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Thema: Der wahre Aufbau unseres Universums

  1. #61
    Redakteur Avatar von Angeni
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    Urknall: Neue Theorie zum Anfang der Welt?

    Urknall: Neue Theorie zum Anfang der Welt?


    Derzeit verbreitet sich weltweit eine seltsame Meldung in Internet und Printmedien. Australischen Wissenschaftlern ist demnach eine sensationelle neue Entdeckung zum Anfang des Universums gelungen. Statt eines großen Knalls, des berühmten »Big Bang«, sei unser Kosmos das Resultat einer gigantischen Abkühlung, die zu Brüchen in der Raum-Zeit-Struktur geführt habe. Zur interessanten These gibt es aber auch einen interessanten Hintergrund...


    Wieder einmal steht der Anfang unserer Welt in der Diskussion. Immerhin waren schon öfter mehr oder minder gewichtige Stimmen zu hören, die gegen das verbreitete Urknall-Szenario wetterten. Irgendwie scheint es doch auch seltsam, dass das Universum aus einem mathematischen Punkt

    unendlicher Dichte hervorgegangen sein soll, so ur(knall)plötzlich und direkt, um sich geradezu »hysterisch« auszudehnen und dabei überhaupt erst zu nachvollziehbarer Physik und den heute bekannten Urkräften, Dimensionen und übrigen Eigenschaften zu gelangen. Seit Menschengedenken entwerfen unerschütterliche Forscher immer kompliziertere Vorstellungen davon, wie es damals wirklich war, als es vielleicht sogar weder Zeit noch Raum gab. Und leider war ja zumindest kein Sterblicher dabei, als die Welt geboren wurde. Das war nach allgemeiner Ansicht vor etwa 13,7 Milliarden Jahren. Ein Akt ohne Zeugen, vielleicht ein Zufall ohnegleichen, ein kosmischer Unfall, ein dummes Versehen der Natur oder eines höchsten Wesens, das selbst unabhängig von alledem in der Ewigkeit existiert. Das mag sein oder nicht, die Wissenschaft kann sich mit solchen Spekulationen nicht zufriedengeben. Und schon vor vielen Jahrzehnten stießen Physiker und Astronomen auf teils bestechende Hinweise, die genau jenen vehementen Anfang der Welt nahelegten.

    Weltmodelle mussten vom statischen Universum abrücken, denn Beobachtungen zeigten, dass Galaxien im kosmologisch relevanten Skalenbereich sich voneinander entfernen. Aus den größten Tiefen des Alls dringt ein ziemlich gleichmäßiges Signal zu uns vor, das vor Jahrzehnten mit dem »Big Ear« von Holmdel, New Jersey, einem mittlerweile legendären US-Radioteleskop, eher zufällig eingefangen wurde: die kosmische Hintergrundstrahlung, ihrerseits interpretiert als Echo des Urknalls. Auch die Elementverteilung im All kann durch den mächtigen kosmischen Startschuss gut erklärt werden.

    Eine zutreffende Widerlegung von Einstein, Urknall & Co. wäre die Sensation schlechthin. Aber ganz so leicht, wie es manchmal scheint, ist es dann doch nicht – sonst wären wohl schon Heerscharen von Physikern längst dahinter gekommen. Auch bei Einstein kann so einiges nicht passen, schlichtweg, weil seine Theorien irgendwann an eine Grenze stoßen, ab der sie nicht mehr funktionieren. Aber das weiß man ohnehin bereits. Die Theorien sind in einem bestimmten Rahmen anwendbar, dann muss eine Erweiterung her, keine »Widerlegung«. Viele Spezialgebiete der Physik sind natürlich so komplex, dass nicht einmal studierte Physiker noch etwas damit anfangen können. Da wird es mit Kritik ohnehin ziemlich schwierig. Auch was den Urknall betrifft, gibt es auf verschiedenster Ebene sehr angeregte Diskussionen. Gerade im weltweiten Netz zirkulieren massenweise Spekulationen, meist leider völlig haltlos – doch ein kleines Universum für sich. Sobald aber von ausgewiesenen Experten selbst entsprechende Kritik an existierenden Konzepten aufkeimt, wird es schon interessanter.

    In Echtzeit dabei war beim großen Knall logischerweise niemand. Zumindest keiner, der es uns erzählen würde. Niemand weiß, wie die Welt wirklich entstanden ist. Und im Grunde ist alles möglich, auch dass sich die Wissenschaft ganz tüchtig geirrt hat. Immerhin haben selbst Forscher wie der so grandiose und unkonventionelle britische Professor Fred Hoyle das Urknall-Szenario deutlich in Frage gestellt, wobei Hoyle selbst bekanntlich den Ausdruck »Big Bang« prägte, in pejorativer Absicht. Hoyle wollte eigentlich die Fragwürdigkeit der Theorie unterstreichen. Doch dem »Big Bang« erging es wie dem Gütezeichen »Made in Germany«. (Fast) alle Welt sprach bald nur noch respektvoll davon.

    Problematisch wird es jedoch immer dann, wenn ein Konzept zum Dogma mutiert. Die weite Akzeptanz lässt diesen Wandel gewiss auch bei der Urknall-Theorie vermuten. Neuere kosmologische Theorien legen zudem nahe, dass das bisher bestehende Bild doch verändert werden muss. Manche dieser Ideen scheinen ein Umdenken unausweichlich werden zu lassen, andere bleiben nichts als Thesen und wieder andere liegen irgendwo dazwischen. Ein ganz eigenartiger Fall kursiert gegenwärtig: Australische Wissenschaftler hätten nunmehr eine Theorie entwickelt, die »den Urknall vom Tisch fegt« und das Geheimnis vom Anfang der Welt lüftet. So in der Art lauten zumindest zahlreiche Medienberichte hierzu. Physiker der Universität Melbourne und des Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) seien dabei, den Big Bang regelrecht herauszufordern.

