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Thema: rationalgalerie.de - Uli Gellermann

  1. #581
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    Nato-Partner im Porzellan-Laden: USA sollen Iran-Sanktionen aufheben

    Tiefes Schweigen brütet über dem politischen Berlin. Keine Kanzlerin, kein Seibertchen, nicht mal Nahles-Weiß-Alles-Und-Das-Besser meldet sich: Der Nato-Partner USA ignoriert mal wieder einen Beschluss des Internationalen Gerichtshofs. Die Sanktionen gegen Iran sollen faktisch aufgehoben werden. Die USA folgen diesem Urteil des Gerichtes nicht.

    Noch vor kurzem drohten die USA dem Internationalen Gerichtshof mit Einreiseverboten und Finanzsanktionen gegen Richter und Staatsanwälte, sollten die gegen Staatsbürger der USA, Israels oder anderer verbündeter Staaten vorgehen. Die Vereinigten Staaten seien ferner bereit – erklärte die US-Lynch-Regierung – Würdenträger des Internationalen Gerichtshofes durch die US-Strafjustizbehörden verfolgen zu lassen. Das Gleiche gelte auch für jedes Unternehmen oder jeden Staat, der den Gerichtshof bei derartigen Verfolgungen unterstütze.

    Völkerrecht, Vereinte Nationen? Ist doch egal, sagt der amerikanische Elefant im internationalen Rechts-Porzellan-Laden seit 1984, seit das UN-Gericht die Frechheit hatte, den USA gegen Nicaragua Unrecht zu geben. Indirekt meldete sich die Dame Merkel zum Fall: Man müsse alles tun, „um die nukleare Bewaffnung des Iran zu verhindern“, sagte die Frau ungefragt bei ihrem Besuch in Israel. Als gäbe es diese unbewiesene Bewaffnung, und als hätte Merkel da was mitzureden. Es geht – wie immer, wenn die USA das Recht mit Füßen treten – um Krieg und Frieden. Denn der Iran ist kein Vasall der USA wie einst zu Zeiten des Schah. Und die atomare Bewaffnung ist nur ein Vorwand. In Wahrheit geht es um die Straße von Hormus, jene Meer-Enge, durch die der gesamte Schiffsverkehr von und zu den Ölhäfen Kuwaits, Katars, Bahrains, des Irak, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, dazu der größte Teil des saudi-arabischen Verkehrs verläuft.

    Wer die Straße von Hormus sperren kann, der kann die Lieferungen aus bedeutenden Teilen der Erdölgebiete im Nahen Osten blockieren. So ist sie von weltweiter strategischer Bedeutung: Etwa ein Viertel der globalen Ölversorgung wird durch diese Straße geleitet. Da liegt die eigentliche Bombe. Und die USA, immer noch von einem schweren Weltmacht-Syndrom gezeichnet, wollen diesen Weg unter ihre Kontrolle bringen. Auch deshalb bleibt Israel der schwere Knüppel der USA im Nahen Osten. Und Trump, scheinbar ein ‚neuer‘ US-Präsident, macht als Saudi-Arabien-Lover das alte Spiel weiter mit, verschärft es sogar mit der Entscheidung für Jerusalem als Hauptstadt Israels.
    Nicht genug, dass der Iran eine selbständige Außenpolitik betreibt. Auch innenpolitisch schlummert dort eine Zeitbombe: In der Verfassung des Iran kann man unter der erstaunlichen Überschrift „Die Wirtschaft ist ein Mittel, aber kein Ziel“ folgendes lesen: „Bei der Festigung der ökonomischen Grundlagen geht es prinzipiell um die Befriedigung der Bedürfnisse des Menschen während seines Reife- und Entwicklungsprozesses, aber nicht, wie bei den anderen ökonomischen Systemen, um Zentralisierung und Akkumulation des Kapitals und um Profitsucht; denn die materialistischen Schulen betrachten die Wirtschaft als Selbstzweck, und dies wirkt auf dem Wege zur Entwicklung als ein Faktor der Zerstörung, der Korruption und der Verderbtheit.“ Sicher, erstmal ist die Verfassung Papier. Aber wenn das einer ernst nähme: „Befriedigung der Bedürfnisse des Menschen“ als Ziel der Wirtschaft? Wo kämen wir denn da hin? Geradewegs aus dem Gottes-Staat in den Kommunismus.

    Damit es über den Charakter der aktuellen USA keinen Zweifel gibt, hat ihre Nato-Gesandte parallel zu einer Brüskierung des Internationalen Gerichtshofs mit einem Militärschlag gegen Russland gedroht: Man wolle neue russische Raketen „ausschalten“, mit deren Entwicklung Russland angeblich gegen den INF-Vertrag verstieß. Dass der US-Rückzug aus dem ABM-Vertrag einen neuen Rüstungswettlauf ausgelöst hat, will die Gesandte ebenso ungern erwähnen wie die Stationierung nuklearer US-Mittelstreckenraketen in Rumänien. Dass der nach wie vor hoch gelobte Nato-Partner USA gern internationale Abkommen bricht und eine permanente Gefahr des fragilen Weltfriedens ist, mag die Berliner Regierung nicht wahrnehmen. Und wenn die USA „Ausschalten“ sagen, dann meinen sie „Ausschalten“.

