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Thema: Rund um die Biene, Bienenvölker und das Bienensterben

  1. #11
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    Ein Tropfen auf den heissen Stein?
    Bienen bekommen besseren Schutz vor Pestiziden

    Bienen werden in der Europäischen Union künftig besser vor hochgefährlichen Agrargiften geschützt. Die Mehrheit der Mitgliedsstaaten stimmte heute für ein Verbot von drei Neonikotinoiden, mit denen Saatgut gebeizt wird. Deutschland vollzog eine Kehrtwende und trägt das auf zwei Jahre angelegte Moratorium nun mit, nachdem es sich bei einer ersten Abstimmung enthalten hatte. Imker und Umweltschützer freuen sich über den besseren Schutz der auch für Menschen existenziellen Insekten.

    Zwar kam auch bei dieser Abstimmung keine qualifizierte Mehrheit für das Teilverbot zustande. Dadurch ist eine endgültige Entscheidung durch die Europäische Kommission nötig. Der zuständige Verbraucherkommissar Tonio Borg hat jedoch bereits angekündigt, die Neonikotinoide aus dem Verkehr ziehen zu wollen. „Ich verspreche, alles zum Schutz unserer Bienen zu tun, die so wichtig sind für unser Ökosystem und jährlich mehr als 22 Milliarden Euro zur europäischen Landwirtschaft beitragen“, so der Malteser.
    Das Verbot wird für Raps, Mais, Sonnenblumen und Baumwolle gelten. Bei Wintergetreide und Pflanzen, die weniger attraktiv für Bienen sind, dürfen die Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam weiter eingesetzt werden. Allerdings gilt das Zwei-Jahres-Verbot erst ab Dezember, nicht schon ab dem Sommer, wie ursprünglich vorgesehen. Vermutlich hat Deutschland diese Verzögerung zur Bedingung für seine Zustimmung gemacht. Das Landwirtschaftsministerium unter Ilse Aigner (CSU) hatte sich zuvor gegen das Verbot ausgesprochen – offiziell, weil es in Deutschland bereits schärfere Vorschriften für den Einsatz von Neonikotinoiden gebe. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Behörde den Gebrauch der Pestizide bei Raps weiter ermöglichen wollte. „Bisher hat Aigner der Agrarindustrie den Hof gemacht“, meint Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Stephanie Töwe. Es sei gut, dass die Ministerin nun umgeschwenkt sei.
    Für die Hersteller der Neonikotinoide, Agrar-Konzerne wie Bayer und Syngenta, ist das Teil-Verbot hingegen eine schwere Niederlage. Mit intensiver Lobbyarbeit hatten die Unternehmen versucht, das Verbot zu verhindern. Sie argumentierten, auf diese Weise würden zahlreiche Arbeitsplätze wegfallen. [dh]


    +++UPDATE+++ In einer Pressemitteilung erklärt das Bundeslandwirtschaftsministerium seine Zustimmung zum Verbot. Dass dieses nun erst ab Dezember gelten wird, begrüßt die Behörde: „Damit ist garantiert, dass der Anbau von Raps, der mit seinen vielen Blüten zu den wichtigsten Nahrungsquellen für Bienen zählt, nicht rapide einbricht. Deutschland wird die Übergangszeit für weitere Forschung nutzen.“ Das Ministerium weist außerdem darauf hin, dass der Einsatz der Neonikotinoide in Deutschland bei Wintergetreide verboten ist.


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  2. #12
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    Acht Fragen zum Bienensterben und
    den umstrittenen Pestiziden


    1 Ist das Verbot endgültig? Jein. Die EU-Kommission hat erklärt, dass sie den Einsatz von drei Substanzen (Neonicotinoiden) im Saatgut mit 1. Dezember 2013 für die Dauer von zwei Jahren verbieten wird, und zwar bei der Beize von Mais-, Raps-, Sonnenblumen- und Baumwoll-Saatgut. Dann sollen die Resultate ausgewertet werden. Österreichische Oppositionsparteien und Umweltorganisationen wollen im Nationalrat noch im Mai erreichen, dass nationale Regeln darüber hinausgehen: sofortiges Verbot, dauerhaft, für alle Kulturen.

    2 Was bedeutet das für die Produzenten der Schadstoffe? Die Chemiekonzerne haben viel investiert, werden die Umsatzeinbußen jedoch verkraften. Es werden sich neue Produkte und Anwendungen auftun.

