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Thema: Worauf es ankommt!

  1. #1
    Neuer Benutzer Avatar von chiquetet
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    Worauf es ankommt!

    Ich habe mir mal etwas Zeit genommen und einen Artikel geschrieben, der gleichzeitig ein Rundumschlag, ein Friedensangebot und ein Weckruf ist. Sowas in der Art.

    Er beginnt so:

    Verschwörungstheorien haben spätestens in der Tiefe immer eine gewisse Ambivalenz und es ist schwer, zur absoluten Wahrheit vorzudringen, falls es sie überhaupt gibt, was zu vielen unnötigen Reibereien unter Wahrheitssuchenden führt. In jedem Fall lassen sich doch einige zentrale Feststellungen über die globalen Verhältnisse und das Zeitgeschehen machen, die den Mainstreammedien widersprechen, aber nichtsdestotrotz alles andere als an den Haaren herbeigezogen sind. Im Folgenden soll unter Berücksichtigung der am weitest verbreiteten Theorien und der populärsten alternativen Wege der Fokus auf den Kern der aktuellen Probleme und auf ihre Lösungen gerichtet werden.

    Den Rest und zwei Videos von Paul Hawken und David Icke gibt es hier: http://www.we-are-change.de/2012/11/...uf-es-ankommt/

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von zottel
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    Hallo chiquetet,

    da ist dir ein wirklich großartiger Artikel gelungen, der imgrunde alles und das wichtigste auf den Punkt bringt.
    Es ist schön zu lesen, dass es Menschen gibt, die so denken, empfinden und leben (möchten) und die erkennen,
    vor allem aber auch ihre Erkenntnisse verbreiten.

    Danke fürs Teilhabenlassen.

    LG
    zottel
    "Immer weigere ich mich, irgendetwas deswegen
    für wahr zu halten,
    weil Sachverständige es lehren, oder auch,
    weil alle es annehmen.

    Jede Erkenntnis muss ich mir selbst erarbeiten.
    Alles muß ich neu durchdenken, von Grund auf,
    ohne Vorurteile."


    Albert Einstein (1879-1955)

  3. #3
    SPARTIAT
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    Herzlichen Dank chiquetet!

    Sehr schön....

    Wir sind eins = Wir sind alle miteinander verbunden

  4. #4
    Super-Moderator Avatar von Stone
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    Freiheit ist die Kunst, NEIN zu sagen!

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  5. #5
    Super-Moderator Avatar von Stone
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    Liebe



    Liebe


    Was ist Liebe? Diese Frage wurde schon unendliche Male gestellt. Wir würden der Antwort deutlich näher kommen, wenn wir uns eingestehen würden, dass wir nicht wissen, was sie ist und was sie bedeuten soll.

    Die Liebe stört unsere mechanische Welt. Wir werden erzogen zu funktionieren wie Maschinen. Doch etwas in uns lässt das nicht zu. Wir arbeiten nicht wie Sklaven, wir gehorchen nicht wie Schafe, wir benehmen uns nicht wie Monster. Jedenfalls nicht jeder. Es gibt etwas, das uns davon abhält. Gefühle, Liebe, oder wie auch immer man "es" nennen mag. Sieht man in die Welt hinaus, sieht man nicht das Paradies. Milch und Honig fließen hier nicht, Blut und Schmerz ist, was wir haben. Mehr als genug. Die die genug materielle Dinge haben, wollen mehr, die die nichts haben, bekommen nicht mehr. Die einen hungern, die anderen mästen sich. Wieso ist noch nicht alles zusammengebrochen? Wieso haben die bösen Mächte uns noch nicht vollständig versklavt, unser aller Hirne gewaschen, ihre Weltregierung installiert und orwellsche Zustände a la "1984" wahr gemacht?

    Meine Antwort darauf ist die Liebe. Sie ist überall und in jedem von uns. Jeder der meint, sie sei nur Chemie oder Elektronen in unserem Hirn, kann sie nicht verstanden haben. Ich gehe so weit zu sagen, sie ist das einzige, mit allen anderen Gefühlen, was wir wirklich wissen. Das einzige was wir wirklich und ehrlich sagen können ist das was wir fühlen. Unsere Gedanken können falsch sein, uns belügen und manipuliert werden. Deshalb wissen wir nur, was wir fühlen, weil wir sicher sind, dass das Gefühl existiert. Wir wissen sonst garnichts.

    In der Medizin, der Physik, der Astronomie, der Biologie. Gar nichts wissen wir! Zu jeder Studie gibt es eine Gegenstudie. Zu jeder Theorie eine Gegentheorie. Das meiste ist überhaupt nur eine Theorie. Urknalltheorie, Evolutionstheorie... Am Anfang soll alles geknallt haben und aus dem Nichts sind wir erschaffen, wir haben keine Ahnung woher die Gravitation kommt und plötzlich ist da auch noch die Quantenphysik, welche alles auf den Kopf stellt. Wir müssen uns eingestehen, wir haben keine Ahnung vom Universum! Wir verstehen weder unseren Planeten, noch die anderen Planeten, die Sonne oder gar das Universum. Ihr schlauen Forscher da draußen, die ihr nur von Forschungsgelder lebt und die Wissenschaft schon lange verraten habt, was könnt ihr sagen, wisst ihr mit Sicherheit??

    Zeit wäre es anzufangen uns selbst endlich kennenzulernen. Wenn wir uns selbst kennen, dann können wir anfangen über andere Dinge zu reden, vorher hat das keinen Sinn.
    „Was wir wissen, ist ein Tropfen; was wir nicht wissen, ein Ozean. - Isaac Newton
    Isaac Newton war Physiker, Mathematiker, Philosoph, Astronom und Alchemist. Ein Zitat wie dieses von einem Wissenschaftler wie er einer war, sagt viel über unser Wissen aus.

    Unsere endlose Arroganz, unsere endlose Einbildung etwas Intelligentes, Besonderes oder gar Wichtiges zu sein! Wir sind nur ein paar Milliarden Geschöpfe auf einem Planeten und haben Glück, dass uns noch kein Asteroid oder Polsprung ausgelöscht hat. Aber das schaffen wir bestimmt ganz ohne fremde Hilfe !


    So genug geschimpft. Ich habe viele Fragen über die Liebe, vielleicht hat jemand die selben Fragen oder sogar ein paar gute Denkansätze dazu..

    Kann man mehr als einen Menschen so lieben wie man seinen Partner liebt?
    Wenn ja, und ich weiß nicht ob es möglich ist, sind Dinge wie Eifersucht und monogame Beziehungen überflüssig.

    Gibt es eine universelle Liebe, die alle Menschen umfasst und in der sich alle Menschen lieben können?
    Ich glaube ja. Je offener und befreiter man wird, desto mehr fallen Barrieren zwischen anderen Menschen. Sie werden vom Feind zum Freund. Barrieren sind von der Gesellschaft erschaffen und existieren nur in unsern Köpfen.
    Wieso wehren sich die Menschen so sehr gegen die Liebe, kennt sie doch jeder zur Mutter, zum Vater, zu den Geschwistern, zur Familie, zu seinen Freunden und zu seinem/seiner Geliebten?

    Wie könnte eine Welt aussehen, in der nicht Hass, Gier, Eifersucht und Gewalt herrschen, sondern Mitgefühl, Toleranz, Verständnis und Freundschaft?

    Wieso bekämpfen, wenn es zusammen so viel einfacher und schöner ist?
    Die Logik kommt hier nicht weit. Logisch ist nur, dass wir so wie bisher nicht mehr lange weitermachen können.

