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Thema: Rund um die Biene, Bienenvölker und das Bienensterben

  1. #21
    Redakteur Avatar von Angeni
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    More Than Honey
    Der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm von Spielfilmregisseur Markus Imhoof ist mehr als ein Film über das Bienensterben. In spektakulären Bildern präsentiert er Einsichten jenseits von Blüte und Honig: Einsichten über Schwarmintelligenz, Fleiss und Gier. Und über uns Menschen. Mehr als ein Drittel unserer Nahrungsmittel ist abhängig von der Bestäubung durch Bienen. Albert Einstein soll gesagt haben: «Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus.» Seit ein paar Jahren sterben massenhaft ganze Bienenvölker.
    „More Than Honey“, der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm des renommierten Spielfilmregisseurs Markus Imhoof („Das Boot ist voll“), beginnt bei einem Imker in den Schweizer Bergen. Von dort reiste das Filmteam rund um die Welt: zuerst in die USA, wo Bienen in industriellem Massstab von Monokultur zu Monokultur transportiert werden; dann nach China, wo in gewissen Regionen bereits Blüten von Menschenhand bestäubt werden müssen, weil es keine Bienen mehr gibt…
    In Österreich züchtet eine Familie Königinnen und verschickt sie in die ganze Welt. Denn wer die Bienen dazu bringen will, das zu tun, was der Mensch will – nämlich höhere Erträge - muss die Königinnen beherrschen. Ist diese Manipulation der Schlüssel zur Erklärung des geheimnisvollen Massensterbens? Davon verschont geblieben sind bis jetzt nur die wegen ihrer hohen Widerstandskraft und Aggressivität sogenannten „Killerbienen“. Ein Imker im US-Bundesstaat Arizona, der sich auf Honig dieser Art spezialisiert hat, meint: „Die ‚Killerbienen‘ werden uns alle überleben.“
    Zum Einsatz kommen Radarbilder, Wärmekameras, Infrarot-, UV-, Magnetresonanz-, Zeitraffer-, Makro- und Satellitenaufnahmen. In überwältigenden Bildern erzählt Imhoof von der phänomenalen Intelligenz der Bienen und ihrem sozialen Zusammenleben - sei es im Innern eines Bienenstocks oder bei der Begattung einer Königin im Flug. Er interviewt Wissenschaftler, u.a. auch seine Tochter und seinen Schwiegersohn, die in Australien, wo das grosse Sterben noch nicht angekommen ist, ein Forschungsprojekt über Bienen leiten. Wird dort, auf einer einsamen Insel im Pazifik, die Arche Noah der Bienen sein?
    Quelle




    Mehr als nur Honig - Film zum Bienensterben


    Zum Bericht hier klicken

    Hier gehts zum Film!!! Switzerland 2012

    LG Angeni
    Geändert von Angeni (23.09.2013 um 23:55 Uhr)
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  2. #22
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    Bienen steuern Landeanflug auf geniale Art
    Entdecktes Steuersystem möglicherweise auf menschliche Technik übertragbar
    Blüte voraus! Hat eine Biene eine Futterquelle erspäht, fliegt sie auf sie zu, wird beim Näherkommen immer langsamer, um schließlich sanft auf dem Ziel zu landen. Doch wie koordiniert das Insekt dieses anspruchsvolle Flugmanöver? Dieser Frage ist ein internationales Forscherteam durch Experimente nachgegangen. Den Ergebnissen zufolge nutzen die Insekten in cleverer Weise die optische Vergrößerung des Ziels beim Anflug als Anhaltspunkt. Dieses überraschend einfache und zugleich effektive System könnte auch fliegenden Robotern oder Raumfahrzeugen eine sanfte Landung ermöglichen, berichten die Forscher im Journal "Proceedings of the National Academy of Sciences".
    Biene auf Blüte: Landung mit rotierendem Spiralmuster aufgeklärt
    © Emily Baird, Lund University
    Biologisches Pendant zu moderner Computertechnik
    Einem Piloten stehen bei der Landung eines Flugzeugs oder Helikopters Informationen über die Entfernung zum Ziel und die Geschwindigkeit zur Verfügung und die moderne Computertechnik übernimmt bereits größtenteils die Koordination des Landeanflugs. Das biologische Pendant dazu ist das Gehirn der Biene – doch nach welchen Kriterien es die Geschwindigkeit beim Landeanflug anpasst, war bisher unklar.

    Bei Untersuchungen des Flugverhaltens von Bienen kam den Forschern um Emily Baird von der schwedischen Lund Universität allerdings ein Verdacht auf: Möglicherweise drosseln die Insekten ihre Geschwindigkeit in Abhängigkeit von der optischen Ausdehnung des Blickfeldes bei Annäherung an das Ziel.

    Wenn man sich mit konstanter Geschwindigkeit einem Objekt nähert, erweitert sich das Sichtfeld immer schneller, erklären die Forscher. Verlangsamt man aber die Geschwindigkeit bei der Annäherung so, dass die Expansionsrate des Bildes konstant bleibt, erreicht man am Ziel fast Stillstand. Dass Bienen genau mit diesem System sanft landen, konnten die Forscher nun durch Experimente nachweisen.