    3 Welche Konsequenzen treffen die Saatgutwirtschaft? Nicht nur die vielzitierten internationalen Multis, auch die Saatbau-Genossenschaft Linz hat ihr Saatgut mit Neonicotinoiden gebeizt. „Wir waren hier Dienstleister und haben in Österreich einen Qualitätsstandard erreicht, der sicher weit vor dem anderer Länder lag“, sagt Saatbau-Manager Josef Frauendorfer: „Das Thema ist jetzt für uns erledigt.“ Die Produktpalette werde sich leicht verändern, der Mais- und vor allem der Rapsanbau dürften zurückgehen. Dafür dürfte mehr Getreidesaatgut gebraucht werden.

    4 Wieso trifft es den Rapsanbau am stärksten? Das Beizmittel schützte die anfälligen Jungpflanzen vor Schädlingen, weil der Wirkstoff direkt am Keimling ist. Alternative wären mehrere teure Spritzungen mit hohen Sprühverlusten. „Deshalb wird der Rapsanbau nicht nur bei uns zurückgehen“, sagt Christian Krumphuber, Pflanzenbaudirektor der OÖ. Landwirtschaftskammer. Anbau derzeit: ca. 12.000 Hektar, in der EU sechs Millionen. „Es ist die wichtigste Ölsaat in Europa. Der Eigenanbau dürfte durch Importe ersetzt werden“, sagt Krumphuber. Vermutlich kommt mehr Sojaöl aus Südamerika und Asien, mehrheitlich aus gentechnisch verändertem Saatgut.

    5 Welche Konsequenzen gibt es für die wichtigste Pflanze? „Der Maisanbau wird in Oberösterreich nicht massiv betroffen, weil wir nur auf 26 Prozent der Ackerfläche Mais haben. Wir können als Schutz gegen den Maiswurzelbohrer problemlos Fruchtfolgen einhalten. Der Drahtwurm kann damit nicht bekämpft werden und wird beträchtliche Ernteausfälle bringen“, sagt Krumphuber. Wo Mais hohe Anbauquoten hat (Oststeiermark, Ungarn, Oberitalien, Rheintal...), da werde auch der Maiswurzelbohrer Schäden bringen. Für Kleinbauern können schon ein paar Prozent Einbußen das Aus bedeuten. Die Maisernten in der EU werden zurückgehen. In der Folge dürften die Preise steigen.

    6 Wird künftig mehr gentechnikverändertes (GVO-)Saatgut, bei dem die Schädlingsbekämpfung in der Pflanze angelegt ist, eingesetzt werden? Das ist angesichts der politischen Debatte in der EU nicht zu erwarten. GVO-Produkte aus Osteuropa und Übersee werden aber wettbewerbsfähiger zu heimischen.

    7 Werden mehr chemische Wirkstoffe versprüht werden (Spritzung)? Das ist nicht sehr wahrscheinlich, weil das teuer beziehungsweise ineffizient ist. Die Pyrethroide zeigen schon jetzt bei intensivem Einsatz, dass Schädlinge rasch resistent sind.

    8 Werden die Bienenhalter profitieren? Auf alle Fälle, denn international hat es immer wieder schwere Ausfälle gegeben, in Österreich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen fallweise. „Wir befürchten außerdem, dass sich die Neonicotinoide im Boden angereichert haben und wir weiter Schäden erleiden“, sagt Landesobmann Maximilian Liedlbauer. Die Imker haben aber ein schlimmeres Problem: die Varroamilbe.
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  3. #13
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    Ein Drittel der amerikanischen Honigbienenvölker überlebte den
    letzten Winter nicht


    Im vergangenen Winter starb oder verschwand ein
    Drittel der kommerziell bewirtschafteten Honigbienen-
    völker in den USA. Dieser kaum aufzuholende Rückgang
    gefährdet die Nahrungsmittelversorgung des ganzen
    Landes.
    Quelle

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  4. #14
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    Anstelle der Bienen schwirren uns dann bald die fliegenroßen Roboter um die Nase herum, die die Bestäubung der Bienen übernehmen sollen.
    Eine erschreckende Vorstellung. Bei ihrem Bestäubungsflug können sie sicherlich auch gleichzeitig eine gewisse Bevölkerungskontrolle übernehmen.
    Das sind alles wirklich "rosige" Aussichten.
    "Immer weigere ich mich, irgendetwas deswegen
    für wahr zu halten,
    weil Sachverständige es lehren, oder auch,
    weil alle es annehmen.

    Jede Erkenntnis muss ich mir selbst erarbeiten.
    Alles muß ich neu durchdenken, von Grund auf,
    ohne Vorurteile."


