Das Wort "Pharmaindustrie" mag Wikipedia nicht! Man bekommt stattdessen Pharmaunternehmen angeboten, was aber auch kein besseres Licht auf diesen Wirtschaftszweig wirft.
Wenn ich nur diese sinnlosen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sehe, könnte ich ...

Pharmaunternehmen

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Als Pharmaunternehmen bezeichnet man Unternehmen, die Arzneimittel herstellen, beziehungsweise vermarkten. Viele Pharmaunternehmen betreiben darüber hinaus eine eigene Forschung und Entwicklung für neue Wirkstoffe, andere stellen nur Generika her.
Produkte

Zum Produktsortiment der Pharmaunternehmen gehören verschiedenste Arzneimittel sowohl für die Human- wie auch die Tiermedizin: etwa Fertigarzneimittel, Blutzubereitungen, Sera, Impfstoffe, In-vivo-Diagnostika, Allergenzubereitungen und Arzneimittel für neuartige Therapien (beispielsweise Gentherapeutika, somatische Zelltherapeutika, biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte) .
Nicht zu den Arzneimitteln zählen Medizinprodukte wie z. B. Verbandmittel, Katheter, In-vitro-Diagnostika oder künstliche Gelenke, auch wenn diese teilweise von pharmazeutischen Unternehmen hergestellt werden.
Rechtliches

Das deutsche Arzneimittelgesetz definiert pharmazeutischer Unternehmer als einen Unternehmer, der bei zulassungs- oder registrierungspflichtigen Arzneimitteln Inhaber der Zulassung oder Registrierung ist oder Arzneimittel unter seinem Namen in den Verkehr bringt.[1] Für die Herstellung von Arzneimitteln oder Arzneistoffen bedürfen pharmazeutische Unternehmen einer behördlichen Erlaubnis (Herstellungserlaubnis).[2]
Gemäß dem österreichischen Arzneimittelgesetz ist ein pharmazeutischer Unternehmer ein in einer Vertragspartei des EWR-Abkommen ansässiger Unternehmer, der dazu berechtigt ist, Arzneimittel unter seinem Namen in Verkehr zu bringen, herzustellen oder damit Großhandel zu treiben.[3]
Pharmazeutische Unternehmen unterliegen speziellen arzneimittelrechtlichen Verpflichtungen (Implementierung eines Pharmakovigilanzsystems, Qualitätsmanagementsystem gemäß der Good Manufacturing Practice, präklinische und klinische Prüfungen) um die Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit ihrer Produkte sicherzustellen.
Große Pharmaunternehmen

Sortiert man die weltweit operierenden und durchweg globalisierten Pharmaunternehmen nach ihren Umsatz im Jahr 2011 und fügt die entsprechenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung hinzu, ergibt sich folgendes Bild:[4]
Rang Unternehmen Sitz Jahresumsatz in Milliarden Dollar Ausgaben für F&E in Milliarden Dollar
1 Pfizer USA, New York 57,7 9,1
2 Novartis Schweiz, Basel 54,0 9,1
3 Merck & Co., Inc. USA, New Jersey 41,3 8,4
4 Sanofi-Aventis Frankreich, Paris 37,0 6,0
5 Hoffmann-La Roche Schweiz, Basel 34,9 7,8
6 GlaxoSmithKline Großbritannien, London 34,4 5,8
7 AstraZeneca Großbritannien, London 33,6 5,0
8 Johnson & Johnson USA, New Jersey 24,4 5,1
9 Abbott USA, Illinois 22,4 4,1
10 Eli Lilly and Company USA, Indianapolis 21,9 5,0
Auf Rang 15 folgt das erste deutsche Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim mit einem Jahresumsatz von 13,8 Milliarden Dollar. Bayer HealthCare Pharmaceuticals belegt Platz 16, Merck KGaA (Darmstadt) Platz 22 gefolgt von Actavis auf Platz 46.
Pharmaunternehmen in Deutschland