    Wer mit den USA in einem Nato-Boot sitzt, der steuert gern internationale Beerdigungen an: „Wir lassen den Internationalen Strafgerichtshof sterben“, kündigte jüngst der Nationale Sicherheitsberater der US-Regierung, John Bolton, an. Er reagierte damit auf ein Ermittlungsersuchen der Chefanklägerin beim Strafgerichtshof in Den Haag gegen Mitglieder der US-Streitkräfte sowie der US-Geheimdienste wegen möglicher Kriegsverbrechen in Afghanistan. Die US-Kriegsverbrechen werden kein Ende nehmen. Hat doch derselbe Bolton mal eben auch behauptet, der Iran sei der „Zentralbanker des internationalen Terrorismus“. Seit der US-Erklärung des Krieges gegen den Terror weiß man, was das bedeutet: Erst wird das internationale Rechts-Porzellan zerschlagen, dann dieses oder jenes Land mitsamt seiner Bevölkerung.

    Quelle: https://de.sputniknews.com/kommentar...-kriegsgefahr/
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  2. #582
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    AW: rationalgalerie.de - Uli Gellermann

    Die Macht um Acht (11)



    Beerdigung des Journalismus Comedy statt Nachricht:
    Ha, ha, said the Clown Wie, Sie haben nichts zu lachen? Die Welt ist nicht danach?
    Das sieht die Tagesschau anders: Manche ihrer Meldungen kommen geradezu lustig daher. Diesel-Betrug? Der ist „kompliziert“. Zu kompliziert, als dass sich die Tagesschau näher damit befassen möchte. Aufklärung? Juristische Folgen für die Industrie? Kein Thema für die Tagesschau. Obwohl der Skandal Millionen ihrer Zuschauer betrifft.

    Neue Strukturen beim Verfassungsschutz? Welche auch immer: Über die alten Strukturen – die Gründung des „Schutz“ durch die Nazis, die schützende Hand des „Schutzes“ für die Nazi-Terroristen des NSU – darüber kein Wort. Und wer sich den Mann anschaut, der die Nachricht über den Verfassungsschutz aus dem Trüben gefischt hat, der findet Michael Stempfle, den Terrorismus-Experten der ARD. Der kennt Terror nur von Muslimen. Den Terror der Bundeswehr-Einsätze in fremden Ländern kennt er ebensowenig, wie den Terror des NSU.

    Durch leichte Kost, durch Weglassen von wesentlichen Teilen von Informationen, versucht die ARD-Nachrichten-Sendung gute Laune zu verbreiten.

    In dieser Folge der „Macht um Acht“ erinnert Uli Gellermann mit dem Lied „Ha, ha, said the Clown“ daran, dass Clowns auf Beerdigungen nicht lustig, sondern grausig sind. Sein Fazit: Ohne ordentlichen Journalismus, ohne Aufklärung keine ordentliche Demokratie. Wer statt Fakten lieber Stimmungen verbreitet, der wird auf Dauer zum Totengräber der Demokratie.

    Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau.

    Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD. Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.

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  3. #583
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    Unteilbar gutes Gefühl: Das Fest der Freundlichkeit in Berlin

    Bewegt von der Sorge um ein Land, das nach rechts driftet: So kamen sie aus allen Teilen Deutschlands in die Hauptstadt zur Aktion #Unteilbar. Gegen Rassismus und für allgemeine Solidarität klang der Tenor der Sprechchöre, und die klarste Botschaft war: „Kein Platz für Nazis“.

    Niemand brachte die Allgemeinheit des gemeinsamen Signals besser auf den Punkt als ausgerechnet Andrea Nahles:
    „Wir müssen Gesicht zeigen für eine solidarische Gesellschaft, für unseren Sozialstaat, für ein friedliches und respektvolles Miteinander“, gab die SPD-Chefin dem Aufruf zum Geleit.
    Tatsächlich war das gute, das freundliche Gesicht Deutschlands im Berliner Zentrum zu sehen. So als habe es nie Bundeswehr-Einsätze im Ausland gegeben, die tapfer an der Zahl der Flüchtlinge mitgearbeitet haben. Als gäbe es wirklich einen Sozialstaat, der das Land nicht in Habende und Habenichtse teilt. Als erführe der Hartz-Vierer denselben Respekt wie der mit dem Acht-Zylinder-Geländewagen.

    Wer dieses gute Gefühl für ein gutes Miteinander nicht auch toll findet, der ist ein Spielverderber. Denn die positive Energie der Zehntausenden war Teil jenes Spiels, das man Demokratie nennt. Ein Spiel, das davon lebt, dass so viele Leute wie möglich daran glauben, wir hätten „eine offene und freie Gesellschaft“ wie es der Aufruf von #Unteilbar so hoffnungsfroh formulierte.
    Unter diesem sympathischen Slogan konnten sich viele einig sein: Vom scharfen und brillanten Kritiker der deutschen Gesellschaft Volker Pispers bis zu den eher sanften mobilen Pflanzern der Common Grounds/Prinzessinnengärten aus Kreuzberg: Man unterschrieb gern. Fraglos gehörten die Aktionsteilnehmer zu den ehrlichen Erben jener unzähligen Helfer, die Merkels „wir-schaffen-das“ mit echtem Pflicht- und Mitgefühl eingelöst haben.
    Wo wird sie hingehen, diese große, schöne Freundlichkeit? Wer wird sie einsammeln, die vielen guten Menschen? Die Wahlen in Bayern zeigen erneut, dass es die Grünen sind – die aus einer ernsten Friedensbewegung stammen, die sie von Jugoslawien bis Afghanistan verraten haben und noch immer verraten – in deren Sammlungs-Sack die Stimmen landen und damit in der Bewusstseinslosigkeit.

