Das Studium der physikalischen Aspekte des UFO-Phänomens
Auszug aus: « Où en sommes-nous en ufologie ? » 1
A. Meessen

Professor Emeritus der Katholischen Universität Löwen, Louvain-la-Neuve, Belgien
Dieses Studium ist unentbehrlich!


Wenn ich die Entwicklung der Ufologie während der letzten 50 Jahre betrachte und
vor allem das, was sich während und nach der „Belgischen Welle“ ereignet hat, fühle
ich mich gezwungen daraus zu schließen, dass es nicht genügt, fortwährend mehr und
mehr Zeugenaussagen und objektive Befunde zu sammeln. Um die indifferente oder
passive Haltung der Weltgemeinde der Wissenschaftler dem UFO-Phänomen
gegenüber zu verändern, ist es auch nötig zu zeigen, dass die beobachteten Tatsachen
nicht irrational sind! Das führt jedoch zu einer paradoxen Situation, denn man will
die Tatsachen nicht untersuchen, weil man sie nicht begreift, und um sie begreifen zu
können, müsste man sich doch entschließen sie zu untersuchen!
Wir können natürlich behaupten, dass diese Tatsachen viel zu außergewöhnlich sind,
um sie ernst nehmen zu können. Wir müssten aber dann von der inneren Logik des
gestellten Problems ausgehen. Wenn UFOs Maschinen wären, die von außerirdischen
Intelligenzen konstruiert und gesteuert werden, und wenn diese Wesen sogar fähig
sein sollten, den interstellaren Raum zu durchqueren, dann wären wir, in der Tat, mit
einer unvergleichbaren Situation konfrontiert, aber das genügt nicht, um diese
Möglichkeit einfach beiseite zu schieben. Im Gegenteil, man müsste gerade dieses
Problem, wegen seiner möglichen Implikationen, mit Entschlossenheit und unter
Einsatz aller nötigen Mittel, sehr gründlich untersuchen. Das was wir bisher über das
Verhalten dieser fliegenden Objekte, unbekannten Ursprungs, in Erfahrung bringen
konnten, bedeutet ja vor allem, dass sie fähig sein müssten eine uns unbekannte
Energiequelle anzuzapfen! Das wäre schon ein ausreichender Grund, um die
beobachtbaren Eigenschaften der UFOs besser kennen zu lernen und um wenigstens
zu versuchen, sie zu verstehen.
Das Studium der physikalischen Aspekte des UFO-Phänomens konfrontiert uns
allerdings mit sehr komplexen und schwierigen Problemen, aber auch das liefert keine
hinreichende Rechtfertigung um indifferent zu bleiben. Lasst uns doch einfach damit
beginnen, wenigstens jene Probleme zu lösen, die lösbar sein müssten. Es ist nur
erforderlich, dass wir bereit sind oft beobachtete Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen
und zu versuchen, sie durch kreative, aber rigorose Anwendung von bekannten
physikalischen Gesetzen zu erklären. Das ist die normale wissenschaftliche Prozedur.
Wir dürfen uns nicht über das Risiko beklagen, vielleicht nie das gestellte Ziel zu
erreichen, wenn wir uns nicht entschließen uns auf den Weg dorthin zu begeben.
1 Inforespace, n° 100, 5-40 (2000) und http://www.meessen.net/AMeessen. Die Übersetzung des 2.
Kapitels wurde vom Autor bestätigt und etwas angepasst.
2
Man kann nicht alle Probleme auf einmal lösen, aber Schritt für Schritt voran gehen.
Dann werden wir auch nach und nach weiter sehen. Die Grundmotivation jeglicher
wissenschaftlichen Forschung war immer die Fähigkeit erstaunt zu sein und das
Unbegreifliche verstehen zu wollen. Die Schwierigkeiten die das mit sich bringen
wird, sind zwar nicht zu unterschätzen, aber die größten Schwierigkeiten scheinen
mehr von äußeren Faktoren abzuhängen, als vom eigentlichen Kern der Sache. Es
gibt, in der Tat, psychosoziologische Sperren, die im folgenden Kapitel genauer
besprochen werden1. Jetzt ist aber schon festzustellen, dass scheinbar logische
Vorwände in den Vordergrund geschoben werden, um in wissenschaftlichen Kreisen,
auch weiterhin Passivität zu rechtfertigen.
Hubert Reeves2 bezieht sich zuerst auf den „Condon-Bericht“, mit der Annahme, es
handele sich tatsächlich um eine wissenschaftliche Studie. Wenn man jedoch den
Inhalt und vor allem den Kontext dieser Studie untersucht, stellt man fest, dass sie
nicht in objektiver Weise durchgeführt wurde, und man versteht auch warum das so
war3. Dann bringt Reeves ein Argument, um überhaupt keine wissenschaftliche
Untersuchung des UFO-Problems zu betreiben. Anstatt durch UFOs verursachte
physikalische Effekte zu untersuchen, was nötig wäre um ein objektives Urteil zu
fällen, stützt der Astrophysiker Reeves sich auf die Ansichten des Psychoanalytikers
Carl-Gustav Jung4. Er behauptete, es handele sich nur um Auswirkungen des
„kollektiven Unterbewusstseins“. Als Psychiater, führte er diesen Begriff ein, um
gewisse Traumdeutungen und eine Interpretation alter Mythen, die sich auf „Visionen
im Himmel“ beziehen, rechtfertigen zu können. Die Methode der „freien Assoziation“
führte dann auch zu einer Beziehung zwischen neuzeitlichen UFO-Beobachtungen
und gewissen Mythen der Antike. Es wurde einfach angenommen, dass beides durch
den unbewussten Wunsch entsteht, mit höhergestellten Mächten in Kontakt zu treten.
