Bild: Stefan de Konink via Wikimedia.org (Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication)

Die Gelenke von Zuckerkranken verschleißen rascher als die von gesunden Personen. Dieser Zusammenhang lässt sich aber nicht allein durch ein erhöhtes Körpergewicht erklären, zeigt eine Langzeitstudie europäischer Mediziner. Möglicherweise wirkt sich bereits die Schieflage des Stoffwechsels schädlich auf die Gelenke aus.



„Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel ist offenbar ein eigenständiger Risikofaktor für Arthrose“, erklärt Georg Schett vom Universitätsklinikum Erlangen. Dieser Zusammenhang sei lange nicht erkannt worden, da sowohl Diabetes als auch Arthrose mit dem Alter häufiger würden und Übergewicht darüber hinaus ein wichtiger Risikofaktor sei.
Schett und seine Kollegen analysierten Daten über 927 Männer und Frauen im Alter von 40 bis 80 Jahren, die im Krankenhaus der Südtiroler Kleinstadt Bruneck seit dem Jahr 1990 regelmäßig untersucht worden sind. Bei den Studienteilnehmern mit Diabetes vom Typ 2 wurden demnach knapp 18, bei jenen ohne Diabetes dagegen nur gut 5 künstliche Knie- oder Hüftgelenke pro 1.000 Personenjahre eingesetzt. Berücksichtigten die Forscher jedoch bekannte Risikofaktoren wie Alter und Leibesfülle, war die Rate bei den Diabetikern immer noch doppelt so hoch wie bei den Personen ohne Diabetes.
„In den Ultraschalluntersuchungen war der Gelenkverschleiß bei den Diabetespatienten deutlich weiter fortgeschritten, als man aufgrund von Alter und Körpergewicht erwarten würde“, so Schett weiter. Eine Erklärungsmöglichkeit für den beobachteten Zusammenhang sei, dass eine erhöhte Zuckerkonzentration Entzündungsprozesse im Gelenkknorpel fördere. Zudem würden bei Diabetes auch die Nerven angegriffen, sodass Fehlhaltungen und -belastungen vielleicht ebenfalls eine Rolle spielten.

Quelle: sinceticker-Medizin