    Ihr neues Konzept vergleicht das anfängliche Universum mit einer Flüssigkeit – eine Analogie, die wohl nicht zuletzt den alten Ägyptern gefallen hätte. Die fortwährende Abkühlung habe schließlich genau wie bei Eiskristallen zu zahlreichen Brüchen geführt, und genau diese Strukturen könnten sich heute noch im Weltall nachweisen lassen, um die Theorie zu bestätigen. James Q. Quach, leitender Forscher der Studie, wählte selbst deutliche Worte für die Bedeutung der Theorie. Sie sei vollständiger als die Vorstellung vom Urknall. Nicht umsonst tönt auch die direkt von der Uni Melbourne stammende Pressemeldung: »Big-Bang-Theorie von der großen Abkühlung herausgefordert«.

    Da ist nun die Rede von einer »Quantum Graphity«, einem Umbruch der Physik und anderem. Mit anderen Worten also wohl eine echte Sensation oder aber fast schon zu viel des Guten. Andererseits: Die entsprechende Arbeit wurde in einem renommierten Fachblatt veröffentlicht, Physical Review D. So ganz ohne fundierte Grundlage können die radikalen Behauptungen also nicht sein.

    Was steht denn nun in der Forschungsarbeit selbst? Mit dieser Frage wird die Sache eigentlich erst so richtig interessant. Hier geht es erwartungsgemäß weniger revolutionär zu. Worum also geht es?

    Verschiedene moderne Theorien gehen von der ursprünglichen Existenz von Raum und Zeit aus, um daraus das gesamte spätere Universum zu kreieren. Sie versuchen, die anfängliche Singularität zu umgehen und postulieren gegebenenfalls unter anderem ein zyklisch oszillierendes Universum, wobei der Big Bang zum Big Bounce mutiert. Dieser »Große Rückprall« soll durch den Kollaps (»Big Crunch«) eines Vorgänger-Universums ausgelöst worden sein und im Übergang keine Singularität, sondern lediglich einen Zustand maximaler Dichte erreicht haben.

    Bei beliebig kleinen Strukturen kommt es zu unauflösbaren Paradoxien zwischen Quanten- und Relativitätstheorie. Gesucht wird schon lange die »Theorie für Alles« (Theory of Everything, TOE) als große vereinheitlichende Theorie, um das physikalische Standardmodell zu ergänzen, in dem die Gravitation fehlt. Es wird nur mit den drei anderen Grundkräften fertig. Die wohl bekannteste TOE ist die Stringtheorie, die aber bisher noch keine überprüfbaren Vorhersagen geliefert hat. Ihr ärgster Konkurrent ist derzeit wohl die aus der Schleifenquantengravitation entwickelte Loop Quantum Cosmology, die von einem ultradichten Raumnetzwerk ausgeht. Die quantisierten Volumina können eine gewisse Mindestgröße nicht unterschreiten, die durch die Plancklänge definiert ist. Die komplette Quantisierung des Universums lässt dabei aber auch zu, den Zeitpunkt des Urknalls zu überspringen und in eine Ära vor diesem Ereignis zu gelangen, das demnach auch hier nicht zwangsläufig den absoluten Anfang markieren muss. Eine Abart dieser Theorie ist die »nicht-traditionelle« Loop Quantum Gravity oder Quantum Graphity, deren seltsamer Name sowohl auf die ihr zugrunde liegende Graphentheorie als auch auf die Quantengravitation anspielt. Bei der Graphentheorie geht es um Objekte verschiedenster Natur und deren gegenseitige Verbindungen, wobei solche Objekte meist als Knoten bezeichnet werden. Diese Theorie erforscht und beschreibt also diverse Netzwerke. Dabei kann es in der Technik um Computernetzwerke gehen, in der Physik um Wechselwirkungen von Atomen mit Kristallen. Auf kosmologischem Gebiet sieht die Quantum Graphity einige Eigenschaften als plötzlich in Erscheinung tretend an, so wie die Masse eines Elektrons durch Wechselwirkung mit einem Higgs-Feld auftritt. Eigenschaften wie die Zahl der Dimensionen des Universums, des Raum-Zeit-Kontinuums sowie der Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit werden auf diesem Wege entwickelt.

    Letztlich aber erweist sich die neue Theorie nicht als der große Durchbruch, sondern als weiteres Konzept einer ganzen Reihe ähnlicher Vorstellungen. Die Erkenntnisse sind vielfach gar nicht so neu oder sehr viel anders als schon bekannte Ideen. Sie könnten auf die richtige Spur führen, indem sie der Raumzeit eine subatomare Netzwerkstruktur verleihen, doch muss auch diese Idee erst bewiesen werden, was die Graphity derzeit noch nicht leisten kann.

    Die vier am erwähnten Review-Beitrag beteiligten australischen Physiker geben immerhin Hinweise darauf, wie sich ihre Theorie überprüfen ließe. Denn die während des Abkühlungsprozesses entstandenen »Brüche« in der Großstruktur des Universums müssten nachweisbar sein, durch reale Veränderungen im Lichtweg ferner Objekte. Das verborgene, ultrafeine Netzwerk könnte vielleicht Effekte erzeugen, ähnlich wie sie bei Gravitationslinsen entstehen, die das Licht ferner Galaxien verzerren. Der Nachweis wäre bestimmt spektakulär, während Kritiker wie Shawn Halayka erklären, dass solche winzigen Quantennetzwerke viele makroskopische Phänomene wie positive Gravitationskraft, das Verhalten von Licht über sehr weite Distanzen und die Thermodynamik Schwarzer Löcher nicht erklären könnten.


    Wie kam es aber zu der so sensationell wirkenden und irreführenden Meldung, noch dazu direkt aus dem Pressebüro einer Universität? Wie konnten die zuständigen Redakteure dort so maßlos übertreiben? Was also sollte der ganze »Quatsch«?