    Den größten Fehler, den wir alle machen, ist zu versuchen die Liebe zu verstehen. Gefühle sind Herzsache. Gedanken sind Kopfsache. Man kann weder Gefühle verstehen, noch Gedanken fühlen. Das ist als würde man eine Kassette in ein CD-Laufwerk stecken. Wird nicht funktionieren! Wir kennen aber nichts anderes mehr, als zu denken. Gefühle sind "uncool", "schwul", "weichlich" etc.. doch wie weit haben uns unsere Gedanken gebracht? 2 Weltkriege, der 3. steht nicht weit vor der Tür.

    Ich wollte diesem Artikel ein Bild hinzufügen, doch ich kam auf kein passendes Motiv. Wie stellt man Liebe dar? Ist es ein Kuss, eine Umarmung? Ein Herz oder ... die Leber? Am besten man stellt sie gar nicht dar. Was man nicht sehen kann, soll am besten auch nicht bildlich dargestellt werden.

    Jetzt kommt der nächste daher und sagt, die Liebe sehe ich nicht und ich kann sie nicht angreifen, das ist alles eine böse Verschwörungstheorie!

    Die Wahrheit wird siegen. Aber schön zu sehen, wie sehr sich die Lügner anstrengen, alles zu vertuschen und zu verharmlosen und scheitern werden. Schön zu wissen, dass es eine Macht wie die Liebe gibt. Nur nicht aufgeben, denn es gibt Hoffnung.
    Quelle : http://franchiseeverybody.blogspot.c.../03/liebe.html
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  6. #6
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    “Buch des Lebens“
    – Das wertvollste Buch über die hermetischen Gesetze


    Alexander Glogg, Niki Vogt und Michael Vogt im Gespräch über das eines der schönsten und liebvollsten Kinderbücher, einem Ratgeber für Kinder, der ihnen die Zusammenhänge des Lebens erklärt und veranschaulicht.

    Das vermittelte Wissen gibt ihnen die Möglichkeit, den Problemen und Konflikten im Leben mit Gelassenheit entgegenzutreten, um diese harmonisch zu lösen und zu meistern. Die Freiheit unseres Geistes erlaubt uns, die Welt hinter den Welten auf unterschiedlichste Weise zu erkennen und zu erfahren. Die Kinder lernen sogar, das Unmögliche möglich zu machen – mit Willenskraft.
    Erzählt wird die Geschichte des Waisenjungen Tim, der bei seiner Großmutter aufwächst. An seinem zehnten Geburtstag begibt sich Tim auf eine abenteuerliche Reise, um das geheimnisvolle Erbe seiner verstorbenen Eltern zu finden und anzutreten. Der Junge erleidet auf seiner Suche Schiffbruch und wird an einer morgenländlichen Küste angespült. Die Geschwister Fatima und Badu finden ihn und nehmen sich seiner an. Tim erfährt von Fatima und Badu, daß sie ebenfalls Waise sind. Ihre Eltern haben ihnen eine mysteriöse Schriftrolle hinterlassen, in der ihnen das Erbe ihrer Eltern versprochen wird. Die drei Kinder erkennen ihr gemeinsames Schicksal und verbünden sich.
    Die Schriftrolle weist ihnen durch Rätsel den langen Weg zu ihrem unbekannten Ziel. Beim Enträtseln der Verse helfen ihnen «Fosty» Geschichten, die Tim von seiner Großmutter erzählt bekommen hat und an die er sich erinnert. Durch diese Geschichten werden den Kindern die hermetischen Prinzipien des Lebens erklärt. Die drei Freunde erleben auf ihrer Suche viele Abenteuer in der Wüste und müssen sich gefährlichen Situationen stellen, bevor sie den Schatz aller Schätze finden.
    Dieses pädagogisch wertvolle Kinderbuch enthält im Anhang ein umfassendes Nachschlagwerk mit dem die jungen Leserinnen und Leser ihr erlangtes Wissen vertiefen können – das Ziel des Buches ist die praktische Anwendung im alltäglichen Leben.

    Dabei geht es um die sieben zentralen Gesetze der Hermetik

    1tes Gesetz
    das Verständnis: alles ist Geist.
    Nehmen wir z.B. ein sich langsam drehendes Rad eines Fahrrades. Die Bewegung des Rades ist gut sichtbar, aber kein Laut davon erreicht unser Ohr. Wir erhöhen nun laufend die Geschwindigkeit. Nach ei*nigen Augenblicken wird die Bewegung so schnell, daß ein tiefes Brummen oder ein tiefer Ton hörbar wird. Wenn dann die Geschwindigkeit noch weiter wächst, wird ein der musikalischen Tonleiter ange*hörender Ton erzeugt. Bei weiterer Steigerung der Geschwindigkeit kann man den nächstfolgenden Ton ausmachen. Und so werden – einer nach dem andern – alle Töne der Tonleiter hörbar, je mehr die Bewegung sich steigert, desto höher klingen die Töne.
    Wenn die Bewegung schließlich einen gewissen Grad erreicht hat, ist der höchste, für das menschli*che Ohr noch vernehmbare Ton erreicht, der schril*le, durchdringende Ton erstirbt und Stille folgt. Kein Laut des sich drehenden Rades ist noch hörbar, da das Maß der Bewegung so hoch geworden ist, daß das menschliche Ohr die Schwingungen nicht mehr aufnehmen kann. Nach einiger Zeit erreicht das Auge einen flüchtigen Farbschimmer des Rades, das eine trübe, stumpfe, rötliche Farbe angenommen hat. Mit wachsender Geschwindigkeit wird das Rot heller und geht später in Orange über. Dann folgen nach und nach die Schattierungen von Grün, Blau, Indigo und schließlich Violett. (Bis zu diesem Punkt sind alle diese Veränderungen auch sehr gut in einer Düsenturbine eines startenden Flugzeuges zu er*kennen.) Nun erhöhen wir die Geschwindigkeit aber weiter. Das Violett und alle Farben, die das menschli*che Auge aufnehmen kann, verschwinden. Und doch waren alle eben noch da – mit dem einzigen Unter*schied: dem Grad der Schwingung. Das sich drehende Rad erzeugt nun unsichtbare Strahlen, sogenanntes Ultraviolett. Dann beginnen sich besondere, als Röntgenstrahlen bekannte Strah*len zu manifestieren, da sich die Körperbeschaffen*heit des Gegenstandes verändert hat. Wenn das zugehörige Schwingungsmaß erreicht ist, werden Elektrizität und Magnetismus ausgesendet.

    Alles ist – ist nicht; und gleichzeitig ist alles eine Illusion und doch keine. Das Rad ist, ist nicht, ist ALLES und für uns als Mensch doch ‘nur’ ein Rad. Damit es aber ein Rad wurde, musste es seinen Ursprung dar*in finden, daß es eine Information dafür bekommen hat. Es sind deutlich höhere Energien dafür verantwortlich, welche in die tieferen materiellen Ebenen eingewirkt haben und darin enthalten sind und daher auch den manifestierten und disharmoni*schen Energieströmen weit überlegen sind.

    Das menschliche Verständnis, daß Materie existiert, weil wir sie berühren, riechen, sehen, hören und schmecken können, ist relative Wahrheit. Relative Wahrheit beruht auf unserer menschlichen Erfahrung, ohne das ganze Wissen um die absolute Wahrheit dahinter. Absolute Wahrheit ist, „wie der Geist Gottes die Dinge wahrnimmt. Also das ständig verändernde Universum im Vergleich zum dem ewig unveränderlichen Gefäß des Alls eine Illusion darstellt. Alles was ein Anfang und ein Ende hat, ist unwirklich und unwahr, Aus absoluter Sicht gibt es außer dem All nichts Wirkliches. Daher: Der Tod ist nicht wirklich. Er ist nur eine Geburt in ein neues Leben auf der Suche nach höheren Lebensebenen, aufgehoben im unendlichen Geist des Alls.