    Es war Bundesaußenminister Heiko Maas, der #Unteilbar in Berlin noch kurz vor dem Start den letzten Kick gab: „Es ist ein großartiges Signal, dass so viele auf die Straße gehen und klare Haltung zeigen: Wir sind unteilbar.“ Dieser oder jener Teilnehmer der vom Kipping-Flügel der Linkspartei inspirierten Aktion wird sich dabei nicht so richtig wohl gefühlt haben. Denn es war Maas, der sich noch jüngst bei der saudischen Diktatur für seinen Vorgänger Gabriel entschuldigte. Der hatte den Saudis „Abenteurertum“ im Nahen Osten vorgeworfen. Saudi-Arabien hatte daraufhin verärgert seinen Botschafter abgezogen und eine Entschuldigung der Bundesregierung gefordert. Dabei sorgen die saudischen Kriegsverbrecher nur für neue Flüchtlinge in und um Jemen herum. Da braucht man natürlich jene offene Grenzen, die #Unteilbar im Aufruf zur Berliner Aktion betont friedlich forderte. Kaum von Heiko Maas verabschiedet, bot sich den Kämpfern für offene Grenzen ein garantiert unschädlicher Demo-Bereich zur Integration in den oppositionellen Mainstream an: Der Demo-Block „Die offene Gesellschaft“ – supported by Bertelsmann – bot all jenen Unterschlupf, die zwar irgendwie dagegen sind, aber auch dafür: Gegen Grenzen, aber zugleich für die Bertelsmann-Erfindung Hartz IV, gegen Rassismus, aber für das Bertelsmann-Verlagshaus, in dem der Rassist Sarrazin mit seinem Drecksbuch jede Menge Kohle verdiente, für Frau Merkels „wir schaffen das“, aber irgendwie auch gegen die Merkel-Freundin Liz Mohn, die Inhaberin des Manipulationskonzerns Bertelsmann. Zwar schadete der Block auf keinen Fall der offenen Ausbeutung, aber zugleich auch nicht einer persönlichen Karriere: Ein Block, in dem man sich sehen lassen konnte.

    Wer wollte schon dem Unteilbar-Slogan „Solidarität statt Ausgrenzung!“ widersprechen? Bei einem solch süffigen Satz schweigt alle Kritik. Auch Fragen haben hier zu schweigen. Wer grenzt wen aus? Wer ist solidarisch mit wem? Solidarisch mit den Veteranen des Jugoslawien-Krieges wie Jürgen Trittin (MdB, Bündnis 90 / Die Grünen) oder mit Renate Künast (MdB, Bündnis 90 / Die Grünen), die jüngst noch einen Regime-Change in Syrien forderte. Beide waren Unterzeichner des #Unteilbar-Aufrufs.
    Erinnerungen kamen auf, als man letztmalig in Berlin mit vielen Menschen gegen den Irak-Krieg demonstrierte. Endlich war man nicht mehr isoliert im Kampf gegen die Regierung und ihre Anhängsel. Endlich wurde für einige der alte Slogan wahr: „Hineinschlüpfen und wohlfühlen.“ Allerdings warb der für Pantoletten. Pantoffeln von Birkenstock. Gesund und modisch.
    „Es ist ein ganz wunderbarer Herbst der Solidarität, der hier in Berlin auf die Straße gebracht wurde“, erklärte Anna Spangenberg, Sprecherin des Bündnisses #Unteilbar.
    Immer noch leben wir im goldenen Herbst der Profitmacher. Reich ist die Blut-Ernte der Waffenindustrie, deren Kriegsflüchtlinge uns weiter besuchen und den plastischen Vorwand für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit liefern. Davon im Aufruf der Unteilbaren kein Wort. Was werden die Teilnehmer der Aktion mit nach Hause nehmen? Ganz sicher ein gutes Gewissen. Wut auf die Herrschenden kaum. Jene Wut, die Voraussetzung für den Widerstand ist.

    Quelle: https://de.sputniknews.com/kommentar...r-demo-berlin/
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  4. #584
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  5. #585
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    Es grünt so grün – Finanz-Betrug und Wahl-Betrug

    Die Medien-Welt erzitterte kurz und belanglos: Mal wieder hatten die Banken in die Taschen der Steuerzahler gegriffen. Diesmal waren es 55,2 Milliarden Euro, die über die betrügerischen „Cum-Ex-Files“ den Besitzer gewechselt hatten: Aus der Staatskasse in die Bank-Tresore.

    An der vordersten Aufdeckungs-Front hatte das Recherchezentrum „Correctiv“ diese scheinbare Sensation enthüllt. Ein Zusammenschluss von 19 Medien aus zwölf Ländern habe diese Arbeit geleistet. So berichten pompös und selbstbewusst die Botschafter der Enthüllung. Jene Sender und Zeitungen, die seit Jahr und Tag einen Journalismus inszenieren, der immer wieder für kurze Zeit die Hoffnung auf echte Nachrichten und unverfälschte Berichte aufkeimen lässt.

    Hatte da nicht im letztem Jahr noch ein tapferes Recherche-Team von ARD-Panorama, der „Zeit“ und „Zeit Online“ mehr als 30 Betrugs-Milliarden aufgespürt, die dem Staat durch Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäfte entgangen sind? Waren es nicht gar 376 Journalisten aus 76 Ländern, die vor zwei Jahren mit den „Panama Papers“ einen permanenten Steuerbetrug aufdecken konnten, in den scheinbar seriöse Unternehmen aller Art verwickelt waren? Sind zwischenzeitlich Massenprozesse gegen die Betrüger bekannt geworden oder gar Massenverhaftungen? Nichts davon zu lesen, zu hören oder zu sehen. Dieselben Journalisten, die kurz enthüllten, sind wieder in ein Schweigen verfallen, sind zu den eigentlich üblichen Bräuchen der Branche zurückgekehrt. Kein Nachfragen, kein Nachhaken bei Justiz und Politik.