    Die Antwort darauf findet sich in einem Online-Bericht des Sydney Morning Herald, der die Überschrift trägt: »Forscher aus Melbourne schreiben die Big-Bang-Theorie um«. Zu diesem Bericht findet sich auch ein Audio-Interview mit James Q. Quach, dem bereits erwähnten federführenden Wissenschaftler der Studie. Er wird hier noch deutlicher als der Pressetext und erklärt, das Urknall-Modell werde von der Quantum Graphity umgestürzt, die Kosmologie müsse neu geschrieben werden. Doch bei aller Offenheit für alternative Konzepte und die Unzulänglichkeiten der gegenwärtigen physikalischen und kosmologischen Standardmodelle: Die neue Theorie kann alledem längst nicht so viel entgegenhalten wie Quach verspricht. Da auch nicht geklärt ist, was bei jenem buchstäblich epochalen Ereignis wirklich geschah, das wir aus heutiger Sicht als »Urknall« beschreiben, wäre ein maßgeblicher, revolutionärer Schritt nach vorne natürlich mehr als wünschenswert. Die neuen Ideen, auch die Graphity, könnten zwar zu Lösungen führen. Der von Quach angeschlagene Ton entspricht aber nicht dem Inhalt des Review-Beitrags und dürfte der Sache mehr schaden als nützen. Mit Wissenschaft habe das dann leider nur noch wenig zu tun, eher mit Manipulation und Suggestion, so meinen Kritiker.
    Quelle


    LG Angeni

  2. #62
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    ''Sie versuchen, die anfängliche Singularität zu umgehen und postulieren gegebenenfalls unter anderem ein zyklisch oszillierendes Universum, wobei der Big Bang zum Big Bounce mutiert.''

    Oh, dann gehen ja auch die Aussagen von GOLD-DNA in die ''richtige'' Richtung, schließlich ergibt einzig ein zyklisches Universum einen all umfassenden Sinn.

    Gruß hierundjetzt
    Vier Begriffe reichen aus, um das ganze Universum darzulegen:

    Aktive Unordnung
    Reaktive Unordnung
    Reaktive Ordung
    Aktive Ordnung

    http://www.gold-dna.de

  3. #63
    Luzifer
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    Ich muss zugeben, Rétyi gefällt mir immer besser. Früher war ich nicht unbedingt ein Fan von ihm, aber die Artikel, die ich in den letzten Monaten und Jahren von ihm gelesen habe, sind für mich sehr gehaltvoll.

    Rétyi stutzt die "Sensation" auf das zurück, was sie ist, eine neue Theorie, die noch sehr lückenhaft ist und keinesfalls alles Bisherige wegfegt.

    Wo siehst Du eine Tendenz zum "Big Bounce"? Rétyi stellt in der Passage verschiedene Ansäzte vor, die aber nichts mit der neuen "Entdeckung" zu haben.

    Warum muss ein Sinn dahinter stehen? Vielleicht war es nur ein kleiner Zufall mit grosser Wirkung.

    Es ist übrigens nicht nur Rétyi, der die marktschreierischen Schlagzeilen kritisiert.

  4. #64
    Administrator Avatar von zwirni
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    @Luzifer

    Ja das stört mich auch sehr oft. Ich habe nichts dagegen wenn neue Entdeckungen Weltweit kund getan werden. Mich stört nur mit welchem Hype das oft getan wird. Ich mag in solchen Fällen auch mehr die ganz nüchterne Betrachtung des Fundes (Der Entdeckung) Warum müssen sich solche Wissenschaftler dann immer so profilieren... Ich finde es schlimm… tscha und der Mainstream springt dann auch immer gleich mit auf und bastelt eine Sensationsstory daraus.... schlimm....
    Mich fasziniert Astronomie absolut, doch ich bin kein Profi und dann gefallen mir die sachlich erklärten Berichte viel viel besser als irgendwelcher Hype der dann oft nichtssagend ist weil man sich auf diese Aussagen nicht verlassen kann.
    Ich bin absolut der Meinung das wir in vielen Wissenschaften noch total am Anfang stehen und noch sehr viele Zusammenhänge nicht kennen. Und genau aus diesem Grund sollte man neue Entdeckungen vielleicht auch nicht so hypen ohne sie zu 100% Beweisen zu können.

    Neue Entdeckungen sind für mich total interessant... wenn dann aber bitte ohne Beigaben...



    Da gebe ich dir Recht....


    VG. Sven

  5. #65
    Luzifer
    Gast
    Was dieser Quach sich da geleistet hat, ist der Wissenschaft unwürdig. Er ist in dem Bereich allerdings eine Ausnahme.

    Bei meiner Kritik dachte ich ich eher an die Massenmedien, für die eine knallige Überschrift mehr als die Information zählt. Experte darin ist die Blödzeitung.

    Und auch hier im Forum gibt es Leute, die bei Überschriften wie "Einstein widerlegt" oder "Urknall hat nie stattgefunden" regelrecht auspflippen.

    Verwarnung wegen persönliche Provokation meinerseits. Das System hat eine 24 Std. Sperre für die 2. Verwarnung eingeleitet

    lamdacore
    Geändert von lamdacore (30.08.2012 um 19:55 Uhr)

  6. #66
    Erfahrener Benutzer Avatar von AreWe?
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    Das kontinuierliche Universum