Das ist eine charmante Idee, aber bei allem Respekt für Hubert Reeves stelle ich fest,
dass er sich ihrer nur bedient, ohne sie zu beweisen. Er begnügt sich mit einer
Behauptung. „Man kann in dem UFO-Phänomen die Wiedergeburt einer alten
Mythologie sehen, die in moderne Vorstellungen gekleidet wurde: Weltraumreisende
(Engel) beobachten uns, und manchmal, übermitteln sie uns eine Botschaft
(Evangelium) woraus folgt, dass die Galaxie (der Himmel) sich beunruhigt fühlt und
uns warnt auf Gefahren zu achten, die wir selbst über uns schweben lassen.“ Die
Klammern definieren, was neuerdings ersetzt wurde. Als Bestätigung werden einige
„Kontaktler“ der 50er und 60er Jahre erwähnt, ohne auf eine detaillierte Prüfung
anderer Tatsachen einzugehen. Sogar ehemalige Ufologen wählten im Laufe der 70er
Jahre die psychosoziologische Hypothese, um sich nicht weiter den Kopf zerbrechen
zu müssen.
Es genügt schon, als Beispiel, die Tatsache zu untersuchen, dass UFOs magnetische
Kompassnadeln in konstante Rotation versetzen können5, um zu erkennen, dass ein
2 H. Reeves : Le message des OVNI, La Recherche, 102, 1979, 762-765. Das Buch Sommes- nous seuls
dans l’Univers ? J. Heidmann, A. Vidal-Madjar, N. Prantzos et H. Reeves, Fayard 2000 und die
astrophysikalischen Probleme die es aufwirft, wurden im ersten Kapitel besprochen.
3 E.U. Condon : Scientific Study of Unidentified Flying Objects, Bantam, 1969; D.R. Saunders and R.R.
Roger: UFOs ? Yes! Where the Condon Committee Went Wrong. World Publ. & Signet, 1968.
4 C.G. Jung : Des signes dans le ciel : un mythe moderne. Gallimard 1961, 1974 ; Ein moderner
Mythus, Rascher Verlag, Zürich.
5 A. Meessen : Observations, analyses et recherches, in Vague d’OVNI sur la Belgique, II, 1994, S.
425-30 und eine erweiterte Untersuchung: http://www.meessen.net/AMeessen.
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solches Phänomen nicht durch einen unbewussten Wunsch mit Wesen die von
„Anderswo“ herkommen in Kontakt zu treten, erklärbar ist.
Hubert Reeves hat auch behauptet, dass „die ersten Entdeckungen der Untertassen
sich während der Jahre 1947 bis 1948 ereigneten, also gerade zu jener Zeit, wo man
sich der Möglichkeit eines nuklearen Holocausts bewusst wurde“. Dass UFOBeobachtungen
schon lange vorher stattfanden, war ihm nicht bekannt, aber es
entsprach seinem Wunsch, das zeitliche Zusammenfallen verschiedener Ereignisse als
kausalen Zusammenhang zu interpretieren. Der große Ernst der Weltsituation, die
durch ein Wettrüsten mit unvorstellbar mörderischen Waffen und mangelnder
politischer Weitsichtigkeit entstanden war, hat in der Tat die Menschen stark
beunruhigt. Kann man daraus mit Reeves schlussfolgern, dass ihr Unterbewusstsein
so sehr in Alarm versetzt wurde, dass sie „die Augen gen Himmel richteten“ und
UFOs sahen? Die vorgeschlagene Hypothese könnte übrigens überprüft werden,
indem man jene Menschen befragt, die UFOs gesehen haben, um festzustellen ob sich
die postulierte Beunruhigung mindestens bei 50% dieser Zeugen feststellen lässt.
Sollte man einwenden, eine solche Untersuchung sei auf Grund der unbewussten
Mechanismen nicht durchführbar, dann ist die vorgeschlagene Theorie nicht
verifizierbar. Sie wäre wissenschaftlich unbrauchbar. Es ist einfach unumgänglich,
das UFO-Phänomen in sich gründlich zu untersuchen.
Die Definition des zu lösenden Problems
Um zu zeigen, dass diese Definition nicht selbstverständlich ist, werde ich von jenen
Ideen ausgehen, die der französische Astrophysiker und Ufologe Pierre Guérin vor
Kurzem veröffentlicht hat6. Ich habe ihn schon während der 70er Jahre getroffen und
immer seine intellektuelle Redlichkeit sehr geschätzt. Er prangert die psychologischen
und intellektuellen Blockaden der französischen Astronomen, die der „union
rationaliste“ angehören, in begründeter Weise an. Er hatte sie ja durch direkten
Kontakt kennen gelernt. Sein Buch ist eigentlich eine Art „Testament“ seiner 50
jährigen Erfahrung im Bereich der Ufologie. Da er unsere eigenen Überlegungen
anregen wollte, ist es angebracht dieser Aufforderung Folge zu leisten. Die von
Guérin vorgeschlagene Sicht offenbart nicht nur psychosoziologische Barrieren (die
in Kapitel 3 untersucht werden), sondern auch fundamentale Schwierigkeiten, die der
Ufologie innewohnen.