Die größten Pharmaunternehmen sind (nach dem Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln auf dem deutschen Markt, absteigend sortiert): Hexal, Novartis, Sanofi-Aventis, Ratiopharm, AstraZeneca, Roche (inkl. Roche Diagnostics), GlaxoSmithKline, Pfizer, Bayer (inkl. Schering und Jenapharm), Stada (inkl. Aliud Pharma), Novo Nordisk, Wyeth, Boehringer Ingelheim, MSD, Abbott, Janssen-Cilag, Merck (inkl. Serono), Sanofi Pasteur MSD, Lilly, Essex (inkl. Organon), UCB (inkl. Schwarz Pharma), Baxter, Berlin-Chemie, Nycomed (inkl. Altana), Betapharm, Takeda, BMS, Biogen Idec, Mundipharma und Astellas.
Pharmaverbände

International

Der wichtigste weltweit agierende Dachverband ist die International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Associations (IFPMA). In ihr sind einige der weltweit größten Pharmakonzerne organisiert. In den USA ist Pharmaceutical Research and Manufacturers of America (PhRMA) der einflussreichste Verband, in dem nicht nur große Konzerne, sondern auch Biotechnologieunternehmen organisiert sind. In Europa ist die European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) ein Dachverband nationaler Pharmaverbände. PhRMA und EFPIA sind auch Gründungsmitglieder der International Conference on Harmonisation of Technical Requirements for Registration of Pharmaceuticals for Human Use, in der zusammen mit den zuständigen Arzneimittelbehörden wesentliche Aspekte der Arzneimittelzulassung zwischen der Europäischen Union, den USA und Japan harmonisiert wurden. Der Europäische Parallelhandel wird spezifisch durch den EAEPC (European Association of Euro-Pharmaceutical Companies) vertreten. Ein weiterer Europäischer Dachverband für Pharmaunternehmen ist die European Confederation of Pharmaceutical Entrepreneurs (EUCOPE).
In Deutschland

Die Pharmaunternehmen in Deutschland sind in einer ganzen Reihe von Verbänden organisiert. Dem mitgliedstärksten Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller gehören viele mittelständische Unternehmen an. Unter dem Dach des Verbandes der Chemischen Industrie sind die Hersteller verschreibungspflichtiger Arzneimittel im Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) sowie im Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) organisiert. Der VFA vertritt auch die deutschen Unternehmen im europäischen Dachverband EFPIA. Generika-Hersteller sind in den Verbänden Pro Generika und Deutscher Generikaverband organisiert. Verschiedene Unternehmen und Verbände sind Mitglied im Verein Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie und unterliegen dessen Verhaltenskodizes zur Kontrolle der Zusammenarbeit mit Fachkreisen und Patientenorganisationen.
Beschäftigte

Deutschland

In der pharmazeutischen Industrie sind in Deutschland ca. 117.000 Beschäftigte (Stand 2006) angestellt. Ihnen stehen 2006 125.000 Beschäftigte der Dienstleister und Zulieferer der pharmazeutischen Industrie gegenüber.
Entwicklung:

  • 1995: ca. 122.900 Beschäftigte
  • 1996: 120.776 Beschäftigte (-1,7 %)
  • 1997: 115.298 Beschäftigte (-4,5 %)
  • 1998: 113.914 Beschäftigte (-1,2 %)
  • 1999: 113.029 Beschäftigte (-0,8 %)
  • 2000: 113.950 Beschäftigte (+0,8 %)
  • 2001: 114.267 Beschäftigte (+0,3 %)
  • 2002: 114.990 Beschäftigte (+0,6 %)
  • 2003: 118.720 Beschäftigte (+3,2 %)
  • 2004: 113.989 Beschäftigte (-4,0 %)
  • 2005: 113.002 Beschäftigte (-0,9 %)