    2tes Gesetz
    das, was oben ist, ist auch das, was unten ist. Wie im kleinen – so auch im Großen. Im Mikro- wie auch im Makrokosmos. Unterschied ist der Grad der Dichte, Grad des Bewußtseins, Grad der Begrenztheit usw.

    3tes Gesetz
    alles ist Schwingung. Ist durch das Beispiel des Rades absolut glaubwürdig und klar erklärt. Wie kann man einen Krebs herausoperieren, wenn doch der Mensch selbst aus einer verdichteten Schwingung besteht. Wo bitte operiert man die Information aus dem Organismus?

    Oder: Eis, Wasser, Dampf. Fest, flüssig, Gas. Unterschied ist nur die Schwingung. Je tiefer die Schwingung = desto fester und kleiner wird das ganze. Je höher die Schwingung, desto feiner, größer wird der Fokus.


    4tes Gesetz
    alles ist polar. Warm/Kalt, hart und weich, jedes Ding hat zwei Seiten, jede Wahrheit ist halb falsch, hohes C und kleines C, hell und dunkel, Liebe und Angst, Armut und Wohlstand, scharf und stumpf. Alles ist im Gesamten absolut – aber einzeln gesehen nur relativ.

    Klare Unterscheidung zwischen: Polarität und Dualität: Polarität ist die Zweiheit von gleichwertigen, sich gegenseitig ergänzenden Polen, gründen im natürlichen Gleichgewicht der göttlichen Ordnung. Dualität Ist die Zweiheit von gegenteiligen, sich gegenseitig ausschließenden Gegensätzen, verursacht durch Spaltung und Einseitigkeit. Verlassen der göttlichen Ordnung.

    Z. B. Gut und Böse. Böse ist die Abwesenheit des Guten, das Gute ist aber nicht einfach die Abwesenheit des Bösen, sondern entspricht seiner Entsprechung und göttlichen Ordnung. Das Gute kann ohne das Böse existieren, daß Böse aber ist eine Verneinung der göttlichen Ordnung und führt in Spaltung. Krieg ist die Abwesenheit von Frieden, Friede in aber nicht die Abwesenheit von Krieg. Friede kann von sich aus existieren. Krieg nur unter der Verneinung von Frieden. Täter und Opfer, Freund und Feind. Gut und Böse z.B. sind nicht gleichwertige, sondern gegensätzliche Aspekte der Dualität, der Gespaltenheit. In der Dualität gilt immer das Gesetz des Ausgleiches von „zuviel“ zu „zuwenig“. Das Böse hat noch nie etwas Gutes erschaffen, so wie Dunkelheit noch nie Licht hervorgebracht hat. Nicht das Böse erschafft das Gute, sondern der Mensch, der sich nicht vom Bösen beeinflussen läßt. Dunkelheit ist das Gegenteil von Licht, aber Licht ist nicht das Gegenteil von Dunkelheit, denn die Ausgrenzung erfolgte nur von der Seite der Dunkelheit. Nicht das Licht erzeugt die Dunkelheit, sondern die Kräfte, die sich vom Licht trennen und ausgrenzen wollen und dann mit religiösen oder atheistischen Ideologien sich und sein Verhalten zu rechtfertigen.

    5tes Gesetz
    Alles hat einen Rhythmus. Geburt, Leben, Tod und Zerfall. Jahreszeiten. Erschaffung/Untergang. Aufstieg und Fall von Nationen und Geisteszuständen. Einatmen und Ausatmen. Materialismus und Geist. Aktion zu Reaktion. Tag/Nacht. Es gibt keine absolute Ruhe, nichts ist frei von Bewegung. Die Kraft, mit der etwas in die Höhe geschossen wird, wird wieder hervorgebracht, wenn das Geschoß zur Erde zurückkehrt.

    6tes Gesetz
    Nichts geschieht zufällig. Alles hat eine erkennbare Ursache. Werde Spieler statt Figur. Ursache werden, statt Wirkung.
    Manche Menschen sind Sklaven ihrer Abstammung und Umgebung und genießen wenig Freiheit. Sie werden durch Meinungen, Gebräuche und Gedanken der äußeren Welt genauso beherrscht wie von ihren Gefühlen und Stimmungen. Sie spielen ihre Rollen und werden beiseite gelegt, wenn das Spiel vorbei ist. Sie verhalten sich wie Herdentiere. Sie erzeugen nie einen eigenen Gedanken und nutzen nie ihre Kraft, um geistig aktiv zu werden (Ursache = Wirkung) Männliches erzeugen = weibliches empfangen.

    7tes Gesetz
    Alles hat seine männlichen und weiblichen Qualitäten.
    geben = männlich, nehmen = weiblich, agieren = männlich, reagieren = weiblich. Das männliche haucht den weiblichen ideen LEBEN ein. Das ich und das mich.
    Das ICH ist der menschliche Aspekt des SEINS und das MICH ist der Aspekt des Werdens. Ein Proton (männlich) beeinflußt ein Elektron (weiblich) und bilden eine bestimmte Kombination, ein Atom. Verbindung = Schöpfungsakt. Ein Atom wird geboren. Die Vereinigung von Elektronen und Protonen erzeugen Licht, Hitze, Elektrizität, Magnetismus, Anziehungskraft und chemische Verbindungen.


    Diese sieben Gesetze beinhalten alle Weisheiten. Nur unser Verstand muß lernen, sich nicht selbst zu begrenzen. Wenn man weiß, wie ein Gesetz funktioniert, dann kann man es auch beeinflussen. D.h. man kann mit der Anwendung eines höheren Gesetzes die Wirkung eines tieferen auf emotionaler Ebene neutralisieren.
    Hier klicken uns zur Diskusion gelangen

    LG Angeni
    Sonnige Grüsse
    Angeni



    Die Wissenschaft hat die Ganzheit getrennt und je detaillierter man das Atom in seinem
    Kern erforscht hat, desto weiter sind wir von uns selber weg gekommen
    - Angeni

  7. #7
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    Was auch immer du tust, handle klug und bedenke das Ende


  8. #8
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    Die Gesellschaft ist krank

    Bericht entdeckt auf: pravda-tv



    Victoria Beckham schwört auf eine Gesichtsmaske aus Vogelscheiße. Andere gehen nackt in Kuppelshows oder fahren in Unterhosen U-Bahn. Wir sind konsequent dekadent.

    Mehr als 30 Jahre nach der Trauung des britischen Thronfolgers Charles mit der längst unter größter Medienaufgeregtheit verschiedenen Lady Di ist ein verschimmeltes Stück Hochzeitskuchen von dieser Feier in den USA versteigert worden. Immerhin 1375 Dollar erbrachte die makabere Show – guten Appetit wünsche ich nachträglich.
    (Foto: “Die Fledermaus” von Johann Strauß. Tod der Langeweile, koste es, was es wolle: Der Mörbischer “Öl-, Gas- und Diamantenprinz” Orlowsky feiert in farbenfrohen Arrangements bis zum Abwinken)


    Einen höheren Gebrauchswert hat sicherlich das Comic-Heft, in dem erstmals Superman auftrat, deshalb wechselte es kürzlich für 3,2 Millionen Dollar den Besitzer. Dafür muss eine arme, alte Frau lange stricken. Weder alt noch arm ist Victoria Beckham, die zum Erhalt ihrer Schönheit auf „Bird Poop Facial“ schwört, d.h. auf eine Gesichtsmaske aus Vogelscheiße. Da hilft es auch nicht, wenn man liest, dass der Dreck ausschließlich von Nachtigallen stammt und irgendwie gereinigt wurde. Für ihre Schönheit muss/will die Gattin eines doch eher mäßigen Fußballstars eben leiden.



    Geistige Armut

    Wenn man den Zustand einer Gesellschaft an solchen Auswüchsen messen könnte, müssten wir jetzt schon diagnostizieren, dass unsere Zivilisation nicht mehr richtig tickt, doch erfordert die Sorgfalt, sich vor einem solchen Urteil auch noch den Unterbau anzusehen. Schon an dieser Stelle kann allerdings verraten werden, dass das Urteil dadurch nicht besser, sondern eher schlimmer wird.