    Wer sich zum Beispiel das vielgerühmte Recherchezentrum „Correctiv“ anschaut, der bekommt eine Ahnung von den Gründen für jene mafiöse Omerta, die auch die Speerspitze des deutschen Journalismus stumpf werden lässt. Das Zentrum ist als Antwort auf die Medienkrise entstanden: Abnehmendes Vertrauen in die Medien, mangelnder Glauben an deren Bereitschaft zur Aufklärung und der daraus folgende Sinkflug bei Quoten und Anzeigenerlösen war Grund genug für eine scheinbare Recherche-Offensive. Dass es ausgerechnet die „Brost-Stiftung“, ein Etikettenverein des WAZ-Konzerns ist, der den Laden finanziert, ist kaum bekannt.
    Zu Lesen ist auf der „Correctiv“-Website, wer der Feind ist: „Heute ist jeder sein eigener Nachrichtensprecher. In Netzwerken wie Facebook und Twitter können Parteien, Interessengruppen und Privatpersonen Texte und Bilder und Videos verbreiten, ohne dass deren Wahrheitsgehalt überprüft wird.“ Igitt, klingt es aus den Zeilen: „Interessengruppen und Privatpersonen“ können jetzt selbst im Netz Nachrichten transportieren. Die Eliten sind nicht mehr allein. Das geht gar nicht.

    Als die Grünen vor Jahren gegründet wurden, schienen sie der Ausweg aus dem festgefahrenen Parlamentarismus der Bundesrepublik zu sein. Die junge und fraglos alternative Partei speiste sich aus den außerparlamentarischen Bewegungen: Der großen Friedensbewegung rund um den legendären „Krefelder Appell“ und die tatkräftigen Anti-Atomkraft-Initiativen, die keineswegs nur brav demonstrierten, sondern zuweilen auch besetzten und blockierten.
    Und wieder grünt die Hoffnung auf einen echten Wechsel: In Bayern sind die Grünen an den schweren Verlusten der CSU beteiligt und mit 17,5 Prozent zweitstärkste Kraft im Parlament geworden.
    Doch längst haben die Grünen ihre einst knackigen Ärsche auf den Bänken diverser Parlamente plattgesessen: Ihr Chef in Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, gibt den Landesvater kaum schlechter als seine Vorgänger von der CDU: Leutselig und fern von der Bevölkerung zugleich. Und brav umarmt er in einer Koalition eine betont reaktionäre CDU.
    In Hessen, wissen die alles enthüllenden Medien zu erzählen, in Hessen geht es jetzt aber los mit den total echten Veränderungen: Glaubt man dem ZDF-„Politbarometer“, werden die Grünen bei den Wahlen 22 Prozent erreichen. Wenn am Sonntag gewählt worden sein wird, soll die CDU nur noch auf 26 Prozent kommen, und die SPD könnte 20 Prozent erzielen. Neue Welten tun sich auf. Oder?

    Wer auf neue grüne Welten setzt, der hat ein schlechtes Gedächtnis in Kombination mit einem schweren Verdrängungskomplex: Brav sprang der grüne Tarek Al-Wazir nach den letzten Hessen-Wahlen in das schmuddelige Bett des Herrn Volker Bouffier von der CDU, wurde Wirtschaftsminister der schwarz-grünen Koalition und genehmigte ungerührt den Ausbau des Frankfurter Flughafens, den seine Partei vor ihrer Regierungsbeteiligung mit allen Mitteln verhindern wollte. Es grünt so grün, wenn Illusionen blühen: Man muss extrem grün hinter den Ohren sein, wenn man immer noch glaubt, die Grünen wären gut für einen Wechsel der Verhältnisse. Das ist dem Kinderglauben ähnlich, dem immer noch manche anhängen, nach dem die üblichen Medien jene „Vierte Gewalt“ seien, die als Korrektiv in der Demokratie zugunsten alternativer Erkenntnisse wirken würde.
    Kaum gestört von Parlamenten und Medien findet Jahr um Jahr der gigantische Finanzbetrug statt, der die Staatskassen über Steuertricks ausraubt. Getarnt von Wahlen, die eine höchst praktische Illusion über Demokratie verbreiten, die dem Betrug ein hübsches Dekorum geben: Ein grünes Deckchen, bestickt mit schönen gelben Sonnenblumen.

    Quelle: https://de.sputniknews.com/kommentar...ann-kommentar/
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  6. #586
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    Das Todes-Spiel der Milliardäre: Reich werden durch Leute umbringen

    Was macht denn der Milliardär nur mit seinen Milliarden? Noch ne Tasse Kaffee? Noch ne Yacht? Der hat es schwer, der Milliardär. Allein in Deutschland gibt es 124 von dieser Sorte. Laut einer neuen Studie der Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Bank UBS. Und die wissen, wovon sie reden.

