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Thema: rationalgalerie.de - Uli Gellermann

  1. #31
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    Raute gegen stinkefinger



    RAUTE GEGEN STINKEFINGER

    Das Elend der Bundestags-Wahlen

    Quelle: Rationalgalerie

    RAUTE GEGEN STINKEFINGER

    Das Elend der Bundestags-Wahlen

    Autor: U. Gellermann
    Datum: 13. September 2013


    Peer Steinbrück wird die Wahl gewinnen. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer SPIEGEL-Online-Umfrage. Gefragt war nach der Steinbrück´schen Stinkefingergeste auf dem Titelbild des Magazins der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG. Mehr als 46 Prozent fanden den Fingerzeig gut, nur 35 Prozent mochten sich empören. Im ehemaligen Kernland der SPD sieht es noch besser aus: Die Umfrage der WESTDEUTSCHEN ALLGEMEINEN ermittelte satte 50 Prozent für den Mittelfinger, nur 25 Prozent konnten mit dem fingierten Protest nichts anfangen. "Ein Foto bringt Dampf in den Wahlkampf", schreibt ZDF.de und hat natürlich Recht: Wie sollen sich der ehemalige Finanzminister von Angela Merkel und seine frühere Chefin - immer einig in der Bankenrettung, bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr und der Verachtung der Hartz-Vierer - denn voneinander absetzen, wenn nicht durch die Raute, Frau Merkels Hände-Redewendung (weiblich), und den Steinbrück-Finger (männlich)?

    Fraglos hat der Wahlkampf jetzt jene Ebene erreicht, die der intellektuellen Potenz der Kandidaten entspricht. Das haben auch die deutschen Medien begriffen. Sie, die bis jüngst primär an der Syrienfront kämpften und nur mühsam irgendwelche Unterschiede zwischen dem schwarz-gelben und dem rot-grünen Block herausarbeiten konnten, haben endlich ihr Thema. Barmt doch in der ZEIT, dem Zentralorgan des deutschen Oberstudienrates, eine Juliane Leopold: "Steinbrück beleidigt die Wähler". Und die Meister von Schwulst und falscher Metapher im Westberliner TAGESSPIEGEL entdecken gar einen "Finger, der zum Fragezeichen wird". Der STERN, die bebilderte Mittelmäßigkeit des deutschen Journalismus, nimmt den Finger zum Anlass sich jugendlich zu geben: "Hey, das ist mal eine Ansage, Peer Steinbrück zeigt uns den Stinkefinger. So richtig fett." Nur die WELT, Springers Blatt für Halbgebildete, hat die wahre, die sexuelle Bedeutung der Geste entlarvt: "Zwei Wochen vor der Wahl legt SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück alle Hemmungen ab." Was wird er tun, der Finger? Sich auf die Raute stürzen? Wirft sich Friede Springer schützend vor ihre Freundin Angela? Wird Steinbrück hemmungslos nach den Hemmungen auch die Hose ablegen? Eiskalt kontert die BILD-Umfrage. Dort finden weit über 50 Prozent der Befragten den Finger "nicht klug". Aber mit welchem Organ wollen BILD-Leser feststellen ob etwas klug ist? Fragen über Fragen.

    Zwei aus der Politiker-Riege haben schon Antworten. FDP-Rösler, der gediente Sanitätsoffizier am Krankenbett der Apotheker, sagt zur Fingerfrage klar und deutlich: "So etwas geht nicht!". Im zweiten Satz wird er dann undeutlich: "Die Geste verbietet sich als Kanzlerkandidat". Wie nun, eine Geste verbietet sich selbst? Oder darf der Finger nur nicht ohne den daran hängenden Mann kandidieren? Da klärt Bernd Riexinger, der Bankkaufmann von der Linkspartei auf: "Franz Müntefering hat die Wähler erst nach der Wahl beschimpft, Steinbrück macht es schon vorher". Welch eine Entdeckung. Nicht festgemacht an der substanziellen Wählerbeleidigung durch Hartz Vier, nicht am Wahlbetrug durch die Rente mit 67 oder an der permanenten Wählertäuschung Steinbrücks durch die Vorspiegelung einer falscher Opposition. Sondern am ausgestreckten Finger. Und doch hat der Mittelfinger etwas bewegt: Kaum ausgestreckt, geben sich die LINKE und die FDP die Hand. Die erneute Spaltung Deutschlands scheint vermieden: Der Finger kennt keine Ost- und Westdeutschen mehr, geschweige denn Arm und Reich.

    Wie immer findet sich die Wahrheit nicht in den großen Gesten, sondern im Kleingedruckten: In der selben SÜDDEUTSCHEN mit der Geste statt auch nur eines politischen Argumentes, findet man eine kleine Meldung: "Kanzler-Kandidat Peer Steinbrück steht nach SPD-Angaben als Verhandlungsführer für den Fall bereit, dass es nach der Bundestagswahl eine neue große Koalition geben sollte." Alles klärt sich auf. Der ausgestreckte Finger hieß keinesfalls "fick Dich", nein, er bedeutet "verlobe Dich mit mir. Hier, guck mal Angela, da kommt der Ring hin".
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    LG.

  2. #32
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    Die wahl-mogel-packung



    DIE WAHL-MOGEL-PACKUNG

    Wer seine Stimme abgibt, bekommt sie selten wieder

    Quelle: Rationalgalerie

    DIE WAHL-MOGEL-PACKUNG

    Wer seine Stimme abgibt, bekommt sie selten wieder

    Autor: U. Gellermann
    Datum: 19. September 2013


    Wer in diesen Tagen wohlsituierte und teuer gekleidete Menschen vor einem Hut an Straßenecken sitzen sieht, der kann beim Nähertreten den Satz hören: "Hamse mal ne Stimme für mich?" Auffällig häufig sitzen diese Stimmenbettler in der Nähe von Apotheken, Steuerberatungsbüros oder Zahnarzt-Praxen: "Brauche nur die Zweitstimme", murmeln die Herren, die sonst gern mit ihren schwarzen Dienstwagen an den Normalmenschen vorbeifahren. Manchmal sitzen sie in der Nähe von blau-gelben Plakaten, auf denen steht: "Jetzt geht's ums Ganze" Aber es geht nur ums Halbe. Denn die Erststimme soll der Angebettelte getrost anderen geben, aber die zweite, die braucht der FDP-Schnorrer ganz dringend für sich.