    Bei Recherchen zu diesem spannenden Thema (hauptsächlich auf der Seite von Uwe Wurditsch: Physikgrundlagen) stieß ich auf interessante Informationen, die ich hier mit Euch gerne teilen möchte. Natürlich bin ich ein absoluter Laie auf diesem Gebiet, doch fand ich die Gedankengänge wirklich gut. Gerne dürft ihr auch Eure Sicht der Dinge hier mitteilen – über konstruktive Kritik freue ich mich!Beginen wir also mal mit dem scheinbaren Anfang des Universums: dem postulierten Urknall. Zunächst einmal möchte ich kurz in Erinnerung rufen, wie die Urknall-Theorie zustande kam: Die Idee zur Urknall-Hypothese stammt von dem belgischen Jesuitenpater Abbe Georges Lemaitre und die ganze Hypothese fußt auf der Interpretation der gemessenen Rotverschiebung als Dopplereffekt. Der Dopplereffekt führt zu einer Rotverschiebung. Das heißt, wenn eine Lichtquelle von uns weg fliegt, werden die Wellen gewissermaßen gedehnt, sodass wir roteres Licht sehen; die Spektrallinien sind ins Rote verschoben. Umgekehrt beobachtet man bei sich nähernden Lichtquellen eine Blauverschiebung. Ähnlich wie beim Polizeiwagen, der an einem vorbeifährt. Solange er auf uns zufährt, klingt die Sirene höher; wenn er sich entfernt, tiefer. Dies ist die “klassische” Rotverschiebung. Beim gegenwärtigen Big Bang Modell (Urknall – Hypothese) lässt man die Doppler Rotverschiebung als einzige und dominierende Rotverschiebung zu. Wenn man dies tut, dann müsste sich das Weltall unentwegt ausdehnen, da alle Sterne vor uns fliehen. Neuerdings bevorzugt man in der Kosmologie den Begriff “kosmologische Rotverschiebung”. Sie funktioniert im Prinzip genauso, nur entfernt sich der Polizeiwagen nicht dadurch dass er fährt, sondern er steht, aber die Straße verlängert sich von selber durch Expansion. Da natürlich viele helle Köpfe inzwischen laut protestieren, dass das so auf gar keinen Fall verifizierbar ist, versucht man krampfhaft durch verschiedene Theorien die Hypothese vom expandierenden Universum, dass durch den Urknall entstanden sein soll, aufrecht zu halten. So konstruierte man eine vierte Raumdimension (nicht schon genug, dass man die Raumzeit erfand…) und die Hintergrundstrahlung wurde als „Nachglühen“ des Urknalls gedeutet. Ältere Messungen lieferten die geforderte homogene, isotrope Strahlungsverteilung (mit isotroper Strahlung ist in der Regel eine solche Strahlung gemeint, die in alle Richtungen des Raumes gleichmäßig abgestrahlt wird).
    Mit neuen Satellitenmessungen erhält man hoch aufgelöste Bilder, die eine inhomogene Verteilung zeigen. Wie also, kann das alles überhaupt zusammen passen? Einfache Antwort: gar nicht!
    Zumindest nicht, wenn man vom bisherigen Urknall-Modell und dem damit verbundenen expandierenden Universum ausgeht. Eins können wir schon vorneweg sagen: Licht ist eine Energieform. Als solche muss es mit anderen Energieformen, z.B. Materie, wechselwirken, d.h. Energie austauschen. Beim Licht geht das nur über eine Frequenzänderung, also muss Licht, das mit Materie wechselwirkt, roter werden. Und zwar um so roter, je länger der Weg ist, auf dem das Licht die Gelegenheit dazu hat (man könnte auch sagen, dass das Licht „müde“ wird und Energie verliert, bzw. abgibt – langsamer kann es nicht werden, denn sonst wäre es ja kein Licht mehr). Paul Marmet ( ehemals am Herzberg Institute of Astrophysics, Canada) hat diesen Effekt in seinem Artikel “A New Non-Doppler Redshift” genau beschrieben.
    Eine wichtige Folge der Rotverschiebung ist, dass es eine maximale Reichweite des Lichtes gibt. Es gibt deshalb einen „Rand“ des sichtbaren Universums, der durch die maximale Rotverschiebung, ab der wir das Licht nicht mehr wahrnehmen können, bestimmt wird. Das sichtbare Universum darf dabei nicht mit dem gesamten Universum verwechselt werden. Doch was genau versteht man eigentlich unter “Universum”?
    Lasst uns mal den Begriff „Universum“ genauer definieren:
    Das Universum
    Wir definieren Universum als die Gesamtheit von allem, was existiert – also wirklich alles, so wie es im deutschen Begriff „Weltall“ zum Ausdruck kommt. Daher kann es auch nicht x „Universen“ geben, sondern höchstens x Teile des einen Universums.
    Es gibt also nur ein oder das Universum, Universum ist ein Singular.
    Theorien, die von Paralleluniversen sprechen, sind erkenntnistheoretischer Nonsens, auch wenn sie an renommierten Universitäten gelehrt werden.
    Da das Universum alles enthält, was existiert, gibt es kein „außerhalb“. Es kann sich deshalb auch nicht ausdehnen, denn dazu müsste außerhalb ein Raum existieren, in den es sich hinein dehnen könnte.
    Das Universum enthält physikalische Entitäten, die miteinander wechselwirken und Energie austauschen. Die Gesamtenergie bleibt erhalten, da sie nicht in ein Außerhalb entschwinden kann.
    Wenn die Energieerhaltung gilt, ist das Universum ewig. Es ist in einem Gleichgewichtszustand, befindet sich aber wegen der Wechselwirkung in laufender Umwandlung: Galaxien formieren sich und vergehen, Sterne werden geboren, Materie wandelt sich in Energie und umgekehrt usw.
    Aus „ewig“ und „kein Außerhalb“ folgt: Das Universum hat keinen Rand, es ist unendlich.