    Wovon sie nicht reden, ist das Elend des Milliardärs, einen rechten Zeitvertreib zu finden. Denn auch der Milliardär muss die Zeit vertreiben, er könnte sonst auf Gedanken kommen, der Milliardär. Da käme dann ein Gedanke zum anderen, und dann wäre er wie alle anderen auch. Das will er natürlich keinesfalls. Und damit dieser schreckliche Fall nie und nimmer eintritt, sollte der Milliardär seine freie Zeit doch so verbringen, wie er seine unfreie Zeit auch verbringt. Mit dem schönsten Hobby, das man sich vorstellen kann: Mit Leute umbringen.

    Zum Beispiel könnte er seinen schönen, großen Swimming Pool mit Leichen füllen. Er könnte sie sich frisch aus dem Mittelmeer liefern lassen. Dort treiben jede Menge von den armen Wasserschluckern rum, die auf der Flucht vor jener Armut im Ergebnis ausbeuterischer Handelsbeziehungen in die reicheren Länder fliehen. Eine Armut, an der sich der Milliardär fett und stinkend verdient hat. Natürlich kann man das Erlebnis am Pool zusätzlich inszenieren. Wenn auf der einen Seite der 100-Meter-Bahn ein reich gedeckter Tisch aufgebaut würde, zu dem die überlebenden Wasserschlucker hinschwimmen müssten: Nur die Schnellsten bekämen ein Plätzchen am Tisch. Punkte könnte es für den Sieger geben, wenn das Baby der Familie beim Wettschwimmen überlebt. Der Rest: Ab ins Mittelmeer.
    Auch das beliebte Därme-Platzen-Gewinn-Spiel wäre im Milliardärs-Park an den Start zu bringen: Eine beliebig große Zahl von diesen ohnehin dem Tod geweihten Überflüssigen – man könnte sie für ein kleines Geld in den Slums der großen Städte rekrutieren – müsste mit verbundenen Augen durch ein Minenfeld laufen. Und – „platz“ – fliegen die Därme der Todes-Figuren lustig durch die Luft. Unsere Milliardäre dürften auf die Rücken-Nummern der Überflüssigen wetten, und wessen Minen die meisten Därme sprengen, der bekommt den nächsten Auftrag vom Rüstungsministerium zugeschanzt – wie im wirklichen Leben.

    Natürlich sind unsere Großverdiener keine Unmenschen: Wer den Wettlauf überlebt, der bekommt den Wett-Einsatz geschenkt. Auch Arbeitsplätze schafft das lustige Spiel: Irgendjemand muss schließlich den Park säubern.
    Bisher finden sich nur wenige Teilnehmer aus den Milliardärs-Clubs für das Krebs-Mobil. Bei diesem heiteren Spiel würde eine Zahl von Probanden in einen geschlossenen Lkw eingesperrt – ähnlich den mobilen Mordfabriken, in denen die Nazis jede Menge „Untermenschen“ umgebracht haben – und mit Diesel-Abgasen behandelt. Wer überlebt, bekäme dann ein Hardware-Umrüstungspaket geschenkt.
    Susanne Klatten aus der BMW-Eigner-Familie (Quandt-Klatten, 34 Milliarden Euro geschätztes Vermögen) soll protestiert haben: Es dauere manchmal Monate oder Jahre bis der Krebs festgestellt würde. Da seien die laufenden Feldversuche an den Bewohnern deutscher Städte doch viel billiger und effektiver. Auch wolle sie mit den Nazi-Gaswagen keine Erinnerung an die Herkunft der geerbten Quandt-Milliarden aus dem Nazi-Blutgeld wecken.

    Gegen die Weltmeisterschaft im Burger-Essen gab es entschiedene Einwände aus Kreisen der Lebensmittel-Industrie: Zum einen gäbe es diese Veranstaltung bereits. Außerdem sei die Zahl der Todes-Opfer durch Umweltschäden – wie die Abholzung der Regenwälder für die Burger-Produktion – viel geringer als die der Opfer im Ergebnis der Kohle-Verstromung.
    Schließlich konnten sich die Eigner von Pharma-Konzernen mit ihrem Tabletten-Roulette durchsetzen, bei dem die Unterschichten-Versuchsmenschen sich aus einem Topf unterschiedlicher Tabletten mit unterschiedlichen Nebenwirkungen bedienen durften. Überlebenden winke ein komfortabler Rollstuhl.
    Auch wenn es für Milliardäre wirklich spannende und profitable Gewinnspiele gibt, ist auch für sie die wirklich reine Luft seltener geworden:
    „Wenn Sie auf der Suche nach der reinsten Luft auf dieser Erde sind, steigen Sie in einen Eisbrecher und steuern Sie die Arktis, 87° Nord, an. Verbringen Sie eine Woche im Sommer auf einer Eisscholle und warten Sie auf den richtigen Wind. Die Arktis ist das Gebiet in der nördlichen Hemisphäre, wo die reinste und am wenigsten verschmutzte Luft zu finden ist.“

    Das kann man in einer Broschüre über Luftfilter lesen. Und selbst für Milliardäre mag diese Arktis-Reise umständlich sein, aber so eine Eisschollen-Reise ist für den Milliardär Andreas Heeschen, den Besitzer der Todes-Produktion Heckler und Koch, jederzeit erschwinglich. Auch Bleivergiftungen müsste er auf seiner Privatscholle nicht fürchten. Die Deutsche Düngemittel-Industrie hat ihre Umsätze in den letzten Jahren auf die Milliarden-Ebene steigern können. Das ist jene Branche, die munter an der Vergiftung des Grundwassers durch Nitrate beteiligt ist. Für deren Eigner und Vorstände dürfte es kein Problem sein, sich, wann immer sie wollen, ein Schlückchen Rokko No Mizu zu gönnen. Das japanische Wasser Rokko No Mizu gilt als besonders rein und kostet pro Flasche nur 124 Euro. Prost. – Verbrechen lohnt sich nicht – behauptet der Volksmund. Falsch.