    Kaum eine Woche vor den Bundestagswahlen sind sich auch Minister nicht zu schade, um Leihstimmen zu flehen: Niebel in Heidelberg, Westerwelle in Bonn und Bahr in Münster haben in ihren Wahlkreisen ihre Anhänger schon gebeten, sie mögen doch die Erststimme dem jeweiligen CDU-Kandidaten geben, der wiederum solle doch im Austausch ein paar Zweitstimmen rüberwachsen lassen. Was mag nur mit den geliehenen Stimmen passieren, wenn die Wahl vollzogen ist? Werden sie nach Gebrauch gereinigt und gebügelt dem Kandidaten der CDU zurück gegeben? Oder werden sie, wenn die Auszählung der Stimmen beendet ist, mit den Erststimmen für die CDU verrechnet? Was ist, wenn die Zahl der erhaltenen Erststimmen die Zahl der verliehenen Zweitstimmen deutlich überschreitet? Muss dann der CDU-Mann von seinen Zweitstimmen nachträglich noch etwas abgeben?

    Im kleinen Handbuch des Wählers, auch Grundgesetz genannt, steht in Artikel 38 ein merkwürdiger Satz: "Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt." So allgemein könnte das hinkommen, aber unmittelbar ist schon mal nicht, wenn die eine Partei der anderen Stimmen rüberschiebt. Von geheim kann keinesfalls die Rede sein, da kanndie Verabredung noch so klamdestin sein: Wo einer seinen Wählern Aufträge gibt, da ist die Anonymität vorbei. Und frei kommt nur dann hin, wenn man den angezeigten Kuhhandel als eine gewisse Libertinage versteht. Wer dann das Wort "gleich" als totale Gleichgültigkeit gegenüber der Verfassung interpretiert, der hat das Wesen der Transaktion ziemlich gut erfasst.

    Natürlich geht es beim Stimmengeschäft nicht um Demokratie. Es geht um Jobs. Immerhin bekommt so ein Bundesminister rund 14.000 Euro im Monat. Und einen Dienstwagen. Und ein gutes Plätzchen in den Talk Shows. Schön, er darf seiner Frau nicht zuwinken: "Hallo Lisa, ich bin bei Jau-auch!" Aber manchmal wird er auf der Straße erkannt. Auf dem Weg vom Wagen zur Einweihung. Dann weiß er wieder, warum er Politiker geworden ist. Da das allen in der großen CDU-SPD-FDP-GRÜNE-Koalition so geht, sollte die Verfassung geändert werden: Die Zweitstimme müsste man schon dritteln können. Warum darf nur die FDP auf dem Zweit-Ticket fahren? Kann der SPD-Mann in guten Direktwahlkreisen seine zweite Stimme nicht an einen GRÜNEN abgeben? Oder zur Vorbereitung der CDU-SPD-Koalition ein reicher CDU-Zweitstimmler seine Second-Hand-Stimme an den Sozialdemokraten seines Vertrauens? Generell sollte die Zweitstimme auch prolongierfähig sein: Da könnte ein GRÜNER Direktmandatler in Baden-Württemberg doch bei der Landtagswahl ein paar Zweitstimmen an einen CDU-ler abgeben, der sich dann bei der Bundestagswahl revanchieren würde. Das würde die politische Landschaft beleben!

    Ein wenig blöde steht der Wähler in eben dieser Landschaft: Er gibt seine Stimme ab und bekommt sie nie wieder. Auch nicht in Äquivalenten. Deshalb sollten künftig Abgeordnete vor der Wahl Pfänder für die vom Wähler geliehenen Stimmen hinterlegen: Einen Medizinstudien-Plätzchen für den Sohn, Betreungsgeld für die Oma oder eine Baugenehmigung im Naturschutzgebiet. Bei Nichterfüllung: Mandat zurück.
    Schon hätte die Stimme Eigentumscharakter. Und nichts wird in der Bundesrepublik besser geschützt als das Eigentum. Auf diesem Weg könnten die Wähler ihre einmal gegebenen Stimmen zurück bekommen. Endlich wäre die Sizialisierung der deutschen Wahlen perfekt. Zwar ist der Stimmenkauf nach 108b des Strafgesetzbuches verboten, aber verboten ist natürlich auch Spenden zum Zwecke der Gesetzesänderung anzunehmen. Hatte doch die FDP vom Inhaber der Mövenpick-Hotels 1,1 Millionen Euro geschenkt bekommen und dann prompt die Mehrwertsteuern für Hotelübernachtungen gesenkt. Und, sitzt schon einer von den FPD-Brüderles? Ja, in jeder Menge Aufsichtsräten.
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    LG.

  3. #33
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    Es darf so weiter gehen, sogar noch weiter



    ES DARF SO WEITER GEHEN, SOGAR NOCH WEITER

    Erster Überlebenden-Bericht nach der Bayern-Wahl

    Quelle: Rationalgalerie

    ES DARF SO WEITER GEHEN, SOGAR NOCH WEITER

    Erster Überlebenden-Bericht nach der Bayern-Wahl

    Autor: Wolfgang Blaschka
    Datum: 19. September 2013


    Nach den letzten freien Wahlen gab es im Süden ein graues Erwachen unter bedecktem Himmel, die Menschen wirken teils bedrückt und teils beglückt, aber seltsam entrückt, je nach politischer Präferenz und Schädelweh nach dem schwarzen Abend. Immerhin dreht sich die Erde ungerührt weiter, die Alpen sind anscheinend nicht eingestürzt und die Isar fließt offenbar weiterhin ungehindert nach Norden in die Donau. Noch ahnen die meisten nicht, wie es weiter gehen wird. Sie gehen Einkaufen oder ihrer Arbeit nach, als wäre nichts geschehen. Solange noch am amtlichen Endergebnis gezählt wird (das Kreisverwaltungsreferat blieb ganztägig für den Publikumsverkehr gesperrt am "Day After"), steht auch noch nicht unmittelbar zu befürchten, dass es in den Supermärkten demnächst nur noch regalweise Rosenkränze zu kaufen, beim Bäcker ausschließlich Kreuzsemmeln zu erstehen und auf dem Viktualienmarkt nur noch Heiligenbildchen, Marien-Amulette und Wetterkerzen zu erwerben gibt.

