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Thema: Syrien - der nächste Krieg durch Lügen?

  1. #1891
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    Syrische Armee schneidet „Dschebhat an-Nusra“ von Versorgung ab

    Die syrische Armee hat in der Provinz Idlib die Kontrolle über die Magistrale „Damaskus-Aleppo“ wiedererlangt und zugleich die Versorgungslinien der Terrororganisation „Dschebhat an-Nusra“* blockiert.

    Damit haben die syrischen Militärs der Terrormiliz in dieser mehrheitlich von terroristischen Gruppierungen und anderen bewaffneten Banden kontrollierten Provinz einen herben Schlag verpasst und einen wichtigen Teilerfolg bei der vollständigen Befreiung von Chan Schaichun, der größten Stadt in der gegenwärtig umkämpften Umgebung, erzielt.

    Eine Quelle aus der syrischen Armee teilte bezüglich der Militäroperation mit: „Die syrische Armee hat die internationale Strecke Damaskus-Aleppo nördlich von Chan Schaichun (unter ihre Kontrolle gebracht – Anm. d. Red.).“
    Dadurch seien die Versorgungslinien der Anhänger von Dschebhat an-Nusra bei der Stadt Maaret an-Numan in der Provinz Idlib und in den verbleibenden Gebieten im Süden der Provinz abgeschnitten.

    Die syrische Armee hatte zuvor einen strategischen Kontrollpunkt am nordwestlichen Stadtrand von Chan Schaichun eingenommen und damit die Kontrolle über jeden Weg und jede Straße erlangt, die in die Stadt führen. Danach sind die Militärs am Montag nach Angaben der Zeitung „al-Watan” in die Stadt vorgerückt.
    Gegenwärtig soll die Regierungsarmee dort gegen Scharfschützen und andere Bewaffnete vorgehen.

    Anfang August hatten sich sowohl die Vertreter der Regierung in Damaskus als auch der bewaffneten Opposition bei einem Treffen in der kasachischen Hauptstadt Astana auf einen Waffenstillstand ab dem 2. August geeinigt.

    Die Extremisten hielten die vereinbarte Feuerpause jedoch nicht ein, beschossen mehrmals Siedlungen im Norden der Provinz Hama und versuchten, Stellungen der syrischen Armee in dieser Region anzugreifen. Als Reaktion darauf nahmen die syrischen Militärs ihre Operation gegen die Terrorgruppierungen in der Provinz Idlib wieder auf.
    In den vergangenen vier Monaten fielen mehr als 110 syrische Militärs und 65 Zivilisten den Terror-Angriffen, ausgehend von der Provinz Idlib, zum Opfer. Mehr als 240 syrische Militärs und 100 Zivilisten wurden dabei verletzt.

    Quelle: https://de.sputniknews.com/politik/2...n-nusra-idlib/
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  2. #1892
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    Idlib und die Heuchelei des Westens

    Die Medien verschweigen, wie es zur Eskalation in Idlib kam. Sie beschuldigen zu einseitig Assad und seine Verbündeten. Es ist ein Déjà-vu: In Idlib wiederholt sich das traurige Spektakel, das der Welt bei den Kämpfen in Ost-Gouta vor Damaskus und im nordsyrischen Aleppo geboten wurde. Der Westen beklagt händeringend das Schicksal der Dschihadisten und ihrer Anhängerschaft und nennt sie «Rebellen». Es sind jedoch dieselben Dschihadisten, die der Westen im irakischen Mossul als terroristischen Abschaum dargestellt und in Grund und Boden bombardiert hat.
    Ergänzende InformationenRed. Besonders in geopolitischen Auseinandersetzungen versuchen alle Konfliktparteien, ihre eigenen Absichten zu vertuschen, die Gegenseite zu diskreditieren, falsche Fährten zu legen und die Medien zu instrumentalisieren.
    Als Zweitmedium gehen wir davon aus, dass unsere Leserschaft die von grossen Medien verbreiteten Informationen bereits kennt. Helmut Scheben beleuchtet hier die westliche Syrienpolitik und Berichte grosser westlicher Medien aus einer äusserst kritischen Optik, die sonst kaum zur Diskussion gestellt wird.
    Immer mehr Bürgerinnen und Bürger schätzen unsere ergänzenden Informationen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.


    Die USA und ihre Verbündeten geben nach eigenen Angaben Milliarden Dollar für den sogenannten «Krieg gegen den Terror» aus. Doch in der syrischen Region Idlib stellen sie sich auf die Seite von radikalislamischen Kampfgruppen und erheben ein lautes Wehgeschrei, wenn die syrische Armee mit Unterstützung Russlands gegen Al-Kaida-Dschihadisten vorgeht, die jede Abmachung und jeden Waffenstillstand gebrochen und immer wieder Terroranschläge verübt haben. «Die Provinz Idlib wird militärisch weitgehend von einer Miliz kontrolliert, die der al-Kaida nahesteht», berichteten der Tagesanzeiger und die Süddeutsche Zeitung am 27. Juli.
    Die Eskalation in Idlib werde die Region weiter destabilisieren, klagt US-Botschafter Jonathan Cohen vor dem UN-Sicherheitsrat. Die Position der USA und ihrer NATO-Alliierten wird von den grossen westlichen Medien – wie im gesamten Syrienkonflikt – weitgehend kritiklos übernommen. Sie warnen vor Massakern und einer humanitären Katastrophe, sie schildern das tatsächliche Leid der Bevölkerung in den erschreckendsten Details, sie bringen herzzerreissende Augenzeugenberichte aus den umkämpften Gebieten, und sie vergessen nie zu betonen, wer die Schuldigen sind: Baschar al-Assad, Russland und der Iran.