Schweiz

Im Jahr 2006 beschäftigte die Schweizer Pharmaindustrie 34.000 Personen. Dies entspricht 0,8 % aller Beschäftigten. Die indirekt Beschäftigten (z. B. Zulieferer) werden auf 84.000 geschätzt. 1990 belief sich der Personalbestand in der Schweiz auf 20.000 Personen.[5]
Kritik

Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2007 ergab, dass US-Pharmaunternehmen mehr Geld für Werbung ausgeben als für Forschung – im Jahr 2004 wurden 39,3 Mrd. € in Werbemaßnahmen, 21,5 Mrd. € in Forschung und Entwicklung investiert. Als Quellen führen sie Marktforschungsinstitute sowie die amerikanische National Science Foundation an.[6]
Eine Dokumentation von Frontal21 des ZDF vom 8. Dezember 2008 („Das Pharma-Kartell“)[7] kritisiert Pharmafirmen, die zu Lasten von Patienten Profitinteressen verfolgen. Es würden Nebenwirkungen von Medikamenten verschwiegen, Selbsthilfegruppen durch Finanzierung beeinflusst und Politiker, Ärzte und Heilberufe mit Gefälligkeiten umworben.
Dass Pharmakonzerne bezüglich ihres Vertriebes nicht immer sauber arbeiten, zeigen hohe Strafzahlungen, insbesondere in den USA. Nach Angaben des Handelsblattes kündigte der Pharmakonzern GlaxoSmithKline zusätzliche Belastungen von 400 Millionen US-Dollar (312 Millionen Euro) in Folge von Ermittlungen wegen unerlaubter Vertriebsmethoden an. Die großen Pharmaunternehmen Pfizer und Eli Lilly hatten bereits zuvor hohe Rückstellungen angekündigt. Pfizer hat einem Vergleich zugestimmt, in dessen Rahmen eine Rekordbuße von 2,3 Mrd. $ bezahlt werden muss. Gegen Eli Lilly wurde im Januar 2009 eine Buße von 1,4 Mrd. $ verhängt.[8]
Die EU-Kommission wirft der forschenden Pharmaindustrie vor, die Einführung von preiswerteren Generika in der Europäischen Union zu verzögern oder gar zu blockieren.[9]
Der Einfluss der Pharmaunternehmen auf die Medizin und die akademische Pharmaforschung wird von einigen Kritikern als problematisch angesehen.[10][11] Interessenskonflikte (Befangenheit) sind in der akademischen Forschung keine Seltenheit und können die Integrität der Forschung in Frage stellen.[12][13]
Siehe auch


Quellen



Literatur

  • Fischer, Breitenbach: Die Pharmaindustrie - Einblick - Durchblick - Perspektiven, Spectrum Akademischer Verlag GmbH, Heidelberg, 2003
  • Müller-Jahncke, Wolf-Dieter und Friedrich, Christoph: Geschichte der Arzneimitteltherapie. Stuttgart 1996
  • Weiss, Hans: Korrupte Medizin, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008

Weblinks



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pharmaunternehmen
Soviel dann schon mal zur Einstimmung Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

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Und jetzt gehen wir in die vollen!

Habt ihr schonmal von "pay-for-delay" gehört? Nicht? Also, das geht so. Nehmen wir mal an, ihr seid die Pharmafirma Solvay Pharmaceuticals Inc, und ihr stellt ein Medikament namens AndroGel her, mit dem man Testosteronmangel behandeln kann. Und jetzt kommt eine andere Firma, Watson Pharmaceuticals Inc, und baut daraus ein Genericum, funktioniert genau so, kostet ein Zehntel. Was tun? Ganz einfach: Solvay zahlt Watson (und zwei anderen Firmen) jährlich zwischen 31 und 42 Millionen Dollar, damit sie die Generica nicht produzieren. So erhalten sie sich ihren Profit von jährlich 125 Millionen Dollar.Je mehr man aus dem Pharma-Sumpf hört, desto schlimmer ist das alles.