    Hamsterkäufe blieben bisher aus. Jedenfalls funktionieren die Ampeln noch und werden wahrscheinlich erst nach und nach durch Ewige Lichter ersetzt. Der Landtag tritt auch erst am 7. Oktober zusammen und wird sich voraussichtlich in Kirchentag umbenennen. Als soziale Komponente werden die Tafeln an Bedürftige ungeweihte Hostien verteilen oder überalterten Messwein ausschenken. Noch lässt es sich frei atmen, bevor der Luft an Verkehrsbrennpunkten Weihrauchduft beigemischt wird. Auch läuteten die Kirchenglocken zur allgemeinen Überraschung nicht den ganzen Tag. Vielleicht ist das nur zur Beruhigung der Bevölkerung gedacht. Aber am nächsten Wochenende wird das Hochamt steigen. Auf der Theresienwiese sind schon riesige Zelte aufgebaut, um dort eine rauschende Messe für die Völkerverständigung zu zelebrieren, oder für das, was die frisch aufgeblasenen Regenten und Blasmusik-Dirigenten dafür halten. Damit wollen sie sich international als weltoffen und liberal präsentieren und nebenbei beweisen, dass es ohne FDP allemal besser geht. Weil das die meisten WählerInnen ebenso sehen, wird es ihnen gelingen, ihre Reputation ins Immense zu steigern und sich als Befreier Bayerns zu präsentieren, schon um argwöhnische Vorbehalte von jenseits der weißblauen Grenzpfähle zu zerstreuen. Der gescheiterte Wahlkonkurrent mit dem Schnauzer wird in seiner verbliebenen Funktion als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt dem Immer-noch- und Immer-weiter- Ministerpräsidenten einen überschäumenden Freundschaftstrunk kredenzen, und dabei süffisant lächeln müssen. Im ersten Prosit erstirbt dann der letzte Funke Unwohlsein, und alle Widerstände zerstieben im übergreifenden Vollrausch. An Opposition denkt dabei nur noch, wer mit dem Gegenüber auf der Bierbank anbandeln will.

    Mit einem Volksaufstand ist erst ab 20 Uhr zu rechnen, wenn die Festgäste enthemmt auf Bänke und Tische krabbeln, wo sie sich im Schwanken und Schunkeln nur durch wahlloses gegenseitiges Antaschen werden halten können, bevor sie draußen ermattet zusammenbrechen und sich paarweise oder auch solo in die Grünanlagen ergeben. So wird es sein, so soll es sein und so war es bisher immer. Die Bundestagswahl wird darüber von so Manchem vergessen werden, da in den Bierzelten wohlweislich keine Wahlurnen aufgestellt sind. Derweil kann die Staatsregierung schalten und walten, und keiner hat's gemerkelt.

    Rechnet also nicht damit, dass aus dem Freistaat noch etwas anderes zu vernehmen sein wird als die Worte "Maut" oder "Betreuungsgeld". Denn irgendwie wollen wir ja alle nur gut betreut sein. Zu mehr sind wir angesichts der bacchantischen Orgie nicht mehr in der Lage nach zwei Wochen überteuerter Bewirtung. Danach ist wohl Schluss mit Lustig, aber das merken wir erst, wenn die Geldbeutel leer, die Leber überreizt und die Kassen der Schaubudenbesitzer und Bierbarone berstend voll sind. Dann wird wieder ein Stück Umverteilung von unten nach Oben realisiert sein, was ja das Ziel der Christlich Sozialen Union ist. Wir werden es wieder einmal aus freien Stücken getan haben. Der allgemeine Wies'n-Zwang steht zwar noch nicht im CSU-Programm, könnte aber noch kommen. Vorderhand drängen noch zuviele Gäste aus dem Ausland auf Anteilnahme an diesen Weltfestspielen der totalen Enthemmung. Die einheimische Bevölkerung zeigt sich (noch) gezwungenermaßen gastlich und vermietet von ihrer Wohnung einzelne Zimmer für 350 Euro pro Tag, um die örtliche Mietpreis-Explosion für sich abzufedern. Nach vierzehn Tagen Beherbergung wohnen sie dann ein paar Monate mietfrei und können sich dazu ein hochpreisigeres Kamptdirndl leisten. Das hellt die allgemeine Stimmung partiell auf.

    Die Katerstimmung dürfte früh genug eintreten, wenn klar wird, dass an den Autobahnen Mauthäusl stehen, die jedem ein Pickerl aufzwingen, der kein gültiges Jodeldiplom vorweisen kann, und jeder Wohnwagen akribisch daraufhin untersucht wird, ob er nicht aus Holland stammt. Wo immer die Rauschgifthunde anschlagen, wird gefilzt von strengen Zöllnern in Lodenmänteln. Denn es gilt den bayerischen Hopfenanbau in der Holledau zu fördern und jedes andere Betäubungsmittel als ein nach dem Reinheitsgebot gebrautes Bier von Bayerns Straßen fernzuhalten. Zwei Mass Weißbier sollten auch nach Beckstein weiterhin erlaubt sein. So werden die Südlichter im Dauerdilirium über schlaglochärmere Straßen dahin rollen, während die da oben in Restdeutschland sich nüchtern, aber mautfrei in die Europäische Union integrieren.

    Das Süd-Nord-Gefälle wird sich nicht nur geografisch bemerkbar machen, sondern auch politisch wirksam werden. Während in anderen Bundesländern die Armut zunimmt, wächst der Reichtum im Freistaat ins Unermessliche. Millionäre aus Blankenese suchen schon heute ihren Alterswohnsitz am Tegernsee. Die bayerischen Hartz-IV-ler nehmen zwar auch zu, jedoch ebenso an Leibesfülle. Denn fettiges Essen und üppiger Bierkonsum fördern die Cholesterinwerte und führen zu vorzeitigem Ableben. Daher werden die Armen in Bayern bald ausgestorben sein, und übrig bleiben die salatkauenden Reichen. Auch kein schönes Leben, aber gut für den Fiskus. Die Sozialausgaben schrumpfen, und es kann mehr in die Subvention der Luft- und Raumfahrt-Industrie und ins Militär gesteckt werden, vor allem, um die Gebirgsschützen besser auszurüsten, die dann irgendwann die Bundeswehr-Einheiten, welche noch nicht nach Afghanistan oder in noch höhere Gefilde verlegt wurden, endgültig vertreiben, auf dass der Freistaat seinen stolzen Namen schlussendlich doch irgendwie verdient hätte. So oder ähnlich geht anscheinend der Geheimplan, der heute noch als Verschwörungstheorie belächelt werden mag. Doch NSA gibt es auch. Und BSE hatten wir längst.