    Kommen wir vorher noch einmal zurück zu den Leiden der Reichen. Die Jugend des Geldadels versucht die Leere ihrer Existenz gerne damit zu kompensieren, dass sie ihren obszönen Luxus im Internet präsentiert. Unter dem Titel „Rich Kids of Instagram“ macht ein Blogger dies seit einigen Jahren öffentlich. Da wird vor dem Privatjet posiert und die immense Rechnung vom letzten Parfüm-Einkauf oder Restaurantbesuch (ab 100.000 Dollar aufwärts) in die Aufnahmeoptik gehalten.


    In diesem Beitrag ist es aber nicht Thema, dass so etwas möglich ist, sondern, dass es anscheinend nötig ist. Wie (geistig und emotional) arm muss dieser Nachwuchs der Elite sein, wenn er glaubt, sich langfristig besser zu fühlen, indem er andere neidisch macht?



    Kriminalität und Realitätsflucht


    Damit machen sie allerdings beim Fuß-Volk Lust auf einen Lebensstil, der ihnen schon geschadet hat und den dieses sich nie leisten können wird. Sie kreieren so gesamtgesellschaftliche Frustration, Kriminalität und Realitätsflucht. Dafür bedarf es natürlich gar nicht mehr der Instagram-Kids. Das schafft der Niedergang schon ganz alleine.


    Wie könnte es sonst möglich sein, dass die traditionelle Stierhatz in Pamplona inzwischen zu einer weltweit attraktiven Veranstaltung geworden ist? Wohlgemerkt: Nicht der Stier wird dort gehetzt, sondern Tausende von Menschen, die sich diesem Nervenkitzel aussetzen. Automatisch denken wir an S-Bahn-Surfen oder die verabredeten Massenschlägereien von Hooligans. Solche Todessehnsucht gewinnt an Boden, weil sie als ultimatives Gefühl noch die Leere zu füllen im Stande scheint. In diesem Jahr jedenfalls gab es in Pamplona 42 Verletzte, unter ihnen ein Australier, der auf dem 850 m langen Parcours gleich dreimal aufgespießt wurde.


    Zur Selbstschädigung bedarf es aber nicht einmal fremder Hilfe: Geschätzt rund 800.000 meist junge Menschen in Deutschland verletzen sich wiederholt selbst und absichtlich. Die Jugendlichen schildern, dass sie sich gefühlsleer fühlen und nur noch durch Selbstverletzungen intensiv wahrnehmen können[1].



    Die Leere wird prägende Kraft

    Eine andere Variante der sozialen Hilflosigkeit ist ein neuer Trend, sich zu verabreden, ohne Hosen mit der U-Bahn zu fahren. Das Ganze erfährt steigende Beliebtheit, wie es heißt, unter anderem in Brasilien, Israel, USA und Island (hat Island eigentlich eine U-Bahn?). Dass die Unterwäsche vom Designer kommt, ist natürlich selbstverständlich. Spießig wird allerdings darum gebeten, keine knappen Tangas zu tragen.


    Ein Teilnehmer erklärte seine Motivation so: „Ich hatte nichts Besseres vor. Es ist schließlich Sonntag, und ich kann so ein Bier trinken und Spaß haben.“ Als in der hier zugrundeliegenden Zeitungsreportage ein normaler U-Bahn-Reisender in die Truppe gerät, zieht sich der „Normale“ ebenfalls die Hose aus. Begründung: Angezogen sein unter Halbnackten, das wollte er nicht. Keine Chance für die Intakten unter Nackten: Seuchen sind ansteckend. Möge es in der U-Bahn nie zu einem Shitstorm kommen.


    Die Leere wird im Niedergang tatsächlich zur prägenden Kraft, und damit wird der Begriff „Zivilisationskrankheit“ völlig neu definiert: Die Zivilisation ist krank. Vielleicht liegt hier auch die Wurzel für Political Correctness und Bessermenschentum begraben: Gerade die eigentlich konstruktiven und sozial bewegten Menschen können das zwischenmenschliche und menschliche Elend nicht mehr ertragen und versuchen, mit untauglichen, dirigistischen Mitteln gegenzusteuern.



    Heilsbringende Wolkenkuckucksheime

    Dabei sind weder der menschliche Geist noch die Apparate menschlicher Erkenntnis und menschlichen Handelns auch nur ansatzweise in der Lage, auf die Herausforderungen der Gegenwart zu reagieren. Die Umwälzungen unseres Kosmos sind so schnell und gewaltig, dass es weder Patentrezepte noch organisierte Eingriffsmöglichkeiten (egal ob Revolution oder autoritäre Besserwisserei) geben kann. Hoffnung verspräche nur ein grundsätzlicher Wandel unserer Denkstrukturen – worüber es in meinem Buch „Chaos mit System“ immerhin ein ganzes Kapitel Nachdenkenswertes gibt.


    Stand der Dinge ist aber, dass der Mensch für die Achterbahnfahrt ins Unglück auch noch Eintrittsgeld bezahlt. Gesucht wird die Abkehr von traditionellen Werten, die ersetzt werden durch den Glauben an heilsbringende Wolkenkuckucksheime, die Anbetung des Nichts und das Zelebrieren der Destruktion. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Für diejenigen unter Euch und Ihnen, die sich nicht mehr an alle meine Beiträge exakt erinnern können, nenne ich nur noch einmal die Stichworte Überforderung, Äußerlichkeiten, Individualismus, Überfluss und Leistungsverweigerung.


    Der Sammelbegriff für all das ist jedenfalls Dekadenz. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben derzeit fast zwei Drittel der 18-24-Jährigen in Deutschland im Haus der Eltern. 1970 lag das Auszugsalter noch bei 20 Jahren. Man wohnt preiswert, Mutter kocht und wischt, das Auto steht ja sowieso vor der Tür, und die Nacht wartet nur auf das Videogame oder den Clubbesuch. Man glaubt ein Überflieger sein, aber meistens reicht es nur zur Couch-Potato. Das ist inzwischen so institutionalisiert, dass in Berlin sogar schon jedes zehnte Neugeborene mit mehr als 4000 Gramm besorgniserregend übergewichtig ist.



    Denken?

    Was denken also die Leute, die ihren Wonneproppen beispielsweise „Isla Rowan“ nennen und ihm zur Geburt auch noch einen Halloweenanzug schenken lassen? Was denken die alten Männer, die sich mit Viagra und Testosteron aufpeppen, weil sie nicht akzeptieren, dass das Nachlassen der sexuellen Aktivität dem Alter angemessen und zum Erhalt der eigenen Gesundheit notwendig ist? Was denkt sich ein Fernsehsender, der in einem Kreißsaal (mit Unterstützung der Klinikleitung) eine Realityshow dreht, oder der in einer nackt auszutragenden Kuppelshow die Kandidaten banalste Sätze sagen lässt und das Ganze dann auch noch ein „anspruchsvolles Sozialexperiment“ nennt?

    All diese Menschen denken – und das ist das Problem – nicht viel und vor allem nicht genug. Sie sind strukturelles Opfer des Niedergangs, also eines Chaos’ mit System. Mehr als alles andere zeigt diesen Prozess ein Text, der als Kettenmail und im Internet schon einige Zeit unterwegs ist und der diesen Post anstelle des gewohnten Fazits beschließen soll:
    „Wer als Kind in den 50er, 60er oder 70er Jahren lebte, kann kaum glauben, dass er so lange ohne mentalen Zusammenbruch überleben konnte. Beim Straßenfußball durfte damals nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen. Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere, sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung. Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar, und keiner konnte sich verstecken. Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel. Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas! Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms. Wir hatten Freunde. Wir trafen sie ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns, und keiner holte uns … Wie war das nur möglich? Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren, und wir hatten nicht mal ein Handy dabei. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Und mit alldem wussten wir umzugehen.“

    Quelle

    LG
    zottel
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    Das ist so krass o.O

    Ich weiß nicht so recht wohin damit. Wenn es nicht passt kann es gerne verschoben werden oder einfach löschen. Aber schaut euch das mal an!



    lg

  10. #10
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    AW: Worauf es ankommt!