Quelle: http://blog.fefe.de/?ts=ae3d7890
Hier der Text des verlinkten Story-Aufhängers:


Supreme Court to hear "pay-for-delay" drug case

The Supreme Court agreed on Friday to decide whether brand-name drug companies may pay money to generic drug rivals to keep their lower-priced products off the market, a practice estimated to cost consumers and the government billions of dollars each year.
The arrangements, known as "pay-for-delay" or "reverse payments," have for more than a decade vexed antitrust enforcers, including the Federal Trade Commission (FTC), which have been stung until recently by a series of court decisions allowing such practices.
In a typical case, a generic rival challenges the patent of a brand-name competitor, which then pays the rival a sum of money to drop its challenge. Defenders of the practice call it a legitimate means to resolve patent litigation.
The court accepted an appeal by the FTC, which had challenged annual payments of $31 million to $42 million by Solvay Pharmaceuticals Inc, now owned by Abbott Laboratories, to stop generic versions of AndroGel, a treatment for the underproduction of testosterone, until 2015.
These payments went to rivals such as Watson Pharmaceuticals Inc, Paddock Laboratories Inc and Par Pharmaceutical Cos, and were intended to help Solvay preserve annual profits estimated at $125 million.
The 11th U.S. Circuit Court of Appeals in Atlanta ruled against the FTC and upheld the arrangement in April. Two other circuit courts have also upheld such arrangements.
But the federal appeals court struck down a similar arrangement in July involving Merck & Co Inc. The Supreme Court often steps in to resolve such splits.
"This will be one of the most important business decisions that the court will have issued in quite some time," said Michael Carrier, a professor at Rutgers Law School in Camden, New Jersey. "These agreements cost consumers billions of dollars a year."
'WIN-WIN' FOR DRUGMAKERS
According to the FTC, 127 reverse payment arrangements were struck between 2005 and 2011, at an annual cost to consumers of $3.5 billion.
The agency calls the arrangements a "win-win" for drug companies that can share the benefits of high prices, while consumers, pharmacies and insurers miss out on generic drug prices that could be as much as 90 percent lower.
And in November 2011, the nonpartisan Congressional Budget Office said a U.S. Senate bill to ban reverse payments would save the government $4.79 billion and lower U.S. spending on prescription drugs by $11 billion over a decade. (here)
That bill has not become law.
Under the Hatch-Waxman Act, the first company to win U.S. Food and Drug Administration approval to sell a generic drug before the underlying patent expires has a 180-day exclusive right to market that product.
This typically results in litigation by the brand-name rival, which can lead to reverse payment settlements.
MERCK CASE
In the Merck case, the 3rd U.S. Circuit Court of Appeals had struck down payments by Schering-Plough Corp, later bought by Merck, to rivals to delay generic versions of its potassium supplement K-Dur 20. Upsher-Smith Laboratories Inc was paid more than $60 million, court records show.
The U.S. Department of Justice, acting on the FTC's behalf, urged that the Supreme Court accept the FTC case for review and reverse the 11th Circuit decision.
It said the 3rd Circuit was correct to conclude that reverse payment agreements are presumptively anticompetitive and unlawful. Thirty-one states led by New York also urged the Supreme Court to hear the FTC appeal.
"The court has an opportunity to clarify the law," said Keith Hylton, a professor at Boston University School of Law. "It's very important to the drug industry because companies have many investments tied up in these drugs and that would be put at risk if pay-for-delay agreements were overturned."
The FTC case will be decided by an eight-member court. Justice Samuel Alito recused himself, without giving a reason.
A decision is expected by the end of June.

The case is Federal Trade Commission v. Watson Pharmaceuticals Inc et al, U.S. Supreme Court, No. 12-416.

Quelle: http://www.reuters.com/article/2012/...8B617T20121207
Natürlich alles zum Besten der Kranken .......

LG