    Das sichtbare Universum
    Ein weiterer wichtiger Begriff ist noch zu definieren: das sichtbare Universum. Das sichtbare Universum ist der beobachtbare Teil des Universums, also eine Untermenge des gesamten Universums. Das ist eine Folge der Rotverschiebung: Es muss einen „Rand“ des sichtbaren Universums geben, der durch die maximale Rotverschiebung, ab der wir das Licht nicht mehr wahrnehmen können, bestimmt wird. Der Radius des sichtbaren Universums (etwa 13,7 Mrd. Lichtjahre) wird bestimmt durch die mittlere Dichte der interstellaren Materie. Die Wechselwirkung des Lichtes mit hauptsachlich aus molekularem Wasserstoff bestehenden Gaswolken verursacht den wesentlichen Anteil der Rotverschiebung (genauer in dem Artikel von Paul Marmet nachzulesen).
    Der Raum (oder auch Vakuum)
    Eine weitere Ungereimtheit der alten Physik stellt der Raum oder das Vakuum dar.
    Denn als die Physiker die Energiedichte eines Oszillators, wie etwa eines Atoms zu berechnen versuchten stellte sich heraus, dass einige der Schwingungen selbst dann noch existierten, wenn das System auf den absoluten Nullpunkt heruntergekühlt wurde – wo man denken sollte, dass die ganze Energie zum Erliegen kommen müsste. In der Tat zeigten die Gleichungen aber, dass es auch im Vakuum eine unendliche Menge von möglichen Energieschwankungen gibt. Wie ist das möglich? Um dies besser zu verstehen, wandten Physiker ein Prinzip der “Renormalisierung” an, um mit Hilfe einer Naturkonstante eine Vorstellung davon zu bekommen, wie dicht die Vakuum-Energie mit all ihren möglichen Schwingungen sein müsste. Die Berechnungen, die durchgeführt wurden, sollten herausfinden, wie viele winzige Planck-Volumen-Vibrationen in einem Kubikzentimeter Raum koexistieren könnten. Da jedes Planck-Volumen eine bestimmte Masse hatte, entspräche das Ergebnis der Masse-Energie-Dichte, die in einem Quadratzentimeter leeren Raumes existiert. Das Ergebnis war enorm! Die Vakuum-Energiedichte, die als Planck-Dichte bezeichnet werden kann, hatte die Größe von 10 hoch 93 Gramm pro Kubikzentimeter Raum und bekam schnell den Spitznamen “die schlimmste Vorhersage, welche die Physik je gemacht hat” oder “die Vakuum-Katastrophe”. Um dir eine Vorstellung davon zu geben, wie dicht dieser Wert ist: Wenn man alle Materie nehmen würde, die wir in unserem Universum heute beobachten – all die Milliarden von Galaxien mit Milliarden von Sternen, von denen die meisten sehr viel größer sind als unsere Sonne, und wenn wir all das in einen Quadratzentimeter Raum stopfen würden, dann wäre die Dichte des Würfels nur 10 hoch 55 Gramm. Dies ist immer noch rund 38 Größenordnungen weniger dicht, als die Dichte des Vakuums! Viele Wissenschaftler dachten daher, dass diese Zahl lächerlich wäre, und sie geriet im Allgemeinen in Vergessenheit. Noch heute sind sich einige ausgebildete Physiker dieses Wertes nicht unbedingt bewusst – als ob die größte Energiemenge, die jemals vorhergesagt wurde, einfach komplett ignoriert werden könnte! Ebenso problematisch ist die Trennung von Raum/Vakuum und Materie.
    Unser„gesunder Menschenverstand“ verleitet uns zu dieser gedanklichen Trennung: die Materie scheint eine feste „begreifbare“ Außengrenze zu haben und dazwischen befindet sich der Raum, bzw. das Vakuum. Später führte man dann Felder ein, um die Wechselwirkung der Materie mathematisch beschreiben zu können. Problematisch wird dieses Modell, sobald man Fernwirkungen erklären will. Was bedeutet eine Wechselwirkung in einem Feld? Diese Frage hat die großen Physiker bewegt.
    So stürzte die Entdeckung des Gravitationsgesetzes Newton in ein tiefes Dilemma. Er konnte zwar Planetenbahnen und Gravitationskräfte berechnen, wollte aber nicht hinnehmen, dass diese Kräfte durch das Nichts in der Ferne wirken.
    In der Folge führte man einen von der Materie unabhängigen Äther als Träger der Fernwirkung ein, verwarf diese Hypothese aber wieder mit dem Aufkommen der Relativitätstheorie. Betrachten wir zum Beispiel ein Elektron. Es wird gedanklich zerschnitten in Teilchen und außerhalb des Elektrons in ein elektrisches Feld. Wenn wir das Elektron ganzheitlich betrachten, ist das Feld Teil des Elektrons, seine Energie steckt in dem Feld. Das äußere Feld existiert – da es ein untrennbarer Teil des Elektrons ist – von Anfang an mit dem Elektron. Es breitet sich daher nicht mit irgendeiner Geschwindigkeit aus (das Feld), sondern “es ist”.Ein Elektron ist also genau betrachtet unendlich groß, wobei es nach außen immer “dünner” wird. Dies kann man so veranschaulichen wie Marmet in seinem Artikel “Fundamental Nature of Relativistic Mass and Magnetic Fields “: Das Elektron kann mit anderen Elektronen / Teilchen deshalb selbst über große Entfernung wechselwirken, da es sich mit diesen immer noch berührt bzw. den von diesen eingenommenen Raum durchdringt.“ Daraus folgt, dass nirgends im Universum ein Teilchen einsam und allein seine Bahn ziehen kann, sondern dass jedes Teilchen mit der Gesamtheit aller anderen Teilchen im Universum wechselwirkt. Das Teilchen fliegt nämlich nicht durch ein Vakuum, sondern durch die
    Überlagerung der äußeren Anteile aller anderen Teilchen des Universums. Diese Überlagerung übernimmt die Aufgaben, die man früher dem Äther zugedacht hat.
    Daraus folgt, dass die Vorstellung des leeren Raums unzulässig ist (zumal in Black – Projects bereits fleißig mit diesen Vakuum-Energie experimentiert wird ) !Wie können wir uns denn nun ein kontinuierliches Universum vorstellen?
    Wie oben schon gesagt muss es einen Mechanismus der Wechselwirkung zwischen Licht und Materie geben, der zur Rotverschiebung führt.
    Marmet beschreibt ihn in A New Non-Doppler Redshift. Hier nochmals in Kürze: wenn ein Photon z.B. auf ein Wasserstoffatom, genauer auf dessen Elektron trifft, wird es von ihm absorbiert und nach etwa 10-8s wieder abgestrahlt; wegen der Impulserhaltung in der gleichen Richtung.
    Durch das Photon wird das Elektron kurzzeitig beschleunigt und auf ein anderes Energieniveau gehoben. Ein beschleunigtes Elektron sendet aber nach Maxwell Strahlung aus (Marmet: “Bremsstrahlung”).
    Dieser Energieverlust macht das abgestrahlte Licht langwelliger. Marmet rechnet vor, das sich die gleiche Abhängigkeit ergibt wie beim Dopplereffekt. Er gibt auch Schätzwerte an, wonach die Dichte des interstellaren Wasserstoffs ausreicht, um genügend Rotverschiebung zu bewirken. Damit ergibt sich in Einklang mit der Energieerhaltung und den theoretischen Forderungen ein unendliches, nicht expandierendes Universum, in dem wir so weit sehen können, bis das Licht zu stark rotverschoben ist. Die Hubble-Konstante gibt statt dem Alter des Universums den Radius des sichtbaren Universums an. Wenn wir einen Beobachter an den Rand des sichtbaren Universums schicken würden, sähe er uns am Rand liegen und er könnte gleich weit in die andere Richtung schauen. Wenn das Universum unendlich ist, dann kann es auch nicht wegen der Gravitation
    “zusammenfallen”. Die Auswirkung der Gravitation mittelt sich im kosmischen Maßstab heraus, bleibt aber in der Nähe von Materieansammlungen bestimmend. (Dadurch kann der Eindruck einer scheinbar begrenzten Reichweite der Gravitation entstehen.) Unser Universum ist in einem Gleichgewichtszustand, in dem sich wegen der Wechselwirkung ständig Materie in Energie umgewandelt und umgekehrt. Es steht genug Zeit zur Verfügung, um komplexe Strukturen wie die „große Mauer“ herauszubilden. Es ist auch kein Paradoxon mehr, wenn wir tief im All weit entwickelte Galaxien entdecken. Wenn man bedenkt, dass eine Galaxis etwa 200 bis 500 Millionen Jahre für eine Umdrehung braucht, dann hätten Galaxien in 10 Milliarden Lichtjahren Entfernung seit ihrer Geburt (laut Urknall-Hypothese) nur 6 bis 15 Umdrehungen machen können. Und das soll reichen, um Spiralarme zu bilden? Alle Messungen und Beobachtungen, auch die 3K-Hintergrundstrahlung, lassen sich einfacher mit dem hier vorgeschlagenen Modell erklären. Die 3K-Hintergrundstrahlung entpuppt sich letztlich als die mittlere Temperatur aller Objekte im sichtbaren Universum. Und nicht zuletzt: unser Modell braucht keine unbeweisbaren Zusatzannahmen. Es kommt mit den geltenden physikalischen Gesetzen aus.