Ich hatte tatsächlich geschrieben7 : „Eine große Zahl von Beobachtungen weisen
darauf hin, dass UFOs einer uns unbekannten Technologie zuzuordnen sind. Sie ist
wahrscheinlich außerirdischen Ursprungs, aber diese Hypothese ist noch zu
beweisen“. Pierre Guerin entgegnete darauf sehr scharf: „Oh nein, das ist keine
Hypothese, sondern eine Tatsache!“ Da diese Behauptung in einen Zusammenhang
gestellt wurde, wo von Desinformation die Rede ist, möchte ich verhindern, dass sich
andere Desinformationen, die sich auf die Natur selbst des zu lösenden Problems
beziehen, hinzugesellen. Es genügt eben nicht zu behaupten, dass die UFOs
außerirdischen Ursprungs sind. Man muss es beweisen, und zwar so, dass die
6 P. Guérin : OVNI Les mécanismes d’une désinformation. Albin Michel, 2000, S. 7 und 276.
7 A. Meessern : Analyse approfondie des mystérieux enregistrements radar des F-16, Inforespace n°
97, 1998, 9-48. Internet : http://home.nordnet.fr/phuleux/analyse.html.
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Gemeinschaft der Wissenschaftler davon überzeugt werden kann. Dies bedarf einiger
Erklärungen.
Mein erster Kontakt mit dem UFO-Problem bestand in einer Bewertung verschiedener
Theorien, die zur Erklärung der Fortbewegung dieser Objekte vorgeschlagen wurden8.
Keine einzige dieser Theorien war physikalisch annehmbar, aber unterdessen hatte ich
die beobachteten Tatsachen gründlich genug untersucht, um zu wissen, dass sie nicht
einfach als Hirngespinste beiseite geschoben werden können. Sie verlangen eine
gründliche wissenschaftliche Untersuchung und eine rationale Erklärung. Es ist
möglich und sogar zu erwarten, dass gewisse Aspekte dieses Phänomens auf
wissenschaftlichen und technischen Kenntnissen beruhen, die wir noch nicht besitzen.
Aber wenigstens einige charakteristische Aspekte müssten doch durch bekannte
physikalische Gesetze erklärbar sein. Das gilt im besonderen für die Gesetze der
Mechanik und der elektromagnetischen Phänomene. Sie könnten eventuell in einer
unerwartet, innovativen Weise angewandt worden sein, aber sie müssten doch eine
brauchbare Basis liefern, um eine Untersuchung zu starten9. Dieser Ansatz war an
eine Analyse der möglichen Hypothesen gekoppelt.
Die psychosoziologische Hypothese postuliert, dass all das, was beobachtet wurde, auf
Wahrnehmungsfehlern oder falschen Interpretationen, auf Halluzinationen oder
anderen mentalen Prozessen beruhen. Diese Hypothese muss untersucht werden, aber
wenn man das wirklich tut, stellt man fest, dass sie vollkommen unfähig ist die
Gesamtheit der beobachteten Tatsachen zu erklären. Sie kann also eliminiert werden.
Die paranormale Hypothese stellt eine Verbindung zu anderen Phänomenen her,
deren Realität noch immer fragwürdig ist und die auf jeden Fall, erklärungsbedürftig
bleiben. Diese Hypothese kann zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, aber sie
ist methodisch gesehen, unwirksam, weil man unverstandene Dinge nicht erklären
kann, indem man sich auf andere Dinge bezieht, die man noch weniger versteht. Das
gilt sowohl für Gedankenspielereien mit einem parallelen Universum, Antigravitation
oder interstellaren Reisen mit Überlichtgeschwindigkeiten, wie für ein eventuelles
Heranziehen von Teufeln oder irgendwelchen gespensterhaften Wesen.
Wir müssen uns also notwendigerweise mit der extraterrestrischen Hypothese
auseinandersetzen, und zwar in der konkreten Form, wo es um Maschinen aus „Blech
und Bolzen“ geht. Dahinter stehen dann intelligente Wesen, die unserem Universum
angehören, aber die einer Entwicklung auf anderen Planetensystemen entstammen.
Sie müssten jedoch Naturgesetze anwenden, die uns wenigstens teilweise bekannt
sind. Das ist die „ET-Hypothese der ersten Art“. Man hat diesen Ausdruck eingeführt
um anzudeuten, dass man außerirdischen Wesen auch paranormale Fähigkeiten
zuschreiben könnte. Das führt zu einer „ET-Hypothese der zweiten Art“, aber es
handelt sich nur um eine verkappte Form der paranormalen Hypothese, die uns nicht
weiter hilft. Ich denke, dass man sich nicht beeindrucken lassen darf von gewissen
bizarren, vielleicht schlecht interpretierten Aspekten, sondern mit dem Studium
dessen beginnen soll, was man begreifen kann oder begreifen können müsste!
8 J. Scornaux et A. Meessen : La propulsion des OVNI et ses effets secondaires. Le point de la question.
Inforespace, 1973, n° 7, 15-18.
9 A. Meessen : Réflexions sur la propulsion des OVNI. (1) Une évaluation globale du problème. (2)
Une propulsion magnétohydrodynamique ? (3) Quelques faits observés. Inforespace, 1973, n° 8, 31-34,
n°9, 10-18, n°10, 30-40.
5
Es ist deshalb vernünftig und sogar notwendig, die Möglichkeit, dass UFOs materielle
Maschinen außerirdischen Ursprungs sein könnten, als Arbeitshypothese anzunehmen.