    Quelle: https://de.sputniknews.com/kommentar...ann-kommentar/
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    Die Macht um Acht (13)



    Don’t worry, be happy Die TAGESSCHAU macht glücklich. Die Tage werden kürzer, die TAGESSCHAU will uns die dunkle Zeit versüßen. Darüber redet Uli Gellermann diesmal in der MACHT UM ACHT, der Gebrauchsanweisung für die TAGESSCHAU. Mit Meldungen wie „So viele Milliardäre wie nie zuvor“ lässt die Hamburger Nachrichtensendung den Sonnenschein der Reichen in die Wohnzimmer der TV-Konsumenten, ohne ein Wort darüber zu verlieren, wie zum Beispiel der Milliardär Karl Albrecht (ALDI) an seine 25,5 Milliarden Dollar gekommen sein könnte. Kein Wort von der brutalen Ausbeutung der Verkäuferinnen. Be happy! Auch wenn das Flaggschiff der ARD diese Schlagzeile verzapft: “Goldener Oktober auf dem Arbeitsmarkt“ – wird die Wirklichkeit ausgeblendet. Kein Wort über die Fälschung der Arbeitslosenzahlen. Kein Wort darüber, dass es noch im August 2018 ungefähr 6,73 Millionen "Leistungsempfänger" gab. Das heißt, dass die Agentur einfach rund 6,73 Millionen Menschen unterschlägt, die von Arbeitslosengeld und/oder Hartz-IV-Leistungen leben. So wird dem TV-Zuschauer ein Glückskeks zugeworfen: Don’t worry, mach Dir keinen Sorgen, be happy, sei einfach glücklich! Anscheinend soll man auch über die Kandidatur von Friedrich Merz für den CDU-Vorsitz glücklich sein. Denn, so die Tagesschau: „Merz will Aufbruch – keinen Umsturz“. So macht eine Nachrichtensendung Reklame für einen Kandidaten im innerparteilichen Wahlkampf. Und lässt ihn auch noch schnell was zu seiner Tätigkeit bei „BlackRock“ sagen: „Merz wies die Kritik an seiner Tätigkeit für BlackRock zurück. BlackRock sei keine Heuschrecke, sondern verwalte treuhänderisch Einlagen von hunderttausenden privaten Kunden, sagte er. Er sehe keinerlei Konfliktlage“. Na, wenn Merz, der größte Lobbyist aller Zeiten, keine Konfliktlage sieht, dann muss eine NACHRICHTEN-Sendung diese MEINUNG natürlich als Reklame weitergeben. Zahlt man Gebühren für Promotion? Auch die halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge! Statt Nachrichten verbreitet die TAGESSCHAU lieber gute Laune. Oder, wie Bobby McFerrin in den 80ern gesungen hat: „Don't Worry, Be Happy“. Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD. Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.
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    Die Macht um Acht (14)



    Tätä, Tätä, Tätä! Ein Maskenball der Tagesschau Kaum hat mit dem 11.11. die Karnevalssaison begonnen, macht die Tagesschau mit: Da wird der Rüstungshaushalt mit dem Wort „Sicherheitsetat“ maskiert und im gleichen Atemzug mit den „Ausgaben für Soziales“ genannt: das klingt besser. Die Profis von der Tagesschau nennen es „Wording“ und meinen „Sprachregelung“. Und sie regeln auch die Sprache, wenn sie von „US-Sanktionen gegen Russland“ berichten. Wie üblich behaupten sie eine „Annexion“ der Krim, während Völkerrechtler durchaus eine „Sezession“ sehen. Aber die Tagesschau-Redaktion übernimmt einfach die Sprachgestaltung der USA, ohne nachzudenken, ohne die gebotene Objektivität; man hat die Maske der USA aufgesetzt, und dazu gehört offenkundig auch deren Brille und Sicht. Eindeutig auf der Seite der Auto-Industrie setzt die Hamburger Redaktion bedenkenlos folgende Überschrift in die Welt: „Hardware-Nachrüstung 945.000 Handwerker-Diesel profitieren“. Schon mit dem Wort “profitieren“ wird der Diesel-Betrugsindustrie nur das Beste unterstellt und zugleich auch dem Kraftfahrt-Bundesamt, das mit einem Brief an die Besitzer älterer Diesel Werbung für die Auto-Industrie macht. Sowohl die Verbraucherzentralen als auch der ADAC hatten kritisiert, das Amt habe mit seinen Hinweisen auf „Umtauschaktionen“ von BMW, Daimler und VW die „nötige Distanz zur Industrie vermissen“ lassen. Das war in vielen deutschen Blättern zu lesen. Nur eben nicht in der „Tagesschau“ zu hören. Das nennt der Journalist Uli Gellermann in seinem neuesten Beitrag für „Die Macht um Acht“ schlicht maskierten Unsinn. Und er empfiehlt der Hamburger Nachrichten-Reaktion dringend, solche Beiträge demnächst mit einer Karnevalströte anzukündigen: Tätä, Tätä, Tätä!
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  9. #589
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    Süddeutsche versus Gellermann: Schlechtem SZ-Journalismus folgt juristisches Debakel

    Die SZ - eine Qual...itätsmediale Anstalt!