    Warum wir dringend mehr Philosophie brauchen

    Stephan Schleim


    Auguste Rodin: Der Denker. Bild: CC0
    Replik auf Winfried Degens Polemik gegen das Philosophiestudium


    Kann ein Bäcker die Arbeit eines Schusters beurteilen? Oder eine Fußballerin die einer Tennisspielerin? Vielleicht teilweise. Aber man sollte sicher nicht nur eine fachfremde Person fragen, um einen vollständigen Eindruck zu bekommen.
    Kürzlich schrieb Winfried Degen, nach eigenem Bekunden Nichtphilosoph, hier einen "Brief an einen jungen Philosophen". Dieser richtet sich an einen jungen Mann in der Familie, vielleicht ist es ein Neffe oder ein Enkelsohn, der sich für ein Philosophiestudium entschieden habe. Deshalb sah sich Degen dazu veranlasst, mit seinem Brief "das Schlimmste zu verhindern" und seinem Familienmitglied wichtige Lebens- und Studiertipps zu geben.


    Das Wohl des Arbeitsmarkts

    Degens Brief steht unter der Prämisse, dass jeder "talentierte Mensch", der an Stelle einer Natur- oder Ingenieurwissenschaft ein Studium in einem Fach wie Philosophie wählt, "ein schwerer Verlust für unser Land" sei. Schließlich bedrohe doch der Mangel an guten Fachkräften die deutsche Wirtschaft. Der informierte Telepolis-Leser vermutet jedoch seit Längerem, dass das mit dem ewig beklagten Fachkräftemangel zumindest teilweise geschickte arbeitgeberfreundliche Propaganda ist:
    Einerseits haben Arbeitgeber nämlich immer ein Interesse daran, dass sich auf ihre Stellen besser zehn, zwanzig oder gar hundert Menschen bewerben anstatt nur zwei oder drei. Ab wann können wir sinnvollerweise von einem Mangel sprechen? Andererseits lässt sich mit dem Horrorszenario eines Wirtschaftseinbruchs wegen unbesetzter Stellen womöglich auch ein späteres Renteneintrittsalter rechtfertigen (Fachkräftemangel: Mehr Schein als Sein?). Arbeiten bis 70 für den Wirtschaftsstandort Deutschland?
    Ich will hier nicht die herrschende Arbeitspolitik diskutieren. Dafür bin ich auch gar nicht qualifiziert. Ich will nur darauf hinweisen, dass Degens Brief schon in seinen Voraussetzungen zweifelhaft ist. Ähnlich verhält es sich mit seinem Loblied auf das Taxifahren, das viel nützlicher sei als Philosophieren. Das passt schon allein aus dem Grund nicht gut in Degens Bild, weil die von ihm so hochgelobten Absolventen der Natur- oder Ingenieurwissenschaften mit ihren Apps wie Uber das traditionelle Taxifahrertum in den nächsten Jahren wahrscheinlich platt machen werden.
    Wenn wir also den Philosophiestudenten als Verlust für die Wirtschaft ansehen, dann können wir neue Apps ebenso als Verlust für das traditionelle Personenbeförderungssystem ansehen. Worauf ich hinaus will: Es ist alles eine Frage des Standpunkts. Des Einen Nutzen kann schnell des Andern Schaden sein. Warum Degens Standpunkt der Beste ist und für junge Menschen, die ein Studienfach wählen, verbindlich sein soll, begründet der Autor jedenfalls nicht.
    Halten wir daher fest: Was Winfried Degen voraussetzt, ist vielmehr eine Hypothese, die man erst einmal belegen müsste. Und mit den Beispielen hakt es auch ein wenig. Dabei sind wir noch nicht einmal auf seine stillschweigende Voraussetzung eingegangen, dass Wirtschaftswachstum wichtiger als Bildung und persönliche Entwicklung ist.
    Und die Jugend mit dem Argument überzeugen zu wollen, bei der Studienwahl den Interessen der deutschen Wirtschaft dienen zu müssen, erinnert mich eher an düstere Zeiten. Zeiten, in denen der Wunsch des Individuums gegenüber einem wie auch immer verstandenen Allgemeinwohl nicht viel zählte. In Ländern wie China soll es ja heute noch so zugehen. Ich weiß nicht, ob es die Menschen dort viel glücklicher macht, sich für das Land aufzuopfern. Sie tun es wahrscheinlich vor allem, weil sie anders bestraft würden oder ihre Lebensgrundlage verlören.
    Ist nun aber die Philosophie so ein "unnützes Unternehmen", wie Degen es behauptet? So unnütz, dass er sich dazu veranlasst sieht, seinen jüngeren Familienangehörigen S. von dem Wunsch abzubringen, in der Stadt B. Philosophie zu studieren. Und wenn der sich nicht ganz davon abbringen lasse, dann könne man vielleicht noch Schadensminimierung betreiben.


    Autobiografisches Intermezzo

    Dabei ist vielleicht interessant zu erwähnen, dass ich mich selbst einmal für das Fach Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Karlsruhe eingeschrieben hatte - und den Studienplatz auch bekam. Also ein äußerst "nützliches" Fach im Sinne Degens. Das war damals meine erste Wahl gewesen. Aus für mich unvorhersehbaren Gründen landete ich dann aber mit einer Einschreibung im Fach Philosophie an der Universität Mainz. Wahrscheinlich hätte ich nie für Telepolis angefangen zu schreiben, wenn ich Diplom-Wirtschaftsingenieur geworden wäre.
    Aus dem erst als Überbrückung gedachten Semester wurden dann neun, die mit einem Magisterabschluss endeten. Es war Liebe auf den ersten Blick: In der Erkenntnistheorievorlesung der heute in Bonn lehrenden Elke Brendel beschäftigten wir uns etwa mit Fragen, was Wahrheit ist, was Wissen und unter welchen Umständen wir etwas von der Welt wissen können. Ich war beispielsweise fasziniert davon, dass sich schon Aristoteles Gedanken darüber gemacht hat, was eine sinnvolle Ontologie für die Unterteilung der Welt in verschiedene Kategorien ist.
    Dieses Denken beeinflusst nicht nur alle Naturwissenschaften bis heute, sondern spielt beispielsweise auch beim objektorientierten Programmieren eine Rolle. Und bei künstlicher Intelligenz ist es eine große Herausforderung, die Eingabedaten auf die richtige Kategorie abzubilden. Das nennen wir dann Musterkennung. Dafür brauchen wir eine geeignete Taxonomie, also ein System von Kategorien. Und dies hängt wiederum von unseren Zielen ab, also dem, was wir als nützliche Problemlösung ansehen. Philosophen beschäftigen sich damit seit über 2000 Jahren.
    Ein Jahr später kam dann der Bewusstseinsphilosoph Thomas Metzinger dazu. Es gab noch viele andere inspirierende Dozierende an meiner Fakultät. Das Schönste war aber, dass dort nicht nur Standardlehrpläne unterrichtet wurden, sondern sich die Lehrenden aus ihrem Fachgebiet Jahr für Jahr die Themen heraussuchen konnten, die sie auch selbst interessierten. Es gab so viel Abwechslung! Und dass die Geselligkeit der Fachschaft Philosophie, während der durchschnittliche Philosophiestudent doch eher ein einsamer Wolf ist, auch eine Rolle fürs Bleiben spielte, will ich nicht bestreiten.