    Drehende Spiralen - verwirrte Bienen
    Sie gewöhnten einige Bienen an eine künstliche Futterquelle, die sich in der Mitte einer drehbaren Scheibe befand. Sie besaß ein Spiralmuster, das bei Drehung die optische Illusion von Ausdehnung beziehungsweise Verkleinerung des Sichtfeldes vermitteln konnte – je nachdem, in welche Richtung man sie drehte. Damit foppten die Forscher ihre summenden Versuchstiere: Drehten sie die Scheibe entsprechend so, dass sich der optische Annäherungseffekt beim Anflug aufhob, „dachten" die Bienen, sie seien zu schnell. So bremsten sie bereits weit vor dem Ziel ab. Drehten die Wissenschaftler die Spirale hingegen in die andere Richtung, rumpelten die Bienen mit zu hoher Geschwindigkeit in die Futterquelle. Die optische Ausdehnung ist also tatsächlich der Anhaltspunkt, an dem sich die Tiere orientieren, folgern die Forscher.

    Ihnen zufolge nutzen möglicherweise auch andere Insekten und Vögel dieses effektive System zur Koordination des Landeanflugs. Das Besondere sei seine Einfachheit, denn Informationen über die eigene Geschwindigkeit und Entfernung zum Ziel sind ja nicht notwendig. Die Technik des Menschen könnte sich daran nun ein Beispiel nehmen, meinen Emily Baird und ihre Kollegen: Bei Fluggeräten ließe sich teure Ausrüstung einsparen, denn für das Bienen-System reicht simple Bilderfassung und Datenverarbeitung aus. Um dies zu testen, wollen die Wissenschaftler nun kleine Fluggeräte mit einem entsprechenden System ausrüsten.
    Quelle

    LG Angeni
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    Angeni



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  3. #23
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    Gegen Bienensterben wird nichts unternommen

    Bienen: Die Bedeutung der Insekten für die Landwirtschaft ist enorm. Auch der Ständerat will Bienen besser vor Pestiziden schützen. Allerdings hält er nichts davon, neben drei Insektenvernichtungsmitteln noch weitere Pflanzenschutzmittel verbieten. Bienen sollen besser vor Pestiziden geschützt werden. Der Ständerat hat einer Motion aus dem Nationalrat zugestimmt, welche zum Schutz der Bienen verlangt, dass bis in zehn Jahren weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. «Bienensterben ist unbestrittenermassen ein beunruhigendes Phänomen», sagte Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Der Bundesrat sei sich der Problematik und der Konsequenzen bewusst. Der Bundesrat hatte daher auch die Annahme der Motion beantragt.
    Die Risiken, die durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln entstünden, seien ernst, erklärte der Wirtschaftsminister. Daher überprüfe das Bundesamt für Landwirtschaft fortlaufend die Bewilligungen und passe die Anwendungsvorschriften an.

    Gefahr für die Bienen
    Pflanzenschutzmittel stehen im Verdacht, die Bienen zu schwächen und damit anfälliger zu machen für die Varroa-Milbe. Der Parasit gilt als Hauptursache für die grossen Verluste von Bienenvölkern, die in den vergangenen Jahren weltweit zu beobachten waren.
    Kommentar:
    Oder möglicherweise sterben die Bienen direkt wegen den Pestiziden?

    Statt alle Pestizide zu verbieten, soll der Bundesrat nun darauf hinwirken, dass die betroffenen Kreise sich auf ein Massnahmenpaket zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln einigen. Die Risiken, die von den Pestiziden ausgehen, sollen bis in zehn Jahren um einen bestimmten Prozentsatz reduziert werden.

    Kommentar:
    Dieser Satz klingt gut, sagt jedoch gar nichts aus. In anderen Worten: Es wird gar nichts getan um das Bienensterben zu stoppen.

    Ein totales Verbot erachtete die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates (WBK), welche die Motion lanciert hatte, als kontraproduktiv, weil «dann auf andere Mittel ausgewichen» werden könne. Der Ständerat hat die Motion einstimmig überwiesen. Damit haben die eidgenössischen Räte zwei von drei Vorstössen, welche den Schutz der Bienen verbessern wollten, gutgeheissen - und einen Bienenschutz light beschlossen.

    Erforschung der Bienengesundheit

    So muss der Bundesrat auf Geheiss des Parlaments bis Ende 2015 die Ursachen des Bienensterbens wissenschaftlich untersuchen lassen und die nötigen Schutzmassnahmen ergreifen. Dieser Auftrag sei bereits vergeben, erklärte Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Ziel des Vorstosses ist es auch, unbegründete Pestizid-Verbote zu vermeiden.
    Hintergrund ist der Entscheid des Bundesrates, den Einsatz von drei Wirkstoffen, die zur Vorbehandlung von Raps- und Maissaatgut eingesetzt werden, ab Anfang Dezember vorerst für zwei Jahre zu suspendieren. Damit folgte er einem Entscheid der EU-Kommission. Die nationalrätliche Umweltkommission wollte den «maximalen Nutzen» aus dieser Suspendierung ziehen. Sie forderte, dass in dieser Zeit fundierte Massnahmen zur Bienengesundheit erarbeitet werden. Der Ständerat hatte diesen Vorstoss bereits in der Herbstsession oppositionslos angenommen.