    Quelle: http://otacun.net/2012/08/das-kontin...-teil-1-und-2/
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

  7. #67
    Moderator Avatar von Aaljager
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    Zitat Zitat von zwirni Beitrag anzeigen
    @Luzifer




    Ja das stört mich auch sehr oft. Ich habe nichts dagegen wenn neue Entdeckungen Weltweit kund getan werden. Mich stört nur mit welchem Hype das oft getan wird. Ich mag in solchen Fällen auch mehr die ganz nüchterne Betrachtung des Fundes (Der Entdeckung) Warum müssen sich solche Wissenschaftler dann immer so profilieren... Ich finde es schlimm… tscha und der Mainstream springt dann auch immer gleich mit auf und bastelt eine Sensationsstory daraus.... schlimm....
    Mich fasziniert Astronomie absolut, doch ich bin kein Profi und dann gefallen mir die sachlich erklärten Berichte viel viel besser als irgendwelcher Hype der dann oft nichtssagend ist weil man sich auf diese Aussagen nicht verlassen kann.
    Ich bin absolut der Meinung das wir in vielen Wissenschaften noch total am Anfang stehen und noch sehr viele Zusammenhänge nicht kennen. Und genau aus diesem Grund sollte man neue Entdeckungen vielleicht auch nicht so hypen ohne sie zu 100% Beweisen zu können.

    Neue Entdeckungen sind für mich total interessant... wenn dann aber bitte ohne Beigaben...



    Da gebe ich dir Recht....


    VG. Sven
    Dem Stimme ich absolut zu Wir Wissen im Grunde noch herzlich wenig über die meisten Vorgänge und dies Beziehe ich nicht nur auf das Universum sondern auch auf die Erde selber. Vom Meer kennen Wir nur kleine Teile, von den Vorgängen innerhalb der Erde ebenso und vom Klima will ich gar nicht wirklich reden. Wir stochern mit Heugabeln allzu oft in grossem Haufen nach Nadeln und freuen Uns wenn Wir mal einen Zufallstreffen landen können. Aber Wir sehen alles nur mit Scheuklappen, d.h. Wir sehen alles nur gerichtet auf einer Ebene und bedenken nicht, daß quasi alles in der Natur mehrere Ebenen besitzt. Leider gibt es nur sehr sehr wenige Forscher welche sich wagen, mehr Dimensional zu Denken und versuchen alle Ebenen zu erfassen. solange Wir diesen Quantensprung nicht überwinden, werden Wir weiterhin nur rumstochern und von Zeit zu Zeit mal einen Zufallstreffer landen.

    ... wenn dann aber bitte ohne Beigaben...
    ein Problem der meisten Forscher früher und heute ist die Finanzierung und ohne grossem Gedöns, sind Forschungsgelder schwer zu bekommen. Leider, denn so ist sehr vieles Abhängig von den Geldgebern und damit nicht mehr unbeeinflusst.
    Geändert von Aaljager (02.09.2012 um 18:16 Uhr)

  8. #68
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    @AreWe?

