch Nachbeben hat, ist das die einzig logische Erklärung, denn wenn einen Bruchkante die nur eine bestimmte Menge statische Kräfte aufnehmen kann, bricht, gibt es keine weiteren Kräfte mehr die entladen werden könnten.

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