Dann müssen wir uns allerdings fragen, ob eine darauf beruhende Untersuchung
wissenschaftlich durchführbar ist. Dieser Gedankengang brachte mich schon 1973
dazu, ein Antriebsmodel vorzuschlagen. Es war nur eine erste Skizze, aber beruhte
auf bekannten physikalischen Gesetzen und stand mit vielen Tatsachen im Einklang.
Der erste Schritt folgte einfach aus der Notwendigkeit, dass ein autonom
kontrollierbares Antriebssystem auf einer Anwendung des Prinzips der Aktion und
Reaktion beruhen musste. Der zweite Schritt bestand darin, den erforderlichen
Kräften eine spezifische Form zu geben. Das führte zum Vorschlag, dass UFOs
wenigstens in der Erdatmosphäre die Gesetze der Magneto-Hydro-Dynamik
anwenden. Das sollte im Grunde nur zeigen, dass eine umfassende wissenschaftliche
Untersuchung in realistischer Weise denkbar ist.
Es genügt, eine Kraft auf andere Körper auszuüben, um selbst der Reaktionskraft
ausgesetzt zu werden. Wenn wir gehen oder schwimmen, üben wir auch eine Kraft
auf unsere Umgebung aus. Ruder und Propeller machen das Gleiche, während die
Wirkung der Tragflächen auf geschwindigkeitsabhängigen Druckunterschieden
beruht, also auf eine kluge Ausnutzung äußerer Kräfte. Das geschieht auch bei einem
Segelboot, aber UFOs müssen die Kräfte, die sie hochhalten oder beschleunigen
selbst produzieren. Raketen stoßen Materie aus. Das ist für Objekte außerirdischen
Ursprungs undenkbar und entspricht auch nicht den beobachteten Tatsachen. Es
wurde jedoch oft beobachtet, dass UFOs von einem Licht umgeben sind, das mit
ihrem Bewegungszustand in einer gewissen Beziehung steht. Dieses Licht könnte auf
eine Ionisation der umgebenden Luft hinweisen, was dann bedeuten würde, dass
UFOs elektrisch geladene Partikel in ihrer unmittelbaren Umgebung produzieren. So
wird es möglich, mittels adäquater elektrischer und magnetischer Felder, auf diese
Teilchen Kräfte auszuüben.
Diese Auffassung konnte mit verschiedenen Tatsachen in Verbindung gebracht
werden und eröffnete deshalb einen Weg, der erforscht werden müsste. Ein solches
Antriebssystem wäre fast lautlos, sehr flexibel und effizient. Im Jahre 1975 stieß Jean-
Pierre Petit auf die „Briefe der Ummiten“ und nahm auf diese Weise Kenntnis des
UFO-Phänomens10. Obwohl die Botschaften der Ummiten, meiner Meinung nach
nicht vertrauenswürdig sind, da sie, selbst wenn sie echt sind, sehr wahrscheinlich nur
als psychosoziologische Experimente zu betrachten sind, führten sie Jean-Pierre Petit
auch zum Vorschlag, das Antriebssystem der UFOs könnte auf einer Anwendung der
MHD beruhen. Ich betrachte es noch immer als das vielversprechendste Modell, und
arbeite daran, es weiter zu entwickeln.
Dazu gehören Analysen verschiedenartiger physikalischer Aspekte des UFOPhänomens.
Ein vor Kurzem veröffentlichter Artikel11 illustriert die Tatsache, dass
ich immer versuche, eine Brücke zwischen beobachteten Tatsachen und theoretischen
Einsichten zu schlagen. Ich befürworte also die extraterrestrische Hypothese, aber ich
betrachte sie noch nicht als etabliert! Im Gegenteil, wir müssen uns bemühen, immer
mehr Dinge zu erraten, die sich hinter den Erscheinungen verstecken. Sie liefern die
10 J.P. Petit : Le mystère des Ummites. Une science venue d’une autre planète ? Albin Michel, 1991, S.
151.
11 A. Meessen : Analyse et implications physiques des deux photos de la vague belge, Inforespace n°
100, 2000, 5-40.
6
notwendigen Ansätze um Theorien zu entwickeln. Sie sollten, so weit wie möglich,
auf bekannten Naturgesetzen beruhen und müssen auf jeden Fall, logisch kohärent
sein. Die daraus sich ergebenden Schussfolgerungen werden dann mit weiterem
Tatsachenmaterial konfrontiert, um sie bestätigen oder zu verwerfen. Diese Prozedur
wird immer in den exakten Wissenschaften angewandt. Das ist auch der einzige Weg,
der die noch in der wissenschaftlichen Gemeinde vorherrschenden Vorurteile
überwinden kann. Es gibt auch andere Wissenschaftler in der Welt, die genau so
denken und bereit wären, eine solche Forschung zu betreiben. Viele unter ihnen
können jedoch nicht öffentlich Stellung nehmen, um nicht das Risiko zu laufen, ihre
Karriere zu kompromittieren. Das ist zwar absurd und sogar dramatisch, aber man
kann trotzdem vorwärts kommen. Ich hoffe, dass man bald dazu kommen wird, solche
Schwierigkeiten zu überwinden.
Ist die Wissenschaft der Außerirdischen unzugänglich?