    Beispiel Deutscher Idealismus

    Aber zurück zu Winfried Degens Text. Erkenntnistheorie, Bewusstseinsphilosophie - davon erfährt man in seinem Brief kein Wort. Als Beispiel für philosophisches "Geschwätz" - das Wort fällt in seinem Text achtmal - zieht er lieber den Philosophen Hegel heran. Dem hält er dann eine Kritik Schopenhauers entgegen. Wobei "Kritik" hier eigentlich das falsche Wort ist: Es ist vielmehr ein persönlicher Zerriss ohne inhaltliche Argumente.
    Ich bin nun beileibe nicht dazu in der Lage, Hegel zu verteidigen. Dazu hätte ich auch gar keine Lust. Man sollte hier aber historisch hinzufügen, dass dieser Philosoph sich gerne auf die Seite der Mächtigen stellte. Das war im frühen 19. Jahrhundert der damals noch siegreiche Kaiser Napoleon, den Hegel in seiner Philosophie als "Weltseele" verherrlichte, später dann das aufstrebende preußische Königreich.
    Der fast 20 Jahre jüngere Schopenhauer ließ es in seiner Berliner Zeit (1820-1831) dennoch auf einen Machtkampf mit dem schon sehr populären Hegel ankommen. So setzte er etwa seine Vorlesungen zeitgleich zu denen des berühmten Konkurrenten. Dass im Ergebnis fast niemand zu Schopi kam, während sich Hegel voller Hörsäle erfreute, überrascht dann eigentlich nicht. Jedenfalls handelt es sich bei dem Duell der beiden nicht nur um einen Streit der Philosophien, sondern auch der Männer. Oder sollte man besser sagen: Großer Egos? Das muss man bei Schopenhauers Äußerungen über Hegel berücksichtigen.
    Wie dem auch sei, sich nach dem Prinzip pars pro toto - ein Teil steht für das Ganze - an einem schon lange verstorbenen Vertreter des angestaubten Deutschen Idealismus abzuarbeiten, also an Hegel, und damit die Philosophie insgesamt als unnützes Geschwätz zu brandmarken, ist kein Beispiel für gutes Argumentieren, also auch nicht für gute Philosophie. Vielmehr nennt man dieses Vorgehen einen Strohmann: Man sucht sich entweder einen schwachen Diskussionsgegner oder entstellt den Standpunkt des Anderen so sehr, dass er sich leicht abfackeln lässt. Das verrät aber viel mehr über die Denk- und Arbeitsweise des Abfacklers als des (scheinbar) Abgefackelten.


    Nützliche Philosophie

    Überhaupt bezieht sich Degen im ganzen Text nur einmal auf einen Philosophen von außerhalb des deutschen Sprachraums, nämlich kurz auf John Locke. Repräsentativ ist das sicher nicht. Das ist ein zweites schwerwiegendes Problem in der Polemik gegen die Philosophie. Dass aber von Degen im Prinzip nur Hegel, die Logik und Sprachphilosophie - zu letzteren beiden komme ich noch - herangezogen werden, ist aber doch recht schräg:
    Denn damit sind in einem Artikel, der wohlgemerkt die Nutzlosigkeit der Philosophie beweisen soll, gerade die nach allgemeinem Verständnis nützlichsten Teile der Disziplin ausgeklammert: nämlich Lebensphilosophie, die an heutigen Unis kaum noch gelehrt wird, dem bereits erwähnten Schopenhauer aber mit seinen "Aphorismen zur Lebensweisheit" schon zu Lebzeiten einige Popularität bescherte, Politische Philosophie und vor allem die Ethik beziehungsweise Moralphilosophie! Wenn Degen also schlussfolgert, die Philosophie sei nutzlos, liegt das vielleicht auch schlicht an seiner beschränkten Auswahl.
    Doch damit nicht genug. Als Beispiel für gute Philosophie zieht der Autor dann nämlich ausgerechnet die Logik heran. Diese setzt er seinem Familienangehörigen, wenn der sich schon nicht vom Philosophiestudium abbringen lässt, so doch ganz oben auf die Empfehlungsliste. Dieser Schachzug überrascht nun in zweierlei Weise: Erstens weiß Degen nämlich von der begrenzten mathematischen Begabung des jungen S., während die Logik - zusammen mit der Philosophie der Mathematik - ausgerechnet der mathematischste Teil der Disziplin ist. Zweitens ist die Logik, ebenso wie die reine Mathematik, gerade nicht für ihre Nützlichkeit bekannt.
    Damit ist beileibe nicht gesagt, dass die Vermittlung logischen Denkens oder reiner mathematischer Kenntnis kein wichtiges Bildungsziel sein kann. Gerade wegen ihrer Schönheit und Nutzlosigkeit im wirtschaftlichen Sinne könnte sie eine l'art pour l'art sein, ein reines Vergnügen als Selbstzweck. Und in diesem Sinne entspräche das Logikstudium der ursprünglichen Bedeutung des Wortes Schule (altgriechisch scholé), nämlich zweckfreier Mußestunden aus purer Leidenschaft. Für den jungen S. wäre es aufgrund seiner Begabungen aber wohl eher eine Tortur.
    Warum ist aber Logik nicht nützlich? Vielleicht kann man hier von einer Unschärferelation sprechen: Je mehr man sich dem Bereich der Logik annähert, desto mehr muss man von konkreten Inhalten abstrahieren. Reine Logik ist schlicht Manipulation von im wahrsten Sinne des Wortes bedeutungslosen Symbolen nach vorgegebenen Regeln. Das heißt, man gewinnt logische Wahrheit um den Preis der Inhaltsleere. Als nützliches Anhängsel der Logik könnte man allenfalls die Argumentationstheorie bezeichnen.
    In der Praxis kommt man damit aber meistens zu dem Ergebnis, dass heutige Reden, etwa von Politikern, gerade nicht sauber argumentieren. Degen tut das ja selbst nicht, wie wir schon gesehen haben. Und mit ihnen auch ein Großteil der vom Autor so hochgehaltenen Natur- und Ingenieurwissenschaften, die vor allem statistische Korrelationen berichten, die irgendetwas nahelegen sollen. Mit gutem Willen könnte man das vielleicht noch als "Schluss auf die beste Erklärung" bezeichnen. Dafür müsste man sich aber mal eingehender mit Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie beschäftigen, denen Degen keine einzige Zeile widmet.
    Zur Sprachphilosophie will ich mich hier im Interesse der Kürze nicht näher äußern. Nur so viel sei gesagt: Degen widmet der Diskussion der Bedeutung des Satzes "Der Ball ist rund" gut ein Drittel seines langen Artikels. Damit ist er selbst philosophisch tätig, also Philosoph. Wenn sein junger Familienangehöriger schon vor Studienbeginn von Degen als "Philosoph" bezeichnet wird, dann ist der auf hohem Niveau philosophierende Autor Winfried Degen sicher auch einer.
    Somit handelt er sich das Problem eines Selbstwiderspruchs ein: Entweder ist Philosophie nutzloses Geschwafel, dann steht aber auch sein eigener Text unter Schwafelverdacht. Oder Degens sprachphilosophischer Teil ist nützlich, dann widerspricht er aber seiner Kernthese von der Nutzlosigkeit der Philosophie. Das nennt man dann einen "performativen Selbstwiderspruch": Indem man etwas tut, widerspricht man gerade dem, was man eigentlich belegen will. Im Übrigen empfand ich die Diskussion der Bedeutung von "Der Ball ist rund" als ein gutes Beispiel für die Erklärung der Funktion von Sprache und in diesem Sinne als nützlich.