    Idlib liegt im Norden und grenzt an die Türkei. Karte: Al Jazeera.
    «Die letzte Schlacht wird die blutigste» titelt der Zürcher «Tagesanzeiger» am 8. August 2019 und zitiert Rania Kisar, eine US-Amerikanerin mit syrischen Wurzeln, die seit Jahren als PR-Aktivistin der syrischen Opposition auf amerikanischen TV-Sendern zu sehen ist. 1 Am 22. Juli stellte sie ein Video ins Netz, das ihr prompt ein Interview mit CNN einbrachte. Ihr Aufruf ist stets dergleiche: Helfen Sie uns, Mister Trump, Sie wissen, was Baschar al-Assad den Menschen hier antut.
    Die «Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte», längst als fragwürdiges Propagandabüro der Opposition diskreditiert, feiert ihr Come Back als seriöse Informationsquelle. Dieser zufolge bombardieren die Russen vorzugsweise Spitäler und Schulen, töten Frauen und Kinder. Die Dementis von Seiten Russlands und der syrischen Regierung scheinen kaum noch einer Erwähnung wert. Es herrscht Krieg – auch ein Informationskrieg. Wie viele Spitäler und Schulen tatsächlich angegriffen und getroffen wurden, wird man erst nach Ende der Kämpfe feststellen können.
    Die grossen westlichen Medien leiden an Gedächtnisverlust. Sie vergessen, dass der Westen Truppen finanziert, bewaffnet und nach Syrien geschickt hat, um die Regierung zu stürzen. Immer erst wenn es diesen sogenannten Rebellen an den Kragen geht, entdeckt derselbe Westen mit grossem Jammern das Leid der Menschen im Krieg. Die Heuchelei ist zum politischen Kerngeschäft geworden. Das Projekt «Regime Change» ist gescheitert, die Planer dieses Projektes, die USA und ihre Verbündeten am Golf und in der NATO, rufen jetzt nach mehr Menschlichkeit.
    Hat man in acht Kriegsjahren auf unseren deutschsprachigen Sendern ein Fernsehinterview gesehen, in dem eine syrische Familie befragt wird, wie es ihr geht, nachdem ein Familienvater, ein Sohn, eine Tochter von «Rebellen» umgebracht wurde? Ich habe keines gesehen und gehört. Gab es einen einzigen Zeitungsartikel, in dem das Leid der Familien gefallener syrischen Soldaten Thema war? In der Mediendatenbank ist nichts zu finden. Die Berichterstattung unserer grossen Medien konzentrierte sich auf die Perspektive der sogenannten Rebellen und der USA. Westliche Medien informierten noch einseitiger als es im Irakkrieg der Fall war. Und das ist noch heute so.
    Warum verschweigen die Medien, wie es zur Eskalation in Idlib kam?
    Ein Beispiel. Die Region Idlib wurde Ende 2018 zur demilitarisierten Zone erklärt und den Aufständischen als vorläufiges Refugium angeboten. So sah es eine Abmachung zwischen Russland, dem Iran, der Türkei und Syrien vor. Doch die Gruppe Hayat Tahrir al-Sham (früher al-Nusra), die Al Kaida nahesteht, missachtete sämtliche Abmachungen, gab ihre schweren Waffen nicht ab und verschaffte sich in brutalen Überfällen weitgehend militärische Kontrolle über das Gebiet. Nachdem die Dschihadisten immer wieder Stellungen der syrischen Armee angegriffen hatten, leitete die syrische Regierung in Kooperation mit den Russen Ende April 2019 die Offensive ein, die zur Zeit andauert.
    All dies ist zwar auf Wikipedia nachzulesen, wird aber in unseren Zeitungen, im Radio und in der «Tagesschau» weitgehend ignoriert. Berichtet wird hingegen ausgiebig über Bombenangriffe der syrischen Armee, ganz so als massakriere einmal mehr nur ein tyrannisches Regime eine schutzlose Zivilbevölkerung. In andern Fällen wird dies als «Kolateralschaden» bezeichnet. Man erinnere sich nur an die Bombardierung der Stadt Mossul. Diese Kommunikationsstrategie wird als Framing bezeichnet: Ereignisse werden aus dem Kontext herausgeschnitten, das Handeln der syrischen Regierung erscheint als grundlos, willkürlich und brutal.
    Die «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens stellte vor kurzem ein Filmteam vor, das einen Film über Syrien auf dem Festival von Locarno präsentierte. Ein Sprecher dieses Teams sagte vor der Kamera, der Film dokumentiere das tägliche Leben der Bevölkerung im Widerstand. Der Titel des Films: «During Revolution».
    Welche «Revolution» ist da gemeint? Und wie hat sie sich manifestiert? In der Bedrohung, Ermordung, Vertreibung von Christen, Alewiten, Schiiten, Jesiden und all derjenigen, die als Sympathisanten der Regierung galten? In den abgeschnittenen Köpfen? In den Massenerschiessungen auf den Dorfplätzen? Die Burka-Frauen, die wie stumme, schwarze Pakete in den Gebieten unter Kontrolle der Aufständischen zu sehen sind: Gehören sie zur Revolution, von der hier die Rede ist?
    Den Aufstand der vom Westen finanzierten Milizen gegen die syrische Regierung als «Revolution» zu bezeichnen ist Parteinahme für einen Terrorkrieg.
    Das semantische Einwickelpapier
    Das Wort «Revolution», einst Schlüsselwort im Vokabular der Linken (Französische Revolution, Oktoberrevolution, kubanische Revolution, Nelkenrevolution) ist zum Lieblingswort der amerikanischen Neokons mutiert: Sie reden von der «Maidan-Revolution» und anderen «Orange Revolutionen» in Osteuropa. Wörter wie «Revolution» oder «Rebellen» sind das Einwickelpapier, mit dem der faule Fisch verpackt wird. Wenn nicht mehr zu merken ist, dass er schlecht riecht, kann man ihn den Leuten verkaufen.
    Ähnliche Skepsis ist geboten, wenn im Wording westlicher Medien das «syrischen Volk» auftaucht. In der Regel heisst es dann «Assad schiesst auf sein eigenes Volk» oder – wie am 10. August in einem Kommentar im Zürcher «Tagesanzeiger» – Präsident Bashar al-Assad habe «Chemiewaffen gegen sein eigenes Volk eingesetzt».
    Würden die Journalisten sorgfältig recherchieren, so fänden sie heraus, dass die Beweise für Assads «Giftgasangriffe» auf wackligen Füssen stehen. Unabhängige Experten haben nachgewiesen, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit die Kampfgruppen der Dschihadisten waren, die diese Angriffe mit chemischen Waffen verübten, um die USA für einen Einmarsch zu provozieren. Würden die Medien sorgfältig recherchieren, so fänden sie weiter heraus, dass die Story von den neunzigtausend Folterfotos, die ein mysteriöser Militärfotograf «Caesar» verbreiten lässt, genauso wenig glaubwürdig und masslos übertrieben ist, wie die «Augenzeugenberichte» der Propaganda-Organisation Weisshelme es waren.
    Massive Verletzungen des Völkerrechts auf allen SeitenRed. Es besteht kein Zweifel: Im Kriegszustand begehen alle Seiten, auch die Regierung Assad, Kriegsverbrechen und verstossen massiv gegen die Genfer Konventionen über die Kriegsführung.