Pierre Guérin wurde stark von Aimé Michel beeinflusst12. Dieser Ufologe vertrat die
Überzeugung, dass Wesen, die einer viel älteren außerirdischen Zivilisation
angehören, auch überragende geistige Fähigkeiten besitzen müssten. Die Phase der
Evolution, die für die Hominisation entscheidend war, setzte vor etwa 10 Millionen
Jahren ein. Homo habilis hat die ersten Steinwerkzeuge erst vor 3 Millionen Jahren
hergestellt. Der zeitliche Abstand, der uns von außerirdischen Zivilisationen trennt,
könnte jedoch, aus rein astrophysikalischen Gründen, etwa 100 Millionen Jahre oder
noch weit mehr betragen. Ich bin also gern bereit, die Möglichkeit eines enormen
Unterschiedes zwischen gewissen außerirdischen Zivilisationen und der unsrigen zu
akzeptieren. Pierre Guérin erkannte das sehr früh und hat dieser Tatsache einen hohen
Stellenwert eingeräumt, da seine Kollegen der astronomischen Zunft es vorzogen die
Realität aller sich auf das UFO-Phänomen beziehenden Tatsachen zu verleugnen. So
kam Pierre Guérin aber auch zu der Auffassung, dass der Kontakt mit Wesen aus dem
All, die über ein viel weiterentwickeltes Gehirn verfügen, nicht mit gleichwertigen
„Waffen“ bestritten werden kann. Wir müssten sogar „erwarten, dass wir definitiv
unfähig sind, gewisse Aspekte sowohl des Verhaltens unserer Besucher wie ihrer
Wissenschaft verstehen zu können“.
Damit bin ich nicht mehr einverstanden. Die Außerirdischen, die man die „kleinen
Grauen“ nennt, haben zwar sehr große Köpfe, und es wurde auch oft berichtet, dass
sie sich untereinander telepatisch verständigen. Sogar Personen, welche durch sie
entführt wurden, konnten sie ohne Schallübertragung, in ihrem Kopf hören. Es scheint
mir auch ganz normal, dass ein großer Evolutionsvorsprung den Außerirdischen mehr
Fähigkeiten verliehen hat als uns. Ihr Gehirn mag zum Beispiel viele Informationen
gleichzeitig, in paralleler Weise verarbeiten können. Gewisse Aspekte ihres Verhaltens
würden sehr fremdartig für uns sein. Ihre Wissenschaft und Technik wären gewiss
viel weiter entwickelt als die unsrigen, denn sonst könnten sie uns nicht „besuchen“
kommen. Man darf aber nicht daraus schließen, dass es unmöglich ist die
Funktionsweise ihrer Maschinen wenigstens teilweise zu verstehen. Warum? Weil das
nicht nur von der Entwicklung der Gehirne abhängt, sondern auch von dem was die
Natur selbst erlaubt oder nicht erlaubt. Diese Feststellung ist von entscheidender
12 P. Guérin : Referenz 6, S. 228, 229, 242, 244, 247, 296, 298, 300.
7
Bedeutung. Sonst wäre eine wissenschaftliche Erforschung des UFO-Phänomens mit
den uns zur Verfügung stehenden Mitteln sehr wahrscheinlich unmöglich.
Pierre Guérin erwartet, „dass unsere rationalen Fähigkeiten von der Intelligenz der
Außerirdischen übertroffen wird, etwa in dem Maße wie die unsrige diejenigen der
höheren Wirbeltiere der Erde überragen.“ Das scheint mir doch etwas übertrieben, da
der Mensch sich von den höheren Wirbeltieren durch eine gewisse Fähigkeit
rationalen Denkens unterscheidet. Gerade diese Fähigkeit müssten wir wenigstens
teilweise mit den außerirdischen Intelligenzen teilen, auch wenn unsere Kapazität der
Informationsverarbeitung langsamer, begrenzter und fehlerhafter ist (errare humanum
est). Pascal hat den Menschen mit einem schwachen Schilfrohr verglichen, aber er
fügt hinzu: „es ist ein denkendes Schilfrohr!“.
Die Mitglieder der „rationalistischen Vereinigung“ Frankreichs lehnten die
außerirdische Hypothese aus prinzipiellen Gründen ab. Guérin kannte sie sehr gut und
er erläutert ihre Position. „Es war unziemlich für diese Menschen die Beobachtung
von UFOs ernst zu nehmen, weil wir dann Gefahr laufen, unsere absolute, kosmische
Überlegenheit als denkende Wesen in Frage stellen zu müssen“. Obwohl sie meistens
der Astronomie angehörten, hielten sie an der alten Überzeugung fest, der Mensch sei
die „Krone der Schöpfung“. Einer dieser „Rationalisten“ machte keinen Hehl aus
seiner philosophischen Begründung. Es war für ihn unbedingt erforderlich, „dass der
Mensch auf dieser Erde alleine sein müsse, außerhalb jeglichen Einflusses von
externen kosmischen Mächten, an die er nicht glaubte“. Da kommen natürlich
religiöse Hintergründe mit ins Spiel. Pierre Guérin lehnt sich zu Recht dagegen auf,
aber ich befürchte, dass er dabei etwas zu weit gegangen ist.
