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Thema: Peak Oil / Globales Ölfördermaximum

  1. #1
    Gast

    Peak Oil / Globales Ölfördermaximum

    Peak Oil / Globales Ölfördermaximum

    http://de.wikipedia.org/wiki/Globale...%B6rdermaximum

    Der Benzinpreis in Deutschland hat den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Mitte Februar wurden 1,70 Euro für einen Liter Super bezahlt. Der von vielen erhoffte Förderschub der OPEC, um den Preis wieder zu drücken, bleibt aus. Mehr Öl – das geht offenbar nicht.

    Peak Oil bedeutet: Der Höhepunkt der Erdöl-Förderung ist erreicht. Die Erdöl-Produzenten schaffen es nicht, die Erdöl-Förderung weiterhin signifikant zu steigern. Sie fördern noch sehr viel, aber die Förder-Geschwindigkeit erreicht ein Höchstmass, welches nicht mehr wachsen kann.

    Zeitgleich nimmt die Nachfrage nach Öl immer mehr zu. Die Industrienationen wollen weiter wachsen und damit wächst ihre Nachfrage nach all den Produkten, die Erdöl brauchen, um hergestellt zu werden: Dünger, Farben, Chemikalien, Medikamente, Plaste - und natürlich: Heizöl und Benzin, die Grundlage warmer Wohnungen und des Individualverkehrs. Und all diese Produkte und Leistungen werden nach jahrzehntelanger Aufholjagd auch von Milliarden Menschen in den ehemaligen "Entwicklungsländern" erwünscht und steigern die Nachfrage nach Öl



    " Wenn in China im Jahr 2030 auf 3 Menschen 4 Autos kämen wie heute bei uns, wären das 1,1 Milliarden Autos. Die gesamte Weltflotte liegt derzeit bei 800 Millionen. China würde dann täglich 99 Millionen Barrel Öl verbrauchen. Heute liegt die Weltproduktion bei 84 Millionen täglich. Und das lässt sich nicht wesentlich steigern.

    China zeigt uns eines ganz deutlich: Das westliche Modell einer ölabhängigen, autozentrierten Wegwerfgesellschaft funktioniert dort nicht. Und es funktioniert nicht für Indien, wo bald vielleicht sogar noch mehr Menschen leben und nicht für die 3 Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern, die ebenfalls den amerikanischen Traum träumen."
    Lester Brown, US-Amerikaner und Präsident des Earth Policy Institute in der Arte-Doku "Die demografische Zeitbombe - 2030", ausgestrahlt am 27.03.2007



    ein Beitrag von

    MANFRED KRIENER

    hat vor vielen Jahren das Umweltressort der taz mit gegründet und war bis 1990 ihr Ökologieredakteur. Der Träger des Umwelt-Medien-Preises der Deutschen Umwelthilfe ist heute Chefredakteur des Umweltmagazins zeo2.

    Der Kerl hat sich gut versteckt. Zwischen Euro-Crash und den multiplen ökonomischen Krisen, zwischen arabischer Rebellion und unseren eigenen Skandalen, die zuletzt im hässlichen Klinkerbau eines Herrn Wulff gipfelten, war er verschwunden. Jetzt, seit der Konflikt mit dem Iran eskaliert, ist er wieder da: der vergessene Ölpreis. Unbemerkt und beinahe in Zeitlupe ist er auf aktuell 110 Dollar (Brent) hochgekrochen – eine Verdreifachung seit Jahresbeginn 2009. Mit ihm, der Leitwährung des fossilen Zeitalters, kehrt ein anderes hässliches Thema zurück: Es geht um den Kipppunkt, um das globale Fördermaximum der wichtigsten Ressource, also um Peak Oil, so der populäre englische Begriff.

    Lange erinnerte die Diskussion ein wenig "an die Zeugen Jehovas", wie die Kritiker höhnten. Man schaute in die Zukunft und spekulierte, wann die Ölförderung den Gipfel erreichen und wann sie abstürzen wird. Inzwischen können wir den ersten Teil der Frage beantworten: Peak Oil ist jetzt! Die Ölfelder auf unserer Erde werden nie mehr so viel Öl hergeben wie in der historischen Phase von 2005 bis 2012. Dafür existieren inzwischen genug Belege. Schon im Energy-Outlook 2010 hatte die notorisch überoptimistische Internationale Energieagentur IEA einen für ihre Verhältnisse sensationellen Schwenk vollzogen.

    Fast nebenbei stellte die wichtigste internationale Energiebehörde fest, dass die weltweite Ölförderung von "normalem" Öl, in der Fachsprache Crude Oil, im Jahr 2006 ihren Höhepunkt überschritten hat.


    Die Marktregel gilt nicht mehr

    Sieht man sich die von der deutschen Energy-Watch-Group vorgelegten Produktionszahlen an, erkennt man, dass die Förderung seit 2005 auf einem Plateau von rund 73Millionen Fass (Barrel) Tagesproduktion stagniert. Obwohl der Ölpreis von 2005 bis heute jährlich um 15 Prozent gestiegen ist, gingen die zuvor fast naturgesetzlich wachsenden Produktionszahlen nicht mehr nach oben. Die eherne Marktregel, dass steigende Preise das Angebot erhöhen, ist ausgehebelt. Was ist passiert? Die Produktion lässt sich offenbar nicht weiter erhöhen, weil alle schon am Anschlag pumpen.