    Das «syrische Volk»
    Das Wording vom «syrischen Volk», so wie es unsere Medien als Textbaustein verwenden, ist manipulativ. Denn das «syrischen Volk», wer soll das sein: die Aufständischen, die Syrien zum grossen Teil verlassen haben, oder die 20 Millionen, die in Syrien geblieben sind? Die Medien zitieren generell die UNO-Berichte, in denen von rund elf Millionen Flüchtlingen die Rede ist. Davon sollen rund fünf Millionen ins Ausland geflohen und rund sechs Millionen innerhalb des Landes vertrieben worden sein. Kaum ein Syrien-Bericht in unseren Medien verzichtet darauf, diese Statistik hervorzuheben.
    Nur: Diese Zahlen werden in der Regel so in den Kontext eingebettet, als sei die gesamte Fluchtbewegung der syrischen Regierung anzulasten. Niemand macht sich die Mühe zu differenzieren, wer da von wem vertrieben wurde. Dass die sogenannten Rebellen seit Kriegsbeginn massive ethnische «Säuberungen» betrieben, ist in zahlreichen Fällen dokumentiert, wird aber kaum thematisiert. Man darf wohl davon ausgehen, dass ein grosser Teil der internen Vertriebenen nicht vor der syrischen Armee, sondern vor dem Terror der Dschihadisten geflohen ist.2 So wie man annehmen darf, dass ein grosser Teil der jungen Männer, die in europäischen Flüchtlingszentren landen, Dschihadisten sind, die sich in Sicherheit gebracht haben, als sie sahen, dass der Krieg verloren war.
    Wenn Assad auf «sein eigenes Volk schiesst», auf wen schiessen dann die vom Westen bewaffneten Milizen? Die Dschihadisten aus mehr als fünfzig Nationen, die in verschiedenen Schüben von Norden, Westen und Süden über die Grenzen nach Syrien eindrangen, um die Regierung Assad zu stürzen: Auf wen haben sie wohl geschossen?
    Seit Vietnam die ewig gleiche Propaganda
    Wie lange wird uns noch die Story vom «syrischen Volk» erzählt, welches sich «erheben musste gegen den Diktator Assad»? Die grossen Medien haben, wie so oft in der Vergangenheit, die in Washington, London, Paris und Berlin verbreitete Erzählung emsig kolportiert. Statt nun endlich ihre Fehleinschätzung einzugestehen und genauer zu recherchieren, sind sie offenbar entschlossen, die Sache auf Biegen und Brechen durchzuboxen. Augen zu und durch, heisst jetzt ihre Parole, und damit riskieren sie einen Verlust an Glaubwürdigkeit. Ein spanisches Sprichwort sagt: «No se puede tapar el sol con un dedo». Man kann die Sonne nicht mit einem Finger verdecken. Früher oder später wird die Geschichte des Syrienkrieges mit mehr Faktentreue geschrieben.
    Wie oft müssen Medienschaffende noch übers Ohr gehauen werden, bis sie merken, dass seit Vietnam auf beiden Kriegsseiten immer von neuem die gleiche Propagandalüge funktioniert? Lesen Journalistinnen und Journalisten noch Dokumente wie die «Pentagon Papers»?
    Schon damals durften die USA angeblich ihre «Freunde» in Südvietnam nicht im Stich lassen. Schon damals kämpfte das Volk gegen die Tyrannei aus dem Norden, und der Westen musste dem vietnamesischen Volk zu Hilfe eilen.
    In den Balkankriegen hatten die Serben laut dem deutschen Verteidigungsminister Scharping einen «Plan Hufeisen» gefasst, um das kosovarische Volk auszulöschen. Es war Fake, aber es funktionierte: Die NATO musste dem Volk zu Hilfe eilen und bombardierte Belgrad.
    In Afghanistan kämpfte das Volk gegen die Tyrannei der Taliban, und der Westen mussten dem Volk zu Hilfe eilen. Die Behauptung, die Taliban hätten etwas mit 9/11 zu tun, war falsch.
    Im Irak kämpfte das Volk gegen die Tyrannei des Saddam Hussein, und die USA mussten dem Volk zu Hilfe eilen.
    In Libyen drohte angeblich ein Massenmord an der Bevölkerung von Benghazi. Die Berichte waren Fake, aber es funktionierte. Der Westen musste dem unterdrückten Volk zu Hilfe eilen und brachte seine Freiheitskämpfer an die Macht.
    Die Resultate all dieser humanitären Kriege sind zu besichtigen: Es sind zerstörte Länder im Chaos.
    In Aleppo «Rebellen» – in Mossul terroristische «Dschihadisten»
    Das gleiche Stück wurde uns noch einmal vor syrischen Kulissen gespielt, und bis heute spielen die meisten Medien wacker mit: Das «syrische Volk» erhob sich gegen die Tyrannei des Bashar al-Assad, und der Westen und seine Freunde am Golf mussten «Rebellen» bewaffnen und finanzieren, um dem syrischen Volk beizustehen. Die Sache ist – wieder einmal – schiefgegangen.
    Man hatte – wie schon in Libyen – angeblich Kämpfer für Demokratie und Freiheit unterstützt, und sie erwiesen sich in ihrer grossen Mehrheit als Dschihadisten der übleren Sorte. Nun war guter Rat teuer, und die Syrienpolitik des Weissen Hauses wurde vollends zum Irrläufer. Man wusste sich nicht anders zu helfen als mit einer neuen Fiktion: Jetzt musste man die guten Rebellen unterstützen und die bösen Rebellen bombardieren. So als mache es völkerrechtlich einen Unterschied, ob man sympathische oder unsympathische Kampftruppen bewaffnet, um einen souveränen Staat anzugreifen.
    Die Rollenverteilung auf der Bühne des Teatro Mundi made in USA war fortan festgelegt: In Aleppo waren die Dschihadisten die guten Rebellen, weil sie von der syrischen Armee und der russischen Luftwaffe angegriffen wurden, also von den Bösen. In Mossul dagegen waren sie die bösen Rebellen, weil dort die USA und ihre Verbündeten bombardierten, also die Good Guys im Welt-Theater. In Idlib wiederum sind es nun die bedauernswerten Rebellen, für deren Menschenrechte der Westen kämpfen muss und so weiter.
    Die Journalisten und Journalistinnen, die diese Söldner als «Rebellen» und ihr Treiben als «syrische Revolution» etikettieren, mögen sich doch – und sei es nur für ein paar Wochen – nach Syrien begeben und die Leute auf der Strasse befragen. Eine überwältigende Mehrheit wünscht diese Milizen zum Teufel, die acht Jahre lang Krieg führten, weil sie sich der Unterstützung ihrer Freunde in Washington, Riad, Doha und Ankara sicher sein konnten. Die Regierung Assad hat ein ums andere Mal freien Abzug angeboten, wenn sie die Waffen niederlegen. Sie haben sich geweigert, weil der Nachschub lief und weil die Milliarden aus Katar, aus Saudiarabien, aus den USA und aus anderen Ländern weiter flossen.
    «Missbrauchte Volksbewegungen des «arabischen Frühlings»
    Im Kontext des «arabischen Frühlings» gab es auch in Syrien eine Mobilisierung der Opposition und sicher gab es politische Kräfte, die Reformen wollten, nicht aber Krieg. Sicher gab es friedliche Demonstrationen, gegen welche die syrischen Sicherheitskräfte repressiv vorgingen. Es gab aber gleichzeitig – unter dem Cover dieser Demonstrationen und unter dem ideologischen Deckmantel eines arabischen Frühlings – zahlreiche Fälle von bewaffneter Gewalt gegen die Repräsentanten des Staates und Massaker an «Sympathisanten Assads».
    Das Narrativ des arabischen Frühlings wurde genutzt, um unliebsame Regierungen der gesamten Region militärisch zu stürzen. Washington und die Golfmonarchien hatten das Drehbuch geschrieben. Syrien wurde angegriffen, obwohl von dem multikulturellen Land mit säkularer Verfassung keine Bedrohung für den Westen ausging.
    Die Provinz Idlib machte erstmals Schlagzeilen bei Kriegsbeginn im Juni 2011. Gerade hatten Dschihadisten des Islamischen Staates das Provinzstädtchen Jisr esh-Shoughur besetzt und zur Abschreckung vermeintlich Andersdenkender gleich alle 123 Polizisten der Ortschaft massakriert. Der Fluss Orontes, der durch das Städtchen fliesst, spülte in den folgenden Wochen immer wieder verstümmelte Körperteile der Massakrierten an die Ufer.
    Heute, acht Jahre später, zeigt sich der Westen entsetzt, dass der Krieg, den er finanziert und politisch gerechtfertigt hat, so grausam enden könnte wie er angefangen hat. Die Philosophin Hannah Arendt hatte kurz vor ihrem Tod einen scharfsinnnigen Kommentar zu den «Pentagon Papers» geschrieben. Sie fällt ein vernichtendes Urteil über die Leute, die den Krieg in Vietnam zu verantworten hatten:
    «Die Betrüger fingen mit Selbstbetrug an. Wohl dank ihrer hohen Position und ihrer erstaunlichen Selbstsicherheit waren sie von ihrem überwältigenden Erfolg – nicht auf dem Schlachtfeld, sondern auf dem Feld der Public Relations – so überzeugt und der Richtigkeit ihrer psychologischen Theorien über die Manipulierbarkeit von Menschen so sicher, dass sie an ihrer eigenen Glaubwürdigkeit nie zweifelten und ihren Sieg im Kampf um die Volksmeinung im voraus für gegeben hielten.»3
    Diese Sätze wurden in den siebziger Jahren geschrieben. Sie könnten gelesen werden als ein Kommentar zu dem Krieg in Syrien oder eine Prophezeihung im Hinblick auf den Krieg gegen den Iran, den dieselben Geostrategen derzeit ins Auge fassen.