    Ausgeschrieben heißt dieser Rinderwahnsinn nämlich: Bayerische Sonder-Entwicklung. Sie wird nach dem jüngsten Votum ungebremst fortgeführt werden, bis auch das letzte Aktien- und Bankdepot ins weißblaue Steuerparadies eingegangen sein wird. Für diejenigen, die an ihrer ersten Million noch arbeiten müssen, schaut's dagegen schlecht aus: Sie werden gemäß den CSU-Farben grün und blau geschlagen und müssen sich weiterhin im "Vorhof des Paradieses" bescheiden als Hausmeister, die den Hof kehren und kleine Brezln backen. Wenn nicht ihr Ofen eh schon aus ist. Dass es dennoch soviele Kamele gibt, die das Nadelöhr gewählt haben, liegt wohl an der fundamental christlichen Erziehung. Sie meinten anscheinend, dass sie da irgendwie eher mit durchkommen, wenn sie den Großkopferten zustimmen und sie gar vor dem Steckenbleiben bewahren. Aber das Gleichnis ging irgendwie anders. Nun ist der Himmel grau in Grau verhangen und ein Lichtblick nicht abzusehen. Blöd gelaufen. Alles andere als bibelfest, dieser Großteil der bayerischen Bevölkerung, der seine Metzger selber gewählt hat! Auch die, die nicht oder absichtlich ungültig gewählt haben, entkommen denen so nicht wirklich, wie man am Ergebnis sieht. Man sollte nicht schlauer sein wollen als es das Wahlgesetz hergibt, sondern den Arsch hochkriegen zum Kämpfen und zum Wählen. Heißt ja nicht zufällig Wahlkampf, könnte auch eine Kampfwahl werden irgendwann. Es sei denn, man fände eine absolute Unions-Mehrheit ganz in Ordnung, weil man ohnedies ausgesorgt hat. Kaum anzunehmen, dass es soviele von der Sorte gibt wie CSU-Stimmen und Enthaltungen zum eigenen Nachteil.
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    LG

  4. #34
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    Hallo,
    man, das haut einen doch um........

    Erst liefert Deutschland Chemikalien nach Syrien...jetzt zahlt Deutschland freiwillig 2 Millionen für deren Vernichtung.........wer zahlt denn in unserem verschuldeten Deutschland....wir die Bürger...na dann nein Danke..... Bundestagswahl?????????oh je.
    LG
    http://www.fr-online.de/syrien/syrie...,24369634.html

    Ja wer kann denn da überhaupt noch Merkel und Co wählen..................jeder der die CDU wählt kann ja sein Konto plündern und dann auch sein Geld nach Syrien schicken. Sollte so gemacht werden...damit die Wähler wach werden.

  5. #35
    Administrator Avatar von zwirni
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    ich sag es ja, wir können nur eine Partei wählen. Nämlich die, die diesen ganzen Rotz ändern will. Und ich kenne nur eine die das wirklich will.
    So ist es nun mal... und meine Stimme haben sie. Und jeder vernünftige Bundesbürger sollte die gleiche Wahl treffen.

    Denn jetzt haben wir die Wahl!

    LG.

  6. #36
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    ANGELA DIE ERSTE


    ANGELA DIE ERSTE

    Schläfst Du schon oder wählst Du noch?

    Quelle: Rationalgalerie

    Schläfst Du schon oder wählst Du noch?

    Autor: U. Gellermann
    Datum: 23. September 2013


    Es begann bereits wenige Stunden nach der Wahl: SMS um SMS flogen von einem Handy zum anderen. Angela Merkel konnte mit mehr als 40 Prozent der Stimmen zum dritten Mal hintereinander Kanzler für Deutschland werden. Steinbrück-SMS an Trittin: "In dieser schweren Stunde können wir Angela nicht alleine lasse!" Trittin an Steinbrück: "Sehe ich genau so. Noch mal vier Jahre Opposition spielen, das schaff ich nicht. Und wann wollen wir es bekannt geben?" Steinbrück: "In einer Sondersitzung des neuen Bundestages, ich sage es gleich Angela." Steinbrück an Merkel: "Angela, Du sollst König von Deutschland werden." Merkel an Steinbrück: "Richtig, ich bin alternativlos!"
    Zu Beginn der Sondersitzung des Bundestages erheben sich die Abgeordneten von den Plätzen - nur die Abgeordneten der LINKEN bleiben sitzen - und stimmen das alte preußische Volkslied an: "Heil dir im Siegerkranz, Herrscher des Vaterlands! Heil, Angela!" Es spricht Norbert Lammert der Bundestagspräsident: "Liebe Abgeordnete, meine Damen und Herren, liebe Sitzenbleiber von der LINKEN, ich habe zur heutigen Sitzung auch die Mitglieder des Bundesrates eingeladen, denn nur mit ihnen gemeinsam können wir das Grundgesetz ändern. Wir wollen und werden die bisherige Republik in das Königreich Deutschland transformieren!" (tosender Beifall, Bravo-Rufe, stehende Ovationen). Lammert: "Ich stelle fest, dass die bisherige deutsche Kanzlerin per Akklamation zur Königin von Deutschland gewählt ist. Frau Königin, nehmt Ihr die Wahl an?" - Angela Merkel: "Selbstverständlich!"
    Aus der Thron-Rede von Angela der Ersten:
    "Liebe Untertanen,
    Vernunft setzt sich durch. Was soll auch die Wählerei alle vier Jahre, wenn doch immer das selbe herauskommt? Das deutsche Volk in seiner Weisheit hat sich wieder für mich entschieden und WIR sind sicher, WIR sollten ihm künftig Wahlvorgänge aller Art ersparen. Noch in der Wahlnacht haben UNS deshalb Peer und Jürgen die GGK, die Ganz-Große-Koalition angeboten. Nach dieser Sonder-Sitzung wollen sich deren Parteien auflösen und, wie Peer anmerkte, damit auch den lästigen Anschein jeder Opposition beenden. Damit nun nicht alle Mitglieder der GGK einfach in einen langen Urlaub fahren, wird aus den Reihen der GGK ein Hofschranzenrat gebildet, zu dessen Vorsitzenden WIR UNSEREN alten Freund Horst Seehofer ernennen. Horst darf auch ruhig die Straße Unter den Linden zur Maut-Allee machen, so dass WIR aus der Touristen-Maut beträchtliche Einnahmen erzielen werden.
    Dieses Geld wird dann umgehend von UNSERER Finanzschranze Trittin ausgegeben: Für alles was WIR wollen und so viel wie WIR wollen. Denn die bisherige Bundesbank wird als neue königliche Zentral-Bank - zum Trost für die arme FDP mit Rainer Brüderle als Chef - die Notenpresse in Gang setzen. Das, liebe Untertanen, wird UNS dann beträchtliche Steuersenkungen ermöglichen. Erst senken wir schon mal den Spitzensteuersatz auf 30 Prozent. Leistung soll sich wieder lohnen! Dann werden wir UNSERE Milliardäre höflich bitten, Kunst und Kultur privatim zu fördern: Wer sagt denn, dass ein Pergamon-Museum nicht Daimler-Sammlung heißen darf? Warum sollte das bisherige Gorki-Theater nicht in Friede-Springer-Ensemble umbenannt werden? Und wer wollte UNSEREM königlichen Willen Einhalt gebieten, wenn WIR die Humboldt-Universität zur Aldi-Süd-Uni umformen werden? Sicher ist eins: Dort würden dann auch die Öffnungszeiten verlängert, die Studiengänge weiter verkürzt und den Studenten mal ordentlich Beine gemacht werden. Schließlich ist Karl Albrecht, der Inhaber von Aldi Süd, nur durch unerbittliche Rationalisierungen zum reichsten Mann Deutschlands geworden.
    UNSERER Schranze Steinbrück vertrauen WIR das Informationsministerium an. Schon in seiner Zeit als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident hat Peer im Interesse der Bertelsmann-Stiftung erfolgreich das Stiftungsrecht geändert. Deshalb sollte er gemeinsam mit UNSERER Freundin Liz Mohn an der Umwandlung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in eine private Stiftung arbeiten. Da sich die RTL-Group bereits im Besitz von Bertelsmann befindet, ist auf Dauer mit einer Zusammenlegung von ARD, ZDF und RTL zu rechnen. Große Programmänderungen sind nicht zu befürchten. Weil RTL auch in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Spanien, Ungarn, Kroatien und Russland seine Programme ausstrahlt, werden UNSERE Sonntagsreden künftig ganz Europa unmittelbar erreichen.
    Für die Rentenpolitik werden WIR Walter Riester reaktivieren. Die Versicherungswirtschaft wird es UNS danken. Sicher wird ihn die "Union Asset Management Holding", bei der er im Aufsichtsrat ist, vermissen. Aber Walter weiß, wie man die Rente mit 67 populär macht, auf ihn wollen WIR nicht verzichten. Aus Rationalisierungsgründen werden WIR das Aussen- und das Kriegsministerium zusammenlegen. Für die bewährte Schranze Thomas de Maizière ist ohnehin der Auslandseinsatz die beste Form der Außenpolitik, dazu gehört selbstverständlich auch der vermehrte Rüstungsexport: Deutsche Waffen werden auf Dauer überall Frieden schaffen.