    Strengere Vorschriften unerwünscht
    Erfolglos war hingegen eine weitergehende Motion der WBK. Diese wollte neben den drei Insektenvernichtungsmitteln noch weitere Pflanzenschutzmittel verbieten. Zusätzlich sollte das Verbot auf Sonnenblumenkulturen ausgedehnt werden. Der Nationalrat lehnte die Motion in der Sommersession ab, womit diese vom Tisch war. Von den Verboten betroffen sind Insektizide des Basler Agrochemie-Konzerns Syngenta und der deutschen Bayer. Beide Unternehmen gehen rechtlich gegen die Entscheidung der EU vor.
    Quelle

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  4. #24
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    Bundesamt genehmigt für Bienen giftiges Pestizid trotz EU Verbot

    finanznachrichten.de
    Mo, 10 Feb 2014 05:53 CST


    Greenpeace: Fipronil-Verbot muss eingehalten werden. Sonderzulassung des für Bienen gefährlichen Pestizids trotz EU-Verbot.

    Trotz eines EU-Verbots hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) das für Bienen gefährliche Pestizid Fipronil zugelassen. Ermöglicht wurde das durch die sogenannte Zulassung für Notfallsituation. Noch Ende November 2013 hatte sich das BVL gegen die Anwendung des Giftes ausgesprochen. "Das BVL muss die Sonderzulassung für 120 Tage unverzüglich zurücknehmen. Es ist unverantwortlich, dass sich das BVL über das EU-Verbot stellt und damit den Tod von weiteren Bienenvölkern in Kauf nimmt", sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace.

    Wie die unabhängige Umweltschutzorganisation auf Nachfrage unter anderem bei Nestlé, Agrarfrost und Nordsee erfahren hat, wollen viele Kartoffelverarbeiter nicht, dass Fipronil bei der Produktion von Kartoffeln eingesetzt wird. "Die Kartoffelindustrie lehnt den Einsatz des fipronilhaltigen Goldor Bait ab. Nun müssen auch die Supermärkte, wo die Kartoffeln direkt verkauft werden, nachziehen", so Huxdorff. Im vergangenen Jahr wurden 100 Tonnen Goldor Bait zugelassen, diese Menge hätte für fünf Prozent der gesamten Kartoffelanbaufläche gereicht.

    EFSA: Von Fipronil geht eine hohe akute Gefahr aus

    Die Anwendung des Pestizids ist auf Flächen mit einem starken Befall des Drahtwurms beschränkt und darf nur nach einem Warndienstaufruf des Pflanzenschutzdienstes stattfinden. Zur Bekämpfung des Drahtwurms braucht es kein Fipronil. Alternativ kann der Drahtwurm auch mit einer angepassten Bodenbearbeitung und einer durchdachten Fruchtfolge mit ausgewählten Vorfrüchten bekämpft werden. Erst im Mai 2013 hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine "hohe akute Gefahr" des vom Chemiekonzerns BASF produzierten Pestizids Fipronil für Bienen bestätigt, wenn dieses zur Saatgutbehandlung von Mais eingesetzt wird.

    Greenpeace identifizierte in einem im April 2013 veröffentlichten Report "Bye Bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa" (www.gpurl.de/OCCga) sieben für Bienen gefährliche Pestizide, die sofort verboten werden müssen. Drei der Wirkstoffe - Imidiacloprid und Clothianidin von Bayer und Thiamethoxam von Syngenta - hat die EU seit dem 1. Dezember 2013 verboten. Fipronil von BASF ist seit dem 31. Dezember 2013 verboten. In den letzten Jahren starben allein in Deutschland pro Jahr etwa ein Drittel der Bienenvölker. Eine der Ursachen für das Bienensterben ist der Einsatz von Pestiziden.

    Quelle

    LG
    zottel
    "Immer weigere ich mich, irgendetwas deswegen
    für wahr zu halten,
    weil Sachverständige es lehren, oder auch,
    weil alle es annehmen.

    Jede Erkenntnis muss ich mir selbst erarbeiten.
    Alles muß ich neu durchdenken, von Grund auf,
    ohne Vorurteile."


    Albert Einstein (1879-1955)

  5. #25
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    Honigbienen sammeln offenbar nicht mehr nur Blumen und Blüten, sondern auch Abfälle der Biogasanlagen. Angelockt wurden die
    Bienen von Rückständen aus der Produktion von M&M's. Die Schokolinsen werden unter anderem in einer Fabrik der Firma Mars in
    der Nähe von Strasbourg hergestellt. Der Süßigkeiten Müll von Mars wird in der französischen Gegend von Ribeauvillé (Rappoltsweiler)
    im Elsass Biogasanlage verwertet. (2012)

    Haben wir nicht vor kurzem gelesen, dass in Deutschlands Biogasanlagen giftige Sonderabfälle beigemischt werden, um die Kosten
    der ordnungsgemäßen Entsorgung zu sparen... Das vermischte Material wird dann unter dem Produktnamen „Bacteriefood“ verkauft.