    Quelle: https://www.infosperber.ch/Artikel/M...ei-des-Westens
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  3. #1893
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    Syrien: Aktuelle Entwicklungen, Hintergründe und was die deutschen Medien verschweigen

    Syrien ist zurück in den Schlagzeilen und man kann beobachten, wie schwer sich den Medien damit tun. Für sie sind alle Beteiligten, Putin, Erdogan und Assad, „böse“. Wie also berichten?
    Die Lösung des Dilemmas kann man nun beobachten. Seit Montag eskaliert die Lage in Syrien und nun haben die Medien entschieden, dass von allen beteiligten „Bösewichten“ diesmal Erdogan der (ein bisschen) Gute sein soll. Zu den aktuellen Meldungen und der bewusst unvollständigen Berichterstattung der deutschen Mainstream-Medien kommen wir gleich, zunächst wollen wir und die Hintergründe anschauen, um zu verstehen, was dort vor sich geht. Das macht diesen Artikel recht lang, aber zum Verständnis der komplexen Situation ist das unvermeidbar.
    Die USA haben den Syrienkrieg aus mehreren Gründen angefangen. Dass die USA den Krieg angefangen haben, klingt für den durchschnittlichen deutschen Leser nach „Verschwörungstheorie“ und „Antiamerikanismus“. Daher muss ich dazu sagen, dass das keineswegs der Fall ist, vielmehr ist das in den USA längst bekannt, nachdem die CIA gezwungen war, die CIA-Operation „Timber Sycamore“ zuzugeben, die in Deutschland von den Medien weitgehend verschwiegen wird.
    Bei dieser Operation haben die USA auf verschiedenen Wegen und für viele Millionen Dollar Waffen nach Syrien gebracht und damit arabische, islamistische Rebellen – die zum großen Teil nicht einmal Syrer waren – bewaffnet, damit sie Assad stürzen. Erst diese Waffen machten aus Unruhen und Protesten in Syrien einen „Bürgerkrieg“.
    Das Konzept ist ja auch nicht neu, die CIA hat es in den 1980er Jahren erfolgreich und ganz offen in Afghanistan gegen die Sowjetunion eingesetzt, als die USA die Taliban (damals noch „Mudschaheddin“ genant) und einen gewissen Osama Bin Laden bewaffnet haben. Auch in anderen Regionen (zum Beispiel Tschetschenien) sind die USA danach so vorgegangen. Nun wurde das erprobte und erfolgreiche Konzept in Syrien angewendet.
    Assad war und ist den USA aus mehreren Gründen ein Dorn im Auge. Erstens hat er sein Öl auch gegen andere Währungen, als den Dollar verkauft, zweitens beherbergt Syrien den einzigen russischen Militärstützpunkt im Mittelmeer und drittens ist Syrien gegen eine Erdgaspipeline aus dem Persischen Golf nach Europa, die Russland schwächen soll. Also musste Assad weg und deshalb haben die USA und die EU im Rahmen des „arabischen Frühlings“ zuerst die Aufstände in Syrien unterstützt und als das nicht reichte, eben mit der Operation „Timber Sycamore“ die nötigen Waffen geliefert.
    Ohne diese westliche Politik wäre es nie zu einem Krieg in Syrien mit all seinen Folgen, wie 500.000 Toten und Millionen von Flüchtlingen, auch in Europa, gekommen.
    2015 hat Russland in den Krieg eingegriffen und damit war der Vormarsch der islamistischen Rebellen beendet und inzwischen ist der IS im Syrien besiegt, wie spätestens im Februar 2019 selbst die deutsche Verteidigungsministerin einräumte.
    Heute wird Syrien westlich des Euphrat von Assad kontrolliert und östlich davon von der kurdischen YPG, einem Ableger der Terrororganisation PKK. Diese allerdings wird von den USA unterstützt und die deutschen Medien nennen sie „demokratische Kräfte“. Das hat ein neues Pulverfass geschaffen, denn die YPG unterstützt kurdische Kräfte der PKK in der Türkei und dagegen will Erdogan vorgehen.
    Eine weitere syrische Provinz macht derzeit Schlagzeilen: Idlib.
    In Idlib, im Nordwesten Syriens, hält sich die letzte Enklave der Terrororganisation Al-Kaida. Die haben sich in Syrien mehrfach umbenannt und heißen heute wahlweise „Dschbhat-an-Nusra“ oder auch „Hayat Tahrir al-Sham“. Im Spätsommer letzten Jahres sah es so aus, als würden Assads Truppen mit russischer Unterstützung auch gegen diese Terror-Enklave vorgehen, aber es gab massive internationale Proteste dagegen. Die westlichen Staaten befürchteten offiziell Verluste in der Zivilbevölkerung und waren gegen ein Vorgehen gegen die „Rebellen“ in Idlib, dass es sich dabei um Al-Kaida handelt, wurde von den westlichen Medien und Politikern verschwiegen. Im Klartext sprach sich der Westen gegen ein Vorgehen gegen Al-Kaida aus.
    Als bei Angriffen der USA auf das irakische Mossul oder heute bei saudischen Angriffen auf den Jemen tausende Zivilisten sterben, hat das die westlichen Medien und Politiker hingegen nie sonderlich gestört. Nur wenn Assad und Putin gegen Terroristen in Syrien vorgehen, ist der Protest des Westens zu hören.
    Brisant war vor diesem Hintergrund, dass ausgerechnet in dieser Zeit, Ende August 2018, AP meldete, dass die USA mit der Al-Kaida zusammenarbeiten, was nicht einmal bestritten wurde. Die Politiker im Westen hatten aber keine dummen Fragen ihrer Bürger zu befürchten, weil die westlichen Medien über diese Meldung einfach nicht berichtet haben, es wurde unter den Teppich gekehrt.
    Die Türkei hat die Islamisten in Syrien früher auch massiv unterstützt, jedoch musste Erdogan nach dem von den USA unterstützten Putschversuch gegen ihn 2016 seine Politik ändern. Auch diese Behauptung, es wäre ein US-Putschversuch gewesen, muss ich wohl erklären. Da das Thema komplex ist und hier zu weit führen würde, verweise ich auf diese Analyse, die erklärt, warum Erdogan seit 2016 auf Gedeih und Verderb gezwungen ist, sich mit Russland gut zu stellen.
    Dennoch hat Erdogan seine osmanischen Träume nie aufgegeben und er möchte Teile Syriens besetzen. Im von den Kurden kontrollierten Osten Syriens tut er das gerade mit zähneknirschender Zustimmung der USA. Im Westen des Landes, den Assad kontrolliert, hält Erdogan Gebiete im umkämpften Idlib. Zu dem befürchteten Angriff Syriens auf die in Idlib eingekesselten Reste der Al-Kaida kam es Ende 2018 nicht, nachdem sich die Türkei, der Iran und Russland auf einen Kompromiss geeinigt haben. Es sollte eine Pufferzone geschaffen werden, damit die Angriffe der Islamisten auf syrische Gebiete aufhören, was die Türkei garantieren wollte, und im Gegenzug sollte Assad erst einmal nicht vorrücken, was Russland garantieren sollte.
    Russland und Syrien haben aber immer darauf hingewiesen, dass dies keine Dauerlösung ist, denn erstens soll die syrische Regierung nach ihrem Willen irgendwann wieder über ganz Syrien regieren und zweitens hält vor allem Russland einen „sicheren Hafen“ für die Al-Kaida für inakzeptabel.
    Aber wie so viele Abkommen in Kriegen, hat auch dieses Abkommen nie wirklich funktioniert, die Islamisten haben ihre Waffen nicht wie vereinbart, einige Kilometer zurückgezogen und sie haben danach immer wieder syrische Stellungen und russische Militärstützpunkte beschossen. Vor einigen Wochen begann nun ein Angriff der Syrer, der bisher aber nur kleine Erfolge gezeigt hat, womit wir endlich zu den aktuellen Nachrichten aus dem Gebiet kommen.