    UNSEREN lieben Freund Gerhard Schröder ernennen WIR umgehend zum Energieminister. Hat er nicht mit großer Energie, durch deutsche Militäreinsätze und mit der Agenda 2010, meine Kanzlerschaft vorbereitet? Hat er. Seine Erfahrungen bei Gazprom weisen ihn als kompetenten Einheizer aus. Das bisschen Umwelt, das nach der Übernahme des Energieministeriums durch Schöder übrig bleibt, kann dann die Katrin Göring-Eckardt übernehmen. Sie war wie WIR in der DDR-Oppositionsgruppe "Demokratischer Aufbruch" und hat dort fast drei Monate äußersten Widerstand gegen das DDR-Regime geleistet und damit glatt einen Monat Widerstand länger als WIR.
    Aus den Reihen der LINKSPARTEI wissen WIR nur einen Mann, der in meinem Schranzenrat einen Platz erhalten wird: Dietmar Bartsch. Er warnte kurz vor der Wahl in der "Mitteldeutschen Zeitung" vor einem Scheitern der LINKEN bei der hessischen Landtagswahl: "Hessen hat eine herausragende Bedeutung für die Gesamtpartei. Wenn wir in Hessen nicht in den Landtag kommen, dann müssen wir, was die alten Bundesländer betrifft, einige Fragen noch einmal grundsätzlich stellen und diskutieren." Diese Drohung hätte gut den Einzug der LINKEN verhindern können. Das gelang UNSEREM Dietmar zwar nicht, aber der gute Wille zählt.
    Für einen Bundespräsidenten gibt es in einem Königreich natürlich keinen Platz. Deshalb haben WIR schon mit dem Vatikan Fühlung aufgenommen. Und tatsächlich wollen die UNS den Gauck abnehmen. Er stünde ohnehin im Ruche der Unfehlbarkeit, meinte der Unterhändler und seine salbungsvolle und wolkige Sprache könne die Weihrauchkosten erheblich senken. UNSEREM lieben Joachim haben WIR den Auftrag gegeben, die Papst-Satzung dahingehend zu ändern, dass auch Frauen Papst werden können. Wer weiß, wie lange WIR nur noch Königin bleiben wollen?
    Liebe Untertanen,
    Sie gehen einer neuen Zeit entgegen. Und wenn sie sich anfühlt wie die alte, dann verdanken WIR das Ihnen und dem was Sie sich zusammengewählt haben. Von der Qual der Wahl werden Sie künftig erlöst sein. Sie können sich also getrost wieder hinlegen. Gute Nacht allerseits!

    Quelle

    LG

  7. #37
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    Niemand hat Merkel gewählt


    Niemand hat Merkel gewählt

    Macht nix. Regiert wird trotzdem!



    Quelle Rationalgalerie

    Macht nix. Regiert wird trotzdem!