    Für was Bacteriefood verwendet wird könnt ihr hier erfragen:
    http://www.recyclingbv.nl/transport.html

    oder hier wird Bacteriefood von der Firma P.F. Kamstra Recycling BV 2013 angeboten: http://www.world.about-sites.com/abo...ling+B.V..html
    (der link öffnet nicht, vlt klappt das bei Euch)

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/un...nigs-1.1488200

    http://m.topagrar.com/news/Home-top-News-Illegale-Muellentsorgung-in-Biogasanlagen_1450983.html

    Hier mehr Bilder:
    http://pictures.reuters.com/C.aspx?ALID=2C0408TK0HOXV&PBC=2C0BF1I3K5MC%3A2C040822176FR%3A2C040822VE8DL%3 A2C0408TK0HOXV&VP3=SearchResult

    http://www.reuters.com/article/2012/10/05/us-france-bees-idUSBRE8930MQ20121005











    LG Angeni
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  6. #26
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    Herr der Bienen



    Hier ein nicht ganz sachlicher Bericht von einem Mann, der mich mit seiner Art und Weise sehr fasziniert hat. Es ist ein Arbeitskollege, ein etwa 50jähriger Hobbyimker mit graumelierten Haaren und Vollbart, der ständig eine Baskenmütze trägt. Er hat eine ganz besonders packende Art und Weise von seiner Leidenschaft zu erzählen.
    Hellhörig wurde ich, als er erwähnte, dass er sehr darauf bedacht ist, dass die Bienen keinen Pestiziden und genmanipulierten Pflanzen ausgesetzt sind. Ich bestellte bei ihm eine Portion Honig. Kaum zu glauben, welch ein Unterschied im Geschmack! Er ist nicht so komisch süßlich wie manch anderer Honig. Er schmeckt irgendwie „pur“ und macht kein unangenehmes Gefühl an den Zähnen. Total angetan bat ich darum, meinen Kollegen zu Hause besuchen zu dürfen.



    Gestern war es nun soweit, ich war im Reich vom „Herrn der Bienen”. Bei einer Tasse Kaffee zog er mich sofort in seinen Bann. Alles grün, das Grundstück glich einer Feenwelt aus einem Bilderbuch meiner Kinder. Er zeigte mir sofort eines seiner Bienenvölker, welches er direkt am Haus platziert hat.
    Aber das war erst der Anfang.
    Wir machten uns auf zu seinem Grundstück am Rande der Ortschaft. Ein Loch im Zaun, das war der Eingang. Ohne Luft zu holen erklärte mir der „Herr der Bienen“, dass er ohne Fremdhilfe, ohne Kredite und mit gesundem Menschenverstand alles alleine aufgebaut hat. Und da war einiges:
    Da stand ein Stall aus Holz, selbstgebaut. Drumherum lagen Eimer, Sense und anderes Werkzeug, es wirkte leicht chaotisch. Dass das einzige elektrische Gerät die Wärmelampe zu sein schien, verlieh dem Ganzen beinahe einen nostalgischen Flair. Alles passte zu dem Eindruck des zerstreuten Professors, den mein Arbeitskollege ab und an macht. Etwa 25 Junggänse befanden sich im Stall, ein erweiterter Ausbau war in Arbeit.
    Außerdem gab es ein Gehege mit Hahn und Henne. Er sagte, er kann mir Eier geben, aber erst wenn die Eier von jetzt ausgebrütet sind. Er fange gerade an zu züchten, alles in einem sehr kleinen Rahmen.
    Nicht nur mit Honig und Eiern versorgt sich der „Herr der Bienen“ selbst. Auf dem Gelände stand ein Treibhaus, voll mit allem Möglichen. Er hat da irgendwann mal Saatgut reingeschmissen, erzählt er. Und das sieht man. Aber obwohl es für mich aussieht wie ein wild gewachsenes Durcheinander, konnte er mir genau sagen, welche Pflanze was ist.



    Er hat für das Treibhaus ein eigenes Bewässerungssystem entwickelt – einen Gartenschlauch oben aufs Dach gelegt, damit das Wasser erwärmt wird und sich ein Kreislauf entwickelt, der auch dafür sorgt, dass das Treibhaus immer warm ist. Als ich die Wiese mit den Apfelbäumen sah, war ich endgültig sicher, in einem anderen Land zu sein – auf einem anderen Planeten.
    Das kam alles so ungefiltert auf mich zu, Wahnsinn!
    Endlich standen wir vor den Bienenvölkern, vier an der Zahl. Eigentlich hatte mein Kollege einen Unterschlupf für sie gebaut. Aber sie zogen es vor, sich in einfachen Transportkästen aus Styropor einzurichten, die er dann grün anmalte. Gefühlte 100 Bienen flogen im Umkreis von einem Meter um die Kästen herum. Ich stand zwei Meter davon entfernt und war fasziniert. Ab und zu huschte mal eine Biene an mir vorbei. Angst hatte ich nicht. Obwohl wir keine Schutzkleidung tragen. Und obwohl der „Herr der Bienen“ eine Bienenstichallergie hat. Ich erinnere mich noch gut an Umfang und Farbe seines Kopfes, als er einmal gestochen wurde. Ich sage nur: Medizinball. Diese Bienenvölker seien schon Nachfahren des ersten Volks, das er bei sich zu Hause hat, erklärte er mir.

    Während wir weiter gingen erzählte er mir von dem Land, das er verpachtet hat. „Benutz keine Pestizide!”, hat er seinem Pächter immer kund getan.