    Am Montag haben sich die Meldungen überschlagen: Syrien meldete seine erneuten Angriffe und Erfolge. Das führte dazu, dass die Türkei einen Militärkonvoi mit Waffen, Ausrüstung und Panzern geschickt hat. Damit wollten sie einen ihrer Kontrollpunkte, es gibt 12 davon in der Provinz Idlib, verstärken. Der fuhr auch ungehindert durch Al-Kaida-kontrolliertes Gebiet, wurde dann aber von der syrischen Armee beschossen, wobei die Treffer nur neben dem Konvoi einschlugen, es wurden keine Türken verletzt oder getötet, jedoch sind nach türkischen Angaben drei Zivilisten getötet worden. Es war wohl eine Warnung an die Türkei und kein echter Angriff, denn einen Konvoi auf einer Straße zu treffen, ist nicht allzu schwer, wenn man ihn treffen will.
    Die Türkei aber war außer sich, Syrien auch. Syrien beruft sich auf das Völkerrecht, das niemandem das Recht gibt, beliebig Truppen in ein anderes Land zu verlegen, die Türkei beruft sich auf das Abkommen mit Russland und dem Iran vom Ende letzten Jahres. Syrien beschuldigt die Türkei außerdem, dass dieser Konvoi Waffen für die Islamisten liefern soll, was die deutschen Medien jedoch verschweigen. Die syrische Behauptung muss ja nicht stimmen, aber berichten sollte man darüber schon, wenn man über das Thema schreibt.
    Der türkische Posten Nummer Neun, um den es geht, ist inzwischen schon zum Teil von syrischen Truppen umzingelt und Syrien fordert daher die „Verlegung“ des Postens. Es geht dabei um eine Offensive der Syrer auf die kleine Stadt Chan Scheichun im Süden der Provinz Idlib, die in Syrien als erfolgreich bezeichnet wird.
    Nachdem wir nun die Hintergründe ausführlich angeschaut haben, ist noch interessant, was die deutschen Medien daraus machen. Der Spiegel titelte heute „Angriff auf türkisches Militär in Syrien – Putin führt Erdogan vor
    Wie ich schon sagte, nehmen die deutschen Medien nun Erdogan, der sonst eigentlich keine gute Presse in Deutschland hat, in Schutz, wie die Überschrift schon zeigt. Und auch die Einleitung lässt an propagandistischer Färbung nichts zu wünschen übrig:
    „Russland und die Türkei hatten den Menschen im syrischen Idlib Sicherheit versprochen. Tausende Tote und Hunderttausende Flüchtlinge belegen jedoch: Erdogan hat Putins Rücksichtslosigkeit nichts entgegenzusetzen.“
    Der deutsche Leser weiß nichts von den islamistischen Angriffen der letzten Monate und dass es Syrien ist, das vorrückt und nicht Russland, scheint unwichtig. Der Spiegel muss heute Putin als den Teufel hinstellen. Und Erdogan zur Abwechslung mal als das bedauernswerte Opfer:
    „Die türkische Regierung muss sich sehr sicher gewesen sein – oder sie war sehr naiv. Ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, schickte sie mehrere Militärkonvois einmal quer durch die nordsyrische Provinz Idlib in Richtung des Dorfes Morek.“
    Dass die Türken dabei problemlos von Terroristen kontrolliertes Gebiet durchfahren konnten, erwähnt der Spiegel nicht. Im ganzen Artikel finden sich die Worte „Terroristen“, „Islamisten“ oder „Al-Kaida“ nicht ein einziges Mal. Stattdessen spricht der Spiegel von „Rebellen“, das klingt für den deutschen Leser sympathischer, als „islamistischer Al-Kaida-Terrorist“. Lediglich der neue Name der Al-Kaida-Tochter in Idlib, „Hayat Tahrir al-Sham“, findet sich ein Mal in dem Artikel.
    Aber welcher deutsche Leser weiß schon, wer oder was „Hayat Tahrir al-Sham“ ist?
    Der Spiegel betreibt also nicht bloß Meinungsmache anstatt Berichterstattung, indem er die Bezeichnungen und Formulierungen so wählt, dass der deutsche Leser die Terroristen in einem positiven Licht sieht, er lässt auch gleich sämtliche Hintergründe weg, damit der Leser keine Chance hat, zu verstehen, was dort tatsächlich vor sich geht.
    Das wird vor allem in folgendem Absatz deutlich. Ersetzen Sie beim Lesen im Kopf mal das Wort „Rebellen“ durch „islamistische Terroristen“ oder auch direkt durch „Al-Kaida“:
    „Assad ist entschlossen, Syrien mithilfe Moskaus und des iranischen Regimes vollständig von den Rebellen zurückzuerobern – egal mit welchen Mitteln. Und während die Welt der syrischen Katastrophe inzwischen weitgehend gleichgültig zusieht, ergreift lediglich Ankara noch eindeutig Partei für die Rebellen.“
    Wenn man diese Worte austauscht, was objektiv und sachlich korrekt wäre, dann bedeutet das, dass der Spiegel etwas dagegen hat, dass Syrien Teile seines Staatsgebietes aus den Händen der islamistischen Al-Kaida befreien will und nur noch Ankara Partei für die Al-Kaida-Ableger ergreift.
    Das zeigt, worum es dabei tatsächlich geht: Der Westen will Assad schwächen und wenn das bedeutet, die Herrschaft der Al-Kaida zu verteidigen, dann nimmt man das in Kauf.
    Der Spiegel-Artikel legt den Fokus auch auf humanitäre Fragen, wie einen befürchteten Flüchtlingsstrom im Falle eines Angriffs der Syrer. Das ist berechtigt, aber man muss sich eben auch fragen, ob man stattdessen bereit ist, vor der europäischen Haustür ein unkontrolliertes Terrornest der Al-Kaida zu dulden, wo Terroristen ausgebildet werden können und danach im Strom der Flüchtlinge über die Türkei nach Europa gelangen können. Allein im Juni kamen in Griechenland wieder fast 6.000 Flüchtlinge aus der Türkei an und niemand weiß, wer diese Menschen sind.
    Nur in einem Satz geht der Spiegel auf das Abkommen zwischen Russland, der Türkei und dem Iran von Ende 2018 ein:
    „Doch weder hielt Erdogan seine Zusage ein, entschieden gegen die Dschihadistenmiliz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) in Idlib vorzugehen, noch gaben Putin und Assad ihr Ziel auf, die Provinz zurück unter die Kontrolle der Regierung in Damaskus zu bringen.“
    Hier benutzt der Spiegel das einzige Mal im Artikel das Wort „Dschihadisten“ anstatt „Rebellen“. Ansonsten stellt der Spiegel die Dinge aber so da, dass der normale Leser sie nicht verstehen kann.
    Was verbirgt sich hinter der Formulierung, dass Erdogan seine Zusage nicht einhielt? Richtig: Die Al-Kaida hat sich nicht, wie vereinbart, von der Kontaktlinie zurückgezogen, sondern ist dort geblieben und beschießt seit Monaten die syrische Armee und russische Stützpunkte. Wie lange sollen Assad und Putin dem tatenlos zuschauen? Sie haben fast ein Jahr untätig zugeschaut und von Erdogan verlangt, seinen Teil der Vereinbarung einzuhalten. Ob er es nicht will oder nicht genug Einfluss auf die Al-Kaida hat, ist unwichtig. Fakt ist, sein Teil des Abkommens wird nicht umgesetzt. Und darauf haben Russland und Syrien nach fast einem Jahr mit ihrer Offensive reagiert.
    Nur der Spiegel-Leser erfährt davon nichts.
    Dafür erfährt der Spiegel-Leser, dass Putin und Asdad ihren Teil angeblich nicht einhalten würden. Das stimmt schlicht nicht, denn sie haben nie zugesagt, das Ziel aufzugeben, Idlib wieder unter syrische Kontrolle zu bringen. Sie haben einen Angriff unter bestimmten Voraussetzung abgeblasen, aber die Voraussetzungen wurden nie umgesetzt. Wogegen also haben Putin und Assad verstoßen?
    Die Situation ist also komplex und kompliziert. Für Anfang September ist ein Treffen der Kontaktgruppe aus Russland, der Türkei und dem Iran geplant, bei dem die Staatschefs die Probleme besprechen werden und vielleicht eine neue Lösung finden.
    Das gibt den deutschen Medien noch einige Wochen Zeit, solche tendenziösen, teilweise unwahren und den Leser bewusst falsch informierende Artikel zu verfassen. „Qualitätsjournalismus“ aus dem Hause Relotius eben.
    Nachtrag: Das Datum für das Treffen der Staatschefs der Türkei, des Iran und Russlands wurde am Abend bekannt gegeben. Sie treffen sich am 16. September in Ankara, um über Syrien und vor allem die Situation in Idlib zu sprechen.