    Autor: U. Gellermann
    Datum: 26. September 2013


    Gut, es ist keine wissenschaftliche Umfrage, aber wer seine Nachbarn und Kollegen fragt, der wird kaum einen finden, der Merkel gewählt hat. Das kann Scham sein. Aber vielleicht ist man auch auf einen der 18 Millionen Nichtwähler getroffen. Oder auf einen der SPD-LINKE-GRÜNE-Wähler. Das erreichen zusammen etwa 19,5 Millionen. Deutlich mehr als CDU und CSU zusammenbringen: Nämlich 17, 2 Millionen. Das macht nix. Da wird sich für die CDU-CSU schon jemand finden, der ihr aus der kleinen Verlegenheit hilft.
    Wer die Kommentare der Mehrheitsmedien zum Abschneiden der GRÜNEN liest oder hört, könnte sich sicher sein, dass die GRÜNEN einfach zu links gewesen waren, um zu einem schönen Ergebnis zu gelangen. Ob es auch sein könnte, dass eine Reihe von Wählern den GRÜNEN ihren schnell zur Wahl entdeckten linken Gestus nicht abgenommen haben? Sicher, der deutsche Wähler nicht der gescheiteste. Wenn man liest, dass die CDU selbst in der Gruppe der Arbeitslosen nur zwei Prozentpunkte hinter der SPD und noch ein Prozent vor der Linken liegt, ist vieles möglich. Aber dass man den GRÜNEN - nach all dem Rettungsschirm-Zustimmen, dem Auslandseinsatz-Ja-Sagen und der Nicht-Opposition im Bundestag - eine wirklich linke Position zutrauen würde, ist eher unwahrscheinlich.
    Nur anderthalb Stunden nach Schließung der Wahl-Lokale fiel der GRÜNEN-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt dieser Satz aus dem Mund: "Unsere Aufgabe ist es auch, dass wir Anschlussfähigkeit gewinnen an die Mitte der Gesellschaft". Und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kerstin Andreae assistiert: "Wir müssen den Brückenschlag zur Wirtschaft erreichen." Das Rennen um die Ministerien hat also bereits begonnen. Denn auch der SPD-Chef Gabriel hat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Wahlnacht kurz telefoniert und weiß vor den Medien zu sagen: "Es gibt eine ergebnisoffene Suche nach einer möglichen Regierungsbildung." Wie offen die SPD ist, zeigt die Wiederwahl von Frank-Walter Steinmeier zum Fraktionschef der SPD: Steinmeier, der an der Agenda 2010 mitgeschrieben hat, Steinmeier, der Mann der Geheimdienste, Steinmeier, der seine Fraktion immer für die Auslandseinsätze der Bundeswehr formierte. Kaum jemand steht so sehr für die Kontinuität der gestrigen SPD. Eine neue ist nicht in Sicht.
    Ziemlich übereinstimmend sagen die Wahlforscher über die Nichtwähler, dass sie mehrheitlich nicht an Möglichkeiten der Veränderung durch Wahlen glauben. Man könnte annehmen, die Nichtwähler hätten den Durchblick. Denn tatsächlich wird sich nach diesen Bundestagswahlen nicht viel ändern. Aber auch die Nichtwähler gehören zur Macht-nix-Fraktion. Sie wählen nicht und bewegen auch nichts. In Belgien wird das Nichtwählen mit einem Bußgeld bestraft, in Deutschland mit Merkel nicht unter vier Jahren.

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    LG.

  8. #38
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    Tod und Spiele


    Tod und Spiele

    Die befreundete Diktatur Katar

    Quelle: Rationalgalerie

    Tod und Spiele
    Die befreundete Diktatur Katar


    Autor: U. Gellermann
    Datum: 29. September 2013


    Katar ist ein ehrenwertes Land. Sonst würde eine so demokratische Organisation wie der Weltfußball-Verband (FIFA) dort nicht die Weltmeisterschaft im Jahr 2022 ausgetragen. Katar ist ein ehrenwertes Land, sonst würde das demokratische Deutschland nicht Waffen dorthin liefern. Katar muss ein ehrenwertes Land sein, sonst würden die höchst demokratischen USA nie und nimmer dort ihr militärisches Hauptquartier im Nahen Osten haben.
    Rund eine halbe Million "Gastarbeiter" sind zur Zeit auf den Baustellen für die Fußball-WM in Katar beschäftigt. Die Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) Sharan Burrow nennt die Arbeitsbedingungen "moderne Sklaverei" und fürchtet, dass die WM "mit 4000 toten Arbeitern bezahlt wird". Der Bau der WM-Stadien wird etwa vier Milliarden Dollar kosten. Die Gesamtinvestitionen für die Weltmeisterschaft sollen bei 50 Milliarden liegen. Bei solchen Summen kann für die Arbeiter nicht viel übrig bleiben. Die Planung der Bauten liegt in den Händen des deutschen Architekten-Büros Albert Speer. Schon dessen Vater hat Großprojekte für den "Führer" entwickelt. Speer Juniors Motto lautet: "Das Leben ist Risiko". Das können die Sklaven auf den Baustellen in Katar nur bestätigen.
    Dem Auswärtigen Amt fällt auf seiner Website zu Katar nur Lob ein: "Die politischen Beziehungen Katars zur Bundesrepublik Deutschland sind traditionell gut und haben sich durch eine stetige hochrangige Besuchsdiplomatie noch intensiviert (u.a. Bundeskanzlerin Merkel im ersten Halbjahr 2010 in Doha, in der zweiten Jahreshälfte Staatsbesuch des Emirs in Deutschland, zuletzt Bundesaußenminister Westerwelle im Juni 2013 zum vierten Mal in Katar)." Das Wort "Regime" ist dort nicht zu finden, auch nicht das Wort "Diktatur".
    Es gäbe gute Gründe den Emir von Katar einen Diktator zu nennen: Es gibt keine Parlament, keine politischen Parteien, keine Gewerkschaften. Die Justiz erschöpft sich weitgehend in der Scharia. Gotteslästerung, was auch immer das ist, kann mit sieben Jahren Gefängnis bestraft werden. Homosexualität ist bei Strafe verboten. So etwas wie Meinungsfreiheit kennt man in Katar nicht. Peitschenhiebe gelten dort immer noch als übliche Strafen.
    Das Deutsch-Katarische Verhältnis ist ausgezeichnet. Der Emir investiert bei VW, bei Siemens und Hochtief. Vor allem aber kauft er in Deutschland ein: Jede Menge Kampfpanzer und Panzerhaubitzen. Das bringt der deutschen Rüstungsindustrie Milliarden. Wer will da schon über Menschenrechte reden? Zumal Katar auch ein Partner der "freien Welt" im Kampf gegen den syrischen Diktator Baschar al-Assad ist. Der Emir zahlt einem Teil der Rebellen den Sold und kauft für sie Waffen ein. In diesem Kampf geht es dem Emir nur vorgeblich um Freiheit. In Wahrheit geht es um eine Gas-Pipeline, die von Katar aus über syrisches Gebiet bis zur Türkei reichen soll.
    Katar ist ein Land ohne Fussballtraditionen. Die Liga besteht wesentlich aus zusammengekauften Legionären. Auch der jetzige Bayern-Trainer, Pep Guardiola, hat sich dort schon ein schönes Gehalt abgeholt. Zur Zeit der geplanten WM werden die Tagestemperaturen bei 50 Grad liegen. Kein vernünftiger Mensch würde dort eine Fußballweltmeisterschaft austragen. Außer Sepp Blatter, der Emir der FIFA, des Fußballweltverbandes. Viel Geld ist vor der Vergabe der WM an Katar in Richtung FIFA geflossen. Viel Geld wird bis zu den Spielen noch zu verdienen sein. So wird Katar zu einem ehrenwerten Land.
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    LG.