    Albert Einstein (1879-1955)

  5. #15
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    Hier in DE sieht es auch nicht wirklich besser aus, zumindest bei Uns in der Gegend sind bisher kaum Bienen zu sehen, dafür die ersten Wespen.

  6. #16
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    Elektrische Felder im Stock
    – Wie Bienen kommunizieren




    Bienen sind hochsoziale Wesen, die allerdings nur in der Gemeinschaft überleben können. Damit ein Bienenvolk funktioniert, müssen die Tiere miteinander kommunizieren. Das tun sie über elektrische Felder, die verschieden stark sein können.
    Bienen nutzen zur Verständigung elektrische Felder. Die Insekten strahlen im Bienenstock einer Studie zufolge elektrische Spannung auf ihre Artgenossen aus – unter anderem beim Schwänzeltanz. Das berichten Forscher um Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin nach einer Reihe von Experimenten in der Zeitschrift “Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences”. Demnach empfangen die Tiere die mit den elektrischen Feldern übertragenen Informationen etwa zu Futterstellen durch spezielle Rezeptoren in ihren Antennen.
    Wie andere Insekten auch laden Bienen ihre Oberfläche elektrisch auf, vor allem durch Reibung beim Fliegen. Studien an Hummeln hatten bereits gezeigt, dass diese elektrischen Felder wichtig sind für das Bestäuben von Blüten. In einer Reihe von Versuchen an Hunderten Honigbienen klärten die Berliner Biologen nun detailliert, wie die Tiere elektrische Felder wahrnehmen und übertragen.
    Demnach laden sich Honigbienen an ihrer Oberfläche umso stärker auf, je weiter sie fliegen. Bei der Rückkehr in den Bienenstock haben sie eine Oberflächenspannung von bis zu 450 Volt. Überraschenderweise bleibt die Spannung auch in der Behausung erhalten – etwa beim Schwänzeltanz, der der Verständigung dient. Wie die Forscher weiter ermittelten, strahlen die tanzenden Insekten die Spannung auf ihre Artgenossen beim Körperschwänzeln und Flügelschwirren charakteristische Felder ab.

    Felder bringen Geißel zum Schwingen
    Die Versuche zeigten, dass die elektrischen Felder die auf den Antennen sitzende Geißel zum Schwingen bringen. Dieses Vibrieren nehmen die Tiere mit dem sogenannten Johnstonschen Organ wahr – das besonders empfindliche Gehör der Bienen, das im zweiten Segment der Antenne liegt. Die ausgesendeten elektrischen Felder ergänzen und verstärken demnach die durch Tanzbewegungen übermittelten Informationen wesentlich.
    “Man muss eine besondere Lautstärke haben, um verstanden zu werden”, sagt Erstautor Uwe Greggers. Durch die elektrischen Felder nähmen die anderen Bienen Informationen zu Futterstellen auch dann noch gut auf, wenn ihnen Einzelbewegungen des Tanzes entgingen.
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  7. #17
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    Oregon: Über 25 000 Hummeln sterben nach Vergiftung mit Insektiziden


    Vor wenigen Tagen fanden entsetzte Kunden des Target-Einkaufsmarktes in Wilsonville im US-Bundesstaat Oregon auf dem Parkplatz des Discounters ein wahres Meer an toten und sterbenden Hummeln vor.


    Wie der lokale Fernsehsender KATU.com meldete, starben dort während der Nationalen Bestäuber-Woche über 25 000 Hummeln. Zuvor waren die Lindenbäume, die in Kübeln auf dem Parkplatz wachsen, mit Safari, einem hochgiftigen Insektizid, besprüht worden.

    Lindenbäume haben üppige Blüten mit viel Nektar und Pollen, die in der Blütezeit massenweise Hummeln und andere Bienen anlocken. Genau die Bäume, von denen es auf dem Parkplatz des Target-Markts in Wilsonville sehr viele gibt, sind also ein beliebtes Ziel für Hummeln, die sich daran nähren und auch helfen, andere Pflanzen zu bestäuben. Der Eigentümer des Einkaufszentrums, zu dem der Target-Markt gehört, hatte offenbar andere Pläne für die Bienen, denn er soll angeordnet haben, alle Bäume mit dem chemischen Insektenvertilgungsmittel Safari zu besprühen, obwohl die Bäume gerade blühten. Nach Information auf der Website des Safari-Herstellers Valent Professional Products handelt es sich bei Safari um ein Breitbandinsektizid, das alle Arten von Insekten, auch Bienen, tötet.