    Quelle: https://www.anti-spiegel.ru/2019/syr...-verschweigen/
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  4. #1894
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    Syrien – Kriegsbericht vom 22. August 2019: Der Befreiung Khan Sheikhouns folgt die des Kessels in Nord-Hama

    Am 21. August hat die Syrisch Arabische Armee (SAA) gemeinsam mit den Tiger-Kräften die Stadt Khan Sheikhun und das Umland von Tal Taeri befreit und im Anschluß die dort verbliebenen Milizen in Nord-Hama vollständig eingekreist.
    Sowohl die Hochburgen von Hayat Tahrir al-Sham, , Lataminah, und Morek, als auch die dort angrenzenden Ortschaften Lahaya, Markaba, Latnin und Sayad, sind nun vollständig von ihren radikalen Pendants in der Deeskalationsszone in Idlib abgetrennt. Ein von türkischen Soldaten besetzter Beobachtungsposten in Murak befindet sich ebenfalls in diesem Kessel.
    Die an einer die Städte Damaskus und Aleppo verbindenden Autobahn gelegene Stadt Khan Sheikhoun ist eine der größten urbanen Zentren in Süd-Idlib. Sie ist über Jahre eine der wichtigsten Hochburgen der mit Al-Qaida verbundenen Milizen gewesen. Derzeit arbeiten syrische Truppen daran, ihre jüngsten Gebietsgewinne zu festigen und bereiten sich auf einen weiteren Vorstoß zur Säuberung der restlichen Gebiete von Nord-Hama vor.
    In einer Antwort auf den syrischen Militärvorstoß hat der türkische Regierungssprecher, Ibrahim Kalin, erklärt, daß sämtliche Beobachtungsposten, einschließlich des in Murak gelegenen, an ihren Positionen im Großraum Idlib verbleiben. Auch hat er mitgeteilt, daß der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, in den kommenden Tagen mit seinem russischen Amtskollegen, Wladimir Putin, die Situation in Idlib telefonisch erörtern wird.
    Diese Anmerkungen entsprechen der üblichen türkischen Medienpropaganda über die angeblichen Verletzungen des Waffenstillstandsabkommens und die vermeintliche Unterdrückung so genannter moderater Rebellen durch die SAA. Tatsächlich hat die Türkei hiermit jedoch nur ihre taktische Niederlage sowie ihre Unfähigkeit zur Evakuierung von Milizen in diesem Teil Syriens eingeräumt.
    Ein weiterer wichtiger Punkt der Erklärung Kalins betraf die von der Türkei und den Vereinigten Staaten (VS) vereinbarte Sicherheitszone in Nord-Syrien. Laut der türkischen Seite werden türkische und VS-amerikanische Streitkräfte schon bald mit Patrouillen innerhalb der von den durch die VS unterstützten kurdischen Gruppen kontrollierten Region östlich des Euphrats beginnen. Ankara betrachtet diese Gruppen als Terrororganisationen und hat deren Stellungen bereits wiederholt unter Beschuß genommen. Es wird also interessant sein zu beobachten, wie diese angekündigten Patrouillen umgesetzt werden, sollten die von den VS unterstützten Kräfte in den von ihnen betroffenen Regionen stationiert bleiben.

    Quelle: https://de.southfront.org/syrien-kri...-in-nord-hama/
    https://peds-ansichten.de/2019/08/is...-syrien-idlib/

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    Geändert von AreWe? (23.08.2019 um 07:37 Uhr)
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  5. #1895
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    Türkei: Hubschrauberflüge mit USA über syrische „Sicherheitszone”

    Mit gemeinsamen Helikopterflügen haben die Türkei und die USA ihre „Sicherheitszone” im Norden Syriens nach Angaben aus Ankara in Betrieb genommen. Auch ein gemeinsames Koordinationszentrum arbeitet bereits. Diest teilte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Verweis auf den türkischen Verteidigungsminister Hulusi Akar am Samstag mit.

    Das Zentrum befindet sich demnach in der südosttürkischen Provinz Sanliurfa, die an Syrien grenzt. Mitte August hatten sich Ankara und Washington auf die Einrichtung einer solchen Pufferzone in Nordsyrien geeinigt. Die syrische Führung kritisierte dies als Angriff auf ihre staatliche Souveränität.

    In Sanliurfa befindet sich bereits ein Kommandozentrum, das die türkischen Streitkräfte im März für eine Offensive gegen kurdische Milizen in Nordsyrien eröffnet hatten. Die Türkei fordert entlang der türkisch-syrischen Grenze eine Zone unter ihrer alleinigen Kontrolle, aus der sich die Truppen der kurdischen YPG-Miliz zurückziehen sollen. Ankara sieht in der YPG einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation. Für die USA ist die YPG dagegen ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat”* (IS).

    Zuletzt hatten sich US- und türkische Militärs vage über eine „Friedenszone” an der Grenze verständigt. Telefonisch einigten sich in dieser Woche US-Verteidigungsminister Mark Esper und Akar darauf, ihren Plan phasenweise umzusetzen und dabei weiter an „technischen Details” zu pfeilen. Die Kurden würden in Kooperation mit den USA an einer Übereinkunft mit den Türken arbeiten, hieß es vom Chef der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Kobani, am Samstag auf der kurdischen Website ANF. „Es gibt erste Einigungen, die Sicherheit in der Region über Grenzpunkte herzustellen. Wir werden ein positiver Partner in diesem Prozess sein”, sagte er bei einem Treffen in der kurdisch kontrollierten syrischen Provinz Al-Hasaka.

    Quelle: https://de.sputniknews.com/panorama/...cherheitszone/
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  6. #1896
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    Russisches Militär: USA verübten Angriff in Idlib – ohne Benachrichtigung Russlands und der Türkei

    Die USA haben unter Verletzung aller Vereinbarungen einen Angriff in der syrischen Deeskalationszone Idlib verübt, ohne zuvor Russland und die Türkei über ihr geplantes Vorgehen zu informieren. Dies teilte am Sonntag das russische Zentrum für die Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien mit.