  9. #39
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    Eigentum macht Bumm


    Eigentum macht Bumm

    Zum Wohnungs-Terrorismus

    Quelle Rationalgalerie

    Eigentum macht Bumm

    Zum Wohnungs-Terrorismus

    Autor: U. Gellermann
    Datum: 03. Oktober 2013


    Eine terroristische Macht sucht Deutschland heim: "Vier Millionen Deutsche leiden unter Mietexplosion" - "In Großstädten explodieren die Mieten" - "Mietpreis-Explosion erreicht neue Rekorde" So ist es in Zeitungen zu lesen, in Medien zu hören. Noch kann der Innenminister keine Namen nennen, der Verfassungsschutz keine Verhaftungen vornehmen, aber es gibt erste sachdienliche Hinweise, es sei der "Wohnungsmarkt", dem diese Anschläge auf Leib und Leben zu verdanken seien. Nun wissen wir, dass der Markt mit einer unsichtbaren Hand begabt ist, man wird ihm deshalb nur schwer auf die Spur kommen. Doch die Opfer sind immerhin bekannt: Rund 300.000 Menschen in Deutschland sind obdachlos, Rentner, Studenten und Hartz IV-Empfänger können sich die Wohnungen des explodierten Marktes kaum noch leisten. Wie aber zündet der Markt seine Bomben?



    Zwei Fälle aus Berlin können uns auf die Spur der Täter führen. Jüngst, im Berliner Szene-Bezirk Friedrichshain, besaß ein Chefarzt aus Hannover eine Wohnung. In der Wohnung lebte eine Frau bei günstiger Miete. Weil der Chefarzt Eigentümer ist, darf er Eigenbedarf anmelden. Zwar will er nur dann und wann in der eigentümlichen Wohnung leben. Sein Wohnsitz bleibt in Hannover. Aber das Berliner Landgericht findet das ärztliche Eigentum schützenswerter als die Mieterin. Deshalb hat es entschieden: Frau dauerhaft raus, Arzt für ein paar Besuche im Jahr rein. Das selbe Landgericht hatte schon vor ein paar Monaten in einem anderen wirklich schweren Fall von Eigentum zu entscheiden. Da hatte es sich die Firma "Terrial Stadtentwicklung GmbH" aus Biberach an der Riß zur Aufgabe gemacht die Stadt zu entwickeln und sie kaufte zu diesem Zweck ein Haus und wollte es modernisieren. Da störten die Mieter sehr. Manche verließen ihre Wohnung schnell, aber eine blieb und störte weiter. Doch weil die "Terrial" nun mal aufs Entwickeln versessen war, bauten sie der Mieterin eine neues Haus vor die Nase, da mussten dann die Fenster von Küche und Bad zugemauert werden. Das fand die Mieterin schlecht. Das Berliner Landgericht aber gut: Die Mauern blieben stehen.



    Wahrscheinlich sind dem armen Landgericht einfach die Hände gebunden. Denn der § 903 des bürgerlichen Gesetzbuches legt fest: "Der Eigentümer einer Sache kann, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen, mit der Sache nach Belieben verfahren". Damit der Beliebigkeit nicht genug, haben die Vereinten Nationen in ihrer 1948 verabschiedeten Charta das Eigentum zum Menschenrecht erklärt. Und dem folgt das Grundgesetzt auf das Schönste, wenn es das Eigentum als Grundrecht begreift. Wenn also einem ein Eigentum gehört, dann kann er damit auf den Markt gehen und es meistbietend an den verhökern, der keines hat. Im Fall der Mauer-Wohnung führt das zu einer der zitierten Explosionen: Der Mietpreis der Wohnung wird sich nach dem Auszug der Mieterin verdoppeln. Bumm. Das gilt natürlich auch für die Eigenbedarfswohnungen, in der mal der Neffe, dann das eigene Büro oder eben die Zweit- und Drittwohnung untergebracht werden soll. Nach dem was man eine Schamfrist nennt, obwohl die Sache schamlos ist, stehen die Wohnungen wieder dem Terror-Markt zur Verfügung.



    Allein zwischen 2002 und 2008 wurden etwa 600.000 Wohnungen privatisiert. Zumeist aus kommunalem Bestand wurde öffentliches Eigentum privaten Investoren zu treuen Händen übergeben. Sowohl, weil die Kommunen Geld brauchten, als auch weil auf der Agenda stand, dass Privat vor Staat gehe. Das hatte nicht selten den Doppel-Bumm-Effekt: Privat erhöhte die Miete, und weil im vorher preiswerten Wohnraum eher ärmere Mieter lebten, mussten die nun bei der selben Kommune um Wohngeld betteln. So aber kam es, dass vom frisch eingenommenen Geld alles in das Wohngeld floss, das wiederum, über die Mieten, bei den neuen Eigentümern landete. Wer diesen Zyklus für eigentümlich hält, hat recht.



    In diesen Tagen beraten diverse Parteien über diverse Koalitionen. Sicher werden sie auch über Terrorismus reden. Dass die Explosionen auf der Tagesordnung stehen werden, ist nicht auszuschließen. Dass man sich mit dem Terroristen namens Eigentum nicht beschäftigen wird, dafür garantieren die verhandelnden Parteien.

    PS.
    Am 15. 10. 2013 um 20.30 Uhr:


    Vortrag und Diskussion mit dem Herausgeber der RATIONALGALERIE
    Uli Gellermann: Medien. Macht. Krieg.


    Im "Buchhändlerkeller" Carmerstr.1, 10623 Berlin-Charlottenburg
    http://www.buchhaendlerkeller-berlin...cht-krieg.html



    Quelle

    LG.