    »Unseres Wissens ist dies einer der schwersten Fälle von Hummelsterben im Westen der USA.« Mit diesen Worten wird Rich Hatfield, ein Naturschutzbiologe bei der Tierschutzorganisation Xerces Society for Invertebrate Conservation (XSIC, Gesellschaft zum Schutz wirbelloser Tiere) in einer Pressemitteilung zitiert. »Es war herzzerreißend, sie fielen buchstäblich von den Bäumen.«

    Lindenbäume wurden unzulässigerweise während der Bestäubungssaison mit Chemikalien besprüht
    Am 19. Juni sammelten Hatfield und seine Kollegen Hummeln vom Target-Parkplatz und analysierten später, warum sie gestorben waren. Laut XSIC-Direktor Scott Hoffan Black war die Ursache eindeutig das wilde Besprühen mit Safari, obwohl dieses chemische Mittel während der Bestäubungssaison nicht angewendet werden darf. Offenbar habe eine Landschaftsgärtnerei die Vorschriften missachtet, wonach [Safari] in der Blütezeit nicht versprüht werden dürfe, wird Dan Hilburn, der Direktor des Pflanzenprogramms beim Landwirtschaftsministerium des US-Bundesstaats Oregon (ODA) vom russischen Nachrichtenjournal RT.com zitiert. »Wir vermuten das als die Ursache des massiven Bienensterbens. Noch immer sterben viele Bienen – zuallermeist Hummeln.«

    Berichten zufolge hat das Ministerium selbst auch Bienen eingesammelt, um sie auf Pestizidrückstände zu untersuchen. ODA-Vertreter bestätigen, nie zuvor ein derartiges Bienensterben beobachtet zu haben, besonders schlimm sei, dass es in der Nationalen Bestäuberwoche passiert sei, einer Aktion des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), die alljährlich vom 17. bis 23. Juni stattfindet.

    »So etwas habe ich in meinen 30 Jahren im Amt noch nie gesehen«, fügte Hilburn hinzu.


    Bürger des Ortes behaupten, die Bienen seien absichtlich umgebracht worden
    Inzwischen empören sich viele Bürger der Stadt über den Vorfall. Während das Landwirtschaftsministerium des Bundesstaats noch über mögliche unmittelbare Gegenmaßnahmen wie den Schutz der Bienen durch Netze, in die die Bäume gehüllt werden, oder den Einsatz von Mitteln, die die Bienen abhalten, nachdenkt, verlangen Bürger Aufklärung, insbesondere eine Erklärung des Marktmanagers zu der Sprühaktion. »Das war kein Sterben, das war Massenmord«, kommentierte Rozzell Medina in dem Beitrag von KATU.org. »Wer anderen dabei helfen möchte, in den nächsten Wochen auf dem Parkplatz eine Gedenkveranstaltung für die ermordeten Bienen zu organisieren, kann auf Facebook der Gruppe Wilsonville Bees Memorial beitreten.«
    Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:


    KATU.com

    Valent.com

    RT.com

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  8. #18
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    Artenschwund macht Hummeln untreu
    Der Verlust nur einer Hummelart macht die restlichen zu uneffektiven Bestäubern
    Das weltweite Bienensterben könnte für die Pflanzenwelt schlimmere Folgen haben als bisher gedacht. Denn wie ein Feldversuch jetzt zeigt, genügt schon der Ausfall nur einer Hummelart, um das Bestäubungsverhalten der restlichen merklich zu verändern: Die Hummeln werden ihren zuvor bevorzugten Blütenarten untreu und bestäuben diese dadurch weniger effektiv. Als Folge bilden die Blumen ein Drittel weniger Samen. Das widerlege bisherige Annahmen, nach denen die Natur den Bienenschwund ausgleichen kann, solange insgesamt genügend Bestäuber vorhanden sind, konstatieren US-amerikanische Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".
    Vergleich von floraler Treue, Pollenfracht und Effektivität der Bestäubung vor und nach Entfernung der auf dieser Wiese häufigsten Hummelart.
    © Sputniktilt / CC-by-sa 3.0


    Die Mehrheit aller Blütenpflanzen benötigt tierische Hilfe für ihre Fortpflanzung - ohne Insekten tragen Apfel, Erdbeere und Co, aber auch viele Wildblumen keine Frucht. Sie tragen den Pollen von Blüte zu Blüte und übernehmen so deren Bestäubung. Am wichtigsten für viele Nutzpflanzen, aber auch Wildgewächse sind Bienenarten - doch diese sind weltweit auf dem Rückzug. Vor allem im letzten Jahrzehnt haben Forscher einen geradezu dramatischen Rückgang von Hummel, Honigbiene und Co. registriert, der vermutlich durch Veränderung ihrer Lebensräume und die Wirkung von Pestiziden verursacht wird.