    Und dann stand ich plötzlich vor dem Riesending, das schon von der Straße her zu sehen war. Man sieht sowas oft in Wildwestfilmen. Da stehen die Dinger in Wüstenlage und die Metallfähnchen drehen und wehen vor sich hin.
    Ich wusste bereits, dass das ein Windrad ist. Wofür es mein Arbeitskollege brauchen könnte, wusste ich nicht. Bis er mir erklärte, dass es sich um ein Windkraftwerk handelt, das schon bald wieder Wasser pumpen soll!
    Ich war nicht mehr in der Lage der Faszination zu entkommen.



    Zum Abschluss zeigte mir der „Herr der Bienen“ noch seinen eigenen kleinen Unterschlupf. Zwischen Hühnerleiter, Einweckgläsern und selbstgebautem Insektenhotel standen zwei Stühle und ein Tisch.

    Auf eine Tasse Tee darf ich immer gerne vorbeikommen sagte er, und ich sicherte ihm dieses zu.
    Mir auf die Schulter klopfend sagte er auf Wiedersehen, und ich ging mit einem verdammt guten Gefühl zurück nach Hause.
    Was ich schliess und endlich mit diesem Artikel sagen möchte: Wir sind nicht alleine. Es gibt Menschen, die haben schon lange mit dem begonnen, was alle machen müssen. Zurück zum Einfachen, zum Kleinen! Wieder das Ursprüngliche spüren. Die Natur braucht keine Parteien, keine Aktien, keine Pharmaindustrie, sie braucht keine Menschen! Aber wir brauchen die Natur und es wird Zeit, auszuschwärmen. Überall in der Welt!
    Vereinigt euch und gebt den Bienen und damit uns eine Chance!
    Quelle


    Leider aber mehren sich solche Berichte:

    Bienensterben – Es nimmt dramatische Ausmaße an – 20 MILLION Bees Have Died

    Immer wieder haben wir letztes Jahr über das Sterben der Bienen berichtet. Dieses Jahr sind bereits Millionen von Bienen verendet. Viele Obstbäume werden in diesem Herbst wohl keine Früchte tragen, weil sie nicht bestäubt wurden. Werden wir bald Verhältnisse wie in China haben und müssen mit der Pinzette das Bestäuben übernehmen?
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    LG Angeni
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    Renommee: 377830
    Rolle der Wildbienen bisher oft unterschätzt


    Um der Öffentlichkeit das Thema Wildbienen nahe zu bringen, wird seit 2013 die „Wildbiene“ des Jahres gewählt – eine Wildbienenart, deren Lebensweise besonders spannend und die für Laien gut erkennbar ist.
    Versuche zeigen, was Wildbienen zu leisten im Stande sind.

    Wildbienen sind einer breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Seit 2013 haben der Arbeitskreis Wildbienen-Kataster am Stuttgarter Naturkundemuseum, die Landesanstalt für Bienenkunde sowie die Imkerverbände Badens und Württembergs mit der Wahl der “Wildbiene des Jahres” stellvertretend eine Wildbiene vorgestellt, deren Lebensweise besonders spannend und die auch für Laien gut zu erkennen ist. Im vergangenen Jahr war das die Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolor), in diesem Jahr wurde die Gartenwollbiene (Anthidium manicatum) zur Wildbiene des Jahres gewählt.

    Von den weltweit rund 25.000 Bienenarten zählen nur neun zu den Honigbienen, davon stammen acht aus Asien und eine aus Afrika. Wildbienen leben in der Regel nicht als Volk zusammen, sondern sie sind Einzelgänger (Solitärbienen). Eine Ausnahme sind die Hummeln, die kleine, einjährige Völker bilden. Wildbienen bauen keine Waben und produzieren keinen Honig, trotzdem sind sie für uns von unschätzbarem Wert. Tomaten, Äpfel, Zwetschgen, Mandeln – weltweit müssen viele Kulturpflanzen auch von wildlebenden Insekten bestäubt werden.
    Eine internationale Studie unter Federführung der Leuphana Universität Lüneburg, der Universität Würzburg und der Universität Rio Negro in Argentinien untersuchte die Rolle der Honig- und Wildbienen bei der Bestäubung. Auf über 600 Anbauflächen in 19 Ländern verschiedener Kontinente wurden von den Forschern Häufigkeit und Artenvielfalt der blütenbesuchenden Insekten und der Fruchtansatz zur Ernte protokolliert.
    Das Ergebnis der Studie war erstaunlich, denn die wildlebenden Insekten hatten in allen Untersuchungsflächen einen positiven Effekt auf den Fruchtansatz, wesentlich mehr Blüten wurden zu Früchten, die teilweise auch deutlich größer waren als bei alleiniger Bestäubung durch Honigbienen.
    Seidenbiene (Colletes similis)