    Eigentlich ging es in der Sache Hubert Wetzel (SZ) gegen Uli Gellermann nur um den Konjunktiv und Tendenzjournalismus gegen Russland. Bei der SZ beschloss man, in Sachen Feindbildpflege aber noch einen draufzusetzen – auf Kosten der Staatskasse.

    Es begann mit einem im Was-Wäre-Wenn-Stil geschriebenen SZ-Artikel von Hubert Wetzel – Titel "Goldene Zeiten" – auf der dritten Seite einer SZ-Ausgabe vom Januar 2017 und endete am 21. November 2018 mit einem abrupten Schlusspunkt in der Auseinandersetzung zwischen der SZ (Südwestdeutsche Medienholding) und dem Journalisten Uli Gellermann in München vor Gericht.

    Das Vorspiel

    In seinem Was-Wäre-Wenn-Artikel wälzt sich SZ-Mitarbeiter Wetzel schlicht auf Grundlage eines "Schmuddel-Dossiers" (in dem nichts bewiesen ist) eines "ehemaligen britischen Geheimdienstmitarbeiters" (in dem nichts bewiesen ist) in einer Konjunktivorgie und Sexfantasien, um via Donald Trump Stimmung gegen Russland zu machen. Denn Russland, also Putin, könnte ja womöglich im Besitz eines Videos mit Sexorgien Trumps sein, als dieser vor Jahren in einem Nobelhotel in Moskau abstieg. Wetzel erwähnt zwar beiläufig, dass davon nichts beweisen sei, legt dann aber in besagtem Stil los, um ins "scheinbar Faktische" driften zu können, indem er den Konjunktiv zur Meinungsmache verwendet.
    Denn Putin hätte Trump deswegen ja so gut wie in der Hand, dieser sei im Endeffekt also nur eine Marionette des Kremls ("Damit scheinen die Dokumente genau das zu bestätigen, was die US-Geheimdienste seit Monaten befürchten: Dass die russische Regierung versucht hat, die amerikanische Präsidentenwahl zu manipulieren, um den verhassten Westen zu schwächen").
    Auf den SZ-Artikel von Wetzel verfasste der langjährige Journalist und Blogger Uli Gellermann, der bis zu diesem Zeitpunkt nach eigenen Angaben noch SZ-Abonnent war, einen Kommentar in seinem Blog Rationalgalerie mit dem Titel "Ein postfaktisches Arschloch in der Süddeutschen – Neue Hexenjagd: Donald Trump schlagen und Putin meinen".
    Für Gellermann ist diese "Ekel-Methode" der SZ, "die sich für Journalismus ausgibt", in Wahrheit vielmehr "der Zuhälter für bestimmte politische Interessen". In seinem Kommentar analysiert Gellermann dann nicht nur den Text von Wetzel, er wendet auch dessen Stil an. Gellermann schreibt: "Wetzel ist eine echte Schmierblatt-Sau, auch wenn das nicht bewiesen ist, kann es gut sein, dass er auf seinen Artikel onaniert hat." Statt sauber zu recherchieren und zu berichten, würde Wetzel schlicht Meinungsmache betreiben.

    Trump, der zwar ein unangenehmer Oligarch sei, habe zwar noch nicht den "Clinton-Obama-Grad" an Kriegen und Toten wie in Libyen, der Ukraine und Syrien erreicht, dafür aber einen weitaus schlimmeren Fehler begangen, so Gellermann. Denn Trump kündigte in seinem Wahlkampf an, ein "entspanntes Verhältnis zu Russland anzustreben". "Schon der Versuch, vielleicht mal ganz normal mit Putin zu reden, reicht offensichtlich aus, um einen braven Immobilen-Hai zum Gesetzlosen zu stempeln. Das macht das normale Süddeutsche-Arschloch zu einem gefährlichen Hexenjäger, der aus dem Postfaktischen unbedingt in den Prä-Krieg mit Russland rein will", schreibt Gellermann.
    Das Nachspiel

    Für die SZ-Strategen war das zu viel. Auf Gellermanns Kommentar folgte eine Anzeige des Medienkonzerns gegen Uli Gellermann – wegen Beleidigung. In der SZ-Zentrale wurde also nicht auf Argumente, sondern auf die Justiz gesetzt. Gellermann selbst meinte, neben seiner "kritischen Text-Analyse" auch eine fiktive Geschichte erzählen zu können. "Was wäre, wenn man die Methode, die der SZ-Autor verwendet, bei ihm selbst anwenden würde?" Man also alles so erfände "wie jene Stories, die Wetzel aus unbewiesenem Geheimdienst-Material zusammengeschrieben hat". In der Folge sammelte Gellermann Spenden, um sich gegen die Klage des Medienkonzerns verteidigen zu können. Dabei kündigte Gellermann an, "falls nach Abzug der Kosten Geld übrig sein sollte", dieses an die Obdachlosenhilfe "Die Brücke e.V." zu spenden.
    In der ersten Hauptverhandlung am 15. Juni 2018, SZ-Autor Wetzel war nicht anwesend, wurde Gellermann nach Angaben seines Anwalts dann wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro verurteilt. Ausschlaggebend für das Strafmaß sei "der Umstand, dass die Webseite" Rationalgalerie über eine erhebliche Reichweite verfüge. Der 73-jährige Gellermann hätte die Bezeichnung "postfaktisches Arschloch" gewählt, "um seine Missachtung gegenüber dem Geschädigten Wetzel auszudrücken". Des Weiteren hätte er in seinem Artikel auch die Begriffe "Schmierblatt-Sau" und "Süddeutsche-Arschloch" verwendet. Der erforderliche Strafantrag "wurde in Vertretung des Autors, Herrn Wetzel, durch die Rechtsabteilung der Südwestdeutschen Medienholding" am 17. Januar 2017 form- und fristgerecht gestellt, wie es in der Urteilsverkündung hieß.
    Gellermann selbst erklärte , dass es sich bei seinem Artikel um eine satirische Darstellung mit den stilistischen Mitteln des Ursprungsartikels handele und er den SZ-Artikel von Wetzel als unseriös empfinde, was er seinen Lesern so vermitteln wollte, weshalb klar sei, dass er Wetzel, den er gar nicht kenne, auch nicht beleidigen wollte. Also kam es am 21. November 2018 zu einem zweiten Verhandlungstermin in München, denn Gellermann ging es nicht um ein milderes Strafmaß, sondern um einen Freispruch.