    Welche Auswirkungen aber hat es, wenn die Bestäuberarten verschwinden? Modellstudien deuteten bisher daraufhin, dass Pflanzen dies verkraften können, solange genügend andere Bestäuber im Ökosystem vorhanden sind. Allerdings haben diese Ergebnisse einen Haken, wie Berry Brosi und Heather Briggs vom Rocky Mountain Biological Laboratory in Colorado berichten: Sie berücksichtigen nicht, dass sich die Bestäuberarten auch gegenseitig beeinflussen.

    Bienen und Hummel sind "seriell monogam"
    "Die meisten Bestäuber sind sozusagen seriell monogam: Sie besuchen zwar im Laufe ihres Lebens viele unterschiedliche Pflanzen, aber über kürzere Zeiten sind sie einer Blumenart treu", erklärt Brosi. Diese sogenannte florale Treue ist für die Pflanzen entscheidend wichtig, denn sie wird nur dann bestäubt, wenn das Insekt auch Pollen der eigenen Art mit sich trägt - also wenn es zuvor bei einer oder mehreren Blüten der gleichen Art war. "Wenn Bienen promiskuitiv sind und viele verschiedene Blüten auf einem Sammelflug besuchen, sind sie viel weniger effektiv als Bestäuber", ergänzt Briggs.

    Da viele Nahrungspräferenzen von Tieren stark durch Konkurrenz beeinflusst werden, könnte dies bei der Blütentreue der Bienen theoretisch auch der Fall sein, vermuteten die Forscher. Das aber könnte bedeuten, dass die Bestäuber weniger stark seriell monogam sind, wenn eine oder mehrere konkurrierende Arten wegfallen - zum Nachteil der Blütenpflanzen.

    Eine Hummel im Anflug auf eine Blüte, mit ausgefahrenem Saugrüssel, bereit zum Sammeln von Nektar.
    © Brosi, Briggs / PNAS
    Blütentreue sinkt deutlich nach Verlust einer Art
    Um das zu prüfen, führten die Forscher in 20 Versuchsflächen auf einer subalpinen Alm in den Rocky Mountains einen Feldversuch durch. Zehn der dort vorkommenden Hummelarten besuchen regelmäßig die auf der Wiese wachsenden wilden Rittersporne (Delphinium barbey). Die Forscher beobachteten zunächst bei insgesamt 736 einzelnen Hummeln, wie groß ihre florale Treue in Bezug auf den Rittersporn war, indem sie die Flugbewegungen der Einzeltiere genau protokollierten. Dann fingen sie mit Netzen alle Vertreter der jeweils häufigsten Hummelart der Versuchsfläche ein. Eine Stunde später untersuchten sie erneut das Sammelverhalten der nunmehr neun verbliebenen Hummelarten.

    Das Ergebnis: Nach Entfernung nur einer einzigen Art sank die florale Treue zum Rittersporn bei den Hummeln von durchschnittlich 77,7 Prozent auf nur noch 66,4 Prozent, wie die Forscher berichten. Der Pollen, den die einzelnen Hummeln mit sich trugen, war zudem deutlich gemischter als vor der Entfernung ihrer häufigsten Konkurrenten. "Schon die kleine Veränderung im Konkurrenzdruck macht die verbleibenden Hummeln deutlich weniger blütentreu", sagt Briggs.

    Ein Drittel weniger Samen
    Wie sich das auf die Bestäubung der Pflanzen auswirkte, testeten die Forscher, indem sie auf jeder Versuchsfläche bei mehreren Blüten auszählten, mit wie viel Pollen die Blütenstempel vor und nach der vierstündigen Sammelzeit- und Beobachtungszeit trugen und wie viele Samen die Blüten drei Tage später ausgebildet hatten.

    Wie sich zeigte, produzierten die Rittersporne im Durchschnitt ein Drittel weniger Samen auf den Flächen, auf denen eine Hummelart entfernt worden war. Das zeige, dass sich bereits der Verlust nur einer einzigen Bestäuberart negativ auf die Planzenpopulationen auswirken könne - und dass die Auswirkungen des Bienensterbens bislang stark unterschätzt worden sein könnten. "Diese Ergebnis zeigt auch, warum Artenvielfalt so wichtig für Schutz von Ökosystemen ist", konstatiert Brosi.