    Philosophie und Hirnforschung


    Da sich Winfried Degen dafür entschieden hat, in seinem Brief mit der Autorität seines Alters beziehungsweise seiner Erfahrung zu argumentieren, will ich diese eher persönlichen Ratschläge hier nicht völlig außen vor lassen. So schreibt er Autor dem jungen S. wegen dessen mangelnder Sprachkenntnisse beispielsweise: "Du hast nicht nur zwei linke Hände, sondern, wie ich glaube bemerkt zu haben, auch zwei linke Gehirnhälften, oder mindestens ein hypertrophiertes Sprachzentrum."
    So formuliert ist die Diagnose so pädagogisch zweifelhaft wie bereits der Vorschlag, einem in Mathe nicht begabten Studenten ausgerechnet viel Logik ins Stammbuch zu schreiben. Oder war das vielmehr eine Guerillataktik des Autors, um dem Familienangehörigen den Spaß am Fach zu verderben? Aber fragen wir uns einmal, was hier eigentlich gesagt wird: Der junge Mann habe ein hyper-trophiertes, also übermäßig ausgebildetes Sprachzentrum. Das spräche aber doch gerade für gute Sprachkenntnisse.
    Vielleicht meinte Degen im Gegenteil hypo-trophiert, also unterentwickelt. Doch dann wäre das schon ein recht peinlicher sprachlicher Patzer in einem so oberlehrerhaft daherkommenden Gesamtgefüge. Davon abgesehen halte ich es für übertrieben, von jemandem schon vor der ersten Stunde Philosophieunterrichts ein besonders trophiertes, also weit entwickeltes Sprachzentrum zu erwarten. Das wird sich - bei fleißiger Arbeit und vielleicht auch etwas Talent - schon im Laufe des Studiums von selbst richten.
    Doch wo wir schon bei der Neurologie sind, also dem Teil der Medizin, der sich mit den Erkrankungen des Nervensystems befasst: Wahrscheinlich meint der Autor, wo er zum Verstehen des Denkens eher das Studium der "kognitiven Neurologie" als das der Philosophie empfiehlt, eigentlich die kognitiven Neurowissenschaften. Und wo es wirklich um die Störung von Denkprozessen geht, wären vielmehr die Psychiatrie und klinische Psychologie gefragt.
    Es ist aber doch so, dass die Neurowissenschaften noch gar nicht über die richtigen Kategorien verfügen, den Menschen als fühlendes und denkendes Wesen zu beschreiben, geschweige denn hier viel Neues beizusteuern. Und wo sie es versuchen, da ergänzen sie psychologische Theorien in aller Regel um ein paar statistische Korrelationen mit Gehirndaten, die für sich selbst nichts erklären, sondern vielmehr wieder der Psychologie bedürfen, um erklärt zu werden. Und zur Analyse der Beziehung dieser Erklärungsebenen zueinander kommt schließlich die Wissenschaftstheorie und Philosophie des Geistes ins Spiel.
    Im Übrigen war die für die Hirnforschung äußerst peinliche Willensfreiheitsdiskussion der letzten zwanzig bis dreißig Jahre das beste Beispiel dafür, dass sich der Mensch auf dieser Ebene noch gar nicht verstehen lässt, wenn das überhaupt jemals der Fall sein wird. Mit historischer Kenntnis, die Degner wiederum für nutzlos hält, hätte man auch gewusst, dass ähnliche Argumente in ähnlicher Weise schon im 19. Jahrhundert angeführt - und überzeugend zurückgewiesen wurden. Führende Hirnforscher haben uns schlicht alten Wein in neuen Schläuchen verkauft. War das nützlich? Vielleicht für ihren Geldbeutel.


    Wie erklärt man das Sehen?

    Degner versucht sich aber auch selbst in gewagter Weise als Neurophilosoph: Dort nämlich, wo er das Sehen erklärt. Einmal davon abgesehen, dass hier wohl kaum jemand bestreiten würde, dass Wahrnehmungspsychologie und Neurophysiologie dafür die wichtigsten Disziplinen sind, stellt sich die Frage, wie sich diese Beispiele auf das Verstehen des Denkens übertragen lassen. Darum ging es dem Autor doch gerade. Sehen ist etwas anderes als Denken. Doch die Antwort hierauf bleibt er schuldig.
    Stattdessen handelt er sich Probleme ein, wo er beispielsweise behauptet, wir Menschen sähen mit den Augen und hörten mit den Ohren. Man kann wohl mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es sich hier um einen mereologischen Fehlschluss handelt, also um einen Teil-Ganzes-Fehlschluss. Das Sehen ist eine Leistung des ganzen Wahrnehmungsapparats, wenn nicht gar des ganzen Menschen, und nicht nur des Auges. Das Auge selbst "sieht" gar nichts, sondern registriert Lichtreize. Dabei muss man berücksichtigen, dass "registrieren" im vorherigen Satz eine Metapher ist.
    Zum Glück haben Wissenschaftler aber das Auge und andere Teile des Wahrnehmungsapparats so gut verstanden, dass wir die Metapher ziemlich gut einlösen können: Bestimmte Lichtreize führen zu bestimmten elektrischen Reizen der Sehsinneszellen, also in Stäbchen, Zäpfchen und ein paar Ganglienzellen.
    Dass aber beispielsweise das Farbensehen keine Eigenleistung des Auges und seiner Sinneszellen ist, wissen wir schon deshalb, weil die wahrgenommene Farbe auch von den Farben der Umgebung abhängt und nicht nur von der Wellenlänge des Lichts. Hier kommt es auf höherer Ebene des Gehirns zu einer Integrationsleistung. Wer das noch nicht kennt, der möge selbst im Internet nach Wahrnehmungstäuschungen des Farbensehens suchen. Zwölf faszinierende Beispiele gibt es hier.
    Ein noch deutlicheres Beispiel sind sogenannte bistabile Reize: Zeigt man einer Versuchsperson etwa auf dem einen Auge eine rote, auf dem anderen aber eine blaue, sich drehende Scheibe, dann sieht die Person - nach Lehrbuch - immer nur abwechselnd entweder die rote oder die blaue Scheibe. Mir persönlich fällt auch ein diffuser Zwischenzustand auf, doch darum geht es hier nicht. Vielmehr zeigt es, dass obwohl die Augen permanent im degenschen (also falschen) Sinne dasselbe "sehen", die Person abwechselnd mal das Eine, mal das Andere sieht.
    Den argumentatorischen Ast, auf dem er sitzt, sägt Winfried Degen aber nur einige Zeilen später selbst ab, wo er schreibt: "Sehen heißt die Sinnesdaten, die Impulse aus der Netzhaut interpretieren. Und diese Interpretation hängt selbstverständlich von Deiner Erfahrung und Deinen Kenntnissen ab." Wie bitte, das Auge, von dem es gerade noch hieß, dass es sieht, interpretiert nun auf einmal auch, es hat Erfahrungen und Kenntnisse? Nein, nein und nochmals nein.


    Neurophilosophische Fehlschlüsse

    Ähnlich schief geht die Empfehlung, die Bedeutung von Aussagen wie "Der Ball ist rund" durch Untersuchungen im Hirnscanner zu erfassen. Der Autor selbst räumt ein, dass jeder Mensch (und jedes Tier, das hierzu in der Lage ist, wie etwa sein Hund) wahrscheinlich andere Erfahrungen von Bällen hat. Das wirft die Frage auf, was uns die Untersuchungen unterschiedlicher Repräsentationen von Bällen in den Gehirnen unterschiedlicher Versuchspersonen über das Wesen von Bällen zeigen soll. Und welche Versuchspersonen repräsentieren einen "Ball an sich", welche haben ein falsches Ballkonzept? Sind das etwa keine wissenschaftstheoretisch-philosophische Fragen, die der Forschung nutzen?
    So ähnlich, wie Degen es vorschlägt, hat das übrigens der renommierte Hirnforscher Semir Zeki vom University College London für das Wesen des Schönen versucht. Ein Unterfangen, das, nebenbei erwähnt, der Autor selbst für ausgeschlossen hält: "…was wir als schön empfinden - darüber wird in der Wissenschaft nicht gesprochen." Zeki redet in diesem TEDx-Vortrag über die Neurowissenschaft des Schönen ganze dreizehn Minuten über nichts anderes.