    Laut dem Versöhnungszentrum erklärte am 31. August ab 06.00 Uhr die syrische Armee auf Initiative Russlands und der Türkei einseitig die Waffenruhe in der ganzen Deeskalationszone Idlib; alle Konfliktseiten wurden informiert.
    Dabei wurden die Flüge der Kampfliegerei der russischen Luft- und Weltraumkräfte sowie der syrischen Luftstreitkräfte eingestellt.
    „Jedoch haben die USA am 31. August um 15.00 Uhr einen Luftangriff im Bezirk zwischen den Ortschaften Maarrat Misrin und Kafr Haya in der Provinz Idlib verübt“, heißt es in der offiziellen Mitteilung.
    In den vom amerikanischen Angriff betroffenen Ortschaften gibt es demnach zahlreiche Opfer und Schäden.
    Das Versöhnungszentrum verwies unter anderem auf die Erklärung der amerikanischen Seite, wonach durch den Angriff „der Verwaltungspunkt der Gruppierung Al-Qaida* vernichtet wurde“, der die Sicherheit der US-Bürger gefährdet hat.
    „Unter Verletzung aller zuvor erzielten Vereinbarungen haben die USA einen Angriff in der Deeskalationszone Idlib verübt, ohne die russische oder türkische Seite über die geplanten Handlungen zu informieren.“
    Ferner hieß es: „Mit ihrem Vorgehen haben die USA die weitere Einhaltung der Waffenruhe in der Deeskalationszone einer Gefahr ausgesetzt, in einigen Richtungen (haben sie) diese zu Fall gebracht.“


    Ein solches Vorgehen der Vereinigten Staaten vor dem Hintergrund der Vorwürfe Washingtons gegen Russland und Syrien, einen angeblichen „nichtselektiven Fliegereinsatz“ in der Deeskalationszone Idlib unternommen zu haben, löst laut der russischen Behörde Kopfschütteln aus. Trotz durch den US-Angriff verursachter Beschüsse seitens bewaffneter Formierungen würden die syrischen Truppen derzeit das Moratorium für die Kampfhandlungen im Interesse einer schnellstmöglichen friedlichen Regelung der Situation in der Deeskalationszone Idlib einhalten.
    Am Samstag hatten die Vereinigten Staaten laut dem US-Zentralkommando Centcom einen Luftangriff auf die Stellungen des Terrornetzwerks Al-Qaida in der syrischen Provinz Idlib ausgeführt.

    Quelle: https://de.sputniknews.com/politik/2...idlib-tuerkei/
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  7. #1897
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    Proxies sind keine Freunde

    Warum bombardieren die USA ihre islamistischen Helfer in Syrien?

    Das russische Kriegsministerium hat den USA vorgeworfen, eine einseitige, seitens der Syrischen Arabischen Armee (SAA) verkündete Waffenruhe, torpediert zu haben. Als Grund sehen die russischen Offiziellen einen, ohne Abstimmung mit der russischen Seite durchgeführten Luftschlag gegen die Kommandozentrale einer mit HTS verbündeten Islamisten-Miliz in Idlib-Stadt an, bei dem auch eine Reihe von Zivilisten getötet und verletzt wurde (1). Doch meine ich, dass die Motive auch woanders liegen könnten.
    Die islamistischen Gruppen in Syrien – völlig egal, ob sie IS, Ahrar al-Sham, al-Nusra, Jaish al-Islam oder wie auch immer hießen – verdanken ihre Präsenz uneingeschränkt der finanziellen, militärischen, geheimdienstlichen, politischen und medialen Unterstützung aus westlichen und diversen Unrechtsstaaten der arabischen Halbinsel. Was immer uns auch der Mainstream erzählen mag: Einen Kampf gegen den internationalen Terrorismus hat es in Syrien niemals gegeben. Söldnerarmeen – bezahlt und ausgerüstet aus dem Hort des Wertewestens und seiner Partner – sind es, die Syrien terrorisieren. Warum also, greift nun die US-Luftwaffe ihre eigenen Kämpfer an?
    Warum griffen die USA den Islamischen Staat im irakischen Mossul an?
    Beide Fragen münden – so denke ich – in eine Antwort, doch erst einmal zurück nach Syrien.
    Ende August 2019 schloss die SAA – unterstützt durch die russische Luftwaffe – erfolgreich eine Militäroperation gegen islamistische Milizen im Norden der Provinz Hama und Süden der Provinz Idlib ab. Die Verteidigung der Militanten war regelrecht kollabiert und sie verloren einen ihrer wichtigsten Stützpunkte, Khan-Sheikhoun – berühmt, berüchtigt geworden durch einen angeblichen Giftgasangriff im Mai 2017. Je deutlicher der Vormarsch seitens der syrischen Armee wurde, desto hektischer reagierte die Türkei. Einerseits versuchte sie einen militärischen Entsatz, in dem sie weiteres Kriegsmaterial und Personal in das umkämpfte Gebiet entsandte. Was keinesfalls im Astana-Prozess vereinbart wurde und eine weitere von unzähligen Verletzungen der syrischen Souveränität darstellt (2). Schon gar nicht, wenn auch noch islamistische Milizenführer im Tross mitfuhren (3). Auf der anderen Seite suchte die türkische Führung den diplomatischen Kontakt mit Russland, um die Offensive zu stoppen. Recep Erdogan, der türkische Präsident, traf den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau und ein weiteres Mal erklärte sich Russland bereit, Syrien zu bitten, in Vorleistung zu gehen. Denn wie gesagt: Der Waffenstillstand wurde einseitig ausgerufen. Er kann ohne Wenn und Aber als Geste des guten Willens angesehen werden, mittels dessen die syrische Regierung ihre Bereitschaft zeigt, Blutvergießen in Idlib zu vermeiden (4). Auch den Kampfhandlungen im August war eine Waffenruhe vorausgegangen und auch bei dieser handelte es sich um eine einseitig von der syrischen Regierung Ausgerufene. Wie andere zuvor hielt sie nur wenige Tage, denn die Islamisten nutzten die Passivität der syrischen und russischen Streitkräfte, um umgehend Kapital daraus zu schlagen. Ihre Angriffe galten sowohl Stellungen der syrischen Armee als auch zivilen Objekten. Es folgten die umfassendsten Bombardements auf deren Stellungen, Depots und Kommandozentralen seit Langem. Das sind dann übrigens in westlichen Medien – wundersam gewandelt – Krankenhäuser und Schulen. Vor kurzem beschrieb ich diesen Zyklus: einseitige Waffenruhe – Provokationen – Wiederaufnahme der Kampfhandlungen – westliche Propaganda über Bombardements ziviler Einrichtungen – westliche Vorstöße bei den Vereinten Nationen – nächste Waffenruhe … (a1). Der letzte Aufruf im UN-Sicherheitsrat, aus humanitären Gründen die Waffen schweigen zu lassen, stammt vom 29. August (5), die letzte Waffenruhe vom 31. August – einseitig verkündet von Syriens Regierung und nicht etwa von den “Rebellen”. Das hatte seit dem September 2018 für die Feinde Syriens großartig funktioniert. Die mit den Gesetzen der Sharia regierte Provinz Idlib war eine ständige Gefahr für Syrien und band dessen Streitkräfte. Jeder Fortschritt zur Befriedung, zur Entmilitarisierung, zur Durchsetzung der Vereinbarungen von Astana wurde erfolgreich hintertrieben. Aber im August 2019 änderte sich das, weil die syrische Armee die sogenannte entmilitarisierte Zone (was sie in der Realität nie wurde) ganz im Süden, wo sie bis in die Provinz Hama hinein reichte, als null und nichtig ansah und die Islamisten aus Khan-Sheikhoun, Kafr Zita und Lataminah vertrieb. In Idlib herrscht seit dem 31. August eine seit vielen Monaten nicht erlebte Ruhe in Bezug auf militärische Aktivitäten seitens der islamistischen Milizen. Schlussfolgerungen