Er insistiert: „Das Gehirn des Homo sapiens sapiens ist nicht völlig gleichzustellen
mit jenen der zahlreichen höheren Wesen in unserem Universum, die aus einer weit
älteren biologischen Evolution hervorgegangen sind und die in geläufiger Weise
Fähigkeiten meistern, die wir zu unrecht ‚paranormal’ nennen oder Dinge in mehr als
drei geometrischen Dimensionen visualisieren können“. Solche Wesen würden seiner
Ansicht nach Kenntnisse besitzen, die uns unzugänglich bleiben, solange wir nicht die
gleichen Fähigkeiten erlangt haben. „Man kann nicht so leicht Millionen Jahre
wissenschaftlichen Rückstandes oder noch mehr aufholen“. Das stimmt wohl, obwohl
das auch ein biologisches Problem darstellt, an dem die Außerirdischen vielleicht
schon arbeiten13. Guérin fragt sich aber, ob wir überhaupt „zu den Plänen eines
höheren, nichtmenschlichen Denkens Zugang haben können“.
Er antwortet mit großer Bestimmtheit14, dass „jede fundamental neue Technologie
(nach Clarke) denjenigen die sie noch nicht besitzen nur magisch erscheinen kann,
obwohl sie vollkommen rational ist, aber auf einem Niveau, das wir noch nicht
erreicht haben“. Ich halte dagegen, dass selbst wenn UFOs von Außerirdischen
erdacht wurden, die viel weiter entwickelte geistige Fähigkeiten und Kenntnisse
haben als wir, es doch möglich sein müsste wenigstens einige Aspekte der
Funktionsweise dieser Maschinen zu verstehen, weil die uns bekannten Naturgesetze
auch dort eine gewisse Rolle spielen. Ich halte die Idee der absoluten Unerfassbarkeit
der außerirdischen Physik und Technik für gefährlich, weil sie zur Resignation und
Passivität einlädt.
13 Dieses Thema wird im vierten Kapitel des hier teilweise übersetzten Artikels untersucht.
14 P. Guérin: Referenz 6, S. 34-36, 73, 162, 184, 251, 256, 282, 293.
8
Guérin hat seine pessimistische Meinung noch durch weitere Betrachtungen verstärkt.
„Vielleicht existieren Parallel-Universen“, aber er blieb kritisch genug, um die Gefahr
der geistigen Verdunkelung einzudämmen: „Nichts zwingt uns anzunehmen, dass
UFOs von dort kommen müssen, obwohl einige Autoren vermuten, dass sie diese
Welten benützen, um schneller zu uns zu gelangen. Selbst dann müsste sie ja, wenn
wir sie in der Nähe der Eroberfläche sehen, sich in unserem sichtbaren Universum
bewegen“.
Guérin wollte, so glaube ich, vor allem mehr geistige Offenheit fordern. Deshalb
insistiert er auch auf jene Beobachtungen, wo UFOs sich so verhalten, als ob sie an
Ort und Stelle „erscheinen oder verschwinden“ könnten. „Fast augenblickliche
Positionsveränderungen scheinen die Gesetze der Trägheit aufzuheben und zu
beweisen, dass wir eines Tages unsere Konzepte von der Raum-Zeit und der
Quantenphysik revidieren müssen. Vielleicht führt uns das zur Hypothese
antigravitativer Kräfte, es sei denn, es handele sich um eine lokale Manipulation von
Raum und Zeit. Gewisse Autoren behaupten sogar, die Amerikaner hätten heimlich
UFOs nachgebaut und geflogen, unter Anwendung von Prinzipien dieser Art. Das ist
nicht bewiesen, und Guérin lässt sich nicht einfach von Gerüchten beeindrucken: „Die
Entwicklung (durch irdische Militärkräfte) eines Fortbewegungssystems das auf
Antigravitation oder Überlichtgeschwindigkeit beruht ist nicht plausibel, da man
vorher seine theoretischen Begründungen entdeckt haben müsste... Es ist
unwahrscheinlich, dass eine solche revolutionäre Theorie nur aufgrund unserer
heutigen Kenntnisse physikalischer Grundlagen ausgearbeitet werden konnte“.
Die Außerirdischen könnten aber, seiner Ansicht nach, sehr wohl über ein solches
Wissen verfügen. Dieses Thema wird immer wieder aufgegriffen und mit suggestiver
Beharrlichkeit weiter geführt. Zuerst wurde nur erwähnt, dass fliegende Untertassen
„manchmal plötzlich verschwinden und wieder auftauchen können, und zwar so, als
ob sie sich vorübergehend in eine andere Dimension begeben würden“. Dann wird
eingeflochten, dass UFOs schon 1947 „anscheinend Manipulationen von Raum und
Zeit vornahmen, was die Beherrschung einer Physik, die wir noch nicht kennen,
impliziert.“ Am Ende steht dann eine Schlussfolgerung, so als ob sie bewiesen wäre:
„Vor Millionen Jahren, gab es galaktische Zivilisationen, die heute im Bereich der
Wissenschaften unglaublich viel weiterentwickelt sind als unsere heutige menschliche
Zivilisation, und diese beherrschen bereits die Kunst der interstellaren Reisen mit
Überlichtgeschwingkeit, mittels einer Manipulation von Raum und Zeit, die hier nicht
beschrieben werden kann“. Das ist aber gerade was ich vermisse. Da auch andere
Autoren gerne mit den Begriffen einer Raum-Zeit Manipulation, Antigravitation und
Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit spielen, scheint es nützlich zu sein, solche
Vorschläge genauer zu prüfen.
Die allgemeine Relativitätstheorie führt die Gravitation auf eine Raumkrümmung
zurück. Diese Krümmung hängt jedoch von Massen- oder Energiedichten ab, weil das
die Quellen der Gravitationsfelder sind. Wenn man annehmen will, dass UFOs sehr
starke Raumkrümmungen erzeugen, dann ist man auch gezwungen zu erklären, wo
die riesigen Massen- oder Energiedichten, die dann benötigt wurden, herkommen.