    Zur zweiten Verhandlung kam dieses Mal dann auch Zeuge Wetzel – und zwar mit eigenem Rechtsbeistand. Doch bevor (der) Journalist Wetzel gehört wurde, wiederholte Gellermann, dass es ihm ferngelegen habe, Wetzel zu beleidigen, und er vielmehr dessen unsaubere Methode analysiert habe, um klarzumachen, dass Geheimdienste keine Informationen für Journalisten aufbereiten, sondern Interessen vertreten, um Gegner zu diffamieren und Propaganda zu betreiben. Ein Journalist müsse das wissen. Die Begriffe wären auf den Stil subsumiert und eben nicht auf die Person Wetzel bezogen. Dass er das alles auch noch am Beispiel Trump, den er nicht leiden könne, aufzeigt, sei ihm sogar peinlich, so Gellermann. "Ich bin gegen Krieg mit Russland", schließlich hätten wir noch viel mit Russland aufzuarbeiten. Wenn man darüber schreibt, müsse man Fakten verwenden. Der Konjunktiv habe im faktischen Journalismus nichts zu suchen, werde aber dementsprechend angewendet oder auch missbraucht.
    Der Höhepunkt

    Und dann kam der Betroffene, der SZ-Journalist Wetzel, der in den USA lebt, auch noch zu Wort. Er sei, nachdem er vor knapp zwei Jahren irgendwie auf den Blogeintrag von Gellermann gestoßen war, von der SZ-Ressortleitung verständigt worden, dass die Rechtsabteilung der SZ tätig werde. "Ich habe nichts in die Wege geleitet", so Wetzel zum Richter, der für den Bruchteil einer Sekunde in sich geht, bevor er erklärt: "Somit können wir jetzt aufhören, denn der Strafantrag muss vom Verletzten gestellt werden, das wurde er aber nicht", so der Richter. Und weiter:
    Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätten wir das anders lesen können. Das hat mich jetzt auch überrascht.
    Es hätte also nie ein Strafbefehl gegen Gellermann erhoben werden und auch zu keinem ersten Prozess kommen dürfen, das Urteil sei aufzuheben, so Gellermanns Anwalt. Auch der Staatsanwalt, der ohnehin noch nichts zu sagen hatte, stimmte dem zu, bevor der Richter verkündete, dass das erste Urteil aufzuheben sei und die Staatskasse die Kosten des Verfahrens trage, da selbst eine nachträgliche Genehmigung durch Wetzel nicht mehr infrage kommen würde.

    Neben Gellermann verließen also auch die Obdachlosen das Münchner Gericht als Sieger, was, in Anlehnung an den Wetzel-Stil, der SZ wohl weniger recht sein dürfte. Beim Prozess war, obwohl Gellermann die Münchner Medien anschrieb, übrigens nicht ein Vertreter der SZ anwesend, und in der SZ-Zentrale hielt man es dann auch für unnötig, auf eine kurze Presseanfrage, wie man denn zum Schmähgedicht von Böhmermann über das türkische Staatsoberhaupt Erdoğan stünde, zu antworten. Bleibt nur zu hoffen, dass der Medienkonzern nicht auch noch auf Hubert Wetzel losgeht, weil dieser ehrlich blieb. Aber der wohnt ja wenigstens in den USA, und beim Springer-Konzern wäre das jedenfalls von Vorteil.

    Quelle: https://deutsch.rt.com/inland/79802-...sches-debakel/
    LG
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    Uli Gellermann: Krim-Konflikt - Deutsche Medien machen sich zum Anwalt von Poroschenko



    Die russische Küstenwache hatte vergangenes Wochenende Patrouillenbooten der ukrainischen Marine die Durchfahrt in der Meerenge von Kertsch vor der Krim verweigert. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko verhängte darauf das Kriegsrecht und ging sogar so weit, dass er angesichts der „unglaublichen russischen Aggression" nach deutschen Kriegsschiffen verlangte und ein beherztes Eingreifen der NATO forderte. Für die deutsche Presselandschaft war sofort klar, dass in diesem Konflikt nur „der Russe“ schuld sein könne. Von Tagesschau bis Springer wird das Horn der Kriegspropaganda geblasen und Sanktionen bis hin zu möglichen Kriegszenarien wurden durchgespielt. Die wahren Gründe des Konfliktes verblassten hinter diesem Getöse und es wurde geflissentlich verdrängt, dass dies gefährliche Spiel mit dem Feuer einen Krieg im Herzen Europas bedeuten könnte. Uli Gellermann (Filmemacher und Journalist) über die Hintergründe des Konfliktes und das wiederholte Versagen der deutschen Medienlandschaft im Ukrainekonflikt.
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