    Wildbienen scheinen effizienter zu „arbeiten”. Sie sind oft kleiner -manche Arten sind nur wenige Millimeter groß- und kommen besser in die Blüten hinein, der gesammelte Pollen wird von ihnen nicht verklebt und kann deswegen leichter auf der Blütennarbe verteilt werden. Sie besuchen auch Schattenblüten, während die Honigbiene Sonnenblüten bevorzugt, sie bestäuben auch bei schlechtem Wetter oder zu anderen Tageszeiten.
    Die Honigbiene scheint die Bestäubung der wildlebenden Insekten zu ergänzen. Für einen optimalen Ertrag sollte man also auf beide setzten, denn die gängige Praxis, Honigbienen gezielt in Kulturen wie Raps, Sonnenblumen, Obstplantagen oder anderen einzusetzen, sichert nach den aktuellen Ergebnissen nur einen Grundertrag. Honigbienen bestäuben auch diese Monokulturen, die für viele Wildbienen als Lebensgrundlage aber nicht ausreichen. Sie sind auf Artenvielfalt für ihre Nahrung und Nistplätze angewiesen, und beides darf auch nicht zu weit voneinander entfernt sein, denn Wildbienen bauen die Nistplätze oft in einer Entfernung von nur einigen hundert Metern von den Blütenpflanzen. Das können die heutigen Agrarlandschaften in der industriellen Landwirtschaft oftmals nicht leisten, es ist wenig Platz für Blütenpflanzen am Rande oder im Feld, wenn jeder Zentimeter gewinnbringend genutzt werden muss. Wir brauchen den Schutz und die Schaffung naturnaher Lebensräume, blütenreicher Landschaften, Blühstreifen und Hecken und vielfältige Fruchtfolgen, um wildlebende Bestäuber zu erhalten.

    Die Landwirtschaft könnte höhere und stabilere Erträge erzielen, wenn sie die Bestäubungsleistung von wildlebenden Insekten optimal nutzen würde. Ökonomen und Ökologen haben ausgerechnet, dass 2009 der globale Wert der Bestäubung durch Insekten 153 Milliarden Euro betrug. Anreiz genug, die Bedürfnisse von Wildbienen viel stärker zu fördern als bisher.
    Das geschieht bereits in kleinen Feldversuchen, zum Beispiel in der Oberrheinebene in Baden-Württemberg. Wer die Oberrheinebene kennt, der weiss, dass dort Jahr für Jahr große Flächen Maismonokultur angepflanzt werden, was sich erst in den letzten Jahren änderte, da der Mais vom Maiswurzelbohrer befallen wurde. Daraufhin ordnete das Ministerium die Fruchtfolge an, d.h. Mais durfte nur noch höchstens zwei Jahre in Folge gesät werden, danach war eine andere Feldfrucht vorgeschrieben. In besagtem Projekt erklärten sich zwei Landwirte dazu bereit, auf mehreren Versuchsflächen verschiedene Blühmischungen auszusäen. Biologen untersuchten die Attraktivität dieser Flächen für Wildbienen (Hummeln und Solitärbienen). Natürlich profitiert auch die Honigbiene von diesem neuen Blütenangebot. Die Biologen konnten eine signifikante Steigerung bei den Wildbienenarten nachweisen, darunter auch Arten, die besondere Ansprüche an das Blütenangebot stellen und solche, die in ihrem Bestand gefährdet sind (Rote Liste Arten).

    Der Versuch wird 2015 fortgesetzt und zeigt, dass man die Wildbienen tatsächlich gezielt fördern kann und das auch tun sollte, um eine stabile Gemeinschaft von blütenbesuchenden Insekten zu fördern.
    Weiterführende Informationen: http://www.wildbienen-kataster.de/lo...ads/wb2013.pdf und http://www.wildbienen-kataster.de/lo...ads/wb2014.pdf


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    Ersatz-Zucker beeinflusst Genaktivität von Bienen

    Das massenhafte Sterben von Bienenvölkern stellt die Wissenschaft vor viele Rätsel: US-Forscher haben nun untersucht,
    was passiert, wenn Bienen statt mit Honig mit Ersatz-Zucker gefüttert werden.


    Ob Bienen in mageren Zeiten mit Saccharose- oder Fructosesirup anstelle von Honig gefüttert werden, beeinflusst erheblich die Aktivität ihrer Gene.
    "Es scheint, dass für Bienen wie für Menschen gilt, dass Zucker nicht gleich Zucker ist – verschiedene Kohlenhydrat-Quellen können im Körper unterschiedlich wirken", wird Gene Robinson von der University of Illinois in Urbana-Champaign in einer Mitteilung der Universität zitiert.
    Das im Fachmagazin "Scientific Reports" vorgestellte Ergebnis stütze die Annahme, dass auch eine unzulängliche Ernährung am weltweiten Bienensterben beteiligt ist.
    Bei ihrer Analyse konzentrierten sich Robinson und Marsha Wheeler auf das Erbgut im sogenannten Fettkörper. In diesem Organ speichern Bienen – ebenso wie viele andere Insekten – Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße, je nach Ernährungssituation schwillt es an oder schrumpft.
    Zudem beschränkten sich die beiden Wissenschaftler auf Sammlerinnen. Diese hätten eine höhere Stoffwechselrate sowie geringere Energiereserven und seien daher stärker von einer kohlenhydratreichen Ernährung abhängig, heißt es zur Erklärung. Effekte seien daher am ehesten bei ihnen zu erwarten.

    Sirup wird oft als Winterfutter verwendet
    Aus Mais oder anderen Pflanzen hergestellter Sirup wird von Imkern oft als Winterfutter verwendet – als Ersatz für die aus den Bienenstöcken entnommenen Honigwaben. Die Genaktivität in den Fettkörperzellen mit Honig gefütterter Westlicher Honigbienen (Apis mellifera) unterscheide sich aber sehr stark von der mit Saccharose- oder Fructosesirup gefütterter Tiere, berichten die Forscher.
    Hunderte Gene seien betroffen, unter anderem bedeutsame Erbgutabschnitte für den Proteinstoffwechsel, die Signalweiterleitung und das Immunsystem. Zwischen Bienen, die mit Fructose oder Saccharose gefüttert wurden, gab es demnach nur minimale Unterschiede.