Das eigentliche Problem wird also nicht gelöst, sondern durch ein anderes, noch
gewaltigeres ersetzt. Diese Strategie scheint mir nicht sehr nützlich zu sein.
Es ist wahr, dass UFOs manchmal plötzlich verschwinden oder auftauchen. Sie
können auch fast augenblicklich ihre Bewegung verändern, also anhalten, umkehren
9
oder im rechten Winkel abbiegen. Das beweist aber nur, dass sie fähig sind, während
eines sehr kurzen Zeitintervalls, extrem große Beschleunigungen zu produzieren und
auszuhalten. James Mc Campell15 hatte bereits gezeigt, dass das menschliche Auge
nur fähig ist, Beschleunigung bis etwa 20 g zu erfassen, und Paul Hill16 bestätigte dies
durch Beobachtungen experimenteller Raketenstarts. Er schloss sogar aus einer
gerechtfertigten Analyse gewisser UFO-Beobachtungen, dass diese Maschinen eine
Beschleunigung von etwa 100 g erreichen können. Das bedeutet einfach, dass wir
nicht gewohnt sind Bewegungen dieser Art zu sehen. Nach meiner Auffassung,
müsste man also zuerst prüfen, ob UFOs sehr kurzzeitige, aber riesige Kräfte auf ihre
Umgebung ausüben können. Die Überwindung der zu erwartenden Trägheitseffekte
stellt ein anderes, technisch zu lösendes Problem dar. Solche Probleme müssen
progressiv gelöst werden, durch konkrete Vorschläge.
Die Existenz zusätzlicher Dimensionen wird anscheinend durch die „String-Theorie“
befürwortet, aber es geht dabei nur um extrem kleine Maßstäbe. Außerdem handelt es
sich um eine rein spekulative Konstruktion, um die Existenz und die Eigenschaften
der Elementarteilchen zu erklären. Ich habe eine Theorie entwickelt, die das gleiche
Ziel erreicht, indem ich nur davon ausging, dass die Natur unseren Messungen
Beschränkungen auferlegen kann17. Aus genau dem gleichen Grunde war es
notwendig die klassische Mechanik zu verallgemeinern, was dann zur Entwicklung
der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik führte. Das steht in engem
Zusammenhang mit der Tatsache, dass es zwei universelle Naturkonstanten gibt: die
Lichtgeschwindigkeit im Vakuum (c) und das Plancksche Wirkungsquantum (h).
In der heutigen Physik, wird noch immer angenommen, dass Raum und Zeit ein
Kontinuum bilden. Es wird also vorausgesetzt, dass es möglich sein müsse, immer
kleinere und kleinere Raum- und Zeitintervalle zu messen, ohne jemals an eine
endliche Grenze zu stoßen. Das ist nicht bewiesen! Ich habe gezeigt, dass man die
Existenz eines universal konstanten Grenzwerts (a) für die kleinste messbare Länge
annehmen kann, ohne auf logische Widersprüche zu stoßen. Die bekannten Gesetze
der Physik müssen dann allerdings verallgemeinert werden, um drei Naturkonstanten
(c, h und a) einzubeziehen. Implizit, wird heute noch angenommen, dass a = 0 ist, so
wie man in der klassischen Physik voraussetzte, dass c = 8 und h = 0 ist. Die logisch
kohärente verallgemeinerte Theorie zeigt, dass Geschwindigkeiten größer als c
zugelassen sind, aber nur für so hohe Energien, dass sie selbst von den
fortgeschrittensten außerirdischen Zivilisationen keinem Raumfahrzeug zugeführt
werden könnten.
Ich lehne also nicht die Möglichkeit ab, eine „neue Physik“ zu entwickeln, aber ich
verlange plausible und logisch einwandfreie Argumente. Obwohl ich
Überlichtgeschwindigkeiten gerechtfertigt habe, kann ich sie, selbst in diesem
erweiterten theoretischen Rahmen, für UFOs ausschließen. Die Theorie der Raum-
Zeit-Quantelung liefert auch eine sehr natürliche Erklärung für die Existenz aller
bekannten Elementarteilchen. Dabei kommt eine ineinandergeschachtelte
Vervielfältigung der Raum-Zeit Struktur zum Vorschein. Ihre Existenz blieb bisher
unerkannt, weil man dachte, dass es nur ein Raum-Zeit-Kontinuum geben kann. Die
15 J.M. McCampbell : Ufology. New insights from science and common sense. Jaymac Co. 1973, S. 86.
16 P.R. Hill : Unconventional flying objects. A scientific analysis. Hampton Roads, 1995, S. 44-45.
17 A. Meessen : Space-Time Quantization, Elementary Particles and Cosmology, Foundations of
Physics, 29, 2000, 281-316. Internet: http://www.meessen.net/Ameessen/STQ/STQ.pdf.
10
Raum-Zeit Quantelung erlaubt zusätzliche Dimensionen. Sie verlangen aber nicht
mehr als den üblichen dreidimensionalen Raum und eine Zeitachse, weil sie sich in
einer unterscheidbaren Weise überlagern. Das spricht gegen den Begriff der Parallel-
Universen, der im Grunde nur Vorwand ist, um sich mit Worten zufrieden zu geben.