    Und das ist nicht nur Hobby eines älteren Herrn, sondern basiert auf Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften.
    Die Arbeitsweise dieser Forschung ist aber gerade keine Glanzleistung der Hirnforschung, was meine Psychologiestudierenden im dritten Studienjahr in aller Regel schon ganz gut selbst feststellen können. Wo Degen aber empfiehlt, ein Philosoph, der das Denken erklären will, solle auch ein paar Psychologiekurse besuchen, da kann ich ihm nur zustimmen. Die kann sein Familienangehöriger, der junge S., gerne auch beim nicht mehr ganz so jungen S. belegen, nämlich bei mir. Das geht bis auf Weiteres aber nur in der Stadt G. und nicht in B.
    Ich will zum Schluss kommen und muss auch noch das Versprechen des Titels einlösen, warum Philosophie meiner Meinung nach dringender nötig ist denn je. Ich hoffe, dass bis hierhin klar geworden ist, dass Philosophie eine Schulung des kritischen Denkens ist, mit der man die Bedeutung von Wörtern und Aussagen hinterfragen kann; mit der man die Gültigkeit von Argumenten überprüfen kann; dass sie Orientierungswissen geben kann; dass sie uns etwas über die Möglichkeit und Bedingtheit wissenschaftlicher Forschung lehren kann.


    Warum die Ethik so wichtig ist

    Weiter oben habe ich aber auch einmal kurz die Ethik erwähnt, also die Teildisziplin der Philosophie, die sich mit dem richtigen Handeln beschäftigt. Um den breiten gesellschaftlichen Nutzen dieser Form von Philosophie zu verdeutlichen, will ich der Einfachheit halber den Dieselskandal "Made in Germany", also die Täuschungen des Volkswagenkonzerns diskutieren. Damit ist weder gesagt, dass nicht auch andere Firmen täuschen, noch, dass alle Mitarbeiter von Volkswagen täuschen würden.
    Was ich an diesem Skandal psychologisch so interessant finde, ist die täuschende Intelligenz, vielleicht könnte man auch sagen: Täuschungsintelligenz, die Volkswagen in manche seiner Autos gebaut hat. Die im Abgastest niedrigeren Messwerte wurden ja dadurch erzeugt, dass das Auto "erkannte", dass es sich in einer Testsituation befand. Das konnte natürlich nur deshalb gelingen, weil diese gesetzlich reguliert, also hinreichend standardisiert ist. In dieser Situation verhielt sich das Auto dann anders als auf der Straße, sodass die Messwerte zwar niedriger ausfielen, aber nicht mehr realistisch waren.
    Es geht nun nicht darum, dass im vorherigen Absatz Metaphern vorkamen. Autos können nichts erkennen und ob sie sich irgendwie verhalten, das ist auch noch eine offene Frage. Mir geht es darum, dass es sich hier um eine Täuschung höherer Ordnung handelte: Es wurden nicht nur irgendwelche Messwerte gefälscht, sondern die Autos wurden so programmiert, dass das Täuschungsprogramm zur rechten Zeit aktiviert wurde.
    Natürlich steckt hinter diesen Vorgängen menschliche Intelligenz: Es muss Manager gegeben haben, wahrscheinlich mit Kenntnissen aus der Betriebswirtschaftslehre, die die Täuschung im Interesse der Gewinnerzielung entschieden haben. Und es muss Natur- oder Ingenieurwissenschaftler gegeben haben, also Angehörige der laut Degen so "nützlichen" Klasse, die die Täuschung so implementiert haben, dass sie funktionierte und über Jahre hinweg nicht auffiel. Bis irgendwelchen Prüfern dann doch einmal Unregelmäßigkeiten auffielen, die die Täuscher nicht vorhergesehen hatten.
    Diese Angehörigen des Volkswagenkonzerns wussten während der gesamten Planungs- und Ausführungszeit und natürlich auch die ganze Zeit danach, dass sie nicht nur ihre zukünftigen Kunden, sondern auch ihre Kollegen täuschten und belogen. Die Kollegen, die die angeblich sauberen Dieselfahrzeuge mit Stolz zusammenbauen und schließlich verkaufen.
    Die Täuscher wussten zudem oder mussten zumindest wissen, dass dem Vertrauen und Wert des Konzerns großer Schaden zugefügt würde, sobald die Sache auffliegt; dass daran Arbeitsstellen und Existenzen mutmaßlich tausender Menschen hingen, von den Gesundheitsfolgen durch die Schadstoffbelastung ganz zu schweigen.
    Die verantwortlichen Personen wussten also, dass sie täuschen, und dass dies gravierende Folgen haben würde. Dennoch taten sie es.
    Mein abschließender Punkt ist jetzt, dass diese Form der Täuschung vom Standpunkt der Ethik aus, ganz gleich, welche etablierte ethische Theorie man heranzieht, ein völlig inakzeptabler Vorgang ist. Es ist etwa schwer vorstellbar, dass ein Vertreter der schon in der Antike beliebten Tugendethik, die Falschheit dieses Handelns verstünde und es dennoch täte. Ein tapferer Tugendethiker bei Volkswagen hätte vielmehr den ganzen Beschiss auffliegen lassen, zumindest anonym. Mit Kants strenger Pflichtethik, für die Lügen ein absolutes No Go ist, brauchen wir hier gar nicht erst zu argumentieren.
    Doch selbst ein plumper philosophischer Utilitarismus, der besser ist, als die alltagssprachliche Verwendung des Wortes vermuten lässt, könnte sich nicht zur Rechtfertigung dieser Täuschung heranziehen lassen: Denn die negativen Folgen für die Allgemeinheit stehen in keinem vertretbaren Verhältnis zum Nutzen. Das Handeln der Täuscher war keine utilitaristische Tat, sondern eine rein egoistische. Und reiner Egoismus ist das Gegenteil von Ethik.


    Worauf die Wirtschaft hinausläuft

    Nun hatten wir in den letzten Jahrzehnten schon so viele Skandale und Krisen, dass die Wirtschaft, auch die deutsche Wirtschaft, der Winfried Degen so das Wort redet, sich ihre eigene Lösung ausdenken durfte: Sie heißt nicht Ethik, sondern Compliance. Ausgedacht haben sie sich zweifellos gut bezahlte Personen, Personen also mit einer "nützlichen" Ausbildung. Und Compliance ist, das hat der frühere Bundesrichter Thomas Fischer einmal sehr schön dargelegt, nicht Ethik. Sie ist vielmehr die Kunst, im Wettbewerb so zu täuschen, dass man dafür hinterher nicht belangt werden kann.
    Zweifellos hatte auch der Volkswagenkonzern eine gut funktionierende Compliance-Abteilung.
    Das war jetzt nur ein Beispiel für die Funktionsweise der Wirtschaft, an deren Wohlergehen sich laut Degen junge Menschen heute bei der Studienwahl orientieren sollen. Allgemeiner formuliert ist die Moral meiner Geschichte aber: Macht nur weiter so, ihr gut bezahlten Betriebswirte, Ingenieure und Techniker, mit der wettbewerbs- und gewinngetriebenen Ausbeutung der Rohstoffe, Natur-, Tier- und Menschenwelt. Irgendwann gibt es dann schlicht keine Probleme mehr zu lösen, weil es dann keine lebensfähige Welt mehr gibt.

    Quelle : https://www.heise.de/tp/features/War...html?seite=all
    Was auch immer du tust, handle klug und bedenke das Ende


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