    Quelle

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    Telefonieren wir die Biene tot?



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    Neue Beweise:
    Pestizide bringen Honigbienen um


    Dank einer neuen Studie ist die lange Liste bekannter chemischer Gifte, die Bienen umbringen, um drei gewachsen. Die Studie, die in der Zeitschrift Toxicology and Chemistry veröffentlicht wurde, war von Forschern erstellt worden, die der nicht profitorientierten Gruppe Society of Environmental Toxicology and Chemistry (SETAC) angehören.

    Sie hatten ermittelt, dass selbst nicht-tödliche Dosen von drei häufig verwendeten Insektiziden Bienen so schwer schädigen, dass es zum Bienenvolk-Kollaps (»CCD« nach dem englischen »Colony Collapse Disorder«) und anderweitigem Massensterben von Bienen kommen kann.
    Für ihre Untersuchung hatten Dr. Stephan Caravalho und seine Kollegen an der Universidade Federal de Lavras in Brasilien und am französischen Institut National de la Recherche Agronomique die physiologische Wirkung von Deltamethrin, Fipronil und Spinosad auf die Honigbienenart Apis mellifera untersucht. Die drei Chemikalien wurden den Bienen in unterschiedlichen Dosierungen gegeben, um die entstehende Schädigung zu messen und die Sterberate zu beobachten. Es zeigte sich, dass die Agrarchemikalien unabhängig von der Dosierung die Gesundheit der Bienen beeinträchtigte, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Neben der Schwächung des Immunsystems beeinträchtigten alle drei Substanzen auch die kognitiven Fähigkeiten der Bienen, die bei der Futtersuche und physischen Orientierung unerlässlich sind.

    »Die in Landwirtschaft und Haushalt häufig zur Schädlingsbekämpfung verwendeten Substanzen Deltamethrin, Fipronil und Spinosad wurden Honigbienen gegeben. Sie erwiesen sich unabhängig von der Dosierung in gewissem Grade als toxisch«, heißt es in einer Meldung über die Studie bei EurekAlert!. »In nicht-tödlicher Dosierung führten die Pestizide zu einer Veränderung wichtiger Enzyme, die physiologische Prozesse, kognitive Funktionen und die Immunantwort steuern, beispielsweise den Zielflug, das assoziative Lernen, die Nahrungssuche und die Entwicklung der Brut.«
    Deltamethrin ist ein Insektizid aus der Gruppe der Pyrethroide, das häufig in Sprays gegen Wanzen und Ameisen im Haushalt und zur Anwendung in Außenbereichen wie Golfplätzen und Gärten verwendet wird. Fipronil ist ein Breitband-Insektizid, das normalerweise in der Erwerbslandwirtschaft verwendet wird. Spinosad findet Verwendung in Hausgärten und Pflanzenbeeten, manchmal aber auch bei der Läuse-Behandlung bei Kindern.

    Eine Unzahl wissenschaftlicher Studien kann nicht falsch sein: Viele Arten von Insektiziden bringen Bienen um
    Diese Studie ist nur eine von vielen aus den letzten Jahren, bei denen eine Verbindung zwischen dem Einsatz von Pestiziden und dem rätselhaften Verschwinden und Tod von Millionen von Bienen auf der ganzen Welt nachgewiesen wurde. Andere Studien neueren Datums haben ergeben, dass Neonicotinoide wie Imidacloprid ebenfalls für Bienen giftig sind, genauso wie das Pyrethroid und eine ganze Reihe von Organophosphat-Insektiziden. »Pestizide werden durchweg im Zusammenhang mit dem Rückgang der Bestäuber als wichtiges Problem genannt, nicht nur beim unmittelbaren Tod von Bienen, sondern auch bei nicht-tödlichen Dosen, die zu Veränderungen der Reproduktion, Navigation und Nahrungssuche der Bienen führen«, erklärt die nicht gewinnorientierte Gruppe Beyond Pesticides [Jenseits von Pestiziden]. »Diese Chemikalien wirken auf Bienen, auf andere Bestäuber wie Hummeln und Kolibris sowie auf andere Nützlinge.«
    Beyond Pesticides hat eine Liste neuerer Studien erstellt, die die Gefahren von Pestiziden für Bienen belegen. Das Abstract der neuen Studie über Deltamethrin, Fipronil and Spinosad können Sie hier nachlesen.
    Quellen:




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