Pierre Guérin hat vielleicht nur die Realität des UFO-Phänomens gegenüber gewissen
„Rationalisten“ verteidigen wollen, indem er auf die Grenzen unserer Kenntnisse
hinwies. Obwohl er annahm, dass UFOs plötzlich in unserem Raum erscheinen und
genauso schnell wieder daraus (und nicht nur aus unserer Sicht) verschwinden
können, nahm er nicht für bare Münze was von einigen „entführten Personen“
berichtet wurde. Sie wären (anscheinend) durch eine Mauer oder geschlossenes
Fenster durchgedrungen. Guérin18 erwägt, dass sie Opfer von Szenarien sein könnten,
mit denen „Aliens“ verwirrende Illusionen hervorrufen. Es ist unmöglich, dass ein
menschlicher Körper einen Festkörper durchquert, obwohl gewisse Autoren sich
leicht mit einer solchen Annäherung an Phantomgeschichten zufrieden geben. Die
Idee einer Manipulationen des Raum-Zeit Kontinuums, der Antigravitation und
Überlichtgeschwindigkeiten für interstellare Reisen ist heutzutage, in bestimmten
Kreisen zur Mode geworden. Das sollte aber nicht mit einem Beweis verwechselt
werden.
Mir ist also im Grunde daran gelegen, dass wir uns, weder aus Resignation noch aus
gedankenloser Indifferenz heraus, dem UFO-Phänomen gegenüber einfach damit
begnügen, passiv zu bleiben. Ich bestreite nicht, dass außerirdische Intelligenzen sehr
wahrscheinlich viel größere geistige Fähigkeiten besitzen als wir. Ihr Wissen wird
gewiss viel umfassender als das unsrige sein, aber deshalb dürfen wir doch nicht unsre
eigene Denkfähigkeit verneinen oder aufgeben! Weder eine Verkapselung in dummer,
arroganter Ignoranz, noch eine bloße Bewunderung ihrer „Zauberkünste“ sind hier am
Platze, wenn wir unserer Würde als denkende Wesen gerecht werden wollen. Der
entscheidende Punkt liegt ja darin, dass Naturgesetze für alle da sind, und einige
davon sind uns bekannt. Wir sollten dieses Wissen und jene Mittel benutzen die uns
zur Verfügung stehen, um eine echte wissenschaftliche Untersuchung durchzuführen.
Lasst uns mit der Arbeit beginnen, die zu machen ist!
Guérin kann den Vorschlag eines Antriebssystems, das auf einer Anwendung der
MPD (Magneto-Plasma-Dynamik) beruht, nicht stillschweigend übergehen. Es wird
ja durch das Aufleuchten der Luft in der Nähe der UFOs und andere physikalische
Nebenwirkungen angedeutet. Guérin findet dieses Modell aber nicht überzeugend
genug, selbst nicht in der Nähe der Erdoberfläche. Warum? Die Tatsache, dass UFOs
frei schweben können und sogar plötzlich aufsteigen können, ohne eine starke
Luftbewegung oder ein entsprechendes, hörbares Geräusch auszulösen, erscheint ihm
als genügender Hinweis auf die „transzendentale Natur der Wissenschaft unserer
Besucher“. Bei allem Respekt, diesem Argument kann ich nicht folgen.
Die Abwesenheit von Lärm steht im Einklang mit der MPD, und man darf nicht
vergessen, dass es beim Prinzip der Kraft und Gegenkraft eben nur um die Kräfte und
nicht um deren Wirkung geht. Ein schwebendes UFO soll nicht einfach mit einem
schwebenden Helikopter verglichen werden, obwohl in beiden Fällen eine Kraft
erzeugt werden muss, die der Gravitation entgegenwirkt. Ein schwebender
Hubschrauber erzeugt leicht erkennbare Luftbewegungen, weil sie sehr lokal, durch
18 P. Guérin, Referenz 6, S. 22, 29, 30, 47, 72, 298.
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die Rotation der Propellerblätter hervorgerufen werden. Die Kräfte, die ein Helikopter
auf seine Umgebung ausübt, betreffen alle neutralen Teilchen, die mit dem drehenden
Rotor in Kontakt kommen. Ein UFO wirkt nur auf elektrisch geladene Teilchen, die
jedoch in einem relativ großen Volumen verteilt sein können. Das geschieht pulsartig,
sowohl oberhalb wie unterhalb des Flugobjektes19. Die elektrisch geladenen Teilchen
werden zwar beschleunigt, aber sie müssen nicht notwendigerweise den so
gewonnenen Impuls an neutrale Teilchen weitergeben, denn sie sind befähigt zu
ionisieren, wenn sie eine genügend große kinetische Energie besitzen. Das verlangt
eine spezifische theoretische Behandlung20.
N.B. Der Artikel, aus dem hier ein Teil übersetzt wurde, enthält vier Kapitel, wovon
das letzte ausführliche Argumente liefert, um auf psychosoziologische Experimente
der Außerirdischen aufmerksam zu machen. Sie werden schon seit längerer Zeit
durchgeführt, aber immer mehr variiert und intensiviert, ohne dass die Menschheit
bereit ist, sich dessen bewusst zu werden.
19 A. Meessen : Des signes de civilisations extraterrestres ? Revue des questions scientifiques,
Bruxelles, 156, 1985, 443-481, 157, 1986, 149-178.
20 Im Laufe des Jahres 2002 hat Professor Meessen bedeutende Fortschritte in der Weiterntwicklung
eines „pulsierenden elektromagnetischen Fortbewegungssystems“ (Pulsed EM Propulsion) erzielt.
LG Joe