    Das Konzept militärischer Provokationen, gekoppelt mit wirtschaftlichem und diplomatischem Druck und der bekannten Propaganda gegen die Assad-Regierung, ist – zumindest was Idlib betrifft – für die “Freunde Syriens” langfristig zum Scheitern verurteilt. Es ist augenscheinlich, dass jede weitere Provokation der Islamisten zu weiteren Gebietsverlusten an die legitime Regierung in Damaskus führen wird. Die syrische Regierung ist entschlossen, den Nordwesten Syriens umgehend von der islamistischen Herrschaft zu befreien und könnte dafür in einer größeren Operation das Gebiet, ausgehend von den Provinzen Aleppo im Osten und Latakia im Westen, vollständig von deren türkischen Versorgungsrouten abschneiden (6). Aus dieser Perspektive betrachtet, ist eine Beibehaltung des Status Quo für Syriens Gegner die günstigere Lösung. Man versucht nun, die Militanten an die Kette zu legen, um so der Syrischen Arabischen Armee jedes Argument zur Befreiung weiterer Gebiete in der Idlib-Tasche zu nehmen. Allerdings: Wie reicht man nun diese Erkenntnis an seine Krieger vor Ort weiter? Wie reicht man sie außerdem an die türkische Führung weiter? Genau hier könnte der Grund für den US-Luftangriff auf HTS in Idlib-Stadt liegen.
    Die USA und auch die Türkei weisen Ihr Proxies darauf hin, dass sie neue Aufgaben zu erfüllen haben, zum Beispiel in Libyen. Vielleicht daher wurden auch gezielt Führungskader der Jihadisten getötet. Die sind natürlich weiterhin an ihrem Kalifat in Idlib interessiert und unwillig, die neu zugewiesenen Aufgaben umzusetzen. Gerade die Führungsstrukturen sind stark ideologisiert. Dagegen befindet sich ein großer Teil der Kämpfer wohl eher in einem Dienstverhältnis als Söldner. Viele habe sich Verbrechen gegen die Menschlichkeit zukommen lassen und sind nun auf Gedeih und Verderb ihren Förderern und Finanziers ausgeliefert. Die Türkei ist zudem und sehr nachvollziehbar daran interessiert, die Militanten in Syrien auf keinen Fall in das eigene Staatsgebiet “einreisen” zu lassen. So diese Idlib nicht halten können, ist es immer noch besser, wenn sie dort den Heldentod sterben. “Nebenbei” können sie noch dem syrischen Nachbarn maximalen Schaden zufügen. Westliche Staaten sind in diesem Sinne gern bereit, den Todgeweihten bis zum Tag X alles das zukommen zu lassen, was man braucht, um bis zur letzten Patrone kämpfen zu können. Auch deshalb halte ich es keineswegs für einen Zufall, dass in Libyen Jihadisten aus dem syrischen Idlib eingetroffen sind (7). Dort kämpfen sie Schulter an Schulter mit Terroristen der Muslimbruderschaft und des Islamischen Staates auf seiten der sogenannten Einheitsregierung (8). Diese “Einheitsregierung” wird von deutschen Medien übrigens als “international anerkannt” geadelt (9) – eine hässliche Parallele zur hierzulande propagierten sogenannten Zivilgesellschaft im syrischen Idlib. Söldner erhalten von ihrem Dienstherren einen neuen Arbeitsauftrag an neuer Wirkungsstätte. So einfach ist das. Es könnten vorrangig die Hardcore-Islamisten von HTS sein. Die anderen Kämpfer lassen sich ja immer noch als “Moderate” in Idlib vorhalten. Diese angeblichen Moderaten und die Umgeflaggten von HTS – der Name wird verschwinden (a2) – werden dann den Job in Idlib fortführen. Geht es also doch so weiter wie bisher?
    Das wird sich in den nächsten ein bis zwei Wochen herauskristallisieren. Aber sicher ist, dass Russland nun zunehmend Druck auf die Türkei ausüben wird, die Astana-Vereinbarungen zu erfüllen und die beinhalten vorrangig: Rücknahme aller schweren Waffen aus dem Bereich der Deeskalationszone sowie die Schaffung von sicheren Transitkorridoren durch Idlib in Richtung Aleppo. Wenn die Türkei das nicht leisten kann, ist es möglich, dass es in Idlib sehr schnell geht. Das Spiel dort – so meine derzeitige und natürlich spekulative Sicht – neigt sich dem Ende entgegen. Noch etwas lässt aufhorchen. Russische Spezialeinheiten haben möglicherweise zum zweiten Male innerhalb einer Woche ihre – salopp ausgedrückt – offenen Rechnungen mit den Islamisten, separat und damit ohne Mitwirkung der syrischen Streitkräfte beglichen. Sie infiltrierten vorgeschobene Stellungen islamistischer Milizen, um dann eine Reihe von deren Kämpfern zu töten oder zu verwunden (10,11). Was die jüngste derartige Operation betrifft, war tags zuvor die russische Luftwaffenbasis Khmeimim von zwei Kampfdrohnen angegriffen wurden, die jedoch – ohne dass sie Schaden anrichten konnten – vom Himmel geholt wurden (12). Der Angriff der US-Bomber auf Idlib-Stadt erfolgte nicht unter der Ägide von “Inherent Resolve”, dem westlichen Bündnis zur vorgeblichen Bekämpfung des Terrors im Nahen Osten. Er fand vielmehr direkt unter der Regie des CENTCOM (Zentralkommando der US-Streitkräfte für den Nahen und Mittleren Osten) statt (13) – warum? Die bei “Inherent Resolve” installierten Kommunikationskanäle zwischen den Verbündeten und außerdem zum russischen Militär lassen üblicherweise die Adressaten vorab von solchen militärischen Aktionen Kenntnis nehmen. CENTCOM tut das wohl eher nach eigenem Ermessen. Das hatte zur Folge, dass im vorliegenden Fall nicht nur die russische Seite ignoriert wurde, sondern auch – so vermute ich – die türkische. Die Türkei konnte daher ihre Islamisten in Idlib auch nicht vorwarnen. Bleibt noch die Frage: Warum also griffen die USA in Mossul und Idlib ihre Proxies an?
    An dieser Stelle kommen wir nicht weiter, wenn wir grübeln, ob die USA für oder gegen die islamistischen Milizen agieren (14). Ob sie im ideologischen, im ethisch-moralischen Sinne Solidarität oder Feindschaft gegenüber diesen Extremisten hegen. Weil weder das Eine noch das Andere zutrifft und das ist wirklich beklemmend. Denn das hat etwas mit psychopathischen Denk- und Verhaltensmustern zu tun. Die Extremisten im Nahen und Mittleren Osten, gegen die der selbst ernannte Wertewesten seinen angeblichen “Kampf gegen den Terrorismus” führt, werden schlicht benutzt – das ist schon alles. Weiß man das, wird es recht einfach: Die Proxies führten nicht die Befehle aus. Sie meinten, dass es die eigene Agenda wäre, die ihnen Geld, Waffen und Macht zukommen ließ. Sie begriffen nicht, dass sie nützliche Idioten einer stärkeren und viel skrupelloser handelnden Macht sind. Und jene kennen keine wahren Freunde, höchstens Proxies. Umgekehrt ist es genauso absurd, anzunehmen, man könnte extrem ideologisierte Menschen beliebig lenken. Das genau aber glauben gerade die “Kreativen” in Washington. Sie werden Extremisten niemals in Gänze kontrollieren können und deshalb ist solch eine Politik für die Welt auch so verheerend (a3). So haben nach einigen Tagen der Ruhe Militante der von HTS gegründeten “al-Fatah al-Mubin” ganz im Süden Idlibs und nahe des dort befindlichen, von syrischen Truppen eingeschlossenen türkischen “Beobachtungspostens” mit ATMGs zwei syrische Militärfahrzeuge zerstört (15). Entsprechend könnte sich nun doch sehr schnell das Szenario vom Anfang August des Jahres wiederholen. Bitte bleiben Sie schön aufmerksam.


    Quelle: https://peds-ansichten.de/2019/09/id...misten-libyen/
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  8. #1898
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    AW: Syrien - der nächste Krieg durch Lügen?

    "Schwierige Gemengelage" - Karin Leukefeld berichtet aus Syrien zur Situation in Idlib


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    AW: Syrien - der nächste Krieg durch Lügen?

    Im Gespräch mit Marco Glowatzki // Live-Schalte in den Libanon // 9.10.2019


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  10. #1900
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    AW: Syrien - der nächste Krieg durch Lügen?

    Karin Leukefeld: Krieg gegen Kurden - Angriff der Türkei in Syrien

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