    Der Artikel von Otacun deckt sich zu ca 90% mit den Aussagen von Haumman und der Physikkritik bzw. der Plasmaversum-Theorie. Leerer Raum bzw. Vakuum so wie wir uns das vorstellen, gibt es in diesem Sinne zumindest dort nicht wo wir uns befinden und wo mindestens zwei Objekte zueinander in relativer Wechselwirkung befinden. Z.B. ist unserer Sonnensystem sozusagen mit einer niederen Energiedichte durchsetzten Plasma umgeben, den Sonnenwind. Und wenn wir weiter ausserhalb betrachten, ist der Galaxie-Arm der Milchstrasse, wo wir uns befinden ebenso durchtränkt in ein Plasma unterschiedlicher Energiedichten. Der Pinch-Effekt von Plasma, lässt die Fidamentartigen Arme der Galaxie entstehen. Nach diesem Verständniss müsste man sehr weit ausserhalb jeglicher Materie sein, um evtl. wahren leeren raum bzw. wirklichen Vakuum zu erfahren.

    So hab ich das zumindest erstmal verstanden.

    Lebe dein Leben so wie es dir gefällt, ohne daß du Jemandem etwas aufdrängst!

    Der, der nicht weiß, und nicht weiß, daß er nicht weiß, ist ein Narr - meide ihn.
    Der, der nicht weiß, und weiß, daß er nicht weiß, ist ein Kind - lehre ihn.
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  9. #69
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    Alte Gewohnheiten legt man schlecht ab. Gehören Naturgesetze dazu ?
    Charles Sanders Peirce stellte bereits 1915 folgende Überlegung bezüglich der sogenannten Naturgesetze an:
    ”May not the laws of the universe be the acquired habits of the universe ? May there not still be a possibility of the modification of these habits ? May there not be the possibility, forever, of the formation of new habits, new laws ? May not law be evolved from a primordial chaos, a universe of chance ? In the play of chance still apparent may we not see the continual renewal of the life of the universe, a continual renewal of the capacity for habit forming and growth ?”

    http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Sanders_Peirce#Metaphysik

    Und so wie Gewohnheiten im Laufe der Zeit zu Instinkten werden können, die un(ter)bewusst ablaufen und aus denen Reaktionen hervorgehen, so könnte es sich mit den Naturgesetzen verhalten, als reale Ausprägung im Gefüge des Universums. Mehr noch, denn das Universum könnte in der Tat als Abbild des Unterbewusstseins angesehen werden, als Darstellung des morphogenetischen Feldes, auf das alles Bewusstsein zurückgreift.
    Gewohnheiten werden auf Folgegenerationen übertragen, wenn denn Bedarf der Ausprägung besteht und damit nicht, aus Sicht der Entwicklung, wieder bei Null angefangen werden muss. Das Bild des zyklischen Universums, wie hier oder auf GOLD-DNA mehrfach beschrieben, ermöglicht daher Interpretationsansätze, die so weit hergeholt gar nicht erscheinen.
    Naturkonstanten und -gesetze können nur so stabil bleiben, wie das Gesamtbild aus Einzelbildern damit beibehalten werden kann. Die Evolution des Lebens macht auch vor dem Kosmos nicht halt, bedingt durch die Devolution des einst kohärenten Gesamtbewusstseins.

    Gruß hierundjetzt
    Vier Begriffe reichen aus, um das ganze Universum darzulegen:

    Aktive Unordnung
    Reaktive Unordnung
    Reaktive Ordung
    Aktive Ordnung

    http://www.gold-dna.de

  10. #70
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    Paradoxien im All: neue Herausforderungen an die herrschende Meinung

    Auf den ersten Blick scheint unser Bild vom Universum bereits gut gefestigt und vielfach unerschütterlich. Ungefähr alle zehn Jahre verdoppelt sich der Wissensstand der Astrophysik, viele frühere Erkenntnisse werden dabei bestätigt, mindestens genauso viele müssen allerdings über den Haufen geworfen werden. Auch das große Bild von Anfang und Entwicklung der Welt bleibt unbefriedigend. Paradox wirkende Entdeckungen im Kosmos ließen wiederholt Zweifel aufkommen. Jetzt liefern Zwerggalaxien einen neuen Hinweis darauf, dass an der etablierten Sicht etwas nicht stimmen könnte.



    Das Standardmodell der Kosmologie geht von einem »Urknall« als Anfang von Raum, Zeit und Materie aus. Ein Schöpfungsakt der ganz besonderen, vielleicht gar einmaligen Art, der das Universum ins Sein rief. Viele Beobachtungen decken sich mit der Vorstellung des »explosiven« Beginns. Trotzdem passt so manches nicht.