    Honig hilft beim Abbau toxischer Substanzen
    Eine Studie der Universität hatte zuvor bereits gezeigt, dass im Honig enthaltene Substanzen Gene aktivieren, die beim Abbau potenziell toxischer Substanzen – etwa Pestiziden – eine Rolle spielen. Nun werde deutlich, dass die Folgen noch viel weitreichender seien, erläutern Robinson und Wheeler.

    In weiteren Studien müsse der Einfluss der verschiedenen Aktivierungsmuster auf die Gesundheit geklärt werden. Offensichtlich sei aber schon jetzt, dass Honig bestimmte Nährstoffkomponenten enthalte, die den Ersatz-Zuckern fehlten.
    Die Honigbiene ist an der Bestäubung von weltweit mehr als 90 Feldfrüchten beteiligt. Seit Jahren rätseln Fachleute über das massive Sterben von Bienenvölkern, über das erstmals 2006 berichtet wurde.
    Studien zufolge tragen dazu unter anderem verschiedene Krankheitserreger und Parasiten bei, darunter neben der Varroamilbe (Varroa mites) auch viele Viren. Diskutiert wird zudem ein Einfluss von Pestiziden und Veränderungen des Klimas oder auch der Anbaumethoden in der Landwirtschaft.
    Quelle

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    Neue Studie: Rettet die Bienen – oder die Menschheit wird hungern

    Neue Studie stellt fest, dass der Rückgang an Bestäuberpopulationen Unterernährung aufgrund Vitamin A-Mangels erhöht.
    Deutsch/English Im Januar wurde eine Studie – die erste dieser Art – in der Forscher von 2 Universitäten New Englands, die die sinkenden Zahlen der Befruchter, wie Bienen, mit dem Mangel an lebenswichtigem Vitamin-A in Verbindung brachten, veröffentlicht.
    Insektenbestäubung zählt zu den wichtigen ökologischen Leistungen der Natur. Denn viele Wild- und Nutzpflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen. Seit Jahren verzeichnet man einen deutlichen Rückgang der Honigbienen und Wildbienen, die zu den wichtigsten Bestäubergruppen gehören.
    Der bis heute größte Vergiftungsfall durch Neonikotinoide in Deutschland ereignete sich im Frühjahr 2008. Nach Erhebungen des Landes Baden-Württemberg wurden etwa 11.500 Völker geschädigt. Mit einem Neonikotinoid behandeltes Maissaatgut wurde schnell als Ursache für diese Vergiftungen ausgemacht, was durch chemische Analysen von Bienen- und Pflanzenproben bestätigt wurde.
    Der nachgewiesene Wirkstoff Clothianidin stammte offensichtlich von behandeltem Maissaatgut, bei dem der Wirkstoff nicht ausreichend an den Körnern anhaftete, so dass es zu einem starken Abrieb und einer Akkumulation von Stäuben in einigen Saatgutpartien kam. In der Oberrheinebene wurden zudem pneumatische Sägeräte mit Saugluftsystemen verwendet, die aufgrund ihrer speziellen Konstruktion den Clothianidin-haltigen Staub über die Abluftführung direkt in die Luft und auf blühende Pflanzen, die in der Reichweite der Staubwolke standen, verteilten. Dieses Szenario konnte später auch die Bienenvergiftungen in anderen Ländern plausibel erklären.
    In der neuen Studie überprüften die Wissenschaftler die Ernährung in 4 Ländern, wo Frauen und Kinder unter großer Mangelernährung leiden. Hier gibt es in der Tat einen Zusammenhang zu dem Massensterben von Bienen mit dem Mangel an lebenswichtigem Vitamin-A.

    Rettet die Bienen – oder die Menschheit wird hungern

    Bienen befruchten Pflanzen. Pflanzen ernähren die Bevölkerung. Weniger Bienen (aufgrund von Pestiziden, Verlust des Lebensraums oder Krankheit) bedeutet weniger Nahrung.
    Das hört sich logisch an, aber es hat bis keine wissenschaftliche Bestätigung für diese akzeptierte Annahme gegeben – bis jetzt.
    Das Journal „PLOS ONE“ veröffentlichte diesen Monat eine Studie – die erste dieser Art – in der Forscher von 2 Universitäten New Englands, die die sinkenden Zahlen der Befruchter, wie Bienen, mit dem Mangel an lebenswichtigem Vitamin-A in Verbindung brachten.
    Die Wissenschaftler prüften die Ernährung in 4 Ländern, wo Frauen und Kinder unter großer Mangelernährung leiden: Sambia, Mozambique, Uganda und Bangladesh. Sie überprüften auch die Daten der Lebensmittel, die den Menschen in diesen Ländern üblicherweise zur Verfügung stehen hinsichtlich Vitamin A, Zink, Eisen, Folsäure und Calcium.
    Dann entwickelten die Forscher zwei hypothetische Fallstudien, um die Mangelernährung einzuschätzen: Im ersten Fall waren die befruchtenden Völker völlig intakt, im zweiten waren Bienen und andere Befruchter völlig verschwunden. Seitdem die Zahl der Bienenvölker – es begann vor fast 10 Jahren – weltweit zu kollabieren anfing, haben Forscher einige Umweltprobleme benannt, die diesen kleinen Tieren, die ein Drittel der Nahrung der Welt befruchten, das Leben schwer machen. Dazu gehören ein Bakterium, das komplette Stöcke angreift, der Verlust des Lebensraumes und eine Klasse weithin gebräuchlicher Pestizide, die Neonikotinoide.
    Die Forscher fanden heraus, dass ohne das gesunde Vorhandensein an Bestäubern das Potential für Vitamin-A-Mangel wuchs, abhängig von der Essgewohnheit eines Menschen,