    In seiner aktuellen Ausgabe hat nun das renommierte Wissenschaftsmagazin Nature den Befund bestätigt. In einer langen Analyse legen sich die Autoren James Murray und David King, beides geologische Experten hoher Gnaden, eindeutig fest: "Oils tipping point has passed" – das Fördermaximum liegt hinter uns.

    Hinter dieser nüchternen Überschrift verbirgt sich ein gewaltiger Umbruch für die Menschheit, und doch wird es noch Jahre dauern, bis dieser Wendepunkt unserer Energieversorgung die Köpfe wirklich erreicht hat.

    Noch können wir ihn ausblenden, noch reden wir von der Peak-Oil-"Theorie" und ihren "Jüngern", vom "so genannten" Fördermaximum – als wäre das alles ein neurotisches Konstrukt grüner Weltverschwörer. Nur: Es ist ein simples Naturgesetz. So wie die Erde rund und keine Scheibe ist, so beschreibt die Ausbeutung einer Ölquelle eine Glockenkurve. Die Förderung steigt langsam an, erreicht irgendwann einen Höhepunkt (Peak) und geht dann wieder zurück.
    Förderquoten rückläufig

    Auch wenn man Ölfelder mit mehreren Quellen oder ein großes Fördergebiet wie die Nordsee im Ganzen betrachtet: Es ist immer die Glocke. Inzwischen konnte man von den meisten Förderländern den Peak anhand der Produktionszahlen ermitteln. Auf den texanischen Ölfeldern der USA etwa war schon 1971 das Maximum erreicht, seitdem ging der Tagesausstoß des ehemals größten Förderlands von zehn auf sechs Millionen Fass zurück. Großbritannien hatte 1999 sein Fördermaximum, Norwegen 2001, Mexiko 2004. Unklar ist die Lage in einigen Opec-Ländern, vor allem in Saudi-Arabien. Und natürlich war der Zeitpunkt des globalen Peak das große, jetzt aufgelöste Rätsel.

    Quatsch, es gibt doch zig Milliarden Tonnen an Reserven und Ressourcen, rufen jetzt die Freunde des Sechszylinders. Ja und? Öl in Tausenden Metern Tiefe unterm Ozean, in Alaska oder in den Teersanden Kanadas und Venezuelas können den Rückgang nicht ausgleichen. Die Ölproduktion in den derzeit weltweit erschlossenen und ausgebeuteten Feldern geht jährlich zwischen 4,5 und 7,0 Prozent zurück, wie die IEA schon 2008 feststellte.

    Es müssen also Jahr für Jahr immer mehr neue Felder in Produktion gehen, nur um den Verlust der alten auszugleichen. Dies wird immer schwieriger, aufwendiger, teurer, gefährlicher, wie die Deepwater-Horizon-Katastrophe zeigte.

    Das Unglück im Golf von Mexiko im April 2010 hatte die Diskussion um Peak Oil kurzzeitig gepuscht. Und alte Missverständnisse befeuert. Die Nature-Autoren sagen es jetzt noch einmal ganz klar: Das Öl wird uns nicht ausgehen, es wird nur sehr viel teurer. Nicht der ständig fotografierte, auf Null stehende Benzinanzeiger des Autos, sondern der leere Geldbeutel ist die richtige Metapher zu Peak Oil. Wir werden noch viele Jahrzehnte sehr viel Öl fördern. Aber von Jahr zu Jahr weniger. Die Schere zwischen der Nachfrage, die vor allem in Asien nach oben schießt, und dem fallenden Angebot wird größer, der Preis marschiert.
    Chance für eine Energiewende

    Die große Frage: Wann ist das Ende des gegenwärtigen Plateaus erreicht und wann wird die Förderung nicht nur stagnieren, sondern tatsächlich abstürzen. Und um wie viel Prozent pro Jahr? Zwei Prozent sagen die Optimisten, sechs Prozent die Pessimisten. Wir wissen es nicht.

    Was wir wissen, ist, dass die Weltgemeinschaft mit dem allmählichen und dann immer schnelleren Wegbrechen ihrer wichtigsten Energiequelle gewaltige Probleme bekommt. Und dass es ein Wunder wäre, wenn sich das derzeitige Plateau noch länger als ein, zwei Jahre halten ließe. Natürlich wird dann der Biosprit angekurbelt, Kohle verflüssigt, die Autoflotte verstärkt auf Gas und Elektro umgestellt. Wir werden andere Autos haben, uns aktiver bewegen per Rad und zu Fuß.
    http://www.taz.de/!87093/
    http://www.zeozwei.de/allgemein/peak...21-02-2012_736

  2. #2
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    Re: Peak Oil / Globales Ölfördermaximum

    Hallo

    Ob das nun so ist oder nicht...

    Auf alle Fälle wird's Zeit mehr auf Alternative Enegien umzusteigen.

    MfG
    Thcok
    Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 – “Haftung für Links” hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch das Setzen eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Hiermit distanzieren ich mich ausdrücklich von den verlinkten Seiten, dafür sind ausschließlich die Urheber bzw. Betreiber verantwortlich.)

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