    Nicht jede Neuinterpretation ist eine echte Alternative zum allgemein weitgehend akzeptierten Standard. Erst kürzlich war von einer australischen Forschergruppe zu hören, sie habe der Urknall-Theorie gleichsam den Todesstoß versetzt. Dann zeigte sich allerdings schnell, dass das neue Konzept den Urknall selbst überhaupt nicht betraf. Klar ist dennoch: Es gibt enorme Herausforderungen an die herrschende Lehre. Dessen sind sich auch die Fachleute bewusst. Trotzdem wird der »Paradigmenwechsel« noch viel Zeit benötigen, denn es ist keineswegs leicht, eine komplett funktionierende Theorie zu finden und das bestehende Modell abzulösen. Zu den größten Problemen der geltenden Lehre zählt die Unstimmigkeit zwischen Expansionstempo des Universums und der kosmischen Materieverteilung. Ebenso bleibt die Frage nach der Natur der Materie weiterhin unbeantwortet: Gibt es die rätselhafte Dunkle Materie wirklich und was ist sie? Was hat es mit der Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums auf sich, die ihrerseits wiederum als »Dunkle Energie« bezeichnet wird? Den größten Teil der Materie im Kosmos können wir nicht sehen, sondern nur durch ihre Wirkung wahrnehmen. Dabei hat sich im Lauf der letzten Jahre vor allem gezeigt, wie mysteriös das Universum ist und dass wir im Grunde eben doch nur sehr wenig darüber wissen. Da kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass es im Umkreis einiger Zigtausend Lichtjahre um die Sonne offenbar überhaupt keine Dunkle Materie gibt, dann gelangen andere Forscher kurz darauf zum genau gegenteilig lautenden Schluss. Doch nach wie vor bleibt diese finstere Materieform unbewiesen, auch wenn sie offenbar das Licht ferner Galaxien deutlich beeinflusst. Selbst wenn die Bewegungsgleichungen bei extrem geringen Beschleunigungen möglicherweise modifiziert werden müssen, wie eine interessante Theorie fordert, scheint es also nicht ganz ohne die Dunkle Materie zu gehen. Bei der Dunklen Energie weiß im Grunde auch kein Mensch, ob das Phänomen real ist. Oder könnte die Zeit auf kosmischen Skalen allmählich langsamer ablaufen? In menschlichen Maßstäben bemessen wäre das natürlich nicht zu bemerken. Doch über riesige Epochen hinweg würde sich der Effekt deutlich bemerkbar machen. Damit ließe sich die an sich kaum erklärliche Expansionsbeschleunigung umgehen; sie wäre nichts als ein Spiegeleffekt des retardierten Zeitverlaufs. Zeit wäre nicht konstant. Warum auch, fragen manche Fachleute, die daran erinnern, dass »Zeit« nicht immer existiert zu haben scheint und daher auch irgendwann in einer annähernd unendlich fernen Zukunft zum Stillstand kommen könnte.


    Wenn es um die Unzulänglichkeiten des Standardmodells geht, gesellt sich nun eine weitere hinzu. Sie hängt mit den Winzlingen unter den Giganten des Kosmos zusammen, den Zwerggalaxien. Es sind vergleichsweise kleine Begleitsysteme der ausgewachsenen galaktischen »Sternenkontinente« wie unseres Milchstraßensystems oder der Andromedagalaxie. Am besten zu beobachten: die beiden Magellanschen Wolken am Südhimmel. Es sind die augenfälligsten Begleitgalaxien unseres eigenen Milchstraßensystems. Daneben gibt es noch eine ganze Anzahl anderer, meist elliptischer oder irregulärer Sternansammlungen, die wegen ihrer extrem niedrigen Flächenhelligkeit nur schwer zu entdecken sind. Um unsere Galaxis kreisen noch etliche kleine »Sterneninseln«, darunter die Sagittarius-Zwerggalaxie, die Draco-Zwerggalaxie oder Sculptor, Sextans A und B, Leo I, II und III und andere. Bestimmt werden noch etliche dieser Objekte gefunden. Recht geheimnisvoll: die erst vor wenigen Jahren im Sternbild Löwe entdeckte Zwerggalaxie Segue 1. Ihre Anziehungskraft liegt um den Faktor 1.000 höher als es die beobachtete geringe Sternzahl des Systems erwarten ließe. Damit muss sie auch entsprechend massereicher sein und wäre nach geltender Ansicht proppenvoll mit Dunkler Materie – zumindest aber nicht »sternhagelvoll«...

    Die Zwerggalaxien bereiten Kosmologen schon länger Kopfschmerzen, denn auch wenn diese unauffälligen Mitglieder der intergalaktischen Gemeinschaft faktisch recht zahlreich vorhanden sind, würde das Standardmodell eine noch weit höhere Zahl dieser Objekte erwarten. Das geht aus Computersimulationen hervor.

    Bisher versuchten sich die Experten mit der Erklärung zu behelfen, dass es ein noch unbekanntes Hindernis bei der Entstehung jener Zwerge gibt – eigentlich gar keine richtige Erklärung, wo hier doch ein unbekannter Grund angeführt wird. Wie sich nun herausstellt, führt diese Interpretation ohnehin in eine Sackgasse. Argentinische Astrophysiker konnten dies anhand der Rotationsgeschwindigkeiten von Zwerggalaxien nachweisen.

    Damit aus dem kosmologischen Standardmodell nicht zu viele solcher Systeme resultieren, muss deren Entstehung unterhalb einer wesentlich von Dunkler Materie bestimmten Gesamtmasse von etwa zehn Milliarden Sonnenmassen sehr deutlich eingeschränkt werden. Diese Gesamtmasse definiert aber gleichzeitig ungefähr auch die »Gewichts«-Obergrenze für Zwerggalaxien. Damit bleibt also kaum Toleranz übrig: Diese Galaxien müssten demnach allesamt sehr ähnliche Gesamtmassen besitzen und – wegen der somit beinahe identischen Schwerkräfte – auch kaum Abweichungen bei den Rotationsgeschwindigkeiten aufweisen.

    Die Forscher vom astronomischen Institut Córdoba studierten die Bewegungsverhältnisse zahlreicher Zwerggalaxien und stellten dabei deutliche Unterschiede fest, vor allem merklich niedrigere Rotationsgeschwindigkeiten. Dann aber, so folgern die Argentinier, müssen die Galaxienmassen ebenfalls niedriger sein, weshalb die Rechnung mit dem Standardmodell wohl nicht aufzugehen scheint. Offenbar greift auch keine Alternative, um die Beobachtung zu erklären. Und so resümieren die beteiligten Wissenschaftler: »Eine Lösung erfordert entweder neue Erkenntnisse über die Entstehung von Zwerggalaxien oder aber eine möglicherweise radikale Revision des vorherrschenden Paradigmas.«

    Quelle: http://info.kopp-verlag.de/neue-welt...e-meinung.html
    Liebe Grüße
    Bill Gates ist 100% Eugeniker!
    Leute! Denkt immer an: "Teile und herrsche", und fragt Euch wer der "Dritte" ist! Cui bono?
    1 + 1 = 2 (universell und ewig)
    Love, peace and freedom!

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