    In Sambia bekommen Kinder das Vitamin-A über Obst und Gemüse, die von Bestäubern abhängig sind aber auch von anderen Lebensmitteln. Deshalb war das hypothetische Fehlen kein ernsthaftes Problem. In Bangladesh hatte das Entfernen der Befruchter keine großen Auswirkungen – aber nur, weil die Bevölkerung dort bereits hungert.
    In Uganda jedoch stieg der Mangel um 15 Prozent und in Mozambique sogar um 56 Prozent.
    Die Werte des Calcium-, Zink-, Eisen- und Folsäure-Mangels blieben in beiden Szenarien mehr oder weniger gleich.
    Diese Entdeckung lässt die Alarmglocken der öffentlichen Gesundheitswesens schrillen. Jährlich „ist Vitamin-A-Mangel Ursache für geschätzte 800.000 tote Frauen und Kinder, incl. 20-24 Prozent der Kindersterblichkeit an Masern, Diarrhö und Malaria und 20 Prozent der Gesamt-Frauensterblichkeit während der Mutterschaft“, schrieben die Wissenschaftler. „Es ist anzunehmen, dass die Sterblichkeitsrate, verursacht durch allgemeine Krankheiten, wie Masern, Diarrhö, sich verdoppelt. während sich das Risiko, während der Mutterschaft zu sterben um das 4,5-fache steigert“.

    Die Forscher bestätigen, dass es keinerlei Hinweise auf das völlige Aussterben der Bienen und anderen Bestäubern in diesen oder anderen Ländern gibt – auch wenn in den letzten Jahren ein ernsthafter Rückgang der Bienenpopulationen stattgefunden hat.
    Das setzt aber in keiner Weise die Wichtigkeit dieser Entdeckungen herunter. „Schäden im Ökosystem können Schäden bei der menschlichen Gesundheit verursachen“, so Taylor Ricketts, Professor an der Universität Vermont und ein an der Studie Mitwirkender sagte „das Bewahren kann angesehen werden wie eine Investition in die öffentliche Gesundheit“.
    Studie auf Englisch: Do Pollinators Contribute to Nutritional Health? Published: January 9, 2015
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    Bayer zieht BUND vor Gericht

    Honigbienenvölker sind durch Neonikotinoide bedroht



    Der Pestizidhersteller Bayer Cropscience hat eine einstweilige Verfügung gegen den BUND erwirkt. Der Grund: Der BUND veröffentlichte Anfang Dezember 2014 einen Einkaufscheck zum Verkauf von Pestiziden in Bau- und Gartenmärkten. Darin kritisierte er unter anderem zwei Produkte von Bayer Cropscience, die den Wirkstoff Thiacloprid enthalten. Der BUND hält diese Produkte für bienengefährlich und stützt sich dabei auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Bayer beruft sich dagegen auf ihre behördliche Zulassung, nach der sie als "bienenungefährlich" eingestuft werden. Zudem vermarktet Bayer diese beiden Pestizide mit einem Logo "nicht bienengefährlich" – der BUND bezeichnet dies in seiner Studie als Verbrauchertäuschung.


    Der Wirkstoff Thiacloprid, ein so genanntes Neonikotinoid, beeinträchtigt nach neuesten Forschungen das Navigationsgedächtnis von Honigbienen, stört deren Tanzkommunikation und reduziert die Sammelaktivität der Pollen. Der BUND will sich von Bayer Cropscience nicht verbieten lassen, auf diese Gefahren für Bienen hinzuweisen, ohne immer gleichzeitig auf die behördliche Zulassung der beiden Produkte als "bienenungefährlich" hinweisen zu müssen. Daher hat er am 9. Januar 2015 Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Düsseldorf eingelegt. Ein Gerichtstermin ist für den 23. Februar 2015 angesetzt.
    Zum Hintergrund: Neonikotinoide sind Nervengifte, die bei Insekten die Reizweiterleitung blockieren und von der Umwelt zudem schlecht abgebaut werden. Sie stehen in dringenden Verdacht, das weltweit zu beobachtende Bienenvölkersterben mit auszulösen. Deshalb hat die EU-Kommission zum 1. Dezember 2013 bereits europaweit die drei Neonikotinoid-Wirkstoffe Clothianidin, Thiomethoxam und Imidacloprid für alle bienenrelevanten Kulturen für zwei Jahre vom Markt nehmen lassen.

    Klicken:
    Wie Pestizide (Neonicotinoide) die Navigation,die Tanz-Kommunikation und das Lernverhaltenvon Bienen verändern
    Mehr Informationen




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