  10. #40
    Administrator Avatar von zwirni
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    Stasi, Stasi, ruft´s aus dem Wald


    Stasi, Stasi, ruft´s aus dem Wald

    Ein Minister aus brauner Behörde

    Quelle Rationalgalerie

    Stasi, Stasi, ruft´s aus dem Wald

    Ein Minister aus brauner Behörde

    Autor: U. Gellermann
    Datum: 07. Oktober 2013


    Pünktlich vor Schnittstellen LINKER Entwicklung hat sich die Stasi-Unterlagenbehörde immer mit Akten über dieses oder jenes Mitglied der LINKEN zu Wort gemeldet. In bekannter Gauck´scher Tradition - dessen Behörde hatte z. B. den Schriftsteller Stefan Heym 1994, kurz vor seiner Rede als Alterspräsident des Bundestages, mit Stasi-Dreck beworfen - kommt auch diesmal aus einem der Gauck-Behördenlöcher die Sensationsmeldung: Ruth Kampa, Angestellte der LINKEN-Bundestagsfraktion, soll für die DDR Auslandsspionage betrieben haben. Den Chor der Verurteilungen stimmt natürlich die WELT an: "Die Stasi-Frau an Gregor Gysis Seite", und der Rest der Medien weiß genau, dass jetzt die ohnehin höchst geringe Möglichkeit einer rot-rot-grünen Regierungs-Koalition, endgültig gescheitert ist. Die Anschuldigungen gegen den Widerstandskämpfer Heym stellten sich damals schnell als falsch heraus. Was an den Anschuldigungen gegen Frau Kampa dran ist, weiß man nicht genau. Was man genau weiß: Dem deutschen Medien-Mainstream ist die Farbe Braun allemal gut genug für hohe Ämter. Die Farbe Rot geht gar nicht.



    Als der FDP-Mann Klaus Kinkel 1992 Außenminister wurde, gab es gegen ihn keinen sonderlichen öffentlichen Einwand. Obwohl der schwäbische Jurist von 1979 bis 1982 Chef der bundesrepublikanischen Auslands-Spionage, also Präsident des Bundesnachrichtendienstes gewesen war. Rund drei Jahre hätte Kinkel Zeit gehabt, sich die Wurzeln dieses Dienstes anzuschauen. Tat er aber nicht, warum auch immer. Er hätte allerdings die Chance wahrnehmen können, tief in den braunen Sumpf, in die Nazivergangenheit seines Amtes zu blicken und der westdeutschen Demokratie einen Blick auf ihre Herkunft zu geben um einer besseren Zukunft willen.



    Der Bundesnachrichtendienst (BND) war eine reine Nazigründung. Im Dezember 1947, in der ehemaligen "Rudolf Hess Siedlung" in München-Pullach, formierte der gewesene Generalmajor der Wehrmacht und Sturmbannführer der SS, Reinhard Gehlen, eine besonders widerliche Nazi-Nachfolgeorganisation zum BND. Mit Vorliebe stellte er ehemalige Mitglieder der NSDAP, der SS und der Gestapo ein. Rund 28 Prozent de Mitarbeiter des neuen Dienstes, so schätzte die CIA damals ein, waren ehemalige NSDAP-Mitglieder. Das war nicht überraschend, verweist doch der CIA-Bericht darauf, dass im zweiten deutschen Bundestag 129 von 487 Bundestagsabgeordneten auch in der Nazi-Partei gewesen waren und so mit 26,5 Prozent NSDAP-Anteil das vom BND vorgegebene Ziel nur knapp verfehlte.



    Die Internet-Enzyklopädie WIKIPEDIA weiß über den braunen Haufen zu berichten: "Für den BND bzw. seinen Vorläufer, die Organisation Gehlen, waren unter anderem der ehemalige Gestapo-Chef in Lyon Klaus Barbie, der ehemalige enge Eichmann-Mitarbeiter Alois Brunner, der ehemalige Leiter der Geheimen Feldpolizei Wilhelm Krichbaum, der ehemalige Leiter des "Judenreferats" des Auswärtigen Amtes Franz Rademacher, der Erfinder der mobilen Gaswagen Walther Rauff, der ehemalige Offizier im SS-Einsatzkommando 9 Konrad Fiebig, sowie der ehemalige Chef des Vorkommandos Moskau der Einsatzgruppe B Franz Alfred Six tätig." Wollte man den Auslandsgeheimdienst der DDR mit dem der Bundesrepublik vergleichen, landete man schnell bei der bekannten Äpfel-und-Birnen-Konfrontation. Macht man es doch, bleibt eins sicher: Judenmörder und Zivilisten-Schlächter hatten im DDR-Dienst keinen Platz.



    Im Jahr 1968 wurde die "Mercker-Kommission", benannt nach dem Staatssekretär Reinhold Mercker, mit einer internen Untersuchung des BND beauftragt. Denn selbst als die verdienten Nazis im Dienst schon alle ihre üppigen Renten verzehrten, war dem Amt Korruption und Vetternwirtschaft nicht fremd. Zudem spionierte der BND gesetzeswidrig auch westdeutsche Politiker aus. Der Untersuchungs-Bericht ist bis heute unter Verschluss. Als dann die Zeiten sich wendeten und eine Enttarnung der braunen Vergangenheit denkbar wurde, vernichtete der Dienst 2007 etwa 250 Personalakten mit Bezug zur NS-Zeit. Doch zu dieser Zeit war Klaus Kinkel, der ehemalige Präsident der Behörde und ehemalige Außenminister längst Chef der Telekom-Stiftung und Mitglied des Kuratoriums der Bundesliga-Stiftung.



    So wird der Fall Ruth Kampa den Deutschen, insbesondere den Ost-Deutschen erneut eine Lehre erteilen: Spionage Ost ist böse, Spionage West ist gut. - Wer allerdings die Koalitionen der Linkspartei mit der SPD in Berlin, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern beobachtet hat, der gerät ins Grübeln. Denn dort ist die LINKE regelmäßig unterhalb der SPD verschwunden. Vielleicht meint es die Gauck-Behörde doch gut mit uns und will dem Bundestag einfach seine letzte Opposition erhalten.



    PS.
    Am 15. 10. 2013 um 20.30 Uhr:


    Vortrag und Diskussion mit dem Herausgeber der RATIONALGALERIE
    Uli Gellermann: Medien. Macht. Krieg.



    Im "Buchhändlerkeller" Carmerstr.1, 10623 Berlin-Charlottenburg



    Quelle

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